Heli Biendl Nicole Hildebrandt Hülskath Tim Schwarma Terhardt Michael Nymczyk Wewering Wolf
Gelsenkirchener gewann 2.241 Rennen und trug 2003 den Bronzehelm
Traber-Trainer Peter Poen verstorben
Gelsenkirchen - In der Nacht zum Montag (18-10-10) nach dem Großen Preis ist der Gelsenkirchener Traber-Trainer Peter Poen im Alter von 53 Jahren verstorben. Poen wurde tot auf dem Rennbahngelände gefunden, bestätigte die Kriminalpolizei, die ein Fremdverschulden ausschloss. Der Bahnsprecher in Dinslaken teilte öffentlich mit, dass Peter Poen freiwillig aus dem Leben schied.
Peter Poen, der Ehefrau und zwei Kinder hinterlässt, kam in seiner Karriere zu 2.241 Siegen als Fahrer bei 18.808 Starts. Seine erfolgreichste Saison hatte er 2003, als er auf 196 Siege kam und dafür mit dem Bronzehelm als drittbester deutscher Berufsfahrer ausgezeichnet wurde.
1980 machte er sich als Trainer selbständig. In seinen Glanzzeiten trainierte er rund 70 Traber. Aktuell bestritt er aber nur noch wenige Fahrten, die letzte am 30. September mit dem von ihm gezogenenen Mister Bas, die er für den 28köpfigen Stall Syndikat siegreich zum vierten Jahreserfolg gestaltete. Seine Tochter Monique gilt als großes Nachwuchstalent.
Viel Beachtung fand sein Projekt Gelsenkirchener Traberschule, mit der er Anfang August begann und über die am 10. Oktober noch im WDR-Rundfunk berichtet wurde. Für die Idee, die auf dem Schalke-Renntag geboren wurde, schaffte man extra noch fünf Doppelsulkys an. Das Gestüt Lasbeck (Familie Herz) stellte zwei sichere Pferde ab, vier kamen aus dem Poen-Stall. Peter Poen hatte fünf Trab-Schüler pro Woche. Sie konnten sich die Trainingszeiten aussuchen und in der Regel ein Paket von fünf Fahrstunden für insgesamt 150 Euro buchen. Der Zulauf an Fahrschülern war überraschend groß, fand der Mitbesitzer der Trabrennbahn, Markus Seidel. Personen aller Altersklassen. Meist Menschen, die das Traben einmal ausprobieren wollten.
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Michael Nimczyk darf als Vize-Europameister zur WM
EM der Trabrennfahrer in Turin:
Enrico Bellei nutzt Heimvorteil
Turin (mspw) - Der deutsche Champion Michael Nimczyk (Willich) hat bei der
Europameisterschaft der Trabrennfahrer im italienischen Turin (17-10-10) den Titel
nur knapp verpasst. Der 24-Jährige, jüngster der zehn Teilnehmer, belegte
nach fünf Wertungsläufen mit 53 Punkten den zweiten Platz und musste dabei
nur dem erfahrenen Italiener Enrico Bellei (47), der seinen Heimvorteil
nutzte und auf 59 Zähler kam, den Vortritt lassen. Dritter wurde Björn
Goop (33) aus Schweden mit 50 Punkten. Bellei ist erst der zweite
italienische Europameister nach Pietro Gubellini (1990).
Nachdem Michael Nimczyk gleich die ersten beiden Wertungsläufe für sich
entschieden und noch vor dem abschließenden Rennen in Führung gelegen
hatte, strahlte der zweimalige Deutsche Meister nach den Titelkämpfen über
das ganze Gesicht. Als jüngster Teilnehmer gleich Rang zwei zu erreichen,
ist perfekt für mich,
freute sich Nimczyk, der sich mit seiner
Platzierung gleichzeitig auch für die nächste Weltmeisterschaft in den
USA, voraussichtlich im August 2011, qualifiziert hat. Montag wird er
übrigens schon wieder auf der Bahn in Berlin-Mariendorf starten.
