Zuletzt bearbeitet: 26.09.2009



Derby-Zweiter Karaburan nach ungünstigem Rennverlauf nur Sechster

Jag Junior beschert Michael Schmid

bereits den vierten St. Leger-Sieg

Gelsenkirchen (mspw) - Im Derby-Finale hatte Jag Junior aus dem Besitz des niederländischen Kaufmanns Ger Visser (Stall Vibelzee/Deventer) noch gepatzt. Doch im 56. Traber St. Leger über die 2.600-Meter-Distanz revanchierte sich der vornehm gezogene Hengst im mit 30.000 Euro dotierten Rennen auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn mit dem 42-jährigen Michael Schmid (Oberhausen) im Sulky in beeindruckender Manier. Jag Junior gewann mit mehr als vier Längen Vorsprung und bescherte dem aus der Nähe von Straubing stammenden Schmid bereits seinen vierten Triumph in diesem Traber-Klassiker für Deutschlands beste Dreijährige.

Jag Junior ist nicht der beste Starter. Ich habe vorsichtig begonnen, wollte nichts riskieren und war letztlich froh, versetzt in zweiter Spur mit Karaburan ein Führpferd zu haben, so Schmid. Die weite Distanz, immerhin 700 Meter mehr als im Derby, machte Jag Junior überhaupt nichts aus. Sein Vater Jag de Bellouet, der mit dem Prix d’Amerique auch das schwerste Trabrennen der Welt in Vincennes für sich entscheiden konnte, war bereits ein ausgezeichneter Steher. Jag Junior hat bewiesen, dass er nicht von schlechten Eltern ist, strahlte Schmid, der mit seinem vierten St. Leger-Sieg auf den Spuren des vor vier Jahren verstorbenen ehemaligen Spitzenfahrers Rolf Dautzenberg wandelt. Atom-Rolf hatte das St. Leger nicht weniger als achtmal für sich entscheiden können.

Toto-Favorit Karaburan, Anfang August Zweiter im Derby, scheiterte wahrscheinlich am Rennverlauf. Sein Fahrer Heli Biendl (58/Ascha) hatte sich ein verdecktes Rennen gewünscht, wollte es seinem Schützling nicht zumuten, das Rennen selbst zu gestalten. Aber genau das trat ein. Heli Biendl war sofort nach dem Start in Front gezogen, gab aber die Innenkante nicht frei. Ich dachte, den angreifenden Titan Patrik später ohnehin hinter mir lassen zu können. Deswegen bin ich vorne geblieben, um einen frühen Angriff eines der anderen Favoriten zu erleben. In dessen Sog hätte ich dann das gewünschte Rennen gehabt, erläuterte Heli Biendl.

Pech gehabt! Die Konkurrenz tat ihm den Gefallen nicht. Biendl blieb in Front. Und auch Michael Schmid machte in der Schlussrunde, als er außen in zweiter Position in Lauerstellung lag, keine Anstalten, um Karaburan an der Spitze abzulösen.
Erst Mitte des Schlussbogens griff Schmid mit Jag Junior an, kam schnell und ziemlich leicht in einen entscheidenden Vorteil. Im Ziel hatte er einen sicheren Vorsprung von mehr als vier Längen auf Lady Wood, die Gerd Biendl (52/München) aus der fünften Position heraus noch sehr flott machte. Rang drei ging an Zalgado Transs R mit Cees Kamminga (44/Willemsord/NL) vor Velten Versace, die auf Rang vier mit Hans-Joachim Tipke (52/Heeslingen) im Sulky ihre Form an der Innenkante solide auslief.

Für Karaburan blieb nur der sechste Rang, so dass Biendl wohl kaum den schweren Gang am kommenden Sonntag zum Europa-Championat der Dreijährigen in Paris-Vincennes antreten wird. Zipper Rich hatte die Reise aus den Niederlanden nach Gelsenkirchen nicht angetreten. Der Hengst, für den Thomas Panschow (42/Bladenhorst) als Fahrer anstelle des gesperrten Peter Strooper (43/Callantsoog/NL) vorgesehen war, musste wegen einer Halsentzündung kurzfristig passen. So blieb Panschow im St. Leger-Hauptlauf ohne Einsatz.


