Zuletzt bearbeitet: 07.04.2011
Glücksspielstaatsvertrag: Trabrennsport zeigt Verständnis für Politik
HVT: "Auslandsschlupflöcher bei der
Pferdewette müssen gestopft werden“
Berlin (HVT-PRESS) - Die Ministerpräsidenten-Konferenz hat sich am Mittwoch (6-4-11) nach harten Verhandlungen auf einen Kompromiss zur Neuregelung des
Glücksspiels in Deutschland geeinigt. "Es ist gut, dass jetzt zumindest
einmal eine grundsätzliche Richtungsentscheidung getroffen wurde, die
hoffentlich auch zu einer für die Pferdezucht und den Rennsport in
Deutschland belastbaren Planungsbasis führt“, erklärte Heinz Tell,
amtierender Präsident des Hauptverbandes für Traberzucht e.V. (HVT) in
Berlin. Pferderennen sind nämlich zuallererst Leistungsprüfungen nach dem
Tierzuchtgesetz und erst in zweiter Linie Sportveranstaltungen. Daher
werden sie staatlich gefördert.
Tell weiter: Das Hin und Her der letzten Wochen war nicht immer
glücklich. Wir haben aber durchaus Verständnis für das lange Ringen der
Politik. Das Glücksspielrecht ist eine sehr komplexe Materie, bei der
zahlreiche Interessen zu berücksichtigen und viele Aspekte abzuwägen sind.
Klar ist, dass nach den EuGH-Urteilen vom September 2010 auch die
Pferdewette unter Berücksichtigung ihrer züchterischen Besonderheiten um
einen stärkeren Einbezug in ein kohärentes System des Glücksspielrechts
nicht herum kommen wird. Dabei kommt es jedoch entscheidend auf die
inhaltlichen Details an. Wir müssen jetzt erst einmal in Ruhe prüfen, was
die aktuelle Richtungsentscheidung für die deutsche Pferdezucht und den
deutschen Rennsport konkret bedeutet.“
Kritisch sind nach Auffassung des HVT vor allem die Auslandsschlupflöcher
bei Pferdewetten. Diese bestehen, weil man bei Erlass des seit 1922
geltenden Rennwett- und Lotteriegesetzes noch nicht voraussehen konnte,
dass es einmal das Internet geben würde und über dieses die Möglichkeit
der massiven Verschiebung von Wetten ins Ausland. Diese Verschiebungen
haben zu erheblichen Steuereinbußen sowie einem signifikanten Rückgang der
Pferdezucht in Deutschland geführt.
Andererseits ist das Wetten im Internet eine Realität, auf die sich auch
der Pferderennsport einstellen muss. Die deutsche Traberzucht in
Deutschland ist daher klar für das Offenhalten des Internets als wichtigem
Vertriebsweg für die Pferdewette und will sowohl das Totalisatorsystem als
auch die Buchmacherwette zu festen Kursen unter fairen Bedingungen
erhalten. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass alle Totalisator- und
Buchmacherwetten - auch die auf ausländische Rennereignisse - wieder in
Deutschland gehalten und hier fair besteuert werden.
Nach Auffassung des HVT wird die Pferdewette auch um weitere Regelungen im
Hinblick auf Themen wie Suchtprävention, Jugend- und Spielerschutz etc.
nicht herum kommen, will man eine kohärente und damit auch für die Zukunft
belastbare Basis für Zucht und Sport schaffen. Dabei muss jedoch das
individuelle Gefährdungspotenzial berücksichtigt werden. Dieses fällt nach
einer Studie der Universität Hohenheim bei Pferdewetten deutlich geringer
aus als bei anderen Glücksspielformen.
In ihrer Bereitschaft, die Themen Auslandswetten“ sowie sonstige bisher
nicht im Rennwett- und Lotteriegesetz erfasste Punkte unter
Berücksichtigung der Spezifika von Pferdewetten angemessen regeln zu
lassen, unterscheidet sich die deutsche Traberzucht klar von der Position,
die vom DVR - der Schwesterorganisation im Galopprennsport - in den
letzten Wochen gegenüber Politik und Medien vertreten wurde.
"Es ist Augenwischerei von einigen im Rennsport zu glauben, man könne
weiterhin Wetten steuerbegünstigt ins Ausland verschieben und den Status
Quo erhalten. Das geht auf Kosten des staatlich gewollten
Totalisatorsystems und der wenigen in Deutschland noch verbliebenen
Buchmacher“, betonte HVT-Präsident Heinz Tell. "Vor allem entspricht dies
nicht den wirklichen Bedürfnissen der deutschen Pferdezucht, da die jetzt
geübte Praxis bereits dazu geführt hat, dass der Pferderennsport in
Deutschland stark gefährdet ist. Um eine kohärente Regelung wird man nicht
herum kommen. Das DVR täte gut daran, gemeinsam mit Politik und Verwaltung
nach konstruktiven Lösungen zu suchen, statt medial wild um sich zu
schlagen und von eigenen Versäumnissen abzulenken. Dies ist nicht der Stil
des Trabrennsports.“
Jetzt geht´s ums Überleben!
