Zuletzt bearbeitet: 18.10.2010  Lesen Sie auch: Mollema gewinnt im Winterfavorit
 Die Vorberichte:   Lutfi als Favorit   Das Witz-Gesicht   Größter Renntag seit Jahren     Starterliste   Entlastung   Grand Prix der Stuten   Winterfavorit   Viel Prominenz    
Sensation im ELE Großen Preis von Deutschland:

Zorba Oldeson vor Joke Face



Gelsenkirchen (mspw) - Der mit 161.190 Euro dotierte ELE Große Preis von Deutschland auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn, in dem die europäische Spitzenklasse der Vierjährigen am Start war, ging am Sonntag (17-10-10) vor rund 13.000 Zuschauern an den 274:10-Außenseiter Zorba Oldeson aus den Niederlanden. Mit dem 46-jährigen Rob de Vlieger aus Zwaanshoek im Sulky brachte Zorba Oldeson dem 14:10-Favoriten und schwedischen Derbysieger Joke Face eine unerwartete Niederlage bei. Zorba Oldeson war der zweitgrößte Außenseiter im Neuner-Feld.
Auf der Zielgeraden gab es am Nienhausen Busch einen dramatischen Kopf-an-Kopf-Zweikampf zwischen dem späteren Sieger, der immer an zweiter Stelle gelegen hatte, sowie dem lange führenden Joke Face. Je näher das Ziel kam, umso kürzer wurde der Vorsprung von Joke Face, den sein Fahrer Lutfi Kolgjini (51/Veberöd/Schweden) schon kurz nach dem Start in Front gefahren hatte.
Rob de Vlieger, für den der Sieg im ELE Großen Preis von Deutschland sein bisher größter Karriere-Erfolg bedeutete, strahlte nach seinem knappen Sieg, den der Zielrichter mit Kampf - eine halbe Länge bewertete, über das ganze Gesicht. Das war ein Rennen, wie ich es mir gewünscht hatte. Mit Joke Face lag immer ein Führpferd vor mir, so dass wir uns nur dranhängen mussten. Dass wir an einem solchen Pferd wie dem aktuellen schwedischen Derbysieger, der zweifellos zur europäischen Spitzenklasse der Vierjährigen gehört, vorbeiziehen würden, das hätte ich nie im Leben gedacht, schwärmte de Vlieger. Lutfi Kolgjini war nach dem zweiten Platz von Joke Face enttäuscht: Das hatte ich nicht einkalkuliert. Das Rennen lief für uns bis 100 Meter vor dem Ziel nach Plan. Ich habe keine Erklärung dafür, dass wir noch überholt worden sind.
Dritter in diesem Klassiker wurde Jag Junior mit dem Oberhausener Michael Schmid für den niederländischen Besitzer Ger Visser (51/Deventer). Schmid kommentierte Rang drei für den St. Leger-Sieger des Vorjahres: Wenn uns einer vor dem Rennen gesagt hätte, wir würden Dritter, dann wären wir sehr zufrieden gewesen. Ich hatte ein Rennen im Windschatten von Abano Boy mit dem Niederländer Peter Strooper. Als ich merkte, dass Strooper mit Abano Boy nicht mehr viel in der Hand hatte, musste ich Jag Junior nach außen nehmen und in dritter Spur angreifen, wobei der Hengst sich willig streckte. Mehr war allerdings nicht drin. Jag Junior kam deutlich hinter Sensationssieger Zorba Oldeson, der dem Niederländer Michel de Bruin (50/Moerdijk) gehört, sowie hinter Joke Face ins Ziel. Nur einen Schritt hinter Jag Junior kam Mitfavorit Marc Burgerheide über die Ziellinie. Fahrer Ruud Pools (57/Heiloo, NL) war sauer: Ich bin sehr enttäuscht. Unser Derby-Dritter war heute weit von seiner Bestform entfernt.

Die Entlastung zum ELE Großen Preis von Deutschland, immerhin noch mit 15.000 Euro dotiert, sicherte sich mit dem fünften Sieg in Serie der vierjährige Hengst Arathorn mit Heli Biendl (60/Ascha) für das Gestüt Stormy Horses von Jörg Brandt (48/Scharbeutz) vor Salut und Wings of Crown. Biendl kündigte auch einen Start des Hengstes in der Breeders Crown (Züchter-Krone) in drei Wochen, dann ebenfalls in Gelsenkirchen, an.

Der beste Zweijährige ist im Deutschen Derby nicht dabei

Arnold Mollema gewinnt im Winterfavorit

Während in Köln am Sonntag (17-10-10) der Winterfavorit der Galopper ermittelt wurde, suchten die Traber gleichzeitig auf der Rennbahn in Gelsenkirchen ihren Winterfavoriten, wobei es am Nienhausen Busch um 25.000 Euro für die Zweijährigen ging. Der Großteil der Prämie in Höhe von 12.500 Euro ging an den schwedischen Hengst Staro foot Loose mit seinem niederländischen Trainer Arnold Mollema (61/Wolvega) im Sulky.
Bei Außentemperaturen von lediglich sechs Grad weckte schon der Titel des Rennens winterliche Gefühle auf den gut besetzten Zuschauerplätzen dieses Gelsenkirchener Großrenntages, wobei im Preis des Winterfavoriten alljährlich nach dem Traber Ausschau gehalten wird, der im Dreijährigen-Jahrgang eine gute Klinge schlagen soll.
Im Deutschen Derby 2011 Anfang August in Berlin-Mariendorf allerdings darf Staro foot Loose als gebürtiger Schwede nicht mit von der Partie sein. Deswegen ist aus deutscher Sicht der zweite Platz von Seda Rapide mit dem Mönchengladbacher Roland Hülskath (35) wichtig. Die Stute hat zwar den gleichen Vater wie der Sieger Staro foot Loose, ist jedoch von Marion Jauß in Neritz gezogen worden.
Seda Rapide hatte bei ihrem bisher einzigen Start gewonnen. Aber sie hat im Preis des Winterfavoriten nun auch auf dem Ehrenplatz absolut überzeugt“, war Roland Hülskath zufrieden. Rang drei ging durch Boye Summerland mit Rick Wester (25/Schaandamm) in die benachbarten Niederlande.
Der mit 30.000 Euro dotierte Stuten-Grand Prix, in dem Karin Port (41/Bad Wörishofen) wegen einer Armverletzung, die sie sich morgens beim Führen von Voila zugezogen hatte, ihre Fahrt an Josef Sparber (50/Taufkirchen) abgeben musste, sah nach insgesamt 2.650 Metern mit Parisienne Blue (die blaue Pariserin“) und Heinz Wewering (60/Berlin) für Johann Holzapfel aus Langenmosen eine Mitfavoritin vorn. Trainer ist Hannu Voutilainen (Aschheim). Noxean Com, gefahren von Andor Schute (41/Recklinghausen), hatte für Besitzer Hubert Beckmann (58/Waltrop) 25 Meter mehr zurückzulegen als die Siegerin, war als Zweite vor Yamira Limburgia (Dion Tesselaer/41/Oudeschoot, NL) im Ziel nur um eineinhalb Längen geschlagen.
Über die von Noxean Com zurückgelegte Distanz von 2.650 Metern bedeutete die durchschnittliche Kilometerzeit von 1:14,2 Minuten Deutschen Rekord für fünfjährige Stuten. Voila war nach langer Führung am Ende restlos geschlagen. Super d’Aunou scheiterte an einer frühen Kollision.

Um 20.000 Euro ging es in einem weiteren Stuten-Rennen, das den Vierjährigen vorbehalten war. Laura As musste mit Andor Schute schon kurz nach dem Start wegen einer Galoppade passen. Kataja, die Stutenderby-Siegerin des Vorjahres hatte mit Roland Hülskath vorne alles unter Kontrolle und siegte für Marion Jauß leicht vor Zowie Butcher mit Thomas Panschow (43/Bladenhorst) und Minaccia mit dem Niederländer Jesse ter Borgh (23/Amsterdam).
Die Entlastung zum Preis des Winterfavoriten, an der sich sieben mit Wetten gelaufene Zweijährige beteiligten, ging an die 17:10-Favoritin Bahia Boko mit Michael Schmid (43) aus Oberhausen für seinen niederländischen Chef Ger Visser (51/Deventer/Stall Vibelzee), der problemlos früh in Front gezogen war und auf der Zielgeraden immer zulegen konnte. Lafoa, ebenfalls im Besitz von Marion Jauß, war mit Roland Hülskath für Platz zwei ungefährdet vor Turbo Overdrive mit Heinz Wewering für Besitzer Franz Klein (60/Versmold).
Die Toto-Sensation des Tages lieferte das Duo Hans-Joachim Tipke (53/Heeslingen) mit dem sechsjährigen Wallach Simon Says für den früheren Eishockey-Profi und -Trainer Bernie Johnston (54) aus Hochheim (Taunus). Damit hatte ich nicht gerechnet. Aber ich erwischte ein Traumrennen“, sagte Tipke. Am Toto (52 Wettschalter waren geöffnet) gab es 1.037 auf Sieg für zehn Euro Einsatz. Da hinter dem Zweitplatzierten Classic Desgin und vor dem Vierten Yesterday mit Key of Life Diamant (Totokurs 229:10) ein weiterer krasser Außenseiter in die Viererwette lief, gab es am Toto eine Quote von 249.896 Euro auf der Basis von zehn Euro Einsatz. Ein einziger Wetter traf - und zwar mit einem Grundwetteinsatz von 50 Cent. Der Rennbahn-Besucher hatte am Nienhausen insgesamt 360 Euro eingesetzt, erhielt dafür 12.494 Euro!

Dass Frankreich, was den Wettumsatz auf Rennpferde angeht, in einer ganz anderen Liga spielt als die deutsche Szene, hatte sich schon bei fünf Rennen, die von Gelsenkirchen donnerstags nach Frankreich übertragen und dort bewettet worden waren, in bemerkenswerten Größenordnungen angedeutet. In diesen fünf Rennen waren 1,14 Millionen Euro in Frankreich am Toto umgesetzt worden. Sonntags sind die Franzosen noch mehr dem Wettgeschäft zugetan. Am Gelsenkirchener Großrenntag wurden erneut drei Rennen nach Frankreich übertragen, wobei gleich zum Auftakt im ELE Großen Preis von Gladbeck, Prix du Cheval Francais“ im Nachbarland 350.000 Euro gewettet wurden, davon alleine in der Siegwette exakt 98.749 Euro.
Später wurde es, wobei die Rennen freilich auch noch wesentlich attraktiver waren, sogar weitaus deutlicher, wo der Wett-Hase an diesem Sonntag sein bevorzugtes Zuhause hatte. Die Franzosen wetteten so viel, dass unter dem Strich in den drei Rennen eine Summe von 1,24 Millionen Euro notiert werden konnte, was dem deutschen Veranstalter Win Race eine sehr attraktive Provision einbrachte, die nun wieder in den deutschen Trabrennsport investiert werden soll.