Thomas Panschow gewinnt erste Entlastung zum St. Leger

Jetzt alles paletti mit Zanetti

Gelsenkirchen (mspw). Beim letzten Test vor dem 56. Deutschen St. Leger auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen waren sich die Experten nicht einig: Hatte Michael Schmid (42/Oberhausen) mit Zanetti Djamel gegen die übermächtige Montebella Rapida im Einlauf die Hände herunter genommen, weil er erkannt hatte, dass an diesem Tag nicht mehr als ein zweiter Platz drin war? Oder war der Wallach Zanetti Djamel nicht gut genug für einen Start im Hauptlauf des St. Legers? Trainer Arnold Mollema (60/Wolvega) schien Letzteres geglaubt zu haben. Er meldete Zanetti Djamel für einen der beiden Entlastungsläufe und lag damit jedenfalls goldrichtig. Mit Thomas Panschow (42/Bladenhorst) im Sulky gewann der Mollema-Wallach seinen Lauf am Sonntag (20-9-09) ganz überlegen und verdiente seinem niederländischen Besitzer Mattieu Faber (34/Leeuwarden) 4.000 Euro.

Als Favoritin war Nice Dream mit Michael Schmid in das Rennen gegangen. Schmid übernahm auch schnell die Führung, die zunächst Laurenzio mit Thomas Kornau (50/Recklinghausen) erobern konnte, ehe dieser von Höwings Okaleia Z mit Roland Hülskath (34/Mönchengladbach) beim ersten Passieren der Ziellinie abgelöst wurde. Doch Höwings Okaleia Z sprang in Front, wurde aus der Partie genommen. Danach bestimmte vorne Nice Dream das Tempo. Im Fahrwasser dabei war rechtzeitig auch Zanetti Djamel mit Thomas Panschow, während Heinz Wewering (59/Hamburg) Glück hatte, dass er mit Delhi an die Innenkante kam, weil Panschow dort mit viel Vertrauen in Zanetti Djamel Platz machte.

So blieb es bis zum Erreichen der Zielgeraden, als Thomas Panschow seinen Angriff auf die Schmid-Stute startete und problemlos in Front kam. Delhi legte außen zu und fing die Stutenderby-Zweite Nice Dream noch für den zweiten Platz ab. Hale Berry kämpfte als Vierte mit Heinrich Gentz (53/Kaarst) wacker, mehr war nicht drin.
Thomas Panschow: Ich hatte ein Traumrennen, alles lief wie am Schnürchen. Zanetti Djamel ist jetzt in Bestform, ist nun gefestigter. Im Derby Anfang August war der Wallach noch nicht so weit.

In die zweite Entlastung war die Stutenderby-Siegerin Kataja mit Heinz Wewering als klare Favoritin gegangen. Besitzerin Marion Jauß (70/Neritz) hatte für diesen vermeintlich leichteren Weg votiert, um nicht gegen die erste Garde im St. Leger-Hauptlauf antreten zu müssen und es Kataja im Hinblick zum Beispiel auf einen Start in der Gelsenkirchener Züchter-Krone (Breeders Crown) Anfang November in Gelsenkirchen leichter zu machen.

Alles schien auch für einen Erfolg von Kataja zu sprechen. Mit enormem Vorsprung sah die auf 13:10 herunter gewettete Stute noch 200 Meter vor dem Ziel wie die sichere Siegerin aus. Da tauchte außen Kir Royal Dimant mit Gerd Biendl (52/München) auf. Ich dachte, wir wären heute nicht gut genug. Ich bin unterwegs gefahren und gefahren. Aber so richtig kam nichts, sagte Biendl, der genau auf der Linie Kataja noch abfangen konnte. Was Biendl als es kam nichts bezeichnete, war immerhin ein Vorstoß in der Schlussrunde vom letzten Platz auf Rang fünf. Biendl nutzte dann den Schwung und das Stehvermögen des dreijährigen Hengstes der Besitzergemeinschaft Holzapfel/Stall M.S. Diamanten (Langenmosen) konsequent aus und kam zu einem meisterlichen Sieg.

