Zuletzt bearbeitet: 23.12.2009
Samstag Großer Weihnachts-Pokal in München:
Unforgettable gegen Corleone
München (mspw) - Zum letzten Mal im Traber-Jahr 2009 sind die Geldtöpfe am
2. Weihnachtsfeiertag (Samstag, 26. Dezember) prall gefüllt. Im Großen
Weihnachts-Pokal auf der Rennbahn in München-Daglfing über 2.600 Meter
geht es um Prämien von 30.000 Euro. Und einige der besten Fahrer und
Pferde aus Deutschland und den Niederlanden wollen sich die Chance auf die
Siegprämie von 15.000 Euro nicht entgehen lassen.
Unter den zehn Startern befindet sich mit Unforgettable sogar ein
ehemaliger Derby-Sieger. 2005 gewann der inzwischen siebenjährige Hengst
das wichtigste Rennen des Jahres in Deutschland. Satte 712.774 Euro
Gewinnsumme hat der trabende Geldschrank auf seinem Konto. In München
wird der Spitzen-Traber, der eine Zulage von 25 Metern wettmachen muss,
von seinem Trainer Arnold Mollema (61/Wolvega) gesteuert. Im Training hat
er überzeugt. Ich rechne mir einiges aus,
sagt der Niederländer.
Allerdings blieb Unforgettable zuletzt nicht immer fehlerlos. Wenn er
glatt geht, wird er ganz weit vorne landen,
ist Mollema überzeugt.
Als Hauptkonkurrenten hat Mollema mit Corleone einen weiteren
Top-Verdiener ausgemacht. Der Gewinner von 270.698 Euro wird von Marie
Lindinger (30/Aschheim) gesteuert und hatte zuletzt die Generalprobe in
München, einen Vorbereitungslauf zum Weihnachts-Pokal, gewonnen. Wie
Unforgettable muss Corleone, der Marie Lindingers Eltern Karl und Renate
(Stall Wieserhof) gehört, eine Zulage von 25 Metern aufholen. Das sollte
kein Problem sein,
ist Karl Lindinger optimistisch.
Neben Unforgettable und Corleone startet auch E.T. Diamant, der in seiner
Karriere bereits 139.402 Euro gewonnen hat, mit einer Zulage aus dem
zweiten Band. Sein ständiger Fahrer Georg Frick (46/Hohenlinden) steuerte
den neunjährigen Wallach im Münchner Vorbereitungslauf hinter Corleone auf
Rang zwei.
Die 17.600 Euro Gewinnsumme von Icare de Bois wirken im Vergleich zu den
drei Geldschränken bescheiden. Doch das Laufwunder aus dem
Trainingsquartier des Niederländers Henk Grift (34/Kevelaer) dürfte glatt
gehend ein Kandidat für die vorderen Plätze sein. Ein Erfolg würde Fahrer
und Vize-Meister Roland Hülskath (34/Mönchengladbach) doppelt freuen. Denn
für den 34-Jährigen geht es auch um Punkte im Berufsfahrer-Championat, in
dem er mit Michael Nimczyk (23/Willich) um den Goldhelm kämpft.
Ebenfalls zum Favoritenkreis in München zählt der frische Doppel-Sieger
Odessa Santana mit Jochen Haide (41/Sauerlach). Der fünfjährige Hengst
triumphierte im Vorbereitungslauf in Gelsenkirchen.
Favoriten-Sieg im Münchner Stuten-Grand Prix um 30.000 Euro
Aliss hatte den längsten Atem
München (mspw) - Den längsten Atem im mit 30.000 Euro dotierten Stuten-Grand Prix über die Marathon-Distanz von 2.600 Metern am Sonntag (25-10-09) auf der Trabrennbahn in München-Daglfing hatte die siebenjährige Aliss. Trotz einer Zulage von 25 Metern war die 26:10-Favoritin, die von Lokalmatador Detlef Fleischer (38) gesteuert wurde, nicht zu schlagen und kam zu einem überlegenen Sieg. Überglücklich nahmen Fleischer und Besitzer Peter Niedermeier (Vilsbiburg) die Glückwünsche von HVT-Präsident Max Stadler (Frauenau), der seit vielen Jahren auch den Münchner Trabrenn- und Zuchtverein führt, entgegen.
Ich habe mich zu Beginn etwas geärgert, dass ich nicht schon eher nach vorne gekommen bin. Aber am Ende ist ja alles gut gegangen,
strahlte Fleischer.
Für Aliss war der überlegene Erfolg mit sieben Längen bereits der siebte Saison-Sieg beim elften Start. Allerdings war es der erste Big Point ihrer Karriere. Die Siegprämie von 15.000 Euro im Stuten-Grand Prix schraubte die Gewinnsumme von Aliss auf nun 32.370 Euro deutlich in die Höhe. Rang zwei ging an Out of Wüstenrot, die Besitzer Rainer Heubl (Aschau) extra aus Schweden hatte anreisen lassen. Auch für ihren Fahrer Michael Schmid aus Oberhausen lohnte sich die lange Anfahrt. Als Prämie für Rang zwei wurden 7.500 Euro gezahlt.
