Zuletzt bearbeitet: 27.02.2011
Pferdewirt-Lehre neu geregelt
Wer den Beruf Pferdewirt erlernen möchte, muss sich jetzt auf einige Neuerungen einstellen, teilt die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen mit.
Münster (agrar-PR) - Nach einer Verordnung des Bundes findet die Ausbildung nicht mehr in den vier bekannten Schwerpunkten Pferdezucht und -haltung, Reiten, Rennreiten sowie Trabrennfahren statt. Berufsanfänger müssen sich jetzt für eine der fünf Fachrichtungen Pferdehaltung und Service, Pferdezucht, Klassische Reitausbildung, Pferderennen oder Spezialreitweisen entscheiden. Pferdezucht und -haltung wurden getrennt, Rennreiten und Trabrennfahren werden jetzt als voneinander getrennte Einsatzgebiete unter Pferderennen geführt. Die Spezialreitweisen mit den Einsatzgebieten Westernreiten und Gangreiten sind neu. Der bisherige Schwerpunkt Reiten heißt nun Fachrichtung Klassische Reitausbildung.
Es wird erwartet, dass die geforderte berufliche Handlungsfähigkeit durch die neue Prüfung besser erfasst und durch das modernere Zeugnis eindeutiger dokumentiert wird. Damit dürften auch die Chancen auf dem Arbeitsmarkt steigen. Bei den in Nordrhein-Westfalen anerkannten Ausbildungsbetrieben überprüft die Landwirtschaftskammer zurzeit, für welche der neuen Fachrichtungen die Voraussetzungen erfüllt werden.
Bongartz hofft auf Weihnachtsgeld
Gelsenkirchen (mspw) - Beim letzten Renntag des Jahres am Sonntag, 26. Dezember, (zweiter Weihnachtsfeiertag) auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen (elf Rennen, erster Start um 14 Uhr) geht es um reichlich Weihnachtsgeld. Allein im Weihnachts-Preis der Stuten werden 3.200 Euro an Prämien ausgeschüttet. Gute Chancen, ihren Besitzern den Löwenanteil von 1.400 Euro zu sichern, hat El Conchita. Die sechsjährige Stute aus dem Besitz von Ex-Fußballprofi Hannes Bongartz (59/Bottrop) und Taubenzüchter Johann Jupp Hofstetter (62/Essen) könnte ihre aktuelle Siegesserie fortsetzen. Bei ihren letzten drei Auftritten war El Conchita nicht zu bezwingen.
Gleich zweimal bog El Conchita (Bild) beim Renntag am 21. November auf der Bahn in Mönchengladbach in den Winner-Circle ein. Mit Bongartz selbst im Sulky gewann die Stute Vor- und Endlauf zur Westdeutschen Herbst-Meisterschaft der Amateure 2010. Zuvor hatte El Conchita eine über einjährige Siegpause bei ihrem Erfolg am 11. November, ebenfalls in Mönchengladbach, beendet.
El Conchitas erfolgreichste Saison war 2008. Stolze 13 Mal kehrte die Bongartz-Stute als Siegerin in den Stall zurück. Dabei schaffte sie sogar elf Siege in Folge. Ein Jahr später gelangen immerhin noch vier Volltreffer. Die aktuelle Saison lief zunächst nicht nach Plan. Nach zwei Starts ohne Sieg im Januar erhielt El Conchita eine Pause. Erst Anfang August kehrte die Stute wieder ins Renn-Geschehen zurück. Bis zum ersten Sieg nach ihrem Comeback dauerte es dann noch einmal mehr als drei Monate. "El Conchita hat sich zuletzt kontinuierlich gesteigert und ist wieder sehr gut in Form. Wegen der schlechten Witterung konnte allerdings in den letzten Tagen nicht optimal trainiert werden. Aber das Handicap haben fast alle," so Mitbesitzer Bongartz.
Fahrer von El Conchita am Nienhausen Busch ist der erfahrene Profi Michael Schmid (Oberhausen). Der 43-Jährige kennt die Serien-Siegerin bereits von einem gemeinsamen Auftritt in Gelsenkirchen Ende Oktober, bei dem das Gespann auf Rang vier gelandet war. Gegen starke Gegner verbesserte El Conchita damals ihren Rekord um 1,6 Sekunden auf eine durchschnittliche Kilometer-Zeit von 1:14,3 Minuten. "Michael Schmid ist sehr gut mit ihr zurechtgekommen und hat sie wieder richtig in Schwung gebracht," ist Bongartz auch für Sonntag optimistisch.
Allerdings gilt es für El Conchita, in diesem Bänderstart-Rennen über die Grund-Distanz von 2.025 Metern gegenüber fünf ihrer insgesamt zehn Konkurrentinnen eine Zulage von 25 Metern wettzumachen. Das könnte freilich recht schnell gelingen. "Der Start aus dem Band ist eine Spezialität von El Conchita. Sie kommt zügig auf Touren," sagt Bongartz.
Eine der Gegnerinnen von El Conchita beim traditionellen Traben unter dem Tannenbaum ist die frische Siegerin Follow Me, die ebenfalls 25 Extra-Meter zurücklegen muss. Die fünfjährige Stute siegte zuletzt in Gelsenkirchen mit Galopprennreiterin und Amateurfahrerin Kathi Werning (25/Dortmund). Diesmal wird Follow Me wieder von ihrer Besitzerin Sigrid Eichler (50/Kevelaer) gesteuert, die den Profis ein Schnippchen schlagen möchte. Neun Siege und neun Platzierungen stehen für Follow Me bei 27 Saison-Starts in der Bilanz.
Als Mitfavoritin geht Mona Lisa As mit dem designierten Berufsfahrer-Champion Roland Hülskath (35/Mönchengladbach) ins Rennen. Die sechsjährige Stute aus dem Trainingsquartier von Gerd Holtermann (54/Bladenhorst) gewann in ihrer Laufbahn bereits 128.533 Euro. Das ist fast so viel wie alle anderen zehn Teilnehmerinnen zusammen. Ihre hohe Gewinnsumme beschert Mona Lisa As allerdings die Höchst-Zulage von 50 Metern.
Gute Chancen auf einen der vorderen Plätze dürfte auch Angel of Life mit dem Niederländer Gerrit Gommans (60/Bedburg-Hau) im Sulky besitzen. Die Stute startet aus dem ersten Band. 25 Meter mehr muss Bibi S mit Ralf Oppoli (43/Recklinghausen) zurücklegen.
Michael Nimczyk soll es richten
Mit der Gelsenkirchener Trabrennbahn kam die Stute Tequila bisher noch nicht so gut zurecht. Bei zwei Versuchen am Nienhausen Busch wurde die Dreijährige aus dem Besitz von Bau-Unternehmer Dieter Handke (52/Hamm) zweimal disqualifiziert. Bei der Weihnachts-Veranstaltung am kommenden Sonntag, 26. Dezember, (elf Rennen, erster Start um 14.00 Uhr) soll es in Gelsenkirchen aber nicht nur mit dem Ankommen, sondern am besten auch gleich mit einem Sieg klappen.