Heinz Wewering: Vielleicht war es entscheidend, dass wir seit sechs Wochen kein Rennen hatten. Da hat wohl etwas gefehlt, als es zur Sache ging. Aber wir gehen dennoch optimistisch in die Züchter-Krone Anfang November.
Hinter Kir Royal Diamant und Kataja, die sich nach Kampf mit einem Hals geschlagen geben musste, kam Salut mit Roland Hülskath auf Rang drei, knapp vor Zingaro Transs R mit Michael Schmid. Fabian As scheiterte mit Thomas Panschow im Sulky an einem frühen Fehler, wurde disqualifiziert.

Erster Sieg für das 220.000-Euro-Pferd

Seinen ersten Sieg landete am Nienhausen Busch der zweijährige Hengst Baltimore As, den sich Besitzerin Marion Jauß (70/Neritz) vor etwas über einem Jahr 220.000 Euro hatte kosten lassen. Mit Rekord-Champion Heinz Wewering (59/Hamburg) im Sulky kam Baltimore As in einem mit 7.000 Euro dotierten Vorbereitungsrennen zum Preis des Winterfavoriten zu einem sicheren Sieg. Mit einer halben Länge Vorsprung verwies er Armstrong Transs R mit Cees Kamminga und Emblem, gesteuert von Thomas Kornau (50/Recklinghausen), auf die nächsten Plätze. Der Zweijährigen-Klassiker Preis des Winterfavoriten (25.000 Euro) wird am Sonntag, 18. Oktober, ebenfalls am Nienhausen Busch entschieden.

Gelsenkirchen: Sonntag St. Leger

mit zehn Pferden um 30.000 Euro

Gelsenkirchen (mspw) - Der Derby-Sieger Zar As fehlt am Sonntag (20-9-09) beim Deutschen Traber St. Leger (Dotierung 30.000 Euro) auf der Bahn in Gelsenkirchen. Deswegen fällt die Favoritenrolle automatisch wohl dem Derby-Zweiten Karaburan zu, der mit einer Gewinnsumme von 80.750 Euro aufwartet. Allerdings hat der von Jörg Brandt (47/Gestüt Stormy Horses/Scharbeutz) gezogene braune Hengst von bisher elf Rennen nur ein einziges gewonnen.

Einige der Final-Teilnehmer am Traber-Derby sind beim St. Leger nicht mit von der Partie. Derbysieger Zar As soll in Skandinavien starten, der Derby-Dritte Marc Burgerheide und sein Stallgefährte Peter Burgerheide (Derby-Fünfter) nehmen am Wochenende Engagements im niederländischen Wolvega wahr. Trainer Appie Bosscha (49/Langezwaag) zieht diese wohl etwas leichtere Aufgabe einem Start im hochklassigen Gelsenkirchener St. Leger vor.

Das Fehlen der genannten Derby-Teilnehmer sowie der freiwillige Verzicht der Super-Stute Kataja erhöhen die Chancen von Velten Versace (Gewinnsumme bisher 9.937 Euro), auch wenn es am Nienhausen Busch unter anderem gegen den Derby-Zweiten Karaburan mit dem vielfachen Bayern-Champion Heli Biendl (58/Aschau) geht.

