Schmid mit Doppel-Triumph am Samstag   Zweite Krone für Finca   Heros war der überlegene Held   Erste Krone für Parisienne Blue   Nu Pagadi kehrt nach 385 Tagen zurück  Frühreifes Mädchen Noxean Com   Marisa Bock mit sieglosem Picasso   Almasi soll zum Sieg stürmen   Der jüngste Jahrgang  Starterlisten der Zweijährigen / der Dreijährigen / der Vierjährigen / der Fünf- bis Siebenjährigen     Vorbericht zum Freitag   Weite Reise für Heros   Was ist eigentlich die Breeders Crown?   Das Meeting 2009       

Superstar Nu Pagadi nicht zu stoppen:

Startet er jetzt noch im Prix d’Amerique?

Gelsenkirchen (mspw) - Nach dem grandiosen Erfolg von Nu Pagadi strahlte Detlef Tappe, der Besitzer des Hengstes der europäischen Spitzenklasse: Es ist ein Traum. Er wird von Rennen zu Rennen besser. Fahrer Adielsson meinte: Nu Pagadi hat einen Renn-Kopf, erfüllt die Aufgaben, die er gestellt bekommt, zu 100 Prozent. Ich kenne den Hengst mittlerweile aus dem Effeff. Das war gerade in der schwierigen Start-Phase ganz wichtig.
Ob Nu Pagadi nun demnächst in der Winter-Saison in Frankreich angreifen und den Prix d’Amerique am letzten Januar-Sonntag in Paris-Vincennes ins Visier nehmen wird, ließ Tappe noch offen: Das muss Trainer Stig Johansson entscheiden. Dass Erik Adielsson dem deutschen Hengst durchaus zutraut, auch in Zukunft auf internationalem Parkett eine wichtige Rolle zu spielen, ließ er aber schon durchblicken: Nu Pagadi kann noch mehr.
Rang zwei am Nienhausen Busch hinter dem überlegenen Favoriten ging an den 166:10-Außenseiter Bagley, gesteuert von Heinz Wewering (60/Berlin) für den Stall Adamas von Thomas und Dagmar Bosner aus Bargteheide. Die ehemalige Amateur-Championesse Marie Lindinger (31/Aschheim) landete mit dem lange führenden Corleone, der sich im Familien-Besitz befindet, auf Platz drei.
Vierter wurde Sir Karan, der mit Roland Hülskath (35/Mönchengladbach) im Sulky die letzte Chance auf seine dritte Krone nicht nutzen konnte. Im Jahr 2006 gewann der Sir aus dem Besitz von Ursula Augst (Sprockhövel) die Breeders Crown für Dreijährige, ein Jahr später für Vierjährige. Danach belegte Sir Karan zweimal in Folge Rang zwei. In der kommenden Saison ist der dann Achtjährige nicht mehr startberechtigt.

Einen Favoriten-Sieg gab es auch im Hauptlauf für die älteren Stuten. Noxean Com, am Toto 22:10 gewettet, siegte für den Waltroper Hubert Beckmann (59). Andor Schute (42/Recklinghausen) steuerte die Stute beim neunten Saison-Start zum siebten Erfolg. Unter anderem hatte Noxean Com in dieser Saison bereits den Stuten-Pokal an gleicher Stelle für sich entschieden. Ihre Gewinnsumme schraubte die Beckmann-Stute durch den BC-Sieg auf einen Schlag von 39.674 Euro auf nun 62.906 Euro.
Das war ein Rennen nach Maß, strahlte Andor Schute nach einem seiner größten Karriere-Erfolge. Ich hatte mit Galea das passende Führpferd. Alles hat gepasst, so Schute, der ankündigte, dass Noxean Com nun erst einmal eine Pause bekommen wird. Für das nächste Jahr kündigte er weitere Auslands-Auftritte der zur nationalen Spitze zählenden Noxean Com, aller Voraussicht nach in Frankreich, an.
Rang zwei belegte mit Winnipooh Boshoeve ein Gast aus Schweden. Mit Conrad Lugauer (36/Blentarp) im Sulky verwies die Sechsjährige die von Helmut Biendl (60/Ascha) gesteuerte Galea auf Rang drei. Die Zweite aus dem Stuten-Derby von 2008 hatte lange in Führung gelegen. Galea musste in dieser Saison viele Pausen einlegen. Die machen sich jetzt bemerkbar, erklärte Heli Biendl.

Schmid feiert Doppel-Triumph

Gelsenkirchen (mspw) - Besser konnte es für den Oberhausener Michael Schmid am Samstagabend auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen nicht laufen. Am zweiten von drei Renntagen im Rahmen des Breeders Crown-Meetings gewann der 43-Jährige beide Hauptläufe für die besten dreijährigen Traber. Zunächst steuerte er die Stute Finca aus dem Besitz des Stalles Vibelzee von Ger Visser (51/Deventer, NL) zum zweiten BC-Sieg nach 2009. Keine Stunde später bog Schmid mit dem nächsten Vibelzee-Schützling und aktuellen Derby-Vierten Baron W. nach dem Hauptlauf für die dreijährigen Hengste und Wallache erneut in den Winner-Circle ein. Dem niederländischen Unternehmer Ger Visser werden für die beiden Erfolge in den Hauptläufen insgesamt 26.590 Euro überwiesen.
Es lief ganz gut, lächelte Schmid nach seinem Doppel-Triumph: Es freut mich ganz besonders, dass ich den Besitzer zufrieden stellen konnte. Da wir schon in ein paar Stunden wieder fahren müssen, wird es höchstens eine ganze kleine Feier geben.
Den besten Start im Breeders Crown-Hauptlauf für die dreijährigen Hengste und Wallache hatte St. Leger-Sieger Garant mit Goldhelm Nimczyk (24/Willich) erwischt. Baron W. tauchte jedoch schnell neben Garant auf und ging nach kurzem Kampf vorbei. Das Duo konnte sich zunächst etwas vom Rest des Feldes absetzen. Picasso mit Marisa Bock (29/Neuching) führte die Verfolger an. Auf der Gegengeraden konnte Picasso aus dem Besitz des Herteners Constantin Vergos nicht mehr mithalten. Golden Sunlight mit Rekord-Champion Heinz Wewering (60/Berlin) und Like that Diamant mit Gerhard Biendl (53/München) machten sich auf die Verfolgung von Baron W. und Garant.
Am überlegenen Sieg des Barons, der auf der Zielgeraden noch einmal entscheidend zulegen konnte, gab es freilich nichts mehr zu rütteln. Immerhin sprinteten Golden Sunlight und Like that Diamant aber noch an Garant vorbei und sicherten sich vor dem St. Leger-Sieger die Plätze zwei und drei.
Nicht nach Plan verlief der Auftritt in Gelsenkirchen für den zur Jahrgangs-Spitze zählenden Velten Couture. Denn schon nach wenigen Metern war das Rennen für den 19:10-Favoriten gelaufen. Velten Couture machte mit seinem Trainer Hans Joachim Tipke (53/Heeslingen) im Sulky einen Fehler. Der Hengst wurde disqualifiziert.
Damit setzte sich die Pechsträhne von Velten Couture bei nationalen Groß-Ereignissen in dieser Saison fort. Im Derby-Vorlauf war der Traum von Besitzerin Sigrid Velten (Hochheim) von einem Sieg im Blauen Band wegen eines Fehlers von Velten Couture vorzeitig geplatzt. Nach Platz zwei im Europa-Championat der Dreijährigen stoppte Velten Couture dann eine Erkältung kurz vor dem Traber St. Leger, der klassischen Derby-Revanche. Nun wurde auch aus der erhofften Krone nichts.

Bei Beissinger aus dem Besitz von Uwe Zevens (49/Bedburg-Hau) platzte der Knoten ausgerechnet im BC-Entlastungslauf für die dreijährigen Hengste und Wallache, seiner bisher größten Bewährungsprobe. Nach vier zweiten Plätzen bei vier Karriere-Starts drehte der 181:10-Außenseiter am Nienhausen Busch mit seinem Besitzer im Sulky auf und sicherte sich in der 6.648 Euro-Prüfung seinen ersten Sieg. Barth mit Heinz Wewering (60/Berlin) und Louis le Grand mit Ralf Oppoli (43/Recklinghausen) hatten das Nachsehen. Endlich einmal hatte Beissinger einen passenden Rennverlauf, freute sich Zevens. Vom Start weg lief alles perfekt. Ich hatte sofort eine gute Position an zweiter/dritter Stelle und musste danach gar nicht mehr groß eingreifen.

Finca holt sich schon die zweite Krone

Gelsenkirchen (mspw) - Eine Krone hatte sie schon. Am Samstag (6-11-10) kam auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen die zweite dazu. Die 20:10-Favoritin Finca aus dem Besitz des erfolgreichen niederländischen Rennstalls Vibelzee von Ger Visser (51/Deventer) war im mit 26.590 Euro dotierten Breeders Crown-Hauptlauf für die dreijährigen Stuten nicht zu bremsen. Damit wiederholte die von Michael Schmid (43/Oberhausen) gesteuerte Stute ihren BC-Triumph als Zweijährige im vergangenen Jahr am Nienhausen Busch. Finca kam zu einem leichten Sieg mit zweieinhalb Längen vor der 566:10-Außenseiterin Bella B mit Goldhelm Nimczyk (24/Willich) im Sulky und Gondolin (122:10) mit Detlef Fleischer (39/München). Die hoch eingeschätzte Almasi (21:10) kam mit ihrem Trainer Helmut Biendl (60/Ascha) im Sulky auf Rang vier.
Gegen Finca war kein Kraut gewachsen, lautete das Fazit von Michael Nimczyk, der mit Rang zwei sehr zufrieden war. Siegfahrer Michael Schmid, der kurzfristig für den an einer Mittelohrentzündung erkrankten und in eine Klinik eingelieferten Finca-Trainer Hugo Langeweg jr. (26/Schagerbrug, NL) eingesprungen war, strahlte nach seinem Triumph über das ganze Gesicht. Ich habe einen ausgezeichneten Start erwischt und konnte bereits früh an die Spitze gehen. Und wenn Finca erst einmal in Führung ist, dann wird es für die Konkurrenz ganz schwer, so Schmid, der die Spitzen-Stute auch schon vor einem Jahr bei ihrem ersten Breeders Crown-Sieg gesteuert hatte.
Den besten Start hatte zunächst aber Gondolin erwischt. Auch Hiltonparis mit ihrem Besitzer und Trainer Uwe Zevens (49/Bedburg-Hau) und Bella B waren sofort im vorderen Teil des Feldes zu sehen. Finca, mit der eher ungünstigen Startnummer 8 ins Rennen gegangen, wurde jedoch schon im ersten Bogen zum Angriff in die zweite Spur beordert. Ende der Geraden steckte Finca die Nase in Front.
Für Jenny de Sade mit Frederik Freitag (21/Kuhlenfeld) und Indikid mit Roland Hülskath (35/Mönchengladbach) war das Rennen früh gelaufen. Zunächst wurde Jenny de Sade wegen eines Fehlers disqualifiziert. Es folgte eine Kollision mit Indikid, bei der sich die Sulkys in die Quere kamen. Die Stutenderby-Zweite Indikid konnte ihre Fahrt nicht fortsetzen.
Finca ließ sich davon freilich nicht irritieren. Auf der Zielgeraden war die Derby-Siebte - dort hatte sie es mit den besten Hengsten und Wallachen ihres Jahrgangs aufgenommen - nicht mehr zu gefährden. Heli Biendl probierte zwar mit Almasi, die zuletzt den Bayern-Pokal vor Velten Couture und Finca gewonnen hatte, noch einmal alles. Es reichte aber nur noch zu Rang vier hinter den Außenseiterinnen Bella B und Gondolin. Man hat gemerkt, dass sich Almasi auf Linkskursen erheblicher wohler fühlt, erklärte Helmut Biendl, der auch als Trainer der zweitplatzierten Bella B verantwortlich zeichnet, nach dem Rennen auf dem Rechtskurs in Gelsenkirchen.

Der so genannte Entlastungslauf für die dreijährigen Stuten, mit 6.648 Euro dotiert, endete mit einem überraschenden Erfolg für die 250:10-Außenseiterin Sirmione Way. Mit Thomas Panschow (43/Bladenhorst) im Sulky entschied die Stute einen spannenden Endspurt für sich. Erst nach Kampf setzte sich Sirmione Way aus dem Trainingsquartier von Helmut Biendl gegen Gloria Victoria mit Heinz Wewering (60/Berlin) durch. Dahinter kam Vin Race mit ihrem Besitzer Uwe Zevens auf Rang drei.
Bei dieser Reihenfolge blieb es jedoch nicht. Denn die Rennleitung war der Meinung, dass Gloria Victoria die Fahrspur regelwidrig mit Begünstigung von Sirmione Way und Behinderung von Vin Race verändert hatte. Sirmione Way wurde deshalb nachträglich aus der Wertung genommen. Vin Race (25:10) rückte auf Rang zwei vor, neue Dritte wurde die 404:10-Außenseiterin Globira mit dem Berliner Benjamin Hagen (38). Die Dreierwette zahlte auf diesen Einlauf für zehn Euro Einsatz beachtliche 86.134 Euro.
Für Heli Biendl war der Sieg von Sirmione Way so etwas wie ein Trostpflaster“. Denn eigentlich hatte der Gewinner von mehr als 6.900 Trabrennen mit deren Stallgefährtin Jitanes das Geschehen lange Zeit fest im Griff. Doch auf der Zielgeraden unterlief der Stute in Führung liegend ein Fehler und sie musste disqualifiziert werden.

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Schützes Heros war der überlegene Held

Gelsenkirchen (mspw) - Vor dem Start seines Hengstes Heros am Freitag auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen musste Besitzer Herbert Schütze (59) aus Moers in Vorleistung treten. Denn die Anreise aus dem rund 800 Kilometer entfernten Blentarp in Schweden zum Auftakt der dreitägigen Großveranstaltung um die Breeders Crown (Züchter-Krone) war ein nicht unerheblicher Kosten-Faktor. Im Hauptlauf für vierjährige Hengste und Wallache wurde der ehemalige Leiter der Versicherungsabteilung in einem großen deutschen Konzern dann aber für sein Risiko belohnt. Denn sein Heros war der Held, siegte am Nienhausen Busch mit seinem Trainer Conrad Lugauer (36) Start/Ziel. Für den überlegenen Erfolg in der mit 39.988 Euro dotierten Prüfung bekommt Besitzer Herbert Schütze exakt 19.994 Euro überwiesen - ein Vielfaches der Reisekosten.
Ich war vor dem Auftritt in Gelsenkirchen etwas skeptisch, gab der gebürtige Bayer Lugauer, der vor Jahren nach Skandinavien ausgewandert war, nach seinem überraschenden Triumph ehrlich zu. Eigentlich hatte ich gedacht, dass Heros nach seiner zweimonatigen Renn-Pause noch ein bis zwei Starts benötigt, um in Top-Form zu kommen. Die Prüfung in Gelsenkirchen verlief aber perfekt. Hinter Heros, am Toto mit 83:10 gewettet, belegten Abano Boy (55:10) mit dem Niederländer Peter Strooper (44/Callantsoog) und der 214:10-Außenseiter I will fight for U, den Ralf Oppoli (43/Recklinghausen) für den Waltroper Bank-Kaufmann Udo Eppinger (42) steuerte, die Plätze zwei und drei.
Die beiden Rennräder Peter und Marc Burgerheide aus dem Besitz des niederländisch-friesischen Fahrrad-Händlers Meindert Terpstra (69/Noordbergum) wurden Vierter und Fünfter. Besonders das Abschneiden des 15:10-Favoriten Marc Burgerheide, der im letzten Jahr im BC-Hauptlauf für Dreijährige nicht zu bezwingen war, sorgte bei Trainer Appie Bosscha (50/Langezwaag, NL) für eine Enttäuschung. Die Saison war lang. Und bei beiden Pferden stimmt die Form einfach nicht mehr, lautete sein Fazit.
Heros, mit Startnummer 5 ins Rennen gegangen, sicherte sich gleich nach dem Start die Führung vor Peter Burgerheide, Wings of Crown mit Josef Sparber (50/Taufkirchen) und Seriensieger Arathorn, gesteuert von seinem Trainer Helmut Biendl (60/Ascha). Marc Burgerheide hatte keinen guten Start erwischt und war zunächst im hinteren Teil des Feldes zu sehen. Fahrer Ruud Pools (57/Heiloo, NL) beorderte seinen Schützling deshalb vor den Tribünen zum Angriff in die zweite Spur. Dort machte der Derby-Dritte von 2009 zügig Boden gut und rückte bis auf Rang zwei vor. Beide Burgerheides bogen schließlich hinter Heros als Zweiter und Dritter auf die Zielgerade ein. Während Heros aber noch zulegen konnte, kamen die beiden Rennräder nicht mehr in die Gänge. Sowohl Abano Boy als auch I will fight for U, die sich bis dahin im Feld verstecken konnten, zogen im Endspurt vorbei.