Als Fahrer hat Handke dafür den noch amtierenden Goldhelm Michael Nimczyk (Willich) engagiert. "Er ist nicht umsonst zweimal Champion und in diesem Jahr auch noch Vize-Europameister geworden," hält Handke große Stücke auf den 24-Jährigen. "Michael Nimczyk wird es richten," ist der Spezialist für Tief- und Straßenbau fest überzeugt. Grund zum Optimismus geben auch die letzten Formen von Tequila. In Hamburg wurde sie bei drei Auftritten einmal Erste (ebenfalls mit Michael Nimczyk im Sulky) und zweimal Zweite. "Sie ist ausgezeichnet in Form," freut sich der Besitzer.
Ein großer Traum von Dieter Handke, der in seiner Firma wegen der winterlichen Witterungsbedingungen früh den Weihnachts-Urlaub eingeläutet hat, war in diesem Jahr nicht in Erfüllung gegangen. Denn eigentlich wollte der Unternehmer seine Tequila im Stuten-Derby aufbieten. "Dafür war sie aber nicht reif genug," hatte Handke feststellen müssen. Deshalb schickte er die Stute von Mitte Juli bis Mitte November in eine Pause. Die Marschroute für 2011 ist bereits grob abgesteckt. "Tequila besitzt großes Potenzial. Im kommenden Jahr soll sie in hoch dotierten Stuten-Rennen an den Start gehen," so Handke.
Zuvor steht für Tequila aber am zweiten Weihnachtstag die Bewährungsprobe in Gelsenkirchen an. Mit acht Kontrahenten muss sich die Handke-Stute auseinander setzen. Als Mit-Favorit geht Cupidon d’Eden ins Rennen. Der vierjährige Wallach wird von Gerd Holtermann (54/Bladenhorst) für Walter Steinschmidt (54/Marienmünster) vorbereitet. Fahrer ist der designierte Deutsche Meister Roland Hülskath (35/Mönchengladbach). Cupidon d’Eden war zuletzt nicht immer fehlerfrei. Bei seinen vergangenen fünf Starts wurde er dreimal disqualifiziert. Ein Sieg und ein vierter Platz sprechen für den Wallach.
Als frische Gelsenkirchener Siegerin dürfte Titania Tinkerbell mit Ralf Künzel (52/Dinslaken) bei der Vergabe der vorderen Plätze mitmischen. Zwölf Anläufe benötigte die vierjährige Stute aus dem Besitz von Renate Maczak (47/Gelsenkirchen) für den ersten Saison-Treffer.
Nach ihrem erfolgreichen Einstand als Amateurfahrerin beim letzten Renntag in Gelsenkirchen will Galopprennreiterin Kathi Werning (25/Dortmund) Sonntag an ihre hervorragenden Platzierungen (ein Sieg und ein vierter Platz) anknüpfen. Gleich in der Auftakt-Prüfung steuert die Blondine den siebenjährigen Hengst Vogelfrei. Im elften und letzten Rennen beim Traben unterm Tannenbaum“ wird Werning dann ihr erstes Trabreiten absolvieren. Mit Winnetou Boshoeve muss sie eine Zulage von 25 Metern aufholen. Dieser Auftritt im Sattel dürfte bei einer Frau, die als Jockey bei den Galoppern 154 Siege erzielte, dürfte spannend werden.
Silvia Raspe vor größtem Karriere-Erfolg
Gelsenkirchen (mspw) - Das erste Championat als Deutschlands erfolgreichste Trabrenn-Amateurfahrerin ist für Silvia Raspe zum Greifen nah. Die 24-Jährige aus Weeze-Wemb führt knapp zwei Wochen vor Saisonende mit 32 Siegen die Wertung an und hat den bisher größten Erfolg ihrer Karriere fest im Visier. Sieben Punkte beträgt der Vorsprung auf André Pögel (37/Baruth). "Glückwünsche nehme ich aber erst entgegen, wenn der Gesamt-Sieg feststeht," bleibt Raspe vorsichtig. Am Sonntag auf der Rennbahn in Gelsenkirchen (zehn Rennen, erster Start 14.00 Uhr) kann Raspe ihre Erfolgs-Bilanz weiter ausbauen. In einem Amateurfahren greift sie mit dem Schimmel-Wallach Thor Boshoeve ins Geschehen ein.
Besonders stolz ist Raspe darauf, dass sie den Großteil ihrer Siege mit Pferden errungen hat, die sie gemeinsam mit ihrem Stiefvater Reinier Feelders (46/Kevelaer) auf die Rennen vorbereitet. "Vor und nach der Arbeit helfe ich im Stall mit," ist Raspe mit vollem Eifer dabei. Das Parade-Pferd von Silvia Raspe in diesem Jahr ist Lion Furniture. Allein zwölf ihrer insgesamt 32 Siege in Amateurrennen verbuchte sie mit dem sechsjährigen Wallach. Lion Furniture, der Reinier Feelders gehört, hat sogar gute Karten, das siegreichste Pferd des Jahres in Deutschland zu werden.
Am Nienhausen Busch ist Silvia Raspe, die am 30. Dezember 25 Jahre wird, mit ihrem Thor Boshoeve vertreten. Der neunjährige Wallach war in diesem Jahr ein Muster an Zuverlässigkeit. Bei 20 Starts kehrte der Schimmel nur ein einziges Mal ohne Prämie in den Stall zurück. Zwei Siege und 17 Platzierungen stehen in der Bilanz. Der letzte Erfolg von Thor Boshoeve datiert allerdings von Mitte Februar. "Die Trainingsleistungen waren in Ordnung. Der Wallach ist gut drauf," blickt Raspe optimistisch auf die Amateur-Prüfung am Sonntag. "Optimal wäre ein Rennen, in dem sich Thor Boshoeve ein wenig verstecken kann. Bei seinen letzten Starts musste er häufig durch die Todesspur. Das mag er nicht."
Auf der Gelsenkirchener Bahn trifft Thor Boshoeve auf neun Kontrahenten. Die vielfache Amateur-Championesse Rita Drees (68/Gronau-Epe) bietet Höwings Kumpel auf. Jörg Hafer (51/Gelsenkirchen), einer der erfolgreichsten Amateurfahrer Deutschlands, ist mit Chingagchook vertreten. Anke Börnig (33/Dinslaken) steuert den frischen Sieger Soul of Pine. Noch ganz am Anfang ihrer Karriere als Amateurfahrerin steht die 19jährige Kim Kornau (Recklinghausen), Tochter der ebenfalls im Trabrennsport tätigen Thomas (51) und Britta Kornau (47). Schon bei ihrer zweiten offiziellen Fahrt am letzten Sonntag am Nienhausen Busch sprang für Kim Kornau mit Sir Bajazzo der erste Sieg heraus. Diesmal greift die Nachwuchsfahrerin mit Bonifacio an.
Roc de la Foret kostet viele Nerven
Auch nach über 50 Jahren im Trabrennsport ist Manfred Breithor (76/Niederkrüchten) nervös, wenn eines seiner Pferde am Start ist. Ganz besonders viel Herzklopfen bekommt Breithor bei Roc de la Foret, der Sonntag (19-12-10) auf der Rennbahn am Nienhausen Busch in Gelsenkirchen (zehn Rennen, erster Start 14.00 Uhr) seinen 14. Start in diesem Jahr absolviert. Denn für den fünfjährigen Wallach gab es in dieser Saison nur hopp oder top. Siebenmal kehrte er als Sieger in den Stall zurück. Bei den übrigen sechs Versuchen verhinderten Fehler weitere Erfolge. "Er kostet viele Nerven. Seine Auftritte sind spannend," sagt Breithor.
