Zuletzt bearbeitet: 05.08.2010

115. Deutsches Traber-Derby in Berlin-Mariendorf
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Heinz Wewering mit Unikum:

Das war sein achter Derby-Sieg



Berlin (mspw) - Das 115. Deutsche Traber-Derby gewann am Sonntag (1-8-10) auf der Bahn in Berlin-Mariendorf der 60-jährige Heinz Wewering (Neu-Berliner) mit dem in Finnland trainierten deutschen Hengst Unikum überraschend zum Totokurs von 62:10. Für Wewering, den 29-maligen Deutschen Champion, war es bereits der achte Derby-Sieg. Wewering, der in seiner Laufbahn mehr als 16.000 Rennen für sich entscheiden konnte, setzte seiner unvergleichlichen Karriere damit ein weiteres i-Tüpfelchen auf.

Vor knapp 16.000 Zuschauern, darunter Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit sowie Schauspieler Fritz Wepper und Ex-Fußball-Nationalspieler Mario Basler, belegte der 224:10-Außenseiter Armando Kievitshof mit dem Niederländer Cees Kamminga (Willemsoord) im mit 218.430 Euro dotierten Traber-Klassiker den zweiten Platz vor Baltimore As mit dem Mönchengladbacher Roland Hülskath.

Ich hatte mich während des größten Teils der 1.900 Meter-Distanz an der Innenkante verstecken können. Im Schlussbogen erspähte ich dann plötzlich eine Lücke, in die Unikum willig hineinstrebte und sich in der vorentscheidenden Phase des Rennens von der Konkurrenz löste, schilderte Wewering, der zuletzt 2001 mit Oscar Schindler Sl das Blaue Band gewonnen hatte, seine imponierende Siegfahrt.
Der finnische Manager Matti Rouihainen, der mehrere Jahre in Gelsenkirchen gelebt hatte, verpflichtete Heinz Wewering kurzfristig als Fahrer von Unikum, nachdem sich der Dauer-Champion etwa einen Monat vor dem Derby von seiner Chefin Marion Jauß (Neritz) getrennt hatte. Rouihainen: Ein Glücksgriff! Ich wusste ja, dass Heinz nichts verlernt hat.
Wewering lobte Unikum, der auch in den Seen seiner finnischen Wahlheimat Kondition tankt und aus der Zucht von Heinz Platvoet (Ascheberg) stammt: Schon im Vorlauf, als Unikum Zweiter war, bin ich mit ihm gut zurechtgekommen. Diesmal hat er sich noch gesteigert.

Baltimore As aus dem Stall von Marion Jauß hatte mit Roland Hülskath einen Blitzstart erwischt. In dessen Fahrwasser kam auch Mitfavorit Mary’s Boy mit dem erst 18-jährigen Niederländer Robbin Bot (Lippenhuizen) weiter und eroberte sogar die Führung. Zu Beginn der Zielgeraden allerdings gab Mary´s Boy klein bei. Der wie Unikum in Finnland vorbereitete Garant, mit dem der amtierende Deutsche Champion Michael Nimczyk aus Willich schon frühzeitig einen Angriff auf die Spitze gestartet hatte, konnte nicht mehr zulegen. Dadurch schoben sich Armando Kievitshof und Baltimore As noch auf die Plätze zwei und drei.
Mit Finca, die dem belgischen Spitzenfahrer Dominik Locqueneux anvertraut worden war, landete die einzige Stute im Feld außerhalb der Platzierung, nachdem sie im Schlussbogen behindert worden war.

Jubel für Steen Juul im B-Finale

Das B-Finale des Derbys (Dotierung 20.000 Euro) ging an den aus Dänemark angereisten deutschen Hengst My Muscles Yankee mit dem dänischen Champion-Trainer Steen Juul im Sulky. Er setzte sich in der durchschnittlichen Kilometerzeit von 1:15,2 Minuten als 18:10-Favorit durch, obwohl er im Vorlauf vor Wochenfrist mit dem deutschen Rekord-Champion Heinz Wewering wegen eines Fehlers die Teilnahme am Derby-Finale noch verpasst hatte. Dort triumphierte wenig später Unikum übrigens ebenfalls in der Siegerzeit von 1:15,2 Minuten.
Steen Juul gab nach seinem Erfolg im B-Finale ehrlich zu: Ich hatte ein wenig Angst vor Heinz Wewering mit San Siro BR in meinem Rücken. Aber es lief dann am Ende doch alles reibungslos.

Wewering entlockte San Siro BR aus dem Besitz des Berliner Unternehmers und Rennvereins-Präsidenten Ulrich Mommert auf der Zielgeraden erstaunliche Reserven, so dass er aus dem Mittelfeld noch bis auf zwei Längen zum Sieger auflief, wobei der Hengst, der seinen Rekord deutlich verbesserte, die bisher wohl beste Vorstellung seiner noch jungen Karriere ablieferte. An der Innenkante fand Roland Hülskath einen Durchschlupf für den dritten Platz mit Victory Love, trainiert von Frank Ostermann (Burgwedel).

Armstrong Transs R war lange im Vorderfeld, landete mit Cees Kamminga aber nur auf Rang vier vor Toolbox mit Michael Schmid (Oberhausen) und Daniello Bo mit Klaus Horn (Marl-Frentrop). Pech hatte Gerd Biendl (München), der im Kampf um einen Platz hinter dem Sieger einen Fehler von Dschingis Khan nicht vermeiden konnte. Emblem mit Thomas Kornau (Recklinghausen) und Georgies Boy mit Thomas Panschow (Bladenhorst) waren schon vorher mit Fehlern ausgefallen.

Rekordmeile an Hankes Classic Grand Cru

Steen Juul gewann mit dem zuletzt in Skandinavien erfolgreichen Classic Grand Cru auch die Derby-Rekordmeile, wobei der Däne immerhin dafür sorgte, dass die Siegprämie von 7.500 Euro im Lande blieb und an Jürgen Hanke aus Bornhöved bei Bad Segeberg überwiesen wird. Hanke strahlte bei der Siegerehrung: Ich wollte meinen Hengst auch noch einmal dem deutschen Publikum präsentieren. Dass er dabei vollauf überzeugt hat, freut mich umso mehr. Sir Karan, am Toto wie der Sieger stark beachtet, kam für Ursula Augst (Sprockhövel) mit Roland Hülskath hinter dem in 1:12,8 Minuten für den durchschnittlichen Kilometer siegreichen Hanke-Hengst auf Rang zwei. Dritter wurde Gustav Diamant mit Gerd Biendl.

Derby-Revanche für Marc Burgerheide

Die Derby-Revanche 2009 für Hengste und Wallache (25.000 Euro) hatte schon im Vorfeld enormen Zuspruch erhalten. Bis auf den nach wie vor indisponierten 2009-Titelträger Zar As war die Jahrgangsspitze fast komplett vertreten. 16 Teilnehmer reihten sich hinter dem Startauto ein. Zunächst gab es zwei Fehlstarts, beide durch Zamotie Heikant mit Heinz Wewering verursacht. Der Hengst wurde daraufhin von der Rennleitung vom Start verwiesen. Lange führte Eldoret mit dem in Schweden tätigen Deutschen Klaus-Peter Kern, dem der vierjährige Hengst zusammen mit dem Bochumer Asmus Jost gehört.
Als es auf die Ziegerade ging, waren die Favoriten zur Stelle. Und erneut ging, wie schon oft in der Derby-Woche 2010, der Sieg ins Ausland. Der Derby-Dritte Marc Burgerheide trotzte mit dem 57-jährigen Ruud Pools (Heiloo/NL) der ungünstigen Startnummer 16, war zu Beginn der Zielgeraden zur Stelle und siegte sehr souverän mit gut zwei Längen für den niederländisch-friesischen Besitzer Meindert Terpstra (Noordbergum).
Siegfahrer Pools strahlte: Eine Runde vor Schluss waren wir noch ganz hinten. Dann habe ich mich an Jag Junior dran gehängt, ehe wir auf der Zielgeraden gezeigt haben, dass Marc Burgerheide ein Flugzeug ist.
Jag Junior, der dem investitionsfreudigen Niederländer Ger Visser (Deventer) gehört, war als Zweiter mit Hugo Langeweg jun. (Schagerbrug/NL) ins Ziel gekommen, wurde aber nachträglich von der Rennleitung wegen unreiner Gangart disqualifiziert. Dadurch ging Platz zwei an U.S.Lane mit dem Berliner Benjamin Hagen für den Stall Adamas (Bargteheide), der seine Pferde im westfälischen Dülmen vorbereiten lässt. Dritter wurde Abano Boy (Peter Strooper/NL) vor Wee Catch Diamond mit Roland Hülskath für Marion Jauß (Neritz).

