Zuletzt bearbeitet: 10.11.2009

Brioni: Mit Deutschland-Debut

der Star dieser Breeders Crown

Kataja im Spaziergang
Viermal Oranjes bei den Hengsten
Mutterstute auf dem zweiten Platz
Erste Krone für Yewel Boshoeve

Yankee Elmo flitzte allen davon
Beim Drei-Tage-Meeting wurde insgeamt
ein Umsatz von 473.093 Euro erzielt.
Den Hauptanteil schaffte dabei der
Sonntag mit 225.955 Euro. Samstag:
120.811 - Freitag: 126.327 Euro.
Gelsenkirchen (mspw) - Schon beim Warmmachen kam er daher wie ein Star, der sich den Fotografen stellt. Und dann zeigte der sechsjährige Hengst Brioni aus dem Gestüt Lasbek von Unternehmer Günter Herz (69) bei seinem Deutschland-Debüt auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn, was er für ein Kracher ist. Im Hauptrennen des Drei-Tage-Meetings, in dem fünf- bis siebenjährige deutsche Hengste am Start waren, bestätigte Brioni mit seinem schwedischen Fahrer Joakim Lövgren (43/Skurup) die Einschätzungen des Wett-Publikums. Als haushoher 12:10-Totofavorit gewann er das mit 78.050 Euro dotierte BC-Züchter-Krone-Rennen. Für Günter Herz gab es ein Preisgeld von 44.883 Euro inklusive Züchterprämie.

Der jetzt in Frankreich trainierte Lasbeker Hengst kam bei seinem 27. Start zu seinem 23. vollen Erfolg, hat nun eine Gewinnsumme von mehr als 300.000 Euro vorzuweisen. Dabei hatte der Spätstarter, inzwischen sechs Jahre alt, seine Laufbahn erst als Vierjähriger begonnen.
Die Zuschauer in Gelsenkirchen hatten Brioni schnell in Front gesehen. Aber dann bremste Joakim Lövgren das Tempo, wodurch das Rennen recht langsam wurde. Aber niemand aus dem Fahrerfeld wagte einen Vorstoß auf den Favoriten, ehe es Gerd Biendl (52/München) mit Gustav Diamant zu bunt wurde. Er kam immer näher an Brioni heran. Als auch noch Sir Karan mit Roland Hülskath (34/Mönchengladbach) gut mithielt und sich nicht abschütteln ließ, bemerkte Lövgren, dass er mit Brioni, der ein wenig nach außen lief, doch etwas mehr tun musste. Das machte er dann auch, legte in der entscheidenden Phase genügend zu und siegte leicht mit eineinhalb Längen in der durchschnittlichen Kilometerzeit von 1:15,0 Minuten.

Dann dauerte es einige Zeit, weil die Rennleitung das Geschehen auf der Zielgeraden noch einmal überprüfte. Weil Brioni nämlich nach außen gedrängt hatte, kam an der Innenkante Sir Karan auf freie Bahn und sicherte den Besitzern Ursula Augst (67/Sprockhövel) und Manfred Wulf (69/Lüdinghausen) noch das zweite Geld. Die Rennleitung sah das nicht als rennentscheidend an. Dritter wurde Gustav Diamant für die Besitzergemeinschaft Johann Holzapfel/Max Schwarz (Anzing/Langenmosen). Gerd Biendl war nicht ganz zufrieden: Ich hatte leider kein Führpferd. Der Sieger Brioni ist allerdings auch ein sehr gutes Pferd, gehört zur europäischen Spitze.

Siegfahrer Joakim Lövgren kündigte für Brioni noch weitere Starts in diesem Jahr in Frankreich an. Genauere Pläne, beispielsweise für einen Start Ende Januar im Prix d’Amerique auf der berühmten Rennbahn in Paris-Vincennes, habe man allerdings noch nicht.
Corleone kam mit Olivier Monshouwer (36/Vaterstetten) für den Stall Wieserhof von Renate Lindinger aus Aschheim auf Rang vier. Michael Schmid (42/Oberhausen) sicherte sich mit Odessa Santana für Angelika Gramüller (50/München) das letzte Preisgeld.

Ex-Derbysieger Unforgettable, inzwischen sieben Jahre, war nach einem Startfehler mit Arnold Mollema (60/Wolvega, NL) früh aus der Partie. Mollema, der nach einer Hüftoperation sein erstes Rennen seit März bestritt, meinte: Der Hengst war nach einer mehrmonatigen Pause vielleicht einen Schuss zu frisch. Ich musste ihn am Start mächtig bremsen. Dabei kam er von den Beinen, so dass wir ohne jede Chance waren.

Auch bei den fünf- bis siebenjährigen Stuten ging es im Hauptlauf um 78.050 Euro. Sie hatten sich am frühen Sonntag-Nachmittag in zwei Vorläufen für das Finale qualifizieren müssen. Donna Clara und Indira Comtessa waren als Vorlaufsieger natürlich auch für den Endlauf bei den Wettern gefragt.
Donna Clara, gezogen von der Norddeutschen Christine Frahm, bestätigte das Vertrauen, gewann mit Joakim Lövgren (drei Tagessiege am Nienhausen Busch!) für den schwedischen Besitzer Lars Larsson (Malmö) das Finale mit einer beeindruckenden Finish-Leistung.

An der Innenkante schob sich noch die 722:10-Außenseiterin Velten Moviestar mit Hans-Joachim Tipke (52/Heeslingen) für Besitzerin Sigrid Velten (Hochheim) auf den zweiten Platz vor. Das konnte Tipke zu einem Großteil auch Josef Franzl junior (38/Sauerlach) verdanken, der die Innenkante mit Indira Comtessa auf der Zielgeraden aufgemacht hatte, was Einfluss auf das Endergebnis hatte. Deswegen wurde Indira Comtesse ganz aus der Wertung genommen, verlor den vierten Platz, den sie hinter Mona Lisa As mit Cees Kamminga (45/Willemsoord, NL) ursprünglich belegt hatte. Für Aprilliebe mit Michael Nimczyk (23/Willich) und Cherry Lane As, gesteuert von Thomas Panschow (42/Bladenhorst), blieben die letzten Platzgelder.

Finca mit Riesenschritten zum klaren Sieg

Winterfavorit Super Neo wieder vorn

Gelsenkirchen (mspw) - Das sieht überhaupt nicht so schnell aus. Aber Finca hat eine Schrittlänge, das erlebt man nicht alle Tage, strahlte Michael Schmid (42/Oberhausen) nach seinem Sieg im BC-Züchter-Krone-Rennen für zweijährige Stuten (18.600 Euro) am Sonntag (8-11-09) auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn. Die Siegprämie ging an den niederländischen Stall Vibelzee von Ger Visser (50/Deventer). Als Züchter durfte sich Günter Herz (69) für sein Gestüt Lasbek freuen. Trainer ist Hugo Langeweg junior (25/Schagerbrug, NL). Das zweite Preisgeld ging durch Forever yours mit Michael Nimczyk (23/Willich) an einen finnischen Recycling-Unternehmer aus Tampere. Und auch das Geld für den dritten Rang durch Lady Maud mit Roland Hülskath (34/Mönchengladbach) wird an einen investitionsfreudigen Besitzer im Ausland, nämlich in die Niederlande, überwiesen.

Fincas Sieg, am Toto mit 17:10 belohnt, fiel überlegen mit sechs Längen aus. Die imponierende Zeit über den durchschnittlichen Kilometer betrug 1:16,0 Minuten, eine Rekordverbesserung von Finca um 2,2 Sekunden! Zwei Pferde des Gestüts Lauvenburg von Heinrich Gentz (56/Kaarst) schnappten sich die weiteren Preisgelder: Beyoncee mit Thomas Panschow (42/Bladenhorst) und Vin Race mit Benjamin Hagen (37/Berlin), beide trainiert von Gerd Holternann (53) in Bladenhorst.
Georgy Girl mit Hannu Voutilainen (52/Aschheim) war nach einem Fehler chancenlos. Kamina, eine Schwester der dreijährigen BC-Siegerin Kataja aus dem Stall von Marion Jauß (70/Neritz), lief recht ausdruckslos, wirkte noch nicht so reif und muss noch einiges lernen, um an das Leistungsvermögen ihrer berühmten Schwester heran zu kommen.