Dennoch ist Manfred Breithor, der früher auch als Jockey bei den Galoppern tätig war, für den Start von Roc de la Foret optimistisch. "Wenn er keinen Fehler macht, wird es ganz schwer, ihn zu bezwingen," so Breithor. Als Fahrer von Roc de la Foret hat Breithor Jens-Holger Schwarma engagiert. Der 53-Jährige aus Moers hat den Wallach bisher dreimal gefahren und dabei jedes Mal gewonnen. Ingesamt triumphierte Roc de la Foret bei vier seiner letzten fünf Starts.
Der Stall Adamas von Thomas und Dagmar Bosner (Bargteheide) bietet Nomea SAS auf. Für die dreijährige Stute endete zuletzt ein Gastspiel auf der Bahn im schwedischen Jägersro mit Rekord-Champion Heinz Wewering (60/Berlin) im Sulky auf Rang zehn. Zuvor waren bei vier Versuchen auf den Bahnen in Gelsenkirchen und Hamburg ein Sieg und drei zweite Plätze herausgesprungen. An diese Leistungen soll Nomea SAS mit Fahrer Thomas Holtermann (38/Dülmen) nun anknüpfen.
Der designierte Champion Roland Hülskath (35/Mönchengladbach), der am Wochenende 22./23. Januar in Berlin vom Dachverband HVT geehrt werden soll, greift mit Crown Store in das Geschehen ein. Der Wallach wird von Gerd Holtermann (54/Bladenhorst) für Marion Jauß (71/Neritz) vorbereitet. Crown Store war bei zwei seiner letzten fünf Starts nicht zu bezwingen. Zuletzt war der Vierjährige in einem 10.000 Euro-Rennen in Hamburg als 54:10-Mitfavorit wegen eines Fehlers disqualifiziert worden.
Kathi Werning: "Nicht nur mitfahren"
Gelsenkirchen (mspw) - Die Vorfreude ist Katharina Daniela Werning (Dortmund), genannt Kathi, deutlich anzumerken. Sonntag (12-12-10) auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen (elf Rennen, erster Start um 14.12 Uhr) absolviert die 25jährige attraktive Blondine ihre ersten Rennen als Trabrenn-Amateurfahrerin auf der Bahn am Nienhausen Busch. Nur Mitfahren ist der ehrgeizigen Kathi, die auch als Model und Moderatorin arbeitet, allerdings nicht genug. Ich will mit um den Sieg kämpfen,
hat sich die "Galopprennreiterin außer Dienst" für ihre Gelsenkirchen-Premiere gleich einiges vorgenommen. Zwei Chancen hat Werning, die als Jockey bei den Galoppern nicht weniger als 154 Siege verbuchen konnte, am Nienhausen Busch. Mit German Love startet sie im fünften, mit Follow Me im siebten Rennen des Tages.
Pferde sind die große Liebe von Kathi Werning. Kein Wunder, stammt sie doch aus einer pferde-verrückten Familie. Vater Reiner (69) ist Galopper-Trainer in Dortmund-Wambel, die Geschwister Pascal Jonathan (28) und Clarissa Christina (21) sind aktive Rennreiter. Drei weitere der insgesamt sieben Werning-Kinder waren ebenfalls schon im Rennsattel im Einsatz. Auch Kathi Werning war zunächst im Galopper-Lager zu Hause. Als 15jährige absolvierte sie Anfang 2000 in Dortmund ihren ersten Start. Kein halbes Jahr später gab es den ersten Sieg, dem 153 weitere Treffer folgten. Als bis dahin erste Frau in der arabischen Welt durfte sie sogar in Katar an Rennen teilnehmen. Durch ihre gleichzeitige Tätigkeit als Model wurde Kathi Werning auch außerhalb des Sports bekannt.
Anfang Dezember 2009 wurde die mediale Aufmerksamkeit noch größer. Bei einer Show-Veranstaltung auf der Rennbahn in Dortmund bockte Wernings Lieblings-Pferd Felicia. Kathi fiel zu Boden, wurde vom Huf des Pferdes mit voller Wucht am Helm getroffen. Die Folgen waren gravierend. Kathi Werning erlitt Hirn-Blutungen, hatte Gedächtnis-Verlust und lag zeitweise im künstlichen Koma. Werning kämpfte sich durch eine monatelange Reha zurück in den Sattel.
Das Pech von Kathi war jedoch damit noch nicht aufgebraucht. Nur wenige Wochen nach ihrem Comeback kam die Blondine bei einem Renntag Anfang Juni in Hassloch (Pfalz) erneut zu Fall. Mit einer Gehirnerschütterung musste sie mit dem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht werden. Dieser Sturz war einer zuviel,
erinnert sich Werning, die sich schon nach kurzer Zeit wieder berappelte. "Die Ärzte haben mir danach geraten, eine Reitpause einzulegen, weil das Risiko bleibender Schäden zu groß gewesen wäre."
Kathi Werning konzentriert sich deshalb aktuell auf ihre Tätigkeit als Moderatorin beim Trabrennveranstalter Win Race. Erfahrungen im Sulky sammelte Kathi Werning bei Gästefahren, von denen sie eines gewinnen konnte. "Dadurch bin ich auf den Geschmack bekommen. Die Prüfung zur Amateurfahrerin, die ich vor einigen Tagen bestanden habe, war der nächste logische Schritt," sagt Werning, die vor ihrer Premiere in einem Amateurfahren nicht im Ansatz nervös ist: "Es geht um das Händchen für das Pferd. Da ist es aus meiner Sicht egal, ob es sich um ein Trab- oder Galopprennpferd handelt."
Am Sonntag in Gelsenkirchen greift Kathi zunächst mit German Love aus dem Trainingsquartier von Jochen Holzschuh (36/Mönchengladbach) ins Geschehen ein. Die sechsjährige Stute, die in diesem Jahr immerhin drei Rennen gewinnen konnte, kam bei ihrem letzten Start Mitte November in Mönchengladbach auf Rang fünf. Das Gespann Werning/German Love trifft auf neun Kontrahenten. Bei ihrem zweiten Auftritt steuert Werning die fünfjährige Follow Me aus dem Besitz der erfolgreichen Amateurfahrerin Sigrid Eichler (50/Kevelaer). Die Stute zählt zum Kreis der Sieganwärter, gewann nicht weniger als 13 ihrer insgesamt 38 Karriere-Starts.
Pferde und Geschwindigkeit bestimmen das Leben von Kathi Werning. Da verwundert es nicht, dass die Dortmunderin nebenbei auch an ihrem Comeback im Galopprennsport arbeitet. "Im nächsten Jahr möchte ich als Jockey wieder Rennen bestreiten. Täglich trainiere ich mehrere Stunden dafür," sagt sie.
Chouchou zurück auf der Lieblings-Bahn
Lange mussten sich die Besucher der Trabrennbahn in Gelsenkirchen gedulden. Jetzt meldet sich mit Chouchou eines der siegreichsten Pferde der vergangenen drei Jahre am Nienhausen Busch zurück. Nicht weniger als 24 Mal bog Chouchou in den Winner-Circle ein, wurde 2008 und 2009 Gelsenkirchener Pferd des Jahres. Ende Mai 2010 absolvierte der zehnjährige Wallach aus dem Besitz von Trainer Eckhardt Drees (64/Lüdinghausen) seinen bisher letzten Start in Gelsenkirchen, wurde in einem Rennen über die Marathon-Distanz von 3.225 Metern Siebter. Es folgte eine mehrmonatige Pause.