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Lutfi als Favorit

mit Joke Face

Gelsenkirchen (mspw) - Es ist das Gipfeltreffen der besten vierjährigen europäischen Trabrennpferde, wenn es am Sonntag (17-10-10) auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn um den mit 161.190 Euro dotierten ELE Großen Preis von Deutschland geht. Gesucht wird der Nachfolger des deutschen Spitzenhengstes Nu Pagadi, der im Vorjahr in diesem Rennen für den Oberhausener Kaufmann Detlef Tappe (51) triumphierte. Insgesamt schüttet der Veranstalter, der unter anderem auch noch den Stuten-Grand Prix, dazu den Preis des Winterfavoriten und ein mit 50.000 Euro dotiertes Rennen nur für französische Trabrennpferde präsentiert, am Sonntag mehr als 350.000 Euro an Rennpreisen aus.
Einige Tage vor dem Gelsenkirchener Grand Prix sprach einiges dafür, dass die niederländischen Brüder Leendert und Willem Gerrits (Helmond) beste Aussichten haben würden, sich einen dicken Batzen des Preisgeldes zu schnappen. Ihr Hengst Main Wise As war nach seinem letzten großartigen Siegauftritt beim Grand Prix de l’U.E.T. (460.000 Euro) am vergangenen Wochenende im französischen Le Croisé Laroche der erklärte Favorit. Aber am Mittwoch zogen die Besitzer Main Wise As kurzfristig zurück. Bei der öffentlichen Auslosung war dem Hengst ein Startplatz in der zweiten Reihe zugefallen. Er spüre auch noch die Belastung des harten Rennens von Croisé Laroche, hieß es.
Für die Gerrits-Brüder ist das Fernbleiben von Main Wise As auch deswegen besonders bitter, weil schon ihr ebenfalls für Gelsenkirchen vorgesehener 2009-Derbysieger Zar As, der im Vorjahr bei seinem Sieg auf der Berliner Derby-Bahn so sehr imponiert hatte, diesmal wegen gesundheitlicher Probleme passen muss.

Eigentlich geht nach der Absage für Main Wise As beim Großen Preis jetzt nichts ohne den schwedischen Derbysieger Joke Face (Witz-Gesicht) und seinen Züchter, Besitzer und Trainer Lutfi Kolgjini (51). Der in Schweden lebende Albaner vergeigte freilich die Generalprobe, als er im U.E.T.-Rennen nur auf einem enttäuschenden achten Platz landete. Die Bilanz von Joke Face, dem Braunen mit extrem vielen weißen Flecken am Kopf, spricht für seine Chancen: 17 Starts, davon zehn Siege!
Aus Finnland reist der in den USA gezogene Tannerman Can mit Tuomas Korvenoja (55/Espoo) an. In dessen Karriere-Statistik fallen nicht nur Erfolge, sondern auch die Tatsache auf, dass ihn sein Trainer im März 2009 ausgerechnet in Gelsenkirchen ein Qualifikationsrennen in überragender Zeit absolvieren ließ. Weitsicht, um den Hengst schon mal an die Bahn zu gewöhnen? Korvenoja hat an Gelsenkirchen beste Erinnerungen, gewann er doch hier 1999 den Großen Preis von Deutschland mit Cosmic Ride.
Gleich zwei Eisen im Feuer hat Appie Bosscha (50/Langezwaag, NL), der Trainer des 2009-Derby-Dritten Marc Burgerheide mit Ruud Pools (57/Heiloo, NL) und des Derby-Fünften Peter Burgerheide (Fahrer Thomas Kooyman/49/Lijnden, NL), die beide dem niederländisch-friesischen Fahrradhändler Meindert Terpstra (69/Noordbergum) gehören.
Das Duo, 2009 in der Breeders Crown (Züchter-Krone) Erster und Zweiter, gehörte auch nach seinen Derby-Auftritten des letzten Jahres zum Kreis der Pferde, die ihre Form weitgehend konservieren konnten. Wäre da nicht der letzte Auftritt am 26. September in Paris-Vincennes gewesen, als die beiden in Deutschland gezogenen Holländer im mit 75.000 Euro dotierten Prix de Clermont Ferrand aus zunächst unerklärlichen Gründen total einbrachen und als Zehnter und Zwölfter das Ziel erreichten.
Inzwischen glaubt die Mannschaft um Trainer Appie Bosscha, die Ursache für das extrem schwache Laufen gefunden zu haben. Unsere Pferde haben in Vincennes kein Wasser getrunken. Irgendwie hat es ihnen nicht geschmeckt. Ohne die nötige Flüssigkeit im Körper aber ging überhaupt nichts.
Abano Boy (Peter Strooper/44/Callantsoog) und Zorba Oldeson (Rob de Vlieger/46/Zwaanshoek), die ebenfalls in den Niederlanden vorbereitet werden, machen wohl nur Außenseiter-Chancen geltend. Die Österreichische Derbysiegerin Black Attack, am letzten Wochenende in Wien als Zweite deutlich geschlagen, ist die einzige Stute im Feld. Fahrer Sepp Sparber (50/Taufkirchen) hat es mit ihr in dieser Gesellschaft ebenfalls nicht leicht.

Fehlen wird der Derby-Zweite Karaburan, inzwischen von Heli Biendl (60/Ascha) zu Steen Juul (60/Kopenhagen) nach Dänemark gewechselt. Aber Besitzer Jörg Brandt (48/Scharbeutz, Gestüt Stormy Horses) sieht dem Rennen dennoch optimistisch entgegen. Denn er hat mit dem ebenfalls bei Steen Juul stationierten Last Man Standing (19 Starts, neun Siege, acht Platzierungen) nach einer imponierenden Siegesserie in Skandinavien sowie einem Ehrenplatz im Berliner Vierjährigen-Marathon doch noch ein heißes Eisen im Feuer. Als Wunschfahrer sagte Heinz Wewering (60/jetzt Berlin) fest zu.
Mit Michael Schmid (43/Oberhausen) im Sulky des Gelsenkirchener St. Leger-Siegers Jag Junior ist neben Wewering und Sparber ein dritter deutscher Fahrer vertreten. Jag Junior hat in der Arbeit überzeugt. Viel wird vom Rennverlauf abhängen, sagt Schmid über den speedstarken Hengst aus dem Besitz des niederländischen Kaufmanns Ger Visser (51/Deventer). Platzgeldchancen kann Jag Junior allemal geltend machen.

Witz-Gesicht mit weißer Nase

Gelsenkirchen (mspw) - Er ist schwierig, sieht anders aus als alle anderen. Weißes Maul, weiße Nase. Eine Blesse, die sich hochzieht bis zur Stirn. Erst seine Ohren sind richtig braun. Mitbesitzerin Anna Svensson hatte viel Mühe, ehe Joke Face (Witz-Gesicht) zu einem Rennpferd der Spitzenklasse wurde. Aber jetzt ist er da, wo ihn sein Trainer und Annas Lebensgefährte Lutfi Kolgjini (51/Veberöd) hinhaben wollten. Sonntag (17-10-10) startet Joke Face, der aktuelle schwedische Derbysieger, als einer der Favoriten im ELE Großen Preis von Deutschland auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn.
Das Witz-Gesicht ist ein Spätstarter der Rennbahn. Zweijährig war er noch nicht so weit, hatte andere Flausen im Kopf, sagt Lutfi Kolgjini, den es als 15-jährigen aus seiner albanischen Heimat ins südschwedische Malmö verschlug. In der Nähe hat er sich eine erfolgreiche Trainieranstalt aufgebaut. Joke Face ist von Kolgjini und Anna Svensson selbst gezüchtet worden, gehört ihnen und den Kindern Adrian, Dante und Camille, gewann dreijährig die ersten Prämien, rund 18.000 Euro, und ist - inzwischen vierjährig - bei knapp 250.000 Euro angelangt.
Vielleicht wäre ja noch einmal einiges draufgepackt worden, wenn Joke Face mit Lutfi Kolgjini im Sulky am letzten Wochenende im Finale der Europäischen Traber-Union (U.E.T.) im französischen Le Croisé Laroche (Gesamtdotierung 460.000 Euro) nicht enttäuscht und nach schlechtem Rennverlauf erst als Achter die Ziellinie überquert hätte. Möglich, dass sein Steuermann Kolgjini in Croisé Laroche den Kopf nicht frei hatte, denn am gleichen Nachmittag war der von ihm trainierte Nadir Kronos mit Andrea Guzzinati (42) im Italienischen Derby (Dotierung 770.000 Euro) in Rom am Start - und gewann dort recht unerwartet zum Totokurs von 48:10 Euro!
Wer weiß das schon genau? Tatsache ist, dass Kolgjini am Sonntag in Gelsenkirchen auf jeden Fall den Kopf frei haben muss, wenn er so starke Gegner wie den Croisé Laroche-Sieger Main Wise As aus dem Besitz der niederländischen Gebrüder Leendert und Willem Gerrits (Helmond, NL) hinter sich lassen will. Alleine das erneute Aufeinandertreffen dieser beiden Klasse-Traber macht das Gelsenkirchener 161.190-Euro-Rennen zum Großereignis.
Fakt ist freilich auch: Zehn Siege bei 17 Starts, diese Bilanz von Joke Face kann sich wahrlich sehen lassen. Seinen Derbysieg am 5. September in Jägersro mit dem Schweden Erik Adielsson (35/Malmö) im Sulky errang er über die 2.640 Meter-Distanz in der durchschnittlichen Kilometerzeit von 1:13,6 Minuten. Es war die zweitschnellste Zeit, mit der das schwedische Derby, das vierjährigen Trabern vorbehalten ist, je gewonnen wurde.
Es war auch die Wiederholung einer Zeremonie, mit der das Witz-Gesicht nicht viel im Sinne hat. Rennen gewinnen ja, Siegerehrung nein scheint das Motto von Joke Face zu sein. Nach dem Derbysieg wollte er sich nicht ehren lassen. Erst als Lutfi Kolgjini und Anna Svensson mit dem Fahrrad am Winner-Circle auftauchten und Sohn Adrian ihm ein Seil um den Hals legte, beruhigte sich der frischgebackene Derbysieger, auf dessen Erfolg die glückstrahlenden Besitzer später bei zwölf Flaschen Champagner die Korken knallen ließen. Das musste einfach sein, trotz der hohen Preise für alkoholische Getränke in Skandinavien. Schließlich war es für den ehrgeizigen Kolgjini der erste Derbysieg seiner Karriere als Züchter, Besitzer und Trainer.
Nun soll am Sonntag in Gelsenkirchen ein neuer Erfolg in Angriff genommen werden. Farbe wird auf jeden Fall ins Spiel gebracht. Der gebürtige Albaner Kolgjini ist dunkelhaarig, seine schwedische Lebensgefährtin Anna schulterlang blond und deren vierbeiniger Star Joke Face weiß im Gesicht sowie braun an Ohren, Rücken und an den antrittsschnellen Beinen.
Fahrer wird diesmal Lutfi Kolgjini selbst sein und nicht der anderweitig engagierte Erik Adielsson. Der hatte im letzten Jahr bereits seinen Gelsenkirchener Auftritt. Mit dem Deutschen Derbysieger Nu Pagadi, der dem Oberhausener Kaufmann Detlef Tappe (51) gehört, gewann er am Nienhausen Busch den Großen Preis von Deutschland.