Es begann in Turin optimal für Michael Nimczyk, der zunächst mit dem
27:10-Favoriten Nazir Jet und wenig später auch mit der
101:10-Außenseiterin Islanda Nor nicht zu bezwingen war. Auch nach seinem
neunten Rang mit Madison Avenue im dritten Wertungslauf, den Björn Goop
mit Moreno D’asolo gewann, lag Nimczyk noch deutlich vor seinem
hartnäckigsten Verfolger Enrico Bellei, der bis dahin die Plätze zwei,
drei und vier belegt hatte.
Pech hatte Nimczyk dann im vierten Rennen, als die zuvor dreimal in Serie
siegreiche Stute Naif dei Veltri kurzfristig wegen Ungebärdigkeit
gestrichen werden musste. Nimczyk bekam deshalb nach dem Reglement als
Mittelwert lediglich sechs Punkte gutgeschrieben. Es siegte der Franzose
Franck Nivard, der am Ende Gesamt-Vierter wurde, mit Naval Vessel, während
Bellei als Fünfter erneut konstant punktete.
Die Entscheidung fiel dann im fünften und letzten Wertungslauf, den der
neue Europameister Enrico Bellei mit der vierjährigen Stute Martina Grif
zum Totokurs von 21:10 für sich entschied. Für Michael Nimczyk reichte es
mit Esotico Caf nur zu Rang sieben, so dass Bellei noch vorbeizog.
Deutschland ist mit bisher insgesamt neun Titeln weiterhin Rekord-Sieger
bei Europameisterschaften. Allein viermal war der frühere Dauer-Champion
Heinz Wewering (Berlin) bei den kontinentalen Titelkämpfen nicht zu
bezwingen. Der Gewinner von über 16.000 Trabrennen wurde in den Jahren
1978, 1979, 1984 und 1988 Profi-Europameister. Je einmal holten Eddy
Freundt (1970), Horst Bandemer (1975), Rolf Dautzenberg (1976), Manfred
Zwiener (2000) und zuletzt Roland Hülskath (2008) den EM-Titel nach
Deutschland.
Michael Nimczyk jüngster Teilnehmer
bei Europameisterschaften in Turin
Turin (mspw) - Am kommenden Sonntag (17. Oktober) wird auf der
Trabrennbahn im italienischen Turin die Europameisterschaft der
Trabrennfahrer entschieden. Zwölf Teilnehmer aus zwölf Nationen kämpfen um
den begehrten Titel. Die deutschen Farben vertritt der aktuelle
Berufsfahrer-Champion Michael Nimczyk aus Willich. Der 24-Jährige, der
2005 bereits die Europameisterschaft bei den Lehrlingen gewonnen hatte,
ist der jüngste Teilnehmer. Er könnte den EM-Titel zum zweiten Mal in
Folge nach Deutschland holen. Titelverteidiger ist nämlich Roland Hülskath
(35) aus Mönchengladbach. Er ist nicht am Start.
Das Teilnehmerfeld ist exzellent besetzt. Der Italiener Enrico
Bellei (47) will seinen Heimvorteil nutzen. Bereits zweimal Europameister
(1995 und 2004) war der Spanier Juan Antonio Rosello (43). Zur
europäischen Spitzenklasse zählen auch Steen Juul (60/Dänemark), Hugo
Langeweg jr. (26/Niederlande), Franck Nivard (31/Frankreich), Björn Goop
(33/Schweden) und Gerhard Mayr (50/Österreich).
Nach fünf Wertungsläufen, die allesamt am Sonntag ausgetragen werden,
steht der neue Europameister fest.
Hallo, Michael Nimczyk! Wann machen Sie sich auf den Weg zur
Europameisterschaft nach Turin?
Michael Nimczyk: Wir werden am Samstag in den Flieger nach Turin steigen.
Mit dabei ist meine Schwester Cathrin, die Amateurfahrerin ist. Eine
Europameisterschaft ist auch für sie sehr interessant und spannend.
Wie haben Sie sich auf den Fahrer-Wettkampf vorbereitet?
Nimczyk: Eine spezielle Vorbereitung gibt es nicht. Ich werde mir vor den
Rennen die Starterlisten genau anschauen. Viel mehr kann ich nicht machen.
In erster Linie freue ich mich auf den Wettkampf und versuche, das Ganze
so locker wie möglich, aber auch mit der richtigen Portion Ehrgeiz
anzugehen.
Wie schätzen Sie ihre Gegner ein?