"Chouchou war Ende Mai außer Form. Die Pause hat er benötigt," erklärt Drees die Auszeit seines Musterschülers. Wegen der langen Unterbrechung konnte der Drees-Wallach 2010 nicht ganz an die erfolgreichen Jahre 2008 und 2009 anknüpfen. Drei Siege, allesamt erreicht in Gelsenkirchen, stehen zu Buche. In der Wertung zum Gelsenkirchener Pferd des Jahres, die der siebenjährige Wallach Photo Phoenix mit acht Siegen anführt, rangiert der Titelverteidiger diesmal nur auf Rang 32.
Jetzt soll Chouchou auf seiner Lieblings-Bahn, auf der er zuletzt Ende September einen Probelauf in der durchschnittlichen Kilometerzeit von 1:17,7 Minuten absolviert hatte, wieder in die Erfolgsspur zurückfinden. Die ersten Starts nach der langen Pause waren nämlich nicht nach Plan verlaufen. Bei insgesamt drei Auftritten in Berlin-Karlshorst und Dinslaken wurde der Wallach zweimal beim Trabreiten wegen unreiner Gangart disqualifiziert, der letzte Start mit dem Sulky am Bärenkamp endete mit Rang sechs. "Da hat er mir aber schon wieder ganz gut gefallen," so Eckhardt Drees.
Dass Chouchou überhaupt noch an Trabrennen teilnehmen kann, ist keineswegs selbstverständlich. Denn der zehnjährige Wallach musste in seiner Karriere zwei Verletzungen überstehen, die fast zum Ende seiner Laufbahn geführt hätten. Im Alter von vier Jahren hatte sich Chouchou am Sprunggelenk verletzt. 2007 machte ihm ein hartnäckiger Hornspalt zu schaffen.
Doch Eckhardt Drees führte den Wallach, den er 2007 vom befreundeten Besitzer Dr. Michael Liebhardt (Pfaffenhofen) gekauft hatte, zurück in die Erfolgsspur. Zu Beginn der Saison 2008 qualifizierte sich Chouchou nach mehrmonatiger Pause wieder für den Rennbetrieb. Die Bahn in Gelsenkirchen wurde danach schnell zu seiner Lieblings-Piste. 13 Siege 2008 und acht Erfolge 2009 am Nienhausen Busch brachten dem Wallach und seinem Trainer zweimal in Folge das Bahn-Championat.
Zu Chouchous Gegnern in der zweiten Tagesprüfung am Sonntag zählt unter anderem die frische Doppel-Siegerin Love Times mit ihrem Trainer Gerd Holtermann (54/Bladenhorst) im Sulky. Der größte Erfolg der fünfjährigen Stute in dieser Saison liegt gar nicht lange zurück. Anfang November triumphierte Love Times in einem Breeders Crown (Züchter-Krone)-Entlastungslauf für fünf- siebenjährige Stuten, verdiente dabei stolze 4.978 Euro.
Zum Kreis der Sieganwärter zählen auch Yordi va Camstra mit Rob de Vlieger (46/Zwaanshoek, NL) und Vanity Fame B mit Rick Wester (25/Schaandamm, NL) im Sulky. Allenfalls Außenseiter-Chancen besitzt Bugatti, der von seiner Besitzerin und Amateurfahrerin Sigrid Eichler (50/Kevelaer) aufgeboten wird.
Die Sonntag-Veranstaltung am Nienhausen Busch steht ganz im Zeichen der Minitraber. Nach der zweiten Tagesprüfung, dem M-T-T-Rennen, werden Organisatorin Karola Döme (Gronau-Epe) sowie die beiden ehemaligen Aktiven Vanessa Stier (Kevelaer) und Mike Konrad (Hamminkeln) die Champions der Minitraber 2010 auszeichnen. Als Titelträger bei den Minis werden Daniel Dotzauer (Gelsenkirchen) und sein Pony Paul geehrt. Die weiteren Plätze in der Minitraber-Wertung belegten Alexander Kelm (Oberhausen), Nancy Brodoch (Gelsenkirchen), Esther Gebauer (Essen) und Stefanie Pfeiffer (Essen).
Nachwuchsfahrerin Lipka lernt bei Michael Kramer am Möhnesee

Dreifach-Auftritt
von Ann-Kathrin
Gelsenkirchen (mspw) - Schon mal gehört? Mit Ann-Kathrin Lipka (20/Möhnesee) stellt sich am Donnerstag (2-12-10: erster von acht Starts um 18.30 Uhr) ein recht neues Gesicht auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn vor. In ihrer noch jungen Laufbahn ist die langhaarige und große Blondine erst in vier Rennen am Start gewesen. Nimmt man das zum Maßstab, dann hat Ann-Kathrin am Donnerstag Schwerstarbeit zu leisten, nimmt sie doch gleich an drei von acht Rennen teil.
Reingeschnuppert in den Trabrennsport hat Ann-Kathrin Lipka bereits, als sie noch in die zehnte Klasse der Hauptschule ging. Da machte sie ein Praktikum beim inzwischen 52jährigen Trabertrainer Michael Kramer (Möhnesee-Echtrop). "Es scheint ihr gefallen zu haben," sagt Kramer, dessen Vater Josef (inzwischen 75 Lenze) schon dem Trabrennsport anhing, oft als Amateurfahrer mit von der Partie war und meist eigene Pferde fuhr.
Ann-Kathrin Likpa, deren ältere Schwester Judith in der Schweiz im Hotelfach arbeitet, absolviert derzeit bei Kramer, der auch als selbstständiger Hufschmied tätig ist und zur Zeit zehn Pferde trainiert, eine Ausbildung zum Pferdewirt, Spezialgebiet Trabrennen. Kürzlich legte sie ihre Zwischenprüfung ab, hat jetzt noch zwei Jahre als Auszubildende vor sich.
Auf ihren ersten Sieg im Sulky freilich wartet sie noch. Sollte ihr das ausgerechnet am Donnerstag in Gelsenkirchen gelingen, würde der Toto wackeln. Ihre drei Starter Vilano Wulf, Gentleman BR und Venzy Way gehören allesamt zum Kreis der krassen Außenseiter. "Aller Anfang ist schwer. Aber Ann-Kathrin ist mit Feuereifer bei der Sache, scheint auch Talent zu haben. Der erste Sieg ist nur eine Frage der Zeit. Wir müssen halt Geduld haben," sagt Michael Kramer, der einst bei Willi Rode (72/Recklinghausen) in die Lehre ging.
Dass es Nachwuchsfahrerinnen im Trabrennsport schwer haben, weiß auch Michael Kramer. Deswegen setzt er einiges daran, sie bei Laune zu halten. Vielleicht macht sie später ja, wie ich auch, noch die Prüfung, um als Hufbeschlagsschmied tätig sein zu können.
Das will er der Nachwuchsfahrerin zumindest vorschlagen.
Am 1. Advent fällt in Gelsenkirchen die Entscheidung im Ladytrab-Cup
Anke Börnig jagt Silvia Raspe
Gelsenkirchen (mspw) - Der letzte Wertungslauf zum "Eugen Kuhlmann Cours Ladytrab-Cup" für Amateurfahrerinnen am Sonntag (28-11-10) auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen (insgesamt neun Rennen, erster Start um 14 Uhr) verspricht Spannung. Denn Silvia Raspe (24/Weeze-Wemb) liegt in der Gesamtwertung mit 44 Punkten nur ganz knapp vor Verfolgerin Anke Börnig (33/Dinslaken), die 41 Zähler auf ihren Konto hat. Ich will unbedingt gewinnen,
kündigt Börnig selbstbewusst an.