Erfolgreichste Fahrer am ersten Tag des Breeders Crown-Meetings am Nienhausen Busch waren Thomas Panschow (43/Bladenhorst) und Thorsten Tietz (33/Schöneiche), die jeweils zwei der BC-Entlastungsrennen für sich entscheiden konnten. Panschow hatte zunächst in der Entlastung für fünf- bis siebenjährige Stuten mit Love Times aus dem Trainingsquartier von Gerd Holtermann (54/Bladenhorst) die Nase vorn. Später legte er im zweiten Entlastungslauf für vierjährige Stuten nach und sorgte gleichzeitig für die größte Überraschung des Renntages. Er steuerte die von Wolfgang Kamps (52/Bladenhorst) trainierte 409:10-Außenseiterin Lavinia Gre zum ersten Karriere-Sieg beim 19. Anlauf. Mit Hale Berry (266:10), gesteuert von Heinrich Gentz (57/Kaarst), landete eine weitere Außenseiterin auf Rang zwei. Dritte wurde die 16:10-Favoritin Viva Cortina mit dem jungen Niederländer Robbin Bot (19/Lippenhuizen). Die Dreierwette zahlte 18.698 Euro auf der Basis von zehn Euro Einsatz.
Thorsten Tietz holte seine erste kleine Krone mit Identico Corner, trainiert von Roman Matzky (47/Schöneiche), in der Entlastung für vierjährige Hengste und Wallache. Dabei durften sich auch die Eltern von Tietz freuen. Denn Gerda und Uwe Tietz (Recklinghausen) sind Mitbesitzer von Identico Corner.
Auch das letzte Rennen des Abends, die zweite Entlastung für fünf- bis siebenjährige Stuten, ging an Thorsten Tietz. Beim 18. Versuch steuerte er die Matzky-Stute Vanessa Boshoeve zum ersten Saison-Sieg. Der gebürtige Gelsenkirchener Thomas Panschow verpasste mit der zweitplatzierten Chippy seinen dritten Tages-Erfolg am Nienhausen Busch nur äußerst knapp.

Erste Krone ging an Heinz Wewering

Einen optimalen Start in das dreitägige Breeders Crown-Meeting erwischte am Freitag (5-11-10) der deutsche Rekord-Champion Heinz Wewering (60/Berlin). Mit der Serien-Siegerin und 21:10-Favoritin Parisienne Blue aus dem Besitz von Johann Holzapfel (Langenmosen) gewann der zweimalige Weltmeister den mit 39.988 Euro dotierten BC-Hauptlauf für die vierjährigen Stuten. Dabei siegte Parisienne Blue leicht mit zweieinhalb Längen vor der 203:10-Außenseiterin Super d’Aunou mit Michael Schmid (43/Oberhausen). Nach einem Rennen durch die Todesspur reichte es für die 22:10-Mitfavoritin Kataja, die 2009 das Deutsche Stuten-Derby für sich entschieden hatte, mit Roland Hülskath (35/Mönchengladbach) im Sulky lediglich zu Rang drei.
Für Heinz Wewering, der bei der Anfahrt von Berlin nach Gelsenkirchen in einen Stau geraten und erst auf den letzten Drücker am Nienhausen Busch eingetroffen war, verlief das Rennen mit Parisienne Blue keineswegs problemlos. Ich bin nach dem Start außen hängen geblieben und stand vor der Wahl: Entweder angreifen, oder mich an das Ende des Feldes zurückfallen lassen. Ich habe mich dann für die Attacke entschieden. Zum Glück ist die Taktik aufgegangen, sagte der 29-malige Deutsche Meister - und freute sich. Wer nichts riskiert, kann man auch nichts gewinnen.
Gleich nach dem Start war zunächst Jasmina mit Thomas Panschow (43/Bladenhorst) an die Spitze des Feldes gestürmt. Elaine mit dem schwedischen Spitzen-Profi Joakim Lövgren (44/Skurup) und Kataja, die von Gerd Holtermann (54/Bladenhorst) für Marion Jauß (71/Neritz) trainiert wird, folgten dicht dahinter. Für Lady Wood, gesteuert von Peter Strooper (44/Callantsoog, NL), war das Rennen nach einem Fehler in der Startphase früh gelaufen.
Als das Feld erstmals vor die Tribünen kam, startete dann Heinz Wewering seinen Angriff auf die Spitze. Mit energischen Schritten machte Parisienne Blue, die schon zuvor viermal in Folge nicht zu schlagen war und unter anderem den Gelsenkirchener Stuten-Grand Prix für sich entschieden hatte, schnell Boden gut und steckte am Ende der Geraden die Nase in Front. Im Fahrwasser von Parisienne Blue war auch Kataja etwas besser in die Partie gekommen. Die Jauß-Stute kam aber nicht zurück an die Innenkante und musste in zweiter Spur weite Wege gehen.
Parisienne Blue hatte vorne alles im Griff und führte das Feld auf die Zielgerade. Kataja musste den vielen Extra-Metern Tribut zollen, konnte nicht entscheidend zulegen. Super d’Aunou, die dem Stall Drensteinfurt von Klaus Storck und Franz-Josef Pauck gehört, nutzte die Gunst der Stunde und stürmte in der Mitte der Bahn an Kataja vorbei. Parisienne Blue war eine übermächtige Gegnerin, analysierte Michael Schmid nach seinem zweiten Rang mit Super d’Aunou und gab ehrlich zu: Dass wir vor Kataja landen könnten, hätte ich vor dem Rennen nicht gedacht.
Für Kataja endete mit der Niederlage eine Domäne bei Saison-Höhepunkten für das weibliche Geschlecht. Im vergangenen Jahr hatte sie nicht nur das Buddenbrock-Rennen und das Stuten-Derby, sondern auch den Breeders Crown-Hauptlauf für dreijährige Stuten gewonnen. Erst vor wenigen Wochen entschied die Jauß-Stute dann den Stutenlauf zum Großen Preis von Deutschland für sich. Kataja musste über einen Kilometer durch die Todesspur laufen. Das hatten wir uns anders vorgestellt, sagte Trainer Holtermann.
Zum Auftakt der Freitag-Veranstaltung hatte sich Roland Hülskath mit Key of Life Diamant die kleine Krone im ersten Breeders Crown-Entlastungslauf für vierjährige Stuten gesichert. Allerdings musste die von Georg Frick (46/Hohenlinden) für Frank Zickmantel (München) trainierte 13:10-Favoritin schon ihr gesamtes Können aufbieten, um die Verfolgerinnen auf Distanz zu halten. Nach Kampf behauptete sich Key of Life Diamant im Endspurt mit einem Hals gegen Open Air, gesteuert von Thomas Panschow (43/Bladenhorst). Eine weitere halbe Länge dahinter kam Foto Finish mit Heiner Christiansen (44/Ostenfeld) auf Platz drei. Ich hatte mehr Mühe als erwartet, gab Hülskath bei der Siegerehrung zu.

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Gelsenkirchen: Vierjährige zum Auftakt beim Breeders Crown-Meeting

Um Kronen in acht Rennen

Gelsenkirchen (mspw) - Den Auftakt zum Breeders Crown-Meeting machen am Freitag (insgesamt acht Rennen, erster Start um 18.30 Uhr) die Vierjährigen. Der Hauptlauf für Hengste und Wallache und auch das entsprechende Stutenrennen sind mit jeweils 52.000 Euro dotiert.
Beim weiblichen Geschlecht hat die 2009-Stutenderbysiegerin Kataja aus dem Besitz von Marion Jauß (71/Neritz) gute Chancen, sich ein großes Stück vom Preisgeldkuchen abzuschneiden. Im Feld der elf Teilnehmerinnen weist Kataja nicht nur die höchste Gewinnsumme (71.647 Euro) auf, sondern auch den besten Rekord (1:12,8 Minuten für den durchschnittlichen Kilometer). Gesteuert wird die Jauß-Stute von Silberhelm Roland Hülskath (35/Mönchengladbach).
Der letzte Erfolg von Kataja dürfte vielen Besuchern der Gelsenkirchener Rennbahn noch in guter Erinnerung sein. Mitte Oktober setzte sich die Stute, die von Gerd Holtermann (54/Bladenhorst) trainiert wird, im Stutenlauf zum Großen Preis von Deutschland überlegen durch. Die Form stimmt, gibt sich Holtermann, der seit einigen Monaten wieder für die Jauß-Traber verantwortlich ist, optimistisch. Optimal wäre es, wenn sich Kataja ein wenig im Feld verstecken könnte. Dann kann sie ihre Stärken am besten einsetzen.
In der abgelaufenen Saison hatte Kataja neben dem Stuten-Derby und dem Stutenlauf zum Buddenbrock-Rennen auch die Krone beim Stutenrennen zur Breeders Crown für die Dreijährigen gewonnen. Damals behauptete sich Kataja gegen Jasmina und Riwa. Beide zählen auch diesmal wieder zu Katajas Konkurrentinnen.
Anders als im vergangenen Jahr wird Jasmina aus dem Besitz von Franz Klein (60/Versmold) diesmal nicht von Michael Schmid (43/Oberhausen), sondern von Thomas Panschow (43/Bladenhorst) gesteuert. Schmid ist mit Super d’Aunou vertreten. Fahrer von Riwa ist erneut Goldhelm Michael Nimczyk (24/Willich). Pikant: Riwa gehört Rabea Schulze Wienker (38/Versmold), der Tochter von Franz Klein.
Mit besten Empfehlungen kommt Parisienne Blue mit Rekord-Champion Heinz Wewering (60/Berlin) an den Ablauf. Denn am Tag des Großen Preises von Deutschland war dieses Gespann in Gelsenkirchen im mit 30.000 Euro dotierten Stuten-Grand Prix gegen hochkarätige Konkurrentinnen nicht zu schlagen.
Das Gestüt Lasbek von Günter Herz (70/Hamburg) schickt gleich zwei chancenreiche Starterinnen ins Rennen. Aus Schweden bringt Trainer und Fahrer Joakim Lövgren (44/Skurup) die Stute Elaine mit, die in diesem Jahr bei elf Versuchen fünfmal siegreich war. Nicht ganz so weit ist die Anreise für Eliki, die in Lasbek von Harry Losse (52) vorbereitet wird. Die Stute war mit Jesper Olsen (42/Lasbek) im Sulky bei ihren letzten drei Auftritten in Hamburg nicht zu schlagen.
Joakim Lövgren hat an die Bahn am Nienhausen Busch beste Erinnerungen. 2009 triumphierte er mit dem Lasbeker Spitzen-Traber Brioni im Breeders Crown-Hauptlauf für die fünf- bis siebenjährigen Hengste und Wallache. Eine Titelverteidigung von Brioni wird es jedoch nicht geben. Der siebenjährige Hengst, der in seiner Laufbahn rund 600.000 Euro eingetrabt hat, startet in dieser Woche in Paris-Vincennes.

Die Freitag-Veranstaltung am Nienhausen Busch steht ganz im Zeichen der Breeders Crown. In allen acht Prüfungen geht es um Kronen. Neben den beiden Hauptläufen für die Vierjährigen stehen die Entlastungen für die Traber der Generation 2006 (zwei für Stuten, eine für Hengste und Wallache) auf der Tageskarte. Außerdem werden Entlastungsläufe für Fünf- bis Siebenjährige entschieden. Zwölf Hengste und Wallache sowie zwölf Stuten kämpfen um Prämien von jeweils 9.956 Euro.

Weite Reise aus Schweden für Heros

Für einige der besten in Deutschland gezogenen vierjährigen Traber geht es am Freitag /5-11-10) zum Auftakt des dreitägigen Breeders Crown (Züchter-Krone)-Meetings um eine Menge Prestige und viel Geld. Bei den BC-Hauptläufen für die vierjährigen Hengste und Wallache sowie für die vierjährigen Stuten werden jeweils Prämien in Höhe von 52.000 Euro ausgeschüttet. Elf Stuten sowie zehn Vertreter des männlichen Geschlechts werden sich der Herausforderung über 2.000 Meter stellen. Der Hengst Heros aus dem Besitz von Herbert Schütze (59/Moers) hat eine der weitesten Anreisen. Denn der Held ist eigentlich im schwedischen Blentarp bei Conrad Lugauer (36), rund 800 Kilometer von der Bahn am Nienhausen Busch entfernt, stationiert. Schütze, früher Leiter der Versicherungsabteilung in einem großen deutschen Konzern, scheut das Risiko der hohen Reisekosten nicht. Das unterstreicht, dass er seinem Heros sehr viel zutraut: Der Trainer und ich sind guter Dinge.
An seinen letzten Auftritt auf deutschem Boden erinnern sich der gebürtige Regensburger Lugauer, Trainer sowie ständiger Fahrer von Heros, und Schütze allerdings nur ungern zurück. Anfang August in Berlin-Mariendorf startete Heros, der das Derby 2009 wegen einer fiebrigen Erkältung verpasst hatte, in der Derby-Revanche. Beim Sieg von Marc Burgerheide reichte es nur zu Rang sieben. Wir haben nach Heros’ Start in Berlin festgestellt, dass er rechts lahmte. Danach hat er vier Wochen Pause bekommen, erinnert sich Schütze. Tierärzte haben ihn kürzlich noch einmal unter die Lupe genommen. Er ist zu 100 Prozent fit und in Top-Form. Das hat er zuletzt auch schon bei seinem Probelauf in Schweden angedeutet, den er als Vorbereitung auf die Breeders Crown absolviert hat.
Der bisher größte Erfolg von Heros (Schütze: Ein bildhübscher Kerl. Wer ihn sieht, will ihn am liebsten gleich mitnehmen.) liegt noch nicht lange zurück. Mitte Juli ließ der Hengst der Jahrgangs-Konkurrenz beim Criterium der Vierjährigen in München nicht den Hauch einer Chance. Überlegen mit neun Längen siegte Heros vor U.S.Lane und Key of Life Diamant. 15.000 Euro seiner aktuellen Gewinnsumme von 36.402 Euro verdiente Heros damit in der bayerischen Landeshauptstadt. Die Münchner Form ist wieder da, ist Schütze von einem guten Abschneiden seines Hengstes in Gelsenkirchen überzeugt.

Zu den größten Konkurrenten von Heros zählen freilich die beiden Rennräder Marc und Peter Burgerheide aus dem Besitz des friesischen Fahrrad-Händlers Meindert Terpstra (69/Noordbergum, NL). Marc Burgerheide, 2009 Derby-Dritter, wird von Ruud Pools (57/Heiloo, NL) gesteuert und ist mit einer Gewinnsumme von 122.026 Euro mit Abstand der Großverdiener im Gelsenkirchen-Feld. Peter Burgerheide, im Derby 2009 auf Rang fünf, kam bisher auf eine Gewinnsumme von 53.317 Euro. Damit liegt er im Zehner-Feld hinter seinem Stallgefährten auf Rang zwei. Sein ständiger Fahrer ist Thomas Kooyman (49/Lijnden, NL). Beide Burgerheides werden von Appie Bosscha (50/Langezwaag, NL) trainiert.
Zuletzt waren Marc und Peter Burgerheide in Gelsenkirchen im Großen Preis von Deutschland im Einsatz. Doch ausgerechnet bei einem der Saison-Höhepunkte enttäuschte das Duo. Während Marc als Mitfavorit Rang vier belegte, kam Peter nur auf den achten Platz. Die Form stimmte damals nicht, sagt der erfolgreiche Amateurfahrer und Burgerheide-Manager Fred Handelaar (54/Heerenveen, NL). Eine andere Erklärung gibt es nicht. Wir sind optimistisch, dass es nun wieder besser laufen wird, so Handelaar.
Vor allem für Marc Burgerheide geht es in der Breeders Crown auch darum, an das gute Abschneiden aus den vergangenen Jahren anzuknüpfen. Als Zweijähriger musste sich der Spitzen-Traber nur Celebration XL (diesmal nicht am Start) geschlagen geben. Ein Jahr später holte sich der Bosscha-Schützling dann als Dreijähriger die Krone, Peter Burgerheide machte als Zweiter den Doppelsieg perfekt.