Kanadischer Eishockey-Trainer hofft

auf eine Überraschung im Marathon

In den weiten Wäldern seiner kanadischen Heimat hat der frühere Eishockey-Profi und Trainer Bernie Johnston, der am Dienstag 53 Jahre wurde, in den letzten Tagen viel frische Luft eingeatmet. Wir sind gut auf das Deutsche Traber St. Leger am Sonntag in Gelsenkirchen vorbereitet, sagt Johnston über sich und seine Lebensgefährtin Sigrid Velten aus Hochheim im Taunus. Johnston: Und wenn unsere Stute Velten Versace auch so gut auf dem Posten ist, dann müsste es für uns auch ein gutes St. Leger werden. Neun Gegner stellen sich Sonntag der dreijährigen Johnston-Stute. Die Veranstaltung beginnt um 14.00 Uhr.

Johnston und der Sport – das hat sich vor allem auf zwei Ebenen abgespielt. Begonnen hatte er 1972 als Eishockey-Nachwuchsspieler in seiner Geburtsstadt Toronto. Von 1976 bis 1989 spielte er als Profi, unter anderem für die Maine Mariners und die Hartford Whalers, aber auch in der Schweiz für den Erstligisten Kloten Flyers. Später war er Cheftrainier in der Deutschen Eishockey-Liga beim EV Landshut und den Frankfurt Lions.

Vor zehn Jahren bestritt er bei den Trabern sein erstes Amateurrennen, ist seitdem trabersüchtig. Inzwischen brachte er es auf 118 Starts, davon 14 Siege und 57 Platzierungen. Noch im laufenden Jahr stieg das sympathische Schwergewicht viermal in den Sulky, schaffte zwei Plätze.
Eigentlich ist erstaunlich, dass Bernard, den alle Welt nur Bernie“ nennt, noch Zeit aufbringt, selbst Rennen zu fahren. Denn er ist Deutschland-Chef für einen kanadischen Zigarettenkonzern, der von Brandenburg aus mit einer exclusiven Zigarettenmarke den Markt beliefert. Bezeichnend, dass dem traberverrückten Johnston dabei mit Beate Nimczyk (43) und Afsoon Amirfallah (37) zwei Amateur-Trabrennfahrerinnen helfen.

Zusammen mit Lebensgefährtin Sigrid Velten hat sich Johnston auch erfolgreich in der Traber-Zucht betätigt. Mit ihrem derzeitigen Aushängeschild, der Stutenderby-Dritten Velten Versace, kreuzen Bernie und Sigrid nun am Sonntag in Gelsenkirchen auf.
Mit Trainer und Fahrer Hans-Joachim Tipke (52) aus dem norddeutschen Heeslingen überraschte die Stute bei ihrem Derby-Doppelstart Anfang August in Berlin-Mariendorf. Im Vorlauf war sie Zweite, im Finale Dritte als 388:10-Außenseiterin hinter der siegreichen Kataja aus dem Stall von Marion Jauß (70/Neritz). Auf Kataja wird Velten Versace diesmal nicht treffen. Denn Trainer Heinz Wewering und Besitzerin Marion Jauß entschieden, Kataja am Sonntag nur in einem der beiden Entlastungsrennen aufzubieten. Wewering: Kataja ist seit dem Stuten-Derby nicht mehr gelaufen. Wir wollen ihr das schwere St. Leger ersparen, denken eher an einen Start Anfang November in der Gelsenkirchener Breeders Crown.

Solche Gedanken gibt es bei den Velten Versace-Besitzern nicht. Sie wagen den Start im St. Leger, auch wenn die Stute, die zuletzt bei einem Ausflug nach Schweden außerhalb der Geldränge gelandet war, über die 2.600 Meter-Distanz wohl nur Außenseiter-Chancen geltend machen kann. Nichts ist unmöglich, sagt Bernie Johnston. Gerade im Pferderennsport ist schon so mancher Affe aus dem Nest gefallen.