Eine dritte Fahrerin kann nicht mehr in den Kampf um den Gesamtsieg eingreifen. Nicole Hildebrandt (36/Borken), die 2009 gemeinsam mit Silvia Raspe am Nienhausen Busch ganz oben auf dem Sieger-Treppchen stand, hat als Dritte schon 18 Zähler Rückstand auf die Führende. Allenfalls Rang zwei kann Hildebrandt noch erreichen. Für einen Sieg werden 14 Punkte vergeben, für Platz zwei elf Zähler. Ein oder zwei Zusatzpunkte sind bei guten Platzierungen mit Außenseitern möglich.
Anke Börnig rechnet sich mit der Stute Black Leonie, die Karl-Heinz Daniels (60/Hamminkeln) gehört, sehr gute Chancen aus. Mit der Fünfjährigen kam Börnig Mitte November in einem Amateurfahren am Nienhausen Busch auf Rang zwei. Black Leonie ist sehr gut in Form. Ein verdecktes Rennen wäre für die sprintstarke Stute optimal,
sagt Börnig vor dem entscheidenden Lauf um den Gelsenkirchener Ladytrab-Cup. Das Duo Black Leonie/Anke Börnig scheint aber ein Abonnement auf den zweiten Platz zu besitzen. Viermal steuerte Börnig die Stute in Gelsenkirchen, viermal sprang der zweite Rang heraus.
Die angehende Amateur-Championesse Silvia Raspe (bereits 30 Saisonsiege in Amateurfahren) will auch ihren Vorsprung in der Gesamtwertung zum Ladytrab-Cup mit Backara aus dem Besitz von Josef Kramer (75/Möhnesee) verteidigen. Immerhin vier Saison-Siege sowie neun Platzierungen bei 19 Auftritten stehen in der Bilanz der neunjährigen Stute, die erstmals von Raspe gesteuert wird. Der letzte Erfolg von Backara liegt allerdings schon eine Weile zurück. Zuletzt war sie Ende August in Mönchengladbach nicht zu bezwingen.
Irmgard Keller-Müller (64/Willich), Vorsitzende des Vereins Deutscher Traber-Besitzerinnen und Amateurfahrerinnen (Ladytrab), freut sich schon jetzt auf das Gelsenkirchener Finale am Sonntag. Für Besucher und Aktive ist eine so spannende Entscheidung zwischen zwei Fahrerinnen eine reizvolle Sache,
so die Funktionärin.
Den Zweikampf zwischen Silvia Raspe und Anke Börnig kann eine Niederländerin maßgeblich beeinflussen. Hilda Hofstra (39/Ureterp) steuert den frischen Sieger Winston Detvile und geht erneut mit Siegchancen ins Rennen. Da Hofstra kein Mitglied bei Ladytrab ist, wird sie in der Gesamtwertung allerdings nicht gelistet.
Nicht übersehen darf man auch die vielfache Amateur-Championesse Rita Drees (69/Gronau-Epe), die mit Noble Shaolin aus dem Besitz des Gelsenkirchener Steuerberaters Volker Heimeshoff (42) ins Geschehen eingreift. Der fünfjährige Hengst ist gut in Form. Bei seinen vergangenen sieben Auftritten wurde Noble Shaolin zweimal Erster, dreimal Zweiter sowie je einmal Dritter und Vierter. Insgesamt kommen zehn Amazonen“ an den Start.
Tim Schwarma: Champion in sechs Rennen
Geschwindigkeit ist genau sein Ding. Der angehende Berufs-Trabrennfahrer Tim Schwarma (Weeze) mag es schnell. Sowohl auf der Trabrennbahn als auch privat. Der 19-Jährige lief die 100 Meter als Leichtathlet einst in beachtlichen 11,1 Sekunden. Außerdem zählt das Kartfahren zu seinen Hobbys. Seine größte Passion aber sind die schnellen Pferde. Kein Wunder, denn nahezu die komplette Schwarma-Familie ist seit vielen Jahren im Trabrennsport aktiv. Am Sonntag ist Nachwuchsfahrer-Champion Tim Schwarma in sechs der neun Prüfungen auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn engagiert.
Bisher verlief auch die Karriere von Tim Schwarma mit rasanter Geschwindigkeit. Gleich in seiner ersten Saison als Auszubildender im Jahr 2009 gewann Schwarma das Lehrlings-Championat. Diesen Erfolg wird er in dieser Saison wiederholen. Denn Schwarma, der 2009 auf Mallorca auch Vize-Europameister der Lehrlingsfahrer wurde, führt die Wertung erneut mit uneinholbarem Vorsprung von rund 20 Siegen an.
Bis zum Ende der aktuellen Saison geht es für Tim Schwarma darum, noch so viele Siege wie möglich zu holen.
Seine aussichtsreichste Fahrt am Sonntag am Nienhausen Busch absolviert er mit Serien-Sieger Lincolns Charly im Viererwette-Rennen. Der Wallach gehört dem Stall Fortado, hinter dem sich Tim Schwarma selbst und seine Mutter Heike (42) verbergen.
Lincolns Charly kann nach fünf Starts schon eine äußerst ansehnliche Bilanz vorweisen. Mit Rang vier hatte er im Juli seine Laufbahn begonnen. Es folgten gleich vier Siege hintereinander. Tim Schwarma ist mit dem nicht ganz einfachen Wallach Lincolns Charly nach drei gemeinsamen Auftritten sogar noch ungeschlagen. Er ist eher ein fauler Typ,
schmunzelt Tim Schwarma. "Lincolns Charly muss immer unterstützt werden. Er macht nichts von alleine."
Auf dem Weg zum fünften Sieg in Serie bekommt es Lincolns Charly am Nienhausen Busch mit zehn Kontrahenten zu tun. Zu den Haupt-Gegnern zählt Jador Cortina aus dem Besitz der Kölnerin Doris Wilhelm (Stall Cortina). In dieser Saison kam die dreijährige Stute bei bisher sechs Starts zu zwei Siegen und zwei Platzierungen. Fahrer ist Robbin Bot (19/Lippenhuizen, NL). Ebenfalls für einen vorderen Platz in Frage kommt die zweifache Jahres-Siegerin Bene Speranza mit Patricia Ruckdäschel (48/Moers).
Tim Schwarma hat in einem weiteren Rennen noch ein heißes Eisen im Feuer. In der achten Tagesprüfung ist er mit der frischen Siegerin Starlight BR aus dem Trainingsquartier seines Ausbilders Uwe Zevens (49/Bedburg-Hau) am Start. Dabei muss sich Starlight BR wohl in erster Linie mit der von Thomas Panschow (43/Bladenhorst) gesteuerten Open Air auseinander setzen, die bei ihrem letzten Auftritt Mitte November in Gelsenkirchen ebenfalls als Erste ins Ziel gekommen war.