Am 6. April (Mittwoch) wollen die Ministerpräsidenten der Bundesländer einen neuen Glücksspielstaatsvertrag auf den Weg bringen. Es geht den Ländern darum, das lukrative Monopol auf Lotto und Sportwetten den Liberalisierungsvorgaben der EU zu entziehen.
Tritt die im Moment favorisierte Vertrags-Version in Kraft, und wird dadurch das den Pferde-Rennsport regelnde Rennwett- und Lotteriegesetz gestrichen, bedeutet dieses das Ende von Pferderennen in Deutschland, so wie wir sie kennen und lieben.
Während der Traber-HVT sich mal wieder in Schweigen hüllt, haben die Galopper zumindest in letzter Minute eine Rettungsaktion gestartet. Da sollte jeder Pferderennfreund mitmachen.
Mach mit! Und kläre deinen Ministerpräsidenten über die Folgen einer Fehlentscheidung auf!
Hier ist das Aktions-Formular
GOTTFRIED SCHALOW schreibt dazu in der Mitteldeutschen Zeitung u.a.:
Es mutet wie ein schlechter Scherz an, knapp am ersten April vorbei. Der Vergleich einer Pferderennbahn mit der Spielhölle an der Ecke, dort, wo tatsächlich tagaus, tagein beträchtliche Vermögen von Glücksspielautomaten mit schaurig-schönen Namen wie einarmiger Bandit geschluckt werden. Dort, wo enorme Suchtgefahr lauert. Dort, wo staatliche Kontrolle notwendig ist. Aber genau in dieser Ecke steht künftig auch die Pferderennbahn, sollte der neue Glücksspielstaatsvertrag auf der Konferenz der Ministerpräsidenten am Mittwoch in Berlin tatsächlich in seiner angedachten Form beschlossen werden. Eine Entscheidung, die für Pferderennen katastrophale Folgen hätte.
Albrecht Woeste, der Präsident des Direktoriums für Vollblutzucht und Rennen in Deutschland: "Es zeichnet sich ab, dass mit der Neuregelung das alte Rennwett- und Lotteriegesetz unter den Tisch fällt. Damit wären Galopprennen nicht mehr durchführbar. Dabei gibt es keine Sportart in Deutschland. bei der so viele Familien zusammen an einem Nachmittag ihre Freizeit im Freien verbringen."
Der Pferde-Rennsport könnte sich nicht mehr selbst finanzieren, weil die gesamte Branche von einem seit 1922 festgeschriebenen Steuerprivileg lebt. "Die Entwürfe zum neuen Staatsvertrag würden uns wirtschaftlich den Boden unter den Füßen wegziehen", sagt Woeste.
Manfred Ostermann, Präsident der deutschen Vollblutzüchter und Besitzer, malt ein düsteres Bild: "Es würde zu einem Ausverkauf bereits geborener Tiere kommen. Deren Wert würde schlgartig sinken, zum Teil unter den Preis, den Ross-Schlachter in Polen und Frankreich bieten. Wir müssten für rund 7500 Pferde Gnadenhöfe finden."
Und wenn Rennbahnen tatsächlich noch durchhalten könnten, kämen kaum Besucher. Personen unter 18 Jahren hätten keinen Zutritt mehr. Und alle Besucher müssten damit rechnen, dass sie in eine Datei für suchtgefährdete Spieler aufgenommen werden.
Spannende Championatskämpfe 2010:
Nur der Silberhelm ist noch umstritten
Mönchengladbach (mspw) - Zwei Jahre musste Berufs-Trabrennfahrer Roland Hülskath aus Mönchengladbach den Goldhelm des Deutschen Meisters im Schrank lassen. Zur nächsten Saison darf der 35jährige die glänzende Kopfbedeckung wieder aufsetzen. Das steht jetzt schon fest. Denn in Deutschland wird bis Jahresende nur noch an sieben Tagen veranstaltet. Damit ist Hülskath sein dritter Titelgewinn nach 2006 und 2007 nicht mehr zu nehmen. Uneinholbare 50 Punkte beträgt sein Vorsprung auf Titelverteidiger Michael Nimczyk aus dem benachbarten Willich. Exakt 183 Siege hat Hülskath auf seinem Konto. In der letzten Saison waren es 162. Die Anzahl der Fahrten ist dabei nahezu gleich geblieben. War Hülskath 2009 bei 756 Rennen dabei, waren es 2010 sogar 776 Rennen. Damit war er diesmal auch der fleißigste Fahrer.
Während Gold vergeben ist, gibt es im Kampf um den Silberhelm wohl eine Millimeter-Entscheidung. Aktuell hat Michael Nimczyk mit 133 Punkten (Vorjahr: 167) gegenüber Rekord-Champion Heinz Wewering (Berlin), der 131 Treffer (Vorjahr: 118) auf seinem Konto hat, knapp die Nase vorn. Allerdings fährt Wewering seit Wochen in Top-Form. Vier, fünf oder sogar sechs Siege an einem Renntag waren in den letzten Wochen die Regel. Das Problem für Wewering: Langsam gehen ihm die Renntage aus. Schnee und Eis könnten außerdem dafür sorgen, dass einige Veranstaltungen kurzfristig abgesagt werden müssen.