Neben dem Niederländer Meindert Terpstra darf sich auch eine deutsche Besitzerin eine Doppel-Chance auf den Gewinn des Breeders Crown-Hauptlaufes für vierjährige Hengste und Wallache ausrechnen. Denn Marion Jauß (71/Gestüt Neritz) schickt Salut mit Roland Hülskath (35/Mönchengladbach) und Wee Catch Diamond mit Michael Larsen (43/Öxbüll-Süd) ins Rennen.
Mit dem von Helmut Biendl (60/Ascha) trainierten und gesteuerten Arathorn und Wings of Crown mit Josef Sparber (50/Taufkirchen) reisen zwei Teilnehmer aus Bayern an. Arathorn, der dem Gestüt Stormy Horses von Jörg Brandt (48/Scharbeutz) gehört, hatte zuletzt in Gelsenkirchen den Entlastungslauf zum Großen Preis von Deutschland gewonnen. Dabei kam der Biendl-Schützling vor Salut und Wings of Crown ins Ziel. In der Breeders Crown trifft das Trio nun erneut aufeinander.
Zanetti Djamel mit Rick Wester (25/Schaandamm, NL) und Abano Boy mit Peter Strooper (44/Callantsoog, NL), immerhin Sechster im Hauptlauf zum Großen Preis von Deutschland, vertreten niederländische Interessen. Als Außenseiter kommt I will fight for U mit Ralf Oppoli (43/Recklinghausen) für den Waltroper Bank-Kaufmann Udo Eppinger (42) an den Start.

Marisa Bock mit sieglosem Picasso

gegen Velten Couture und Garant

Gelsenkirchen (mspw) - Sie zählt seit Jahren zu den besten Trabrennfahrerinnen Deutschlands. Am Samstag (6-11-10) auf der Rennbahn in Gelsenkirchen (sieben Prüfungen, erster Start 18.10 Uhr) greift Marisa Bock (29/Neuching) am zweiten Tag des Breeders Crown-Meetings im Hauptlauf für die dreijährigen Hengste und Wallache nach einer Krone. Die Gewinnerin von mehr als 400 Rennen ist mit Picasso aus dem Besitz des Herteners Constantin Vergos vertreten. Das Gespann trifft in der mit 26.590 Euro dotierten Prüfung auf sieben Gegner. Darunter sind der lange als Jahrgangs-Primus geltende Velten Couture, St. Leger-Sieger Garant sowie mit Baltimore As, Baron W. und Like that Diamant der Drittplatzierte, der Vierte und der Fünfte des Deutschen Traber-Derbys 2010.
Ein Sieg im BC-Hauptlauf wäre für Marisa Bock, die aktuell im Berufsfahrer-Championat Rang fünf belegt, der bisher größte Erfolg ihrer Karriere: Das wäre ein Traum. Dass der Hengst Picasso, der bisher rund 16.000 Euro verdient hat, gegen die Jahrgangs-Spitze mithalten kann, hat er bereits mehrfach unter Beweis gestellt. Beim Breeders Crown-Hauptlauf für Zweijährige belegte er im Vorjahr hinter Super Neo und Like that Diamant Rang drei. Im Buddenbrock-Rennen 2010 überraschte er mit Marisa Bock als 1.234:10-Außenseiter hinter dem späteren Derbysieger Unikum und Velten Couture als Dritter. Das war eine Riesen-Leistung. Denn er hatte damals auch noch einen platten Reifen, erinnert sich Marisa Bock.
Nach Rang zwei im Derby-Vorlauf kam Picasso mit Andor Schute (42/Recklinghausen) im Finale als achtes Pferd durchs Ziel. Wegen des "Störens zweier Teilnehmer mit Auswirkung auf den Rennausgang" wurde der Hengst jedoch nachträglich von der Rennleitung aus der Wertung genommen. Nun soll Picasso, der bei zwölf Starts (neun Platzierungen) noch sieglos ist, als Außenseiter in der Breeders Crown zeigen, was in ihm steckt. Für Marisa Bock ist es nach einem zweiten Platz in Gelsenkirchen Ende Mai und dem dritten Rang im Buddenbrock-Rennen erst der dritte Auftritt mit Picasso. Bei der Auslosung der Startplätze erwischte Picasso die 2. Sehr zur Freude von Marisa Bock: Besser geht es nicht. Ich bin ganz sicher, dass ich eine gute Lage erwischen werde. Bei einem passenden Rennverlauf ist dann alles möglich.

Der Kreis der Sieg-Anwärter in der 2.000 Meter-Prüfung am Nienhausen Busch ist groß. Der im Derby-Vorlauf an einem Fehler gescheiterte Velten Couture mit Hans Joachim Tipke (53/Heeslingen), zuletzt im Bayern-Pokal in München-Daglfing von der Stute Almasi knapp geschlagen, zählt zweifellos zur Spitze des aktuellen Dreijährigen-Jahrgangs. Gleiches gilt für St. Leger-Sieger Garant, der von Goldhelm Michael Nimczyk (24/Willich) gesteuert wird. Baltimore As mit Roland Hülskath (35/Mönchengladbach) und Baron W. mit Michael Schmid (43/Oberhausen) können ebenfalls ein gewichtiges Wort um den Sieg mitsprechen.
Glänzend in Form ist Golden Sunlight, der von Rekord-Champion Heinz Wewering (60/Berlin) angespannt wird. Der Hengst aus dem Besitz von Ulrich Mommert (69/Berlin) gewann drei seiner letzten fünf Starts. In einem Auktionsrennen im Rahmen der Derby-Woche musste er sich lediglich Velten Couture geschlagen geben. Zuletzt wurde er im Entlastungslauf zum Bayern-Pokal in München-Daglfing Zweiter. Einziger Wallach im Feld ist Like that Diamant, der von Gerhard Biendl (53/München) für den Stall M.S. Diamanten von Max Schwarz (60/Langenmosen) aufgeboten wird. Robino Bes mit Bernd Schrödl (47/Grabow) geht als Außenseiter ins Rennen.

Almasi soll zum Sieg stürmen

Gelsenkirchen (mspw) - Innerhalb der vergangenen vier Wochen verdiente die Traber-Stute Almasi aus dem Besitz des Gestüts Stormy Horses von Jörg Brandt (48/Scharbeutz) beachtliche 16.000 Euro. Allein für ihren Triumph im mit 25.000 Euro dotierten Bayern-Pokal auf der Bahn in München-Daglfing gab es eine Siegprämie von 12.500 Euro. Am Samstag (6-11-10) in Gelsenkirchen kann die von Helmut Biendl (60/Ascha) trainierte Almasi ihr Gewinnkonto von aktuell 22.020 Euro im Hauptlauf um die Breeders Crown (Züchter-Krone) für dreijährige Stuten weiter aufstocken. Sollte die Stormy Horses-Stute Almasi erneut zum Sieg stürmen, könnte sich Besitzer Brandt über weitere 13.295 Euro freuen.
Trainer und Fahrer Heli Biendl, mit über 6.900 Siegen einer der erfolgreichsten deutschen Trabrennfahrer, fährt nach den beiden jüngsten Almasi-Siegen mit einer großen Portion Optimismus zum Nienhausen Busch. Ich rechne mir einiges aus, sagt Biendl. Allerdings ist die Startnummer 1 nicht ganz optimal. Eine Nummer in der Mitte wäre mir lieber gewesen. Ich werde versuchen, Almasi ein verdecktes Rennen zu geben und zum Schluss anzugreifen.
Mit einer ähnlichen Taktik hatte das Gespann Biendl/Almasi zuletzt den Bayern-Pokal eindrucksvoll gewonnen. Die Stute kam erst spät, aber gewaltig auf Touren und fing den scheinbar schon enteilten Velten Couture noch nach Kampf mit einem kurzen Kopf ab. Auf Rang drei landete Finca, die am Samstag in Gelsenkirchen neben Almasi zum Favoriten-Kreis im Stuten-Hauptlauf zählt.
Finca, die von Hugo Langeweg jr. (26/Schagerbrug, NL) für den niederländischen Erfolgsstall Vibelzee von Ger Visser (51/Deventer) trainiert wird, hatte im vergangenen Jahr als Zweijährige den BC-Stutenlauf für sich entschieden, könnte jetzt schon ihre zweite Krone erringen. In diesem Jahr versuchte sie sich gegen die männliche Konkurrenz im Traber-Derby, wurde nach Platz zwei im Vorlauf im Finale Siebte.
Als frische Siegerin kommt die von Helmut Biendls jüngerem Bruder Gerhard (53/München) trainierte Gondolin mit Detlef Fleischer (39/München) an den Start. Die Stute war zuletzt im Entlastungslauf zum Bayern-Pokal nicht zu bezwingen. Konkurrenz für Helmut Biendl und Almasi kommt nicht nur von der eigenen Familie, sondern auch aus dem eigenen Stall. Die von Biendl für Hannelore Weber-Berchtold (62) und Thomas Berchtold (63/beide München) trainierte Bella B greift mit Goldhelm Michael Nimczyk (24/Willich) ins Geschehen ein.
Ein Erfolg der frischen Siegerin Jenny de Sade mit Nachwuchsfahrer Frederik Freitag (21/Kuhlenfeld) oder von Hiltonparis mit Besitzer Uwe Zevens (49/Bedburg-Hau) wäre eine große Überraschung. Mit besseren Chancen nehmen die Stutenderby-Zweite Indikid mit Silberhelm Roland Hülskath (35/Mönchengladbach) und die von Henk Grift (35/Kevelaer) vorbereitete Recordtime mit Thomas Panschow (43/Bladenhorst) das Rennen auf.

Leidenschaftlicher Ennepetaler hat

vier Starter im jüngsten Jahrgang

Gelsenkirchen (mspw) - Das hat Tradition! Schon vor fast 40 Jahren wurde der Rennstall Habo von der Familie Bornmann in der Nähe von Ennepetal gegründet. Seitdem kamen dort mehr als 150 Fohlen zur Welt. Gleich vier Talente aus dem Habo-Stall von Hans-Ulrich Bornmann (49/Ennepetal) starten am Sonntag (7-11-10) in den Breeders Crown-Hauptläufen für Zweijährige auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen. Erol Bo, Enorm Bo und Etino Bo, allesamt von Bornmann selbst gezüchtet, greifen im Rennen für Hengste und Wallache an. Die zugekaufte Juwelie ist im Stutenlauf dabei. In beiden Prüfungen für den jüngsten Traber-Jahrgang geht es um Prämien von jeweils 21.325 Euro.
Im Hauptlauf für die zweijährigen Stuten kämpfen 13 Teilnehmerinnen am dritten und letzten Tag des Breeders Crown-Meetings am Nienhausen Busch um die begehrte Krone. Die von Gerd Holtermann (54/Bladenhorst) für Marion Jauß (71/Neritz) trainierte Seda Rapide meldet dabei gute Chancen an. Im Preis des Winterfavoriten Mitte Oktober, einer der ersten großen Bewährungsproben für die Zweijährigen in diesem Jahr, wurde Seda Rapide mit Roland Hülskath (35/Mönchengladbach) in Gelsenkirchen Zweite hinter dem in Schweden gezogenen Hengst Staro foot Loose. Zuvor hatte sie mit Gerhard Biendl (53/München) ein Rennen zur Vorbereitung auf den Winterfavoriten für sich entschieden. Auch am Sonntag wird Seda Rapide von Biendl gesteuert.
Mit Lafoa, gesteuert von Roland Hülskath, und Kaiserin mit Michael Larsen (43/Öxbüll-Süd) im Sulky hat Marion Jauß bei den Stuten aber noch zwei weitere heiße Eisen im Feuer, die beide ebenfalls zu den Anwärterinnen auf eine Krone gezählt werden müssen.
Gleiches gilt für Gryt Burgerheide, der Viertplatzierten aus dem Preis des Winterfavoriten. Mit vier Starts (ein Sieg, zwei Platzierungen) verfügt die von Appie Bosscha (50/Langezwaag, NL) für Fahrrad-Händler Meindert Terpstra (69/Noordbergum, NL) vorbereitete Stute über die meiste Erfahrung im 13er-Feld. Fahrer ist Ruud Pools (57/Heiloo, NL).
Hans-Ulrich Bornmann, dem eine Firma für Automobil-Zubehör gehört, hat Goldhelm Michael Nimczyk (24/Willich) für die Fahrt mit seiner Juwelie engagiert. Die Stute wurde zuletzt in der Entlastung zum Preis des Winterfavoriten beim Sieg von Bahia Boko (diesmal nicht dabei) Vierte. Sie ist sehr trabsicher, sagt Bornmann. Das kann in einem Zweijährigen-Rennen wichtig werden. Und sie hat sich bisher von Start zu Start gesteigert.

Gleich drei Chancen hat Hans-Ulrich Bornmann dann im Breeders Crown-Hauptlauf für die zweijährigen Hengste und Wallache. Der Hengst Enorm Bo nimmt mit dem deutschen Rekord-Champion Heinz Wewering (60/Berlin) das Rennen auf. Auf den 29-fachen Deutschen Meister wartet eine Herausforderung. Denn Enorm Bo kam bisher zweimal an den Start, wurde dabei jedoch zweimal disqualifiziert. Ab und an hat er noch Probleme mit den Hinterbeinen, sagt Bornmann. Etino Bo geht mit Michael Nimczyk ins Rennen. Der Hengst hatte bei seinem letzten Auftritt in Hamburg Pech, erinnert sich Besitzer Bornmann. Ohne einen Fehler im Schlussbogen hätte es auf jeden Fall zu Rang zwei gereicht.
Erol Bo, gesteuert von Trainer Klaus Horn (60/Marl), kam bei seinem bisher einzigen Auftritt in Hamburg auf den vierten Platz. Er ist die größte Hoffnung von Hans-Ulrich Bornmann. Der Hengst hatte noch nie einen schlechten Tag. Weder auf der Rennstrecke noch im Training. So etwas ist selten. Erol Bo hat zwar noch kleine Schwierigkeiten hinter dem Startauto. Wenn aber alles optimal läuft, kann er Zweiter oder Dritter werden, ist Bornmann, früher selbst Amateurfahrer, optimistisch.
Wie im Stutenlauf geht auch beim männlichen Geschlecht ein Nachwuchs-Traber aus dem Besitz von Marion Jauß mit guten Chancen in das Rennen über 2.000 Meter. Impact As mit Roland Hülskath wird trotz seiner Disqualifikation Anfang Oktober in Hamburg viel zugetraut.
Zu den Anwärtern auf einen der vorderen Plätze zählt auch Trigger As mit Cees Kamminga (Willemsoord). Der niederländische Top-Fahrer kann sich an seinem 46. Geburtstag selbst beschenken. Der aus dem schwedischen Blentarp angereiste Conrad Lugauer (36) bringt den Hengst Gri Di SJ mit nach Gelsenkirchen.