Bei den zweijährigen Hengsten, dem jüngsten Jahrgang, ging es um 23.250 Euro Gesamtdotierung. Acht deutsche Besitzer gegen Egbert Oosterhofs (50/Wolvega, NL) und seinen von Cees Kamminga (45/Willemsoord, NL) gefahrenen krassen Außenseiter Toolbox.
Wie schon im Preis des Winterfavoriten setzte sich Super Neo mit Thomas Panschow für den 67-jährigen Odenthaler Ingenieur Henno Sürder durch. Super Neo hatte schnell die Spitze genommen, wurde dann kurz von Picasso mit Michael Schmid abgelöst. Doch Panschow ließ sich auf nichts ein. Er nahm Super Neo, dessen Züchter ebenfalls Henno Sürder ist, heraus und dirigierte ihn erneut an die führende Position.

Auch einen Schlussangriff von Like that Diamant, für den Stall M.S. Diamanten von Max Schwarz (59/Langenmosen) von Gerd Biendl (52/München) gefahren, wies Super Neo ab und war im Ziel sicher mit einer Länge vor dem Biendl-Schützling. Picasso bestätigte als Dritter seine gute Vorstellung aus dem Probelauf. Toolbox wurde im Übrigen Fünfter hinter Defiant Dancer.
Kommentar von Siegfahrer Thomas Panschow: Wir waren Favorit und mussten uns das Rennen selbst machen. Im Winterfavoriten hatte ich noch eine defensivere Fahrweise ausprobiert. Super Neo hat alles ganz fein gemacht. Erstaunlich, wie gut er die lange Saison gemeistert hat. Dass er nun im nächsten Jahr zum engeren Favoritenkreis im Derby zählt, dürfte nach seinen Leistungen klar sein. Erst einmal geht es jetzt in die verdiente Winterruhe.
nach oben Gerd Biendl war mit dem zweiten Rang von Like that Diamant keineswegs unzufrieden. 600 Meter vor dem Ziel habe ich gemerkt, dass ich eine Chance haben würde. Der Hengst ist besser gegangen, als ich es eigentlich erwartet hatte.

Züchter-Kronen werden mit 570.000 Euro vergoldet
(mspw) - Es ist das Gipfeltreffen des deutschen Trabrennsports, bei dem ab Freitag drei Tage lang auf der Gelsenkirchener Rennbahn in der Breeders Crown die Züchter-Kronen vergeben werden. Deutschlands Beste treffen in Jahrgangsrennen aufeinander. Die Dotierung ist üppig. Insgesamt werden rund 570.000 Euro an Rennpreisen und Züchterprämien ausgeschüttet.


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Was ist eigentlich die Breeders Crown?
Die nach amerikanischem Vorbild auch in Deutschland eingeführte Rennserie um die BC-Züchter-Kronen findet erstmals wieder gebündelt an einem Ort statt. Auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn soll mit dieser Veranstaltung ein weiterer Schritt zur Aufwertung der Zucht unternommen werden. Startberechtigt sind nur Nachkommen von Deckhengsten, die für die Breeders Crown angemeldet wurden. Für die hohe Dotierung sorgen unterm Strich vor allem Deckhengsthalter, Züchter und Besitzer mit ihren Nominierungsgebühren. Der Rennverein in Gelsenkirchen steuert noch einmal als besonderen Anreiz 20 Prozent zu den Rennpreisen hinzu. Den Veranstalter Win Race kostet dieses Engagement damit rund 90.000 Euro zusätzlich.

Bei so lukrativen Preisgeldern verwundert es nicht, dass bis auf wenige Ausnahmen alle Spitzentraber aus ganz Deutschland anreisen. Einer der Stars ist der sechsjährige Hengst Brioni, der dem Unternehmer und Züchter Günter Herz (Gestüt Lasbek) gehört. Der in SüdSchweden bei Joakim Lövgren stationierte Hengst, der erst recht spät im Alter von vier Jahren erstmals ein Rennen bestritt und inzwischen 271.000 Euro gewann, triumphierte in 22 seiner bisher 26 Rennen, von denen er nicht ein einziges in Deutschland bestritt.

Nun gibt er am Sonntag bei den Fünf- bis Siebenjährigen sein Debüt in dem Land, in dem er auch gezogen wurde. Die Gegner sind hochkarätig. Mit Unforgettable gehört ein ehemaliger Derbysieger ebenso dazu wie der einstige Derby-Zweite Sir Karan, der freilich beim letzten Aufeinandertreffen auf der berühmten französischen Rennbahn in Paris-Vincennes gegen Brioni schon den Kürzeren zog.
Die Veranstaltungen auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn beginnen am Freitag um 18.30 Uhr, Samstag um 18.10 Uhr und Sonntag um 13.20 Uhr.



BC-Hauptläufe für Fünf- bis Siebenjährige Sonntag als Höhepunkte

Super-Brioni auch noch mit Losglück

Gelsenkirchen (mspw) - Wenn der schwedische Traber-Trainer und -Fahrer Joakim Lövgren (43/Skurup) über den sechsjährigen Hengst Brioni spricht, kommt er aus dem Schwärmen nicht mehr heraus. Brioni ist ein Profi, ein komplettes Rennpferd. Auf jeder Distanz und bei jedem Rennverlauf kann er gewinnen, lobt der Spitzen-Fahrer. Sonntag (8-11-09) können sich die Besucher der Trabrennbahn in Gelsenkirchen (elf Rennen, erster Start 13.20 Uhr) von Brionis Können überzeugen. Dann absolviert der Hengst, der Günter Herz (Gestüt Lasbek) gehört, im Hauptlauf zur Breeders Crown für Fünf- bis Siebenjährige (Dotierung: 78.050 Euro) überhaupt seinen ersten Start auf deutschem Boden.

Brioni, ein Rennpferd, das für sich einzunehmen weiß: Ein Kraftpaket, überdurchschnittlich groß und muskulös. Imposant sind auch seine Leistungen. In zweieinhalb Jahren gewann der Lövgren-Schützling in Schweden und Frankreich bei 26 Starts nicht weniger als 22 Prüfungen, platzierte sich zusätzlich zweimal im Geld. Dabei gewann Brioni Prämien in Höhe von 271.759 Euro.
Allein bei seinen letzten drei Erfolgen in Serie auf der berühmten Rennbahn in Paris-Vincennes wanderten innerhalb nur eines Monats 89.000 Euro auf das Prämien-Konto des Sechsjährigen. Nun soll die Gewinnsumme in Gelsenkirchen weiter aufgestockt werden. Bereits am Samstag wird Brioni, der zuletzt in Frankreich stationiert war, am Nienhausen Busch eintreffen. Sein Fahrer Lövgren wird von Schweden aus Sonntagmorgen mit dem Flieger nach Deutschland aufbrechen.

Die Voraussetzungen für einen Erfolg von Brioni in Gelsenkirchen sind gut. Er hat überhaupt keine Probleme, sich auf fremde Bahnen einzustellen. Zwar wird er zum ersten Mal ein Rennen auf einem Rechtskurs bestreiten. Im Training hat er jedoch schon bewiesen, dass er auch das kann, ist Lövgren optimistisch.
Und noch etwas könnte für Brioni sprechen. Bei einem Start in Jägersro Anfang März hatte sich der Hengst einen Hornspalt zugezogen. Die Verletzung zog eine Pause von mehr als vier Monaten nach sich, erinnert sich Lövgren, der seit 1998 in Skurup an der schwedischen Südküste seine eigene Trainier-Anstalt betreibt. Brioni befindet sich jetzt erst in der Saisonmitte, ist noch frisch. Das kann Sonntag ein Vorteil sein, glaubt der Schwede.

In der Karriere von Brioni war die Zwangspause in diesem Jahr die bisher einzige längere Unterbrechung wegen einer Blessur. Lövgren: Jetzt ist er wegen seiner starken Muskeln für Verletzungen wenig anfällig. Seit Ende 2006 befindet sich Brioni bei Joakim Lövgren im Training. Seine extreme Größe war anfangs ein Problem. Hinzu kam sein manchmal überschäumendes Temperament. Deshalb haben wir beschlossen, Brioni erst vierjährig - also relativ spät - für den Rennbetrieb zu qualifizieren. Seine Entwicklung war als Dreijähriger noch nicht abgeschlossen, so Lövgren, der mit Spitznamen Jocke gerufen wird.

nach oben Zu Brionis größten Erfolgen zählt der Gewinn des Europa-Championats der Fünfjährigen Mitte September 2008 im schwedischen Aby. Mittlerweile zählt Brioni zu den besten sechsjährigen Trabrennpferden Europas. Sonntag in Gelsenkirchen fordern ihn sieben Starter heraus. Darunter sind mit Corleone (Olivier Monshouwer/36/Vaterstetten), Sir Karan (Roland Hülskath/34/Mönchengladbach) und Gustav Diamant (Gerd Biendl/52/München) auch drei Pferde, die Brioni in dieser Saison schon geschlagen hat. Das Losglück, das ihm auch noch Startplatz 2 sicherte, hätten alle seine Gegner nötiger gehabt.