Nimczyk: Es sind ausnahmslos Fahrer am Start, die in ihren jeweiligen
Ländern zur Spitze zählen. Gegen einen Franck Nivard oder einen Björn Goop trete ich nicht jeden Tag an. Das wird sehr spannend.
Was ist entscheidend, um am Ende ganz oben zu stehen?
Nimczyk: Der Fahrer mit der besten Tagesform und dem größten Rennglück
wird die Europameisterschaft für sich entscheiden.
Haben Sie sich ein konkretes Ziel gesetzt?
Nimczyk: Ich mache mir keinen Druck. Wichtig ist eine gesunde Mischung
aus Lockerheit und Anspannung. Es geht für mich darum, das bestmögliche
Ergebnis zu erzielen.
Im deutschen Berufsfahrer-Championat hat Roland Hülskath zur Zeit rund 30
Punkte Vorsprung. Ist die Titelverteidigung noch drin?
Nimczyk: Ich konzentriere mich darauf, den zweiten Platz zu verteidigen.
Schon das wird gegen einen Heinz Wewering, der aktuell in Top-Form agiert,
nicht einfach. Über allem steht aber die Zufriedenheit unserer Besitzer.
Das ist das Wichtigste.
Arathorn beschert Heli Biendl Geburtstagsgeschenk
Ascha (mspw) - Helmut Heli Biendl, einer der erfolgreichsten deutschen Trabrennfahrer und Trainer, feierte Sonntag (3-10-10) seinen 60. Geburtstag. Der vielfache bayerische Champion gewann im Sulky fast 7.000 Rennen, feierte 1980 mit Zirrus den Sieg im Deutschen Derby und war 1986 der erfolgreichste deutsche Traber-Trainer.
An seinem Ehrentag gönnte sich der gebürtige Straubinger einen Tag Pause, durfte sich aber trotzdem über ein passendes Geschenk seines vierjährigen Hengstes Arathorn freuen. Der Biendl-Schützling gewann mit Catchdriver Michael Larsen (Öxbüll-Süd) das mit 12.500 Euro dotierte Finale des Kurt Hörmann-Memorials auf der Trabrennbahn in Hamburg. Schon im Vorlauf war dieses Gespann nicht zu schlagen.
Arathorn, der dem Gestüt Stormy Horses von Jörg Brandt (Scharbeutz) gehört, besitzt noch eine Nennung für den Großen Preis von Deutschland, der am 17. Oktober in Gelsenkirchen entschieden wird.
Deutschlands erfolgreichster Trabrennfahrer aller Zeiten wird 60
Heinz Wewering:
Einen Tag Pause
zum Geburtstag
Hamburg (mspw) - Mit dem Sulky ist Heinz Wewering, rechnet man alle von ihm bestrittenen Trabrennen zusammen, mehrfach um die Welt gefahren. Mehrere zehntausend Mal hat er sich hinter dem Startauto eingereiht. Mehr als 16.300 Siege konnte er feiern. Am 28. Januar 2010 wird der 29-fache deutsche Fahrer-Champion 60 Jahre.
Zehn Jahre darf ich laut Statuten noch an Rennen teilnehmen. Und das habe ich auch vor,
gibt sich Heinz the Champ, trotz solcher Größen wie Hänschen Frömming und Eddy Freundt Deutschlands erfolgreichster Trabrennfahrer aller Zeiten, kämpferisch wie eh und je. Ob er das, wie jetzt für seine Chefin Marion Jauß (Neritz), weiter in der Doppelfunktion als Trainer und Fahrer machen wird, hängt vor allem von seiner Gesundheit ab. Noch fühlt er sich fit, gönnt sich freilich inzwischen ab und zu auch mal einen freien Tag. An meinem Geburtstag will ich mal pausieren und durchschnaufen,
sagt er. Drei Tage später hat er einen Besuch auf der berühmten Trabrennbahn in Paris-Vincennes ins Auge gefasst, wo am Sonntag mit dem Prix d’Amérique eines der schwersten und wertvollsten Trabrennen der Welt vor wohl wieder 60.000 Besuchern ausgetragen wird. Wewering will als Zuschauer dabei sein.
