Zuletzt bearbeitet: 03.09.2010
Daglfing: Jugend-Preis am Sonntag (5-9-10) über die Meile
Rumpelstilzchen will sich Namen machen
München (mspw) - Auf der Trabrennbahn in München-Daglfing steht am Sonntag (5-9-10) der
erste Saison-Höhepunkt für Zweijährige auf dem Programm. Dann wird der mit
25.000 Euro dotierte Jugend-Preis entschieden. Sechs Pferde aus dem
jüngsten rennfähigen Jahrgang sind über die Meilen-Distanz am Start.
Zum Favoriten-Kreis zählt ein gewisser Hengst Rumpelstilzchen, der sich
mit einem weiteren Erfolg einen Namen machen will. Mit seinem Mitbesitzer
und Trainer Josef Sparber (Taufkirchen) im Sulky gewann der Hengst zuletzt
ein Zuchtrennen (7.500 Euro) in Österreich. Zwar ist Rumpelstilzchen in
Österreich registriert. Dennoch darf er im Jugend-Preis an den Start
gehen, weil die Prüfung auch für ausländische Teilnehmer geöffnet ist.
Nach seinem Erfolg auf der Rennbahn in Baden bei Wien rechnet sich Josef
Sparber, dem Rumpelstilzchen gemeinsam mit dem Münchner Wein-Großhändler
Henning Schulz gehört, für Sonntag gute Chancen aus. Unter die ersten
Drei sollte er kommen,
ist der 50-Jährige, der in diesem Jahr auch schon
das Österreichische Derby mit der Stute Black Attack gewonnen hatte,
optimistisch.
Ihr Debüt gibt Moorlady Diamant, gesteuert von Trainer Gerhard Biendl
(München). Die Stute aus dem Besitz von Johann Holzapfel (Langenmosen) und
dem Stall MS Diamanten (Max Schwarz/Langenmosen) hat bisher erst eine
Qualifikation und einen Probelauf bestritten. Dabei hat sie aber einen
sehr guten Eindruck hinterlassen,
stuft Josef Sparber Moorlady Diamant
recht hoch ein.
Den besten Rekord unter den sechs Teilnehmern kann Bambi Boko vorweisen.
Anfang August gewann die Stute, die von Reinier Feelders (Kevelaer) für
die Gerrits-Brüder Leendert und Willem (beide Helmond, NL) trainiert wird,
ein Rennen in Mönchengladbach in einer beachtlichen durchschnittlichen
Kilometer-Zeit von 1:18,6 Minuten. Gesteuert wird Bambi Boko von
Goldhelm Michael Nimczyk (Willich).
Komplettiert wird das Teilnehmer-Feld durch Halley Jet Star mit Hannu
Voutilainen (Aschheim), Jill mit Mykola Volf (Prag/Tschechien) und Charles
Aznavour mit Jochen Holzschuh (Mönchengladbach). Holzschuh hatte den
Jugend-Preis 2009 mit Gilbert Becaud gewonnen. Sowohl Charles Aznavour als
auch Gilbert Becaud gehören Heinz-Willi Gruteser (Stall Spitzbube/Viersen).
Rund einen Kilometer mehr als die jüngsten Nachwuchstraber müssen die neun
Dreijährigen im Trial zum St. Leger (2.600 Meter) zurücklegen. Die mit
7.000 Euro dotierte Prüfung dient nicht zuletzt der Vorbereitung auf das
Traber-St. Leger (25.000 Euro), der klassischen Derby-Revanche am Sonntag,
19. September, auf der Bahn in Gelsenkirchen.
Traber-Criterium der Vierjährigen Sonntag in München-Daglfing
Aus Schweden kommt Heros
München (mspw) - Herbert Schütze aus Moers war früher Leiter der Versicherungsabteilung in einem großen deutschen Konzern. Er wägt genau ab, welches Risiko er eingeht. Aber Schütze zögerte keinen Moment, seinen jetzt bei Conrad Lugauer in Blentarp nahe Malmö stationierten Hengst Heros die weite Reise nach München-Daglfing antreten zu lassen, um am Sonntag (18-7-10) beim mit 30.000 Euro dotierten Criterium der Vierjährigen dabei zu sein. Wir haben reelle Chancen,
ist der bald 59-Jährige von der aktuellen Hochform seines braunen Schützlings mit dem markanten weißen Stern auf der Stirn felsenfest überzeugt.