Samstag (7-11-09): Kataja beste dreijährige Stute in der BC

Spaziergang mit 15.000 € belohnt

Gelsenkirchen (mspw) - Ihren Sieg im Deutschen Stutenderby hat die dreijährige Kataja aus dem Besitz von Marion Jauß (70/Neritz) mit Heinz Wewering (59/Hamburg) im Breeders Crown (Züchter-Krone)-Rennen auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn beeindruckend bestätigt. Für Wewering und Kataja war es ein besserer Spaziergang gegen elf Konkurrentinnen, immerhin mit stolzen 15.085 Euro belohnt. Heinz Wewering: Ich hatte es ja angekündigt: Schon im Training hatte Kataja angezeigt, dass sie wieder die Form wie beim Stutenderby zur Verfügung hat.

Der Ex-Champion weiter: Mit Jasmina, die mit Michael Schmid Zweite wurde, und Lady Wood, von der wir noch im Derby-Vorlauf geschlagen wurden, waren starke Gegner zur Stelle. Aber wir sind wunschgemäß schnell in Führung gekommen und konnten uns das Rennen selbst machen. Unsere Rechnung ist aufgegangen. Und eine Zeit von 1:15,3 Minuten für den durchschnittlichen Kilometer läuft eine dreijährige Stute auch in Gelsenkirchen nicht alle Tage. Wewering kündigte an, dass die Saison mit dem Sieg in Gelsenkirchen beendet ist. Sie hat sich die Ruhe redlich verdient, meinte der gebürtige Münsterländer.

Michael Schmid (42/Oberhausen) hatte mit Jasmina die günstige Startnummer 1 nutzen können, wurde zwar früh von Kataja gestellt, doch konnte sich Jasmina immer in der Nähe der überlegenen Siegerin halten. Schmid nach seinem Ehrenplatz: Gegen eine Kataja in Bestform hatten wir nichts zu bestellen. Aber ich glaube, das Beste rausgeholt zu haben. Rang drei belegte Riwa mit Michael Nimczyk (23/Willich), nicht weit hinter Jasmina. Für die stark am Wettmarkt notierte Lady Wood und Peter Strooper (43/Callantsoog, NL) blieb nur der siebte Rang.

In einem BC-Entlastungslauf für fünf- bis siebenjährige Hengste und Wallache siegte der Frischling Benjamin (alte Gewinnsumme 6.150 Euro, jetzt 10.331 Euro) mit Roland Hülskath (34/Mönchengladbach) im Sulky für niederländische Farben gegen den reichen Herkules Diamant (alte Gewinnsumme 72.844 Euro) mit Gerd Biendl (52/München) im Sulky. Der Diamant führte lang, wurde aber nur Vierter und musste sich deshalb mit einer Prämie von 836 Euro zufrieden geben. Der 18:10-Favorit Isalus, von Klaus-Peter Kern (54/Gunnebo) in Schweden für den Bochumer Michael Jost (37) trainiert, kam vom Ende des Feldes spät angeflogen, war auch noch durch eine leichte Kollision im letzten Bogen behindert worden und lief noch auf Rang zwei vor Wessel Heikant mit Jesse ter Borgh (22/Amsterdam). Heinz Wewering wurde mit Don Diego disqualifiziert.

Eine Entlastung für dreijährige Hengste und Wallache sah nach der Streichung von Hoover As und Cobiro As nur sechs Pferde für die fünf Preisgelder am Start. Rund 1.000 Euro mussten nicht ausgezahlt werden, denn mit dem Derby-Sechsten Zipper Rich, I will fight for U und Heros Champ kamen nur drei Teilnehmer fehlerfrei ins Ziel. Der klare Favorit Zipper Rich siegte mit Peter J. Strooper zum Totokurs von 13:10.

Die Entlastung für fünf- bis siebenjährige Stuten brachte einen Erfolg für More Diamonds (Jesse ter Borgh), die sich trotz eines aufwändigen Rennverlaufs sicher mit einer halben Länge gegen Vanessa Boshoeve und German Love behauptete. Rang vier ging an Espania. Die Viererwette wurde nicht getroffen, so dass ein Jackpot in Höhe von 6.340 Euro bereits am Sonntag zusätzlich ausgeschüttet werden konnte.

Etwas zum Schmunzeln für Insider war der Ausgang in einer Dreijährigen-Stuten-Entlastung. Sieger wurde für den Kölner Stall Cortina von Doris Wilhelm die zuletzt deutlich gesteigerte Viva Cortina mit dem 18-jährigen Niederländer Robbin Bot (Wolvega). Der ist liiert mit Heinz Wewerings Tochter Marie Charlotte. nach obenDoch wer Wewering kennt, der weiß auch, dass er auf solche Umstände keine Rücksicht nimmt. Er wurde vor allem deswegen hinter Viva Cortina, die seiner Schwiegermutter Doris Wihelm gehört, nur Zweiter, weil er mit Delhi aus dem Stall seiner Chefin Marion Jauß nie an die Innenkante kam, viel tun musste und am Ende froh sein durfte, die lange führende Hella Hannover mit Josef Franzl junior (38/Sauerlach) noch für das zweite Geld in Schach gehalten zu haben.


Oranje-Triumph mit Burgerheide

Gelsenkirchen (mspw) - Der niederländische Fahrradhändler Meindert Terpstra (68/Noordbergum) hätte am Samstag (7-11-09) schon sehr viele Zweiräder verkaufen müssen, um 21.119 Euro zu verdienen. Sozusagen nach Geschäftsschluss gegen 21.30 Uhr konnte Terpstra exakt diesen Verdienst einstreichen. Denn im Hauptlauf um die BC-Krone der dreijährigen Hengste und Wallache auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn sorgten Terpstras Hengste Marc Burgerheide und Peter Burgerheide für einen Doppelsieg. Appie Bosscha (49/Langezwaag/NL) ist Trainer dieses Duos, das von Ruud Pools (56/Heiloo) und Thomas Kooyman (48/Limmen) auf die ersten beiden Ränge gesteuert wurde.

Terpstra, der seit über 40 Jahren Pferde besitzt, hatte noch nie einen Super-Star in seinem Stall. Diesmal sind es gleich zwei. Marc Burgerheide, Dritter im Derby, und Peter Burgerheide, Derby-Fünfter, sind deutscher Abstammung und durften deswegen auch in der Breeders Crown (Züchter-Krone) starten.
Und wie sie das taten! Mit einem Blitzantritt war Peter Burgerheide sofort nach dem Start in Front. Ruud Pools ließ den am Toto favorisierten Marc Burgerheide (17:10) vorsichtig eintreten. Pools: Ich wollte nichts riskieren. Aber schon im ersten Bogen führte er seinen Schützling zum Angriff. Burgerheide vor Burgerheide hieß es schon früh, wobei allerdings auch Zalgado Transs R mit Cees Kamminga (Willemsoord/NL), der am Samstag 45 Jahre wurde, immer an der Innenkante mitmischte.

So blieb es bis Mitte des Einlaufs, als Ruud Pools Marc Burgerheide den Hals freigab, so dass sich der Favorit sofort von der Konkurrenz absetzte und überlegen mit drei Längen siegte.
Hinter Peter Burgerheide und Zalgado Transs R kam Thomas Panschow (42/Bladenhorst) mit dem von Arnold Mollema (60/Wolvega, NL) trainierten Zanetti Djamel trotz der ungünstigen Startnummer 13 auf Rang vier, so dass am Ende gleich vier Oranjes auf den am höchsten dotierten Rängen landeten. Max Stadler (56/Frauenau), Präsident des Traber-Dachverbandes HVT, meinte: Ich freue mich, dass unsere niederländischen Freunde für ihr Investment in deutsche Trabrennpferde so reichlich belohnt werden.