Ein wenig Sehnsucht dürfte mitschwingen, wenn der gebürtige Münsterländer, der mit acht Geschwistern aufgewachsen ist, Richtung Paris aufbricht. Mehrfach in seiner unvergleichlichen Karriere trug er sich mit dem Gedanken, sich beruflich in Richtung Frankreich zu verändern. Dort hat der Trabrennsport einen höheren Stellenwert. In nahezu jedem Ort gibt es eine Rennbahn. Pferderennen sind so etwas wie Volkssport.
Es blieb bei Überlegungen. Heinz Wewering nahm nur ein einziges Mal am Prix d’Amérique teil, landete mit Unique James 1993 auf Rang 13. Es ist eines der wenigen bedeutenden Rennen in Europa, das der zweifache Welt- und vierfache Europameister nie gewinnen konnte. In Frankreich wird die Musik gespielt. Und wenn du dort nicht ständig vor Ort bist, hörst du auch nicht das Lied, das gespielt wird,
ist seine Erkenntnis darüber, dass er im Nachbarland nicht den Stellenwert genoss wie in seiner Heimat, wo er alleine sieben Triumphe im Deutschen Derby und sogar neun Siege im Stuten-Derby feierte. Hinzu kommen unzählige Erfolge in hochdotierten nationalen und internationalen Rennen.
Dass er bei den Trabern landete, war seiner Körperstatur zuzuschreiben. Eigentlich wollte er zu den Galoppern, bei denen sein Onkel Theo Grieper unter anderem als Privattrainer für das Traditionsgestüt Röttgen (Köln) tätig war. Für einen chancenreichen Jockey brachte Heinz Wewering zu viele Pfunde auf die Waage. Deswegen flüchtete er sich zu den Trabern, wo er in sportlicher Hinsicht ein echtes Schwergewicht wurde. Wenn du fleißig bist, dann geht vieles von allein,
sagt er über seine glanzvolle Karriere, womit er zweifellos untertreibt. Workaholic Wewering ist so sehr mit den Rennpferden verwachsen, dass er ein Pferd, ohne es zu sehen, alleine am Huf-Geräusch identifizieren kann.
In den Glanzzeiten des Sports gegen Ende des 20. Jahrhunderts schätzte er die Entwicklung wohl nicht richtig ein. Das Wettgeschäft verlagerte sich ins Internet. Die Umsätze wurden teilweise ins Ausland umgeleitet. Die Erträge aus dem Wettgeschäft, mit denen die Veranstalter den Rennbetrieb finanzieren, gingen zurück. Mit ihnen auch die Rennpreise. Die Zahl der Besitzer und Züchter schrumpfte. Dadurch brach auch das Verkaufsgeschäft mit Rennpferden, von denen Wewering sehr viele hatte, drastisch ein.
Heinz Wewering wechselte Mitte 2006 für knapp eineinhalb Jahre nach Italien. Inzwischen ist das deutsche Aushängeschild unter den Trabrennfahrern wieder zu den Wurzeln zurückgekehrt. In den beiden letzten Jahren triumphierte er erneut mit zwei beeindruckenden Siegen im Stuten-Derby für seine im Rennsport sehr engagierte Chefin Marion Jauß. In der Fahrerstatistik freilich wurde er 2009 mit 118 Siegen nur Dritter, nachdem er nahezu drei Jahrzehnte (!) lang bis 2006 die Branche dominiert hatte. Grund: Er fährt längst nicht mehr so viele Rennen wie die nachrückenden Youngster Michael Nimczyk (23/Willich) und Roland Hülskath (34/Mönchengladbach), die im Championat vor ihm landeten.
Und weil er zwar immer noch von morgens bis abends arbeitet, dabei zwischen seinem neuen Wohnort Hamburg und dem Jauß-Gestüt in Neritz pendelt, aber nicht mehr wie früher pro Jahr im Schnitt 500 Rennen gewinnt, wird es wohl nichts mit seinem Ziel, vielleicht sogar 20.000 Rennen gewinnen zu können.
Diese Marke hatte er genannt, als er 50 Jahre wurde. Inzwischen haben sich die Rahmenbedingungen für solche Ziele geändert, auch wenn man intensiv an einer Trendwende arbeitet,
so Wewering, der ergänzt: Auch wenn die Wende gelingt: 20.000 Siege für mich werden wohl Utopie bleiben.