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Lasbek-Stute Eliki im Babesia-Finale
Gelsenkirchen (mspw) - Am Donnerstag (18-11-10) kehrt die Traber-Stute Eliki aus dem Besitz des Gestüts Lasbek von Günter Herz (70/Lasbek) an die Stelle ihres bisher größten Auftritts zurück. Auf der Rennbahn in Gelsenkirchen (zehn Rennen, erster Start um 18.30 Uhr) greift Eliki, die von Harry Losse (52/Lasbek) trainiert wird, mit dem Dänen Jesper Olsen (42/Lasbek) im Finale zur Babesia-Stutenserie an. Die Dotierung ist mit 10.000 Euro üppig. Zwölf Stuten kämpfen in dieser Bänderstart-Prüfung, die als sechstes Rennen gegen 20.28 Uhr gestartet werden soll, um die Siegprämie von 4.400 Euro.
Exakt 1.999 Euro verdiente Eliki bei ihrem letzten Auftritt am Nienhausen Busch. Im Breeders Crown-Hauptlauf für vierjährige Stuten belegte sie beim Sieg von Parisienne Blue als 227:10-Außenseiterin überraschend Rang fünf. "Das war ihre bisher größte Bewährungsprobe, die sie sehr gut gemeistert hat," lobt Trainer Losse.
Ihr gutes Abschneiden macht Eliki im Finale zur Babesia-Serie jetzt zu einer der Sieganwärterinnen. Das Rennen scheint für die Stute, die aus dem ersten Band startet, wie gemalt zu sein. "Eliki kommt beim Bänderstart sehr schnell auf Touren, könnte sofort in Führung gehen. Und wenn sie an der Spitze ist, macht ihr Druck von hinten nichts aus," sagt Losse über die konditionsstarke Eliki, die insgesamt sechs ihrer zwölf Karriere-Starts für sich entscheiden konnte.
Zum Kreis der Favoritinnen zählt neben Eliki auch Zanne Flevo aus dem Trainingsquartier von Marcel Hauber (40/Deurze, NL). Bei ihren letzten acht Auftritten wurde die Vierjährige je zweimal Erste, Zweite, Dritte und Vierte. Ihr Fahrer ist Haubers niederländischer Landsmann Thomas H. Kooyman (49/Lijnden).
Trainer Wolfgang Kamps (52/Bladenhorst) setzt auf Lavinia Gre. Die Stute sorgte zuletzt bei ihrem Erfolg im BC-Entlastungslauf für vierjährige Stuten zum Totokurs von 405:10 für eine große Überraschung. Auch am Donnerstag ist der gebürtige Gelsenkirchener Thomas Panschow (43/Bladenhorst) ihr Fahrer. Ebenfalls als frische Siegerinnen kommen Blue Phoenix mit dem designierten Champion Roland Hülskath (35/Mönchengladbach) und Famous Faberge mit Stefan Schoonhoven (32/Nije Berkoop, NL) an den Start.
Vier Stuten starten aus dem zweiten Band, müssen damit 25 Meter Zulage in Kauf nehmen. Darunter ist auch Lincolns Sara, gesteuert von Goldhelm Michael Nimczyk (24/Willich). "Bänderstarts sind nicht gerade ihre Stärke," sagt Nimczyk über die Stute aus dem Besitz des Bau-Unternehmers Dieter Handke (52/Hamm). "Bei ihrem letzten Start in Hamburg hat sie mich aber bei ihrem zweiten Platz überzeugt," so der Vize-Europameister.
Nymczyk: Vater und Sohn jeweils
Zweiter beim Championats-Kampf
Gelsenkirchen (mspw) - Sechs Wochen vor dem Jahresende rücken im Trabrennsport die Championate in den Mittelpunkt des Interesses. Am Donnerstag (18-11-10) bietet sich den Aktiven auf der Rennbahn in Gelsenkirchen die nächste Gelegenheit, Punkte zu sammeln. Im Berufsfahrer-Championat ist Roland Hülskath (35/Mönchengladbach) der dritte Meister-Titel nach 2006 und 2007 freilich kaum noch zu nehmen. Exakt 40 Zähler beträgt der Vorsprung des aktuellen Silberhelms (166 Siege) auf Titelverteidiger Michael Nimczyk (24/Willich), der 2010 bisher 126 Rennen gewonnen hat.
In Lauerstellung hinter Nimczyk liegt Rekord-Champion Heinz Wewering (60/Berlin) mit 115 Siegen auf Rang drei. Er hat seinen Rückstand in den vergangenen Wochen deutlich reduziert. Während Nimczyk und Hülskath Donnerstag am Nienhausen Busch zu Gast sind, will der formstarke Wewering zeitgleich in Hamburg-Bahrenfeld weitere Siege einfahren.
Michael Nimczyk, der bei der Abendveranstaltung in Gelsenkirchen in sechs der zehn Rennen engagiert ist, schätzt den Kampf um das Berufsfahrer-Championat realistisch ein. "Roland Hülskath ist durch," sagt der Titelträger von 2008 und 2009. "Und für mich wird es auch ganz schwer, zumindest Platz zwei zu verteidigen. Denn Heinz Wewering fährt aktuell in Über-Form. Es wäre keine Schande, hinter Hülskath und Wewering Dritter zu werden," könnte sich Nimczyk durchaus auch mit Bronze anfreunden.
Unabhängig vom Ausgang in der Championats-Wertung ist Michael Nimczyk mit seiner Saison 2010 schon jetzt sehr zufrieden. Höhepunkte waren der Titel eines Vize-Europameisters in Italien, der Gewinn des Traber-St. Legers in Gelsenkirchen mit Garant sowie die beiden herausragenden Erfolge mit Bambi Boko aus dem Trainingsquartier von Reinier Feelders (46/Kevelaer). Auf deutschem Boden triumphierte Nimczyk mit der zweijährigen Feelders-Stute im Jugend-Preis in München. Und am vergangenen Samstag gewann er mit Bambi Boko, die den Brüdern Leendert und Willem Gerrits (Helmond, NL) gehört, den niederländischen Breeders Crown (Züchter-Krone)-Hauptlauf für Zweijährige auf der Bahn in Wolvega.
Für Nimczyk haben diese Erfolge zwar einen hohen Stellenwert, stehen aber nicht unbedingt im Vordergrund seiner Arbeit. Nimczyk: "Ich habe rund 90 Prozent meiner Siege mit Pferden errungen, die auch bei uns zu Hause in Willich vorbereitet werden. Unser Besitzer-Stamm ist zufrieden. Das ist das Wichtigste."
Nicht nur Michael Nimczyk, sondern auch sein Vater Wolfgang (53) und Schwester Cathrin (19) mischen bei der Vergabe der Championate ganz weit vorne mit. Wolfgang Nimczyk liegt im Trainer-Championat mit 78 Jahressiegen hinter Titelverteidiger Roman Matzky (47/Schöneiche) auf Rang zwei. Dessen Schützlinge kamen in dieser Saison bisher auf 87 Volltreffer. Wolfgang Nimczyks Vorsprung vor dem drittplatzierten Manfred Zwiener (54/Berlin) ist mit 14 Punkten schon recht komfortabel.
Cathrin Nimczyk hat im Trabreiter-Championat mit 14 vollen Erfolgen aktuell nicht nur die Nase vorn, sondern Gold fest im Visier. Ihr Vorsprung auf Vorjahres-Siegerin Marisa Bock (29/Neuching) beträgt vier Siege. Am Donnerstag könnte sie auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn mit der vierjährigen Stute Jette Way im Hannelore Riemekasten Monte-Cup einen weiteren Trabreit-Treffer landen. Als Trainer für Jette Way zeichnet Vater Wolfgang verantwortlich.