Zunächst ein Blick zurück auf die letzte Saison: Heros, der aus der Zucht des Hamburgers Richard Busch stammt, sollte Anfang August mit Benjamin Hagen (Berlin) in einem Vorlauf zum Traber-Derby starten. Er war im Vorfeld kaum weniger beachtet als der spätere Derby-Dritte Marc Burgerheide. Besitzer Herbert Schütze: Dann passierte etwas, womit niemand gerechnet hatte. Am Vortag des Derbys stand Heros plötzlich mit 40 Grad Fieber im Stall. Aus der Traum von der Derby-Teilnahme.
Es dauerte rund zehn Wochen, ehe sich Heros wieder bekrabbelt hatte. Schütze: Es hatte ihn arg erwischt. Reichlich abgenommen und Muskelabbau.
Aus der Traum auch von einer Teilnahme an einem weiteren hoch dotierten Rennen. Herbert Schütze gab nicht auf. Er beorderte seinen talentierten Hengst zum in Südschweden ansässigen deutschen Trainer Conrad Lugauer.
Fünf Starts hat Heros (Schütze: Ein bildhübscher Kerl. Wer ihn sieht, will ihn am liebsten gleich mitnehmen
) inzwischen in Skandinavien absolviert, zwei davon siegreich, wobei die letzte Form in Halmstad, als er in der durchschnittlichen Kilometerzeit von 1:13,4 Minuten mit acht Längen Vorsprung über 1.609 Meter gewann, überaus souverän ausfiel. Solche Pferde fallen nicht von den Bäumen,
meinte ein begeisterter Conrad Lugauer nach diesem imponierenden Auftritt.
In München-Daglfing geht es am Sonntag exakt über die Distanz, über die Heros zuletzt in Halmstad so für sich einzunehmen wusste. Leicht wird die Aufgabe nicht, obwohl Herbert Schütze mit der Startnummer 4 (das passt
) für seinen Hengst zufrieden ist. Ganz innen schickt Josef Sparber aus Taufkirchen den mit einer frischen Siegform antretenden Wings of Crown ins Rennen. Viel wird davon abhängen, ob Key of Life Diamant mit Georg Frick sowie der Derby-Zweite Karaburan mit Heli Biendl mit den Startnummern 2 und 3 glatt ins Rennen finden. Zuletzt neigten beide zu Fehlern. Mit More Magic Be bietet der Münchner Gerhard Biendl direkt neben Heros einen in Italien gegen exzellente Gegner sehr starken Kandidaten in diese Meilenprüfung.
Come on Bo wird vom Ennepetaler Stall Habo (Hans Bornmann) sowie Trainer Frank Ostermann aus Burgwedel für den zuletzt mit Roland Hülskath als 14:10-Favorit in Hamburg siegreichen Come on Bo diesmal mit Formfahrer Josef Franzl junior (Sauerlach) aufgeboten. Geht er glatt, kann Come on Bo durchaus von der Startnummer 6 aus ins Geld laufen.
Mit der 8 startet U.S. Lane, den Benny Hagen für den Stall Adamas (Bargteheide) aufbietet. Nach letzten Formen riecht es hier eher nach einem Platzgeld, auf das wohl auch der tschechische Gast Speedy du Perche mit Mykola Volf setzt. Dessen erfolgloser Abstecher kürzlich nach Berlin hat die Besitzer nicht davon abgehalten, nun die Herausforderung im Criterium anzunehmen.
Von Hause aus sind Jag Junior mit dem Oberhausener Michael Schmid und der Derby-Fünfte Peter Burgerheide mit Tom Kooyman (NL) neben More Magic B die größten Herausforderer von Heros. Aber aus der zweiten Reihe ist die Aufgabe doppelt schwer.
Eins steht fest: München sieht am Sonntag ein großartig besetztes Rennen, ein Spitzentreffen der deutschen Vierjährigen-Elite.
EM der Amateurfahrerinnen im norwegischen Harstad
Marie Lindinger vertritt
Deutschland am Polarkreis
Aschheim/Harstad (mspw) - Im äußersten Norden Norwegens will die angehende
Tiermedizinerin Marie Lindinger aus dem bayerischen Aschheim hoch hinaus.
Die 30jährige vertritt Deutschland am Freitag (11. Juni 2010) bei der
Europameisterschaft der Amateur-Trabrennfahrerinnen in Harstad, 250
Kilometer nördlich des Polarkreises auf der Insel Hinnoy. Bereits zum
vierten Mal nimmt die erfahrene Hobbyfahrerin (fast 530 Siege) an einer EM
teil. Ihre bisher beste Platzierung bei kontinentalen Titelkämpfen war ein
dritter Rang im Jahr 2003 in Moskau.