Schock nach Sturz von Rheinberger Amateurfahrer
Herzstillstand im Rennen
Terhardt fiel aus dem Sulky
Gelsenkirchen (mspw) - Von einem schweren Sturz wurde die Veranstaltung am Donnerstag (1-4-10) auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn überschattet. In der dritten Tagesprüfung kippte Amateurfahrer Frank Terhardt (48) aus Rheinberg plötzlich seitlich aus dem Sulky seines achtjährigen Hengstes Noble Feeling. Das Rennen wurde sofort abgeläutet. Terhardt, der von nachsetzenden Fahrern und Rennpferden überlaufen wurde, lag minutenlang bewegungslos auf dem Geläuf. Notarzt und zwei Krankenwagen waren schnell zur Stelle. Erster Verdacht: Herzinfarkt von Frank Terhardt.
Die Ärzte versuchten, Terhardt, der zunächst nicht ansprechbar war, zu reanimieren. Es wurden Wiederbelebungsversuche mit Hilfe eines Defibrillators gemacht. Mehr als 40 Minuten standen die Rettungswagen auf dem Geläuf. Dann die Mitteilung: Das Herz von Frank Terhardt schlägt wieder! Über den Rennbahnkommentator wurde bekannt gegeben, dass Terhardt ins Marienhospital in Gelsenkirchen-Ückendorf gebracht werde. Gegen 20.41 Uhr verließ ein Krankenwagen die Rennbahn.
Am Karfreitag hieß es, die Ärzte hätten ihn in ein künstliches Koma versetzt. Nach Auskunft seiner Familie wird er etwa eine Woche in diesem Zustand bleiben müssen, da durch zahlreiche Rippenbrüche auf beiden Seiten die Atmung sonst stark beeinträchtigt wäre. Der Zustand des 48-Jährigen, der auf der Intensivstation der Klinik behandelt wird und sich unter anderem auch eine Stauchung der Leber und einen Riss im Lungengewebe zugezogen hatte, ist aktuell stabil. Einen Herzinfarkt als Unfallursache konnten die Ärzte inzwischen ausschließen. Allerdings hatte Terhardt seit einiger Zeit Herz-Rhythmus-Störungen.
Der 48-jährige Amateurfahrer ist verheiratet. Er und seine Frau Stefanie (42) haben die drei Kinder Laura (12), Leonie (9) und Jan (knapp drei Jahre). Den leidenschaftlichen Anhänger des Trabrennsports hatte sein Vater Willi mit dem Traberbazillus angesteckt. Vater Willi ist auch Mitbesitzer des Hengstes Noble Feeling. Auch der Gelsenkirchener Alfred Drechsler, Terhardts Onkel, war viele Jahre Besitzer von Trabern.
Vor einigen Jahren hatte sich Frank Terhardt aufs Land zurückgezogen. In der Nähe von Rheinberg kümmert er sich um den Anbau von Obst und Gemüse, betreibt eine kleine Rinderzucht und trainiert und betreut Trabrennpferde.
Der Hengst Noble Feeling, für Frank Terhardt eine Herzensangelegenheit: Er hatte 2009 zwei Rennen gewonnen, war außerdem dreimal mit Platzgeldern in den heimischen Stall zurückgekehrt.
Im November letzten Jahres wurde der achtjährige Hengst in die verdiente Winterruhe geschickt. Ende Februar kehrte er wieder auf die Rennbahn zurück, wurde zweimal Fünfter und einmal Siebter.
Am Donnerstag in Gelsenkirchen mischte Noble Feeling von Beginn an ordentlich im dritten Rennen mit. Nach rund 1.100 Metern tauchte Terhardt mit seinem Hengst in vierter Position auf. Dann kippte er plötzlich zur linken Seite hin aus seinem Sulky. Die nachfolgenden Gespanne konnten nicht ausweichen, Terhardt wurde - am Boden liegend - überlaufen, während Noble Feeling fahrerlos über das Geläuf rannte.
Die Veranstaltung war insgesamt mehr als eine Stunde unterbrochen, wurde danach fortgesetzt. Um 21.15 Uhr wurde das Rennen ohne das Unglücks-Gespann erneut gestartet.