Grift-Schützling probt Donnerstag für die Breeders Crown
Let the music play soll den Ton angeben
Gelsenkirchen (mspw) - Wenn Traber-Trainer Henk Grift (35/Kevelaer) über den von ihm trainierten Hengst Let the music play spricht, gerät er ins Schwärmen. Er ist ein Bild von einem Pferd. Groß, pechschwarz und völlig unkompliziert,
sagt der Niederländer, der den Fünfjährigen am Donnerstag (28-10-10) auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen (zehn Rennen, erster Start um 18.30 Uhr) in einer Meilen-Prüfung an den Start bringt. Neben seinem eindrucksvollen Aussehen kann Let the music play aber auch mit seinen sportlichen Leistungen punkten. Mit einer Gewinnsumme von etwas mehr als 2.000 Euro ist der Hengst in die aktuelle Saison gestartet. Mittlerweile steht er - unter anderem nach sechs Siegen sowie dem zweiten Platz mit Rita Drees (68/Gronau-Epe) im Finale um die Deutsche Amateur-Meisterschaft in Berlin-Mariendorf - bei exakt 16.507 Euro.
Bei seinem Start am Donnerstag kann Let the music play mit Silberhelm und Bahnchampion Roland Hülskath (35/Mönchengladbach), der ihn bisher lediglich zweimal in Probeläufen gesteuert hatte, seine Bilanz weiter ausbauen. Das Rennen soll der Vorbereitung auf die Breeders Crown (Züchter-Krone) am Nienhausen Busch Anfang November dienen. Er soll in der Entlastung für fünf- bis siebenjährige Hengste und Wallache angreifen,
verrät Grift, der mit Let the music play danach noch große Pläne hat. Ich kann mir vorstellen, mit ihm nach Frankreich zu gehen. Die nötige Klasse besitzt er auf jeden Fall. Allerdings muss er dafür noch Gewinnsumme aufbauen.
Bei einem Sieg am Donnerstag würden 1.000 Euro Prämie überwiesen. Für Trainer Grift stehen die Chancen des sechsfachen Jahres-Siegers auf einen weiteren Erfolg nicht schlecht: Let the music play ist ein Allrounder mit einer exzellenten Einstellung. Auch die kurze Meilen-Distanz sollte ihm liegen.
Bei seinem letzten Auftritt auf der C-Bahn in Bedburg-Hau hatte es für Let the music play mit Henk Grift selbst im Sulky allerdings nur zu Rang sieben gereicht. Ich hatte ihm vorher eine Pause gegönnt, weil er in diesem Jahr schon sehr viel geleistet hat. Der Boden in Bedburg-Hau war durch Regen sehr weich. Das war nichts für den Hengst,
erklärt Grift - und fügt gleich noch hinzu: "Im Training hat er sich zuletzt wieder optimal präsentiert.“
Zu den Konkurrenten von Let the music play zählt am Donnerstag Yesterday, der von Grifts Landsmann Arnold Mollema (Wolvega) trainiert wird. Der 61-Jährige ist für den Start seines Schützlings, der von Thomas Panschow (43/Bladenhorst) gesteuert wird, guter Dinge. "Die Form im Training stimmt,“ so Mollema. Zuletzt landete Yesterday in Gelsenkirchen beim Sensations-Sieg von Simon Says zum Totokurs von 1.037:10 auf Rang vier. "Er hatte einen unglücklichen Rennverlauf, war eingeklemmt. Sonst wäre mehr drin gewesen,“ erinnert sich der niederländische Spitzen-Trainer.
Grundsätzlich scheint dem fünfjährigen Wallach Yesterday die Gelsenkirchener Bahn zu liegen. Bei insgesamt sechs Starts sprangen zwei Siege, zwei Plätze und ein vierter Rang heraus. Nur bei seiner Premiere am Nienhausen Busch wurde er disqualifiziert.
Bereits sieben Jahressiege, davon sechs am Nienhausen Busch, hat der siebenjährige Wallach Photo Phoenix auf seinem Konto. Zuletzt wurde er allerdings als Viertplatzierter nachträglich von der Rennleitung wegen einer Fahrspurveränderung im Einlauf disqualifiziert. Für seinen belgischen Fahrer Kurt Roeges, der im niederländischen Ureterp wohnt, wäre ein Sieg mit Photo Phoenix ein vorgezogenes Geburtstags-Geschenk. Roeges wird am Freitag 35 Jahre.
Ebenfalls am Start ist El Conchita aus dem Mit-Besitz von Ex-Fußballprofi Hannes Bongartz (59/Bottrop). Die ehemalige Serien-Siegerin hat von Januar bis Anfang August fast sieben Monate pausiert. Danach gab es bei drei Auftritten noch keinen weiteren Erfolg. Die Gesamt-Bilanz der sechsjährigen Stute ist dennoch beachtlich. Bei 38 Versuchen kam El Conchita zu 17 Siegen und 15 Platzierungen. Am Donnerstag wird sie erstmals von Formfahrer Michael Schmid (43/Oberhausen) gesteuert. Insgesamt werden zehn Gespanne die Meilenprüfung in Angriff nehmen.
Lammerding setzt auf Valerie Andrup
Große Bedeutung hat der Start am Donnerstag für die zweijährige Valerie Andrup. Besitzer, Trainer und Fahrer der Stute ist Julius Lammerding (62/Saerbeck), der sich hinter dem Gestüt Andrup im Münsterland verbirgt und dessen Pferde deshalb allesamt Andrup im Namen tragen. Für Valerie Andrup, die am Nienhausen Busch in einem Zweijährigen-Rennen auf neun Kontrahenten trifft, wird es erst der dritte Auftritt auf einer Rennbahn sein. Ende September in Dinslaken qualifizierte sich die Stute in einer durchschnittlichen Kilometer-Zeit von 1:21,1 Minuten auf Anhieb für den Rennbetrieb. "Sie ist bei strömenden Regen ganz alleine gelaufen. Dafür war die Zeit in Ordnung,“ erinnert sich Lammerding.
Ihren ersten Start in einem "richtigen“ Rennen absolvierte Valerie Andrup dann Anfang Oktober in Gelsenkirchen. Für Lammerding endete das Debüt seiner Stute mit einer Enttäuschung. Denn Valerie Andrup machte bereits einige Meter vor dem Start einen Fehler. Erst als das Feld schon weit enteilt war, war die Stute zum Traben zu bewegen. "Sie war völlig von der Rolle,“ sagt Lammerding. "Die ungewohnte Situation hinter dem Startwagen und die unbekannte Bahn haben sie offenbar stark verunsichert.“
Jetzt will es Lammerding - wenige Tage vor der Breeders Crown-Großveranstaltung - noch einmal versuchen. Sein Vorteil: Er weiß nun, worauf es ankommt. "Die Startphase ist entscheidend. Wenn Valerie Andrup glatt durchkommt, kann sie weit vorne landen. Denn sie besitzt großes Laufvermögen,“ ist Lammerding überzeugt.
Julius Lammerding, seit Jahrzehnten im Trabrennsport aktiv, ist sicher, dass er das Start-Problem bei Valerie Andrup in den Griff bekommen wird. "Ihr fehlt nur die Erfahrung,“ sagt der 62-Jährige. "Wenn ich ehrlich bin, sind mir unsichere Pferde mit viel Laufvermögen auch lieber, als andersherum,“ grinst Lammerding, der Valerie Andrup "auf jeden Fall“ in den Rennen um die Züchter-Kronen an den Start bringen will.