Riesenandrang zum St. Leger mit zwei Entlastungs-Rennen

Wewering wählt die leichtere Route

Gelsenkirchen (mspw) - Die überragende Stuten-Derby-Siegerin Kataja läuft am Sonntag in Gelsenkirchen überraschend nicht im mit 30.000 Euro dotierten Deutschen Traber St. Leger, sondern in einem der beiden mit 8.000 Euro dotierten Entlastungsläufe. Die Besitzer der St. Leger-Starter wird es freuen, dass sie es nicht mit Kataja zu tun bekommen. Und was sagt Trainer und Fahrer Heinz Wewering (59/Hamburg) dazu? Der vielfache Champion: Es ist der Wunsch von Besitzerin Marion Jauß (70/Neritz). Kataja hat nach dem Derby keinen einzigen Start mehr bestritten. Vor unserem geplanten Engagement in der Gelsenkirchener Züchter-Krone (Breeders Crown) Anfang November wollten wir ihr den schweren St. Leger-Hauptlauf ersparen, versuchen es mit der leichteren Route.

Kataja (sieben Starts, davon sechs Siege und ein zweiter Platz) könnte mit ihrem Fehlen im St. Leger den Weg frei machen für Karaburan, den Zweiten im Derby, der vom vielfachen bayerischen Champion Heli Biendl (58/Ascha) aufgeboten wird. Für Heinz Wewering ist Jag Junior, gefahren vom Oberhausener Michael Schmid (42), der Favorit. Wewering: Da lege ich mich mal fest. Wenn Jag Junior keinen Fehler macht, ist er ganz vorne.

Zamotie Heikant (drei frische Siege) hat mit Roland Hülskath (34/Mönchengladbach) den Silberhelm hinter sich und gehört trotz des fehlerhaften Auftretens im Derby auf jeden Wettschein, zumal Hülskath in Glanzform fährt und im Kampf um das Berufsfahrer-Championat jeden Sieg mitnimmt. Ein Sieg im St. Leger nach dem Derby-Erfolg Anfang August in Berlin-Mariendorf mit Zar As (soll eine Route über Skandinavien einschlagen, ehe er vielleicht zur Züchter-Krone wieder in Deutschland startet) wäre für Hülskath ein Donner-Doppelschlag. Hinzu kommt, dass er als Vierter der Fahrer-WM in Norwegen ebenfalls respektabel abgeschnitten hat. 2009 könnte wieder sein Jahr werden.

Wewering und Jauß suchen ihren Weg über die beiden Entlastungsläufe. Kataja ist zweifellos die erklärte Favoritin in einem dieser Rennen. Im anderen Lauf steuert der vielfache Meister Wewering mit Delhi eine ebenfalls chancenreiche Stute. Die gefährlichsten Gegner könnten Hale Berry mit dem Kaarster Heinrich Gentz (56) und Zanetti Djamel mit Thomas Panschow (42/Bladenhorst) sein. Hale Berry kam noch nie ohne Prämie aus einer Prüfung zurück, kann schon vier Siege in zehn Rennen vorweisen. Von Zanetti Djamel hält der niederländische Trainer Arnold Mollema (60/Wolvega) einiges, obwohl die Generalprobe in Gelsenkirchen nur mit einem zweiten Rang endete, allerdings hinter einem Über-Pferd.

Interview mit Heli Biendl vor dem St. Leger in Gelsenkirchen:

Wünsche mir verdecktes Rennen für Karaburan

Gelsenkirchen (mspw) - Weil der Derby-Sieger Zar As am Sonntag (20-9-09) beim Deutschen Traber St. Leger (Dotierung 30.000 Euro) auf der Bahn in Gelsenkirchen fehlt, fällt die Favoritenrolle automatisch wohl dem Derby-Zweiten Karaburan zu, der mit einer Gewinnsumme von 80.750 Euro aufwartet. Wir sprachen mit Helmut Heli Biendl (Aschau), dem vielfachen bayerischen Champion und Trainer von Karaburan.

Nach dem Derby hat Karaburan rund einen Monat pausiert. Seinen letzten Auftritt vor dem St. Leger hatte er am 30. August in einem Probelauf. Wie ist Karaburan in Form?
Biendl: Er hat sowohl beim Probelauf als auch zuletzt im Training überzeugt. Er wird im St. Leger bestens vorbereitet an den Start gehen.