Entscheidung im Ladytrab-Cup
Nicole Hildebrandt: Lasse mir
diesen Titel nicht mehr nehmen
Gelsenkirchen (mspw) - Bis in die Haarspitzen motiviert ist Amateurfahrerin Nicole Hildebrandt (Borken) vor dem entscheidenden Lauf im Ladytrab-Cup am Sonntag (29-11-09) auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn (elf Prüfungen, erster Start 14.00 Uhr). Denn vor dem letzten Rennen für die Ladys in diesem Jahr am Nienhausen Busch liegt Hildebrandt deutlich an der Spitze der Gesamtwertung. Und genau das will die 35-Jährige auch bleiben. Den Titel lasse ich mir nicht mehr nehmen,
ist sich die Taxifahrerin sicher. Ihr Vorsprung auf die zweitplatzierte Anke Börnig (32/Dinslaken) ist komfortabel. Es besteht allenfalls eine theoretische Möglichkeit, dass Hildebrandt den Gesamt-Sieg doch noch verpasst.
Denn 14 Zähler Vorsprung von Hildebrandt (49 Punkte) vor ihrer hartnäckigsten Konkurrentin bedeuten, dass Börnig (35 Zähler) gewinnen und gleichzeitig auf einen Ausfall von Hildebrandt hoffen muss. Für einen Sieg gibt es exakt 14 Punkte. Zusätzliche Bonus-Zähler sind nur bei einer guten Platzierung mit einem hohen Außenseiter drin. Ich werde voll angreifen und hoffe, dass mein Pferd keinen Fehler macht,
so Hildebrandt, der notfalls auch eine schwächere Platzierung mit dem fünfjährigen Hengst Winnetou Boshoeve reichen würde, um den Titel zu sichern. Als Drittplatzierter aus einem Entlastungslauf zur Breeders Crown (Züchter-Krone) für die fünf- bis siebenjährigen Hengste Anfang November in Gelsenkirchen dürfte Winnetou Boshoeve allerdings erneut gute Möglichkeiten besitzen.
Die Sieg-Chancen im letzten Wertungslauf, der am Sonntag als fünfte Tagesprüfung zur Austragung kommt, stehen für Hildebrandts Konkurrentin Anke Börnig, kaufmännische Angestellte in einem Oberhausener Autohaus, ebenfalls gut. Denn die von Willi Rode (71/Recklinghausen) trainierte Bibi S könnte der Dinslakenerin zum Abschluss noch einmal die volle Punktzahl bringen. Bei ihren letzten elf Auftritten war die Stute nie schlechter als Rang vier platziert, gewann drei Rennen. Ich habe Bibi S zwar noch nie gefahren. Aber ich habe das Pferd schon mehrfach beobachtet und weiß, dass ich mit ihr weit vorne landen kann,
ist Anke Börnig optimistisch.
Um zumindest den zweiten Platz in der Gesamtwertung abzusichern, wäre eine gute Platzierung für Börnig wichtig. Schließlich sitzt ihr die Konkurrenz im Nacken. Mit jeweils 34 Punkten belegen Titelverteidigerin Andrea Dworatzyk (26/Wesel) und Silvia Raspe (26/Wemb), die bereits die Dinslakener Ladytrab-Wertung in dieser Saison für sich entscheiden konnte, gemeinsam Rang drei. Sie haben lediglich einen Punkt Rückstand auf Börnig. Während Dworatzyk die Außenseiterin Noble Princess steuert, geht Raspe mit Jojo Sigero (drei Erfolge in diesem Jahr) durchaus chancenreich an den Start.
Die Gewinnerinnen der drei Ladytrab-Wertungen im Westen (Dinslaken, Gelsenkirchen, Mönchengladbach) werden im Übrigen im Rahmen der Ladytrab-Weihnachtsfeier am Samstag, 5. Dezember, in Willich ausgezeichnet. Im letzten Jahr gewann Silvia Raspe die Dinslakener Wertung, Andrea Dworatzyk holte die anderen beiden Titel. Anke Börnig wurde dreimal Zweite. Und diese Platzierung zeichnet sich auch diesmal in Gelsenkirchen für sie ab. Denn Nicole Hildebrandt hat vor dem Final-Lauf die besseren Karten.