Marie Lindinger weiß, worauf es bei einer EM ankommt.Vieles hängt
einfach vom Glück ab,
sagt die Süddeutsche aus eigener Erfahrung. Ich
hoffe, dass ich gute und trabsichere Pferde bekomme und die gestellte
Ausrüstung stimmt. Dann wird man sehen, welche Platzierung am Ende dabei
herausspringt.
Immerhin hat sie mit Abstand die meisten Siege aller
EM-Teilnehmerinnen auf dem Konto. Ihr am nächsten kommt die Ungarin Andrea
Nagyvary (53), die hauptberuflich als Journalistin arbeitet, mit bisher
375 Siegen.
Bereits Mittwoch hat sich Marie Lindinger gemeinsam mit ihren ebenfalls im
Trabrennsport engagierten Eltern Renate und Karl Lindinger sowie Elisabeth
Jänchen (München), zweite Vorsitzende des deutschen Verbandes der
Trabrenn-Amateurfahrerinnen (Ladytrab), auf die rund 3.000 Kilometer
lange Reise nach Harstad gemacht.
Fahrerinnen aus insgesamt 13 Nationen nehmen an der Europameisterschaft
teil. Fünf Wertungsläufe werden ausgetragen, wobei jede Teilnehmerin
einmal pausieren muss. Die Pferde werden vom Veranstalter gestellt.
Titelverteidigerin Julia Kashkovskaya aus Russland ist diesmal nicht am
Start. Die Teilnehmerinnen an der EM der Amateurfahrerinnen (in Klammern: Alter,
Herkunftsland und Anzahl der Siege): Trine Urth (27/Dänemark, 13), Saara
Sihvonen (27/Finnland, 42), Hiltje Tjalsma (30/Niederlande, 117), Katrine
Olsen Wagenes (23/Norwegen, 19), Nicole Schneider (24/Schweiz, 10), Marie
Lindinger (30/Deutschland, 528), Beatrice Demoulin (40/Belgien, 36), Asa
Svensson (35/Schweden, 88), Gundula Bauer (34/Österreich, 142), Tatiana
Luts (56/Russland, 32), Andrea Nagyvary (53/Ungarn, 375), Alena Cemusova
(48/Tschechien, 78), Alice Beaucamp (24/Frankreich, 26).
Samstag Großer Weihnachts-Pokal in München:
Unforgettable gegen Corleone
München (mspw) - Zum letzten Mal im Traber-Jahr 2009 sind die Geldtöpfe am
2. Weihnachtsfeiertag (Samstag, 26. Dezember) prall gefüllt. Im Großen
Weihnachts-Pokal auf der Rennbahn in München-Daglfing über 2.600 Meter
geht es um Prämien von 30.000 Euro. Und einige der besten Fahrer und
Pferde aus Deutschland und den Niederlanden wollen sich die Chance auf die
Siegprämie von 15.000 Euro nicht entgehen lassen.
Unter den zehn Startern befindet sich mit Unforgettable sogar ein
ehemaliger Derby-Sieger. 2005 gewann der inzwischen siebenjährige Hengst
das wichtigste Rennen des Jahres in Deutschland. Satte 712.774 Euro
Gewinnsumme hat der trabende Geldschrank auf seinem Konto. In München
wird der Spitzen-Traber, der eine Zulage von 25 Metern wettmachen muss,
von seinem Trainer Arnold Mollema (61/Wolvega) gesteuert. Im Training hat
er überzeugt. Ich rechne mir einiges aus,
sagt der Niederländer.
Allerdings blieb Unforgettable zuletzt nicht immer fehlerlos. Wenn er
glatt geht, wird er ganz weit vorne landen,
ist Mollema überzeugt.
Als Hauptkonkurrenten hat Mollema mit Corleone einen weiteren
Top-Verdiener ausgemacht. Der Gewinner von 270.698 Euro wird von Marie
Lindinger (30/Aschheim) gesteuert und hatte zuletzt die Generalprobe in
München, einen Vorbereitungslauf zum Weihnachts-Pokal, gewonnen. Wie
Unforgettable muss Corleone, der Marie Lindingers Eltern Karl und Renate
(Stall Wieserhof) gehört, eine Zulage von 25 Metern aufholen. Das sollte
kein Problem sein,
ist Karl Lindinger optimistisch.