Karaburan ist noch ganz am Anfang seiner Karriere. Was darf man in den nächsten Jahren von ihm erwarten?
Biendl: Das kann ich noch gar nicht absehen. Nach dem St. Leger peilen wir in dieser Saison noch einen Start in der Züchter-Krone im November in Gelsenkirchen an. Dann sehen wir weiter.

Am Nienhausen Busch geht es Sonntag über die Distanz von 2.600 Metern. Das ist also eine große Herausforderung für Karaburan, oder?
Biendl: Das stimmt. Das wird nicht ganz so einfach. Ich wünsche mir ein verdecktes Rennen und dass Karaburan seine Nerven im Griff hat. Manchmal ist er ein bisschen schwierig. Was die lange Distanz angeht, müssen wir mal abwarten. Die Arbeit war jedenfalls recht ordentlich.

Das St. Leger gilt als traditionelle Derby-Revanche. Welchen Stellenwert hat die Prüfung für Sie?
Biendl: Das St. Leger ist einer der Saison-Höhepunkte, auf die man hinarbeitet. Mit Titus B und Galea konnte ich das Rennen in den letzten drei Jahren gleich zweimal für mich entscheiden. Ich hätte sicher nichts gegen einen weiteren Treffer mit Karaburan.

Sie hatten in der Vergangenheit angekündigt, kürzer treten zu wollen. Was ist aus diesen Plänen geworden?
Biendl: Ich werde mich im Spätherbst einer Hüftoperation unterziehen müssen. Man wird halt nicht jünger. Die Hüfte zwickt schon länger. Das muss jetzt behoben werden.
St. Leger in Gelsenkirchen erinnert auch an Atom-Rolf

Dautzenberg gewann Klassiker achtmal

Gelsenkirchen (mspw) - Bereits zum 56. Mal wird Sonntag auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn das klassische Deutsche Traber St. Leger entschieden. Gelaufen wird dieses mit 30.000 Euro dotierte Rennen über die Marathon-Distanz von 2.600 Metern als Rolf Dautzenberg-Memorial. Damit wird an einen der besten und erfolgreichsten deutschen Trabrennfahrer und Trainer erinnert, der dieses Rennen nicht weniger als achtmal gewinnen konnte. Wegen seiner couragierten Fahrweise hatte er den Spitznamen Atom-Rolf. Dautzenberg ist vor vier Jahren an einer Lungenkrankheit verstorben. Er wäre jetzt 64 Jahre. Seine Schwägerin Kerstin Oex (42) aus Gladbeck wird auch in diesem Jahr die Siegerehrung beim St. Leger vornehmen und einen Ehrenpreis überreichen.

Auch der jüngste Traber-Jahrgang hat am Sonntag auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn seinen Auftritt. Um 7.000 Euro geht es für die Zweijährigen in einem Vorbereitungsrennen für den Preis des Winterfavoriten, der am 18. Oktober am Nienhausen Busch mit 25.000 Euro dotiert sein wird. Alle Augen werden sich auf Baltimore As richten, einen braunen Hengst, für den Besitzerin Marion Jauß (70/Neritz) auf der Derby-Auktion des letzten Jahres nach einem spannenden Bieter-Zweikampf 220.000 Euro ausgegeben hatte.

Baltimore As hatte sich am 23. August in guten 1:18,6 Minuten für den durchschnittlichen Kilometer qualifiziert. Zwei Wochen später folgte, wie bei der Quali“ wieder mit Heinz Wewering (59/Hamburg) im Sulky, das Debüt im Daglfinger Jugend-Preis. Es reichte nur zu einem vierten Platz. Wewering rührte sich dabei nach Kräften, kam aber im letzten Bogen nicht entscheidend weiter, wenn es auch zu einer Rekordverbesserung auf 1:17,1 Minuten reichte. Mehr war nicht drin. Der Sieger Gilbert Becaud lief an diesem Tag deutlich besser.