Die 142:10-Außenseiterin Raena mit ihrem Trainer Daniel Wagner (35/Zossen) im Sulky belegte hinter dem Spitzen-Duo Rang drei, für den es immer noch 3.750 Euro gab. Das Renngeschehen wurde über weite Strecken von Raena bestimmt. Nach einem Vorstoß in äußeren Spuren mischte auch Aliss in der Spitzen-Gruppe mit. Im Schlussbogen steckte Aliss erstmals die Nase in Führung und baute ihren Vorsprung auf der Zielgeraden entscheidend aus. Im Endspurt sicherte Out of Wüstenrot noch vor Raena Rang zwei.
Amateurfahrer will es den Profis Sonntag in München zeigen
Maximilian durch nichts zu erschüttern
München (mspw) - Ein Amateur will es am Sonntag (25-10-09) auf der Trabrennbahn in
München-Daglfing den Profis zeigen. Der erst 21-jährige Maximilian Berger
(Oberschneiding) darf mit Sessibo im mit 30.000 Euro dotierten
Stuten-Grand Prix starten, weil sich die Achtjährige im Familienbesitz
befindet. Trainer ist Maximilians Vater Heinrich Berger
(50/Oberschneiding), als Besitzerin ist Mutter Isolde Berger (58)
eingetragen. Sessibo, die in dieser Steher-Prüfung über die Grunddistanz
von 2.600 Metern aus dem ersten Band ins Rennen geht, bekommt es mit elf
Gegnerinnen zu tun.
Dass Maximilian Berger, der eine Lehre zum Hufschmied absolviert,
überhaupt noch Trabrennen bestreiten kann, grenzt an ein Wunder. Denn das
Nachwuchs-Talent musste in seinem Leben schon zwei schwere Unfälle
überstehen. Bei einem Autounfall vor einigen Jahren brach sich Berger das
Genick. Die Verletzung beeinträchtigt mich kaum noch,
hatte Berger Glück
im Unglück.
Das war auch bei seinem Start mit der Stute Senhorita zu Beginn der
Derby-Woche 2008 in Berlin-Mariendorf der Fall. Das plötzlich auskeilende
Pferd traf ihn mitten im Gesicht. Vier Tage musste Berger wegen
Knochenbrüchen im Gesicht im Krankenhaus verbringen, wurde mehrere Stunden
operiert. Am fünften Tag hielt ihn nichts mehr im Krankenbett. Sein Weg
führte ihn direkt wieder auf die Derby-Bahn, wo er den Start seines Vaters
Heinrich mit Running Ship im Derby-Vorlauf beobachtete.
Sonntag wird es umgekehrt sein. Heinrich Berger wird seinem Sohn an der
Bande die Daumen drücken. Ich werde versuchen, ein gutes Führpferd zu
bekommen. Mit der Distanz hat Sessibo keine Probleme. Erst nach 2.000
Metern kommt sie so richtig auf Touren,
erklärt Berger junior, der
kürzlich mit Shagall die Deutsche Besitzerfahrer-Amateurmeisterschaft in
Straubing gewann und gleichzeitig seinen 50. Sieg feierte.
Die Profi-Konkurrenz bereitet Maximilian Berger keine schlaflosen Nächte.
Anfangs war ich aufgeregt, wenn es gegen die Profi-Fahrer ging.
Mittlerweile ist das nicht mehr so. Aber Siege gegen Fahrer wie Heinz
Wewering, Roland Hülskath oder Gerd Biendl sind nach wie vor etwas
Besonderes,
sagt Berger.
Zum Favoritenkreis im Stuten-Grand Prix zählen auch Aliss mit Detlef
Fleischer (38/München) im Sulky, Just Magic Diamant mit Gerd Biendl
(52/München), die eigens aus Schweden anreisende Out of Wüstenrot mit
Michael Schmid (42/Oberhausen) und Gini Diamant, die von Jochen Haide
(41/Sauerlach) gesteuert wird.
Gilbert Becaud gewinnt Münchner Jugend-Preis
Traum-Sonntag für Jochen Holzschuh
München (mspw) - Riesenerfolg für Jochen Holzschuh (Mönchengladbach)
auf der Trabrennbahn in München-Daglfing! Erst gewann der 34-jährige
Jung-Trainer mit dem 120:10-Außenseiter Capo di Capi überraschend
den so genannten Entlastungslauf zum Jugend-Preis für Zweijährige
(7.000 Euro). Und dann war Holzschuh auch im Hauptrennen nicht zu
schlagen. Gilbert Becaud siegte im mit 25.000 Euro dotierten
Jugend-Preis zum Totokurs von 64:10 und gilt nun als Deutschlands
aktuell bestes zweijähriges Trabrennpferd.
Ganz knapp mit einem kurzen Kopf verwies Gilbert Becaud den Hengst
Giro mit Thomas Kornau (50/Recklinghausen), der auf der Zielgeraden
mächtig auf Touren gekommen war, auf Rang zwei. Super Neo mit Thomas
Panschow (42/Bladenhorst) wurde Dritter.
