Zuletzt bearbeitet: 30.09.2009

Derby-Sieg2009
Ich habe meinen Erfolg noch gar nicht in vollem Umfang realisiert. Das wird wohl noch ein paar Tage dauern, sagte Hülskath. Für seinen Derby-Helden Zar As, der vom Niederländer Paul Hagoort (31/Oldetrijne) trainiert wird, sieht der Fahrplan in dieser Saison noch einige große Aufgaben vor. Zu den wichtigsten Zielen – das kündigte Roland Hülskath an - gehören die Rennen um die Züchter-Krone (Breeders Crown) Anfang November in Gelsenkirchen sowie das Europa-Championat der Dreijährigen in Frankreich.

Glückstränen von Roland Hülskath

nach seinem Derby-Sieg mit Zar As

Berlin (mspw) - Auf der Trabrennbahn in Berlin-Mariendorf schnappten sich die niederländischen Gebrüder Leendert und Willem Gerrits aus Helmond, die als Metallhändler zu den Branchenriesen in Europa gehören, nach 2007 erneut Gold im Deutschen Traber-Derby. Ihr dreijähriger Hengst Zar As gewann als 17:10-Favorit mit dem WM-Vierten Roland Hülskath (34/Mönchengladbach) im Sulky die 114. Auflage dieses wertvollsten deutschen Trabrennens des Jahres. Bereits vor zwei Jahren hatten die Gerrits-Brüder mit Lotis Photo im Derby triumphiert. Diesmal ging es alleine im Finale um 309.460 Euro, davon gingen fast 150.000 Euro an die Besitzer des siegreichen Pferdes.

Für Europameister Roland Hülskath war es ebenfalls der zweite Derby-Triumph seiner Karriere. Trainer des Siegers ist der erst 31-jährige Niederländer Paul Hagoort aus dem friesischen Oldetrijne bei Wolvega. Zar As stammt aus der Zucht des Springreiter-Olympiasiegers Alwin Schockemöhle (72/Mühlen). Er ist ein Nachkomme von Schockemöhles Abano As, der das Derby 2000 sowie später auch mit dem Prix d’Amerique auf der berühmten Rennbahn in Paris-Vincennes das wertvollste Trabrennen der Welt gewinnen konnte.

Hülskath überglücklich und mit Freudentränen in den Augen: Ich freue mich vor allem deswegen, weil Zar As kein einfacher Bursche ist, mit dem manchmal das Temperament durchgeht. Er war auf den Moment genau in Glanzform und ist ein Derby-Sieger, der noch einiges erreichen wird, wenn er gesund bleibt.

Derby-Mitfavorit Marc Burgerheide, der dem niederländischen Fahrradhändler Meinert Terpstra (67/Noord Bergum) gehört, hatte schon im Vorlauf einiges tun müssen. Mit 11:10 Euro am Toto sehr stark gewettet, war Fahrer Ruud Pools (56/Heiloo) ganz vorsichtig ins Rennen gegangen. Pools: Ich wollte nicht alles riskieren und hatte mir vorgenommen, trotz Startnummer eins nicht auf Biegen und Brechen los zu fahren, sondern erst im ersten Bogen an die Spitze zu kommen. Das klappte auch, aber dann hatte Pools doch einige Mühe, einen gut aussehenden Schlussangriff von Karaburan mit Helmut Biendl (58/Ascha) kontern zu können. Das hatte zweifellos Kraft gekostet. Vielleicht war das auch der Grund dafür, dass Marc Burgerheide im Finale, in dem er lange im hinteren Feld lag, nur Dritter hinter Karaburan mit Heli Biendl wurde.

Der am Ende zweitplatzierte Karaburan rettete aus Besitzer-Sicht die deutsche Ehre. Der Hengst gehört dem Kaufmann Jörg Brandt (47) aus Scharbeutz an der Ostsee (Gestüt Stormy Horses). Denn auf den Plätzen vier bis sechs landeten ebenfalls Pferde, die investitionsfreudige Niederländer in Deutschland gekauft hatten.

Schon im ersten von insgesamt vier Vorläufen mussten der 29-fache nationale Champion Heinz Wewering (59/Hamburg) und Besitzerin Marion Jauß (70/Neritz) ihre Hoffnungen begraben, einen Tag nach dem Sieg von Kataja im Stuten-Derby (Final-Dotierung 50.000 Euro) auch im 114. Deutschen Traber-Derby triumphieren zu können. Der hoch eingeschätzte Wee Catch Diamond war Mitte des Schlussbogens bereits in Nöten und kam lediglich als Fünfter ins Ziel, so dass der Endlauf ohne ihn stattfand.

Für die größte Überraschung in den Vorläufen hatte der am Möhnesee gezüchtete Wings of Crown mit Josef Sparber (49/Taufkirchen) gesorgt, der trotz eines Rumplers im letzten Bogen zum Totokurs von 334:10 siegte, nachdem der als Derby-Sieganwärter gehandelte Celebration XL mit Thomas Panschow (42/Bladenhorst) nach zwischenzeitlicher Führung von fünf Längen auf der Zielgeraden müde und nur mühsam hinter Peter Burgerheide mit Thomas Kooyman (48/Lynden, NL) im Sulky Dritter geworden war. Die erzielte Zeit reichte nicht, um sich für das Finale zu qualifizieren, weil U.S.Lane und Eldoret als Drittplatzierte der Vorläufe schneller waren.

Der spätere Derby-Sieger Zar As hatte seinen Vorlauf ganz souverän gewonnen und wurde danach von fast allen Wettern auch für das Finale favorisiert. Diesen Erwartungen wurde er mit dem Derby-Sieg gerecht.


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