Dass die Derby-Revanche 2009 der Stuten ebenfalls an die Niederlande ging, weil Peter Strooper (Callantsoog) mit Lady Wood vor der 2009-Stuten-Derby-Siegerin Kataja mit Roland Hülskath gewann, war symptomatisch für die Derby-Woche auf der Mariendorfer Bahn.

Shootingstar: Zizou AM am schnellsten

Auch im Finale zum Shootingstar-Cup dominierte ein Niederländer die 1.900 Meter-Prüfung. Zizou AM mit Stefan Schoonhoven (Nijeberkoop) siegte zum Totokurs von 169:10 trotz eines Starts aus der zweiten Reihe. Mit Winston Detville (Roland Hülskath) und Monica di Quattro (André Bakker/Wolvega, NL) verdienten auch die nächstplatzierten Pferde Geld für niederländische Besitzer, die im Übrigen auch bei der Berliner Derby-Auktion tief in die Tasche griffen. Aber auch deutsche Investoren wie Marion Jauß (gab über 130.000 Euro aus, davon 94.000 Euro für Alwin Schockemöhles Keeper As) brachten sich wie schon seit vielen Jahren erneut mit großem Engagement für den deutschen Trabrennsport ein.

Anky Kievitshof als neue Stuten-Königin

Berlin (mspw) - Die Jahrgangs-Königin der deutschen Traberstuten heißt Anky Kievitshof. Im mit 50.000 Euro dotierten Arthur Knauer-Rennen (Stuten-Derby) setzte sich die 17:10-Favoritin, die dem Niederländer Frans Sleutel (Heiloo) gehört, mit dem 27-jährigen Robin Bakker (Deurze/NL) im Sulky am Samstag (31-7-10) auf der Trabrennbahn in Berlin-Mariendorf nach einem dramatischen Endspurt durch und ist damit Nachfolgerin von Kataja, die sich die Krone für die beste dreijährige deutsche Stute im letzten Jahr gesichert hatte.

Nur knapp geschlagen endete Indikid, die Vizemeister Roland Hülskath aus Mönchengladbach für Marion Jauß aus Neritz steuerte, genau wie im Vorlauf auf dem zweiten Platz. Rang drei ging an Gondolin mit dem Münchner Detlef Fleischer im Sulky. Ich gewinne, wenn Indikid keinen Fehler macht, hatte Hülskath vor dem Rennen optimistisch verkündet. Er scheiterte mit seiner Prognose nur ganz knapp. Besitzerin Marion Jauß verpasste ihren dritten Triumph in Serie im Arthur Knauer-Rennen hauchdünn.

Sieg-Trainer Rob de Vlieger (Zwaanshoek/NL) sagte: Es war kein leichtes Rennen. Wir lagen außen an vierter Stelle. Es war vielleicht unser Glück, dass Gondolin in Führung nicht so schnell war, so dass wir mit unserem Angriff warten konnten. Schwerer war der Rennverlauf zweifellos für Indikid, mit der Hülskath aus dem hinteren Drittel in der Schlussrunde in dritter Spur startete und auch schnell im Vorderfeld auftauchte.
An der Spitze gab es die ganze Zielgerade herunter einen dramatischen Endkampf, bei dem sich Anky Kievitshof mit kräftiger Unterstützung von Robin Bakker erfolgreich wehrte. Zum Sieg der 17:10-Favoritin meinte der Zielrichter: Kampf, halbe Länge, eine Länge, fünf Längen.

Auf Rang drei kam Gondolin vor Bella B mit dem Oberhausener Michael Schmid, der von Heli Biendl (Ascha) als Fahrer engagiert worden war. Der fünfte Platz ging an Action Transs R mit Cees Kamminga (Willemsoord/NL) vor Sirmione Way mit Heli Biendl und More Muscles, die mit Michael Nimczyk (Willich) lange im Vorderfeld chancenreich schien, dann aber doch schon vor dem letzten Bogen deutlich nachließ.
Heinz Wewering brachte Angelique Transs R nicht fehlerlos über die Strecke. Vin Race hatte, nachdem sie unterwegs mit Uwe Zevens nicht einmal schlecht ausgesehen hatte, in der Endphase deutliche Gangartprobleme und wurde von der Rennleitung aus der Partie genommen.

Lady Maud: Ihr erster Sieg im B-Finale

Das B-Finale des Arthur Knauer-Rennens (15.000 Euro) ging durch die 35:10-Mitfavoritin Lady Maud mit Hugo Langeweg jun. (Schagerbrug) im Sulky ebenfalls an die Niederlande. Inara musste vorab passen. Trainer und Fahrer Heli Biendl hatte die Erklärung parat: Auch Inara hatte sich eine Infektion eingefangen. Einige meiner Pferde sind ausgerechnet in der Derby-Woche davon betroffen. Dadurch ist auch das schwache Laufen einiger Pferde am ersten Derby-Wochenende zu erklären.
Für die krasse Außenseiterin Jessica Alba war an Stelle von Michael Hendrikx (Bottrop) der Berliner Benjamin Hagen engagiert worden, dessen Fahrt aber nach einem Startfehler schon nach wenigen Metern ohne jede Chance auf eine Prämie beendet war.

In bester Verfassung hatte der niederländische Trainer Marcel Hauber (Deurze) Lady Maud, die noch im Vorlauf eine Woche zuvor der geforderten Gangart nicht entsprochen hatte, an den Start gebracht. Diesmal versteckte Fahrer Hugo Langeweg die bis zum B-Finale noch sieglose Stute lange im Mittelfeld, griff dann im Scheitelpunkt des letzten Bogens an, als Jaquelin mit Michael Schmid vorne nachgab und Uwe Zevens aus Bedburg-Hau seine Neuerwerbung Hiltonparis in Front gesteuert hatte. Aber Hugo Langeweg war sofort zur Stelle, kam leicht in Führung und verabschiedete sich mühelos von der Konkurrenz. Langeweg: Es lief diesmal optimal. Nach dem schwachen Laufen vor einer Woche hat man bei Lady Maud einiges verändert. Das hat sich sehr positiv ausgewirkt.

Hiltonparis behauptete Rang zwei vor Graceland, die vor einer Woche mit Kornelius Kluth (Hamburg) nur als Fünfte auf einer Leine ins Ziel gekommen war, diesmal aber mit starkem Speed auf der Zielgeraden aufwartete und Akasha Mo mit Heinz Wewering noch knapp abfing. Für Jaquelin blieb das fünfte Geld vor Nefertiti, die mit Henk Grift (Kevelaer) schon im Heat sehr nervös wirkte. Impala Jaycee fand mit Josef Sparber (Taufkirchen) nie richtig ins Rennen. Jessica Alba hatte nach dem Startfehler nichts zu bestellen.
Disqualifiziert wurde die favorisierte Kamina (21:10) aus dem Stall von Marion Jauß. Fahrer Roland Hülskath hatte sich vor dem Start zuversichtlich gezeigt. Doch nach der Hälfte der Distanz machte die Stute, die mit der ungünstigen 10 ins Rennen gehen musste, einen Fehler und war nicht mehr auszuparieren.

Um 5.000 Euro ging es im Finale beim Derby-Kampf der Geschlechter, für das sich jeweils fünf Fahrerinnen und Fahrer qualifiziert hatten. In den Vorläufen hatte es eine Überraschung gegeben, als sich der favorisierte Indigo Blue mit der Niederländerin Hiltje Tjalsma (Zwaanshoek), am Toto mit 15:10 notiert, durch einen Fehler um alle Chancen brachte. Dadurch war der Weg frei für den ebenfalls hoch gehandelten Uriah Heep, dessen Hamburger Fahrerin Afsoon Amirfallah erst spät auf der Rennbahn eingetroffen war und um ein Haar ihren Einsatz verpasst hätte. Außerdem erreichten auch Katie Beer mit Ölltorps Indian, Elisabeth Jänchen mit Burgis Silvio, Marion Dinzinger mit Who Dunnit und Hilda Hofstra mit Yamira Beuckenswyk das Finale.

In der Abteilung des starken Geschlechts setzte sich der lange in Lauerstellung wartende Martin C. Blankendaal (NL) mit Classic Design gegen Michael Hamanns Really durch. Querima hatte mit Hans-Jürgen von Holdt lange geführt, kam als Dritte weiter. Die restlichen Finalplätze gingen an Heinrich Wolf aus Gelsenkirchen, der Straight on auf kürzesten Wegen ins Ziel steuerte, sowie an Alexander Dame mit Lorena BaDa.
Im Endlauf fiel nach einem Fehlstart Burgis Silvio (Sturz beim ersten Startversuch) aus. Gegen acht Gegner setzte sich erneut Classic Design durch. Who Dunnit, größter Außenseiter im Feld, wurde Zweiter vor Querima. Uriah Heep blieb in dritter Spur hängen.