Wewering benötigte für seine 131 Siege im Vergleich zu Nimczyk weniger Fahrten. 489 Mal (Vorjahr: 405) stieg der gebürtige Münsterländer, der inzwischen bei Ulrich Mommert in Berlin angestellt ist, in den Sulky. Nimczyk benötigte für seine Erfolge 725 Fahrten. Im Vergleich zu 2009 reduzierte der Champion der letzten beiden Jahre seine Starts deutlich. In der vorherigen Saison war Nimczyk noch in 957 Rennen an den Start gegangen.
Trainer-Championat: Roman Matzky erneut auf Rang eins
Im Trainer-Championat liegt Roman Matzky aus Schöneiche mit uneinholbarem Vorsprung auf Rang eins. Nach dem Premieren-Titel im letzten Jahr (101 Siege) konnte der 47jährige auch diesmal wieder als einziger Trainer die Marke von 100 Treffern knacken. Aktuell liegt er bei 102 Punkten. Bemerkenswert: 2009 starteten die Matzky-Traber 559 Mal, in dieser Saison nur 467 Mal.
Während Michael Nimczyk bei den Fahrern noch um Silber kämpfen muss, hat sein Vater Wolfgang (Willich) den erneuten Vize-Titel bei den Trainern so gut wie sicher. Mit 83 Siegen (Vorjahr: 85) hat er zehn Zähler Vorsprung auf Gerd Holtermann (Bladenhorst). Chancen auf Rang drei hat noch der Berliner Manfred Zwiener, der mit 70 Erfolgen nur drei Punkte Rückstand auf Holtermann aufweist.
Günter Herz gewinnreichster Besitzer und Züchter
Bei den gewinnreichsten Besitzern ist es praktisch sicher, dass das Gestüt Lasbek von Günter Herz diesmal den Spieß gegenüber dem Oberhausener Unternehmer Detlef Tappe umdreht. Mit 346.156 Euro führt Lasbek vor Tappe (337.243 Euro). Sowohl das Gestüt Lasbek als auch Tappe steigerten ihre Gewinnsummen im Vergleich zu 2009 deutlich. In der abgelaufenen Saison hatte Tappe mit 256.170 Euro gegenüber dem Gestüt Lasbek (213.016 Euro) die Nase vorn. Entscheidenden Anteil am Erfolg der beiden Top-Besitzer haben die Paradepferde Brioni (Lasbek) und der 2008-Derbysieger Nu Pagadi (Tappe). Nu Pagadi hat die Saison freilich schon beendet, nachdem er sich beim letzten Start in Paris-Vincennes (Rang sieben) eine leichte Bein-Verletzung zugezogen hatte.
In der aktuellen Besitzer-Rangliste belegt Karin Elias, die Lebensgefährtin des in Schweden tätigen Conrad Lugauer, Platz drei. Nur ein Pferd brachte Elias so weit nach oben. Ihr Spitzen-Traber Copper Beech verdiente in diesem Jahr 226.898 Euro. Allein für den Sieg im Finale des Olympiatravet im April auf der Bahn im schwedischen Aby flossen 143.554 Euro auf das Konto von Karin Elias.
So gut wie sicher hat der neue Besitzer-Champion Günter Herz auch das Züchter-Championat. 543.963 Euro Preisgeld verdienten die Traber aus der Zucht des Gestüts im norddeutschen Lasbek. Titelverteidiger Dr. Friedrich Gentz (Gestüt Westerau) muss sich diesmal mit 503.520 Euro mit Rang zwei zufrieden geben. Mit großem Abstand folgt Heinrich Platvoet (Ascheberg/237.436 Euro) auf Platz drei. Platvoet stellte in diesem Jahr mit Unikum den Derby-Sieger.
Raspe vor dem ersten Titel - Schwarma erneut bester Lehrling
Das erste Championat als Deutschlands erfolgreichste Trabrenn-Amateurfahrerin ist für Silvia Raspe zum Greifen nah. Die 24-Jährige aus Weeze-Wemb führt mit 32 Siegen die Wertung an und hat den bisher größten Erfolg ihrer Karriere fest im Visier. Sieben Punkte beträgt der Vorsprung auf André Pögel (Baruth). Rang zwei, drei und vier sind aber noch nicht fest vergeben. Pögel (25 Siege) liegt zwei Punkte vor der vielfachen Amateur-Championesse Rita Drees (Gronau-Epe), die bisher 23 Rennen gewonnen hat. Mit 22 Siegen kann auch noch Jörg Hafer (Gelsenkirchen) in der Rangliste klettern.
Erneut bester Lehrlingsfahrer ist Tim Schwarma (Weeze). Mit 24 Punkten rangiert er klar vor Stephanie Kolenda (Straubing/vier Siege) und Luisa Ehrig (Tostedt/drei). Schwarma konnte seine Vorjahres-Ausbeute von elf Erfolgen mehr als verdoppeln.
Das Trabreit-Championat dominiert Cathrin Nimczyk (Willich). 17 Siege stehen für die jüngere Schwester von Michael Nimczyk in der Sattel-Disziplin zu Buche. Vorjahres-Championesse Marisa Bock (Neuching) hat als Zweite elf Zähler auf dem Konto.