Neben Unforgettable und Corleone startet auch E.T. Diamant, der in seiner
Karriere bereits 139.402 Euro gewonnen hat, mit einer Zulage aus dem
zweiten Band. Sein ständiger Fahrer Georg Frick (46/Hohenlinden) steuerte
den neunjährigen Wallach im Münchner Vorbereitungslauf hinter Corleone auf
Rang zwei.
Die 17.600 Euro Gewinnsumme von Icare de Bois wirken im Vergleich zu den
drei Geldschränken bescheiden. Doch das Laufwunder aus dem
Trainingsquartier des Niederländers Henk Grift (34/Kevelaer) dürfte glatt
gehend ein Kandidat für die vorderen Plätze sein. Ein Erfolg würde Fahrer
und Vize-Meister Roland Hülskath (34/Mönchengladbach) doppelt freuen. Denn
für den 34-Jährigen geht es auch um Punkte im Berufsfahrer-Championat, in
dem er mit Michael Nimczyk (23/Willich) um den Goldhelm kämpft.
Ebenfalls zum Favoritenkreis in München zählt der frische Doppel-Sieger
Odessa Santana mit Jochen Haide (41/Sauerlach). Der fünfjährige Hengst
triumphierte im Vorbereitungslauf in Gelsenkirchen.
Favoriten-Sieg im Münchner Stuten-Grand Prix um 30.000 Euro
Aliss hatte den längsten Atem
München (mspw) - Den längsten Atem im mit 30.000 Euro dotierten Stuten-Grand Prix über die Marathon-Distanz von 2.600 Metern am Sonntag (25-10-09) auf der Trabrennbahn in München-Daglfing hatte die siebenjährige Aliss. Trotz einer Zulage von 25 Metern war die 26:10-Favoritin, die von Lokalmatador Detlef Fleischer (38) gesteuert wurde, nicht zu schlagen und kam zu einem überlegenen Sieg. Überglücklich nahmen Fleischer und Besitzer Peter Niedermeier (Vilsbiburg) die Glückwünsche von HVT-Präsident Max Stadler (Frauenau), der seit vielen Jahren auch den Münchner Trabrenn- und Zuchtverein führt, entgegen.
Ich habe mich zu Beginn etwas geärgert, dass ich nicht schon eher nach vorne gekommen bin. Aber am Ende ist ja alles gut gegangen,
strahlte Fleischer.
Für Aliss war der überlegene Erfolg mit sieben Längen bereits der siebte Saison-Sieg beim elften Start. Allerdings war es der erste Big Point ihrer Karriere. Die Siegprämie von 15.000 Euro im Stuten-Grand Prix schraubte die Gewinnsumme von Aliss auf nun 32.370 Euro deutlich in die Höhe. Rang zwei ging an Out of Wüstenrot, die Besitzer Rainer Heubl (Aschau) extra aus Schweden hatte anreisen lassen. Auch für ihren Fahrer Michael Schmid aus Oberhausen lohnte sich die lange Anfahrt. Als Prämie für Rang zwei wurden 7.500 Euro gezahlt.
Die 142:10-Außenseiterin Raena mit ihrem Trainer Daniel Wagner (35/Zossen) im Sulky belegte hinter dem Spitzen-Duo Rang drei, für den es immer noch 3.750 Euro gab. Das Renngeschehen wurde über weite Strecken von Raena bestimmt. Nach einem Vorstoß in äußeren Spuren mischte auch Aliss in der Spitzen-Gruppe mit. Im Schlussbogen steckte Aliss erstmals die Nase in Führung und baute ihren Vorsprung auf der Zielgeraden entscheidend aus. Im Endspurt sicherte Out of Wüstenrot noch vor Raena Rang zwei.
Amateurfahrer will es den Profis Sonntag in München zeigen
Maximilian durch nichts zu erschüttern
München (mspw) - Ein Amateur will es am Sonntag (25-10-09) auf der Trabrennbahn in
München-Daglfing den Profis zeigen. Der erst 21-jährige Maximilian Berger
(Oberschneiding) darf mit Sessibo im mit 30.000 Euro dotierten
Stuten-Grand Prix starten, weil sich die Achtjährige im Familienbesitz
befindet. Trainer ist Maximilians Vater Heinrich Berger
(50/Oberschneiding), als Besitzerin ist Mutter Isolde Berger (58)
eingetragen. Sessibo, die in dieser Steher-Prüfung über die Grunddistanz
von 2.600 Metern aus dem ersten Band ins Rennen geht, bekommt es mit elf
Gegnerinnen zu tun.