Velten Couture zeigt seine große Klasse

Als Internationales Standardrennen, dotiert mit beachtlichen 20.000 Euro, war das Auktionsrennen ausgeschrieben, für das nur Pferde startberechtigt waren, die als Jährlinge auf der von Kornelius Heitmann aus Münster organisierten Derby-Auktion gekauft worden waren.
Dass der im Derby-Vorlauf als haushoher Favorit gescheiterte Velten Couture mit Hans Joachim Tipke (Heeslingen) für diese Prüfung ausgesucht worden war, dürfte in Anbetracht der Dotierung keine Überraschung gewesen sein. Velten Couture, auf 12:10 herunter gewettet, lief ein überragendes Rennen. Tipke war trotz einiger Schlenker vor ihm gut aus der zweiten Reihe mit dem hochtalentierten Hengst von Sigrid Velten (Hochheim) abgekommen. Noch besser freilich machte es Golden Sunlight mit Heinz Wewering, der früh in Front kam. Dahinter rückte Velten Couture auf. Doch an der Innenkante machte Wewering keinerlei Anstalten, auch nur einen Zentimeter zu weichen. Rund 600 Meter lieferten sich innen Golden Sunlight und außen Velten Couture ein Kopf-an-Kopf-Rennen, das die Zuschauer begeisterte. Zu Beginn der Zielgeraden kam Velten Couture an die Spitze und zog bis zur Linie ohne jeglichen Schwächemoment nach dem sicher nicht leichten Rennen durch. Golden Sunlight blieb Zweiter vor Recordtime mit Hugo Langeweg.
Experten waren sich einig: Ohne die Bummelfahrt im Derby-Vorlauf und den Rumpler auf der Zielgeraden hätte Velten Couture im Finale des digibet.de 115. Deutschen Traber-Derbys gestanden und hätte dort wohl auch eine äußerst prominente Rolle gespielt.

Deutsche Amateur-Meisterschaft geht nach Bayern

Marian Tux triumphiert mit Serien-Sieger

Berlin (mspw) - Marian Tux hat die Deutsche Amateur-Meisterschaft gewonnen. Der Kaufmann aus Straubing triumphierte Freitag (30-7-10) mit dem fünfjährigen Wallach Medhufushi auf der Trabrennbahn in Berlin-Mariendorf im mit 30.000 Euro dotierten Finale.
Gleich nach dem Start hatte Tux mit dem Serien-Sieger Medhufushi die Führung übernommen und konnte sich das Tempo einteilen. Auf der Zielgeraden legte der Wallach aus dem Trainingsquartier von Helmut Biendl (Ascha) noch einmal zu und verwies Let the music play mit der vielfachen Amateur-Championesse Rita Drees (Gronau-Epe) sowie Wings of Crown mit Peter Platzer (Zorneding) auf die Plätze. Es war Medhufushis 13. Sieg in Folge.

Marian Tux blieb nach seinem Triumph bescheiden. Medhufushi ist ein gigantisches Pferd. 98 Prozent des Erfolges hat er ausgemacht, zwei Prozent der Fahrer. Ich wollte eigentlich nur 2,5 Minuten alles richtig machen. Das ist mir gelungen, so Tux. Lob für den neuen Amateur-Meister gab es von Medhufushis Trainer Heli“ Biendl: Marian Tux hat keine Nerven gezeigt und sich das Tempo genau so eingeteilt, dass die Konkurrenz keine Chance hatte.
Insgesamt hatten sich zwölf Starter für das Finale am Freitag qualifiziert. Titelverteidiger Dieter Steghofer (Johanniskirchen) verpasste den Endlauf mit Tornado TY, mit dem er im vergangenen Jahr nicht zu schlagen gewesen war.
Im Vorbereitungslauf zum Vierjährigen-Marathon (10.000 Euro/2.500 Meter) behauptete sich am Donnerstag (29-7-10) Zycknit mit Thomas Panschow (Bladenhorst) nach einem packenden Zweikampf auf der Zielgeraden gegen den von Dion Tesselaar (Oudeschoot, NL) gesteuerten Candles N Caviar.
Dion Tesselaar im Bruno-Cassirer-Rennen
Der mit 30.000 Euro dotierte Endlauf zum Bruno-Cassirer-Rennen, der zweite Höhepunkt am Freitag 30-7-10), ging an niederländische Farben. Trotz einer Zulage von 40 Metern setzte sich Yamira Limburgia mit Trainer Dion Tesselaar (Oudeschoot) im Sulky durch. Die fünfjährige Stute behielt im Endspurt gegen die aus Schweden angereiste Alpha Degato mit Conrad Lugauer (Blentarp) und Zwetlana’s Wish mit Robbin Bot (Lippenhuizen, NL) die Oberhand.
Es ist alles optimal gelaufen. Ich wusste, dass die Stute gut in Form ist und bin froh, dass es mit dem Sieg geklappt hat, freute sich Tesselaar über den Erfolg mit der Stute, die sich als Vorlaufs-Dritte für das Finale qualifiziert hatte.

Derby-Jahrgang steht vor

größter Bewährungsprobe

Berlin (mspw) - Es geht nicht nur um die Ehre, sondern auch um viel Geld! 50.000 Euro werden am nächsten Samstag (31-7-10) ausgeschüttet, wenn auf der Trabrennbahn in Berlin-Mariendorf im Finale des Arthur Knauer-Rennens (Stuten-Derby) die nach Meinung der Besitzer und Trainer derzeit besten dreijährigen deutschen Stuten ihre Kräfte messen. Sonntag geht es sogar um 218.430 Euro sowie zehn Prozent Züchterprämien im digibet.de 115. Deutschen Traber-Derby, in dem sich mit Finca auch eine Stute mit durchaus guten Chancen als Herausforderin sieben Hengsten und zwei Wallachen stellt.

Es ist nicht der geburtenstärkste Jahrgang der Dreijährigen, der in diesem Jahr in Berlin-Mariendorf an den Start kommt. Was die Anzahl der Starter in den Vor- und Endläufen anbelangt, hat sich im Vergleich zu den Vorjahren freilich nicht viel geändert. Die Einsätze der Besitzer machten es sogar möglich, die zunächst vorgesehene Dotierung von 120.000 Euro für das 115. Deutsche Derby deutlich anzuheben.

27 Stuten präsentierten sich vor Wochenfrist in den mit jeweils 10.000 Euro sehr ordentlich dotierten Vorläufen. 29 Hengste und Wallache sowie mit Finca die einzige Stute bewarben sich in den Vorläufen für das digibet.de 115. Deutsche Traber-Derby.
Die jeweils zehn Qualifikationsbesten stehen Samstag im Finale der Stuten, gelaufen als Arthur Knauer-Rennen, und Sonntag im digibet.de 115. Deutschen Traber-Derby, in dem neun Hengsten und Wallachen von Finca, der einzigen Vertreterin des weiblichen Geschlechts, auf den Zahn gefühlt wird.

Von den zehn deutschen Stuten im Arthur Knauer-Finale gehören sechs nach wie vor deutschen Besitzern. Vier Stuten starten für niederländische Eigner, die weiterhin sehr investitionsfreudig sind. Im Vorjahr konnte der Angriff der Niederländer abgewehrt werden, denn Marion Jauß (Neritz) stellte mit Kataja die Siegerin und sicherte sich mit ihrer Stuten-Königin, gefahren von Heinz Wewering, der vor einem Umzug von Hamburg nach Berlin steht, die höchste Prämie.

Auch für das Derby am Sonntag sind vier Besitzer aus den Niederlanden eingetragen. Ihr Ehrgeiz: Sie wollen ebenso viel Erfolg haben wie 2009 die Besitzer von Zar As, der den Derby-Sieg mit dem Mönchengladbacher Roland Hülskath im Sulky ins Nachbarland entführte. Dagegen dürften allerdings die übrigen Besitzer etwas haben. Vier sind aus Deutschland: Mary’s Boy gehört dem Gestüt Charlottenhof von Sonja Wewering in Seppenrade, Baltimore As ist aus dem Aufgebot von Marion Jauß. Like that Diamant, als Vorlaufdritter gerade noch ins Finale gerutscht, gehört dem Stall M.S. Diamanten von Max Schwarz aus Langenmosen. Für Picasso ist Constantin Vergos aus Herten eingetragen.
Zwei Teilnehmer, beide aus der Zucht von Heinrich Platvoet (Ascheberg), haben die weite Reise aus Finnland nach Berlin angetreten. Manager Matti Rouihainen, lange Jahre auch in Gelsenkirchen ansässig, hat wohl gut hingeschaut, als er Unikum und Garant, für die Heinz Wewering und der Willicher Michael Nimczyk als Fahrer verpflichtet wurden, für das Gipfeltreffen der besten deutschen Dreijährigen angemeldet hat.