Größter Renntag seit Jahren

350.000 Euro Rennpreise und TV-Übertragung ins Ausland
Gelsenkirchen (mspw) - Alleine im Top-Ereignis, dem mit 161.190 Euro dotierten ELE Großen Preis von Deutschland sind Pferde aus sechs Ländern am Start. Doch auch die übrigen Angebote auf der Menükarte sind Leckerbissen. Insgesamt werden am Sonntag (17-10-10) rund 350.000 Euro an Rennpreisen ausgeschüttet. Kein Wunder, dass der Andrang auf die Preisgeld-Töpfe so groß ist wie seit Jahren nicht mehr. Den Wettern wird Sport der Extra-Klasse geboten, was sich sicherlich auch an den Wettschaltern zeigen wird.
Direkt im Sog des ELE Großen Preises von Deutschland gibt es zwei weitere Rennen, die Entlastungen. Einmal für die Stuten, von denen sich neun Teilnehmerinnen um die Börse von 20.000 Euro streiten. Dazu zählen die Stutenderby-Siegerin Kataja aus dem Stall von Marion Jauß (71/Neritz) sowie Lady Wood, die Kataja in Berlin bereits zweimal das Nachsehen gab. Zumindest von der Papierform her sind vorab die deutschen Fahrer überlegen. Gleich sechs von ihnen sitzen im Sulky und haben es mit lediglich drei niederländischen Fahrern (Peter Strooper, Jesse ter Borgh und Cees Kamminga) zu tun.
In der anderen Entlastung sind acht Pferde genannt. Es geht um 15.000 Euro. Arathorn bestand die Generalprobe in Hamburg mit einem Doppelsieg, obwohl Cheftrainer Heli Biendl (Ascha) wegen seines 60. Geburtstages mit Michael Larsen nur einen Ersatz eingesetzt hatte. Diesmal übernimmt Biendl wieder selbst. Graf Maltzan, trainiert von Willi Rode (72) und gefahren von Ralf Oppoli (43/beide Recklinghausen), lief wie Arathorn auch in Hamburg, gewann dort einen Vorlauf, ehe er im Finale nach langer Führung sang- und klanglos unterging. Immerhin: Von seinen letzten sieben Starts gewann er fünf! Bemerkenswert: In diesem Rennen sind nur deutsche Fahrer engagiert.
Während im ELE Großen Preis von Deutschland mit Black Attack nur eine einzige Stute mit von der Partie ist, wurden für den mit opulenten 30.000 Euro ausgestatteten Stuten-Grand Prix über die 2.600 Meter-Distanz nicht weniger als 13 Teilnehmerinnen, die aus drei Bändern starten, eingeschrieben. Nach der gelungenen Generalprobe am Sonntag in München-Daglfing dürfte die St. Leger-Siegerin Galea, gesteuert von Heli Biendl, trotz der Höchstzulage von 50 Metern zum engeren Favoritenkreis zählen.
Gleiches gilt für Noxean Com, die Andor Schute (41/Recklinghausen) für den Waltroper Agrar-Diplom-Ingenieur Hubert Beckmann (48) aufbietet. Noxean Com gewann ihre letzten sechs Rennen auf deutschen Bahnen, darunter den hochdotierten Gelsenkirchener Stuten-Pokal. Außerdem wurde sie zwischenzeitlich Fünfte im einem gut besetzten Rennen auf der französischen Nobelpiste in Paris-Vincennes, dort aber in einer letzten geplanten Vorbereitung leider aus der Starterliste flog.
Aus Schweden reist Joakim Lövgren (43/Skurup) mit Donna Clara an, die im Vorjahr am Nienhausen Busch den Breeders Crown (Züchter-Krone)-Endlauf für die älteren Stuten gewann. Aber auch Super d’Aunou mit Michael Schmid (43/Oberhausen) und die von Arnold Mollema (61/Wolvega, NL) wieder einmal Thomas Panschow (43/Bladenhorst) anvertraute Yquem Rich, die dem niederländischen Millionär Anatol France gehört, sollten auf keinem Wettschein fehlen.

Der jüngste Jahrgang wird im Preis des Winterfavoriten (25.000 Euro, zehn Starter) angesprochen. Dabei versucht Fahrer Ruud Pools (57/Heiloo, NL) für Besitzer Meindert Terpstra (69/Noordbergum, NL) mit Gryt Burgerheide an die Erfolge anzuknüpfen, die Terpstra seit nun mehr als zwei Jahren mit seinen Krachern Marc Burgerheide und Peter Burgerheide hat. Doch Vorsicht ist geboten. Denn der in der Championatswertung klar in Führung liegende Roland Hülskath (35/Mönchengladbach) bietet für Marion Jauß die Stute Seda Rapide auf. Deren Empfehlung: Ein Start, ein Sieg, und zwar vor Konny Way, Boye Summerland und Jette Joo, die Sonntag erneut zu den Gegnern gehören.
In Anbetracht der Internationalität des Starter- und Fahrerfeldes überrascht es nicht, dass einige der Gelsenkirchener Rennen auch nach Frankreich übertragen und dort bewettet werden können. Genau wie vor einem Jahr bei einem Test während der Berliner Derby-Veranstaltung wird es auch den ausschließlich französischen Trabern vorbehaltenen Grand Prix de Gelsenkirchen (Dotierung 50.000 Euro) mit elf Teilnehmern geben. In einem weiteren Franzosen-Rennen geht es um weitere 10.000 Euro.
Die Wettleidenschaft der Franzosen kommt durch eine Umsatzbeteiligung auch dem Gelsenkirchener Veranstalter zu Gute. Den hiesigen Rennpreisen soll diese Kooperation Beine machen, wie es ein Funktionär launisch ausdrückt.

Stuten-Grand Prix - Hauptlauf

(30.000 Euro, Grunddistanz 2.600 Meter)

2.600 Meter
1 Bienvenue a Paris mit Jochen Haide (42/Sauerlach)
2 Jambalaya Diamant mit Detlef Fleischer (39/München)
3 Voila mit Karin Port (41/Bad Wörishofen)
2.625 Meter
4 Parisienne Blue mit Heinz Wewering (60/Berlin)
5 Super d’Aunou mit Michael Schmid (43/Oberhausen)
6 Jamilah Diamant mit Roland Hülskath (35/Mönchengladbach)
7 Yquem Rich mit Thomas Panschow (43/Bladenhorst)
8 Solecita mit Jens-Holger Schwarma (52/Moers)
2.650 Meter
9 Galea mit Helmut Biendl (60/Ascha)
10 Noxean Com mit Andor Schute (41/Recklinghausen)
11 Donna Clara mit Joakim Lövgren (43/Skurup, Schweden)
12 Yamira Limburgia mit Dion Tesselaar (41/Oudeschoot, Niederlande)
13 Mona Lisa As mit Cees Kamminga (45/Willemsoord, Niederlande)

Großer Preis von Deutschland - Stutenlauf

(20.000 Euro, 2.000 Meter)

1 Kataja mit Roland Hülskath (35/Mönchengladbach)
2 Laura As mit Andor Schute (41/Recklinghausen)
3 Höwings Okaleia Z mit Ralf Oppoli (43/Recklinghausen)
4 Velten Versace mit Hans-Joachim Tipke (53/Heeslingen)
5 Minaccia mit Jesse ter Borgh (23/Amsterdam, Niederlande)
6 Zabatinitranss R mit Cees Kamminga (45/Willemsoord, Niederlande)
7 Lady Wood mit Peter Strooper (44/Callantsoog, Niederlande)
8 Ustranas Lady Jay mit Heinz Wewering (60/Berlin)
9 Zowie Butcher mit Thomas Panschow (43/Bladenhorst)

Großer Preis von Deutschland, Entlastung

(15.000 Euro, 2.000 Meter)

1 Zamotie Heikant mit Thomas Panschow (43/Bladenhorst)
2 Graf Maltzan mit Ralf Oppoli (43/Recklinghausen)
3 Zabel Frisia mit Dennis Spangenberg (28/Kirchhellen)
4 Kir Royal Diamant mit Gerhard Biendl (53/München)
5 Wings of Crown mit Josef Sparber (50/Taufkirchen)
6 Salut mit Roland Hülskath (35/Mönchengladbach)
7 Arathorn mit Helmut Biendl (60/Ascha)
8 U.S.Lane mit Benjamin Hagen (38/Berlin)

Preis des Winterfavoriten - Hauptlauf

(25.000 Euro, 2.000 Meter)

1 Charles Aznavour mit Jochen Holzschuh (35/Mönchengladbach)
2 Gryt Burgerheide mit Ruud Pools (57/Heiloo, Niederlande)
3 Benito Kievitshof mit Michael Schmid (43/Oberhausen)
4 Feel the Rush mit Robbin Bot (19/Lippenhuizen, Niederlande)
5 Boye Summerland mit Rick Wester (25/Schaandamm, Niederlande)
6 Jette Joo mit Heinz Wewering (60/Berlin)
7 Staro foot Loose mit Arnold Mollema (61/Wolvega, Niederlande)
8 Konny Way mit Klaus Horn (61/Marl)
9 Seda Rapide mit Roland Hülskath (35/Mönchengladbach)
10 Bibi Beemd mit Robin Bakker (27/Deurze, Niederlande), läuft ohne Wetten

Preis des Winterfavoriten - Entlastung

(7.000 Euro, 2.000 Meter)

1 Over Shoot Breed mit Thomas Panschow (43/Bladenhorst)
2 Super Girl mit Robbin Bot (19/Lippenhuizen, Niederlande)
3 Turbo Overdrive mit Heinz Wewering (60/Berlin)
4 Bahia Boko mit Michael Schmid (43/Oberhausen)
5 Lafoa mit Roland Hülskath (35/Mönchengladbach)
6 Nichtstarter Bibi Beemd
7 Babangida Fanatic mit Reinier Feelders (46/Kevelaer)
8 Juwelie mit Benjamin Hagen (38/Berlin)
9 Enorm Bo mit Klaus Horn (61/Marl)
10 Moorlady Diamant mit Gerhard Biendl (53/München) läuft ohne Wetten

Attraktives Rahmenprogramm mit Promis

Gelsenkirchen (mspw) - Nicht nur die Sulky-Stars treten beim Renntag rund um den ELE Großen Preis von Deutschland am Sonntag, 17. Oktober, auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen auf. Auch Prominente aus Funk und Fernsehen werden sich am Nienhausen Busch die Klinke in die Hand geben. So werden unter anderem Moderatorin und Model Jana Ina sowie ihr Ehemann, der bekannte Musiker und Moderator Giovanni Zarrella, als Ehrengäste erwartet.
Für Jana Ina steht dann eine besondere Bewährungsprobe an. Die 33-Jährige wird noch vor der ersten Prüfung gegen 13.40 Uhr ein Prominenten-Rennen im Doppelsulky (also mit erprobtem Beifahrer) bestreiten. Zu ihren Gegnern gehören unter anderem ein Moderator von Radio Emscher Lippe sowie drei Hörer des Gelsenkirchener Lokalsenders.
Im Eintrittspreis von fünf Euro ist die Fachzeitung Traber-Welt enthalten. Für Inhaber einer ELE-Card und für Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre ist der Eintritt frei. Einlass ist ab 12.30 Uhr, der Start des ersten Rennens soll um 14.00 Uhr erfolgen. Zuvor wird Kurt Rommel, Geschäftsführer des Energieversorgers Emscher Lippe Energie GmbH (ELE), die Zuschauer begrüßen und den Großrenntag offiziell eröffnen.
Die ELE, die sich als Renntag-Sponsor engagiert, wird auch ein attraktives Gewinnspiel starten. Am Haupteingang werden Spielkarten für den ELE-Dreier verteilt. Die Sieger des dritten, vierten und fünften Rennens müssen getippt und die Karten vor dem dritten Rennen am ELE-Stand vor der Tribüne abgegeben werden. Wer alle Sieger richtig vorhersagt, nimmt an einer Verlosung teil. Es geht unter anderem um 500 Euro in bar.
Ein Heimspiel gibt es für Uli Potofski. Der bekannte Gelsenkirchener Sportkommentator und Kinderbuchautor nimmt eine Siegerehrung vor und steht im Interview Rede und Antwort.
Der mit 161.190 Euro dotierte ELE Große Preis von Deutschland sowie alle anderen Rennen können die Zuschauer am Nienhausen Busch auch auf einer 40 Quadratmeter großen LED-Leinwand verfolgen.
Nach den Prüfungen werden sich die Aktiven im Stallgelände den Fragen von Jockey, Model und Moderatorin Kathi Werning aus Dortmund stellen.
Auch für die Kinder gibt es ein buntes Programm. So werden - wie immer bei Gelsenkirchener Großrenntagen - Ponyreiten, Kinderschminken, eine Hüpfburg und Fahrten mit der Bimmelbahn angeboten.
Am Eingang der Trabrennbahn werden die Besucher mit Musik von der Band Barbara & Friends empfangen.