Nu Pagadi kehrt nach 385 Tagen zurück

Gelsenkirchen (mspw) - Ein Superstar und Zuschauer-Magnet hat zum Abschluss des dreitätigen Meetings um die Breeders Crown (Züchter-Krone) auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen seinen großen Auftritt. Nu Pagadi startet Sonntag (insgesamt elf Rennen, erster Start um 14.00 Uhr) im BC-Hauptlauf für die fünf- bis siebenjährige Hengste und Wallache. Nu Pagadi, Derby-Sieger von 2008 und Gewinner des Großen Preis von Deutschland 2009, gibt am Nienhausen Busch eine Kostprobe seines Könnens ab. Für den fünfjährigen Hengst aus dem Besitz von Unternehmer Detlef Tappe (51/Oberhausen) ist es der erste Auftritt bei einem BC-Meeting und der erste Start in Gelsenkirchen seit exakt 385 Tagen. Das Ziel ist klar: Nu Pagadi (deutsch: Ich zeig es dir) soll sich seine erste Krone sichern.
Tappe freut sich auf den Auftritt seines Klasse-Hengstes, der einst seine ersten Schritte von Willi Rode (72/Recklinghausen) beigebracht bekam. Wir hatten die Wahl zwischen einem Rennen in Frankreich und der Breeders Crown in Gelsenkirchen. Um beide Starts wahrzunehmen, war der Zeitplan zu eng“, so Tappe. Deshalb haben wir uns entschieden, dass er in der Heimat laufen soll. Es wird ganz sicher viele Traber-Fans freuen, dass Nu Pagadi am Nienhausen Busch dabei ist.
Seit Anfang 2009 ist Nu Pagadi in Schweden bei Stig H. Johansson (65/Stora Alby) stationiert. Dort entwickelte sich der Hengst unter der Regie des erfahrenen Trainers und seines ständigen Fahrers Erik Adielsson (35/Malmö) zu einem europäischen Spitzen-Traber. Nur ein einziges Mal kehrte Nu Pagadi seit seinem Wechsel nach Schweden in seine deutsche Heimat zurück. Am 18. Oktober 2009 triumphierte der Tappe-Hengst am Nienhausen Busch im Großen Preis von Deutschland gegen hochkarätige internationale Konkurrenz. Bei seinem souveränen Sieg mit sieben Längen vor Lorenz Caf imponierte er selbst seinem Besitzer Detlef Tappe, der mit dieser beeindruckenden Überlegenheit nicht gerechnet hatte.
Mittlerweile hat Nu Pagadi Prämien von mehr als 600.000 Euro gewonnen. Von seinen insgesamt 33 Starts gewann er nicht weniger als 18. Nur fünfmal kehrte er ohne Prämie in den Stall zurück. Seine Rekord-Zeit liegt bei beachtlichen 1:10,9 Minuten für den durchschnittlichen Kilometer. Ich bin mit der Entwicklung von Nu Pagadi sehr zufrieden, sagt Tappe. Mit der Startnummer 1 wird der haushohe Favorit am Sonntag den mit 46.463 Euro dotierten Hauptlauf für fünf- bis siebenjährige Hengste und Wallache in Angriff nehmen. Zehn Kontrahenten werden versuchen, einen Erfolg des Superstars zu verhindern.

Für den siebenjährigen Sir Karan aus dem Besitz von Ursula Augst (Sprockhövel) ist es die letzte Chance, seine dritte Krone nach 2006 (dreijährig) und 2007 (vierjährig) zu gewinnen. Danach verpasste der Gewinner von rund 370.000 Euro und Breeders Crown-Veteran den Sieg bei den Fünf- bis Siebenjährigen zweimal knapp. 2008 landete er hinter Orso November, 2009 hinter Brioni jeweils auf dem zweiten Platz.
Als frischer Sieger reist der in Schweden von Conrad Lugauer (36/Blentarp) für Angelika Gramüller (51/München) vorbereitete Odessa Santana an. Im vergangenen Jahr belegte der sechsjährige Hengst (Gewinnsumme: 80.275 Euro) beim BC-Sieg von Brioni Rang fünf.
Einzige Fahrerin im Elfer-Feld ist Marie Lindinger (31/Aschheim). Die ehemalige Amateur-Championesse greift mit dem in Familien-Besitz befindlichen Corleone ins Geschehen ein und will es den Profis zeigen. Der siebenjährige Hengst hat in seiner Laufbahn bereits über 300.000 Euro gewonnen und geht nicht chancenlos ins Rennen.

Frühreifes Mädchen vom Lande

nun in ehrenwerter Gesellschaft

Gelsenkirchen (mspw) - Keck und kess war die Traberstute Noxean Com (sprich "Nooschen Kom") schon als kleines Mädchen. Sozusagen selbst noch ein Kind, war sie schon mit drei Jahren tragend und brachte einen Hengst zur Welt. Selbst beim Weidegang an frischer Luft verführt oder verführt worden? Es wird ein Geheimnis bleiben. Besitzer und Züchter Hubert Beckmann (59) aus Waltrop musste feststellen: Der Vater konnte nicht ermittelt werden. Doch Mutterschaft hin, Vatersuche her: Die kleine Kesse vom Lande sorgt nach wie vor für Schlagzeilen. Sonntag startet sie in der Breeders Crown für fünf- bis siebenjährige Stuten. Es geht im Hauptlauf um stolze 46.463 Euro. Und nach ihren zuletzt gezeigten Rekord-Leistungen auf der Rennbahn gehört Noxean Com zum engsten Kreis der Favoritinnen.
Rückblick: Als Dreijährige verpasste Noxean Com als Vorlauf-Vierte das Finale zum Stuten-Derby 2008 in Berlin-Mariendorf. Wegen Störens eines Teilnehmers wurde die frühreife Stute im Trostlauf mit ihrem ständigen Fahrer Andor Schute (42/Recklinghausen) im Sulky von der Rennleitung nachträglich disqualifiziert. Danach war ohnehin eine längere Pause vorgesehen.
Noxean Com musste ihre Renn-Laufbahn dann aber auf Grund der unvorhergesehenen Schwangerschaft sogar für über ein Jahr unterbrechen. Und Hubert Beckmann machte sich auf die Suche nach dem Vater des Fohlens, das im Februar 2009 zur Welt kam. Wir hatten Höwings Oh Titan unter Verdacht, mit dem Noxean Com häufiger nebeneinander auf der Koppel stand. Das bestätigte sich aber nicht. Der Hengst Oh No, das Fohlen von Noxean Com, wird zukünftig als Freizeitpferd eingesetzt. Eine Karriere auf der Trabrennbahn kommt für den Nachkommen der Beckmann-Stute laut Statuten nicht in Frage. Dafür müssten wir den Vater kennen, sagt Beckmann.
Noxean Com kehrte im Herbst 2009 wieder auf die Rennbahn zurück. Die kleine Kesse mit der stattlichen Größe von 1,70 Meter Stockmaß hatte sich gemacht. Unter anderem sprang ein zweiter Platz im Breeders Crown-Hauptlauf für vierjährige Stuten hinter Yewel Boshoeve heraus.
Die aktuelle Saison 2010 verlief noch wesentlich besser. Beachtliche 26.950 Euro verdiente Noxean Com, die mit ihrem ungewöhnlichen Namen für die ehemalige Firma von Hubert Beckmanns jüngster Tochter Susanna (Internet-Adresse: www.noxean.com) Werbung laufen sollte. Den Löwen-Anteil von 15.000 Euro gab es für den Gewinn des Stuten-Pokals in Gelsenkirchen.
Weitere 7.500 Euro wanderten für Platz zwei im Stuten Grand-Prix Mitte Oktober hinter Parisienne Blue auf das Konto. Dabei musste Noxean Com am Nienhausen Busch gegenüber ihrer Konkurrentin freilich eine Zulage von 25 Metern wettmachen. In einer durchschnittlichen Kilometer-Zeit von 1:14,2 Minuten über die Steher-Distanz von 2.625 Metern stellte Noxean Com einen neuen deutschen Steherrekord für Stuten aller Altersklassen auf. Die alte Bestmarke von 1:15,0 Minuten pulverisierte die Beckmann-Stute geradezu. Dass es noch schneller geht, bewies Noxean Com in Paris-Vincennes. Anfang Juli kam sie in 1:13,0 Minuten auf Rang fünf. Auch das ist - für die Mitteldistanz - Deutscher Rekord für fünfjährige Stuten.
Nun steht für Noxean Com am Sonntag der Start in der Breeders Crown an. Fahrer Andor Schute kennt die Stute aus dem Effeff. Denn der 42-Jährige hat Noxean Com bei ihren bisherigen 20 Auftritten immer gesteuert.
Zu den größten Konkurrentinnen der Beckmann-Stute zählt erneut ihre Vorjahres-Bezwingerin Yewel Boshoeve, die als frische Siegerin aus Schweden anreist und vom gebürtigen Österreicher Peter Untersteiner (49/Halmstad) gesteuert wird. Ebenfalls aus Schweden kommt Titelverteidigerin Donna Clara an den Nienhausen Busch. Trainer Joakim Lövgren (44/Skurup, SE) ist der Fahrer der sechsjährigen Stute, die in ihrer Karriere bereits über 100.000 Euro verdient hat. Sie musste sich zuletzt im Stuten-Grand Prix allerdings Noxean Com schon geschlagen geben. Kein Wunder, dass Hubert Beckmann zuversichtlich ist: Die Stute ist gut drauf. Alles ist möglich.

Was ist eigentlich die Breeders Crown?

Gelsenkirchen (mspw) - Die Rennen um die Breeders Crown (Züchter-Kronen), die bei einem Drei-Tage-Meeting vom 5. bis 7. November auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn vergeben werden, sind zeitgenau eingeteilt. Freitags (Beginn 18.30 Uhr) finden die Hauptläufe der Vierjährigen statt, samstags ab 18.00 Uhr werden die Hauptläufe der Dreijährigen entschieden, sonntags ab 14 Uhr die Hauptläufe der Zweijährigen sowie der Fünf- bis Siebenjährigen.
In den Rennen um die Züchter-Kronen sollen jeweils die besten Pferde ihres Jahrgangs auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn an den Start kommen.

Einem breiten deutschen Publikum ist der Begriff Breeders Crown noch immer nicht leicht zu vermitteln. Er hat Tradition vor allem in den USA. Dort wird der Breeders Cup der Galopper auf einer der führenden Bahnen ausgerichtet, und zwar seit 1984. Breeders Cup ist ein Überbegriff für 14 Rennen in denen es um 25,5 Millionen US-Dollar geht. Das hochkarätigste Rennen ist der Breeders Cup Classic für Dreijährige.

Bei den Trabern gibt es, ebenfalls seit 1984, die Breeders Crown, Parallelveranstaltungen für Traber und Pacer. In diesem Jahr fanden sie am 9. Oktober auf der Bahn in Pocono Downs in Plains (Pennsylvania), getrennt nach Alter, Geschlechtern und für Pacer sowie Traber, statt.
1995 wurde auch bei den Trabern in Deutschland die Breeders Crown (Deutsch: Züchter-Krone) begründet. 1998 wurden die ersten Rennen gelaufen, und zwar für Zweijährige. Ab 2001 konnte die Rennserie dann für alle vorgesehenen Jahrgänge – von den Zwei- bis Siebenjährigen – veranstaltet werden. Derby, Großer Preis von Deutschland und Breeders Crown (Kurzform BC) werden vom Dachverband HVT als Höhepunkte der Saison eingestuft.

BC-Rennen sind Vergleichsrennen für inländische Pferde, die speziell für die BC angemeldet werden mussten. Das geht nur für Fohlen, deren Väter bereits als Deckhengste für die BC nominiert wurden. Die BC-Rennen werden für zwei-, drei- und vierjährige sowie für fünf- bis siebenjährige Traber getrennt nach Jahrgang und Geschlecht veranstaltet. Hengsthalter, Züchter und Besitzer zahlen Gebühren und Einsätze, der jeweilige Rennveranstalter trägt einen Eigenanteil bei. Daraus ergibt sich die Dotierung der BC-Rennen nach einem festgelegten Schlüssel.

Die BC der Traber in Deutschland ist also eine Rennserie, in die man sich einkaufen muss, um daran teilnehmen zu können. Das Attribut genannt für die BC ist inzwischen ein wichtiges Prädikat beim An- und Verkauf von Trabrennpferden. Letztlich soll die BC zu einer Aufwertung der Zucht führen. Für die besten Deckhengste ist die BC eine Leistungsplattform, über die der Markt angekurbelt werden soll. Rennveranstalter und Wettvermarkter Win Race fördert die BC unter anderem durch die Erstattung der jeweils ersten Einsätze für die BC-Anmeldung durch die Besitzer.

Versteigerung von 44 Jährlingen im Van der Valk-Hotel in Gladbeck

Fünf Abano As-Nachkommen auf

der Breeders Crown-Eliteauktion

Gladbeck (mspw) - Zum zweiten Mal fand am Samstag (16-10-10) »die Breeders Crown-Eliteauktion« im Van der Valk-Hotel in Gladbeck statt. Am Vorabend des ELE Großen Preises von Deutschland (161.190 Euro) auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen wurden 44 prominent gezogene Traber-Jährlinge versteigert. Beginn der Auktion war um 19 Uhr. Schon vier Stunden vorher konnten die Pferde vor Ort besichtigt werden.
Der Gesamtumsatz von 437.600 wie der Durchschnittspreis von 12.155,56 Euro sind kaum zu gebrauchen, weil mehrere zum Teil fünfstellige Bietgebote im Grunde Rückkäufe waren. Im Rahmen der Auktion wurde auch noch ein Deckgutschein vom zur Zeit gefragten Main Wise As für 6.500 € von F. Oortveld ersteigert.
Die Ergebnisse:
  1. Carlos Greenwood   Ufo kievitshof
  x Run to Fly
€  7.000 Gerrits Recycling
  2. Mozart As DE   Abano As x Mandoline As €  5.000 Schockemöhle
  3. Kallistos DE   Juliano Star x Charleen - - - - -
  4. Clint Attack DE   Incredible Crafts
  x P'Bird Mon Amie
- - nicht vorgestellt
  5. Lindo Eden DE   Unforgettable
  x Quickstar Hornline
€   3.000 J. Elzinga
  6. Carlos Kievitshof DE   S.J.'s Photo
 x Shes Got It Al
€ 19.500 Gerrits Recycling
  7. Hiva OA DE   Prodigious
  x Hello Marylou
€   2.800 J.H. Schwarma
  8. Shave DE   Tipi x Shawnee €   3.800 J. Brandt
  9. Condor Di Quattro DE   Dream Vacation
  x Panolama Sund
€   5.500 T. Bosner
10. Sugar Amor SW   Sugar Trader x Ludina €   2.000 Frau Jost-Schick
11. Mythbuster DE   abwesend - - - - -
12. OS Ally DE   Oscar Schindler Sl
    x Petite Pois
€   3.000 O. Schröder
14. Toledo As DE   Sarenne As x Tamia €   4.200 F. Proest
15. Cartier Greenwood DE   Eilean Donon
    x Leila Enzelens
- - - - - -
17. Lady Oscar DE   Oscar Schindler Sl
    x Lueca Stormy
- - - - - -
18. Höwings Rocky DE   Pink Diamond x Go Lucky - - - - - -
19. Caja Attack DE   Diamond Way
  x Iris Attack
€   2.800 R. Spengler
20. Cipriani DE   Love You x Cocomo € 10.500 F. Grosse-Lembeck
21. Kid Rock DE   Abano As
  x Kitten Think Big
€ 30.000 J. Brandt
22. Canon Rich DE   Muscles Yankee
  x Sugar Rich
€ 21.000 U. Mommert
23. Clint Kievitshof DE   Muscles Yankee
  x Sweet Home Alabama
€ 30.000 U. Mommert
24. Canavaro As DE   Abano As x Cartomante €  8.500 T. Bosner
25. Cunera Beuckenswyk DE   Look de Star
  x Mayrita Cunera
€  2.200 H. Schilstra
26. Ocean Donon DE   Eilean Donon
  x Ulaine Boko
€  2.800 P.J. Wals
27. Cash Greenwood DE   Super Arnie
  x Uschka Kievitshof
€  5.500 F. Bins
28. Comeonhill DE   Quite Easy x Chanou €  6.500 Gerrits Recycling
29. Kafka DE   Ufo Kievitshof x Eiffel Bi € 10.000 Gerrits Recycling
30. Cadans Frisia DE   Diamond Way
  x Poupee d'Aunou
€  9.500 Hodij Coatings
31. Cosmos Limburgia NL   Andover Hall
  x Electric Muscles
€ 21.000 Vibelzee BV
32. Vicomtesse DE   Prodigious x Erin Arifant €  2.400 H. Spiekermann
33. Arnieca Eden DE   Super Arnie
  x Classy Valley
€  2.600 Frau M. Roßmann
34. Christina Attack DE   Defi d'Aunou
  x Joke Attack
€  3.600 Jager
35. Savannah As DE   Abano As x Sunset Lane € 11.000 F. Zickmantel
36. Womanizer DE   Abano As x Weltblut € 29.000 J. Brandt
37. Kubi Kievitshof DE   Conway Hall
  x Orchidee Boshoeve
€ 28.000 P. Heitmann
38. Chanel Di Quattro DE   Flirtin Man
  x Evita Idzarda
€ 12.500 Stal Quattro
39. Camiel Kievitshof DE   Super Arnie
  x Opera November
€ 42.000 Gerrits Recycling
40. Clair Greenwood DE   Santana Boko
  x Urielle Kievitshof
€  3.400 F. Bins
41. Punk DE   Angus Hall x Primavera € 30.000 Vibelzee BV
42. Slumdog DE   Love You x Ilona As € 14.500 Frau M. de Bruyn
43. Cotton Rich DE   Angus Hall x Ottey Rich € 31.000 F. Zickmantel
44. Tessie As DE   Diamond Way
  x Tiegs Blue Chip
€ 11.500 Hanski
Zu den Nachwuchstalenten, die auf einer der früheren BC-Eliteauktionen ersteigert wurden, zählt unter anderem Spitzen-Traber Russel November. Der inzwischen siebenjährige Hengst gewann in seiner Laufbahn nicht weniger als 1,2 Millionen Euro. Unter anderem triumphierte Russel November 2006 im Deutschen Derby. Züchter des Hengstes ist Michael Schröer (Unna/Stall November). Sein erster Triumph war 2005 der Gewinn der Breeders Crown für Zweijährige.
Einer der 44 Jährlinge, der auf der diesjährigen Gladbecker Auktion angeboten wird, kann durchaus in die Fußstapfen eines Russel November treten. Mit je fünf Jung-Trabern sind der frühere Springreiter-Olympiasieger Alwin Schockemöhle (73/Mühlen) und das Gestüt Stormy Horses von Jörg Brandt (48/Scharbeutz) als Anbieter am häufigsten vertreten.
Auffällig: Sowohl Schockemöhle als auch Brandt haben bei ihren Jährlingen besonders auf Abano As als Vaterpferd gesetzt. Drei Pferde von Schockemöhle und zwei von Brandt stammen von dem deutschen Derby- und Prix d’Amerique-Sieger ab. Außerdem werden auch drei Produkte des Jahrhundert-Vererbers Diamond Way versteigert.