Sehr unterschiedlich waren sowohl in den Vorläufen zum Arthur Knauer-Rennen als auch in den Derby-Vorläufen die Zeiten der Qualifizierten. Hinzu kommt, dass an den beiden Vorlauf-Tagen die Witterungsbedingungen völlig unterschiedlich waren. Samstag kühl und teilweise Nieselregen - Sonntag dann erheblich wärmer und ein herrlicher Sommertag.
Über die wahre Klasse des Dreijährigen-Jahrgangs wird man wohl erst nach der Doppelveranstaltung am kommenden Wochenende Genaueres wissen.

Jetzt steht das Derby-Starterfeld 2010

Favorit Velten Couture schafft es nicht

Berlin (mspw) - Der dreijährige schwarzbraune Hengst Velten Couture, einer der großen Favoriten für das digibet.de 115. Deutsche Traber-Derby am kommenden Sonntag (1-8-10) auf der Trabrennbahn in Berlin-Mariendorf, darf im mit 120.000 Euro dotierten Finale nicht starten. Der Hengst aus dem Besitz der Weingutbesitzerin Sigrid Velten aus Hochheim/Taunus scheiterte bereits in der Qualifikation, als ihm auf der schnellen Mariendorfer Piste in führender Position ein Fehler unterlief und er von der Rennleitung disqualifiziert wurde.

Hans Joachim Tipke (Heeslingen), Fahrer von Velten Couture, hatte sich sein Vorlaufrennen für das Derby selbst einteilen können, denn sein Hengst war gleich in Führung gekommen, wo Tipke das Tempo bei hochsommerlichen Temperaturen drastisch drosselte. Doch die Taktik, mit angezogener Handbremse ins Finale zu kommen, ging nicht auf, weil Velten Couture mit einem Fehler reagierte, als das Tempo sich auf der Zielgeraden erheblich steigerte. Amoor Kievitshof, immer nahe bei Velten Couture, zog in der entscheidenden Phase mit Hugo Langeweg (NL) vorbei. Silberhelm Roland Hülskath aus Mönchengladbach erreichte den Endlauf als Zweiter mit Picasso. Dschingis Khan verpasste mit dem Münchner Gerd Biendl das Finale deswegen, weil er letztlich ein Opfer des Bummeltempos wurde. Die durchschnittliche Kilometerzeit von 1:19,1 Minuten reichte nicht, um als einer der zwei zeitschnellsten Dritten noch das Finale zu erreichen, in dem es um die Nachfolge von Derby-Sieger Zar As aus dem Vorjahr geht.

Gescheitert im Vorlauf ist auch der aus Dänemark angereiste Hengst My Muscles Yankee, der mit Heinz Wewering im Sulky ebenso mit einem Fehler ausschied wie Giro mit Thomas Kornau aus Recklinghausen.
Mit Finca, die Ger Visser aus dem niederländischen Deventer gehört, kam die von Hugo Langeweg (NL) gesteuerte einzige Stute im Derby-Bewerberfeld als Zweite ihres Vorlaufs hinter dem allerdings überlegenen 1:18,1-Sieger Mary’s Boy mit dem 18-jährigen Robbin Bot aus dem niederländisch-friesischen Lippenhuizen sicher ins Finale, in dem sie sich neun Hengsten und Wallachen als Herausforderin stellt. Besitzer von Mary’s Boy ist das Gestüt Charlottenhof von Sonja und deren Tochter Marie Charlott Wewering aus dem westfälischen Seppenrade.

Der aus Finnland angereiste Hengst Garant aus der Zucht von Heinrich Platvoet (Ascheberg) konnte sich überraschend als Vorlaufsieger durchsetzen und schaffte damit den Sprung ins Finale. Fahrer und amtierender Goldhelm Michael Nimczyk aus Willich: Dem Hengst hat die weite Anreise über mehr als 3.600 Kilometer nichts ausgemacht. Ich hatte schon beim vierten Platz im Buddenbrock-Rennen ein gutes Gefühl im Hinblick auf die Derby-Chancen. Da Armando Kievitshof mit Cees Kamminga (NL) sich hinter Garant einen Finalplatz schnappte, verpasste auch der für das Derby-Finale von seinem Trainer und Fahrer Heli Biendl aus Ascha hoch eingeschätzte Derby-Kandidat Sahir als Vierter den Endlauf, weil er erst hinter Baron W. mit dem Oberhausener Michael Schmid ins Ziel kam. Baron W. reichte ein dritter Platz, um als einer von zwei zweitschnellsten Dritten in das Finale einzuziehen.

Die letzten beiden Finalplätze in einem der mit jeweils 20.000 Euro dotierten Vorläufe sicherten sich Baltimore As mit Roland Hülskath für Marion Jauß (Neritz), sowie Buddenbrock-Sieger Unikum mit Heinz Wewering (Berlin). Super Neo kam für den Odenthaler Henno Sürder mit Thomas Panschow als Dritter ins Ziel, doch reichte diese Platzierung nicht für ein Weiterkommen, weil der Vorlauf nicht schnell genug war. Neben Baron W. gelang nach einem schnellen Vorlauf auch noch Like that Diamant der Sprung in das Derby-Finale.
Das Starterfeld für das 115. Deutsche Traber-Derby
1 Unikum mit Heinz Wewering
2 Amoor Kievitshof mit Hugo Langeweg jr.
3 Garant mit Michael Nimczyk
4 Mary’s Boy mit Robbin Bot
5 Baltimore As mit Roland Hülskath
6 Armando Kievitshof mit Cees Kamminga
7 Finca mit Dominik Locqueneux
8 Like that Diamant mit Gerhard Biendl
9 Baron W. mit Michael Schmid
10 Picasso mit Andor Schute

Starterfeld für das Stutenderby-Finale steht:

Sensation durch Vin Race und Uwe Zevens

Berlin (mspw) - Mit einer sensationellen Vorstellung hat sich die dreijährige Stute Vin Race, die Trainer Uwe Zevens aus Bedburg-Hau erst vor gut vier Wochen gekauft hat, am Samstag (24-7-10) auf der Trabrennbahn in Berlin-Mariendorf für das Finale des Arthur Knauer-Rennens, auch Stuten-Derby genannt, am kommenden Samstag an gleicher Stelle qualifiziert. Vin Race gewann einen der vier Vorläufe als 234:10-Außenseiterin und steht nun nach dem ersten Sieg ihrer Karriere überhaupt im mit 50.000 Euro dotierten Endlauf.

Wir haben etwas am Gebiss verändert, verriet Uwe Zevens, der Vin Race in Berlin auch steuerte, das Geheimnis für die Leistungsexplosion der Fuchsstute, die bis vor vier Wochen noch von Gerd Holtermann in Bladenhorst trainiert worden war. Zevens: Die Veränderung am Gebiss der sensiblen Stute hat sich gelohnt. Zuvor war sie auch nicht schlecht gelaufen, doch sie ließ sich schlecht regulieren und baute meist nach 1.500 Metern ab.

Hinter der vom Gestüt Lauvenburg in Kaarst gezogenen Stute schaffte die höher eingeschätzte More Muscles mit dem 43-jährigen Thomas Panschow aus Bladenhorst als Zweite ebenfalls den Finaleinzug, den die am Toto auf 13:10 herunter gewettete Almasi mit Heli Biendl (Ascha) ebenso verpasste wie die fehlerhafte Irancy mit Roland Hülskath aus dem Stall von Marion Jauß (Neritz).

Großes Rätselraten herrschte nach dem Vorlaufsieg von Gondolin, die der Münchner Detlef Fleischer in einer Spazierfahrt Start/Ziel ins Finale brachte. Fleischer forderte der Stute, die seiner Frau Christine gehört, im langsamsten aller vier Vorläufe nicht mehr als unbedingt nötig ab, so dass er mit der eher bescheidenen durchschnittlichen Kilometerzeit von 1:18,2 Minuten ins Ziel kam. Bei ihrem letzten Auftritt vor dem Berliner Ausscheidungsrennen war Gondolin als Zweite noch 1:15,5 an gleicher Stelle getrabt.

Im letzten Jahr noch hatte Marion Jauß mit Kataja die Siegerin im Stuten-Derby gestellt. Diesmal blieben ihre Kandidatinnen Kamina und Irancy mit Roland Hülskath nach Fehlern schon in ihren Ausscheidungsrennen hängen. Immerhin schaffte Hülskath mit der dritten Jauß-Stute Indikid, die in ihrem Vorlauf Zweite wurde, noch den Sprung ins Finale.
Vor allem von Kamina, die mit einer Siegform angereist war, hatte man sich einiges mehr versprochen. Doch Kamina patzte in aussichtsreicher Position zu Beginn des Schlussbogens und war damit aus der Partie.

Es war ohnehin nicht der Tag der Spitzenfahrer Roland Hülskath und Heli Biendl. Hülskath brachte auch die ihm anvertraute Nefertiti, die für niederländische Farben aufgeboten wurde, nicht fehlerlos über die Distanz. Heli Biendl muss nun nicht nur auf einen Start mit Almasi im Finale in einer Woche verzichten. Auch Inara wird nach einer fehlerhaften Vorstellung im Ausscheidungslauf fehlen.