Der Silberhelm im neuen Gerrits-Dress
Roland Hülskath jetzt
in Schwarz: Gelb siegt
Gelsenkirchen (mspw) - Die Besucher der Trabrennbahn in Gelsenkirchen rieben sich am Donnerstag (24-9-09) verwundert die Augen. War das wirklich Roland Hülskath (34/Mönchengladbach), der im ersten Rennen des Tages mit Cabo di Paulo an den Start ging? Des Rätsels simple Lösung: Der Silberhelm stellte sich am Nienhausen Busch erstmals im neuen Dress vor (Bild). Nahezu ganz schwarz ist das neue Oberteil des Deutschen Vize-Meisters. Der rot-weiße Anzug hat ausgedient,
erklärte Hülskath, der jetzt von den Unternehmern Leendert und Willem Gerrits (Helmond, NL) gesponsert wird. Mit Zar As aus dem Besitz der Gerrits-Brüder hatte Hülskath Anfang August das Deutsche Traber-Derby gewonnen. Auf den ersten Sieg im neuen Anzug musste Hülskath - zumindest zu Beginn der Veranstaltung am Nienhausen Busch - allerdings noch warten.
Denn der von Gerd Holtermann (53/Bladenhorst) vorbereitete Cabo di Paulo, der den Fußball-Profis Tobias Willi (29/MSV Duisburg) und Zlatan Bajramovic (30/Eintracht Frankfurt) sowie Berater Thorsten Weck (41/Essen) gehört, machte auf der Zielgeraden in zweiter Position einen Fehler. So hatte nicht Schwarz, sondern Gelb die Nase vorn. Lokalmatador Peter Poen (52/Gelsenkirchen), wie immer im traditionellen gelben Dress unterwegs, steuerte den 24:10-Favoriten Luciano zum ersten Karriere-Sieg.
Silberhelm Roland Hülskath sorgt für Familienkasse: 100. Sieg
Die 800 Euro, die es für den sechsten Sieg in Serie des fünfjährigen Wallachs Willucio Toscana am Sonntag (30-08-09) auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn gab, dürften Silberhelm Roland Hülskath (34/Mönchengladbach) besonders gefreut haben. Der Wallach gehört nämlich Hülskaths Lebensgefährtin Sigrid Unger (37) und entpuppt sich immer mehr als sehr guter Ankauf. Sechs Siege in diesem Jahr, dazu zwei Platzierungen: Das kann sich sehen lassen. Bemerkenswert auch, dass es für den ehrgeizigen Mönchengladbacher der 100. Sieg in diesem Jahr war, womit er dem in der Championatswertung führenden Michael Nimczyk (23/Willich) wieder näher auf die Pelle rückte.
Endlich habe ich auch mal wieder mit Willucio Toscana gewonnen,
strahlte Roland Hülskath, mit dem der Wallach Anfang Juni seine Siegesserie gestartet hatte. Zuletzt war Rita Drees viermal die Siegfahrerin. Hülskath weiter: Der Wallach stand diesmal über dem Feld, hatte überhaupt keine Probleme.
Der Deutsche verpasst auf Mallorca nur knapp den EM-Titel
Vize-Europameister der
Lehrlinge: Tim Schwarma
Palma de Mallorca/Weeze (mspw) - Bei der Europameisterschaft der
Trabrenn-Lehrlingsfahrer in Palma auf Mallorca wurde der deutsche
Teilnehmer Tim Schwarma (Weeze) nach vier Wertungsläufen Zweiter. Der
18-Jährige, der einen der vier Läufe für sich entscheiden konnte, musste
sich in der Gesamtwertung nur dem gleichalterigen Tschechen David Dobrovolny (18) hauchdünn
geschlagen geben. Dobrovolny punktete konstant in allen vier Rennen. Der
dritte Platz ging an den Belgier Lucas van den Meersch (22).
Vize-Europameister wird man nicht jeden Tag. Deshalb bin ich sehr
glücklich über meinen zweiten Platz,
strahlte Schwarma, sagte aber auch:
Ein bisschen Enttäuschung ist schon dabei. Es war schließlich sehr knapp.
Aber diesen Erfolg kann mir keiner mehr nehmen.
Das gute Abschneiden von Tim Schwarma bestätigte einmal mehr die gute
Rolle, die der deutsche Trabrennsport im internationalen Vergleich spielt.
