Zuletzt bearbeitet: 21.01.2010
Champions Day in Mariendorf
Die Derby-Bahn ehrt die Berliner Meister und den Mariendorfer Traber des Jahres“ – Große Spendenaktion für die Erdbebenopfer in Haiti – Ein Hauch von Vincennes: Parallel zum Prix de Cornulier“ finden zwei Trabreiten statt
Der große Tag der Champions: Die Ehrung der besten Berliner Trabrennsportler der letzten Saison steht neben den zehn spannenden Prüfungen im Mittelpunkt der Sonntagsveranstaltung (24-1-10). Die Zeremonie findet direkt im Winnercircle der Bahn statt. Und dass beim Trabrennsport natürlich das Pferd an erster Stelle steht, dokumentiert die Chronologie dieser Zeremonie. Denn der Wallach Connery wird als Mariendorfer Traber des Jahres gleich nach dem 1. Rennen geehrt, bevor es mit Marisa Bock (Champion der Trabreiter) und den Berliner Meistern Andre Pögel (Amateure), Ulrich Mommert (Besitzer), Manfred Zwiener (Berufsfahrer), Bernd Schrödl (Züchter) und Roman Matzky (Trainer) weitergeht.
Die Champions zu ehren, ist dem Berliner Trabrenn-Verein Jahr für Jahr eine echte Herzensangelegenheit. Doch die Aufmerksamkeit und Anteilnahme aller Aktiven und aller Freunde des Sulkysports gehört in diesen Tagen vor allem den Erdbebenopfern in Haiti, die jegliche erdenkliche Hilfe der Weltöffentlichkeit dringend benötigen. Daher bittet der Rennverein alle Besitzer, Fahrer und Trainer darum, einen Beitrag im Rahmen der persönlichen Möglichkeiten zu leisten.
Ulrich Mommert, der Vorsitzende des BTV, geht mit gutem Beispiel voran und verzichtet auf sämtliches Preisgeld, das seine sechs am Sonntag startenden Pferde verdienen. Der Deutsche Champion Michael Nimczyk stößt mit seiner gesamten Familie dazu: Der Goldhelm, der am Mariendorfer Renntag sieben Mal in den Sulky steigt, sein Vater Wolfgang (zwei Fahrten) und seine Schwester Cathrin (zwei Ritte) verzichten auf alle Fahrer- bzw. Reiterprämien. Nimczyks Onkel Hans Brocker und Peter Sieburg, einer der großen Besitzer im Stall, spenden jeweils 200 Euro. Und als der vielfache norddeutsche Champion Heiner Christiansen, der am Sonntag sechs Traber an den Start bringt, von der geplanten Aktion erfuhr, ließ er sich ebenso nicht lumpen: Ich spende meine gesamten Trainerprozente und hoffe, dass meine Pferde weit nach vorne laufen!
Und das soll nur ein Zeichen und der Anfang sein: Für alle Aktiven, die sich an der Spendenaktion beteiligen wollen und bereit sind, auf Anteile ihrer Preisgelder und Prämien zu verzichten, hat der Rennverein am Sonntag ab 12 Uhr unter der Rufnummer 0177-20 444 44 extra eine Hotline geschaltet. Denn jede Unterstützung und jeder einzelne Cent wird gebraucht, um denjenigen Menschen zu helfen, die unverschuldet in grausame Not geraten sind. Das durch den Prämienverzicht gesammelte Geld wird direkt an das Deutsche Rote Kreuz weitergeleitet, das bei der Bank für Sozialwirtschaft (Bankleitzahl 370 205 00) unter dem Stichwort Haiti ein Spendenkonto mit der Nummer 41 41 41 eingerichtet hat. Alle Spender erhalten vom Deutschen Roten Kreuz selbstverständlich eine Spendenbescheinigung.
Anlässlich der schrecklichen Tsunami-Katastrophe hat der deutsche Trabrennsport schon einmal seine Solidarität mit notleidenden Menschen bewiesen. Nun ist erneut die Initiative aller Sportler gefragt – an einem Nachmittag, an dem trotz der eiskalten Temperaturen ein Hauch von Vincennes über die Mariendorfer Rennpiste wehen wird. Denn zwei Trabreiten innerhalb weniger Stunden wurden noch nie auf der Berliner Bahn ausgetragen. Nun ist es soweit: Parallel zum Prix de Cornulier in Paris, dem mit 700.000 Euro dotierten wichtigsten Trabreiten der Welt, finden in Berlin zwei Entscheidungen unter dem Sattel statt, die beide mit jeweils 1.000 Euro Siegjackpot ausgestattet sind.