Altmeister Heinz Wewering pilotierte Angelique Transs R für den niederländischen Kistenfabrikanten Cees Guldemond als 34:10-Siegerin in das Stuten-Finale, das als Zweite auch Floriane mit Thomas Panschow erreichte.
Im letzen Ausscheidungslauf schafften Anky Kievitshof mit dem Niederländer Robin Bakker aus Deurze und Indikid mit Roland Hülskath den Finaleinzug. Dabei hinterließ Anky Kievitshof, die sich als 12:10-Favoritin überlegen durchsetzte, wohl den nachhaltigsten Eindruck aller 27 Final-Kandidatinnen.
Als jeweils zeitschnellste Dritte konnten sich auch Action Transs mit Cees Kamminga (NL) und Bella B mit Heinz Wewering für das Finale qualifizieren.

Stute Finca gegen starkes Geschlecht

Berlin (mspw) - Die Bilanz der Stuten im Deutschen Traber-Derby fällt sehr bescheiden aus. Das soll sich am Sonntag ändern. 16 Jahre lang hat keine Stute mehr das Derby auf der schnellen Piste in Berlin-Mariendorf gewonnen. Jetzt schickt der niederländische Unternehmer Ger Visser aus Deventer seine in Deutschland gezogene Stute Finca in das mit mehr als 218.000 Euro dotierte und damit wertvollste deutsche Dreijährigen-Rennen. Finca soll in die Fußstapfen von Sunset Lane treten. Mit ihr triumphierte 1994 für Springreiter-Olympiasieger Alwin Schockemöhle (Mühlen) und den Berliner Hotelier Klaus-Volker Stolle letztmalig eine Stute im Derby.

Ex-Trabertrainer Jack de Jong, der die Pferde von Vissers Erfolgsstall Vibelzee managt, ist überzeugt, dass Finca, die als Zweite ihres Vorlaufs das Derby-Finale hinter dem Favoriten Mary’s Boy von Sonja und Marie Charlott Wewering (Seppenrade) ereichte, im Endlauf eine prominente Rolle spielen wird. Sie hatte im Vorlauf lange am Ende des Feldes gelegen. Aber ich habe in allen vier Vorläufen kein Pferd gesehen, das auf den letzten 800 Metern so schnell war wie Finca, sagt de Jong über die Stute, die Visser vor zwei Jahren auf der Berliner Jährlings-Auktion für rund 11.000 Euro ersteigert hatte.

Wie groß das Vertrauen in die Stute ist, für die der in der Normandie lebende 35-jährige Spitzenfahrer Dominik Locqueneux verpflichtet wurde, wird vor allem dadurch unterstrichen, dass Ger Visser Finca nicht in das von Hause aus leichtere Arthur Knauer-Rennen (Stuten-Derby, 50.000 Euro) schickt.
Jack de Jong: Visser hat außerdem den Ehrgeiz, nach dem Derby-Sieg 2004 mit Ambassador As noch einmal im großen Derby Erfolg zu haben.

Mary’s Boy, den der erst 18-jährige Robbin Bot (Lippenhuizen/NL) steuert, befindet sich in der Form seines noch jungen Traber-Lebens. Danach dürften die weiteren Vorlaufsieger Garant mit Goldhelm Michael Nimczyk aus Willich für finnische Farben sowie Baltimore As, von Roland Hülskath (Mönchengladbach) für Marion Jauß (Neritz) gesteuert, die besten Chancen auf den Titel haben. Der wie Garant in Finnland trainierte Unikum musste sich im Vorlauf einem speedstarken Baltimore As geschlagen geben. Vorlaufsieger Amoor Kievitshof mit Hugo Langeweg jun. (NL) kam mit langsamer Zeit ins Finale, in dem der als Dritter noch in den Derby-Endlauf gerutschte Baron W. mit dem Oberhausener Michael Schmid für die Überraschung sorgen kann, wobei er freilich den Nachteil der ungünstigen Startnummer 9 wettmachen muss. Armando Kievitshof (Cees Kamminga/NL), Like that Diamant (Gerd Biendl/München) und Picasso (Andor Schute/Recklinghausen) müssen sich steigern.

Knauer: Vieles spricht für Anky Kievitshof

Mit großen Chancen geht Anky Kievitshof bereits am Samstag (31-7-10) in das Finale zum Arthur Knauer-Rennen (Stuten-Derby, 50.000 Euro). Sie siegte souverän im Berliner Stuten-Lauf des Buddenbrock, war leichte 12:10-Siegerin im Vorlauf vor einer Woche. Indikid (Besitzerin Marion Jauß) war mit Roland Hülskath zwar auf den letzten Metern noch näher gekommen, doch am Sieg von Anky gab es nichts zu deuteln. Jauß-Ex-Trainer Heinz Wewering: Ich hatte schon vor den Vorläufen Indikid als das Pferd bezeichnet, das für Marion Jauß im Derby besonders chancenreich sein würde.

Wewering selbst steuert wie im Vorlauf für die Farben des niederländischen Paletten-Produzenten Cees Guldemond (Katwijk) die von Hans Bot (NL) trainierte Angelique Transs R mit viel Vertrauen. Gondolin gewann ihren Vorlauf mit Detlef Fleischer (München) nach einem verbummelten Rennen, so dass abzuwarten bleibt, wie diese Leistung einzustufen sein wird. Sensations-Vorlaufsiegerin Vin Race (Sieg 234:10) wirkte auf den letzten Metern nicht mehr ganz so zwingend, wehrte aber mit Uwe Zevens (Bedburg-Hau) den Schlussangriff von More Muscles erfolgreich ab.

Indikid, wieder mit Roland Hülskath, Sirmione Way (Heli Biendl/Ascha) und eine zuletzt gesteigerte Floriane (Thomas Panschow/Bladenhorst) sind Platzgeldkandidatinnen, wobei die beiden Letztgenannten das Rennen aus der zweiten Reihe aufnehmen müssen.
Bella B, die in ihrem Vorlauf rumpelte, muss glatt gehen, wenn sie für die Besitzer Hannelore Weber-Berchtold und Thomas Berchtold (München), denen auch Sirmione Way gehört, in die Entscheidung eingreifen soll. Action Transs R (Cees Kamminga/NL) läuft sehr unterschiedlich, erreichte das Finale nur als eine der zeitschnellsten Dritten, ebenso übrigens wie Bella B.

Das Rahmenprogramm des letzten Derby-Wochenendes sieht mit der Derby-Revanche für 2009, dem Shootingstar-Cup-Finale, der Rekordmeile mit Sir Karan, dem Auktions-Rennen, dem Gottlieb Jauß-Memorial, dem Derby-Handicap de luxe und dem Derby-Marathon weitere Höhepunkte vor. Bereits am Freitag steht das Bruno Cassirer-Rennen mit Vorläufen und Finale auf der Tageskarte. Die Deutsche Amateurmeisterschaft beginnt schon einen Tag zuvor mit vier Vorläufen, ehe am Freitag das Finale für die Amateure stattfindet. Am Freitag, 30. Juli, wird außerdem der schönste und originellste Hut gesucht. Für die Siegerin, die eine Promi-Jury ermittelt, gibt es Preise.
Starterliste Arthur Knauer-Rennen (Stuten-Derby)
1 Vin Race mit Uwe Zevens (49/Bedburg-Hau)
2 Gondolin mit Detlef Fleischer (38/München)
3 Anky Kievitshof mit Robin Bakker (27/Wolvega, NL)
4 Angelique Transs R mit Heinz Wewering (60/Hamburg)
5 Indikid mit Roland Hülskath (35/Mönchengladbach)
6 More Muscles mit Michael Nimczyk (24/Willich)
7 Action Transs R mit Cees Kamminga (45/Willemsoord, NL)
8 Bella B mit Michael Schmid (43/Oberhausen)
9 Floriane mit Thomas Panschow (43/Oberhausen)
10 Sirmione Way mit Helmut Biendl (59/Ascha)

Es geht um die Nachfolge von Zar As

Berlin (mspw) - Erstmals in seiner Geschichte wird das Deutsche Traber-Derby 2010 nach einem neuen Modus ausgetragen. An zwei Sonntagen und mit einem Abstand von sieben Tagen kann die Elite der besten deutschen Hengste und Wallache am 25. Juli und 1. August auf der Trabrennbahn in Berlin-Mariendorf beweisen, wer der Beste des Dreijährigen-Jahrgangs ist und als 115. Derby-Sieger in die Annalen des deutschen Trabrennsports eingeht. Der Lorbeer könnte auch an eine Sie gehen, denn mit Finca geht die einzige Stute durchaus mit guten Chancen in den Wettbewerb.