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Der große Preis im Jahr 2009

Gesamtumsatz beim Super-Renntag zum Großen Preis: 310.532,50 Euro
Bahnumsatz: 150.811,00 € - Außenumsatz: 159.721,50 €
Die ausländischen Wettumsätze sind in diesen Zahlen noch nicht enthalten



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Ganz aktuell: Verbeeck ersetzt Heli Biendl Wegen Beschwerden an seiner Hüfte, die in Kürze operiert wird, musste der bayerische Spitzenfahrer Heli Biendl seine Fahrt mit Lets go on im Großen Preis von Deutschland absagen. Der belgische Weltklassefahrer Jos Verbeeck ersetzt Biendl.
Nur noch 14: Yeovani Boko gestrichen Das Teilnehmerfeld der Starter verringerte sich am Freitag. Der niederländische Hengst Yeovani Boko, der mit Hugo Langeweg sen. angegeben war, wurde mit Attest gestrichen. Es verbleiben nun noch 14 Teilnehmer im mit 176.510 Euro dotierten Rennen. (mspw)

Adielsson schwärmt: Nu Pagadi

kann auch auf dem Mond laufen

Gelsenkirchen (mspw) - Das war eine Glanzvorstellung! Der vierjährige Hengst Nu Pagadi, der dem Oberhausener Unternehmer Detlef Tappe (50) gehört, gewann am Sonntag(18-10-09) als 13:10-Favorit überlegen den mit 176.510 Euro dotierten Großen Preis von Deutschland vor 8.000 Zuschauern auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn. Der ist so gut in Form, der kann auch auf dem Mond laufen und gewinnt immer noch, strahlte der schwedische Siegfahrer Erik Adielsson (34/Malmö) nach dem fünften Sieg in Serie von Nu Pagadi. Seinem Besitzer bescherte der deutsche Derbysieger von 2008 damit eine Prämie von 82.392 Euro.

Ich wusste, dass Nu Pagadi gut auf dem Posten ist. Mit dieser beeindruckenden Überlegenheit gegen sehr gute vierjährige Gegner aus ganz Europa hatte ich allerdings doch nicht gerechnet, meinte Detlef Tappe: In dieser Form hätte er wohl auch aus der zweiten Reihe mit der Startnummer 15’ gewonnen. Gegen zwölf Jahrgangs-Gefährten präsentierte sich der seit Jahresbeginn in Schweden trainierte deutsche Derby-Sieger des letzten Jahres in Gala-Form und ist nach dieser Vorstellung gegen hochkarätige Gegner in seinem Jahrgang zumindest in Europa das Maß aller Dinge.

Fahrer Erik Adielsson strahlte: Das war das leichteste Rennen, das ich je mit Nu Pagadi gefahren bin. Er ist ein Ausnahmepferd, ein Juwel der deutschen Traberzucht. Als er zu Beginn des Jahres zu uns ins Training kam, war er noch ein talentiertes Baby. Inzwischen ist er ein richtiger Gentleman geworden.
Der seit Jahresbeginn von Stig H. Johansson (63) in Schweden trainierte Nu Pagadi (deutsch: Ich zeig es dir) war im Feld der 13 Teilnehmer mit der günstigen Startnummer 5 ins Rennen gegangen. Adielsson nutzte diesen Vorteil, brachte den Hengst schon nach 500 Metern in Front. Damit war die Entscheidung bereits so gut wie gefallen. Nu Pagadi verabschiedete sich auf der Zielgeraden mühelos von den Gegnern, war turmhoch überlegen, so dass ihn sein schwedischer Fahrer auf den letzten Metern sogar austrudeln lassen konnte.
Trainer Johansson will den Hengst in diesem Jahr noch in drei hochdotierten Rennen in Schweden und Frankreich anspannen. Johansson: Es spricht allerhand dafür, dass es nicht bei der schon jetzt respektablen Gewinnsumme von mehr als 255.000 Euro von Nu Pagadi bleiben wird.

Fünf Längen hinter Nu Pagadi belegte der vom aus Albanien stammenden Lutfi Kolgjini (50) gesteuerte Lorenz Caf Rang zwei vor dem aus Italien angereisten und vom dort lebenden deutschen Trainer Holger Ehlert (50) vorbereiteten Light Kronos. Fahrer Enrico Bellei (46/Montecatini) lieferte mit Light Kronos eine Glanzleistung ab. Mehr war aus der zweiten Startreihe nicht drin, sagte Bellei, der erstmals am Nienhausen Busch am Start war.
Das einzige in Deutschland bei Heli Biendl (59/Ascha) trainierte Pferd Lets go on, das dem belgischen Weltklassefahrer Jos Verbeeck (52/Brüssel) anvertraut war, erwischte zwar einen Blitzstart und kam in Führung, machte jedoch schon nach 200 Metern einen Fehler und wurde disqualifiziert.

Der hoch eingeschätzte Yardley Rich, trainiert von Arnold Mollema (60/Wolvega, NL), konnte nie eine Rolle spielen und landete mit Thomas Panschow (42/Bladenhorst) lediglich auf dem neunten Platz. Auch der amtierende deutsche Champion Michael Nimczyk (23/Willich) spielte mit dem aus Finnland angereisten Aston Martin und der ungünstigen Startnumer 9 keine Rolle. Ex-Weltmeister Heinz Wewering (59/Hamburg) war bereits in der Anfangsphase mit dem in Italien vorbereiteten Lincoln GI nach einem schweren Fehler disqualifiziert worden.

Dagegen überraschte Gerd Biendl (52/München) mit dem 811:10-Außenseiter Yankee Elmo, der ebenfalls von Arnold Mollema trainiert wird, auf Platz vier, der noch mit 11.768 Preisgeld belohnt wurde. Biendl präsentierte sich am Nienhausen Busch in glänzender Form und war mit drei Siegen erfolgreichster Fahrer der Veranstaltung.




Thomas Panschow strahlt nach Triumph

mit Super Neo: Ein Bilderbuch-Rennen

(mspw) - Thomas Panschow (42/Bladenhorst) strahlte über das ganze Gesicht. Das war ein Bilderbuch-Rennen, schwärmte der gebürtige Gelsenkirchener nach seinem Triumph mit dem zweijährigen Hengst Super Neo im mit 25.000 Euro dotierten Preis des Winterfavoriten am Sonntag (18-10-09) auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen. Auch Besitzer Henno Sürder (67) aus Odenthal kann sich freuen. Denn der von ihm selbst gezogene Super Neo zählt nach seinem Sieg in diesem wertvollen Zweijährigen-Rennen nun auch zum engeren Kreis der Derby-Favoriten der nächsten Saison.

Sürder, der früher als Wirtschaftsingenieur bei einem Kölner Automobilhersteller arbeitete, wischte sich bei der Siegerehrung erst einmal den Schweiß aus der Stirn: Ich war fürchterlich nervös, obwohl meine ganze pferdeverrückte Familie sehr viel Vertrauen in Super Neo hatte. Er ist ein ganz problemloses Pferd, kämpft großartig. Wir gehen nun in drei Wochen, ebenfalls in Gelsenkirchen, in die Breeders Crown und wollen auch, wenn der Hengst gesund bleibt, im nächsten Jahr unser Glück im Derby suchen.

Mit dem zweiten Sieg in seiner noch jungen Karriere sorgte Super Neo vor rund 8.000 Zuschauern auf der Gelsenkirchener Rennbahn für eine Überraschung, denn am Wettmarkt wurde er zum Totokurs von 86:10 notiert.
Thomas Panschow lag während des gesamten Rennens über die 2.000-Meter-Distanz im Vorderfeld. Zu Beginn der Zielgeraden, als der lange führende Mitfavorit Gilbert Becaud mit dem Mönchengladbacher Jochen Holzschuh (34) an der Spitze Probleme mit der Gangart hatte, führte Panschow Super Neo zu einem Angriff, ließ dabei auch den von Ex-Champion Heinz Wewering (59/Hamburg) in die Entscheidung geworfenen Favoriten Baltimore As aus dem Besitz von Marion Jauß (70/Neritz) sofort hinter sich. Schon hundert Meter vor dem Ziel stand der Sieg von Super Neo, der am Ende einen Vorsprung von sechs Längen herausgelaufen hatte, fest. Wir hatten immer eine gute Lage und keine Probleme mehr, als ich Super Neo den Hals freigegeben habe, freute sich Siegfahrer Panschow.

Baltimore As, der vor einem Jahr auf der Derby-Aktion in Berlin für 220.000 Euro versteigert worden war, blieb für den zweiten Rang ungefährdet. Lady Maud mit dem Niederländer Robin Bakker (26/Deurze) kam mit mächtigem Speed noch auf Rang drei. Vierter wurde Giro mit dem Recklinghäuser Thomas Kornau (50). Giro wäre wohl weiter vorne gelandet, verlor jedoch in der Anfangsphase durch einen Fehler zu viel Boden, der nicht mehr ganz aufzuholen war.

Ein überzeugendes Debüt gab Finca, gesteuert von Trainer Hugo Langeweg jun. (25/Schagerburg, NL) im Entlastungsrennen zum Preis des Winterfavoriten (7.000 Euro). Bei ihrem ersten Lebens-Start kam die Stute aus dem Besitz des niederländischen Rennstalls Vibelzee (Ger Visser/Deventer) gleich zu einem Erfolg.

Den mit 15.000 Euro dotierten Entlastungslauf zum Großen Preis von Deutschland sicherte sich der 33:10-Mitfavorit Perl’s Fortune mit Trainer Gerd Biendl (52/München) im Sulky. Besitzer Adam Schneider aus Abendsberg freute sich über eine Siegprämie von 7.500 Euro. Im mit 176.510 Euro dotierten Hauptlauf hätte er dafür schon mindestens Fünfter werden müssen. Rekord-Champion Heinz Wewering überraschte auf Rang zwei mit dem 326:10-Außenseiter Jaipour. Hannieball mit John Westenbrink (28/Meppel, NL), sogar zum Totokurs von 553:10 ins Rennen gegangen, belegte den dritten Platz.