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Das Meeting 2009

Brioni: Mit Deutschland-Debut

der Star dieser Breeders Crown

Kataja im Spaziergang
Viermal Oranjes bei den Hengsten
Mutterstute auf dem zweiten Platz
Erste Krone für Yewel Boshoeve

Yankee Elmo flitzte allen davon
Beim Drei-Tage-Meeting wurde insgeamt
ein Umsatz von 473.093 Euro erzielt.
Den Hauptanteil schaffte dabei der
Sonntag mit 225.955 Euro. Samstag:
120.811 - Freitag: 126.327 Euro.
Gelsenkirchen (mspw) - Schon beim Warmmachen kam er daher wie ein Star, der sich den Fotografen stellt. Und dann zeigte der sechsjährige Hengst Brioni aus dem Gestüt Lasbek von Unternehmer Günter Herz (69) bei seinem Deutschland-Debüt auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn, was er für ein Kracher ist. Im Hauptrennen des Drei-Tage-Meetings, in dem fünf- bis siebenjährige deutsche Hengste am Start waren, bestätigte Brioni mit seinem schwedischen Fahrer Joakim Lövgren (43/Skurup) die Einschätzungen des Wett-Publikums. Als haushoher 12:10-Totofavorit gewann er das mit 78.050 Euro dotierte BC-Züchter-Krone-Rennen. Für Günter Herz gab es ein Preisgeld von 44.883 Euro inklusive Züchterprämie.

Der jetzt in Frankreich trainierte Lasbeker Hengst kam bei seinem 27. Start zu seinem 23. vollen Erfolg, hat nun eine Gewinnsumme von mehr als 300.000 Euro vorzuweisen. Dabei hatte der Spätstarter, inzwischen sechs Jahre alt, seine Laufbahn erst als Vierjähriger begonnen.
Die Zuschauer in Gelsenkirchen hatten Brioni schnell in Front gesehen. Aber dann bremste Joakim Lövgren das Tempo, wodurch das Rennen recht langsam wurde. Aber niemand aus dem Fahrerfeld wagte einen Vorstoß auf den Favoriten, ehe es Gerd Biendl (52/München) mit Gustav Diamant zu bunt wurde. Er kam immer näher an Brioni heran. Als auch noch Sir Karan mit Roland Hülskath (34/Mönchengladbach) gut mithielt und sich nicht abschütteln ließ, bemerkte Lövgren, dass er mit Brioni, der ein wenig nach außen lief, doch etwas mehr tun musste. Das machte er dann auch, legte in der entscheidenden Phase genügend zu und siegte leicht mit eineinhalb Längen in der durchschnittlichen Kilometerzeit von 1:15,0 Minuten.

Dann dauerte es einige Zeit, weil die Rennleitung das Geschehen auf der Zielgeraden noch einmal überprüfte. Weil Brioni nämlich nach außen gedrängt hatte, kam an der Innenkante Sir Karan auf freie Bahn und sicherte den Besitzern Ursula Augst (67/Sprockhövel) und Manfred Wulf (69/Lüdinghausen) noch das zweite Geld. Die Rennleitung sah das nicht als rennentscheidend an. Dritter wurde Gustav Diamant für die Besitzergemeinschaft Johann Holzapfel/Max Schwarz (Anzing/Langenmosen). Gerd Biendl war nicht ganz zufrieden: Ich hatte leider kein Führpferd. Der Sieger Brioni ist allerdings auch ein sehr gutes Pferd, gehört zur europäischen Spitze.

Siegfahrer Joakim Lövgren kündigte für Brioni noch weitere Starts in diesem Jahr in Frankreich an. Genauere Pläne, beispielsweise für einen Start Ende Januar im Prix d’Amerique auf der berühmten Rennbahn in Paris-Vincennes, habe man allerdings noch nicht.
Corleone kam mit Olivier Monshouwer (36/Vaterstetten) für den Stall Wieserhof von Renate Lindinger aus Aschheim auf Rang vier. Michael Schmid (42/Oberhausen) sicherte sich mit Odessa Santana für Angelika Gramüller (50/München) das letzte Preisgeld.

Ex-Derbysieger Unforgettable, inzwischen sieben Jahre, war nach einem Startfehler mit Arnold Mollema (60/Wolvega, NL) früh aus der Partie. Mollema, der nach einer Hüftoperation sein erstes Rennen seit März bestritt, meinte: Der Hengst war nach einer mehrmonatigen Pause vielleicht einen Schuss zu frisch. Ich musste ihn am Start mächtig bremsen. Dabei kam er von den Beinen, so dass wir ohne jede Chance waren.

Auch bei den fünf- bis siebenjährigen Stuten ging es im Hauptlauf um 78.050 Euro. Sie hatten sich am frühen Sonntag-Nachmittag in zwei Vorläufen für das Finale qualifizieren müssen. Donna Clara und Indira Comtessa waren als Vorlaufsieger natürlich auch für den Endlauf bei den Wettern gefragt.
Donna Clara, gezogen von der Norddeutschen Christine Frahm, bestätigte das Vertrauen, gewann mit Joakim Lövgren (drei Tagessiege am Nienhausen Busch!) für den schwedischen Besitzer Lars Larsson (Malmö) das Finale mit einer beeindruckenden Finish-Leistung.

An der Innenkante schob sich noch die 722:10-Außenseiterin Velten Moviestar mit Hans-Joachim Tipke (52/Heeslingen) für Besitzerin Sigrid Velten (Hochheim) auf den zweiten Platz vor. Das konnte Tipke zu einem Großteil auch Josef Franzl junior (38/Sauerlach) verdanken, der die Innenkante mit Indira Comtessa auf der Zielgeraden aufgemacht hatte, was Einfluss auf das Endergebnis hatte. Deswegen wurde Indira Comtesse ganz aus der Wertung genommen, verlor den vierten Platz, den sie hinter Mona Lisa As mit Cees Kamminga (45/Willemsoord, NL) ursprünglich belegt hatte. Für Aprilliebe mit Michael Nimczyk (23/Willich) und Cherry Lane As, gesteuert von Thomas Panschow (42/Bladenhorst), blieben die letzten Platzgelder.

Finca mit Riesenschritten zum klaren Sieg

Winterfavorit Super Neo wieder vorn

Gelsenkirchen (mspw) - Das sieht überhaupt nicht so schnell aus. Aber Finca hat eine Schrittlänge, das erlebt man nicht alle Tage, strahlte Michael Schmid (42/Oberhausen) nach seinem Sieg im BC-Züchter-Krone-Rennen für zweijährige Stuten (18.600 Euro) am Sonntag (8-11-09) auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn. Die Siegprämie ging an den niederländischen Stall Vibelzee von Ger Visser (50/Deventer). Als Züchter durfte sich Günter Herz (69) für sein Gestüt Lasbek freuen. Trainer ist Hugo Langeweg junior (25/Schagerbrug, NL). Das zweite Preisgeld ging durch Forever yours mit Michael Nimczyk (23/Willich) an einen finnischen Recycling-Unternehmer aus Tampere. Und auch das Geld für den dritten Rang durch Lady Maud mit Roland Hülskath (34/Mönchengladbach) wird an einen investitionsfreudigen Besitzer im Ausland, nämlich in die Niederlande, überwiesen.

Fincas Sieg, am Toto mit 17:10 belohnt, fiel überlegen mit sechs Längen aus. Die imponierende Zeit über den durchschnittlichen Kilometer betrug 1:16,0 Minuten, eine Rekordverbesserung von Finca um 2,2 Sekunden! Zwei Pferde des Gestüts Lauvenburg von Heinrich Gentz (56/Kaarst) schnappten sich die weiteren Preisgelder: Beyoncee mit Thomas Panschow (42/Bladenhorst) und Vin Race mit Benjamin Hagen (37/Berlin), beide trainiert von Gerd Holternann (53) in Bladenhorst.
Georgy Girl mit Hannu Voutilainen (52/Aschheim) war nach einem Fehler chancenlos. Kamina, eine Schwester der dreijährigen BC-Siegerin Kataja aus dem Stall von Marion Jauß (70/Neritz), lief recht ausdruckslos, wirkte noch nicht so reif und muss noch einiges lernen, um an das Leistungsvermögen ihrer berühmten Schwester heran zu kommen.

Bei den zweijährigen Hengsten, dem jüngsten Jahrgang, ging es um 23.250 Euro Gesamtdotierung. Acht deutsche Besitzer gegen Egbert Oosterhofs (50/Wolvega, NL) und seinen von Cees Kamminga (45/Willemsoord, NL) gefahrenen krassen Außenseiter Toolbox.
Wie schon im Preis des Winterfavoriten setzte sich Super Neo mit Thomas Panschow für den 67-jährigen Odenthaler Ingenieur Henno Sürder durch. Super Neo hatte schnell die Spitze genommen, wurde dann kurz von Picasso mit Michael Schmid abgelöst. Doch Panschow ließ sich auf nichts ein. Er nahm Super Neo, dessen Züchter ebenfalls Henno Sürder ist, heraus und dirigierte ihn erneut an die führende Position.

Auch einen Schlussangriff von Like that Diamant, für den Stall M.S. Diamanten von Max Schwarz (59/Langenmosen) von Gerd Biendl (52/München) gefahren, wies Super Neo ab und war im Ziel sicher mit einer Länge vor dem Biendl-Schützling. Picasso bestätigte als Dritter seine gute Vorstellung aus dem Probelauf. Toolbox wurde im Übrigen Fünfter hinter Defiant Dancer.
Kommentar von Siegfahrer Thomas Panschow: Wir waren Favorit und mussten uns das Rennen selbst machen. Im Winterfavoriten hatte ich noch eine defensivere Fahrweise ausprobiert. Super Neo hat alles ganz fein gemacht. Erstaunlich, wie gut er die lange Saison gemeistert hat. Dass er nun im nächsten Jahr zum engeren Favoritenkreis im Derby zählt, dürfte nach seinen Leistungen klar sein. Erst einmal geht es jetzt in die verdiente Winterruhe.
nach oben Gerd Biendl war mit dem zweiten Rang von Like that Diamant keineswegs unzufrieden. 600 Meter vor dem Ziel habe ich gemerkt, dass ich eine Chance haben würde. Der Hengst ist besser gegangen, als ich es eigentlich erwartet hatte.

Züchter-Kronen werden mit 570.000 Euro vergoldet
(mspw) - Es ist das Gipfeltreffen des deutschen Trabrennsports, bei dem ab Freitag drei Tage lang auf der Gelsenkirchener Rennbahn in der Breeders Crown die Züchter-Kronen vergeben werden. Deutschlands Beste treffen in Jahrgangsrennen aufeinander. Die Dotierung ist üppig. Insgesamt werden rund 570.000 Euro an Rennpreisen und Züchterprämien ausgeschüttet.


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Die Starterlisten vom Sonntag
Die nach amerikanischem Vorbild auch in Deutschland eingeführte Rennserie um die BC-Züchter-Kronen findet erstmals wieder gebündelt an einem Ort statt. Auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn soll mit dieser Veranstaltung ein weiterer Schritt zur Aufwertung der Zucht unternommen werden. Startberechtigt sind nur Nachkommen von Deckhengsten, die für die Breeders Crown angemeldet wurden. Für die hohe Dotierung sorgen unterm Strich vor allem Deckhengsthalter, Züchter und Besitzer mit ihren Nominierungsgebühren. Der Rennverein in Gelsenkirchen steuert noch einmal als besonderen Anreiz 20 Prozent zu den Rennpreisen hinzu. Den Veranstalter Win Race kostet dieses Engagement damit rund 90.000 Euro zusätzlich.

Bei so lukrativen Preisgeldern verwundert es nicht, dass bis auf wenige Ausnahmen alle Spitzentraber aus ganz Deutschland anreisen. Einer der Stars ist der sechsjährige Hengst Brioni, der dem Unternehmer und Züchter Günter Herz (Gestüt Lasbek) gehört. Der in SüdSchweden bei Joakim Lövgren stationierte Hengst, der erst recht spät im Alter von vier Jahren erstmals ein Rennen bestritt und inzwischen 271.000 Euro gewann, triumphierte in 22 seiner bisher 26 Rennen, von denen er nicht ein einziges in Deutschland bestritt.

Nun gibt er am Sonntag bei den Fünf- bis Siebenjährigen sein Debüt in dem Land, in dem er auch gezogen wurde. Die Gegner sind hochkarätig. Mit Unforgettable gehört ein ehemaliger Derbysieger ebenso dazu wie der einstige Derby-Zweite Sir Karan, der freilich beim letzten Aufeinandertreffen auf der berühmten französischen Rennbahn in Paris-Vincennes gegen Brioni schon den Kürzeren zog.
Die Veranstaltungen auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn beginnen am Freitag um 18.30 Uhr, Samstag um 18.10 Uhr und Sonntag um 13.20 Uhr.



BC-Hauptläufe für Fünf- bis Siebenjährige Sonntag als Höhepunkte

Super-Brioni auch noch mit Losglück

Gelsenkirchen (mspw) - Wenn der schwedische Traber-Trainer und -Fahrer Joakim Lövgren (43/Skurup) über den sechsjährigen Hengst Brioni spricht, kommt er aus dem Schwärmen nicht mehr heraus. Brioni ist ein Profi, ein komplettes Rennpferd. Auf jeder Distanz und bei jedem Rennverlauf kann er gewinnen, lobt der Spitzen-Fahrer. Sonntag (8-11-09) können sich die Besucher der Trabrennbahn in Gelsenkirchen (elf Rennen, erster Start 13.20 Uhr) von Brionis Können überzeugen. Dann absolviert der Hengst, der Günter Herz (Gestüt Lasbek) gehört, im Hauptlauf zur Breeders Crown für Fünf- bis Siebenjährige (Dotierung: 78.050 Euro) überhaupt seinen ersten Start auf deutschem Boden.

Brioni, ein Rennpferd, das für sich einzunehmen weiß: Ein Kraftpaket, überdurchschnittlich groß und muskulös. Imposant sind auch seine Leistungen. In zweieinhalb Jahren gewann der Lövgren-Schützling in Schweden und Frankreich bei 26 Starts nicht weniger als 22 Prüfungen, platzierte sich zusätzlich zweimal im Geld. Dabei gewann Brioni Prämien in Höhe von 271.759 Euro.
Allein bei seinen letzten drei Erfolgen in Serie auf der berühmten Rennbahn in Paris-Vincennes wanderten innerhalb nur eines Monats 89.000 Euro auf das Prämien-Konto des Sechsjährigen. Nun soll die Gewinnsumme in Gelsenkirchen weiter aufgestockt werden. Bereits am Samstag wird Brioni, der zuletzt in Frankreich stationiert war, am Nienhausen Busch eintreffen. Sein Fahrer Lövgren wird von Schweden aus Sonntagmorgen mit dem Flieger nach Deutschland aufbrechen.