Es geht um die Nachfolge von Zar As, der im Vorjahr mit Roland Hülskath für niederländische Farben das Derby gewinnen konnte. Der schon vor dem Derby 2009 höchst anfällige Zar As war wegen diverser gesundheitlicher Probleme danach nicht mehr im Renneinsatz.
In vier Vorläufen, dotiert mit jeweils 20.000 Euro, bemühen sich insgesamt 30 Vertreter des starken Geschlechts um den Einzug ins lukrative Finale. Die jeweils beiden Erstplatzierten sowie die zwei zeitschnellsten Dritten erreichen den Endlauf auf der traditionsreichen Rennbahn in Berlin-Mariendorf. Spitzenfahrer wie Heinz Wewering (Hamburg) und Heli Biendl (Ascha) sind sich einig: So offen war das Derby wohl seit Jahren nicht. Alles ist möglich.

Dabei spannen sowohl Wewering als auch Biendl mit den frischen Siegern Unikum (4. Vorlauf), der in Finnland trainiert wird, sowie Sahir (3. Vorlauf) aus dem Gestüt Stormy Horses (Besitzer: Jörg Brandt/Scharbeutz) zwei Hengste an, die nach bisher gezeigten Leistungen zum engeren Favoritenkreis zählen.
Was Unikum, dessen Trainer den Hengst auch beim Schwimmen in finnischen Seen Kondition bolzen lässt, zu leisten im Stande ist, bewies er nach einer siegreichen Wewering-Glanzfahrt zuletzt bei der Generalprobe im Buddenbrock-Rennen. Da finishte der 29-fache deutsche Champion den zunächst höher eingeschätzten Velten Couture mit Hans-Joachim Tipke (Heeslingen) genau auf der Linie noch zu einem begeisternden Erfolg. Wewering trifft nun mit dem von Heinz Platvoet im münsterländischen Ascheberg gezogenen Finnen auf Baltimore As aus dem Stall von Marion Jauß (Fahrer: Roland Hülskath). Jauß und Wewering hatten sich kürzlich getrennt. Als lachender Dritter könnte sich Toolbox mit Cees Kamminga (NL) in dieses Duell einschalten. Winterfavorit Super Neo (Besitzer: Henno Sürder, Odenthal) muss seine letzten Leistungen mit Thomas Panschow im Sulky steigern.

Heli Biendls Sieg-Vorstellung mit Sahir in Gelsenkirchen erfolgte mit Ansagen. Allerdings wird Sahir nun in Berlin zeigen müssen, welchen Stellenwert der hart erkämpfte Erfolg gegen Armando Kievitshof mit Cees Kamminga (NL) hat.
Beide treffen nun im 3. Derby-Vorlauf erneut aufeinander. Heinz Wewering steuert mit Golden Sunlight aus dem Besitz des Berliner Unternehmers und Mariendorfer Präsidenten Ulrich Mommert einen Kandidaten, der zuletzt zwei 15er-Zeiten zu bieten hatte. Baron W. überzeugte in Berlin in der Buddenbrock-Entlastung, als ihn der in Oberhausen lebende Bayer Michael Schmid mit enormer Schlussgeschwindigkeit noch auf Rang zwei hinter einem freilich sehr überlegenen Mary’s Boy mit Robbin Bot (NL) vorpreschen ließ.

Schon ganz früh während der Sonntag-Veranstaltung, im ersten Vorlauf nämlich, sollte Velten Couture, der Sigrid Velten aus Hochheim/Taunus gehört, trotz der letzten knappen Niederlage gegen Unikum in der Lage sein, sich für das Finale zu qualifizieren. In den Niederlanden wird Amoor Kievitshof (Stall Vibelzee von Ger Visser/Deventer, NL), gefahren von Hugo Langeweg jun. (NL) nicht erst seit seinen letzten beiden Siegen sehr hoch gehandelt. Er dürfte der härteste Prüfstein für Velten Couture werden. Geht Dschingis Khan mit Gerd Biendl nach zwei fehlerhaften Vorstellungen glatt, kann er alle Berechnungen durchkreuzen.
In Gelsenkirchen, wo er immerhin auf Sahir und Armando Kievitshof sowie Picasso traf, war er bis eingangs der Zielgeraden noch gut dabei, in Berlin scheiterte er schon kurz nach dem Start. Dass Steen Juul den in letzter Zeit in Schweden und Dänemark eingesetzten My Muscles Yankee nach Berlin einfliegen lässt und Heinz Wewering als Fahrer engagierte, sollte ein Hinweis sein.

Früh (im zweiten Vorlauf) ist auch Mary’s Boy mit Robbin Bot engagiert. Nach seinem überlegenen Sieg mit dem 18-jährigen niederländischen Fahrertalent in der Buddenbrock-Entlastung ist er zweifellos ein heißer Endlauf-Kadidat. Er trifft auf Finca, die einzige Stute, die sich um den Sieg im 115. Deutschen Traber-Derby bewirbt. In Gelsenkirchen gewann sie mit Michael Schmid beeindruckend, im Buddenbrock machte sie einen Fehler, als sie aus hinterem Feld in dritter Spur zu einem Angriff auf die Spitze geführt wurde. Hugo Langeweg junior soll für den Stall Vibelzee (NL) und dessen Eigner Ger Visser mit Finca wieder in die Erfolgsspur zurückkehren.

Sensation im Charlie-Mills-Rennen

Außenseiter schlägt Unforgettable

Berlin (mspw) - Mit einer Riesen-Überraschung endete das Charlie-Mills-Rennen am Sonntag (25-7-10) auf der Trabrennbahn in Berlin-Mariendorf. Der 18jährige Niederländer Robbin Bot steuerte den 483:10-Außenseiter Year of Transs R zu einem überlegenen Sieg. Dabei verwies er den 19:10-Favoriten und Vorlauf-Sieger Unforgettable mit Arnold Mollema im Sulky auf den zweiten Rang. Allerdings musste der Derby-Sieger von 2005 gegenüber dem Sieger eine Zulage von 20 Metern wettmachen. Erst auf der Zielgeraden hatte Unforgettable freie Bahn, doch der Vorsprung von Year of Transs R war zu groß. Dritter wurde der zweite Vorlauf-Sieger Victor Bas mit Rob de Vlieger, der damit den niederländischen Dreifach-Erfolg perfekt machte.
Beim fünften Platz im Vorlauf musste Year of Transs R in zweiter Spur weite Wege gehen. Diesmal hatte ich alles selbst in der Hand und konnte mir das Rennen selbst einteilen, strahlte ein überglücklicher Robbin Bot nach seinem Triumph in der 30.000 Euro-Prüfung im Rahmen der Derby-Woche.

Heli Biendl mit Quintett in den

Vorläufen zum Stuten-Derby

Berlin (mspw) - Gleich fünf Starterinnen bietet der 59-jährige vielfache bayerische Champion Heli Biendl (Ascha) auf, wenn am Samstag (24-7-10) 28 dreijährige Stuten auf der Trabrennbahn in Berlin-Mariendorf versuchen, sich in vier Vorläufen zum Arthur Knauer-Rennen, dessen Finale im Volksmund auch Stuten-Derby genannt wird, zu qualifizieren. Es geht um jeweils 10.000 Euro, wobei die jeweils beiden Erstplatzierten sowie die zwei zeitschnellsten Dritten den Endlauf erreichen, der exakt eine Woche später am 31. Juli an gleicher Stelle ausgetragen wird.
Bei dem Großangriff seines Stuten-Quintetts in den vier Vorläufen ist Heli Biendl auf Fremdhilfe angewiesen. Ich kann halt nur viermal selbst in den Sulky steigen. Aber mit Heinz Wewering habe ich für die Fahrt hinter der Stute Bella sicherlich keine schlechte Wahl getroffen, sieht sich Biendl mit seiner Stuten-Herde gut aufgestellt. Und nicht nur das. Er wagt auf die Frage, welche Stute denn das Finale am 31. Juli auf der Derby-Bahn in Mariendorf seiner Meinung nach gewinnt, sogar eine äußerst optimistische Prognose. Wer genau, das weiß ich nicht. Aber es wird mit einiger Wahrscheinlichkeit eine meiner Stuten sein.

Eine Aussage, die Nachfragen erlaubt. Biendl zu den Chancen seiner Stuten: Sirmione Way (1. Vorlauf) patzte zuletzt im ersten Bogen, als es vor uns eng war. Sie hat sehr gut gearbeitet, kann mehr, als ihre Formen aussagen. Inara (3. Vorlauf), ebenfalls aus dem Besitz der Münchner Hannelore Weber-Berchtold und Thomas Berchtold, müsste das Finale leicht erreichen können. Almasi aus dem Besitz des Gestüts Stormy Horses von Jörg Brandt (Scharbeutz) ist frische Doppelsiegerin, überzeugte bei der Generalprobe in Gelsenkirchen. Ein sehr gutes Pferd, das sich sogar steigern kann. Sie lässt sich manchmal noch etwas bitten, reagiert dann aber prompt.
Biendl weiter: Jitanes, ebenfalls von Jörg Brandt, ist unglaublich schnell, für das Finale müsste es glatt gehend allemal reichen. In ihrer Entwicklung ist sie noch etwas zurück. Vielleicht kommt das Stuten-Derby für sie noch zu früh. Auf jeden Fall hat sie Steigerungspotenzial. Sie startet zusammen mit der von Heinz Wewering gefahrenen Berchtold-Stute Bella B im vierten und wohl auch schwersten Vorlauf. Bella B ist noch launisch. Woran das liegt? Ich weiß es nicht. Sie ist halt ein Mädchen.