Im Entlastungsrennen für dreijährige Hengste und Wallache blieb der 13:10-Favorit Salut ohne Geld. Heinz Wewering hatte unbedingt in zweiter Spur die Spitze gegen den Schnellstarter Gri Divi Crown mit dem in Schweden arbeitenden Klaus-Peter Kern (54) erreichen wollen, was nur kurzzeitig gelang, denn Gri Divi Crown zog an der Innenkante wieder an, so dass Wewering außen hängen blieb. Am Ende war Salut nur Sechster. Und auch Gri Divi Crown spürte auf den letzten entscheidenden Metern den Kraftakt gegen Salut, wurde nur Dritter. Lachender Gewinner war der gebürtige Finne Hannu Voutilainen, der nun in Bayern (Aschheim) ansässig ist. Sein Wallach Fairground kam am Start nicht sonderlich gut ab, belegte zunächst Rang sechs und musste außen gehen. Aber das machte dem Wallach überhaupt nichts aus. Im Gegenteil: Als Voutilainen ihn auf der Zielgeraden in die Entscheidung warf, entwickelte er so viele Reserven, dass er als 71:10-Überraschungssieger seinen Rekord um drei Sekunden (!) verbesserte. Drei Längen zurück wurde Tibur mit Josef Sparber (49/Taufkirchen) Zweiter.

nach oben In einer weiteren Entlastung für dreijährige Stuten setzte sich die von Josef Franzl junior (38/Sauerlach) früh an die Spitze gebrachte Lovely RD ganz sicher durch, war zum Kurs von 50:10 nie in Gefahr und blieb für Besitzerin Michaela Dürr (Denkendorf) sicher vor Uzuri mit Michael Schmid (42/Oberhausen) für Jörg Brandt (47/Scharbeutz) für dessen Erfolgsstall Stormy Horses. Norwegian Dream lief mit Roland Hülskath (34/Mönchengladbach) noch vom fünften auf den dritten Rang vor.

Breeders Crown-Hauptläufe der Vierjährigen am Freitag:

Holtermanns Love Times bestens gerüstet

Gelsenkirchen (mspw) - Bei ihrem letzten Auftritt auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen musste die Konkurrenz die Stute Love Times fast mit dem Fernglas suchen. Haushoch überlegen mit Weile gewann die von Gerd Holtermann (53/Bladenhorst) trainierte Stute einen Vorbereitungslauf zum Stuten-Grand Prix. Freitag startet Love Times am Nienhausen Busch (neun Rennen, erster Start 18.30 Uhr) mit Thomas Panschow (42/Bladenhorst) im Sulky im Hauptlauf um die Breeders Crown (Züchter-Krone) für vierjährige Stuten, dotiert mit 41.119 Euro.

Nach ihrem kürzlichen Sieg in Gelsenkirchen sollte Love Times eigentlich zunächst im Münchner Stuten-Grand Prix starten. Doch Besitzer Florian Marcussen (38), ein Geschäftsmann und Amateurfahrer aus Hamburg, war das Risiko einer Nachnennung wegen der entstehenden Kosten (rund 3.300 Euro) zu groß. Um die Nennungskosten zurückzubekommen, hätte Love Times nämlich mindestens Dritte werden müssen. Deshalb schickte Marcussen die Stute in Absprache mit Trainer Holtermann nach Schweden. Das war zwar auch teuer, kostete aber längst nicht so viel wie eine mögliche Nachnennung für das Rennen in München. Marcussen: Diese Entscheidung war genau richtig. Denn Love Times gewann mit dem schwedischen Spitzen-Fahrer Erik Adielsson (34/Malmö) im Sulky das Rennen auf der Bahn in Jägersro (Malmö) und kehrte mit 3.682 Euro Siegprämie in die Heimat zurück. Das war ein feiner Erfolg, resümierte Holtermann nach dem dritten Sieg in Serie zufrieden.

Vor dem BC-Rennen am Freitag präsentiert sich Love Times also in Top-Form. Zu Saison-Beginn hat ihr noch ein wenig die Kraft gefehlt. Deshalb haben wir ihr von Mitte Juni bis Ende August eine Pause gegönnt und das Training umgestellt, erklärt Holtermann: Jetzt hat sie an Muskelmasse zugelegt, ist für alle Distanzen bestens gerüstet.
Als Hauptkonkurrentin hat Holtermann Yewel Boshoeve mit Rekord-Champion Heinz Wewering (59/Hamburg) ausgemacht. Die von Marcel Hauber (39/Deurze, NL) vorbereitete Stute wurde bei ihren letzten drei Auftritten am Nienhausen Busch zweimal Dritte und einmal Zweite.

nach oben Wie bei den Stuten geht es auch im Hauptlauf für die vierjährigen Hengste und Wallach am Freitag um Prämien in Höhe von 41.119 Euro. Gute Chancen auf den Löwenanteil von 20.559 Euro für den Sieger hat Lets go on, der von seinem Trainer Heli Biendl (59/Ascha) gesteuert wird. An den letzten Auftritt seines Schützlings am Nienhausen Busch dürfte sich Biendl allerdings nicht so gerne erinnern. Im Großen Preis von Deutschland wurde Lets go on mit dem belgischen Hexenmeister Jos Verbeeck (52) nach einem Fehler bereits in der Startphase disqualifiziert. Die letzten Formen von Lets go on sagen überhaupt nichts über seine wahre Leistungsfähigkeit aus. Er hat im Training überzeugt, ist in sehr guter Verfassung, sagt Biendl, der sich nach seinem Gastspiel in Gelsenkirchen einer lange geplanten Hüft-Operation unterziehen wird.
Lets go on tritt unter anderem gegen Yankee Elmo (Thomas Panschow) an, den Überraschungs-Vierten aus dem Deutschland Preis. Als Mit-Favoriten gelten auch Sir Hajo (Heinz Wewering) und Winning Love mit Olivier Monshouwer (36/Vaterstetten) im Sulky.

Der -zigfache Champion hat 21 Fahrten an den drei BC-Tagen

Wewering: Das sind unsere Chancen

Gelsenkirchen (mspw) - Nicht weniger als acht Rennpferde bietet Heinz Wewering (59), Sieger in fast 16.300 Trabrennen, für seine Chefin Marion Jauß (70/Neritz) bei den Läufen um die Breeders Crown während des großen Drei-Tage-Meetings auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn auf. Für weitere 13 (!) Pferde, die nicht von ihm trainiert werden, wurde er als BC-Fahrer verpflichtet. Insgesamt 476.996 Euro werden von Freitag bis Sonntag an Rennpreisen verteilt. Wieviel geht davon an den jetzt in Hamburg lebenden Münsterländer Wewering? Hier das exclusive Wewering-Interview.

Herr Wewering, Sie rücken mit einer großen Streitmacht zur Breeders Crown an. Zuerst aber eine Frage, die zwei Pferde betrifft, die nicht mit von der Partie sind. Weswegen fehlen Ini Lou bei den vierjährigen Stuten und Baltimore As bei den zweijährigen Hengsten?
Wewering: Stuten-Derbysiegerin Ini Lou, übrigens eines der wenigen Pferde, die den letztjährigen Hengste-Derbysieger Nu Pagadi besiegt haben, kränkelte längere Zeit, hatte deswegen Ruhe. Sie befindet sich wieder im Training, ist aber noch nicht so weit für diese anspruchsvolle Prüfung in Gelsenkirchen. Baltimore As wurde nach seinem letzten Auftreten in Gelsenkirchen untersucht. Im Winterfavorit, wo er einen zweiten Platz zu Super Neo belegte, hat er sich wohl einen Chip (Anmerkung der Redaktion: leichte Knochenabsplitterung) zugezogen. Er wurde bereits operiert. Wir werden ihn erst im nächsten Jahr wieder sehen.

Und nun zu Ihren Startern aus dem Lot von Marion Jauß: Mit Kataja (Samstag) bieten Sie für die engagierte Besitzerin aus Neritz bei den dreijährigen Stuten die aktuelle Stuten-Derbysiegerin auf. Sie lief danach als 13:10-Favoritin in der Gelsenkirchener Entlastung zum St. Leger gegen starke Hengste, wurde Zweite. Wie ist die aktuelle Form?
Wewering: Wir wollen es nicht bei sechs Siegen, die ihr in acht Rennen gelungen sind, belassen. Kataja ist ein Klassepferd. Ich erwarte nach den letzten Arbeitsleistungen, dass sie im BC-Rennen genau so gut in Form ist wie beim Derby. Platzierung: 1 bis 3.

In der Entlastung der dreijährigen Stuten (Samstag) ist Delhi dabei!
Wewering: Die Startnummer 8 ist nicht ideal. Aber die Stute ist gut vorbereitet. Wir rechnen uns einiges aus. Platzierung: 1 bis 3.