Die Voraussetzungen für einen Erfolg von Brioni in Gelsenkirchen sind gut. Er hat überhaupt keine Probleme, sich auf fremde Bahnen einzustellen. Zwar wird er zum ersten Mal ein Rennen auf einem Rechtskurs bestreiten. Im Training hat er jedoch schon bewiesen, dass er auch das kann, ist Lövgren optimistisch.
Und noch etwas könnte für Brioni sprechen. Bei einem Start in Jägersro Anfang März hatte sich der Hengst einen Hornspalt zugezogen. Die Verletzung zog eine Pause von mehr als vier Monaten nach sich, erinnert sich Lövgren, der seit 1998 in Skurup an der schwedischen Südküste seine eigene Trainier-Anstalt betreibt. Brioni befindet sich jetzt erst in der Saisonmitte, ist noch frisch. Das kann Sonntag ein Vorteil sein, glaubt der Schwede.

In der Karriere von Brioni war die Zwangspause in diesem Jahr die bisher einzige längere Unterbrechung wegen einer Blessur. Lövgren: Jetzt ist er wegen seiner starken Muskeln für Verletzungen wenig anfällig. Seit Ende 2006 befindet sich Brioni bei Joakim Lövgren im Training. Seine extreme Größe war anfangs ein Problem. Hinzu kam sein manchmal überschäumendes Temperament. Deshalb haben wir beschlossen, Brioni erst vierjährig - also relativ spät - für den Rennbetrieb zu qualifizieren. Seine Entwicklung war als Dreijähriger noch nicht abgeschlossen, so Lövgren, der mit Spitznamen Jocke gerufen wird.

nach oben Zu Brionis größten Erfolgen zählt der Gewinn des Europa-Championats der Fünfjährigen Mitte September 2008 im schwedischen Aby. Mittlerweile zählt Brioni zu den besten sechsjährigen Trabrennpferden Europas. Sonntag in Gelsenkirchen fordern ihn sieben Starter heraus. Darunter sind mit Corleone (Olivier Monshouwer/36/Vaterstetten), Sir Karan (Roland Hülskath/34/Mönchengladbach) und Gustav Diamant (Gerd Biendl/52/München) auch drei Pferde, die Brioni in dieser Saison schon geschlagen hat. Das Losglück, das ihm auch noch Startplatz 2 sicherte, hätten alle seine Gegner nötiger gehabt.


Samstag (7-11-09): Kataja beste dreijährige Stute in der BC

Spaziergang mit 15.000 € belohnt

Gelsenkirchen (mspw) - Ihren Sieg im Deutschen Stutenderby hat die dreijährige Kataja aus dem Besitz von Marion Jauß (70/Neritz) mit Heinz Wewering (59/Hamburg) im Breeders Crown (Züchter-Krone)-Rennen auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn beeindruckend bestätigt. Für Wewering und Kataja war es ein besserer Spaziergang gegen elf Konkurrentinnen, immerhin mit stolzen 15.085 Euro belohnt. Heinz Wewering: Ich hatte es ja angekündigt: Schon im Training hatte Kataja angezeigt, dass sie wieder die Form wie beim Stutenderby zur Verfügung hat.

Der Ex-Champion weiter: Mit Jasmina, die mit Michael Schmid Zweite wurde, und Lady Wood, von der wir noch im Derby-Vorlauf geschlagen wurden, waren starke Gegner zur Stelle. Aber wir sind wunschgemäß schnell in Führung gekommen und konnten uns das Rennen selbst machen. Unsere Rechnung ist aufgegangen. Und eine Zeit von 1:15,3 Minuten für den durchschnittlichen Kilometer läuft eine dreijährige Stute auch in Gelsenkirchen nicht alle Tage. Wewering kündigte an, dass die Saison mit dem Sieg in Gelsenkirchen beendet ist. Sie hat sich die Ruhe redlich verdient, meinte der gebürtige Münsterländer.

Michael Schmid (42/Oberhausen) hatte mit Jasmina die günstige Startnummer 1 nutzen können, wurde zwar früh von Kataja gestellt, doch konnte sich Jasmina immer in der Nähe der überlegenen Siegerin halten. Schmid nach seinem Ehrenplatz: Gegen eine Kataja in Bestform hatten wir nichts zu bestellen. Aber ich glaube, das Beste rausgeholt zu haben. Rang drei belegte Riwa mit Michael Nimczyk (23/Willich), nicht weit hinter Jasmina. Für die stark am Wettmarkt notierte Lady Wood und Peter Strooper (43/Callantsoog, NL) blieb nur der siebte Rang.

In einem BC-Entlastungslauf für fünf- bis siebenjährige Hengste und Wallache siegte der Frischling Benjamin (alte Gewinnsumme 6.150 Euro, jetzt 10.331 Euro) mit Roland Hülskath (34/Mönchengladbach) im Sulky für niederländische Farben gegen den reichen Herkules Diamant (alte Gewinnsumme 72.844 Euro) mit Gerd Biendl (52/München) im Sulky. Der Diamant führte lang, wurde aber nur Vierter und musste sich deshalb mit einer Prämie von 836 Euro zufrieden geben. Der 18:10-Favorit Isalus, von Klaus-Peter Kern (54/Gunnebo) in Schweden für den Bochumer Michael Jost (37) trainiert, kam vom Ende des Feldes spät angeflogen, war auch noch durch eine leichte Kollision im letzten Bogen behindert worden und lief noch auf Rang zwei vor Wessel Heikant mit Jesse ter Borgh (22/Amsterdam). Heinz Wewering wurde mit Don Diego disqualifiziert.

Eine Entlastung für dreijährige Hengste und Wallache sah nach der Streichung von Hoover As und Cobiro As nur sechs Pferde für die fünf Preisgelder am Start. Rund 1.000 Euro mussten nicht ausgezahlt werden, denn mit dem Derby-Sechsten Zipper Rich, I will fight for U und Heros Champ kamen nur drei Teilnehmer fehlerfrei ins Ziel. Der klare Favorit Zipper Rich siegte mit Peter J. Strooper zum Totokurs von 13:10.

Die Entlastung für fünf- bis siebenjährige Stuten brachte einen Erfolg für More Diamonds (Jesse ter Borgh), die sich trotz eines aufwändigen Rennverlaufs sicher mit einer halben Länge gegen Vanessa Boshoeve und German Love behauptete. Rang vier ging an Espania. Die Viererwette wurde nicht getroffen, so dass ein Jackpot in Höhe von 6.340 Euro bereits am Sonntag zusätzlich ausgeschüttet werden konnte.

Etwas zum Schmunzeln für Insider war der Ausgang in einer Dreijährigen-Stuten-Entlastung. Sieger wurde für den Kölner Stall Cortina von Doris Wilhelm die zuletzt deutlich gesteigerte Viva Cortina mit dem 18-jährigen Niederländer Robbin Bot (Wolvega). Der ist liiert mit Heinz Wewerings Tochter Marie Charlotte. nach obenDoch wer Wewering kennt, der weiß auch, dass er auf solche Umstände keine Rücksicht nimmt. Er wurde vor allem deswegen hinter Viva Cortina, die seiner Schwiegermutter Doris Wihelm gehört, nur Zweiter, weil er mit Delhi aus dem Stall seiner Chefin Marion Jauß nie an die Innenkante kam, viel tun musste und am Ende froh sein durfte, die lange führende Hella Hannover mit Josef Franzl junior (38/Sauerlach) noch für das zweite Geld in Schach gehalten zu haben.


Oranje-Triumph mit Burgerheide

Gelsenkirchen (mspw) - Der niederländische Fahrradhändler Meindert Terpstra (68/Noordbergum) hätte am Samstag (7-11-09) schon sehr viele Zweiräder verkaufen müssen, um 21.119 Euro zu verdienen. Sozusagen nach Geschäftsschluss gegen 21.30 Uhr konnte Terpstra exakt diesen Verdienst einstreichen. Denn im Hauptlauf um die BC-Krone der dreijährigen Hengste und Wallache auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn sorgten Terpstras Hengste Marc Burgerheide und Peter Burgerheide für einen Doppelsieg. Appie Bosscha (49/Langezwaag/NL) ist Trainer dieses Duos, das von Ruud Pools (56/Heiloo) und Thomas Kooyman (48/Limmen) auf die ersten beiden Ränge gesteuert wurde.

Terpstra, der seit über 40 Jahren Pferde besitzt, hatte noch nie einen Super-Star in seinem Stall. Diesmal sind es gleich zwei. Marc Burgerheide, Dritter im Derby, und Peter Burgerheide, Derby-Fünfter, sind deutscher Abstammung und durften deswegen auch in der Breeders Crown (Züchter-Krone) starten.
Und wie sie das taten! Mit einem Blitzantritt war Peter Burgerheide sofort nach dem Start in Front. Ruud Pools ließ den am Toto favorisierten Marc Burgerheide (17:10) vorsichtig eintreten. Pools: Ich wollte nichts riskieren. Aber schon im ersten Bogen führte er seinen Schützling zum Angriff. Burgerheide vor Burgerheide hieß es schon früh, wobei allerdings auch Zalgado Transs R mit Cees Kamminga (Willemsoord/NL), der am Samstag 45 Jahre wurde, immer an der Innenkante mitmischte.

So blieb es bis Mitte des Einlaufs, als Ruud Pools Marc Burgerheide den Hals freigab, so dass sich der Favorit sofort von der Konkurrenz absetzte und überlegen mit drei Längen siegte.
Hinter Peter Burgerheide und Zalgado Transs R kam Thomas Panschow (42/Bladenhorst) mit dem von Arnold Mollema (60/Wolvega, NL) trainierten Zanetti Djamel trotz der ungünstigen Startnummer 13 auf Rang vier, so dass am Ende gleich vier Oranjes auf den am höchsten dotierten Rängen landeten. Max Stadler (56/Frauenau), Präsident des Traber-Dachverbandes HVT, meinte: Ich freue mich, dass unsere niederländischen Freunde für ihr Investment in deutsche Trabrennpferde so reichlich belohnt werden.

Im Entlastungsrennen für dreijährige Hengste und Wallache blieb der 13:10-Favorit Salut ohne Geld. Heinz Wewering hatte unbedingt in zweiter Spur die Spitze gegen den Schnellstarter Gri Divi Crown mit dem in Schweden arbeitenden Klaus-Peter Kern (54) erreichen wollen, was nur kurzzeitig gelang, denn Gri Divi Crown zog an der Innenkante wieder an, so dass Wewering außen hängen blieb. Am Ende war Salut nur Sechster. Und auch Gri Divi Crown spürte auf den letzten entscheidenden Metern den Kraftakt gegen Salut, wurde nur Dritter. Lachender Gewinner war der gebürtige Finne Hannu Voutilainen, der nun in Bayern (Aschheim) ansässig ist. Sein Wallach Fairground kam am Start nicht sonderlich gut ab, belegte zunächst Rang sechs und musste außen gehen. Aber das machte dem Wallach überhaupt nichts aus. Im Gegenteil: Als Voutilainen ihn auf der Zielgeraden in die Entscheidung warf, entwickelte er so viele Reserven, dass er als 71:10-Überraschungssieger seinen Rekord um drei Sekunden (!) verbesserte. Drei Längen zurück wurde Tibur mit Josef Sparber (49/Taufkirchen) Zweiter.

nach oben In einer weiteren Entlastung für dreijährige Stuten setzte sich die von Josef Franzl junior (38/Sauerlach) früh an die Spitze gebrachte Lovely RD ganz sicher durch, war zum Kurs von 50:10 nie in Gefahr und blieb für Besitzerin Michaela Dürr (Denkendorf) sicher vor Uzuri mit Michael Schmid (42/Oberhausen) für Jörg Brandt (47/Scharbeutz) für dessen Erfolgsstall Stormy Horses. Norwegian Dream lief mit Roland Hülskath (34/Mönchengladbach) noch vom fünften auf den dritten Rang vor.

Breeders Crown-Hauptläufe der Vierjährigen am Freitag:

Holtermanns Love Times bestens gerüstet

Gelsenkirchen (mspw) - Bei ihrem letzten Auftritt auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen musste die Konkurrenz die Stute Love Times fast mit dem Fernglas suchen. Haushoch überlegen mit Weile gewann die von Gerd Holtermann (53/Bladenhorst) trainierte Stute einen Vorbereitungslauf zum Stuten-Grand Prix. Freitag startet Love Times am Nienhausen Busch (neun Rennen, erster Start 18.30 Uhr) mit Thomas Panschow (42/Bladenhorst) im Sulky im Hauptlauf um die Breeders Crown (Züchter-Krone) für vierjährige Stuten, dotiert mit 41.119 Euro.

Nach ihrem kürzlichen Sieg in Gelsenkirchen sollte Love Times eigentlich zunächst im Münchner Stuten-Grand Prix starten. Doch Besitzer Florian Marcussen (38), ein Geschäftsmann und Amateurfahrer aus Hamburg, war das Risiko einer Nachnennung wegen der entstehenden Kosten (rund 3.300 Euro) zu groß. Um die Nennungskosten zurückzubekommen, hätte Love Times nämlich mindestens Dritte werden müssen. Deshalb schickte Marcussen die Stute in Absprache mit Trainer Holtermann nach Schweden. Das war zwar auch teuer, kostete aber längst nicht so viel wie eine mögliche Nachnennung für das Rennen in München. Marcussen: Diese Entscheidung war genau richtig. Denn Love Times gewann mit dem schwedischen Spitzen-Fahrer Erik Adielsson (34/Malmö) im Sulky das Rennen auf der Bahn in Jägersro (Malmö) und kehrte mit 3.682 Euro Siegprämie in die Heimat zurück. Das war ein feiner Erfolg, resümierte Holtermann nach dem dritten Sieg in Serie zufrieden.

Vor dem BC-Rennen am Freitag präsentiert sich Love Times also in Top-Form. Zu Saison-Beginn hat ihr noch ein wenig die Kraft gefehlt. Deshalb haben wir ihr von Mitte Juni bis Ende August eine Pause gegönnt und das Training umgestellt, erklärt Holtermann: Jetzt hat sie an Muskelmasse zugelegt, ist für alle Distanzen bestens gerüstet.
Als Hauptkonkurrentin hat Holtermann Yewel Boshoeve mit Rekord-Champion Heinz Wewering (59/Hamburg) ausgemacht. Die von Marcel Hauber (39/Deurze, NL) vorbereitete Stute wurde bei ihren letzten drei Auftritten am Nienhausen Busch zweimal Dritte und einmal Zweite.

nach oben Wie bei den Stuten geht es auch im Hauptlauf für die vierjährigen Hengste und Wallach am Freitag um Prämien in Höhe von 41.119 Euro. Gute Chancen auf den Löwenanteil von 20.559 Euro für den Sieger hat Lets go on, der von seinem Trainer Heli Biendl (59/Ascha) gesteuert wird. An den letzten Auftritt seines Schützlings am Nienhausen Busch dürfte sich Biendl allerdings nicht so gerne erinnern. Im Großen Preis von Deutschland wurde Lets go on mit dem belgischen Hexenmeister Jos Verbeeck (52) nach einem Fehler bereits in der Startphase disqualifiziert. Die letzten Formen von Lets go on sagen überhaupt nichts über seine wahre Leistungsfähigkeit aus. Er hat im Training überzeugt, ist in sehr guter Verfassung, sagt Biendl, der sich nach seinem Gastspiel in Gelsenkirchen einer lange geplanten Hüft-Operation unterziehen wird.
Lets go on tritt unter anderem gegen Yankee Elmo (Thomas Panschow) an, den Überraschungs-Vierten aus dem Deutschland Preis. Als Mit-Favoriten gelten auch Sir Hajo (Heinz Wewering) und Winning Love mit Olivier Monshouwer (36/Vaterstetten) im Sulky.