Neben Heli Biendl sind auch der Mönchengladbacher Silberhelm Roland Hülskath und Heinz Wewering in allen vier Vorläufen zum Arthur Knauer-Rennen vertreten. Hülskath spannt dreimal für die Neritzer Gestütsherrin Marion Jauß an. Dass er mit der hoch eingeschätzten Kamina (1. Vorlauf) bei der Generalprobe in Hamburg auf Anhieb für Kaminas ersten Sieg sorgte, ist keine schlechte Empfehlung. Neben Sirmione Way dürften die in Gelsenkirchen für den Sieg nur ganz knapp abgefangene Gondolin mit dem Münchner Detlef Fleischer, Heinz Wewering mit der gesteigerten Jaquelin, Hiltonparis mit Uwe Zevens aus Bedburg-Hau sowie Recordtime als aktuelle Siegerin mit Hugo Langeweg jun. (NL) die besten Chancen haben.

Im zweiten Vorlauf könnte neben Almasi die akuelle 144:10-Siegerin More Muscles (Thomas Panschow/Bladenhorst) gerade rechtzeitig in Schwung gekommen sein. Irancy (Roland Hülskath) greift mit neuem Rekord für Marion Jauß an. Vin Race (Uwe Zevens) ist stabil, aber auch noch sieglos. Akasha Mo ist durch die Verpflichtung von Heinz Wewering für seinen neuen Chef Ulrich Mommert (Berlin) empfohlen.

Im dritten Vorlauf müssen sich die zuletzt siegreichen Stuten Nefertiti (Roland Hülskath) und Floriane (Thomas Panschow), was die Zeiten anbelangt, noch einmal steigern, sollen Konkurrenten wie Action Transs R (Cees Kamminga/NL) und Angelique Transs R (Heinz Wewering) sowie Heli Biendls Inara der Weg ins Finale verbaut werden.
Im vierten Vorlauf spricht alles für Anky Kievitshof, die im Buddenbrock-Rennen mit Robin Bakker (NL) als Siegerin mit phantastischem Speed imponierte. Dahinter ist alles möglich.

Rätselraten um krasseste Außenseiterin

Ist es Mut? Verwegenheit? Oder vielleicht auch nur die stille Hoffnung darauf, dass im Pferderennsport alles möglich ist? Samstag (24-7-10) startet die dreijährige Stute Jessica Alba des Kaarster Gestüts Lauvenburg in einem der mit 10.000 Euro dotierten Vorläufe zum Deutschen Stuten-Derby, gelaufen in Berlin-Mariendorf als Arthur Knauer-Rennen. Die Empfehlung der Stute: Immer disqualifiziert, nie im Trab das Ziel erreicht, null Euro Gewinnsumme! Eine krassere Außenseiterin hat es beim Spitzentreffen der deutschen Traber-Stuten ganz selten gegeben!

Jessica Alba, von Gerd Holtermann in Bladenhorst bei Castrop-Rauxel trainiert, ist bisher zweifellos ein Sorgenkind. Dabei war die Schwarzbraune schon als Zweijährige eine Hoffnungsträgerin. In Gelsenkirchen startete sie mit dem Berliner Benjamin Hagen in der Breeders Crown (Züchter-Krone), wurde aber disqualifiziert. Mitte Juni stellte sie sich freilich dann in recht ordentlicher Form in einem Testlauf vor, um danach erneut dreimal disqualifiziert zu werden.
Trainer Holtermann: Wir haben immer noch eine große Meinung. Aber sie schwächelt ständig in der Startphase, ist übereifrig und patzt. Geht sie mal glatt, dann ist eine durchschnittliche Kilometerzeit von 1:15,5 bis 1:16,0 Minuten durchaus drin.

Wie bei den letzten beiden Auftritten wird sie von Michael Hendrikx, einem in Bottrop wohnenden 34-jährigen niederländischen Berufsfahrer, gesteuert. Freitag reist er mit Pferd und Lkw nach Berlin. Zuvor aber war noch viel Schweißarbeit nötig, um die krasseste aller Außenseiterinnen doch noch hin zu kriegen, so Hendrikx. Sie hat andere Eisen bekommen, um runder zu laufen. Mit dem Gebiss haben wir etwas geändert, mit der Anspannung auch.

Ob’s hilft? Hendrikx (118 Siege in seiner Karriere) macht sich nichts vor. Unsere Siegchancen liegen vielleicht bei einem Prozent. Und das ist eventuell schon zu hoch gegriffen. Aber ich freue mich auf dieses Derby-Erlebnis, auch wenn es nur ein Vorlauf ist. Und dann verrät Hendrikx auch seine Taktik: Bei den beiden letzten Starts bin ich ganz vorsichtig ins Rennen gegangen, war immer respektvoll deutlich hinter dem Startauto. Jetzt aber wird drauf gehalten. Alles oder nichts. Mehr als verlieren geht schließlich nicht.

Unforgettable im Charlie-Mills-Rennen

Berlin (mspw) - Auch das Rahmenprogramm am ersten von zwei aufeinander folgenden Derby-Wochenenden auf der Trabrennbahn in Berlin-Mariendorf ist hochkarätig besetzt. Am Samstag, wenn die vier Vorläufe zum Arthur Knauer-Rennen (Stuten-Derby) entschieden werden, steht auch das Derby-Duell Nachwuchs gegen ihre Lehrmeister im Mittelpunkt. Der Vergleich ist gleichzeitig auch eine Art Länderspiel zwischen deutschen und niederländischen Fahrern.

Der vom niederländischen Spitzen-Trainer Arnold Mollema (Wolvega) trainierte Traber-Hengst Unforgettable kehrt Sonntag (25-7-10) an die Stelle einer seiner größten Erfolge zurück. Der Derby-Sieger von 2005 startet ausgerechnet am Tag der Vorläufe zum digibet.de 115. Deutsches Traber-Derby auf der Rennbahn in Berlin-Mariendorf im ersten von zwei Vorläufen zum Charlie-Mills-Rennen. Beide Prüfungen sind mit je 5.000 Euro dotiert. Jeweils die ersten Sechs qualifizieren sich für den Endlauf. Im Finale, das am gleichen Tag entschieden wird, geht es dann um Prämien von 30.000 Euro.

Unforgettable, der das Charlie-Mills-Rennen zuletzt vor zwei Jahren gewinnen konnte, ist der Superstar im Feld der insgesamt 17 Teilnehmer. Mit einer Gewinnsumme von 743.982 Euro hat der achtjährige Hengst mehr Prämien gewonnen, als alle übrigen Pferde zusammen. Im ersten Vorlauf (Grunddistanz 2.000 Meter) muss Unforgettable daher als Einziger eine Zulage von 40 Metern wettmachen.
Die Zulage kann nur dann zum Problem werden, wenn der Rennverlauf gegen uns ist, meint Trainer Mollema, der seinen Schützling auch steuern wird. Die Form von Unforgettable ist sehr gut, das Pferd fühlt sich wohl. Ich fahre optimistisch nach Berlin. Von der Klasse her ist der Hengst das beste Pferd im Feld.

Doch nicht immer setzen sich Klasse-Pferde gegen formstarke Teilnehmer durch. So trifft Unforgettable unter anderem mit Yassin Boko, gesteuert von Mollemas Landsmann Tom Kooymann, auf einen Gegner, der nicht weniger als sieben seiner letzten acht Deutschland-Starts gewonnen hat. Ebenso wie der frische Doppel-Sieger Jubilar Way mit Goldhelm Michael Nimczyk (Willich) muss Yassin Boko aus dem ersten Band nur die Grund-Distanz von 2.000 Metern zurücklegen. Mit 20 Metern Zulage und mit guten Chancen geht Perl’s Fortune mit Gerhard Biendl (München) ins Rennen.
Im zweiten Vorlauf zählen der frische Sieger Hannieball mit Robbin Bot (NL), Wim Robel mit Tom Kooyman und Top of the Rocks (Gerhard Biendl) zum Kreis der Sieg-Anwärter. Das Trio startet mit der Hypothek von 20 Metern Zulage.