Im Hauptlauf der dreijährigen Hengste und Wallache startet Samstag Wee Catch Diamond, der vorjährige Winterfavorit. Er zählte 2009 im Derby zu den Mitfavoriten, schied aber im Vorlauf aus. Wie steht es um ihn?
Wewering: Nach dem Derby haben wir ihn pausieren lassen. Er hat dann in Hamburg einen guten Probelauf hingelegt, kam danach bei seinem dritten Platz in Berlin erst spät frei. Die Form ist ansteigend. Platzierung gegen zwölf Gegner: 1 bis 5.

Im Entlastungsrennen der dreijährigen Hengste und Wallache (Samstag) spannen Sie Salut an.
Wewering: Der Wallach ist gut drauf. Er war Vierter in seinem Derby-Vorlauf, gewann dann den Trostlauf. Auch beim dritten Platz in der Entlastung zum St. Leger gefiel er mir mit Roland Hülskath im Sulky hinter Kataja durchaus. Salut hat das Zeug, weit vorne mitzumischen. Platzierung:1 bis 3.

Im Hauptlauf der zweijährigen Stuten (Sonntag) sind Sie mit Kamina (Startnummer 8) vertreten!
Wewering: Sie hat noch kein richtiges Rennen im Bauch. Aber ihr Probelauf in Hamburg war gut. Platzierung: 1 bis 4.

Im Entlastungslauf der zweijährigen Stuten (Sonntag) sind Sie mit Irancy, die Gerd Biendl fährt, und mit Indikid dabei.
nach oben Wewering: Irancy war in Berlin hinter dem Auto noch recht nervös. Aber sie überzeugt in der Arbeit. Platzierung: 1 bis 4. Indikid hat gut gearbeitet. Sie zeigte sich bei ihrem Erstauftritt in Berlin als Dritte gut an. Es ist alles in Ordnung mit ihr. Platzierung: 1 bis 3.

Sonntag sitzen Sie im Sulky hinter Why Not As im Entlastungsrennen der fünf- bis siebenjährigen Hengste. Wie ist der Gewinner von mehr als 160.000 Euro drauf?
Wewering: Sein Probelauf in Hamburg in einer 18er-Zeit war beeindruckend. Er lief sehr flüssig. Ich bin optimistisch. Bei Startnummer 6 muss man abwarten, wie sich das Rennen entwickelt. Platzierung: 1 bis 2.

Ursula Augst (Mitbesitzerin von Sir Karan) im Interview vor dem BC-Start:

Dritte Krone wäre die Krönung

Gelsenkirchen (mspw) - Zwei Kronen hat er schon. Und Sonntag, 8. November, könnte auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen beim Lauf um die BC (Breeders Crown)-Züchter-Krone für Fünf- bis Siebenjährige die dritte Krone hinzukommen. Der Spitzen-Traber Sir Karan aus dem Besitz von Ursula Augst (67/Sprockhövel) und Manfred Wulf (69/Lüdinghausen) siegte bereits bei den BC-Läufen für Drei- und Vierjährige. Im vergangenen Jahr verpasste der sechsjährige Hengst dann den Hattrick nur knapp, musste sich im Endlauf nur Orso November geschlagen geben. Nun gibt es während des Gelsenkirchener Drei-Tage-Meetings (6. bis 8. November) einen neuen Anlauf. Mit einem Erfolg würde der Sir seine stattliche Gewinnsumme von 328.476 Euro weiter in die Höhe schrauben. Wir sprachen mit Mit-Besitzerin Ursula Augst über die Chancen von Sir Karan.

Hallo Frau Augst! Sir Karan kann am Nienhausen Busch bereits seine dritte Krone gewinnen. Welche Bedeutung hat die BC-Züchter-Krone?
Augst: Die BC-Züchter-Krone ist ein Höhepunkt der Saison. Wir haben Sir Karan gezielt auf dieses Rennen vorbereitet und die Starts so ausgewählt, dass er genügend Pause bekommt. Die Prüfung am 8. November wird noch einmal dadurch aufgewertet, dass nun erstmals die Fünf- bis Siebenjährigen gegeneinander um die Krone kämpfen werden.

Wie schätzen Sie die Chancen von Sir Karan ein?
Augst: Schon im letzten Jahr war Sir Karan als Fünfjähriger ganz dicht dran, das Rennen zu gewinnen. Ohne eine Behinderung hätte es wohl gereicht. Nach einer Phase in diesem Sommer, als Sir Karan nicht ganz so gut drauf war, ist er jetzt wieder voll da und hat sehr gut trainiert. Ein Platz unter den ersten Drei sollte möglich sein. Das ist unser Ziel. Aber ich sage immer, dass jedes Rennen erst einmal gelaufen werden muss. Es gibt schließlich so viele Unwägbarkeiten, die den Ausgang beeinflussen können. Andererseits: Die dritte Krone wäre natürlich die Krönung für ein außergewöhnliches Rennpferd.

Steht der Fahrer schon fest?
Augst: Roland Hülskath wird Sir Karan steuern. Er hat seine Aufgabe bei den letzten Auftritten sehr gut gemacht.

Die Krone für Zweijährige konnte Sir Karan nicht gewinnen. Er ist erst als Dreijähriger in das Renngeschehen eingestiegen. Was war der Grund für diese Entscheidung?
Augst: Er war noch nicht fertig und befand sich im Wachstum. Sir Karan hätte wohl die Form gehabt, um in der BC-Züchter-Krone für Zweijährige zu starten. Aber man muss bei so jungen Pferden sehr aufpassen, um das Pferd nicht kaputt zu machen. Deshalb hatten wir uns dafür entschieden, Sir Karan erst dreijährig in Rennen starten zu lassen. Im Nachhinein war das die richtige Entscheidung.

In Frankreich hat Sir Karan in dieser Saison mit einigen beachtlichen Platzierungen geglänzt. Nur ein Sieg im Nachbarland wollte nicht gelingen.
Augst: In Frankreich Rennen zu gewinnen, ist sehr schwer. Es muss alles stimmen, die winzigsten Kleinigkeiten entscheiden über Sieg oder Niederlage. Wir waren mit seinen Leistungen dennoch zufrieden.

Ist die BC-Züchter-Krone der Saison-Abschluss für Sir Karan?
nach oben Augst: Stand jetzt ist: Nach dem Auftritt in Gelsenkirchen ist kein Start mehr geplant. Wir möchten das Rennen erst abwarten. Danach hängt es auch vom Wetter ab, ob wir mit ihm noch einmal ins Ausland gehen. Liegt Schnee oder ist es glatt, wäre ein Transport zu gefährlich.

Ein Blick in die Zukunft: Wie geht es für Sir Karan weiter?
Augst: Wir werden ihm zwischenzeitlich zwei bis drei Monate Ruhe gönnen. Das hat Sir Karan sich verdient. Im nächsten Jahr wird er weiter an den Start gehen. Die Voraussetzung ist natürlich, dass er gesund bleibt.

Heinz the Champ: Zu 70 Prozent im Geld

Gelsenkirchen (mspw) - Er war 29 Mal in Serie Deutscher Meister der Trabrennfahrer, hat fast 16.300 Siege im Sulky vorzuweisen. Heinz Wewering (59/Hamburg) ist immer noch Deutschlands bester Trabrennfahrer aller Zeiten, auch wenn er in der aktuellen Statistik hinter Michael Nimczyk (23/Willich) und Roland Hülskath (34/Mönchengladbach) nur Rang drei belegt. Am kommenden Wochenende allerdings will der Altmeister wieder einmal groß auftrumpfen. Beim Gelsenkirchener Drei-Tage-Meeting um die Breeders Crown steigt er in mehr als 20 Rennen in den Sulky.

Es ist zu erwarten, dass der gebürtige Münsterländer der jungen Fahrergarde wieder enger auf den Pelz rückt, denn Wewering reist mit einem Großaufgebot von acht Rennpferden an, die seiner Chefin Marion Jauß (70) aus Neritz gehören. Jauß, die jahrelang selbst als Amateurfahrerin mit mehr als 1.500 Siegen erfolgreich war und für die auch Springreiter Christian Ahlmann (34/Marl) Geldschränke wie den Schimmel Cöster über den Parcours schickt, führt nur allerbeste Ware in ihrem Rennstall.

Seit knapp zwei Jahren hat sie Heinz Wewering als Privattrainer unter Vertrag. Der Ex-Champion hatte in Zeiten seiner Selbstständigkeit nicht rechtzeitig erkannt, dass der Pferdemarkt in eine Krise geraten war. Hinzu kam, dass sich der Dauer-Champion zu viele eigene Pferde leistete, auf denen er sitzen blieb, als die Nachfrage, auch wegen der rückläufigen Geldpreise in den Rennen, rapide nachließ.