Im 3. Rennen trifft die Championesse Marisa Bock mit dem viermal hintereinander erfolgreichen Zico Buitenzorg auf den zwanzig Meter schlechter gestellten Doppelsieger Voici Cartouche (Daniela von Dabrowski). Ein echtes Spitzenduell zweier Formpferde, die ihr Können bisher ausnahmslos vor dem Sulky bewiesen haben und nun ihr Monté-Debüt abliefern. Das als 6. Rennen ausgetragene zweite Trabreiten des Tages ist ähnlich interessant besetzt. Der unter dem Sattel bereits erfahrene Premier November (Cathrin Nimczyk) muss sich gegen den Newcomer Christian RM (Joana Klein) beweisen.
Auch die acht weiteren Sulky-Prüfungen des Nachmittags sind häufig von Duellen ausgesprochener Formpferde geprägt. Dies gilt besonders für das 7. Rennen (mit Zweierwetten-Gewinnspiel) und das 10. Rennen (mit 1.000 Euro Siegjackpot). Rower You (Michael Nimczyk) gegen Daniel Boone (Heiner Christiansen) und Milton (Michael Nimczyk) gegen Brentano (Thomas Heinzig) lautet hier die Devise. Doch auch die unteren Gewinnsummenklassen sind exquisit besetzt. Gleich im Auftaktrennen, bei dem Pferde bis 3.600 Euro Gewinnsumme startberechtigt sind, kann der frische Doppelsieger Youcancallme AL (Michael Nimczyk) bereits auf eine 17,0-Rekordmarke verweisen. Für seinen Düsseldorfer Besitzer Peter Sieburg erzielte der Erstling der Lambada Girl eine herausragende Bilanz. Denn obwohl der niederländische Wallach zuvor auf seiner Heimatbahn Wolvega die eine oder andere Schlappe eingesteckt hatte, war er auf deutschem Boden bisher kaum zu bezwingen. Von seinen fünf Starts in Dinslaken und Karlshorst gewann Youcancallme AL vier Mal und war nur ein einziges Mal knapp unterlegen.
Die Prämienausspielung um Wettgutscheine in Höhe von 1.000 Euro findet in den Rennen 1-9 statt. Treffen Sie einfach einen der ersten neun Sieger mit mindestens zehn Euro Einsatz und Sie erhalten Ihr Prämienlos! Unser Gewinnspiel für Bahnbesucher gibt es wieder im 7. Rennen. Dort sind über die Zweierwette 500 Euro extra zu gewinnen! Mit zusätzlichen Siegjackpots in Höhe von jeweils 1.000 Euro sind das 3., 6., 8. und 10. Rennen ausgestattet.
Das erste Rennen wird um 14.00 Uhr gestartet!
Yardley Rich gewinnt den Vierjährigen-Marathon in Berlin
Kein Problem für Mollema-Schützling
Berlin (mspw) - Selbst eine Zulage von 40 Metern im mit 30.000 Euro
dotierten Vierjährigen-Marathon (2.500 Meter) am Sonntag (23-8-09) auf der
Trabrennbahn in Berlin-Mariendorf konnten den ehemaligen Derby-Zweiten
Yardley Rich nicht stoppen. Thomas Panschow (42/Bladenhorst) hatte mit dem
von Arnold Mollema (60/Wolvega, NL) für den ehemaligen Architekten
Johannes Rijk (Epe, NL) vorbereiteten Hengst wenig Mühe, als Erster die
Ziellinie zu überqueren. Zum Totokurs von 85:10 verwies Yardley Rich die
40 Meter vor ihm gestarteten Top of the Rocks mit Gerd Biendl
(52/München), Hannieball mit John Westenbrink (27/Wolvega, NL) sowie Yewel
Boshoeve, gesteuert vom aktuellen Deutschen Meister Michael Nimczyk
(23/Willich), auf die Plätze. Die Viererwette auf diesen Einlauf wurde
nicht getroffen.
Nimczyk profitierte von der nachträglichen Disqualifikation des
ursprünglich viertplazierten Jolimede mit Reinier Feelders (45/Kevelaer).
Die Rennleitung war der Meinung, dass Jolimede Sir Hajo mit Rob de Vlieger
(44/Zwaanshoek, NL) behindert haben soll.
Für Sieger-Trainer Arnold Mollema, kam der Erfolg seines Schützlings nicht
überraschend. Er hatte zwar ein paar Probleme mit den Gelenken. Aber der
Hengst ist momentan in einer Top-Form. Die längere Distanz ist überhaupt
kein Problem für ihn,
strahlte Mollema, der das Rennen in seiner
niederländischen Heimat am Fernseher verfolgt hatte. Nachdem Yardley Rich
im Schlussbogen die Führung übernommen hatte, war ich mich sicher, dass er
nicht mehr einzuholen war.
