Zuletzt bearbeitet: 26.06.2010

Trabrennbahn Hamburg-Bahrenfeld feiert ihren 130. Geburtstag

Auf dem neuesten Stand

Hamburg (mspw) - Tradition mit Zukunft! Pünktlich zu ihrem 130. Geburtstag, der in dieser Woche mit einem Jubiläums-Renntag gefeiert wird, präsentiert sich die Trabrennbahn in Hamburg-Bahrenfeld modern und auf dem neuesten Stand. Dank der umfangreichen Sanierung und Neugestaltung des 1.040 Meter langen Geläufs sowie des Publikumsbereiches inclusive der Tribüne innerhalb des letzten Jahres durch die neue Betreiber-Gesellschaft Win Race zeigt sich die traditionsreiche Trabrennbahn in der Hansestadt zu ihrem runden Geburtstag in einem neuen Gewand und kommt bei Gästen und Aktiven gut an.

Die Bahn ist außerordentlich schnell und insgesamt auf einem Top-Niveau, lobt nicht nur Rekord-Champion Heinz Wewering (60), der selbst regelmäßig auf seiner neuen Heimatbahn in den Sulky steigt.
Exakt seit dem 20. Juni 1880, damals unter der Regie des Norddeutschen Renn- und Traber-Club, finden im Hamburger Ortsteil Bahrenfeld Trabrennen statt, damals übrigens auf einer 1.320 Meter langen Grasbahn. Die weiteren Veranstalter im Laufe der wechselvollen Geschichte der Bahn waren die Kavalleristen-Kameradschaft von 1877 (ab 1894), der Altonaer Renn-Club (ab 1905) und die Hamburger Trabrenngesellschaft (ab 1976). Traber-Legenden wie Charlie Mills, Hänschen Frömming, Eddy Freundt, Gerhard Krüger, der heutige Rennvereins-Vorsitzende Peter Heitmann oder der erst vor wenigen Tagen verstorbene Kurt Hörmann feierten hier zahlreiche Triumphe.

Oft stand die Anlage kurz vor dem endgültigen Aus. Immer wieder gab es Rückschläge wie das Totalisator-Verbot durch Kaiser Wilhelm I. (1881 bis 1886), die Zwangspausen während der beiden Weltkriege, einen Großbrand, dem zahlreiche Pferde und Stallungen zum Opfer fielen (1925), oder den zwischenzeitlichen Umzug nach Farmsen zu Beginn der 70er-Jahre. Hinzu kamen häufig auch wirtschaftliche Probleme.

Vor allem im vergangenen Jahrzehnt gingen die allgemeinen Probleme des Trabrennsports mit deutlichen Umsatz- und Zuschauer-Rückgängen auch an Hamburg nicht spurlos vorüber. Seit der Trendwende in den beiden letzten Jahren blicken aber auch die Veranstalter in der Hansestadt wieder in eine bessere Zukunft, zumal durch die umfangreichen Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten erheblich in die Infrastruktur investiert wurde. Das soll sich künftig auszahlen.

Allein zur Wiederöffnung der Bahn zum Ostermeeting 2010 sorgten rund 6.000 Zuschauer Anfang April für eine große Kulisse und den besten Umsatz seit fünf Jahren. Sie setzten damit ein Signal für die Zukunft. Außerdem ist das Gelände der Trabrennbahn zu einem Mekka für Musik-Fans geworden. Open Air-Gastspielen von Superstars wie den Rolling Stones oder Robbie Williams, der an zwei Tagen 160.000 Besucher anzog, sollen in Zukunft noch zahlreiche weitere Highlights folgen.

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Gewinner von 3.348 Rennen verstarb im Alter von 84 Jahren

Trabsport trauert um Kurt Hörmann

Hamburg (mspw) - Der deutsche Trabrennsport trauert um eine seiner berühmtesten und erfolgreichsten Persönlichkeiten. Im Alter von 84 Jahren ist Kurt Hörmann, Gewinner von insgesamt 3.348 Rennen, nach langer, schwerer Krankheit in seiner Heimatstadt Hamburg verstorben. Sein größter Erfolg war der Derby-Sieg 1955 mit der Stute Hindumädel.

Kurt Hörmann, der 1926 in Hamburg-Wandsbek geboren wurde und den alle nur Kuddel nannten, machte im In- und Ausland durch Siege in zahlreichen hochdotierten Rennen Schlagzeilen, arbeitete über viele Jahre zusammen mit dem legendären Charlie Mills in Frankreich. Er war mit Sulky-Künstlern wie Johannes Hänschen Frömming oder Gerhard Krüger befreundet.