Der -zigfache Champion hat 21 Fahrten an den drei BC-Tagen

Wewering: Das sind unsere Chancen

Gelsenkirchen (mspw) - Nicht weniger als acht Rennpferde bietet Heinz Wewering (59), Sieger in fast 16.300 Trabrennen, für seine Chefin Marion Jauß (70/Neritz) bei den Läufen um die Breeders Crown während des großen Drei-Tage-Meetings auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn auf. Für weitere 13 (!) Pferde, die nicht von ihm trainiert werden, wurde er als BC-Fahrer verpflichtet. Insgesamt 476.996 Euro werden von Freitag bis Sonntag an Rennpreisen verteilt. Wieviel geht davon an den jetzt in Hamburg lebenden Münsterländer Wewering? Hier das exclusive Wewering-Interview.

Herr Wewering, Sie rücken mit einer großen Streitmacht zur Breeders Crown an. Zuerst aber eine Frage, die zwei Pferde betrifft, die nicht mit von der Partie sind. Weswegen fehlen Ini Lou bei den vierjährigen Stuten und Baltimore As bei den zweijährigen Hengsten?
Wewering: Stuten-Derbysiegerin Ini Lou, übrigens eines der wenigen Pferde, die den letztjährigen Hengste-Derbysieger Nu Pagadi besiegt haben, kränkelte längere Zeit, hatte deswegen Ruhe. Sie befindet sich wieder im Training, ist aber noch nicht so weit für diese anspruchsvolle Prüfung in Gelsenkirchen. Baltimore As wurde nach seinem letzten Auftreten in Gelsenkirchen untersucht. Im Winterfavorit, wo er einen zweiten Platz zu Super Neo belegte, hat er sich wohl einen Chip (Anmerkung der Redaktion: leichte Knochenabsplitterung) zugezogen. Er wurde bereits operiert. Wir werden ihn erst im nächsten Jahr wieder sehen.

Und nun zu Ihren Startern aus dem Lot von Marion Jauß: Mit Kataja (Samstag) bieten Sie für die engagierte Besitzerin aus Neritz bei den dreijährigen Stuten die aktuelle Stuten-Derbysiegerin auf. Sie lief danach als 13:10-Favoritin in der Gelsenkirchener Entlastung zum St. Leger gegen starke Hengste, wurde Zweite. Wie ist die aktuelle Form?
Wewering: Wir wollen es nicht bei sechs Siegen, die ihr in acht Rennen gelungen sind, belassen. Kataja ist ein Klassepferd. Ich erwarte nach den letzten Arbeitsleistungen, dass sie im BC-Rennen genau so gut in Form ist wie beim Derby. Platzierung: 1 bis 3.

In der Entlastung der dreijährigen Stuten (Samstag) ist Delhi dabei!
Wewering: Die Startnummer 8 ist nicht ideal. Aber die Stute ist gut vorbereitet. Wir rechnen uns einiges aus. Platzierung: 1 bis 3.

Im Hauptlauf der dreijährigen Hengste und Wallache startet Samstag Wee Catch Diamond, der vorjährige Winterfavorit. Er zählte 2009 im Derby zu den Mitfavoriten, schied aber im Vorlauf aus. Wie steht es um ihn?
Wewering: Nach dem Derby haben wir ihn pausieren lassen. Er hat dann in Hamburg einen guten Probelauf hingelegt, kam danach bei seinem dritten Platz in Berlin erst spät frei. Die Form ist ansteigend. Platzierung gegen zwölf Gegner: 1 bis 5.

Im Entlastungsrennen der dreijährigen Hengste und Wallache (Samstag) spannen Sie Salut an.
Wewering: Der Wallach ist gut drauf. Er war Vierter in seinem Derby-Vorlauf, gewann dann den Trostlauf. Auch beim dritten Platz in der Entlastung zum St. Leger gefiel er mir mit Roland Hülskath im Sulky hinter Kataja durchaus. Salut hat das Zeug, weit vorne mitzumischen. Platzierung:1 bis 3.

Im Hauptlauf der zweijährigen Stuten (Sonntag) sind Sie mit Kamina (Startnummer 8) vertreten!
Wewering: Sie hat noch kein richtiges Rennen im Bauch. Aber ihr Probelauf in Hamburg war gut. Platzierung: 1 bis 4.

Im Entlastungslauf der zweijährigen Stuten (Sonntag) sind Sie mit Irancy, die Gerd Biendl fährt, und mit Indikid dabei.
nach oben Wewering: Irancy war in Berlin hinter dem Auto noch recht nervös. Aber sie überzeugt in der Arbeit. Platzierung: 1 bis 4. Indikid hat gut gearbeitet. Sie zeigte sich bei ihrem Erstauftritt in Berlin als Dritte gut an. Es ist alles in Ordnung mit ihr. Platzierung: 1 bis 3.

Sonntag sitzen Sie im Sulky hinter Why Not As im Entlastungsrennen der fünf- bis siebenjährigen Hengste. Wie ist der Gewinner von mehr als 160.000 Euro drauf?
Wewering: Sein Probelauf in Hamburg in einer 18er-Zeit war beeindruckend. Er lief sehr flüssig. Ich bin optimistisch. Bei Startnummer 6 muss man abwarten, wie sich das Rennen entwickelt. Platzierung: 1 bis 2.

Ursula Augst (Mitbesitzerin von Sir Karan) im Interview vor dem BC-Start:

Dritte Krone wäre die Krönung

Gelsenkirchen (mspw) - Zwei Kronen hat er schon. Und Sonntag, 8. November, könnte auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen beim Lauf um die BC (Breeders Crown)-Züchter-Krone für Fünf- bis Siebenjährige die dritte Krone hinzukommen. Der Spitzen-Traber Sir Karan aus dem Besitz von Ursula Augst (67/Sprockhövel) und Manfred Wulf (69/Lüdinghausen) siegte bereits bei den BC-Läufen für Drei- und Vierjährige. Im vergangenen Jahr verpasste der sechsjährige Hengst dann den Hattrick nur knapp, musste sich im Endlauf nur Orso November geschlagen geben. Nun gibt es während des Gelsenkirchener Drei-Tage-Meetings (6. bis 8. November) einen neuen Anlauf. Mit einem Erfolg würde der Sir seine stattliche Gewinnsumme von 328.476 Euro weiter in die Höhe schrauben. Wir sprachen mit Mit-Besitzerin Ursula Augst über die Chancen von Sir Karan.

Hallo Frau Augst! Sir Karan kann am Nienhausen Busch bereits seine dritte Krone gewinnen. Welche Bedeutung hat die BC-Züchter-Krone?
Augst: Die BC-Züchter-Krone ist ein Höhepunkt der Saison. Wir haben Sir Karan gezielt auf dieses Rennen vorbereitet und die Starts so ausgewählt, dass er genügend Pause bekommt. Die Prüfung am 8. November wird noch einmal dadurch aufgewertet, dass nun erstmals die Fünf- bis Siebenjährigen gegeneinander um die Krone kämpfen werden.

Wie schätzen Sie die Chancen von Sir Karan ein?
Augst: Schon im letzten Jahr war Sir Karan als Fünfjähriger ganz dicht dran, das Rennen zu gewinnen. Ohne eine Behinderung hätte es wohl gereicht. Nach einer Phase in diesem Sommer, als Sir Karan nicht ganz so gut drauf war, ist er jetzt wieder voll da und hat sehr gut trainiert. Ein Platz unter den ersten Drei sollte möglich sein. Das ist unser Ziel. Aber ich sage immer, dass jedes Rennen erst einmal gelaufen werden muss. Es gibt schließlich so viele Unwägbarkeiten, die den Ausgang beeinflussen können. Andererseits: Die dritte Krone wäre natürlich die Krönung für ein außergewöhnliches Rennpferd.

Steht der Fahrer schon fest?
Augst: Roland Hülskath wird Sir Karan steuern. Er hat seine Aufgabe bei den letzten Auftritten sehr gut gemacht.

Die Krone für Zweijährige konnte Sir Karan nicht gewinnen. Er ist erst als Dreijähriger in das Renngeschehen eingestiegen. Was war der Grund für diese Entscheidung?
Augst: Er war noch nicht fertig und befand sich im Wachstum. Sir Karan hätte wohl die Form gehabt, um in der BC-Züchter-Krone für Zweijährige zu starten. Aber man muss bei so jungen Pferden sehr aufpassen, um das Pferd nicht kaputt zu machen. Deshalb hatten wir uns dafür entschieden, Sir Karan erst dreijährig in Rennen starten zu lassen. Im Nachhinein war das die richtige Entscheidung.

In Frankreich hat Sir Karan in dieser Saison mit einigen beachtlichen Platzierungen geglänzt. Nur ein Sieg im Nachbarland wollte nicht gelingen.
Augst: In Frankreich Rennen zu gewinnen, ist sehr schwer. Es muss alles stimmen, die winzigsten Kleinigkeiten entscheiden über Sieg oder Niederlage. Wir waren mit seinen Leistungen dennoch zufrieden.

Ist die BC-Züchter-Krone der Saison-Abschluss für Sir Karan?
nach oben Augst: Stand jetzt ist: Nach dem Auftritt in Gelsenkirchen ist kein Start mehr geplant. Wir möchten das Rennen erst abwarten. Danach hängt es auch vom Wetter ab, ob wir mit ihm noch einmal ins Ausland gehen. Liegt Schnee oder ist es glatt, wäre ein Transport zu gefährlich.

Ein Blick in die Zukunft: Wie geht es für Sir Karan weiter?
Augst: Wir werden ihm zwischenzeitlich zwei bis drei Monate Ruhe gönnen. Das hat Sir Karan sich verdient. Im nächsten Jahr wird er weiter an den Start gehen. Die Voraussetzung ist natürlich, dass er gesund bleibt.

Heinz the Champ: Zu 70 Prozent im Geld

Gelsenkirchen (mspw) - Er war 29 Mal in Serie Deutscher Meister der Trabrennfahrer, hat fast 16.300 Siege im Sulky vorzuweisen. Heinz Wewering (59/Hamburg) ist immer noch Deutschlands bester Trabrennfahrer aller Zeiten, auch wenn er in der aktuellen Statistik hinter Michael Nimczyk (23/Willich) und Roland Hülskath (34/Mönchengladbach) nur Rang drei belegt. Am kommenden Wochenende allerdings will der Altmeister wieder einmal groß auftrumpfen. Beim Gelsenkirchener Drei-Tage-Meeting um die Breeders Crown steigt er in mehr als 20 Rennen in den Sulky.

Es ist zu erwarten, dass der gebürtige Münsterländer der jungen Fahrergarde wieder enger auf den Pelz rückt, denn Wewering reist mit einem Großaufgebot von acht Rennpferden an, die seiner Chefin Marion Jauß (70) aus Neritz gehören. Jauß, die jahrelang selbst als Amateurfahrerin mit mehr als 1.500 Siegen erfolgreich war und für die auch Springreiter Christian Ahlmann (34/Marl) Geldschränke wie den Schimmel Cöster über den Parcours schickt, führt nur allerbeste Ware in ihrem Rennstall.

Seit knapp zwei Jahren hat sie Heinz Wewering als Privattrainer unter Vertrag. Der Ex-Champion hatte in Zeiten seiner Selbstständigkeit nicht rechtzeitig erkannt, dass der Pferdemarkt in eine Krise geraten war. Hinzu kam, dass sich der Dauer-Champion zu viele eigene Pferde leistete, auf denen er sitzen blieb, als die Nachfrage, auch wegen der rückläufigen Geldpreise in den Rennen, rapide nachließ.

Wewering wanderte für eineinhalb Jahre nach Italien aus. Doch ohne die lange gewohnten Einnahmen aus dem Pferdehandel trat bei ihm keine Trendwende zum einstigen Erfolg ein.
Jetzt ist er Angestellter, fährt vornehmlich für Chefin Jauß, steigt statt wie früher bei mehr als 1.000 Rennen pro Jahr nur noch knapp 400 Mal in den Sulky. Wer freilich genauer hinschaut, der erkennt, dass Wewering trotz gerade einmal gut 100 Siegen in dieser Saison noch recht erfolgreich ist. Mehr als eine Viertelmillion Euro an Preisgeldern stehen in der Jahresbilanz zu Buche. Bei mehr als 70 Prozent (!) seiner Einsätze kehrte er mit einem Preisgeld aus den Rennen zurück.

nach obenNun greift er ab Freitag in Gelsenkirchen an. Dort werden an drei Tagen mehr als 570.000 Euro ausgeschüttet. Und diesmal setzt nicht nur Marion Jauß auf die Fahrkünste von Heinz Wewering. Nicht weniger als 13 Traber wurden ihm nämlich auch von fremden Besitzern und Trainern anvertraut. Heinz the Champ, wie ihn seine Fans nennen, ist auch mit knapp 60 Jahren zur Zeit wieder richtig in.

Hajo Tipke: Der Mann für Velten-Pferde

Gelsenkirchen (mspw) - Ziemlich genau in der Mitte zwischen Hamburg und Bremen liegt die 4.500 Einwohner-Gemeinde Heeslingen. Dort hat sich Traber-Trainer und Fahrer Hans Joachim Tipke (52) im Ortsteil Steddorf eine Trainier-Anstalt aufgebaut. Am Samstag wird er sich mit vier Pferden auf den rund 300 Kilometer langen Weg nach Gelsenkirchen machen, wo von Freitag bis Sonntag die Rennen um die Breeders Crown auf dem Programm stehen. Große Hoffnungen gelten vor allem dem Start von Velten Versace am Samstag im mit 30.170 Euro dotierten BC-Hauptlauf für dreijährige Stuten.

Velten Versace stammt aus dem Besitz von Sigrid Velten (Hochheim) und Bernie Johnston (53), einem ehemaligen Eishockey-Trainer, Spieler und Manager. Seit einigen Jahren lassen sie ihre Pferde von Tipke, der seine Karriere einst als Amateurfaher begonnen hatte, auf die Rennen vorbereiten. Der Kontakt kam über Pfleger Benjamin Lauschke (31) zu Stande. Er ist zu Hans Joachim Tipke gewechselt und wollte sein Lieblings-Pferd Velten Versace unbedingt mitnehmen. Wir haben zugestimmt, waren zufrieden und so hat sich die Zusammenarbeit intensiviert, erinnert sich Sigrid Velten noch ganz genau. An Hans Joachim Tipke schätze ich besonders, dass ihn nichts aus der Ruhe bringen kann.
Genau diese Charakter-Eigenschaft war anfangs bei der Arbeit mit Velten Versace gefragt, die in ihrer noch jungen Karriere schon 12.237 Euro gewonnen hat. Sie ist im Stall manchmal eine Zicke, hat ihren eigenen Kopf, weiß Sigrid Velten.
Im Rennen ist davon nicht so viel zu sehen. Nur zwei Disqualifikationen bei zwölf Starts sind ein Beleg dafür. Velten Versace ist sehr trabsicher und vor allem im Endspurt stark. Sie ist auf der Zielgeraden in der Lage, das Feld von hinten aufzurollen, erklärt Tipke, der mit seiner Frau Reni auf dem Hof in Steddorf wohnt.

Vor der Konkurrenz am Samstag am Nienhausen Busch hat Tipke gehörigen Respekt: Mit Kataja, Lady Wood und Jasmina sind einige Brocken dabei. Dennoch sind wir alles andere als chancenlos. Gleiches dürfte auch für Tipkes Start mit den Velten-Pferden Velten Brown Sugar im Entlastungslauf für fünf- bis siebenjährige Stuten (6.690 Euro) am Samstag und Velten Moviestar im Vorlauf für fünf- bis siebenjährige Stuten am Sonntag gelten. In einem Entlastungslauf für die älteren Stuten steuert Tipke Flying Cloud aus eigenem Besitz.

Im Hauptlauf für dreijährige Hengste und Wallache hat ein Fahrrad-Händler am Samstag gleich zwei heiße Eisen im Feuer. Besitzer Meindert Terpstra (68) aus Noord Bergum im niederländischen Friesland bietet die Derby-Teilnehmer Marc Burgerheide mit Ruud Pools (56/Heiloo, NL) und Peter Burgerheide mit Tom Kooyman (48/Limmen, NL) auf. Trainiert werden die beiden Hengste, die in Gelsenkirchen zum Favoritenkreis zählen, von Appie Bosscha (48/Langezwaag, NL). Besonders der Derby-Dritte Marc Burgerheide dürfte in Abwesenheit von Derby-Sieger Zar As und des dort zweitplatzierten Karaburan gute Chancen haben, die Krone zu gewinnen.

nach obenDie Burgerheides treffen unter anderem auf Wee Catch Diamond aus dem Besitz von Marion Jauß (70/Neritz). Der von Rekord-Champion Heinz Wewering (59/Hamburg) trainierte und gesteuerte Hengst verpasste als Vorlauf-Fünfter überraschend den Derby-Endlauf. Seine Formkurve zeigte zuletzt aber wieder deutlich nach oben, ist Wewering optimistisch.
Als Serien-Sieger kommt Kir Royal Diamant (Gerd Biendl/52/München) an den Nienhausen Busch. Der Hengst war nach seiner Disqualifikation im Derby-Vorlauf viermal in Folge nicht zu schlagen.