Das ist Wahnsinn. Ich fahre nach München und gewinne beide Hauptrennen
für die Zweijährigen,
konnte es Holzschuh kaum fassen. Dabei hatte
Gilbert Becaud diesmal einige Probleme mit der Gangart. Aber er war so
schnell, dass ich mir sicher war, dass wir gewinnen werden. Auf der Zielgeraden habe
ich Giro fast übersehen. Deshalb wurde es doch noch einmal eng,
so
Holzschuh weiter. Bis zum Derby im nächsten Jahr vergeht noch eine ganze Weile. Aber die Leistungen meiner beider Pferde machen Hoffnung.
Der Jugend-Preis konnte erst mit Verzögerung gestartet werden. Zunächst
musste die als Mit-Favoritin gehandelte Sweet Dreams von Trainer und
Fahrer Josef Sparber (49/Taufkirchen) kurzfristig wegen Lahmheit als
Nichtstarterin gemeldet werden. Dann sorgte Vin Race mit Benjamin Hagen
(37/Berlin) für einen Fehlstart.
Schon gleich nach dem zweiten Startversuch hielt sich Gilbert Becaud, der
dem Computerspiele-Händler Willi Gruteser aus Viersen gehört, nach einem
guten Start immer im vorderen Teil des Feldes auf. Im Schlussbogen übernahm
Gilbert Becaud, benannt nach dem französischen Chanson-Sänger, die Führung.
Bis kurz vor dem Ziel hatte sich der Holzschuh-Hengst einen deutlichen
Vorsprung auf die Konkurrenten heraus gearbeitet. Die Angriffe der
heranstürmenden Giro und Super Neo konnte der Sieger knapp abwehren.
Für den 20:10-Favoriten Baltimore As mit Rekord-Champion Heinz Wewering
(59/Hamburg) reichte es beim mit Spannung erwarteten ersten Auftritt hinter
dem Spitzen-Trio nur zu Rang vier. Besitzerin Marion Jauß (70/Neritz) hatte
sich den Erwerb von Baltimore As bei der Derby-Auktion 2008 satte 220.000
Euro kosten lassen.
In München wird der beste Zweijährige gesucht
Baltimore As: Das 220.000 Euro-Pferd
München (mspw) - Auf der Rennbahn in München-Daglfing wird Sonntag
(6-9-09) Deutschlands aktuell bestes zweijähriges Trabrennpferd gesucht. Im mit
25.000 Euro dotierten Hauptlauf zum Jugend-Preis über die Meile kämpfen
elf Nachwuchs-Traber aus dem kommenden Derby-Jahrgang um die Siegprämie
von 12.500 Euro.
Schon lange vor seinem ersten Auftritt auf der Rennbahn hatte Baltimore As
aus dem Besitz von Marion Jauß (70/Neritz) für Schlagzeilen gesorgt. Denn
bei der Derby-Auktion 2008 ließ sich Jauß den Erwerb des Hengstes die
Rekordsumme von 220.000 Euro kosten. Trainer und Rekord-Champion Heinz
Wewering (59/Hamburg) wird den Jauß-Hengst in München steuern. Baltimore
As gilt als großer Hoffnungsträger. Er könnte für seine Besitzerin, die im
Stuten-Derby bereits mehrfach triumphierte, im nächsten Jahr erstmals das
Deutsche Traber-Derby gewinnen, wenn er seinen Vorschusslorbeeren auch auf
der Rennbahn gerecht werden sollte. Am Sonntag bestreitet er im
Jugend-Preis sein erstes richtiges Rennen.
Neben Baltimore As hat auch Sweet Dreams aus dem Besitz von Pia Platzer
(Zorneding), Ehefrau des Amateurfahrers Peter Platzer, bereits für
reichlich Furore gesorgt. Die Stute absolvierte ihre Qualifikation mit
Trainer Josef Sparber (49/Taufkirchen) im Sulky in einer bemerkenswerten
durchschnittlichen Kilometer-Zeit von 1:16,9 Minuten. Damit steht sie im
Jugend-Preis um zwei Sekunden über allen anderen Pferden. Im Trabrennsport
ist das eine kleine Welt. Bemerkenswert: In der Qualifikation war Sweet
Dreams allein auf weiter Flur. So eine gute Zweijährige hatte ich noch
nie,
schwärmt Sparber.
Als frischer Sieger kommt Gilbert Becaud, benannt nach dem französischen
Chanson-Sänger, nach München. Jung-Trainer Jochen Holzschuh
(34/Mönchengladbach) ist optimistisch, dass sein Schützling, der zuletzt
in Dinslaken ein Zweijährigen-Rennen gewann, erneut vorne mitmischen kann.
Gilbert Becaud verfügt bereits über Renn-Erfahrung. Das ist sicher kein
Nachteil. Wenn er glatt geht, wird der Hengst um die vorderen Plätze
mitkämpfen,
sagt Holzschuh.
Gleich mit zwei Startern ist Champion-Trainer Gerd Holtermann
(53/Bladenhorst) vertreten. Der Berliner Benjamin Hagen (37) steuert Vin
Race, der Deutsche Vize-Meister Roland Hülskath (34/Mönchengladbach) Van
Diesel.