Als Trainer brachte es Hörmann sogar auf 4.295 Siege. Zu seinen bekanntesten Trabern gehörten Spice Island, der auf eine Gewinnsumme von insgesamt 493.024 Euro kam, sowie Corner, der zwei- und dreijährig ungeschlagen blieb und während seiner Rennkarriere 347.019 Euro verdiente. Auch Bontano (126.223 Euro) und Nimes (123.733 Euro) waren herausragende Traber. Spice Island und Bontano gehörten dem Stall Cicero von Harald Charles Grendel. Für Grendel, den Mitbesitzer des Prix d’Amerique-Siegers Sea Cove (1984), trainierte Kurt Hörmann zahlreiche Pferde.
Schon sein Vater Josef Hörmann war im Trabrennsport engagiert. Kurt Hörmanns Tochter Rosita Brammann ist auf ihrem Hof in Sparrieshoop bei Elmshorn als Traberzüchterin aktiv (Gestüt Corner).

Erst im Alter von 74 Jahren beendete Kurt Hörmann seine aktive Laufbahn und bestritt im Jahr 2000 auf der Bahn in Berlin-Karlshorst sein letztes offizielles Rennen mit der Stute Josefine Island. Zuletzt war er als Privattrainer für den Hamburger Besitzer und Immobilien-Kaufbahn Hermann J. Mismahl tätig.
2005 ging Kurt Hörmann unter die Autoren, verfasste gemeinsam mit dem Rennsport-Journalisten und -Funktionär Heinz Otto Stemper das Buch Kurt Hörmann - Ein Derby-Sieger blickt zurück. Darin ließ er seine einzigartige Karriere Revue passieren. Mit Hindumädel und mir hat damals niemand gerechnet, erinnerte er sich an seinen Derby-Triumph.

Wegen einer schweren Muskelkrankheit war Kurt Hörmann bereits seit fünf Jahren an den Rollstuhl gefesselt, besuchte aber noch regelmäßig die Trabrennbahn in Hamburg-Bahrenfeld, von der er nur einen Steinwurf entfernt wohnte. Er war nicht ganz einfach, aber ein sehr guter Mensch. Er hatte ein großes Herz, sagte sein langjähriger Freund und Nachbar Alfred Kluth.

Hamburg-Horn nur ohne Herz?

(11-3-10) Die in Hamburg-Horn geplante kombinierte Galopp- und Trabrennbahn ist nach einem Bericht des Hamburger Abendblatt in weite Ferne gerückt. Der Unternehmer Günter Herz steht, wie es in dem Artikel heißt, als Investor nicht mehr zur Verfügung. Sein Unternehmen Win Race investiere derzeit einen Millionenbetrag in die eigentlich zum Abriss freigegebene Trabrennbahn in Bahrenfeld. Der Hamburger Senat, der im Etat 30 Millionen für eine Doppelrennbahn stehen hat, sieht trotzdem eine Chance: Qualität geht vor Eile, zitiert das Abendblatt Staatsrat Manfred Jäger. Jetzt aber muss für die geplante Doppelrennbahn noch ein anderer Investor gefunden werden.

Nun also doch: 2010

kein Pit Pan-Rennen

Hamburg - Nur zwei Tage nach der Mitteilung einer geplanten Verschiebung des Pit Pan-Rennens auf den 9. Mai teilte das Hamburger Trabzentrum am Donnerstag (25. Februar) mit, dass in diesem Jahr überhaupt kein Pit Pan-Rennen stattfinden wird. Wörtlich heißt es in der MItteilung: Basierend auf die Resonanz der Aktiven bezüglich der Verschiebung haben wir uns nun entschieden, das Pit Pan-Rennen 2010 nicht zu verschieben sondern komplett zurückzuziehen. Sämtliche Einsätze werden selbstverständlich zurückgezahlt.

Um nicht nur den im Pit Pan-Rennen genannten, sondern auch den nach der Winterpause wieder einsatzbereiten Pferden eine alternative Verdienstmöglichkeit zu geben, bieten wir für den Renntag am Sonntag, 9. Mai 2010 ein höher dotiertes Rennen an.
Dieses Rennen wendet sich an 4- bis 10j. Pferde aller Länder mit einer Gewinnsumme bis 30.000 Euro und wird mit Vorläufen (1. Vorlauf bis 15.000 und 2. Vorlauf bis 30.000 Euro) sowie einem Finale (Bänderstart) ausgeschrieben. Die Rennpreise in den Vorläufen und einem eventuellen Finale B betragen 2.500 Euro, das Finale wird mit 12.500 Euro dotiert sein. Die Starterangabe ist am Montag, 3. Mai 2010. Die detaillierte Ausschreibung liegt ab 2. April 2010 aus. Wir hoffen, Ihnen damit eine attraktive Start- und Verdienstmöglichkeit anzubieten.

Keine Chance gegen das Wetter:

Pit Pan-Rennen erst am 9. Mai

Der Winter hat die Hamburger ensetzlich gebeutelt. Durch die extreme Witterung auf dem umgestalteten Geläuf jagte bisher eine Absage die nächste. Der letzte Renntag fand am 21. Januar statt. Inzwischen wurden die Veranstaltungen für den 25. Februar (Donnerstag), den 4. und den 7. März abgesagt, weil man sich nicht in der Lage sieht, die Bahn wieder in Ordnung zu bringen. Betroffen ist auch das Pit Pan-Rennen (34 500 Euro).