Wewering wanderte für eineinhalb Jahre nach Italien aus. Doch ohne die lange gewohnten Einnahmen aus dem Pferdehandel trat bei ihm keine Trendwende zum einstigen Erfolg ein.
Jetzt ist er Angestellter, fährt vornehmlich für Chefin Jauß, steigt statt wie früher bei mehr als 1.000 Rennen pro Jahr nur noch knapp 400 Mal in den Sulky. Wer freilich genauer hinschaut, der erkennt, dass Wewering trotz gerade einmal gut 100 Siegen in dieser Saison noch recht erfolgreich ist. Mehr als eine Viertelmillion Euro an Preisgeldern stehen in der Jahresbilanz zu Buche. Bei mehr als 70 Prozent (!) seiner Einsätze kehrte er mit einem Preisgeld aus den Rennen zurück.

nach obenNun greift er ab Freitag in Gelsenkirchen an. Dort werden an drei Tagen mehr als 570.000 Euro ausgeschüttet. Und diesmal setzt nicht nur Marion Jauß auf die Fahrkünste von Heinz Wewering. Nicht weniger als 13 Traber wurden ihm nämlich auch von fremden Besitzern und Trainern anvertraut. Heinz the Champ, wie ihn seine Fans nennen, ist auch mit knapp 60 Jahren zur Zeit wieder richtig in.

Hajo Tipke: Der Mann für Velten-Pferde

Gelsenkirchen (mspw) - Ziemlich genau in der Mitte zwischen Hamburg und Bremen liegt die 4.500 Einwohner-Gemeinde Heeslingen. Dort hat sich Traber-Trainer und Fahrer Hans Joachim Tipke (52) im Ortsteil Steddorf eine Trainier-Anstalt aufgebaut. Am Samstag wird er sich mit vier Pferden auf den rund 300 Kilometer langen Weg nach Gelsenkirchen machen, wo von Freitag bis Sonntag die Rennen um die Breeders Crown auf dem Programm stehen. Große Hoffnungen gelten vor allem dem Start von Velten Versace am Samstag im mit 30.170 Euro dotierten BC-Hauptlauf für dreijährige Stuten.

Velten Versace stammt aus dem Besitz von Sigrid Velten (Hochheim) und Bernie Johnston (53), einem ehemaligen Eishockey-Trainer, Spieler und Manager. Seit einigen Jahren lassen sie ihre Pferde von Tipke, der seine Karriere einst als Amateurfaher begonnen hatte, auf die Rennen vorbereiten. Der Kontakt kam über Pfleger Benjamin Lauschke (31) zu Stande. Er ist zu Hans Joachim Tipke gewechselt und wollte sein Lieblings-Pferd Velten Versace unbedingt mitnehmen. Wir haben zugestimmt, waren zufrieden und so hat sich die Zusammenarbeit intensiviert, erinnert sich Sigrid Velten noch ganz genau. An Hans Joachim Tipke schätze ich besonders, dass ihn nichts aus der Ruhe bringen kann.
Genau diese Charakter-Eigenschaft war anfangs bei der Arbeit mit Velten Versace gefragt, die in ihrer noch jungen Karriere schon 12.237 Euro gewonnen hat. Sie ist im Stall manchmal eine Zicke, hat ihren eigenen Kopf, weiß Sigrid Velten.
Im Rennen ist davon nicht so viel zu sehen. Nur zwei Disqualifikationen bei zwölf Starts sind ein Beleg dafür. Velten Versace ist sehr trabsicher und vor allem im Endspurt stark. Sie ist auf der Zielgeraden in der Lage, das Feld von hinten aufzurollen, erklärt Tipke, der mit seiner Frau Reni auf dem Hof in Steddorf wohnt.

Vor der Konkurrenz am Samstag am Nienhausen Busch hat Tipke gehörigen Respekt: Mit Kataja, Lady Wood und Jasmina sind einige Brocken dabei. Dennoch sind wir alles andere als chancenlos. Gleiches dürfte auch für Tipkes Start mit den Velten-Pferden Velten Brown Sugar im Entlastungslauf für fünf- bis siebenjährige Stuten (6.690 Euro) am Samstag und Velten Moviestar im Vorlauf für fünf- bis siebenjährige Stuten am Sonntag gelten. In einem Entlastungslauf für die älteren Stuten steuert Tipke Flying Cloud aus eigenem Besitz.

Im Hauptlauf für dreijährige Hengste und Wallache hat ein Fahrrad-Händler am Samstag gleich zwei heiße Eisen im Feuer. Besitzer Meindert Terpstra (68) aus Noord Bergum im niederländischen Friesland bietet die Derby-Teilnehmer Marc Burgerheide mit Ruud Pools (56/Heiloo, NL) und Peter Burgerheide mit Tom Kooyman (48/Limmen, NL) auf. Trainiert werden die beiden Hengste, die in Gelsenkirchen zum Favoritenkreis zählen, von Appie Bosscha (48/Langezwaag, NL). Besonders der Derby-Dritte Marc Burgerheide dürfte in Abwesenheit von Derby-Sieger Zar As und des dort zweitplatzierten Karaburan gute Chancen haben, die Krone zu gewinnen.

nach obenDie Burgerheides treffen unter anderem auf Wee Catch Diamond aus dem Besitz von Marion Jauß (70/Neritz). Der von Rekord-Champion Heinz Wewering (59/Hamburg) trainierte und gesteuerte Hengst verpasste als Vorlauf-Fünfter überraschend den Derby-Endlauf. Seine Formkurve zeigte zuletzt aber wieder deutlich nach oben, ist Wewering optimistisch.
Als Serien-Sieger kommt Kir Royal Diamant (Gerd Biendl/52/München) an den Nienhausen Busch. Der Hengst war nach seiner Disqualifikation im Derby-Vorlauf viermal in Folge nicht zu schlagen.

Kein Zahnweh mehr: Nun will

es Georgies Boy allen zeigen

Gelsenkirchen (mspw) - Der Gelsenkirchener Steuerberater Gregor Baumeister (65) hat zwei große Leidenschaften: Den Fußball und den Trabrennsport. Zwölf Jahre (bis 1995) war er Präsident des aktuellen Landesligisten SSV Buer, ist dem Verein als Sponsor auch heute noch verbunden. An diesem Wochenende gilt Baumeisters volle Aufmerksamkeit aber seinen Pferden. Besonders von Georgies Boy, einem zweijährigen Hengst, erhofft sich der ehemalige Amateurfahrer am Sonntag im Breeders Crown-Hauptlauf für zweijährige Hengst und Wallache (23.250 Euro) auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen (elf Rennen, erster Start 13.20 Uhr) einiges.

Baumeister ist vom Leistungsvermögen seines Hengstes, den er selbst gezogen hat, fest überzeugt. Das wird ein Riese, sagt Baumeister. Er hat eine enorme Grund-Schnelligkeit, ist ein Dauerläufer, mit dem im Training selbst ältere Pferde nicht mithalten können. Nur im Rennen konnte Georgies Boy sein Potenzial noch nicht so richtig zeigen.
Nach sieben Starts in dieser Saison stehen für Georgies Boy drei Platzierungen zu Buche. Dreimal wurde er bei seinen jüngsten vier Auftritten disqualifiziert. Da war eine Menge Pech im Spiel, erinnert sich Baumeister: Hinzu kamen eine Pilzerkrankung und Zahnprobleme, die wir jetzt aber in den Griff bekommen haben.

Mit acht Gegnern bekommt es Georgies Boy, der von Gerhard Steinhaus (44/Recklinghausen) gesteuert wird, zu tun. Darunter sind der Winterfavorit Super Neo (Thomas Panschow/42/Bladenhorst) und Jugend-Preis-Sieger Gilbert Becaud (Jochen Holzschuh/34/Mönchengladbach). Diese Pferde landeten in diesem Jahr meistens vor Georgies Boy. Immerhin: Bei seinem vierten Platz Ende Juli in Berlin-Mariendorf und bei seinem dritten Platz Anfang August in Mönchengladbach hatte der Baumeister-Hengst jeweils gegenüber Gilbert Becaud die Nase vorn. Baumeister: Alles ist möglich.