Gilbert Becaud fehlt am Sonntag. Es spricht einiges dafür, dass der bisherige Rennrekord von Baltimore As schon ausreicht, um den ersten vollen Erfolg für den Jauß-Hengst unter Dach und Fach zu bringen. Neun Gegner stellen sich. Drei von ihnen gehen ohne jede Prämie auf dem Gewinnkonto in dieses Rennen.

Im Vorlauf der Veranstaltung am Sonntag gibt es bereits ab 11.00 Uhr einen Auftritt der Mini-Traber. In sechs Rennen werden bei den Zwergen die St. Leger-Sieger ermittelt.

Traber-St. Leger wirft seine

Schatten schon jetzt voraus

Gelsenkirchen (mspw) - Nach dem Schalke hilft!-Renntag mit fast 10.000 Besuchern wirft ein anderes Großereignis auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen bereits seine Schatten voraus. Denn am 20. September, einem Sonntag, steht am Nienhausen Busch mit dem Traber-St. Leger die traditionelle Derby-Revanche auf dem Programm. Den kommenden Renntag am Donnerstag (10.09.09, neun Prüfungen, erster Start 18.30 Uhr) nutzt unter anderem der vom Niederländer Arnold Mollema (60/Wolvega) vorbereitete Zanetti Djamel für einen Testlauf. Gleich zum Auftakt steuert Michael Schmid (42/Oberhausen) den dreijährigen Wallach bei seinem ersten Auftritt nach dem Deutschen Derby Anfang August.
Noch ist nicht sicher, ob Zanetti Djamel im mit 30.000 Euro dotierten St. Leger über die Marathon-Distanz von 2.600 Metern an den Start gehen wird. Das hängt von seinem Abschneiden am Donnerstag ab, erklärt Mollema.
Fahrer Michael Schmid ist für seinen Auftritt mit dem Wallach, der im Derby sowohl im Vor- als auch im Trostlauf auf dem fünften Platz gelandet war, optimistisch. Für Zanetti Djamel waren die zwei Rennen an einem Tag hart. Deshalb ist er in eine Pause gegangen, so Schmid. Jetzt ist er wieder voll da und sollte eine gute Chance besitzen. Er ist ein ordentliches Pferd. Ein bisschen unerfahren, aber das werden wir schon hinkriegen.
Zanetti Djamel trifft am Nienhausen Busch auf sechs Gegner. Schmid hat dabei besonders den vom Niederländer Cees Kamminga (44/Willemsoord) gesteuerten frischen Sieger Super Jo auf dem Zettel. Wenn der glatt geht, kann er ganz vorne mitmischen, sagt Schmid.

Zu einem reinen Debütanten-Ball kommt es in der zweiten Tages-Prüfung. Fünf Zweijährige absolvieren ihren ersten Start überhaupt. Mit Speedy Woman (Thomas Panschow/42/Bladenhorst) und Beyoncee (Roland Hülskath/34/Mönchengladbach) treten zwei von Gerd Holtermann (53/Bladenhorst) vorbereitete Frischlinge gegen drei niederländische Traber an.

Gleich 14 Gespanne starten im Traloppo-Rennen, das zum zweiten Mal auf der Gelsenkirchener Bahn ausgetragen wird. Die Garantieauszahlung in der Viererwette beträgt satte 10.000 Euro. Dabei wird auch ein Jackpot in Höhe von 5.953 Euro ausgeschüttet. Dieser kam zustande, weil beim Sieg der 231:10-Außenseiterin Angel of Life mit Gerrit Gommans (59/Otterlo, NL) am 23. August die Viererwette untreffbar war. Zu den Favoriten im Traloppo-Rennen, das auch aus Hamburger Lotto-Annahmestellen bewettet werden kann, gehört der Doppel-Sieger Lincolns Crown mit Goldhelm Michael Nimczyk (23/Willich) im Sulky.