Erst vor wenigen Tagen wurde Heinrich Wolf (57) aus Gelsenkirchen
Vize-Europameister bei den Amateuren. Roland Hülskath (34/Mönchengladbach)
ist nicht nur aktueller Europameister bei den Profis, sondern erreichte bei
der Weltmeisterschaft in Norwegen auch einen hervorragenden vierten Platz.
Die nächste Chance auf einen Titelgewinn hat Katharina Merz aus Schöneiche
bei Berlin. Die 35-Jährige nimmt vom 11. bis 13. September in der
ukrainischen Hauptstadt Kiew an der Europameisterschaft der
Amateur-Trabrennfahrerinnen teil. Insgesamt sind Amazonen aus 15 Nationen
am Start.
Heinrich Wolf zurück von der Amateur-EM in der Schweiz:

Vize-Europameister wird
man nicht jeden Tag
Gelsenkirchen/Avenches (mspw) - Überglücklich kehrte der Gelsenkirchener Amateur-Trabrennfahrer Heinrich Wolf (57) aus dem schweizerischen Avenches in die Heimat zurück. Denn bei der Amateur-Europameisterschaft wurde Wolf nach drei Wertungsläufen mit 36 Punkten Zweiter. Der deutsche Teilnehmer musste lediglich Christian Mayr (38 Zähler) aus Österreich den Vortritt lassen.
Durch seinen zweiten Platz sicherte Wolf dem deutschen Verband außerdem einen Startplatz bei der Weltmeisterschaft im kommenden Jahr in Frankreich. In einem Interview lässt Heinrich Wolf die Titelkämpfe noch einmal Revue passieren.
Hallo, Herr Wolf! Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem zweiten Platz bei der EM. Hätten Sie damit gerechnet?
Wolf: Nach der Auslosung war ich alles andere als optimistisch. Denn ich hatte Außenseiter zugelost bekommen. Umso glücklicher bin ich, dass es zu Rang zwei gereicht hat. Vize-Europameister wird man schließlich nicht jeden Tag.
Am Ende fehlten gerade einmal zwei Punkte für Rang eins!
Wolf: Als Christian Mayr im letzten Lauf außen an mir vorbei gezogen ist, habe ich mich geärgert. Aber er hatte in dem Moment eben das bessere Pferd. Das muss man halt akzeptieren.
Sie waren viele Jahre Berufsfahrer. Hat Ihnen diese Erfahrung in der Schweiz geholfen?
Wolf: Das war auf jeden Fall ein Vorteil. Die Besitzer der Pferde haben uns aber auch bestens auf ihre Schützlinge eingestellt. Eine Herausforderung war die Bahn in Avenches. Eine Runde ist dort 1.450 Meter lang und zum Schluss gibt es eine 450 Meter lange Zielgerade. Da durfte man nicht die Nerven verlieren.
Wie war die Stimmung im Fahrerlager und auf der Bahn?
Wolf: Die Schweizer haben sich sehr um uns bemüht. Wir haben im Fahrerlager und bei einigen Ausflügen viel Spaß gehabt. Von übertriebener Konkurrenz zwischen den Aktiven war nichts zu spüren. Die Bahn in Avenches ist ein Traum, wunderschön gelegen. Es war ein gelungenes Wochenende.
Heinrich Wolf fährt für Deutschland
Der 57jährige Heinrich Wolf aus Gelsenkirchen (114 Siege) vertritt Deutschland bei den Europameisterschaften der Amateure, die am Sonntag (30-8-09) im schweizerischen Avenches ausgetragen werden. Der Niederländer Fred Handelaar ist mit 580 Siegen der bisher erfolgreichste Teilnehmer vor dem Oesterreicher Christian Mayr (465 Siege) und dem Finnen Juha Kulin (243 Siege).
Das erste der drei Entscheidungsrennen findet bereits um 11.50 Uhr statt. Bei der großen Veranstaltung in Avenches werden neben den Trab- auch Galopprennen ausgetragen, darunter das mit 50 000 Schweizer Franken dotierte St. Leger und ein weiteres Listenrennen für Zweijährige. Bei den Trabern geht es im Großen Preis des Kantons Luzern immerhin um 10 000 Franken. Über den drei Läufen zum "Championat d´Europe des drivers amateurs" stehen jeweils 3000 Franken.