Rücktritt von Max Stadler
Der HVT informiert: "Max Stadler ist nach der Präsidiumssitzung am 6. Juli 2010 aus persönlichen Gründen mit sofortiger Wirkung von seinem Amt als Präsident des HVT zurückgetreten. Er sprach dem Präsidium seinen Dank für die vertrauensvolle Zusammenarbeit aus. Weiterhin bedankte er sich ausdrücklich bei der Familie Herz für das enorme Engagement bei der Rettung von Traberzucht und Trabrennsport in Deutschland.
Das Präsidium bedauert den Rücktritt von Max Stadler außerordentlich und bedankt sich für sein herausragendes Engagement und seine stete Bereitschaft, auch unbequeme Entscheidungen zu fällen und diese konsequent durchzusetzen."
Ergänzend teilt der Media Sportservice West (mspw) mit, dass die HVT-Geschicke von den beiden stellvertretenden Präsidenten
Heinz Tell (Berlin) und Maren Hoever (Mönchengladbach) als
geschäftsführender Vorstand geleitet werden. Dem Präsidium, dessen Amtsperiode
noch bis 2011 andauert, gehören weiterhin die Beisitzer Ulrich Mommert
(Brammer) und Ingo Müller (Alveslohe) an.
Wir bedauern die persönliche Entscheidung von Max Stadler
außerordentlich. Er war ein herausragender Präsident, der den HVT in
schwierigen Zeiten mit sicherer Hand geführt hat,
betonte Heinz Tell:
Wir haben versucht, ihn umzustimmen, mussten letzten Endes aber seine
Entscheidung respektieren.
HVT-Präsidiumsmitglied Mommert: Es bleibt beim neuen Derby-Modus
Endgültig: Derby wird zweigeteilt
Hamburg (mspw) - Das Deutsche Traber-Derby 2010 wird definitiv mit einem neuen Modus ausgetragen und zwar an zwei aufeinander folgenden Wochenenden im Juli und Anfang August. Das erklärte HVT-Präsidumsmitglied Ulrich Mommert, auch Präsident des ausschreibenden Trabrennvereins Berlin-Mariendorf, nach dem nahezu einstimmigen Votum auf der Mitgliederversammlung des Traberdachverbandes HVT in Hamburg. Mommert: Wir belassen es in diesem Jahr bei dem neuen Austragungsmodus, gegen den zuletzt Stimmen laut geworden waren.
Mommert weiter: Ich habe mir die Entscheidung bis zur Mitgliederversammlung offen gehalten. Wäre heute deutlich geworden, dass sich eine Mehrheit für den alten Modus aussprechen würde, dann hätte ich auch keine Probleme gehabt, mich dieser Mehrheit anzuschließen.
Die Vorläufe für das Traber-Derby 2010 finden demnach am Wochenende 24./25. Juli, die Endläufe am Wochenende 31. Juli/1. August statt. Dabei werden die Rennen zum Stuten-Derby jeweils samstags (24. und 31. Juli), die Vorläufe und das Finale zum Traber-Derby jeweils sonntags (25. Juli und 1. August) ausgetragen.
Ulrich Mommert wartete bei der HVT-Mitgliederversammlung, die in den Räumen der renovierten Tribüne auf der Trabrennbahn in Hamburg-Bahrenfeld stattfand, mit einem besonderen Bonbon auf: Es ist vorgesehen, am Finaltag ein zusätzliches Rennen mit einer Dotierung von 30.000 Euro anzubieten. Darin können alle Pferde starten, die sich nicht für die Finalläufe der Stuten und Hengste qualifiziert haben.
Diese Überlegungen entstanden in Berlin, nachdem die Trostläufe in den letzten Jahren nicht mehr den erhofften Zuspruch gefunden hatten,
erläuterte Ulrich Mommert. Der BTV-Vorsitzende hofft, in Kürze einen Vertrag mit einem Sponsor für das zusätzliche 30.000 Euro-Rennen vorlegen zu können.
Auf der HVT-Versammlung wurde die Empfehlung ausgesprochen, das Derby ab 2011 in einem 14-Tage-Rhythmus zwischen Vorläufen und Finale auszutragen, weil das für die Schonung der jungen dreijährigen Pferde wohl die beste Möglichkeit sei.
HVT-Präsident Max Stadler kündigte an: Wir werden uns nach dem Derby 2010 zusammensetzen und genau analysieren, ob wir auf dem richtigen Weg sind. Unser Fernziel ist es aber auch, darauf hinzuarbeiten, das Derby besser vermarkten zu können, auch bei einem deutschen TV-Sender. Das geht nur, wenn die Starterfelder für das Finale vorab bekannt sind.
HVT-Präsident Stadler: Durch Kontaktpflege noch besser werden
Bald im Angebot: Regionalkonferenzen,
Jährlingsschauen und die Hall of Fame
Hamburg (mspw) - Der deutsche Trabrennsport will sich durch intensivere Kontaktpflege in Zukunft noch besser mit den Anhängern des Sports verständigen. So bald wie möglich soll es deswegen Regionalkonferenzen und Jährlingsschauen geben. Das kündigte Max Stadler (Zwiesel), Präsident des Traberdachverbandes (HVT) bei der Mitgliederversammlung, die diesmal auf der Trabrennbahn in Hamburg-Bahrenfeld stattfand, so schnell wie möglich
an. Stadler: Wir sollten uns miteinander austauschen.