Dass Maximilian Berger, der eine Lehre zum Hufschmied absolviert,
überhaupt noch Trabrennen bestreiten kann, grenzt an ein Wunder. Denn das
Nachwuchs-Talent musste in seinem Leben schon zwei schwere Unfälle
überstehen. Bei einem Autounfall vor einigen Jahren brach sich Berger das
Genick. Die Verletzung beeinträchtigt mich kaum noch,
hatte Berger Glück
im Unglück.
Das war auch bei seinem Start mit der Stute Senhorita zu Beginn der
Derby-Woche 2008 in Berlin-Mariendorf der Fall. Das plötzlich auskeilende
Pferd traf ihn mitten im Gesicht. Vier Tage musste Berger wegen
Knochenbrüchen im Gesicht im Krankenhaus verbringen, wurde mehrere Stunden
operiert. Am fünften Tag hielt ihn nichts mehr im Krankenbett. Sein Weg
führte ihn direkt wieder auf die Derby-Bahn, wo er den Start seines Vaters
Heinrich mit Running Ship im Derby-Vorlauf beobachtete.
Sonntag wird es umgekehrt sein. Heinrich Berger wird seinem Sohn an der
Bande die Daumen drücken. Ich werde versuchen, ein gutes Führpferd zu
bekommen. Mit der Distanz hat Sessibo keine Probleme. Erst nach 2.000
Metern kommt sie so richtig auf Touren,
erklärt Berger junior, der
kürzlich mit Shagall die Deutsche Besitzerfahrer-Amateurmeisterschaft in
Straubing gewann und gleichzeitig seinen 50. Sieg feierte.
Die Profi-Konkurrenz bereitet Maximilian Berger keine schlaflosen Nächte.
Anfangs war ich aufgeregt, wenn es gegen die Profi-Fahrer ging.
Mittlerweile ist das nicht mehr so. Aber Siege gegen Fahrer wie Heinz
Wewering, Roland Hülskath oder Gerd Biendl sind nach wie vor etwas
Besonderes,
sagt Berger.
Zum Favoritenkreis im Stuten-Grand Prix zählen auch Aliss mit Detlef
Fleischer (38/München) im Sulky, Just Magic Diamant mit Gerd Biendl
(52/München), die eigens aus Schweden anreisende Out of Wüstenrot mit
Michael Schmid (42/Oberhausen) und Gini Diamant, die von Jochen Haide
(41/Sauerlach) gesteuert wird.
Gilbert Becaud gewinnt Münchner Jugend-Preis
Traum-Sonntag für Jochen Holzschuh
München (mspw) - Riesenerfolg für Jochen Holzschuh (Mönchengladbach)
auf der Trabrennbahn in München-Daglfing! Erst gewann der 34-jährige
Jung-Trainer mit dem 120:10-Außenseiter Capo di Capi überraschend
den so genannten Entlastungslauf zum Jugend-Preis für Zweijährige
(7.000 Euro). Und dann war Holzschuh auch im Hauptrennen nicht zu
schlagen. Gilbert Becaud siegte im mit 25.000 Euro dotierten
Jugend-Preis zum Totokurs von 64:10 und gilt nun als Deutschlands
aktuell bestes zweijähriges Trabrennpferd.
Ganz knapp mit einem kurzen Kopf verwies Gilbert Becaud den Hengst
Giro mit Thomas Kornau (50/Recklinghausen), der auf der Zielgeraden
mächtig auf Touren gekommen war, auf Rang zwei. Super Neo mit Thomas
Panschow (42/Bladenhorst) wurde Dritter.
Das ist Wahnsinn. Ich fahre nach München und gewinne beide Hauptrennen
für die Zweijährigen,
konnte es Holzschuh kaum fassen. Dabei hatte
Gilbert Becaud diesmal einige Probleme mit der Gangart. Aber er war so
schnell, dass ich mir sicher war, dass wir gewinnen werden. Auf der Zielgeraden habe
ich Giro fast übersehen. Deshalb wurde es doch noch einmal eng,
so
Holzschuh weiter. Bis zum Derby im nächsten Jahr vergeht noch eine ganze Weile. Aber die Leistungen meiner beider Pferde machen Hoffnung.