Sonntag (23-8-09) der erste Auftritt nach dem verpassten Derby-Finale

Celebration XL testet für das St. Leger

Gelsenkirchen (mspw) - Es war ganz knapp. Eine Hundertstel-Sekunde fehlte dem von Trainer-Champion Gerd Holtermann (53/Bladenhorst) vorbereiteten Hengst Celebration XL zum Erreichen des Endlaufs um das Deutsche Traber-Derby Anfang August in Berlin-Mariendorf. Das war schon eine herbe Enttäuschung, gesteht Holtermann. Jetzt richtet sich sein Blick aber nur noch nach vorn. Sonntag auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen (elf Rennen, erster Start 14.00 Uhr) probt der dreijährige Hengst für einen geplanten Schweden-Start am 10. September. Im Anschluss soll Celebration XL am 20. September im Deutschen Traber St. Leger, der klassischen Derby-Revanche, am Nienhausen Busch an den Start gehen. Der letzte Auftritt in diesem Jahr für den Hengst aus dem Besitz von Gerhard Hölter (58/Hamburg) ist dann für die Rennen um die Züchter-Krone (Breeders Crown) Anfang November in Gelsenkirchen geplant.

In Abwesenheit seiner Stamm-Fahrer Thomas Panschow (42/Bladenhorst) und Roland Hülskath (34/Mönchengladbach), die beide zeitgleich in Berlin-Mariendorf engagiert sind, wird Holtermann Celebration XL in der fünften Tages-Prüfung selbst steuern. Im Derby hat man Celebration XL angemerkt, dass ihm nach seiner wachstumsbedingten Trainings-Pause noch die nötige Kraft und Ausdauer gefehlt haben, erklärt Holtermann. Hinzu kam noch eine Eigenart des hoch veranlagten Hengstes, der bei fünf Starts dreimal siegreich war. Auf der Zielgeraden lag er im Vorlauf mit fünf Längen in Führung. Doch wenn er alleine läuft, macht es bei ihm im Kopf Klick’ und er legt einfach nicht mehr zu. Die Folge: Die Konkurrenz zog auf den letzten Metern noch vorbei. Für den drittplatzierten Celebration XL war es erst die zweite Niederlage seiner Rennlaufbahn überhaupt.

Gerd Holtermann plant auch deshalb für Sonntag ein verdecktes Rennen mit seinem Schützling, setzt auf dessen Speed im Endspurt. Zwei Haupt-Konkurrenten hat der Trainer im Neuner-Feld ausgemacht. Eckstein und Sharif Norton sind zwei gute Pferde. Ich erwarte daher einen Dreikampf um den Sieg, so Holtermann.
Der von Willi Rode (71/Recklinghausen) trainierte Eckstein kommt mit Fahrer Ralf Oppoli (42/Recklinghausen) als frischer Sieger an den Start. Insgesamt stehen für den vierjährigen Wallach in dieser Saison bei neun Starts drei Erfolge und fünf Platzierungen zu Buche. Sharif Norton, gesteuert vom Niederländer Didier Kokkes (24/Twisteden), gewann bei acht Auftritten in diesem Jahr zweimal, kehrte nur einmal ohne Prämie in den Stall zurück.

Gerd Holtermann wird aber noch ein anderes Pferd am Sonntag ganz genau verfolgen. Denn sein Schützling Sunrise Star startet gleichzeitig mit Europameister Roland Hülskath auf der Derby-Bahn in Berlin-Mariendorf im mit 30.000 Euro dotierten Vierjährigen-Marathon (2.500 Meter) gegen 14 Konkurrenten. Dabei muss der Holtermann-Hengst, der wie Celebration XL dem passionierten Polo-Spieler Gerhard Hölter gehört, 20 Meter Zulage wettmachen. Ein so offenes Rennen habe ich selten gesehen. Alle 15 Kandidaten besitzen Sieg-Chancen. Sunrise Star ist gut drauf. Ich hoffe, dass er einen guten Rennverlauf bekommt und ganz vorne mitmischen kann.



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