Zuletzt bearbeitet: 12.02.2010
HVT-Präsident Max Stadler in Paris ohne Gegenstimme berufen
Deutschland wieder im UET-Präsidium
Paris/Berlin (mspw) - Der deutsche Trabrennsport ist nach einigen Jahren
Abstinenz wieder im höchsten Gremium des europäischen Traber-Dachverbandes
UET (Union Europeenne du Trot) vertreten. Bei der Generalversammlung in
Paris wurde Max Stadler (Frauenau), Präsident des Hauptverbandes für
Traber-Zucht (HVT), ohne Gegenstimme in das UET-Präsidium (Board)
berufen. Als Präsident wurde der Schwede Patrik Sandin im Amt bestätigt.
Dass Deutschland jetzt auf höchster europäischer Ebene vertreten ist,
unterstreicht den Stellenwert, den der deutsche Trabrennsport wieder
erreicht hat,
sagte Stadler, der gemeinsam mit HVT-Vizepräsident Heinz
Tell (Berlin) vor Ort war.
Das UET-Komitee für Europäische Fragen berichtete während der Versammlung
über seine Bemühungen, die Europäische Kommission, das EU-Parlament und
die Regierungen der einzelnen Länder darüber zu unterrichten, dass bei
einer unkontrollierten Freigabe des Glücksspielmarktes weder
Rennpreis-Aufkommen noch Züchter-Prämien auf jetzigem Niveau zu halten
wären. Das gemeinsame Ziel aller Trabrennsport veranstaltenden UET-Länder
müsse es sein, die Wetten in die jeweiligen Totalisatorsysteme zu lenken,
um neben Trabrennsport und -Zucht damit auch tausende Arbeitsplätze in
Europa zu erhalten.
Im Europäischen Rennkalender ist Deutschland 2010 auf höchster Ebene
(Europa-Gruppe I) mit dem Traber-Derby (Dotierung ca. 300.000 Euro) am 1.
August in Berlin-Mariendorf und dem Großen Preis von Deutschland für
Vierjährige am 17. Oktober in Gelsenkirchen um mindestens 150.000 Euro
vertreten. In die zweithöchste Kategorie (Europa-Gruppe II) wurden das
Stuten-Derby (31. Juli in Berlin) und die Breeders Crown
(Züchter-Krone)-Hauptläufe für die fünf- bis siebenjährigen Traber Anfang
November in Gelsenkirchen eingestuft.
Der Große Preis der UET für die besten Vierjährigen in Europa wird in
diesem Jahr unter französischer Verantwortung am 10. Oktober in Le Croise
Laroche, in der Nähe von Lille gelegen, stattfinden. Im nächsten Jahr wird
die Schweiz in Avenches das Rennen veranstalten und für 2012 ist
Deutschland von der UET-Generalversammlung mit der Ausrichtung dieses
großen und traditionsreichen Rennens betraut worden. Die Vorläufe dazu
werden in Paris und im schwedischen Solvalla ausgetragen.
Als 19. Mitgliedsland wurde schließlich Serbien einstimmig in die
Dachorganisation des europäischen Trabrennsports aufgenommen.

Traber-Bilanz 2009: HVT meldet positive Umsatz-Entwicklung
Nu Pagadi verdiente am meisten
Berlin (mspw) - Der läuft sogar auf dem Mond,
hatte der schwedische
Spitzen-Fahrer Erik Adielsson (Malmö) nach seinem Triumph mit
Ex-Derbysieger Nu Pagadi im Großen Preis von Deutschland Mitte Oktober in
Gelsenkirchen über seinen Schützling gesagt. Satte 82.392 Euro gewann das
Juwel der deutschen Traber-Zucht
(Adielsson) damals für seinen Besitzer,
den Oberhausener Unternehmer Detlef Tappe. Insgesamt brachte Tappes
Mondläufer 2009 satte 213.528 Euro an Prämien mit in den Stall zurück
und war damit das gewinnreichste deutsche Trabrennpferd. Der fünfjährige
Hengst schraubte seine Gesamt-Gewinnsumme durch seine neuerlichen Erfolge
2009 auf aktuell 305.728 Euro.