Der Jugend-Preis konnte erst mit Verzögerung gestartet werden. Zunächst
musste die als Mit-Favoritin gehandelte Sweet Dreams von Trainer und
Fahrer Josef Sparber (49/Taufkirchen) kurzfristig wegen Lahmheit als
Nichtstarterin gemeldet werden. Dann sorgte Vin Race mit Benjamin Hagen
(37/Berlin) für einen Fehlstart.
Schon gleich nach dem zweiten Startversuch hielt sich Gilbert Becaud, der
dem Computerspiele-Händler Willi Gruteser aus Viersen gehört, nach einem
guten Start immer im vorderen Teil des Feldes auf. Im Schlussbogen übernahm
Gilbert Becaud, benannt nach dem französischen Chanson-Sänger, die Führung.
Bis kurz vor dem Ziel hatte sich der Holzschuh-Hengst einen deutlichen
Vorsprung auf die Konkurrenten heraus gearbeitet. Die Angriffe der
heranstürmenden Giro und Super Neo konnte der Sieger knapp abwehren.
Für den 20:10-Favoriten Baltimore As mit Rekord-Champion Heinz Wewering
(59/Hamburg) reichte es beim mit Spannung erwarteten ersten Auftritt hinter
dem Spitzen-Trio nur zu Rang vier. Besitzerin Marion Jauß (70/Neritz) hatte
sich den Erwerb von Baltimore As bei der Derby-Auktion 2008 satte 220.000
Euro kosten lassen.
In München wird der beste Zweijährige gesucht
Baltimore As: Das 220.000 Euro-Pferd
München (mspw) - Auf der Rennbahn in München-Daglfing wird Sonntag
(6-9-09) Deutschlands aktuell bestes zweijähriges Trabrennpferd gesucht. Im mit
25.000 Euro dotierten Hauptlauf zum Jugend-Preis über die Meile kämpfen
elf Nachwuchs-Traber aus dem kommenden Derby-Jahrgang um die Siegprämie
von 12.500 Euro.
Schon lange vor seinem ersten Auftritt auf der Rennbahn hatte Baltimore As
aus dem Besitz von Marion Jauß (70/Neritz) für Schlagzeilen gesorgt. Denn
bei der Derby-Auktion 2008 ließ sich Jauß den Erwerb des Hengstes die
Rekordsumme von 220.000 Euro kosten. Trainer und Rekord-Champion Heinz
Wewering (59/Hamburg) wird den Jauß-Hengst in München steuern. Baltimore
As gilt als großer Hoffnungsträger. Er könnte für seine Besitzerin, die im
Stuten-Derby bereits mehrfach triumphierte, im nächsten Jahr erstmals das
Deutsche Traber-Derby gewinnen, wenn er seinen Vorschusslorbeeren auch auf
der Rennbahn gerecht werden sollte. Am Sonntag bestreitet er im
Jugend-Preis sein erstes richtiges Rennen.
Neben Baltimore As hat auch Sweet Dreams aus dem Besitz von Pia Platzer
(Zorneding), Ehefrau des Amateurfahrers Peter Platzer, bereits für
reichlich Furore gesorgt. Die Stute absolvierte ihre Qualifikation mit
Trainer Josef Sparber (49/Taufkirchen) im Sulky in einer bemerkenswerten
durchschnittlichen Kilometer-Zeit von 1:16,9 Minuten. Damit steht sie im
Jugend-Preis um zwei Sekunden über allen anderen Pferden. Im Trabrennsport
ist das eine kleine Welt. Bemerkenswert: In der Qualifikation war Sweet
Dreams allein auf weiter Flur. So eine gute Zweijährige hatte ich noch
nie,
schwärmt Sparber.
Als frischer Sieger kommt Gilbert Becaud, benannt nach dem französischen
Chanson-Sänger, nach München. Jung-Trainer Jochen Holzschuh
(34/Mönchengladbach) ist optimistisch, dass sein Schützling, der zuletzt
in Dinslaken ein Zweijährigen-Rennen gewann, erneut vorne mitmischen kann.
Gilbert Becaud verfügt bereits über Renn-Erfahrung. Das ist sicher kein
Nachteil. Wenn er glatt geht, wird der Hengst um die vorderen Plätze
mitkämpfen,
sagt Holzschuh.
Gleich mit zwei Startern ist Champion-Trainer Gerd Holtermann
(53/Bladenhorst) vertreten. Der Berliner Benjamin Hagen (37) steuert Vin
Race, der Deutsche Vize-Meister Roland Hülskath (34/Mönchengladbach) Van
Diesel.