Direkt hinter dem Startwagen begann der vom belgischen Hexenmeister Jos Verbeeck (52/Brüssel) gesteuerte Lagavulin mit einem Fehler. Perl’s Fortune stürmte an die Spitze, wurde aber schnell von Legend Kronos mit Enrico Bellei (46/Montecatini, Italien), der seine erste Fahrt überhaupt am Nienhausen Busch absolvierte, überlaufen. Im Schlussbogen unterlief Legend Kronos jedoch ein Fehler, der Hengst wurde disqualifiziert. Perl’s Fortune kam so kampflos in Führung. Jaipour wurde von Wewering in äußerer Spur in Szene gesetzt, wurde eine halbe Länge hinter dem Sieger Zweiter. Normalerweise gebe ich mich mit einem zweiten Platz nicht zufrieden. Aber diesmal war das in Ordnung, sagte Heinz Wewering.

Im Atoll Plage-Rennen, das mit 10.000 Euro dotiert war, kam es zum Aufeinandertreffen gleich mehrerer deutscher Spitzen-Traber. Corleone mit Olivier Monshouwer (36/Bemmel, NL) setzte sich für den Stall Wieserhof von Renate Lindinger (Aschheim) im Endspurt gegen den lange in Führung liegenden Hollys Boy durch, den Thomas Panschow für Peter Erwig (56/Frechen) steuerte. Der 17:10-Favorit Gustav Diamant (Gerd Biendl), aus der zweiten Reihe ins Rennen gegangen, wurde lediglich Fünfter.
Ich hatte den Eindruck, als sei Gustav Diamant müde gewesen. Er konnte auf der Zielgeraden nicht mehr zulegen, erklärte Biendl: Ich denke aber, dass ich ihn bis zur BC-Züchter-Krone Anfang November wieder hinbekommen werde.

Bei den Stuten sicherer Start/Ziel-Sieg

(mspw) - Keine Sorgen mussten sich die Niederländer Jan Nass und Willem Gerrits (Helmond), die sich hinter dem Stall Ohne Sorgen verbergen, um ihre Yamira Limburgia im Stutenlauf zum Großen Preis von Deutschland (20.000 Euro) machen. Denn die von Trainer Dion Tesselaar (40/Outeschoot, NL) gesteuerte Stute kam Start/Ziel zu einem sicheren Erfolg. Eineinhalb Längen hinter der Siegerin (Totokurs 28:10) belegte die Deutschland-Debütantin Yquem Rich, trainiert von Arnold Mollema (60/Wolvega, NL) und gesteuert von Thomas Panschow (42/Bladenhorst), Rang zwei. Dritte wurde Yewel Boshoeve (Robin Bakker/26/Deurze, NL).

Die als 25:10-Favoritin gehandelte Gentle Touch (Heinz Wewering/59/Hamburg) aus dem Besitz von Marion Jauß (70/Neritz) wurde nach einem Rennen durch äußere Spuren Vierte. Rekord-Champion Wewering, der sich am Sonntag nicht in die Siegerliste eintragen konnte, zog nach dem Renntag rund um den mit 176.510 Euro dotierten Großen Preis von Deutschland trotzdem ein positives Fazit. Die Stimmung auf der Bahn war sensationell, das Programm Extra-Klasse. Da musste man einfach dabei sein, schwärmte der 29-malige Deutsche Meister über die Kulisse von 8.000 Zuschauern sowie den Auftritt zahlreicher Spitzen-Traber und Klasse-Fahrer auf der Bahn am Nienhausen Busch.

Über die Marathon-Distanz von mindestens 3.200 Metern ging es im Cosmic Ride-Rennen, einer mit 20.000 Euro dotierten Bänderstart-Prüfung. Die größte Puste hatte der von Arnold Mollema vorbereitete Armbro Embellish mit Fahrer Erik Adielsson, der damit nach dem Sieg im Deutschland-Preis seinen zweiten Tages-Treffer feierte. Für eine Überraschung sorgte Chili Princess (Thomas Panschow), die zum Totokurs von 1.875:10 aus dem zweiten Band ins Rennen gegangen war, auf Rang zwei.
Der von Willi Rode (71/Recklinghausen) trainierte Serien-Sieger Eckstein (Ralf Oppoli/42/Recklinghausen) musste sich nach fünf Erfolgen erstmals wieder geschlagen geben, belegte aus dem zweiten Band aber einen beachtlichen dritten Platz. Eckstein hat sich gegen starke Konkurrenz gut geschlagen, resümierte Rode.

Live-Übertragung nach Schweden und Frankreich

Der mit 176.510 Euro hoch dotierte Große Preis von Deutschland sorgt auch über die Landesgrenzen hinaus für Furore in der Traberwelt. Das international stark besetzte Teilnehmerfeld mit Pferden und Fahrern aus Schweden, Italien, Niederlande, Österreich und Deutschland am kommenden Sonntag (18-10-09) im Gelsentrabpark soll in Europas führenden Trabsportnationen live gezeigt werden.

In Frankreich sendet Equidia Live-Bilder vom deutschen Trab-Event des Jahres in die über 9.000 Wettannahmestellen der PMU. Über den staatlichen, französischen Trabrenn-Vermarkter PMU (Pari Mutuel Urbain) können die Rennsport-Begeisterten im Nachbarland nicht nur das spannende Rennen zeitgleich verfolgen, sondern auch bewetten. Wetten platzieren kann man auch beim schwedischen Vermarktungspartner ATG (AB Trav och Galopp). Auf Kanal 75 erhalten die wettaffinen Schweden die Möglichkeit, das Rennen in Gelsenkirchen live zu verfolgen. Allein in Schweden wird mit dem Trabrennsport ein Jahresumsatz von weit über 1 Milliarde Euro generiert, im bevölkerungsreicheren Frankreich sind es sogar über 9 Milliarden Euro.

Wir freuen uns, dass die führenden Trabrennsportnationen Schweden und Frankreich be- reits bei der Wiedereinführung des Großen Preises Interesse an dieser Veranstaltung zei- gen. Deutschland spielt nach vielen Jahren zumindest bei diesem Event im Konzert der Großen wieder mit, erklärte Win Race-Vertriebsleiter Uwe Krop (46). Es zeige sich somit deutlich, dass der deutsche Pferderennsport in Europa wieder an Bedeutung gewinne und dringend benötigte zusätzliche Einnahmen verbucht werden können.

Russisches Au-pair-Mädchen

gab Namen für den Favoriten

Gelsenkirchen (mspw) - Das hätte sich das russische Au-pair-Mädchen, das bei der Züchter-Familie von Dr. Friedrich Gentz in Westerau arbeitete, auch nicht träumen lassen. Nennt den Hengst doch Nu Pagadi. Das ist russisch und heißt Ich zeig es dir auf deutsch, lautete ihr Vorschlag. Der Name wurde Programm. Nu Pagadi, der bisher elf von 18 Rennen gewann, will es am Sonntag (Rennbeginn 13 Uhr) auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn erneut allen zeigen. Im mit 176.510 Euro dotierten Großen Preis von Deutschland, dem Kräftemessen der europäischen Spitzenklasse unter den Vierjährigen, trifft Nu Pagadi allerdings auf hochkarätige Gegner in einem Feld von 15 Teilnehmern.

Die aktuelle Empfehlung von Nu Pagadi, der im Vorjahr das Deutsche Traber-Derby gewann, sind vier Siege in Serie in Schweden, wo er seit Jahresbeginn bei Stig H. Johansson (64/Solvalla) trainiert wird. Schon vor dem Start fiel eine wichtige Entscheidung. Besitzer Detlef Tappe (50/Oberhausen) zog bei der öffentlichen Auslosung die Wunsch-Startnummer 5. Damit kann der Hengst, wie sieben weitere Teilnehmer, aus der ersten Reihe starten. Fahrer ist der Schwede Erik Adielsson (34/Malmö).

Direkt neben Nu Pagadi kann sich Mitfavorit Yardley Rich mit dem gebürtigen Gelsenkirchener Thomas Panschow (42/Bladenhorst) hinter dem Startauto einreihen. Beide trafen im Vorjahr im Derby 2008, sowohl im Vorlauf als auch im Finale, aufeinander. In beiden Fällen hatte Nu Pagadi gegenüber dem Schützling von Trainer Arnold Mollema (60/Wolvega, NL) die Nase vorn. Pikant: Im Sulky von Nu Pagadi saß damals Thomas Panschow. Arnold Mollema steuerte Yardley Rich. Die Konkurrenten von einst sind jetzt ein verschworenes Team. Mollema, der nach einer Hüftoperation noch keine Rennen bestreiten kann, verpflichtete - wie schon bei den letzten Auftritten - Panschow für Yardley Rich, der dem früheren Architekten und Züchter Johannes de Rijk gehört. Der bewohnt im niederländischen Epe ein schlossartiges Landgut.

Glück bei der Auslosung hatte auch Heli Biendl (59/Ascha), der Lets go on aus dem Besitz der Familie des Unternehmers Thomas Berchtold (62) und seiner Frau Hannelore Weber-Berchtold (61), beide München, mit der 1 ins Rennen schicken kann.
Experten sprechen vom sportlich besten internationalen Rennen seit dem 53. Elite-Rennen 2003 in Gelsenkirchen, zu dem auch Klassepferde aus Finnland, Norwegen, Schweden, Italien und den Niederlanden anreisen.

Zum Favoritenkreis dürften mit Light Kronos (Fahrer: Enrico Bellei/46/Montecatini, Italien) und Lincoln GI (Fahrer: Heinz Wewering/59/Hamburg) zwei Teilnehmer zählen, die der frühere Essener Holger Ehlert (45) aus Madonna dell’Acpua (Italien) mitbringt. Italienischer Herkunft sind auch Lewis OM und Lorenz Caf, die meist in Schweden bei Lutfi Kolgjini (50/Veberöd) laufen.

Die niederländische Streitmacht ist nicht zu unterschätzen. Vor allem von Yeovani Boko mit Hugo Langeweg sen. (56/Schagerbrug) erzählt man wahre Wunderdinge. Und dass Sohn Hugo Langeweg jun. (25) mit dem Österreichischen Derby-Sieger Striking Actions hinter einem chancenreichen Pferd sitzt, ist keine Überraschung.

Ein Fragezeichen steht hinter Aston Martin (Michael Nimczyk/23/Willich), der aus Finnland anreist und sich seine Kondition auch beim Schwimmen in den dortigen Seen geholt hat. Die letzten Formen waren nicht mehr so überragend. Allerdings hat der Hengst, gezogen von Heinrich Platvoet (70/Ascheberg), im letzten Jahr im Gelsenkirchener St. Leger als Zweiter den auf Rang drei eingekommenen Nu Pagadi schlagen können!
Der Große Preis von Deutschland wird Sonntag als achtes Rennen um 16.30 Uhr gelaufen.

Nu Pagadi wird Tag und Nacht bewacht


Gelsenkirchen (mspw) - Die deutschen Traberfans sind gespannt wie Flitzebogen: Wie stark ist Nu Pagadi, der Derby-Sieger von 2008, bei seinem Comeback auf seiner einstigen Heimatbahn in Gelsenkirchen, wenn er am Sonntag (Rennbeginn 13 Uhr) im mit 176.510 Euro dotierten Großen Preis von Deutschland seine Visitenkarte in dieser Prüfung der besten Vierjährigen vor heimischem Publikum abgibt? Wir sprachen mit dem Oberhausener Kaufmann Detlef Tappe (50), dem Besitzer des Favoriten Nu Pagadi.