Außerdem plant der traditionsreiche Sport stufenweise die Einführung einer Hall of Fame, um verdiente und herausragende Persönlichkeiten, die sich als Protagonisten des Trabrennsports verdient gemacht haben, in gebührendem Rahmen zu ehren.
Auf dem Weg zu dieser Halle der Berühmtheiten
soll baldmöglichst eine Kommission ins Leben gerufen werden, die eine erste Vorschlagliste verdienter Persönlichkeiten des Sports erstellt. Zuspruch erhofft man sich durch Publikation über das Internet. Als Fernziel möchte der Dachverband eine Art Museum für herausragende Personen des Trabrennsports verwirklichen.
Regionalkonferenzen sind in vier Regionen geplant: In Hamburg, Berlin, Bayern und im Westen.
Durch das Anbieten von Jährlingsschauen soll der Traberzucht mehr Beachtung zukommen. Stadler verband diese Pläne mit dem dringenden Appell: Wir müssen wieder mehr Rennpferde züchten.
Mit der Umsetzung dieser auf die Zukunft gerichteten Aktivitäten soll nach den Vorstellungen des HVT-Präsidenten möglichst noch in diesem Jahr begonnen werden.
Dass noch in vielen Sparten Nachholbedarf besteht, wurde aus den Zahlen deutlich, die das von den Mitgliedern – bei eigener Enthaltung - einstimmig entlastete Präsidium vorlegte. Die Zahl der Startpferde, die noch 2003 bei 5.715 lag, ist um fast zwei Drittel zurückgegangen. Die Fohlengeburten (2003 noch bei 1.505) lagen 2008 nur noch bei 566, haben aber im letzten Jahr auf 611 wieder angezogen. Das gilt auch für die Zahl der Deckhengste-Nennungen für die Breeders Crown. Die hatte 2003 bei 711 gelegen, war dann 2008 auf 271 abgestürzt, zog dann aber 2009 wieder auf 333 an.
Dass man sich auf guten Ansätzen zur Trendwende nicht ausruhen dürfe, machte Max Stadler auch an der Entwicklung der Wettumsätze deutlich. Dem Absturz von einst 114,56 Millionen Euro im Jahre 2003 auf 25,33 Millionen im Jahr 2008, so Stadler, sei die Wendemarke auf 28,58 Millionen für 2009 gefolgt (ohne Berlin-Karlshorst und Pfaffenhofen sowie für die Dauer von einigen Monaten auch ohne Hamburg).
Im laufenden Jahr habe dieser positive Trend bisher allerdings nicht angehalten. Man sei aber optimistisch, durch neue Vertriebspartner und Strukturen einen positiven Trend wieder erreichen zu können.
Gut angenommen worden seien die mit zusätzlichen Züchterprämien (15 Prozent) ausgestatteten Zirkel-Rennen, bei denen nun auch ältere Pferde, vor allem Stuten, in Deutschland wieder mehr Geld verdienen können. Damit sei ein deutliches Zeichen gesetzt worden, betonte Stadler, um die Flucht ins Ausland zu bremsen.
In diesem Zusammenhang erwähnte der HVT-Präsident die deutlich angehobenen Grundrennpreise in Berlin-Mariendorf, bedauerte aber, dass das noch nicht überall möglich ist.
Als deutlichen Fortschritt bezeichnete Stadler die Neueinführung des Amateurtrainer-Status. In der Vergangenheit habe es 800 Besitzertrainer gegeben. Die Entwicklung sei aus dem Ruder gelaufen. Jetzt seien aktuell circa 350 Amateurtrainer lizenziert. Sie hatten kürzlich Prüfungen abgelegt. Davon seien lediglich Personen ausgenommen gewesen, die auf mehr als 100 Siege verweisen konnten.
Bei der Regelung, laut der den Amateurtrainern zugestanden wurde, auch bis zu fünf fremde Pferde zu trainieren, betonte Stadler wichtige Komponenten. Amateurtrainer, die fremde Pferde trainieren, verlieren dadurch ihre Amateurfahrerlizenz, weil sie dafür Entgelt erhalten.
Darüber hinaus habe sich der HVT europaweit konform verhalten.
Der HVT-Präsident sprach von einem deutlichen Fortschritt. Die Neuregelung habe dazu geführt, dass bundesweit nur noch 70 bis 80 fremde Pferde bei Amateurtrainern stehen.
Schließlich erwähnte Stadler auch die äußerst intensiven Bemühungen und Aufwendungen des Verbandes in Sachen Dopingbekämpfung. 311.000 Euro habe man dafür 2009 zur Verfügung gestellt und dabei ungemein viel erreicht.
Eine wissenschaftliche Studie durch die Kölner Sporthochschule sei sehr kostenintensiv, doch in dieser Phase eine ganz bedeutende Investition gewesen. Nach diesen Anlaufkosten werde man dennoch weiter auf der Hut sein
und 2010 im Haushalt noch beachtliche 200.000 Euro einplanen.