Mary’s Boy: Junger Hengst mit

schon viel Traber-Geschichte

Berlin (mspw) - Ein Geheimtipp für das digibet.de 115. Deutsche Traber-Derby, dessen Vorläufe am Sonntag (25-7-10) in Berlin-Mariendorf stattfinden, ist der dreijährige Hengst Mary’s Boy längst nicht mehr. Im Gegenteil: Seit seinem letzten siegreichen Auftritt mit dem 18jährigen Niederländer Robbin Bot im Sulky zählt der laufgewaltige Braune sogar zum engeren Favoritenkreis. Mary’s Boy hat gerade einmal fünf Starts auf dem Buckel. Drei Siege, zwei Platzierungen. Rekord von 1:14,5 Minuten als durchschnittliche Kilometerzeit beim letzten Auftritt in Mariendorf. Gewinnsumme noch bescheidene 6.475 Euro. Aber dabei bleibt Mary’s Boy garantiert nicht stehen.
Mehr an Traber-Geschichte als bei Mary’s Boy - trotz des noch jungen Alters - gibt es kaum. Der Trabrennsport spielt in seinem Umfeld schon lange eine wichtige Rolle. Eigentlich schon seit der Zeit, als der Hengst noch nicht geboren war. Heinz und Sonja Wewering kauften auf einer Auktion bei Alwin Schockemöhle die Stute Red Lady. Als Besitzerin eingetragen: Tochter Marie Charlott Wewering. Ein guter Ankauf. Red Lady gewann viel, unter anderem auch das Derby für die Stuten.
Da wundert es nicht, dass eines Tages mit Mary’s Boy auch ein Produkt der Red Lady auf dem Gestüt Charlottenhof im westfälischen Seppenrade bei Sonja Wewering und Tochter Marie Charlott stand.

Ein Trabrennpferd zum Verlieben, fand Sonja Wewerings Mutter Doris Wilhelm (Stall Cortina/Köln), selbst erfolgreiche Besitzerin und Züchterin. Ich hätte Mary’s Boy meiner Tochter zu gerne abgekauft. Aber sie wollte nur die Hälfte abgeben. Wir haben uns nicht geeinigt, erinnert sich Doris Wilhelm. Das hatte freilich überhaupt keine Auswirkungen darauf, dass die ganze Sippschaft sich über die Entwicklung des gut geratenen Red Lady-Sprößlings freut.

Seit einiger Zeit ist die Traber-Familie rund um Mary’s Boy noch um einiges größer geworden. Trainiert wird der Hengst, der beim niederländischen Spitzenmann Arnold Mollema in Wolvega eingebrochen wurde, inzwischen von Johannes Bot, einem 58-jährigen Trainer-Urgestein aus Lippenhuizen im niederländischen Friesland. Dessen Sohn Robbin (18) ist nicht nur beim Training mit Feuereifer dabei. Er ist auch der Fahrer von Mary’s Boy, zuletzt siegreich im Buddenbrock-Entlastungsrennen, als er die Gegner deutlich auf Distanz hielt.
Da war die Freude bei der Mary’s Boy-Familie groß. Auch bei der 18-jährigen Wewering-Tochter Marie-Charlott. Kein Wunder, denn die Gymnasiastin (Abitur im nächsten Jahr) und Amateur-Trabrennfahrerin - von Kindesbeinen auf mit dem Traber-Bazillus infiziert - ist seit einiger Zeit die Freundin von Robbin Bot.

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114. Deutsches Traber-Derby in Berlin-Mariendorf
Derby-Sieg2009
Ich habe meinen Erfolg noch gar nicht in vollem Umfang realisiert. Das wird wohl noch ein paar Tage dauern, sagte Hülskath. Für seinen Derby-Helden Zar As, der vom Niederländer Paul Hagoort (31/Oldetrijne) trainiert wird, sieht der Fahrplan in dieser Saison noch einige große Aufgaben vor. Zu den wichtigsten Zielen – das kündigte Roland Hülskath an - gehören die Rennen um die Züchter-Krone (Breeders Crown) Anfang November in Gelsenkirchen sowie das Europa-Championat der Dreijährigen in Frankreich.

Glückstränen von Roland Hülskath

nach seinem Derby-Sieg mit Zar As

Berlin (mspw) - Auf der Trabrennbahn in Berlin-Mariendorf schnappten sich die niederländischen Gebrüder Leendert und Willem Gerrits aus Helmond, die als Metallhändler zu den Branchenriesen in Europa gehören, nach 2007 erneut Gold im Deutschen Traber-Derby. Ihr dreijähriger Hengst Zar As gewann als 17:10-Favorit mit dem WM-Vierten Roland Hülskath (34/Mönchengladbach) im Sulky die 114. Auflage dieses wertvollsten deutschen Trabrennens des Jahres. Bereits vor zwei Jahren hatten die Gerrits-Brüder mit Lotis Photo im Derby triumphiert. Diesmal ging es alleine im Finale um 309.460 Euro, davon gingen fast 150.000 Euro an die Besitzer des siegreichen Pferdes.

Für Europameister Roland Hülskath war es ebenfalls der zweite Derby-Triumph seiner Karriere. Trainer des Siegers ist der erst 31-jährige Niederländer Paul Hagoort aus dem friesischen Oldetrijne bei Wolvega. Zar As stammt aus der Zucht des Springreiter-Olympiasiegers Alwin Schockemöhle (72/Mühlen). Er ist ein Nachkomme von Schockemöhles Abano As, der das Derby 2000 sowie später auch mit dem Prix d’Amerique auf der berühmten Rennbahn in Paris-Vincennes das wertvollste Trabrennen der Welt gewinnen konnte.

Hülskath überglücklich und mit Freudentränen in den Augen: Ich freue mich vor allem deswegen, weil Zar As kein einfacher Bursche ist, mit dem manchmal das Temperament durchgeht. Er war auf den Moment genau in Glanzform und ist ein Derby-Sieger, der noch einiges erreichen wird, wenn er gesund bleibt.

Derby-Mitfavorit Marc Burgerheide, der dem niederländischen Fahrradhändler Meinert Terpstra (67/Noord Bergum) gehört, hatte schon im Vorlauf einiges tun müssen. Mit 11:10 Euro am Toto sehr stark gewettet, war Fahrer Ruud Pools (56/Heiloo) ganz vorsichtig ins Rennen gegangen. Pools: Ich wollte nicht alles riskieren und hatte mir vorgenommen, trotz Startnummer eins nicht auf Biegen und Brechen los zu fahren, sondern erst im ersten Bogen an die Spitze zu kommen. Das klappte auch, aber dann hatte Pools doch einige Mühe, einen gut aussehenden Schlussangriff von Karaburan mit Helmut Biendl (58/Ascha) kontern zu können. Das hatte zweifellos Kraft gekostet. Vielleicht war das auch der Grund dafür, dass Marc Burgerheide im Finale, in dem er lange im hinteren Feld lag, nur Dritter hinter Karaburan mit Heli Biendl wurde.

Der am Ende zweitplatzierte Karaburan rettete aus Besitzer-Sicht die deutsche Ehre. Der Hengst gehört dem Kaufmann Jörg Brandt (47) aus Scharbeutz an der Ostsee (Gestüt Stormy Horses). Denn auf den Plätzen vier bis sechs landeten ebenfalls Pferde, die investitionsfreudige Niederländer in Deutschland gekauft hatten.

Schon im ersten von insgesamt vier Vorläufen mussten der 29-fache nationale Champion Heinz Wewering (59/Hamburg) und Besitzerin Marion Jauß (70/Neritz) ihre Hoffnungen begraben, einen Tag nach dem Sieg von Kataja im Stuten-Derby (Final-Dotierung 50.000 Euro) auch im 114. Deutschen Traber-Derby triumphieren zu können. Der hoch eingeschätzte Wee Catch Diamond war Mitte des Schlussbogens bereits in Nöten und kam lediglich als Fünfter ins Ziel, so dass der Endlauf ohne ihn stattfand.

Für die größte Überraschung in den Vorläufen hatte der am Möhnesee gezüchtete Wings of Crown mit Josef Sparber (49/Taufkirchen) gesorgt, der trotz eines Rumplers im letzten Bogen zum Totokurs von 334:10 siegte, nachdem der als Derby-Sieganwärter gehandelte Celebration XL mit Thomas Panschow (42/Bladenhorst) nach zwischenzeitlicher Führung von fünf Längen auf der Zielgeraden müde und nur mühsam hinter Peter Burgerheide mit Thomas Kooyman (48/Lynden, NL) im Sulky Dritter geworden war. Die erzielte Zeit reichte nicht, um sich für das Finale zu qualifizieren, weil U.S.Lane und Eldoret als Drittplatzierte der Vorläufe schneller waren.

Der spätere Derby-Sieger Zar As hatte seinen Vorlauf ganz souverän gewonnen und wurde danach von fast allen Wettern auch für das Finale favorisiert. Diesen Erwartungen wurde er mit dem Derby-Sieg gerecht.


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