Sie lassen Ihr Paradepferd seit Jahresanfang in Schweden beim berühmten Trainer Stig H. Johansson (64) trainieren. Was waren die Gründe für dieses Auswandern?

Tappe: In Schweden gibt es mehr Jahrgangsrennen. So gerne wir auch in Deutschland starten wollen, in Schweden sind die Möglichkeiten für ein Pferd mit einer recht hohen Gewinnsumme, wie sie Nu Pagadi hat, zurzeit einfach besser.

Mit Trainer Stig H. Johansson und Fahrer Erik Adielsson kümmern sich weltweit anerkannte Fachleute um Nu Pagadi!

Tappe: Nun ja, Johansson zählt zu den besten Adressen in Schweden. Alleine seine Erfahrung spricht eine eindeutige Sprache. Wir sind sehr glücklich über die Zusammenarbeit, auch mit Erik Adielsson.

Ihr Derby-Sieger kommt mit der Empfehlung einer Serie von vier Siegen. Besser geht es wohl nicht, oder?

Tappe: Er ist in blendender Verfassung. Nu Pagadi wird, wie alle Pferde, die Johansson im Training hat, nach jedem Start medizinisch durchgecheckt. Es ist alles in Ordnung bei ihm.

Wird der Start beim Großen Preis von Deutschland sein einziger Auftritt in diesem Jahr in seiner alten Heimat bleiben?

Tappe: Es sieht so aus. Die BC-Züchter-Krone passt eigentlich zeitlich nicht in den weiteren Fahrplan. Vorgesehen ist, dass wir einen Start am 31. Oktober in Jägersro planen. Am 25. November wollen wir in den Endlauf der Solvalla-Serien“ gehen, für den sich Nu Pagadi gegen sehr starke Konkurrenz qualifiziert hat. Am 27. Dezember steht dann mit dem Criterium Continental eine anspruchsvolle Prüfung in Vincennes auf dem Programm. Warten wir mal ab, was sich so ergibt. Im Rennsport kann man nicht alles konkret planen. Vorrang hat in jedem Fall die Gesundheit von Nu Pagadi. Unser Pferd gibt die Route vor.

Der Große Preis von Deutschland wird, anders als zunächst von vielen erwartet, nun ohne Vorläufe über die Bühne gehen. Für Nu Pagadi ein Vorteil?

Tappe: Grundsätzlich muss ich erst einmal sagen, dass er wohl keine Probleme mit einem Doppelstart hat. Im Derby 2008 war das ja auch der Fall. Aber Nu Pagadi läuft meist, jedenfalls in Schweden, hinten ohne Eisen. In Deutschland sind die Bahnen nicht so weich wie in Schweden. Vielleicht wäre er bei zwei Läufen an einem Tag in Gelsenkirchen mit leichten Eisen gelaufen, um es leichter zu machen. Doch die Frage stellt sich nun ja nicht, da es nur den Finallauf gibt.

Wann wird Nu Pagadi von Schweden nach Gelsenkirchen anreisen?

Tappe: Voraussichtlich schon am Donnerstag.

Und wo wird er bis zum Rennen stehen?

Tappe: Darüber möchte ich nicht gerne sprechen. Wir werden ihn gut und sicher unterbringen. Wo auch immer er vor dem Rennen steht, er wird Tag und Nacht bewacht sein. Wir wollen keinerlei Risiko eingehen.

Wird neben dem Fahrer Erik Adielsson auch Stig H. Johansson mit nach Gelsenkirchen kommen?

Tappe: Er trägt sich mit dem Gedanken. Ich würde mich jedenfalls sehr darüber freuen.


No Angels auf der Trabrennbahn

Das ist der Hammer! Auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen wird am Sonntag vor der Rennveranstaltung rund um den Großen Preis von Deutschland die bekannte Popband No Angels, die gerade ein neues Album (Welcome to the Dance) vorgelegt hat, ab 12.40 Uhr auf der Showbühne vor der Haupttribüne auftreten. Die Band, die im Jahr 2000 aus der ersten Staffel der TV-Sendung Popstars hervorgegangen war, hat rund fünf Millionen Platten verkauft und vier Nummer 1-Hits in den deutschen Charts gelandet. 2003 wurde die Band aufgelöst, startete jedoch 2007 ein Comeback. Mitglieder der No Angels sind Nadja Benaissa (27), Lucy Diakowska (33), Sandy Mölling (28) und Jessica Wahls (32). Auch weitere Promis aus Sport, TV, Funk und Fernsehen haben sich zu der Großveranstaltung am Nienhausen Busch angesagt. (mspw)
Werner Hansch am Mikrofon
Eine Sportreporter-Legende kehrt am Sonntag an seine frühere Wirkungsstätte zurück. Als Sprecher auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn begann Werner St. Hansch seine Laufbahn. Am Sonntag (Rennbeginn 13 Uhr) kehrt die Stimme des Ruhrgebiets anlässlich des Großen Preises von Deutschland an die alte Wirkungsstätte zurück. Veranstalter WinRace verpflichtete Hansch als Rennkommentator für die sportlichen Höhepunkte des Renntages. (mspw)

Großer Preis von Deutschland (176.510 Euro)

Erste Reihe
1 LETS GO ON
Vierjähriger Hengst
BESITZER: Thomas Berchtold (61) und Hannelore Weber-Berchtold (62/München)
TRAINER: Helmut Biendl (59/Ascha)
FAHRER: Helmut Biendl (59/Ascha)
ZÜCHTER: Petra Biendl (Ascha)
STARTS: 17 (drei Siege, acht Plätze). - GEWINNSUMME: 50.487 Euro
LETZTE FORMEN: 1 – 6 – 13 – 5 – 2.
2 YENDI BOKO
Vierjähriger Hengst
BESITZER: Blijham Onroerend Goed BV (NL)
TRAINER: Marcel Hauber (39/Assen/NL)
FAHRER: Roland Hülskath (34/Mönchengladbach)
ZÜCHTER: Boko Stables Holland B.V.
STARTS: 20 (drei Siege, 13 Plätze). - GEWINNSUMME: 40.955 Euro
LETZTE FORMEN: Dis. r. – Dis. r. – Dis. r. – 4 – 4.
3 YEAR OF TRANSS R
Vierjähriger Hengst
BESITZER: Cees Guldenmond (Katwijk/NL)
TRAINER: Johannes Bot (57/Wolvega/NL)
FAHRER: Robbin Bot (18/Wolvega/NL)
ZÜCHTER: Hendrikje und Klaas Redder (Staphorst/NL)
STARTS: 13 (drei Siege, acht Plätze). - GEWINNSUMME: 29.955 Euro
LETZTE FORMEN: 6 – 3 – 7 – 5 – 4.
4 YARDLEY RICH
Vierjähriger Hengst
BESITZER: Johannes de Rijk (Epe/NL)
TRAINER: Arnold Mollema (60/Wolvega/NL)
FAHRER: Thomas Panschow (42/Bladenhorst)
ZÜCHTER: Johannes de Rijk (Epe/NL)
STARTS: 13 (fünf Siege, fünf Plätze). - GEWINNSUMME: 87.585 Euro
LETZTE FORMEN: 5 – 1 – 1 – 1 – Dis. r.
5 NU PAGADI
Vierjähriger Hengst
BESITZER: Detlef Tappe (50/Oberhausen)
TRAINER: Stig H Johansson (64/Stora Alby/SE)
FAHRER: Erik Adielsson (34/Malmö/SE)
ZÜCHTER: Friedrich Gentz (56/Kaarst)
STARTS: 18 (elf Siege, sechs Plätze). - GEWINNSUMME: 177.337 Euro
LETZTE FORMEN: 1 – 1 – 1 – 1 – 3.
6 LORENZ CAF
Vierjähriger Wallach
BESITZER: Scud. Friends & Friends SRL (IT)
TRAINER: Lutfi Kolgjini (50/Veberöd/SE)
FAHRER: Lutfi Kolgjini (50/Veberöd/SE)
ZÜCHTER: Italien
STARTS: 30 (zehn Siege, sechs Plätze). - GEWINNSUMME: 57.842 Euro
LETZTE FORMEN: 1 – 1 – 0 – Dis. r. – 2.
7 YANKEE ELMO
Vierjähriger Hengst
BESITZER: Jacob Elzinga (59/Groningen/NL)
TRAINER: Arnold Mollema (60/Wolvega/NL)
FAHRER: Gerd Biendl (52/München)
ZÜCHTER: Jacob Elzinga (59/Groningen/NL)
STARTS: 26 (sechs Siege, neun Plätze). - GEWINNSUMME: 25.924 Euro
LETZTE FORMEN: 2 – 7 – 2 – 2 – Dis. r.
8 STRIKING ACTIONS
Vierjähriger Hengst
BESITZER: Stall Vibelzee (Ger Visser/Deventer/NL)
TRAINER: Hugo Langeweg jr. (25/Schagerbrug/NL)
FAHRER: Hugo Langeweg jr. (25/Schagerbrug/NL)
ZÜCHTER: Österreich
STARTS: zehn (sieben Siege, zwei Plätze). - GEWINNSUMME: 106.200 Euro
LETZTE FORMEN: 1 – 1 – 1 – 6 – 4.
Zweite Reihe
9 ASTON MARTIN
Vierjähriger Hengst
BESITZER: Fincum/Stall Silver St (FIN)
TRAINER: Martti Keskinen (Tampere/FIN)
FAHRER: Michael Nimczyk (23/Willich-Neersen)
ZÜCHTER: Heinrich Platvoet (70/Ascheberg)
STARTS: drei (zwei Siege, ein Platz). - GEWINNSUMME: 67.630 Euro
LETZTE FORMEN: 3 – 6 –1 – Dis. r. – 3.
10 YASON BOKO
Vierjähriger Hengst
BESITZER: Granton Stables NV (Wilco van der Jagt/40/Wuustwezel/BE)
TRAINER: Marcel Hauber (39/Assen/NL)
FAHRER: Robin Bakker (26/Deurze/NL)
ZÜCHTER: Boko Stables Holland B.V.
STARTS: 18 (acht Siege, vier Plätze). - GEWINNSUMME: 39.505 Euro
LETZTE FORMEN: 3 - 1 – 1 – 1 – 6.
11 YARRAH BOKO
Vierjähriger Hengst
BESITZER: Jan-Erik Andresen (NOR)
TRAINER: Trond Anderssen (Hønefoss/NOR)
FAHRER: Torbjörn Jansson (55/Almunge/SE)
ZÜCHTER: Boko Stables Schweden AB
STARTS: 21 (zehn Siege, drei Plätze). - GEWINNSUMME: 58.090 Euro
LETZTE FORMEN: Dis. r. – 2 – 1 – 4 – 1.
12 YEOVANI BOKO
Vierjähriger Hengst
BESITZER: Stall Zanbergen/Van Albada (NL)
TRAINER: Hugo Langeweg jun. (25/Schagerbrug/NL)
FAHRER: Hugo Langeweg sen. (56/Schagerbrug/NL)
ZÜCHTER: Boko Stables Holland B.V.
STARTS: 20 (12 Siege, sechs Plätze). - GEWINNSUMME: 93.290 Euro
LETZTE FORMEN: 1 – 1 – 1 – 1 – 1.
13 LEWIS OM
Vierjähriger Hengst
BESITZER: Scud. Friends & Friends SRL (IT)
TRAINER: Lutfi Kolgjini (50/Veberöd/SE)
FAHRER: Peter Strooper (43/Callantsoog/NL)
ZÜCHTER: Scud. O.M. SRL (IT)
STARTS: 24 (neun Siege, ein Platz). - GEWINNSUMME: 48.172 Euro
LETZTE FORMEN: 8 – N – 4 – 0 – 5.
14 LINCOLN GI
Vierjähriger Hengst
BESITZER: Dario Gariglio (IT)
TRAINER: Holger Ehlert (45/Madonna dell’Acpua/IT)
FAHRER: Heinz Wewering (59/Hamburg)
ZÜCHTER: Italien
STARTS: 15 (acht Siege, zwei Plätze). - GEWINNSUMME: 30.326 Euro
LETZTE FORMEN: Dis. r. – 1 – 1 – 1 – Dis. r.
15 LIGHT KRONOS
Vierjähriger Hengst
BESITZER: Stall Vibelzee (Ger Visser/Deventer/NL)
TRAINER: Holger Ehlert (45/Madonna dell’Acpua/IT)
FAHRER: Enrico Bellei (46/Montecatini/IT)
ZÜCHTER: Italien
STARTS: 25 (neun Siege, zehn Plätze). - GEWINNSUMME: 458.262 Euro
LETZTE FORMEN: 7 – 1 – 1 – 8 – 6.