Seit 1977 engagiert sich Baumeister im Trabrennsport. Mit dem Jährling Georgies King und dem Fohlen Georgies Girl steht schon die nächste Baumeister-Generation in den Startlöchern. Ich merke, dass es mit dem Sport wieder bergauf geht. Mit dem Vermarkter Win Race und Max Stadler an der Spitze des Dach-Verbandes HVT sind kompetente Leute am Werk, lobt Baumeister: Deshalb werde ich auch in den kommenden Jahren weiter Pferde züchten.

Ebenfalls am Sonntag findet der BC-Hauptlauf für zweijährige Stuten (18.600 Euro) statt. Als Favoritin gilt die von Hugo Langeweg jr. (25/Schagerbrug, NL) vorbereitete Finca, die von Michael Schmid (42/Oberhausen) gesteuert wird. Finca, die dem Stall Vibelzee von Ger Visser (50/Deventer) gehört, war zuletzt im Entlastungsrennen zum Preis des Winterfavoriten am 18. Oktober in Gelsenkirchen erfolgreich, kommt als frische Siegerin an den Ablauf.

nach oben Gregor Baumeister hat bereits am Samstag mit Noble Star noch eine weitere Chance, in einem hoch dotierten Breeders Crown-Rennen am Nienhausen Busch mitzumischen. Bemerkenswert: Noble Star stammt quasi von der Reste-Rampe. Vier Jährlinge hatte Leo Beckmann (78), ein in Alt-Marl ansässiger Züchter von Trabrennpferden, einst zum Verkauf angeboten. Drei gingen sofort weg. Übrig blieb eine Jährlings-Stute namens Noble Star. Gregor Baumeister beobachtete die Stute auf der Weide, sah ein herrliches Geläuf, das auf viel Talent schließen ließ. Er kaufte die Stute zum Schnäppchen-Preis. Samstag trifft Noble Star, die inzwischen 8.529 Euro gewonnen hat, im Hauptlauf der dreijährigen Stuten (30.170 Euro) auf elf Gegnerinnen.


Was ist eigentlich die Breeders Crown?

Gelsenkirchen (mspw) - Die Rennen um die Breeders Crown (Züchter-Kronen), die bei einem Drei-Tage-Meeting vom 6. bis 8. November auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn vergeben werden, sind zeitgenau eingeteilt. Freitags (Beginn 18.00 Uhr) finden die Hauptläufe der Vierjährigen statt, samstags ab 18.00 Uhr werden die Hauptläufe der Dreijährigen entschieden, sonntags ab 13.00 Uhr die Hauptläufe der Zweijährigen sowie der Fünf- bis Siebenjährigen.
In den Rennen um die Züchter-Kronen sollen jeweils die besten Pferde ihres Jahrgangs auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn an den Start kommen.

Einem breiten deutschen Publikum ist der Begriff Breeders Crown noch immer nicht leicht zu vermitteln. Er hat Tradition vor allem in den USA. Dort wird der Breeders Cup der Galopper am 6./7. November auf einer der führenden Bahnen ausgerichtet, und zwar seit 1984. Diesmal geht die Veranstaltung, wie im Vorjahr, auf der Oak Tree-Piste im Santa Anita Park (Arcadia/Kalifornien) über die Bühne. Breeders Cup ist ein Überbegriff für 14 Rennen in denen es um 25,5 Millionen US-Dollar geht. Das hochkarätigste Rennen ist der Breeders Cup Classic für Dreijährige.

Bei den Trabern gibt es, ebenfalls seit 1984, die Breeders Crown, Parallelveranstaltungen für Traber und Pacer. 2009 fanden sie am 21. August in The Meadowlands (New York City) für Dreijährige und ältere Pferde statt. Am 24. Oktober ist die Breeders Crown in Woodbine (Kanada) für Zwei- und Dreijährige, getrennt nach Geschlechtern und für Pacer sowie Traber, zu Gast.
1995 wurde auch bei den Trabern in Deutschland die Breeders Crown (Deutsch: Züchter-Krone) begründet. 1998 wurden die ersten Rennen gelaufen, und zwar für Zweijährige. Ab 2001 konnte die Rennserie dann für alle vorgesehenen Jahrgänge – von den Zwei- bis Siebenjährigen – veranstaltet werden. Derby, Großer Preis von Deutschland und Breeders Crown Kurzform BC“, werden vom Dachverband HVT als Höhepunkte der Saison eingestuft.

BC-Rennen sind Vergleichsrennen für inländische Pferde, die speziell für die BC angemeldet werden mussten. Das geht nur für Fohlen, deren Väter bereits als Deckhengste für die BC nominiert wurden. Die BC-Rennen werden für zwei-, drei- und vierjährige sowie für fünf- bis siebenjährige Traber getrennt nach Jahrgang und Geschlecht veranstaltet. Hengsthalter, Züchter und Besitzer zahlen Gebühren und Einsätze, der jeweilige Rennveranstalter trägt einen Eigenanteil bei. Daraus ergibt sich die Dotierung der BC-Rennen nach einem festgelegten Schlüssel.

Die BC der Traber in Deutschland ist also eine Rennserie, in die man sich einkaufen muss, um daran teilnehmen zu können. Das Attribut genannt für die BC ist inzwischen ein wichtiges Prädikat beim An- und Verkauf von Trabrennpferden. Letztlich soll die BC zu einer Aufwertung der Zucht führen. Für die besten Deckhengste ist die BC eine Leistungsplattform, über die der Markt angekurbelt werden soll. Rennveranstalter und Wettvermarkter Win Race fördert die BC unter anderem durch die Erstattung der jeweils ersten Einsätze für die BC-Anmeldung durch die Besitzer.

Freitag-Sensation: Eine Mutterstute erobert den zweiten Platz

Erste Krone für Juwel Yewel Boshoeve

Gelsenkirchen (mspw/p-e) - Er kam, sah und siegte. Ex-Dauerchampion Heinz Wewering (59/Hamburg) setzte sich am ersten Tag des Breeders Crown-Meetings (Freitag, 06.11.09) auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn schon in der ersten Entscheidung um die Züchter-Kronen selbst wieder die Fahrer-Krone auf. Überlegen mit fünf Längen steuerte der Sieger in fast 16.300 Rennen im Hauptlauf der vierjährigen Stuten den niederländischen Gast Yewel Boshoeve zu einem beeindruckenden Erfolg. Prämie für Besitzer und Züchter Wiebe D. Landman (64/St. Nicolaasga, NL): 20.559 Euro!

Landman und Trainer Marcel Hauber (39/Deurze/NL) hatten den richtigen Riecher, als sie den erfahrenen Wewering für die Fahrt mit Yewel Boshoeve verpflichteten. Wewering nach dem souveränen Sieg: Vorne ging es zunächst sehr schnell los. Ich konnte mir das Ganze in Ruhe von hinten anschauen. Im letzten Bogen habe ich dann gespürt, dass ich eine gute Chance haben würde. Am Ende war es recht leicht. Denn Yewel Boshoeve, deren Mutter ich schon gefahren habe, hat einen guten Speed in die Wiege gelegt bekommen. Ich freue mich auch für den sehr engagierten Züchter und Besitzer Wiebe Landman, der für seine langjährigen Bemühungen hier belohnt worden ist.

Auf Rang zwei kam mit einer großartigen Schlussleistung Noxean Com mit dem Recklinghäuser Andor Schute (41) im Sulky für den Waltroper Besitzer Hubert Beckmann. Und das war die Sensation: Denn Noxean Com ist schon Mutterstute. Sie hat nach einem unbeobachteten Seitensprung auf der Weide im Frühjahr ein Fohlen geboren. Yasmine Boshoeve, ebenfalls im Besitz von Sieg-Eigner Wiebe Landman, kam mit Roland Hülskath (34/Mönchengladbach) auf Rang drei. Ich wollte mich eigentlich früh an die favorisierte Love Times dranhängen, verriet Hülskath. Aber dann kam Aida mit Michael Schmid dazwischen, so dass sich ein anderer Rennverlauf entwickelte. Und bei einem Blick ins Programmheft, das 6.168 Euro für Rang drei auswies, meinte Hülskath: Da darf man wirklich nicht meckern.
Abgeschlagen als Fünfte hinter Jamilah Diamant mit Georg Frick (45/Hohenlinden) kam Love Times mit Thomas Panschow (42/Bladenhorst) ins Ziel. Love Times hatte im Kampf um die Führung gegen Aida viel tun müssen. Am Ende fehlten die Reserven.