Außerdem sorgte Nu Pagadi dafür, dass Tappe in der Statistik der
gewinnreichsten Besitzer 2009 erstmals auf Rang eins landete. Er gewann
mit seinen Pferden bei insgesamt 47 Starts 256.170 Euro, war damit von
Platz eins nicht zu verdrängen. Das Gestüt Lasbek des Hamburgers Günter
Herz (212.059 Euro/75 Starts) und Marion Jauß aus Neritz (196.234 Euro/166
Starts) belegten die Plätze zwei und drei. Besonders bemerkenswert: Allein
das Preisgeld von Nu Pagadi im vergangenen Jahr hätte gereicht, um die
Besitzer-Statistik – wenn auch nur knapp – zu Gunsten von Detlef Tappe zu
entscheiden. Die nackten Zahlen freilich sind Netto-Ergebnisse.
Berücksichtigt werden muss auch, dass die Kosten für so engagierte
Besitzer nicht gerade von Pappe sind.
Der Löwenanteil der Gewinnsumme von Günter Herz ging auf das Konto des
Spitzen-Trabers Brioni, der in der abgelaufenen Saison 142.991 Euro
verdiente. Den deutschen Fans dürfte besonders Brionis erster Auftritt
in Deutschland am Breeders Crown-Wochenende Anfang
November in Gelsenkirchen in Erinnerung geblieben sein, als der
siebenjährige Hengst im Hauptlauf für fünf- bis siebenjährige Hengste und
Wallache nicht zu schlagen war.
In der Besitzer-Rangliste mischten auch die Niederländer kräftig mit. Von
den 20 gewinnreichsten Besitzern der Saison 2009 stammen sieben aus dem
Nachbarland. Mit 166.245 Euro Gewinnsumme bei 19 Starts führte die Gerrits
Recycling Group der Brüder Willem und Leendert Gerrits, denen unter
anderem Derby-Sieger Zar As gehört, die Tabelle der Niederländer an,
landete insgesamt auf Platz vier. Allein die Erfolge von Zar As brachten
158.330 Euro auf das Konto der Gerrits.
Die meisten Starter bot 2009 Ulrich Mommert aus Berlin auf. Seine Pferde
verdienten bei 394 Auftritten 82.886 Euro. Das reichte im
Besitzer-Championat für Platz 15. Lediglich zehnmal schickte die
Besitzer-Gemeinschaft Jürgen Franzen (Bremen) und Stall November (Michael
Schröer/Unna) ihren Orso November an den Start. Mit Prämien von 157.950
Euro bescherte er seinen Besitzern in der Statistik Rang fünf.
Die Umsatz-Entwicklung war 2009 positiv. Denn vor allem der
aussagekräftige Umsatz pro Rennen konnte im Bereich des Hauptverbandes für
Traber-Zucht (HVT) deutlich gesteigert werden. Waren 2008 bei insgesamt
2.500 Prüfungen im Schnitt 10.141,94 Euro umgesetzt worden, waren es 2009
bei 2.340 Rennen durchschnittlich 11.303,12 Euro. Das entspricht einer
Steigerung um 11,45 Prozent!
Obwohl 2009 auf den HVT-Bahnen exakt 160 Rennen weniger ausgetragen wurden
als im Jahr zuvor, stieg auch der Gesamtumsatz erstmals seit vielen Jahren
wieder an. Insgesamt 26.449.310 Euro flossen durch die Totokassen, was
einen Zuwachs von etwas über einer Million Euro oder um 4,32 Prozent
ausmacht.
Für diese Steigerung sorgte der weiter angewachsene Anteil des
Außenumsatzes. So wurden 2009 insgesamt 16.456.920 Euro außerhalb der
Rennbahnen gewettet (Vorjahr: 14.243.254). Pro Rennen waren das 7.032 Euro
(Vorjahr: 5.697 Euro), also 23,4 Prozent mehr als 2008.