Der Große Preis: Siegerliste 1993 bis 2004

Jahr     
Pferd Fahrer       
Siegerzeit
1993
Rambo Corner Willi Rode
1:15,3
1994
Cremona Heinz Wewering
1:15,8
1995
Deegie Oliver Wewering
1:17,8
1996
Mayfair Joseph Verbeeck
1:14,9
1997
General November     Pekka Korpi
1:14,1
1998
Francis Diamond Gerd Biendl
1:15,4
1999
Cosmic Ride Tuomas Korvenoja
1:15,5
2000
Park Joe Ulrich Schnieder
1:15,2
2001
Freiherr As Ulrich Schnieder
1:15,4
2002
Oscar Schindler Sl Heinz Wewering
1:14,4
2003
Lets Go Helmut Biendl
1:14,4
2004
Atoll Plage Arnold Mollema
1:14,6

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25.000 Euro im Preis des Winterfavoriten

Stall Spitzbube steht auf Gilbert Becaud

Gelsenkirchen (mspw) - Ein Spitzbube, ein Wellensittich und der französische Chansonier Gilbert Becaud mischen mit, wenn am Sonntag auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn der mit 25.000 Euro dotierte Preis des Winterfavoriten gelaufen wird. Traditionell werden dem Sieger im Winterfavoriten für zweijährige Traber gute Chancen eingeräumt, ein Jahr später auch im Deutschen Traber-Derby eine prominente Rolle spielen zu können. Der Winterfavorit wird als fünftes von zwölf Rennen um 15.05 Uhr gelaufen.

Einer der Favoriten ist Gilbert Becaud, benannt nach dem weltberühmten französischen Sänger. Trainer und Fahrer ist der 34-jährige Jochen Holzschuh aus Mönchengladbach. Zwei frische Siege stehen auf dem Konto des von Ellen Steffens (56/Viersen) gezogenen Hengstes, der für seinen Besitzer Heinz-Willi Gruteser (57/Viersen) bereits 16.200 Euro zusammentrabte. Im mit 25.000 Euro dotierten Daglfinger Jugend-Preis düpierte Gilbert Becaud die Konkurrenz, sehr zur Freude von Besitzer Gruteser, der seit mehr als 20 Jahren Rennpferde besitzt und diese unter dem Stallnamen Spitzbube laufen lässt. Der Name kam auf kuriose Weise zustande: Grutesers Wellensittich Benny konnte Spitzbube sagen. Für Grutesers Frau Helga (48) Anlass für den ausgefallenen Stallnamen Spitzbube.
Wenn er die Form gehalten hat, dann mischen wir vorne mit, ist Trainer Jochen Holzschuh überzeugt und freut sich, dass ihm die gute Startnummer 2 zugelost wurde.

Freilich ist die Konkurrenz nicht von Pappe“. Baltimore As wird, wie schon zuletzt bei einem gewonnenen Gelsenkirchener Vorbereitungsrennen auf den Winterfavoriten, von Ex-Champion Heinz Wewering (59/Hamburg) gefahren. Der Hengst hat für seine engagierte Züchterin und Besitzerin Marion Jauß bisher erst 5.375 Euro zusammengetrabt. Mit einem Sieg im Preis des Winterfavoriten würde Baltimore As traditionell zum engeren Kreis der Derby-Endkampfanwärter des nächsten Jahres aufsteigen. Immerhin hätte er dann die Chance, seinen hohen Auktionspreis zu rechtfertigen.

Super Neo, der Henno Sürder (67/Odenthal) gehört und von Thomas Panschow (42/Bladenhorst) gesteuert wird, sowie Armstrong Transs R mit dem Niederländer Cees Kamminga (44/Willemsoord), Giro mit Thomas Kornau (50/Recklinghausen), Navajo Lavec mit Roland Hülskath (34/Mönchengladbach) und vor allem Baron W. mit Hugo Langeweg jun. (25/Schagerbrug, NL) haben bereits bei ihren bisherigen Auftritten imponiert und sind Anwärter auf den Sieg.

Insgesamt elf Zweijährige kommen an den Ablauf, darunter auch die beiden Stuten Lady Maud und Norah Leah, die beide noch keinen Cent an Gewinnsumme aufweisen können. Doch besonders auf Norah Leah aus dem Trainingsquartier des niederländischen Trainers Arnold Mollema (60/Wolvega) sollten die Wetter achten. Mollema wird nicht ohne Grund den schwedischen Spitzenfahrer Erik Adielsson (34/Malmö) für das Rennen über die 2.000-Meter-Distanz verpflichtet haben.
Preis des Winterfavoriten: Starterliste
  • 1 Armstrong Transs R mit Cees F. Kamminga (44/Willemsoord/NL)
  • 2 Gilbert Becaud mit Jochen Holzschuh (34/Mönchengladbach)
  • 3 Lady Maud mit Robin Bakker (26/Deurze/NL)
  • 4 Georgies Boy mit Michael Nimczyk (23/Willich)
  • 5 Baltimore As mit Heinz Wewering (59/Hamburg)
  • 6 Super Neo mit Thomas Panschow (42/ Bladenhorst)
  • 7 Navajo Lavec mit Roland Hülskath (34/Mönchengladbach)
  • 8 Giro mit Thomas Kornau (50/Recklinghausen)
  • 9 Baron W. mit Hugo W. Langeweg jr. (25/Schagerbrug/NL)
  • 10 Van Diesel mit Benjamin Hagen (39/Berlin)
  • 11 Norah Leah mit Erik Adielsson (34/Malmö)

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    Es geht um Prämien von 290.000 Euro:

    Auch Hexenmeister Jos Verbeeck zu Gast

    Gelsenkirchen (mspw) - Bei der Rennveranstaltung rund um den Großen Preis von Deutschland (176.510 Euro) für die besten vierjährigen Traber und den Preis des Winterfavoriten (25.000 Euro) für die Zweijährigen kann sich am Sonntag auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen auch das Rahmenprogramm sehen lassen. In den insgesamt zwölf Prüfungen (Rennbeginn 13 Uhr) geht es um nicht weniger als 290.660 Euro an Prämien. Das lockt die nationale und internationale Fahrer-Elite auf die Bahn am Nienhausen Busch.

    So wird auch der belgische Spitzen-Profi Jos Verbeeck (52), obwohl er in den beiden Hauptrennen nicht engagiert ist, mal wieder ein Gastspiel in Gelsenkirchen geben. Der als Hexenmeister bekannte Sulky-Star, der unter anderem allein viermal den Prix d’Amerique in Paris-Vincennes gewann, nimmt am Sonntag vier Fahrten wahr. Er komplettiert damit das Feld europäischer Klasse-Fahrer wie Enrico Bellei (46/Montecatini, Italien), Erik Adielsson (34/Malmö, Schweden), Hugo Langeweg jun. (25/Schagerbrug, Niederlande) oder Lutfi Kolgjini (50/Veberöd, Schweden), die sich mit den besten deutschen Profis wie Roland Hülskath (34/Mönchengladbach), Michael Nimczyk (23/Willich), Heinz Wewering (59/Hamburg), Thomas Panschow (42/Bladenhorst) sowie den Biendl-Brüdern Heli (59/Ascha) und Gerd (52/München) messen werden.

    Im Rahmenprogramm steht neben den Stuten- (20.000 Euro) und dem Entlastungsrennen (10.000 Euro) zum Großen Preis von Deutschland sowie dem Entlastungslauf zum Preis des Winterfavoriten (7.000 Euro) unter anderem auch eine mit 20.000 Euro dotierte Marathon-Prüfung“ über die Distanz von 3.200 Metern auf dem Programm. Dabei fordert der von Altmeister Willi Rode (71/Recklinghausen) trainierte Seriensieger Eckstein mit Ralf Oppoli (42/Recklinghausen) vor allem die favorisierten Gäste wie Golddigger mit Peter Strooper (43/Callantsoog, Niederlande), Venividivici Joe (Hugo Langeweg jun.) und Armbro Embellish (Erik Adielsson) heraus.

    In einem weiteren 10.000 Euro-Rennen treffen mit Gustav Diamant (Gerd Biendl), Gewinner von mehr als 300.000 Euro, sowie Hollys Boy (Thomas Panschow) und Corleone mit Olivier Monshouwer (33/München) unter anderem drei deutsche Spitzen-Traber aufeinander.
    Großer Preis von Deutschland - Stutenrennen (20.000 Euro)
  • 1 Gentle Touch mit Heinz Wewering (59/Hamburg)

  • 2 Yamira Limburgia mit Dion Tesselaar (40/Outeschoot/NL)

  • 3 Yewel Boshoeve mit Robin Bakker (26/Deurze/NL)

  • 4 Jamaica Diamant mit Dietmar Spickermann (50/Dinslaken)

  • 5 Annette Steding mit Roland Hülskath (34/Mönchengladbach)

  • 6 Yquem Rich mit Thomas Panschow (42/ Bladenhorst)

  • 7 Noxeam Com mit Andor Schute (40/Recklinghausen)

  • 8 Jamilah Diamant mit Georg Frick (45/Hohenlinden)

  • 9 Kim November mit Peter Poen (52/Gelsenkirchen)


  • Großer Preis von Deutschland Entlastung (15.000 Euro)
  • 1 Hannieball mit John Westenbrink (28/Meppel/NL)

  • 2 Lagavulin mit Helmut Biendl (59/Ascha)

  • 3 Yasmine Boshoeve mit Roland Hülskath (34/Mönchengladbach)

  • 4 Classic Design mit Dion Tesselaar (40/Outeschoot/NL)

  • 5 Perl’s Fortuna mit Gerhard Biendl (52/München)

  • 6 Legend Kronos mit Enrico Bellei (46/ Montecatini/IT)

  • 7 Jaipour mit Heinz Wewering (59/Hamburg)

  • 8 Il Re Frö (Fahrerbesetzung offen)

  • 9 Yogi Kievitshof mit Michael Nimczyk (23/Willich)

  • Yardley Rich mit seinem unwahrscheinlichen

    Speed wird eine gute Rolle spielen können

    Gelsenkirchen (mspw) - Arnold Mollema (60/Wolvega, NL), der zur Spitzengruppe der europäischen Trabertrainer und Fahrer gehört, ist am Sonntag (Rennbeginn 13 Uhr) auf der Bahn in Gelsenkirchen gleich mit zwei Startern im mit 176.510 Euro dotierten Großen Preis von Deutschland vertreten. Yardley Rich ist mit Thomas Panschow (42/Bladenhorst) dabei. Für die Fahrt mit Yankee Elmo wurde Gerhard Biendl (52/München) verpflichtet. Wir sprachen mit Arnold Mollema, der es bisher auf über 3.000 Siege gebracht hat, wegen einer Hüftoperation allerdings derzeit noch nicht selbst wieder in den Sulky steigen kann.