Nicht angenommen wurde ein Antrag des persönlichen HVT-Mitglieds Alwin Schockemöhle (Mühlen). Der erfolgreiche Besitzer des inzwischen eingegangenen Jahrhundert-Deckhengstes Diamond Way hatte den Antrag gestellt, seinem Deckhengst entgegen den bisherigen Vorschriften auch über 2010 hinaus noch eine Möglichkeit einzuräumen, weiterhin als Deckhengst geführt zu werden. Geschätzt wird, dass aus dem vorliegenden Gefriersamen noch mindestens 200 Stuten gedeckt werden könnten. Dafür fand sich unter den Züchtern auf der HVT-Mitgliederversammlung nicht die nötige Mehrheit.
HVT-Präsident Stadler zu Protesten gegen neuen Derby-Modus
Weltweiter Regelung angepasst:
Für die Schonung junger Pferde
Berlin (mspw) - Sehr ausführlich nimmt Max Stadler, Präsident des Traberdachverbandes HVT, zu den Protesten Stellung, Derby-Vorläufe und Endläufe nicht mehr an einem Tag, sondern mit einem Abstand von einer Woche in Berlin-Mariendorf auszutragen.
Vier Monate vor dem Deutschen Traberderby 2010 gibt es plötzlich Stimmen, die sich gegen eine Zweiteilung des Derbys wenden, wie sie bereits im März 2009, also vor mehr als 13 Monaten, auf Antrag des Berliner Trabrennvereins BTV beschlossen und auch im August 2009 mit der Bekanntgabe aller gehobenen Rennen durch den HVT veröffentlicht wurde.
Der Genehmigung hat der Traberdachverband HVT seinerzeit unter folgender Bedingung zugestimmt: Der BTV verpflichtet sich, allen Besitzern, die ihre Pferde wegen des neuen Austragungsmodus zurückziehen wollen, getätigte Einsätze zurück zu zahlen.
Diese Verpflichtung konnte selbstverständlich aus Gründen der sportlichen Fairness und der Planungssicherheit für alle Beteiligten nicht bis in alle Ewigkeit gelten.
Spätestens mit der Veröffentlichung der Termine am 28. August 2009 war allen Beteiligten klar, dass die Vorläufe eine Woche vor den Endläufen stattfinden werden. Bis vor einigen Tagen wurde kein einziger Rückzahlungsantrag wegen bereits geleisteter Einsätze gestellt!
Ich möchte noch einmal die stichhaltigen Gründe für den neuen Austragungsmodus anführen:
Um die jungen Pferde zu schonen, wurde inzwischen weltweit in allen wichtigen Trabernationen davon Abstand genommen, Vor- und Endläufe in den Dreijährigen-Derbys an einem Tag auszutragen, sondern sie zeitlich in vertretbarem Rahmen zu trennen. Warum sollten wir uns diesen Erkenntnissen, die der Entwicklung und Gesundheit unserer Pferde dienen, verschließen?
Das Derby soll besser vermarktet werden, beispielsweise auch im Ausland über die Wettanbieter PMU und ATG. Das ist nur möglich, wenn einige Tage vor der Austragung das Starterfeld feststeht und von den relevanten Stellen veröffentlicht werden kann. Wird das nicht gewährleistet, ist eine Vermarktung, wie ich sie oben geschildert habe, nicht möglich.
Diskussionen über Neuerungen wird und soll es immer geben. Es kann aber nicht sein, dass mehr als ein Jahr nach Bekanntgabe des neuen Austragungsmodus nun plötzlich Fragen aufgeworfen oder Forderungen gestellt werden, die für Irritationen bei der überwiegenden Zahl unserer Besitzer führen. Es darf in diesem Zusammenhang auch die Frage gestellt werden, weswegen nicht schon vor rund einem Jahr reagiert worden ist. Argumente für oder gegen einen neuen Modus waren seitdem bekannt und haben sich auch nicht verändert.
Max Stadler, HVT-Präsident
HVT-Präsident Max Stadler in Paris ohne Gegenstimme berufen
Deutschland wieder im UET-Präsidium
Paris/Berlin (mspw) - Der deutsche Trabrennsport ist nach einigen Jahren
Abstinenz wieder im höchsten Gremium des europäischen Traber-Dachverbandes
UET (Union Europeenne du Trot) vertreten. Bei der Generalversammlung in
Paris wurde Max Stadler (Frauenau), Präsident des Hauptverbandes für
Traber-Zucht (HVT), ohne Gegenstimme in das UET-Präsidium (Board)
berufen. Als Präsident wurde der Schwede Patrik Sandin im Amt bestätigt.
Dass Deutschland jetzt auf höchster europäischer Ebene vertreten ist,
unterstreicht den Stellenwert, den der deutsche Trabrennsport wieder
erreicht hat,
sagte Stadler, der gemeinsam mit HVT-Vizepräsident Heinz
Tell (Berlin) vor Ort war.
Das UET-Komitee für Europäische Fragen berichtete während der Versammlung
über seine Bemühungen, die Europäische Kommission, das EU-Parlament und
die Regierungen der einzelnen Länder darüber zu unterrichten, dass bei
einer unkontrollierten Freigabe des Glücksspielmarktes weder
Rennpreis-Aufkommen noch Züchter-Prämien auf jetzigem Niveau zu halten
wären. Das gemeinsame Ziel aller Trabrennsport veranstaltenden UET-Länder
müsse es sein, die Wetten in die jeweiligen Totalisatorsysteme zu lenken,
um neben Trabrennsport und -Zucht damit auch tausende Arbeitsplätze in
Europa zu erhalten.