Kein Zahnweh mehr: Nun will

es Georgies Boy allen zeigen

Gelsenkirchen (mspw) - Der Gelsenkirchener Steuerberater Gregor Baumeister (65) hat zwei große Leidenschaften: Den Fußball und den Trabrennsport. Zwölf Jahre (bis 1995) war er Präsident des aktuellen Landesligisten SSV Buer, ist dem Verein als Sponsor auch heute noch verbunden. An diesem Wochenende gilt Baumeisters volle Aufmerksamkeit aber seinen Pferden. Besonders von Georgies Boy, einem zweijährigen Hengst, erhofft sich der ehemalige Amateurfahrer am Sonntag im Breeders Crown-Hauptlauf für zweijährige Hengst und Wallache (23.250 Euro) auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen (elf Rennen, erster Start 13.20 Uhr) einiges.

Baumeister ist vom Leistungsvermögen seines Hengstes, den er selbst gezogen hat, fest überzeugt. Das wird ein Riese, sagt Baumeister. Er hat eine enorme Grund-Schnelligkeit, ist ein Dauerläufer, mit dem im Training selbst ältere Pferde nicht mithalten können. Nur im Rennen konnte Georgies Boy sein Potenzial noch nicht so richtig zeigen.
Nach sieben Starts in dieser Saison stehen für Georgies Boy drei Platzierungen zu Buche. Dreimal wurde er bei seinen jüngsten vier Auftritten disqualifiziert. Da war eine Menge Pech im Spiel, erinnert sich Baumeister: Hinzu kamen eine Pilzerkrankung und Zahnprobleme, die wir jetzt aber in den Griff bekommen haben.

Mit acht Gegnern bekommt es Georgies Boy, der von Gerhard Steinhaus (44/Recklinghausen) gesteuert wird, zu tun. Darunter sind der Winterfavorit Super Neo (Thomas Panschow/42/Bladenhorst) und Jugend-Preis-Sieger Gilbert Becaud (Jochen Holzschuh/34/Mönchengladbach). Diese Pferde landeten in diesem Jahr meistens vor Georgies Boy. Immerhin: Bei seinem vierten Platz Ende Juli in Berlin-Mariendorf und bei seinem dritten Platz Anfang August in Mönchengladbach hatte der Baumeister-Hengst jeweils gegenüber Gilbert Becaud die Nase vorn. Baumeister: Alles ist möglich.

Seit 1977 engagiert sich Baumeister im Trabrennsport. Mit dem Jährling Georgies King und dem Fohlen Georgies Girl steht schon die nächste Baumeister-Generation in den Startlöchern. Ich merke, dass es mit dem Sport wieder bergauf geht. Mit dem Vermarkter Win Race und Max Stadler an der Spitze des Dach-Verbandes HVT sind kompetente Leute am Werk, lobt Baumeister: Deshalb werde ich auch in den kommenden Jahren weiter Pferde züchten.

Ebenfalls am Sonntag findet der BC-Hauptlauf für zweijährige Stuten (18.600 Euro) statt. Als Favoritin gilt die von Hugo Langeweg jr. (25/Schagerbrug, NL) vorbereitete Finca, die von Michael Schmid (42/Oberhausen) gesteuert wird. Finca, die dem Stall Vibelzee von Ger Visser (50/Deventer) gehört, war zuletzt im Entlastungsrennen zum Preis des Winterfavoriten am 18. Oktober in Gelsenkirchen erfolgreich, kommt als frische Siegerin an den Ablauf.

nach oben Gregor Baumeister hat bereits am Samstag mit Noble Star noch eine weitere Chance, in einem hoch dotierten Breeders Crown-Rennen am Nienhausen Busch mitzumischen. Bemerkenswert: Noble Star stammt quasi von der Reste-Rampe. Vier Jährlinge hatte Leo Beckmann (78), ein in Alt-Marl ansässiger Züchter von Trabrennpferden, einst zum Verkauf angeboten. Drei gingen sofort weg. Übrig blieb eine Jährlings-Stute namens Noble Star. Gregor Baumeister beobachtete die Stute auf der Weide, sah ein herrliches Geläuf, das auf viel Talent schließen ließ. Er kaufte die Stute zum Schnäppchen-Preis. Samstag trifft Noble Star, die inzwischen 8.529 Euro gewonnen hat, im Hauptlauf der dreijährigen Stuten (30.170 Euro) auf elf Gegnerinnen.


Freitag-Sensation: Eine Mutterstute erobert den zweiten Platz

Erste Krone für Juwel Yewel Boshoeve

Gelsenkirchen (mspw/p-e) - Er kam, sah und siegte. Ex-Dauerchampion Heinz Wewering (59/Hamburg) setzte sich am ersten Tag des Breeders Crown-Meetings (Freitag, 06.11.09) auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn schon in der ersten Entscheidung um die Züchter-Kronen selbst wieder die Fahrer-Krone auf. Überlegen mit fünf Längen steuerte der Sieger in fast 16.300 Rennen im Hauptlauf der vierjährigen Stuten den niederländischen Gast Yewel Boshoeve zu einem beeindruckenden Erfolg. Prämie für Besitzer und Züchter Wiebe D. Landman (64/St. Nicolaasga, NL): 20.559 Euro!

Landman und Trainer Marcel Hauber (39/Deurze/NL) hatten den richtigen Riecher, als sie den erfahrenen Wewering für die Fahrt mit Yewel Boshoeve verpflichteten. Wewering nach dem souveränen Sieg: Vorne ging es zunächst sehr schnell los. Ich konnte mir das Ganze in Ruhe von hinten anschauen. Im letzten Bogen habe ich dann gespürt, dass ich eine gute Chance haben würde. Am Ende war es recht leicht. Denn Yewel Boshoeve, deren Mutter ich schon gefahren habe, hat einen guten Speed in die Wiege gelegt bekommen. Ich freue mich auch für den sehr engagierten Züchter und Besitzer Wiebe Landman, der für seine langjährigen Bemühungen hier belohnt worden ist.

Auf Rang zwei kam mit einer großartigen Schlussleistung Noxean Com mit dem Recklinghäuser Andor Schute (41) im Sulky für den Waltroper Besitzer Hubert Beckmann. Und das war die Sensation: Denn Noxean Com ist schon Mutterstute. Sie hat nach einem unbeobachteten Seitensprung auf der Weide im Frühjahr ein Fohlen geboren. Yasmine Boshoeve, ebenfalls im Besitz von Sieg-Eigner Wiebe Landman, kam mit Roland Hülskath (34/Mönchengladbach) auf Rang drei. Ich wollte mich eigentlich früh an die favorisierte Love Times dranhängen, verriet Hülskath. Aber dann kam Aida mit Michael Schmid dazwischen, so dass sich ein anderer Rennverlauf entwickelte. Und bei einem Blick ins Programmheft, das 6.168 Euro für Rang drei auswies, meinte Hülskath: Da darf man wirklich nicht meckern.
Abgeschlagen als Fünfte hinter Jamilah Diamant mit Georg Frick (45/Hohenlinden) kam Love Times mit Thomas Panschow (42/Bladenhorst) ins Ziel. Love Times hatte im Kampf um die Führung gegen Aida viel tun müssen. Am Ende fehlten die Reserven.

Die spektakulärste Personalie war schon vor dem ersten Rennen zu melden: Der vielfache bayerische Champion Heli Biendl (59/Ascha) musste nach einem Fahrversuch sämtliche Fahrten für das Drei-Tage-Meeting absagen. Es ging einfach nicht. Meine Hüfte, an der ich in der nächsten Woche operiert werde, schmerzte zu sehr. Ich habe alles versucht. Aber es war einfach nicht möglich, auch nur ein einziges Rennen zu fahren.
Eiligst wurde Michael Schmid (42/Oberhausen), der eigentlich - überraschend für einen der besten deutschen Fahrer - zum Auftakt dienstfrei hatte, benachrichtigt. Er traf um 18.30 Uhr, als das erste Rennen schon lief, in der Meldestelle ein und erklärte sich bereit, für Heli Biendl einzuspringen. Beide hatten freilich schon am Vortag Kontakt, so dass sich Schmid schon auf Abruf bereit gehalten hatte, um Heli Biendl im Notfall vertreten zu können.

Nicht engagiert war Heli Biendl im ersten Rennen, einem Entlastungslauf zur BC-Züchter-Krone für fünf- bis siebenjährige Hengste und Wallache. Dafür war Helis Bruder Gerd (52/München) mit dem 19:10-Favoriten Schalom dabei. Doch der wurde nur Zweiter hinter dem 176:10-Außenseiter German Gigolo, der sich mit Matthias W. Schambeck (33/Wallersdorf) für den Stall Germania von Hermann Lehner (55), der ein Inkassobüro betreibt, nach Kampf mit einem kurzen Kopf durchsetzte. Der als Dritter eingekommene Wyard Beuckenswyk wurde von der Rennleitung aus der Wertung genommen. Begründung: Fahrspurveränderung zu Beginn des Einlaufs mit Auswirkung auf den Rennverlauf. Tino Triossi mit Roland Hülskath war nach Auffassung der Stewards bei der Aktion behindert worden. So rückte Winnetou Boshoeve (Benjamin Hagen/37/Berlin) auf Rang drei vor.

Das BC-Entlastungsrennen für vierjährige Hengste und Wallache wurde danach zu einer Triumphfahrt von Medhufushi, der mit Michael Schmid im Sulky für Petra Biendl bereits zum zehnten (!) Sieg in Serie kam. Der Totokurs für den siegreichen Wallach betrug 18:10. Schmid: Trainer Heli Biendl hatte mir gesagt, dass Medhufushi in Führung etwas phegmatisch wird und dass man ihn immer bei Laune halten muss. Genau das habe ich getan.
nach oben Mit riesigem Speed kam der aus Schweden angereiste Mister Giant auf Rang zwei vor Louis Vuitton, den Robbin Bot (18/Wolvega/NL) für Marie Charlotte und Sonja Wewering (Seppenrade) an der Innenseite immer wieder motivieren konnte. Johnny Be Good kam bei einem Angriff auf den späteren Sieger 200 Meter vor dem Ziel mit Gerd Biendl aus dem Takt und kam als zweites Pferd im Galopp über die Ziellinie.

Yankee Elmo flitzte allen davon

Gelsenkirchen (mspw) - Yankee Elmo gewinnt, hatte der gebürtige Gelsenkirchener Thomas Panschow (42/Bladenhorst) vor dem Hauptlauf um die BC-Züchter-Krone für vierjährige Hengste und Wallache Freitag auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn optimistisch angekündigt. Es kam genau so, wie es Panschow prophezeit hatte. Yankee Elmo siegte Start/Ziel mit zwei Längen Vorsprung und verdiente dem niederländischen Immobilien-Kaufmann Jacob Elzinga (59/Peize) stolze 20.559 Euro. Yankee Elmos Erfolg ist auch ein Verdienst des niederländischen Trainers Arnold Mollema (60/Wolvega), der den Hengst vorbereitet.

Mit mächtigem Antritt hatte Yankee Elmo gleich nach dem Start die Spitze genommen. Dahinter sah man Sir Louis mit Peter J. Strooper (42/Callantsoog, NL) und Sir Hajo, dem Heinz Wewering (59/Hamburg) schon früh unbedingt eine gute Ausgangsposition sichern wollte. Ich musste aber auf den ersten 300 Metern einiges tun, um mein Vorhaben in die Tat umzusetzen, sagte Wewering. Vielleicht war das der Tick, der uns am Ende fehlte, um noch weiter vorne zu landen.
Die Partie war im Grunde genommen schon nach 300 Metern entschieden, denn an der Platzierung auf den ersten drei Rängen änderte sich nichts mehr: Yankee Elmo vor Sir Louis und Sir Hajo.
Thomas Panschow strahlte: Entscheidend war sicher, dass ich gleich nach vorne gekommen bin und dort das Tempo bestimmen konnte. Yankee Elmo ist bestens in Schuss, war letztlich ein souveräner Sieger. Denn die Konkurrenz kam nie entscheidend näher.
Für Panschow war der Sieg immerhin ein Trost dafür, dass bei den vierjährigen Stuten die von ihm pilotierte Love Times im Hauptlauf nur enttäuschende Fünfte geworden war. So ist nun mal Rennsport. Mal läuft es gut, mal ist man enttäuscht.

Eine faustdicke Überraschung hatte es zuvor in der Entlastung des BC-Züchter-Krone-Rennens für vierjährige Stuten gegeben. Ein Amateurfahrer zeigte den Profis, was eine Harke ist. Michael Gutsche (54/Oberhausen), Besitzer des Stalles Top Point, steuerte seine Stute Miss Jilli, die trotz der drei Siege in den letzten vier Rennen am Toto arg vernachlässigt wurde (Kurs 138:10) zu einem jederzeit ungefährdeten Start/Ziel-Sieg.

Gutsche: Ich hatte nicht damit gerechnet, dass ich in Front kommen würde. Miss Jilli, die wegen ihrer Launenhaftigkeit im Stall etwas umstritten ist, zog aber immer wieder gut durch. Da habe ich mich entschlossen, vorne weiter Tempo zu machen. Zu Beginn der Zielgeraden führte Miss Jilli immer noch mit zwei Längen, wurde auch auf den letzten 300 Metern nicht kürzer und kam für den Sieg überhaupt nicht mehr in Gefahr.
Zweite wurde Mary Poppins mit Michael Nimczyk (23/Willich). Dessen Kommentar: Wichtig war vor allem, dass die Stute von Karin Kauczinski aus Gladbeck diesmal fehlerlos lief. Es gab eine Phase, als sie etwas nachließ. Aber sie hat sich schnell wieder berappelt und lieferte eine sehr ordentliche Vorstellung ab.
nach oben Nicht zufrieden mit dem Rennverlauf war Heinz Wewering, der für Manfred Schub (46/Straubing) mit Guidance Dritter wurde. Wewering: Wir mussten sehr viel außen herum laufen. Ich bekam einfach keine bessere Position, sonst wären wir wohl weiter vorne gewesen. Für die 20:10-Totofavoritin Just Magic Diamant und Gerd Biendl (52/München) reichte es nur zu Rang vier. Weiter vorne war die Stute nie zu sehen.
Samstag, 7. November
3-jährige Hengste/Wallache - Hauptlauf (30.170 Euro)
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3-jährige Stuten - Hauptlauf (30.170 Euro)
5 bis 7 jährige Hengste/Wallache Entlastung 2 (8.362 Euro)
5 bis 7 jährige Hengste/Wallache Entlastung 3 (8.362 Euro)
5 bis 7 jährige Hengste/Wallache Entlastung 4 (8.362 Euro)
3-jährige Hengst/Wallache - Entlastung 1 (6.465 Euro)
3-jährige Hengste/Wallache - Entlastung 2 (6.465 Euro)
3-jährige Stuten Entlastung 1 (6.465 Euro)
3-jährige Stuten - Entlastung 2 (6.465 Euro)
5 bis 7 jährige Stuten Entlastung 1 (6.690 Euro)

Sonntag, 8. November
2-jährige Stuten - Hauptlauf (18.600 Euro)
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2-jährige Hengste/Wallache - Hauptlauf (23.250 Euro)
5 bis 7-Jährige Hengste/Wallache -Hauptlauf (78.050 Euro)
5 bis 7 jährige Stuten – 1. Vorlauf (6.690 Euro)
5 bis 7 jährige Stuten – 2. Vorlauf (6.690 Euro)
2-jährige Stuten - Entlastung (4.650 Euro)
5 bis 7 jährige Stuten Entlastung 2 (6.690 Euro)
5 bis 7 jährige Stuten Entlastung 3 (6.690 Euro)


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