In einer Mitteilung des HVT heißt es dazu: Aufgrund der ungewöhnlichen Witterungsverhältnisse war vielerorts eine Vorbereitung auf das bereits auf den 7. März terminierte PIT PAN-Rennen nicht möglich. Zur Vermeidung einer Absage dieses Traditionsrennens wird der Termin verlegt auf Sonntag, den 9. Mai 2010 (an diesem Tag findet auch der NRZ-Pokal /Trial I beim HTZ statt). Alle Nennungen bleiben bestehen, sofern nicht spätestens bis zum 1. März 2010 (ursprünglicher Termin der Starterangabe) eine schriftliche Rücknahme der Nennung beim HTZ eingeht. In diesem Fall werden die bislang gezahlten Einsätze rückerstattet.

Im Hamburger Trabzentrum (HTZ) ist man bemüht, einen Trainingsbetrieb anzubieten. Voraussichtlich auch am Donnerstag (25.02.2010) soll die Bahn ab ca. 12 Uhr zur Verfügung stehen. Das HTZ will dazu Aktiven und Besitzern in einem persönlichen Gespräch die Absage der Renntage begründen und lädt deshalb zu einer Informationsveranstaltung im Wett-Casino am Donnerstag (25.02.2010) ab 17.30 Uhr ein. In diesem Zusammenhang könne man sich Vorort über den Fortschritt der Umbauarbeiten in der Tribüne überzeugen.

Hamburg mit neuer Schweden-Bahn:

Die Aktiven waren rundum begeistert

Die Trabrennbahn Hamburg hatte am Tag der Deutschen Einheit (3-10-09) ihren ersten großen Renntag nach umfangreichen Sanierungs- und Renovierungsarbeiten. Und die Aktiven waren begeistert über die neue deutsche Schweden-Bahn mit ihren überhöhten Bögen und dem Open Stretch (innere Überholspur im Zieleinlauf), für den extra noch die Trabrennordnung geändert wurde. Auch wenn die Pferde diesmal auf der Gegenseite mit starkem Gegenwind zu kämpfen hatten, waren die Spitzenfahrer Wewering, Hülskath und Nimczyk des Lobes voll. Selbst die Pferdeführer am Winner-Cirkel trugen - wie in Schweden Vorschrift - einen Schutzhelm.

Sportlich hatten die an diesem Tag durch die Unterstützung von Sponsoren deutlich angehobenen Rennpreise die Fahrerelite wie auch erstklassige Pferde nach Hamburg gelockt. Nach zwei Siegen führt Roland Hülskath (Mönchengladbach) im Fahrerchampionat nun mit drei Punkten vor Michael Nimczyk (Willich). Aktueller Stand: 116:113. Im mit 6000 Euro dotierten Hauptrennen über 1680 Meter siegte Thomas Panschow mit Infineon als zweiter Favorit vor Heinz Wewering mit Nijinskij November. Der eigentliche Favorit King Prestige mit Roland Hülskath wurde arg behindert, wofür Benny Christensen mit Impressive Lavec bestraft und aus der Wertung genommen wurde. Hart traf es den Betreuer von King Prestige, Henk Grift, nachdem mit ihm die Pferde durchgegangen waren. Er erhielt 1000 € Strafe und 28 Tage Fahrverbot nach Tätlichkeiten gegenüber einem Ausweisinhaber auf dem Geläuf mit Schädigung des Trabrennsports in der Öffentlichkeit. Gesamtumsatz: 91.257,00 - Bahnumsatz: 41.407,50 - Außenumsatz: 49.849,50. Bei der Generalpobe am Donnerstag hatte man bereits einen Umsatz von 71.166,70 € erzielt.

Im Mittelpunkt des ersten Renovierungsabschnitts stand die Erneuerung des Geläufs, das nach den neuesten technischen Erkenntnissen mit einem hochwertigen Spezialuntergrund erstellt wurde und somit ausgesprochen schonend für die Pferdebeine ist. Zudem werden die stark überhöhten Kurven schnellere Rundenzeiten als bisher zulassen. Darüber hinaus wurden in den Stallungen lecke Dächer und marode Wasserleitungen instand gesetzt, um auch hier den Grundansprüchen einer adäquaten Pferdeunterbringung zu genügen. Ein Paradezirkel nach schwedischem Vorbild, in dem sich die Pferde vor dem Rennen sammeln und präsentieren, ein neuer Zaun zum Geläuf und kleine Verschönerungen am Äußeren der Tribüne wie am Winner Circle runden optisch den stark verbesserten Gesamteindruck ab. Im Frühjahr sollen weitere Maßnahmen im Zuschauerbereich und der Tribüne folgen. Zunächst stand das Wohl der Pferde im Vordergrund. Ermöglicht wurden die Arbeiten durch das Engagement der Win Race GmbH sowie durch die Unterstützung der Freien und Hansestadt Hamburg. Die Tagesspresse sprach von 600 000 €, die zunächst in die neue Bahn investiert wurden.


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