Die spektakulärste Personalie war schon vor dem ersten Rennen zu melden: Der vielfache bayerische Champion Heli Biendl (59/Ascha) musste nach einem Fahrversuch sämtliche Fahrten für das Drei-Tage-Meeting absagen. Es ging einfach nicht. Meine Hüfte, an der ich in der nächsten Woche operiert werde, schmerzte zu sehr. Ich habe alles versucht. Aber es war einfach nicht möglich, auch nur ein einziges Rennen zu fahren.
Eiligst wurde Michael Schmid (42/Oberhausen), der eigentlich - überraschend für einen der besten deutschen Fahrer - zum Auftakt dienstfrei hatte, benachrichtigt. Er traf um 18.30 Uhr, als das erste Rennen schon lief, in der Meldestelle ein und erklärte sich bereit, für Heli Biendl einzuspringen. Beide hatten freilich schon am Vortag Kontakt, so dass sich Schmid schon auf Abruf bereit gehalten hatte, um Heli Biendl im Notfall vertreten zu können.

Nicht engagiert war Heli Biendl im ersten Rennen, einem Entlastungslauf zur BC-Züchter-Krone für fünf- bis siebenjährige Hengste und Wallache. Dafür war Helis Bruder Gerd (52/München) mit dem 19:10-Favoriten Schalom dabei. Doch der wurde nur Zweiter hinter dem 176:10-Außenseiter German Gigolo, der sich mit Matthias W. Schambeck (33/Wallersdorf) für den Stall Germania von Hermann Lehner (55), der ein Inkassobüro betreibt, nach Kampf mit einem kurzen Kopf durchsetzte. Der als Dritter eingekommene Wyard Beuckenswyk wurde von der Rennleitung aus der Wertung genommen. Begründung: Fahrspurveränderung zu Beginn des Einlaufs mit Auswirkung auf den Rennverlauf. Tino Triossi mit Roland Hülskath war nach Auffassung der Stewards bei der Aktion behindert worden. So rückte Winnetou Boshoeve (Benjamin Hagen/37/Berlin) auf Rang drei vor.

Das BC-Entlastungsrennen für vierjährige Hengste und Wallache wurde danach zu einer Triumphfahrt von Medhufushi, der mit Michael Schmid im Sulky für Petra Biendl bereits zum zehnten (!) Sieg in Serie kam. Der Totokurs für den siegreichen Wallach betrug 18:10. Schmid: Trainer Heli Biendl hatte mir gesagt, dass Medhufushi in Führung etwas phegmatisch wird und dass man ihn immer bei Laune halten muss. Genau das habe ich getan.
nach oben Mit riesigem Speed kam der aus Schweden angereiste Mister Giant auf Rang zwei vor Louis Vuitton, den Robbin Bot (18/Wolvega/NL) für Marie Charlotte und Sonja Wewering (Seppenrade) an der Innenseite immer wieder motivieren konnte. Johnny Be Good kam bei einem Angriff auf den späteren Sieger 200 Meter vor dem Ziel mit Gerd Biendl aus dem Takt und kam als zweites Pferd im Galopp über die Ziellinie.

Yankee Elmo flitzte allen davon

Gelsenkirchen (mspw) - Yankee Elmo gewinnt, hatte der gebürtige Gelsenkirchener Thomas Panschow (42/Bladenhorst) vor dem Hauptlauf um die BC-Züchter-Krone für vierjährige Hengste und Wallache Freitag auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn optimistisch angekündigt. Es kam genau so, wie es Panschow prophezeit hatte. Yankee Elmo siegte Start/Ziel mit zwei Längen Vorsprung und verdiente dem niederländischen Immobilien-Kaufmann Jacob Elzinga (59/Peize) stolze 20.559 Euro. Yankee Elmos Erfolg ist auch ein Verdienst des niederländischen Trainers Arnold Mollema (60/Wolvega), der den Hengst vorbereitet.

Mit mächtigem Antritt hatte Yankee Elmo gleich nach dem Start die Spitze genommen. Dahinter sah man Sir Louis mit Peter J. Strooper (42/Callantsoog, NL) und Sir Hajo, dem Heinz Wewering (59/Hamburg) schon früh unbedingt eine gute Ausgangsposition sichern wollte. Ich musste aber auf den ersten 300 Metern einiges tun, um mein Vorhaben in die Tat umzusetzen, sagte Wewering. Vielleicht war das der Tick, der uns am Ende fehlte, um noch weiter vorne zu landen.
Die Partie war im Grunde genommen schon nach 300 Metern entschieden, denn an der Platzierung auf den ersten drei Rängen änderte sich nichts mehr: Yankee Elmo vor Sir Louis und Sir Hajo.
Thomas Panschow strahlte: Entscheidend war sicher, dass ich gleich nach vorne gekommen bin und dort das Tempo bestimmen konnte. Yankee Elmo ist bestens in Schuss, war letztlich ein souveräner Sieger. Denn die Konkurrenz kam nie entscheidend näher.
Für Panschow war der Sieg immerhin ein Trost dafür, dass bei den vierjährigen Stuten die von ihm pilotierte Love Times im Hauptlauf nur enttäuschende Fünfte geworden war. So ist nun mal Rennsport. Mal läuft es gut, mal ist man enttäuscht.

Eine faustdicke Überraschung hatte es zuvor in der Entlastung des BC-Züchter-Krone-Rennens für vierjährige Stuten gegeben. Ein Amateurfahrer zeigte den Profis, was eine Harke ist. Michael Gutsche (54/Oberhausen), Besitzer des Stalles Top Point, steuerte seine Stute Miss Jilli, die trotz der drei Siege in den letzten vier Rennen am Toto arg vernachlässigt wurde (Kurs 138:10) zu einem jederzeit ungefährdeten Start/Ziel-Sieg.

Gutsche: Ich hatte nicht damit gerechnet, dass ich in Front kommen würde. Miss Jilli, die wegen ihrer Launenhaftigkeit im Stall etwas umstritten ist, zog aber immer wieder gut durch. Da habe ich mich entschlossen, vorne weiter Tempo zu machen. Zu Beginn der Zielgeraden führte Miss Jilli immer noch mit zwei Längen, wurde auch auf den letzten 300 Metern nicht kürzer und kam für den Sieg überhaupt nicht mehr in Gefahr.
Zweite wurde Mary Poppins mit Michael Nimczyk (23/Willich). Dessen Kommentar: Wichtig war vor allem, dass die Stute von Karin Kauczinski aus Gladbeck diesmal fehlerlos lief. Es gab eine Phase, als sie etwas nachließ. Aber sie hat sich schnell wieder berappelt und lieferte eine sehr ordentliche Vorstellung ab.
nach oben Nicht zufrieden mit dem Rennverlauf war Heinz Wewering, der für Manfred Schub (46/Straubing) mit Guidance Dritter wurde. Wewering: Wir mussten sehr viel außen herum laufen. Ich bekam einfach keine bessere Position, sonst wären wir wohl weiter vorne gewesen. Für die 20:10-Totofavoritin Just Magic Diamant und Gerd Biendl (52/München) reichte es nur zu Rang vier. Weiter vorne war die Stute nie zu sehen.
Samstag, 7. November
3-jährige Hengste/Wallache - Hauptlauf (30.170 Euro)
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3-jährige Stuten - Hauptlauf (30.170 Euro)
5 bis 7 jährige Hengste/Wallache Entlastung 2 (8.362 Euro)
5 bis 7 jährige Hengste/Wallache Entlastung 3 (8.362 Euro)
5 bis 7 jährige Hengste/Wallache Entlastung 4 (8.362 Euro)
3-jährige Hengst/Wallache - Entlastung 1 (6.465 Euro)
3-jährige Hengste/Wallache - Entlastung 2 (6.465 Euro)
3-jährige Stuten Entlastung 1 (6.465 Euro)
3-jährige Stuten - Entlastung 2 (6.465 Euro)
5 bis 7 jährige Stuten Entlastung 1 (6.690 Euro)

Sonntag, 8. November
2-jährige Stuten - Hauptlauf (18.600 Euro)
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2-jährige Hengste/Wallache - Hauptlauf (23.250 Euro)
5 bis 7-Jährige Hengste/Wallache -Hauptlauf (78.050 Euro)
5 bis 7 jährige Stuten – 1. Vorlauf (6.690 Euro)
5 bis 7 jährige Stuten – 2. Vorlauf (6.690 Euro)
2-jährige Stuten - Entlastung (4.650 Euro)
5 bis 7 jährige Stuten Entlastung 2 (6.690 Euro)
5 bis 7 jährige Stuten Entlastung 3 (6.690 Euro)


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