Im Europäischen Rennkalender ist Deutschland 2010 auf höchster Ebene
(Europa-Gruppe I) mit dem Traber-Derby (Dotierung ca. 300.000 Euro) am 1.
August in Berlin-Mariendorf und dem Großen Preis von Deutschland für
Vierjährige am 17. Oktober in Gelsenkirchen um mindestens 150.000 Euro
vertreten. In die zweithöchste Kategorie (Europa-Gruppe II) wurden das
Stuten-Derby (31. Juli in Berlin) und die Breeders Crown
(Züchter-Krone)-Hauptläufe für die fünf- bis siebenjährigen Traber Anfang
November in Gelsenkirchen eingestuft.
Der Große Preis der UET für die besten Vierjährigen in Europa wird in
diesem Jahr unter französischer Verantwortung am 10. Oktober in Le Croise
Laroche, in der Nähe von Lille gelegen, stattfinden. Im nächsten Jahr wird
die Schweiz in Avenches das Rennen veranstalten und für 2012 ist
Deutschland von der UET-Generalversammlung mit der Ausrichtung dieses
großen und traditionsreichen Rennens betraut worden. Die Vorläufe dazu
werden in Paris und im schwedischen Solvalla ausgetragen.
Als 19. Mitgliedsland wurde schließlich Serbien einstimmig in die
Dachorganisation des europäischen Trabrennsports aufgenommen.

Traber-Bilanz 2009: HVT meldet positive Umsatz-Entwicklung
Nu Pagadi verdiente am meisten
Berlin (mspw) - Der läuft sogar auf dem Mond,
hatte der schwedische
Spitzen-Fahrer Erik Adielsson (Malmö) nach seinem Triumph mit
Ex-Derbysieger Nu Pagadi im Großen Preis von Deutschland Mitte Oktober in
Gelsenkirchen über seinen Schützling gesagt. Satte 82.392 Euro gewann das
Juwel der deutschen Traber-Zucht
(Adielsson) damals für seinen Besitzer,
den Oberhausener Unternehmer Detlef Tappe. Insgesamt brachte Tappes
Mondläufer 2009 satte 213.528 Euro an Prämien mit in den Stall zurück
und war damit das gewinnreichste deutsche Trabrennpferd. Der fünfjährige
Hengst schraubte seine Gesamt-Gewinnsumme durch seine neuerlichen Erfolge
2009 auf aktuell 305.728 Euro.
Außerdem sorgte Nu Pagadi dafür, dass Tappe in der Statistik der
gewinnreichsten Besitzer 2009 erstmals auf Rang eins landete. Er gewann
mit seinen Pferden bei insgesamt 47 Starts 256.170 Euro, war damit von
Platz eins nicht zu verdrängen. Das Gestüt Lasbek des Hamburgers Günter
Herz (212.059 Euro/75 Starts) und Marion Jauß aus Neritz (196.234 Euro/166
Starts) belegten die Plätze zwei und drei. Besonders bemerkenswert: Allein
das Preisgeld von Nu Pagadi im vergangenen Jahr hätte gereicht, um die
Besitzer-Statistik – wenn auch nur knapp – zu Gunsten von Detlef Tappe zu
entscheiden. Die nackten Zahlen freilich sind Netto-Ergebnisse.
Berücksichtigt werden muss auch, dass die Kosten für so engagierte
Besitzer nicht gerade von Pappe sind.
Der Löwenanteil der Gewinnsumme von Günter Herz ging auf das Konto des
Spitzen-Trabers Brioni, der in der abgelaufenen Saison 142.991 Euro
verdiente. Den deutschen Fans dürfte besonders Brionis erster Auftritt
in Deutschland am Breeders Crown-Wochenende Anfang
November in Gelsenkirchen in Erinnerung geblieben sein, als der
siebenjährige Hengst im Hauptlauf für fünf- bis siebenjährige Hengste und
Wallache nicht zu schlagen war.
In der Besitzer-Rangliste mischten auch die Niederländer kräftig mit. Von
den 20 gewinnreichsten Besitzern der Saison 2009 stammen sieben aus dem
Nachbarland. Mit 166.245 Euro Gewinnsumme bei 19 Starts führte die Gerrits
Recycling Group der Brüder Willem und Leendert Gerrits, denen unter
anderem Derby-Sieger Zar As gehört, die Tabelle der Niederländer an,
landete insgesamt auf Platz vier. Allein die Erfolge von Zar As brachten
158.330 Euro auf das Konto der Gerrits.
Die meisten Starter bot 2009 Ulrich Mommert aus Berlin auf. Seine Pferde
verdienten bei 394 Auftritten 82.886 Euro. Das reichte im
Besitzer-Championat für Platz 15. Lediglich zehnmal schickte die
Besitzer-Gemeinschaft Jürgen Franzen (Bremen) und Stall November (Michael
Schröer/Unna) ihren Orso November an den Start. Mit Prämien von 157.950
Euro bescherte er seinen Besitzern in der Statistik Rang fünf.