Der Bahnumsatz ging 2009 nur leicht zurück. An 236 Veranstaltungstagen
(2008: 249) wurden 10.711.876 Euro (Vorjahr: 11.111.587 Euro) auf den
Trabrennbahnen selbst umgesetzt. Im Schnitt wurden damit von den Besuchern
pro Rennen 4.270 Euro (Vorjahr: 4.444 Euro) gewettet.
Noch nicht berücksichtigt sind dabei die Umsätze auf der Trabrennbahn in
Hamburg-Bahrenfeld, die in den Jahren zuvor unter der Regie der Deutschen
Traberliga veranstaltet hatte und erst seit dem 1. Januar 2010 vom
HVT-Partner Win Race vermarktet wird.
Lehrgänge mit abschließender Prüfung noch in diesem Jahr:
Statt Besitzertrainer nur noch Amateurtrainer
Der Hauptverband für Traberzucht (HVT) schafft den Besitzertrainer zum Jahresende ab und führt für das Jahr 2010 den Amateurtrainer-Schein ein, der vor allen Dingen weniger den Amateuren als vielmehr all jenen Berufsfahrern zugute kommt, die bisher die normale Trainerprüfung nicht geschafft haben. Damit wird die wohl größte Klippe bei Haltung und Training von Trabpferden beseitigt, weil endlich anstelle vieler gefuckelter Nachweise nur noch Tatsachen in den Rennprogrammen stehen können. Auch die genehmigte Betreuungsmöglichkeit für Pferde wird wesentlich erweitert. Der neue Amateurtrainer darf nicht nur Pferde in seinem Alleinbesitz, sondern auch noch fünf Pferde eines weiteren Besitzers aufnehmen. Das klingt wie maßgeschneidert, dürfte den Berufsfahrern ohne Trainerschein aber wohl doch zu wenig sein. Maßgeschneidert mutet auf alle Fälle an, dass man den Berufsfahrern den Amateurschein ohne Prüfung geben will. Da gab es bisher gehörige Ausfall-Quoten.
Wörtlich heißt es:
Ein Ausweis für Amateurtrainer kann gem. § 21 B TRO ab dem 1. Januar 2010 erteilt werden und ersetzt sodann die bis dahin geltende Besitzertrainerregelung, wenn der Antragsteller im Besitzerregister des HVT als alleiniger Besitzer eines Pferdes eingetragen ist und das Anerkennungsverfahren mit positivem Ergebnis abgeschlossen ist. Der Ausweis für Amateurtrainer ist jährlich zu beantragen und berechtigt den Inhaber zum Training von Pferden in seinem Alleinbesitz oder in alleinigem Familienbesitz sowie höchstens fünf Pferden eines weiteren Besitzers oder einer Besitzergemeinschaft. Ein Wechsel dieses Besitzers während eines Kalenderjahres ist nicht möglich. Pferdewirte mit dem Berufsabschluss "SCHWERPUNKT TRABRENNFAHREN" sowie Amateurfahrer mit mehr als 100 Siegen auf A- und B-Bahnen können diesen Ausweis ohne Absolvierung einer Prüfung beantragen.
Der HVT wird noch im Laufe dieses Jahres Amateurtrainer-Lehrgänge mit abschließender Prüfung in allen Regionen an unterschiedlichen Terminen anbieten. Die Teilnahme am Lehrgang beruht auf freiwilliger Basis, die Absolvierung der Prüfung mit Erfolg ist jedoch obligatorisch für die Erteilung eines Amateurtrainer-Ausweises. Um die notwendige Anzahl der Lehrgänge am tatsächlichen Bedarf ausrichten zu können, werden alle Interessierten gebeten, sich in der Geschäftsstelle des HVT bis zur Ausschlussfrist 15. September 2009 verbindlich anzumelden, danach werden die Lehrgangs- und Prüfungstermine festgesetzt und bekannt gegeben.