Gleich nach dem Start hatte Sorbas mit Michael Schmid (42/Oberhausen) die
Führung übernommen. Einen guten Antritt aus dem ersten Band hatten auch
Yewel Boshoeve und Wonderboy mit Olivier Monshouwer (33/Bemmel) erwischt.
Sorbas unterlief jedoch früh ein schwerer Fehler.
Yardley Rich wurde zunächst im Feld von Fahrer Thomas Panschow
zurückgehalten. Erst kurz vor dem Schlussbogen wurde der Hengst
eingesetzt, kam in äußerer Spur zügig voran. Er stellte den ermüdeten
Hannieball und war schnell uneinholbar in Front. Hannieball
musste im Endspurt noch Top of the Rocks passieren lassen, rettete aber
immerhin Rang drei.
Yardley Rich soll nun im Großen Preis von Deutschland am 15. Oktober in
Gelsenkirchen laufen. Dort geht es um ein Preisgeld von mindestens 150.000
Euro.
Sonntag ist in Berlin-Mariendorf auch bei den Pferden langer Atem gefragt
Vierjährige Traber wie Marathon-Läufer
Berlin (mspw) - Bei der Leichtathletik-WM in Berlin kämpfen die besten
Athleten der Welt bis Sonntag um Medaillen. Eine der letzten Disziplinen
ist am Schlusstag der Marathon der Frauen. Am Sonntag (23-8-09) wird – nur wenige
Kilometer vom Olympiastadion entfernt – aber noch ein anderer Ausdauerlauf
entschieden. Auf der Trabrennbahn in Berlin-Mariendorf steht der mit
30.000 Euro dotierte Vierjährigen-Marathon auf dem Programm. Und die
Bänderstart-Prüfung, die über eine Distanz von 2.500 Metern führt, ist
exzellent besetzt. Unter anderem treffen mit Yardley Rich, gesteuert von
Thomas Panschow (42/Bladenhorst), und Sir Hajo mit dem Niederländer Rob de
Vlieger (44/Zwaanshoek) im Sulky der Derby-Zweite und –Dritte des
Vorjahres auf 13 weitere Konkurrenten.
Für die beiden Spitzen-Traber gibt es beim Kampf um die Siegprämie von
15.000 Euro aber noch ein zusätzliches Handicap. Denn Yardley Rich und Sir
Hajo müssen wegen ihrer hohen Gewinnsummen aus dem dritten Band starten
und damit sogar noch 40 Meter mehr zurücklegen als die meisten
Konkurrenten. Der Rennverlauf muss bei 40 Extra-Metern schon genau
passen. Trotz der Zulage sind wir aber alles andere chancenlos,
sagt
Thomas Panschow, der im Vorjahr das Derby mit Nu Pagadi gegen eben jenen
Yardley Rich und Sir Hajo für sich entschieden hatte.
Neben Sir Hajo hat Panschow noch vier oder fünf weitere Anwärter auf den
Sieg im Auge. Ein Kandidat ist Top of the Rocks. Der Hengst, der vom
Münchner Gerd Biendl (52) trainiert und gefahren wird, hat bereits
positive Erfahrungen mit der Steher-Distanz gemacht.
Denn beim zweiten Vorbereitungslauf zum Vierjährigen-Marathon Anfang
August in Dinslaken siegte Top of the Rocks leicht mit zwei Längen vor
Hannieball (John Westenbrink/Meppel, NL), der am Sonntag ebenfalls mit von
der Partie ist.
Hoffnungen auf den Sieg macht sich auch der aktuelle Deutsche Meister
Michael Nimczyk (23/Willich). Denn die von ihm gesteuerte Stute Yewel
Boshoeve gewann den ersten Vorbereitungslauf Ende Juli in
Berlin-Mariendorf. Es wird viel auf den Start ankommen. Wenn wir gut ins
Rennen kommen, dann können wir weit vorne landen. Die Distanz wird Yewel
Boshoeve keine Probleme bereiten,
sagt der Goldhelm, der mit 101
Erfolgen dieser Saison im Berufsfahrer-Championat schon wieder ganz vorne
zu finden ist. Ihm auf den Fersen ist Roland Hülskath (34/Mönchengladbach)
mit 96 Erfolgen. Hülskath steuert im Vierjährigen-Marathon den Hengst
Sunrise Star.