Die Umsatz-Entwicklung war 2009 positiv. Denn vor allem der
aussagekräftige Umsatz pro Rennen konnte im Bereich des Hauptverbandes für
Traber-Zucht (HVT) deutlich gesteigert werden. Waren 2008 bei insgesamt
2.500 Prüfungen im Schnitt 10.141,94 Euro umgesetzt worden, waren es 2009
bei 2.340 Rennen durchschnittlich 11.303,12 Euro. Das entspricht einer
Steigerung um 11,45 Prozent!
Obwohl 2009 auf den HVT-Bahnen exakt 160 Rennen weniger ausgetragen wurden
als im Jahr zuvor, stieg auch der Gesamtumsatz erstmals seit vielen Jahren
wieder an. Insgesamt 26.449.310 Euro flossen durch die Totokassen, was
einen Zuwachs von etwas über einer Million Euro oder um 4,32 Prozent
ausmacht.
Für diese Steigerung sorgte der weiter angewachsene Anteil des
Außenumsatzes. So wurden 2009 insgesamt 16.456.920 Euro außerhalb der
Rennbahnen gewettet (Vorjahr: 14.243.254). Pro Rennen waren das 7.032 Euro
(Vorjahr: 5.697 Euro), also 23,4 Prozent mehr als 2008.
Der Bahnumsatz ging 2009 nur leicht zurück. An 236 Veranstaltungstagen
(2008: 249) wurden 10.711.876 Euro (Vorjahr: 11.111.587 Euro) auf den
Trabrennbahnen selbst umgesetzt. Im Schnitt wurden damit von den Besuchern
pro Rennen 4.270 Euro (Vorjahr: 4.444 Euro) gewettet.
Noch nicht berücksichtigt sind dabei die Umsätze auf der Trabrennbahn in
Hamburg-Bahrenfeld, die in den Jahren zuvor unter der Regie der Deutschen
Traberliga veranstaltet hatte und erst seit dem 1. Januar 2010 vom
HVT-Partner Win Race vermarktet wird.
Lehrgänge mit abschließender Prüfung noch in diesem Jahr:
Statt Besitzertrainer nur noch Amateurtrainer
Der Hauptverband für Traberzucht (HVT) schafft den Besitzertrainer zum Jahresende ab und führt für das Jahr 2010 den Amateurtrainer-Schein ein, der vor allen Dingen weniger den Amateuren als vielmehr all jenen Berufsfahrern zugute kommt, die bisher die normale Trainerprüfung nicht geschafft haben. Damit wird die wohl größte Klippe bei Haltung und Training von Trabpferden beseitigt, weil endlich anstelle vieler gefuckelter Nachweise nur noch Tatsachen in den Rennprogrammen stehen können. Auch die genehmigte Betreuungsmöglichkeit für Pferde wird wesentlich erweitert. Der neue Amateurtrainer darf nicht nur Pferde in seinem Alleinbesitz, sondern auch noch fünf Pferde eines weiteren Besitzers aufnehmen. Das klingt wie maßgeschneidert, dürfte den Berufsfahrern ohne Trainerschein aber wohl doch zu wenig sein. Maßgeschneidert mutet auf alle Fälle an, dass man den Berufsfahrern den Amateurschein ohne Prüfung geben will. Da gab es bisher gehörige Ausfall-Quoten.
Wörtlich heißt es:
Ein Ausweis für Amateurtrainer kann gem. § 21 B TRO ab dem 1. Januar 2010 erteilt werden und ersetzt sodann die bis dahin geltende Besitzertrainerregelung, wenn der Antragsteller im Besitzerregister des HVT als alleiniger Besitzer eines Pferdes eingetragen ist und das Anerkennungsverfahren mit positivem Ergebnis abgeschlossen ist. Der Ausweis für Amateurtrainer ist jährlich zu beantragen und berechtigt den Inhaber zum Training von Pferden in seinem Alleinbesitz oder in alleinigem Familienbesitz sowie höchstens fünf Pferden eines weiteren Besitzers oder einer Besitzergemeinschaft. Ein Wechsel dieses Besitzers während eines Kalenderjahres ist nicht möglich. Pferdewirte mit dem Berufsabschluss "SCHWERPUNKT TRABRENNFAHREN" sowie Amateurfahrer mit mehr als 100 Siegen auf A- und B-Bahnen können diesen Ausweis ohne Absolvierung einer Prüfung beantragen.
Der HVT wird noch im Laufe dieses Jahres Amateurtrainer-Lehrgänge mit abschließender Prüfung in allen Regionen an unterschiedlichen Terminen anbieten. Die Teilnahme am Lehrgang beruht auf freiwilliger Basis, die Absolvierung der Prüfung mit Erfolg ist jedoch obligatorisch für die Erteilung eines Amateurtrainer-Ausweises. Um die notwendige Anzahl der Lehrgänge am tatsächlichen Bedarf ausrichten zu können, werden alle Interessierten gebeten, sich in der Geschäftsstelle des HVT bis zur Ausschlussfrist 15. September 2009 verbindlich anzumelden, danach werden die Lehrgangs- und Prüfungstermine festgesetzt und bekannt gegeben.