    Im Traber-Derby 2008 wurde Yardley Rich sowohl im Vorlauf wie auch im Finale von Nu Pagadi besiegt. War damals nicht mehr drin?

    Mollema: Doch! Wir hätten uns den Derby-Sieg holen können. Aber im letzten Bogen gab es eine Behinderung, die uns wahrscheinlich den Sieg im Finale gekostet hat. Jedenfalls kam Yardley Rich nach diesem Zwischenfall noch angeflogen. Er hat einen unwahrscheinlichen Speed. Aber es reichte nicht mehr ganz.

    Nu Pagadi kommt mit der Empfehlung von vier Siegen in Serie aus Schweden zur Revanche mit Yardley Rich nach Gelsenkirchen. Ihr schwarzer Hengst enttäuschte kürzlich in einem Zulage-Rennen, legte danach allerdings einen sehr überzeugenden Probelauf hin. Reicht das in einem so starken Feld wie im Großen Preis von Deutschland 2009?

    Mollema: Der Probelauf in 1:16,0 Minuten für den durchschnittlichen Kilometer war ein Spaziergang. Er hätte noch um einiges schneller sein können. Die kürzliche Niederlage nehme ich nicht tragisch. Gerd Biendl war gleich nach dem Ab aus dem ersten Band nicht 25, sondern rund 50 Meter enteilt und machte dann geschickt das Tempo ruhig. Da griff keiner überhastet an, alle warteten ab. Mitte der Schlussrunde, als Thomas Panschow das Tempo verschärfte und angriff, legte Biendl vorne auch einen Zahn zu. Yarley Rich ging eine Zwischenzeit von 1:11,0 Minuten, kam aber nicht an den Piloten heran. Es wäre Unsinn gewesen, noch einmal alles zu riskieren und auf Biegen und Brechen auf Sieg zu fahren.

    Kann Yardley Rich den Großen Preis von Deutschland 2009 gewinnen?

    Mollema: Ich war vor einigen Tagen in Schweden und habe mit Nu Pagadis schwedischem Fahrer Erik Adielsson gesprochen. Er hat von ihm eine sehr hohe Meinung, vor allem nach seinem letzten Sieg, bei dem er weite Wege gehen musste. Also sage ich: Nu Pagadi ist Favorit, denn Adielsson versteht etwas von seinem Fach. Aber ich sage auch: So ein Rennen mit einem so großen Feld von 15 Startern kann wie eine Wundertüte sein. Wir rechnen uns bei gutem Rennverlauf durchaus einiges aus. Der Hengst wird, so glaube ich, eine gute Rolle spielen können.

    Und was ist mit Ihrem zweiten Starter Yankee Elmo, den Gerhard Biendl fährt?

    Mollema: Wir hoffen auf ein gutes Platzgeld und streben danach die BC-Züchter-Krone Anfang November in Gelsenkirchen an.

    Im mit 20.000 Euro dotierten Stutenrennen zum Großen Preis ist mit Yquem Rich eine reichlich Unbekannte aus Ihrem Aufgebot dabei. Sie hat sich gerade erst, allerdings in respektablen 1:16,9 Minuten, in Wolvega für den Rennbetrieb qualifiziert hat. Wird sie nur eine Mitläuferin sein?

    Mollema: Zum Mitlaufen spannen wir nicht an. Die Stute, die dem niederländischen Kaufmann und Großgrundbesitzer Anatol France gehört, wurde in Frankreich intensiv vorbereitet. Für die meisten Experten ist sie zweifellos eine total unbekannte Teilnehmerin. Ich aber sage: Yquem Rich, die Thomas Panschow fährt, ist unsere Geheimwaffe.


    Detlef Tappe strahlt: Glück gehabt

    Gelsenkirchen (mspw) - Trotz des strömenden Regens strahlte Detlef Tappe (50/Oberhausen), Besitzer von Ex-Derbysieger Nu Pagadi, am Sonntag (11-10-09) auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen über das ganze Gesicht. Denn bei der Startplatz-Auslosung für den Großen Preis von Deutschland, der am nächsten Sonntag (18. Oktober) am Nienhausen Busch mit rund 175.000 Euro dotiert sein wird, wurde für Nu Pagadi die günstige Startnummer 5 gezogen. Da Tappes Spitzen-Traber bei der Auslosung erst als vorletztes Pferd zum Zuge kam, war als einzig mögliche Alternative die 15 verblieben. Doch der äußerste Startplatz in der 2. Reihe blieb Nu Pagadi und seinem schwedischen Fahrer Erik Adielsson (34/Malmö) erspart. Von dort muss nun der italienische Derby-Zweite Light Kronos mit Enrico Bellei (46/Montecatini) das Rennen aufnehmen.

    Glück gehabt. Für uns ist ein Wunsch in Erfüllung gegangen, freute sich Detlef Tappe - und gab ehrlich zu: Bei der Auslosung war ich schon richtig kribbelig.
    Zufrieden durfte auch Thomas Panschow (42/Bladenhorst) sein, der ebenfalls bei der Auslosung vor Ort war. Er wird mit dem früheren Derby-Zweiten Yardley Rich von Position 4 und damit direkt neben seinem großen Konkurrenten Nu Pagadi starten, den Panschow im Vorjahr noch selbst zum Derby-Sieg gesteuert hatte. Mit der Auslosung können wir gut leben, meinte der gebürtige Gelsenkirchener.

    Der niederländische Trainer Marcel Hauber (39/Wolvega, NL) war ebenfalls live dabei, als seinen Schützlingen Yendi Boko und Yason Boko die Startplätze 2 und 10 zugelost wurden: Für Yason Boko wird es sicher nicht einfach, aber wir nehmen es, wie es kommt. Acht Pferde werden aus der ersten Reihe starten, die weiteren sieben aus der zweiten.
    Die Teilnehmerliste für den Großen Preis mit den ausgelosten Startplätzen:
  • 1 Lets go on mit Helmut Biendl (59/Ascha)
  • 2 Yendi Boko mit Roland Hülskath (34/Mönchengladbach)
  • 3 Year of Transs R mit Robbin Bot (18/Wolvega, Niederlande)
  • 4 Yardley Rich mit Thomas Panschow (42/Bladenhorst)
  • 5 Nu Pagadi mit Erik Adielsson (34/Malmö, Schweden)
  • 6 Lorenz Caf mit Lutfi Kolgjini (50/Veberöd, Schweden)
  • 7 Yankee Elmo mit Gerd Biendl (52/München)
  • 8 Striking Actions mit Hugo Langeweg jr. (25/Schagerbrug, Niederlande)
  • 9 Aston Martin mit Michael Nimczyk (23/Willich)
  • 10 Yason Boko mit Robin Bakker (26/Deurze, Niederlande)
  • 11 Yarrah Boko mit Torbjörn Jansson (55/Almunge, Schweden)
  • 12 Yeovani Boko mit Hugo Langeweg sen. (56/Schagerbrug, Niederlande)
  • 13 Lewis OM mit Ake Svanstedt (50/Kvänum, Schweden)
  • 14 Lincoln GI mit Heinz Wewering (59/Hamburg)
  • 15 Light Kronos mit Enrico Bellei (46/Montecatini, Italien)
  • Europa schickt die Besten nach Gelsenkirchen

    Riesenfeld beim Großen Preis

    Gelsenkirchen (mspw) - Riesig war am Freitag der Andrang bei der Starterangabe für den Großen Preis von Deutschland, der am 18. Oktober erstmals nach fünf Jahren Unterbrechung wieder auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen entschieden wird. Allein im Hauptlauf dieser Prüfung, die als Derby der Vierjährigen gilt, werden 15 Spitzen-Traber um Prämien von rund 175.000 Euro kämpfen. Hinzu kommen ein Stutenlauf, dotiert mit 20.000 Euro, und ein Entlastungsrennen (15.000 Euro) mit jeweils neun Teilnehmern.

    Sein Deutschland-Comeback gibt der Derbysieger von 2008, Nu Pagadi, der zuletzt im September des letzten Jahres (dritter Platz im St. Leger in Gelsenkirchen) in seiner Heimat gestartet war. Der Hengst aus dem Besitz von Detlef Tappe (50/Oberhausen) wird jetzt von Stig H. Johansson (64/Stora Alby) in Schweden trainiert und von Erik Adielsson (34/Malmö) gesteuert. Tappe rechnet sich nach einer Sieges-Serie seines Schützlings in Skandinavien nun auch beim Deutschland-Comeback gute Chancen aus, sich ein dickes Stück vom Preisgeld-Kuchen sichern zu können.

    Nu Pagadi trifft am Nienhausen Busch allerdings auf hochkarätige europäische Konkurrenz. So werden auch Yarrah Boko (Torbjörn Jansson), Lorenz Caf (Lutfi Kolgjini) und Lewis OM (Ake Svanstedt) aus Schweden anreisen. Ebenso wie dieses Trio sind auch Light Kronos (Enrico Bellei) und Lincoln GI (Heinz Wewering), die beide vom gebürtigen Gelsenkirchener Holger Ehlert (45) in Madonna dell’Acpua (Italien) vorbereitet werden, noch nie in Deutschland gelaufen. Aus Finnland kommt der in deutschen Zuchtrennen schon bestens bewährte Aston Martin, den Goldhelm Michael Nimczyk (Willich) steuern wird.

    Nicht weniger als sieben Starter werden in den Niederlanden trainiert, darunter der von Arnold Mollema (60/Wolvega) betreute Ex-Derbyzweite Yardley Rich (Thomas Panschow) sowie Striking Actions (Hugo Langeweg jr.) und Yeovani Boko (Hugo Langeweg sen.). Der von Marcel Hauber (39/Assen, NL) trainierte Yason Boko (Robin Bakker) wird noch am kommenden Sonntag auf der Bahn in Gelsenkirchen seine Generalprobe absolvieren. Die bayerischen Farben im Großen Preis vertritt Heli Biendl (Ascha) mit Lets go on.

    Zweiter Höhepunkt am 18. Oktober ist der Preis des Winterfavoriten (25.000 Euro) für Zweijährige. Elf Nachwuchs-Traber werden die Prüfung in Angriff nehmen, darunter auch die schon siegreichen Baltimore As (Heinz Wewering) und Gilbert Becaud (Jochen Holzschuh). Für den Entlastungslauf (7.000 Euro) wurden ebenfalls elf Pferde gemeldet.

    Während der Gelsenkirchener Rennveranstaltung am kommenden Sonntag, 11. Oktober, (Rennbeginn: 14 Uhr) werden die Startnummern für den Großen Preis von Deutschland und den Preis des Winterfavoriten öffentlich ausgelost. Acht Pferde dürfen jeweils aus der ersten Reihe starten.


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