Nur drei der zehn talentierten Youngster, die Donnerstag am Nienhausen Busch um den Sieg kämpfen werden, haben überhaupt schon einmal eine Prämie gewonnen. Immerhin 600 Euro stehen für Bonafide Bo Bo mit Rick Wester (25/Schaandamm, NL) zu Buche. Onice Axe mit Michael Schmid (43/Oberhausen) kam bisher auf 350 Euro, Filippo mit Ralf Oppoli (43/Recklinghausen) auf 60 Euro Preisgeld.
Auf ein Vielfaches dieser Gewinnsummen kommen die acht Teilnehmer des Frei für Alle-Rennens (achte Tages-Prüfung). Zum Kreis der Sieganwärter zählt My Winner mit Roland Hülskath (35/Mönchengladbach). Der Geldschrank aus dem Trainingsquartier von Henk Grift (35/Kevelaer) hat bisher Prämien in Höhe von nicht weniger als 538.420 Euro gewonnen. Wie My Winner geht auch Sir Bajazzo als frischer Sieger ins Rennen. Der Sir, der in seiner Karriere bisher 42.910 Euro gewann, wird von Thomas Kornau (51/Recklinghausen) gesteuert.
Gelsenkirchen am Donnerstag (14-10-10): Offenes Traloppo-Rennen
Premiere für Riwa und Jörg Hafer
Gelsenkirchen (mspw) - Eines steht schon vor dem Traloppo-Rennen für Amateurfahrer am Donnerstag (14-10-10) auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen (acht Prüfungen, erster Start bereits um 18.15 Uhr) fest: Es wird eng auf der Piste am Nienhausen Busch. Denn gleich 14 Gespanne kämpfen um die Siegprämie. Und die fällt üppig aus. Das 2.000 Meter-Rennen zählt nämlich zu insgesamt fünf Prüfungen, die erstmals auch aus Frankreich bewettet werden können. Die Dotierung beträgt jeweils 5.100 Euro. Allein der Sieger erhält 2.000 Euro.
Ab Januar sollen am Nienhausen Busch regelmäßig Rennen mit deutschen Pferden durchgeführt werden, die auch über den französischen Wettkanal PMU übertragen und bewettet werden. Für das nächste Jahr sind bisher zehn Veranstaltungen terminiert, davon neun in Gelsenkirchen. Mindestens 5.000 Euro an Rennpreisen sollen jeweils über diesen Prüfungen stehen. Vom erzielten Umsatz im Nachbarland erhält der Veranstalter der Gelsenkirchener Trabrennen eine Provision.
Im Traloppo-Rennen (fünfte Tagesprüfung um 20.15 Uhr) zählt Riwa aus dem Besitz von Rabea Schulze Wienker (38/Versmold) zum Kreis der Favoriten. Die vierjährige Stute kann bereits einige beachtliche Platzierungen vorweisen. Im vergangenen Jahr gewann Riwa nicht nur den Trostlauf zum Stuten-Derby, sondern wurde auch Dritte im Hauptlauf um die Breeders Crown (Züchter-Krone) für dreijährige Stuten hinter der 2009-Stutenderby-Siegerin Kataja und Jasmina. Bei ihrem letzten Start musste sich Riwa im Trial II zum Stuten-Grand Prix in Hamburg nur Super d’Aunou geschlagen geben. Insgesamt stehen für die zuverlässige Riwa nach 25 Starts fünf Siege und 16 Platzierungen zu Buche.
Da Riwa die höchste Gewinnsumme (24.505 Euro) im Feld der 14 Teilnehmer aufweist, geht sie mit dem Handicap der zweiten Startreihe ins Rennen. Für Lokalmatador und Fahrer Jörg Hafer (51) ist das aber zumindest kein so großer Nachteil. Startplatz zehn oder elf wäre schlimmer,
sagt der routinierte Amateurfahrer, der Riwa bisher noch nie gesteuert hat. Ich werde den Heat nutzen, um sie kennen zu lernen.
Versicherungskaufmann Jörg Hafer zählt in Deutschland zu den erfolgreichsten Amateuren überhaupt. Exakt 1.183 Siege stehen in seiner Bilanz. Die 1.200 sind jetzt mein nächstes Ziel,
sagt er. Das wird wohl aber erst im nächsten Jahr ein Thema sein. 17 Erfolge bis zum Jahresende sind nicht mehr drin.
Hafer-Sieg Nummer 1.184 könnte am Donnerstag Mister Bass verhindern. Der achtjährige Wallach aus dem Trainingsquartier von Peter Poen (53/Gelsenkirchen) gewann nicht weniger als vier seiner letzten fünf Starts. Gesteuert wird Mister Bass von der vielfachen Amateur-Championesse Rita Drees (68/Gronau-Epe).
Für einen vorderen Platz in Frage kommt auch der frische Sieger Lincolns Crown. Der sechsjährige Hengst war zuletzt in Mönchengladbach in einem Amateurfahren über 2.100 Meter nicht zu bezwingen. Fahrer in Gelsenkirchen ist erneut Thomas Maassen (41/Willich). Neben Mister Bass und Lincolns Crown gehen auch Voxfords mit der formstarken Silvia Raspe (24/Weeze-Wemb), Yos Je mit Dirk Jan Hof (41/Niederlande) und Wings Summerland mit Katie Beer (36/Großenkneten) als frische Sieger ins Rennen.
Baron W. im hochkarätigen Duell
Bereits drei Tage vor dem Großen Preis von Deutschland, der am kommenden Sonntag auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen mit 161.190 Euro dotiert sein wird, kommt es am Nienhausen Busch zu einem hochkarätigen Duell. Bei der Veranstaltung am Donnerstag (acht Prüfungen, erster Start bereits um 18.15 Uhr) trifft Baron W., Vierter im Deutschen Derby 2010, gleich im ersten Rennen des Tages auf Zizou, den Zweiten aus dem Niederländischen Derby des vergangenen Jahres. Die bessere Ausgangsposition im Vergleich Deutschland gegen die Niederlande hat der Baron, der von seinem Trainer Michael Schmid (43/Oberhausen) gesteuert wird. Der dreijährige Hengst geht mit Startnummer 5 ins Rennen. Zizou mit Robin Bakker (27/Deurze, NL) muss mit der 10 aus der zweiten Reihe losfahren.
Baron W. hat in dieser Saison bereits mehrmals seine Klasse nachgewiesen. In der Entlastung zum Buddenbrock-Rennen wurde er Zweiter hinter Mary’s Boy, den er dann im Blauen Band sogar hinter sich ließ. Nach seinem vierten Platz im Derby machte er zuletzt im Traber-St. Leger, der klassischen Derby-Revanche, Mitte September in Gelsenkirchen auf sich aufmerksam. Hinter Garant belegte der Hengst aus dem Besitz des Stalles Vibelzee von Ger Visser (51/Deventer, NL) einen beachtlichen zweiten Rang. In Zukunft kann man noch einiges von Baron W. erwarten,
hält Trainer Schmid große Stücke auf seinen Schützling.
Der Auftritt in Gelsenkirchen soll für Baron W. die Generalprobe für den Bayern-Pokal sein. Das mit 25.000 Euro dotierte Dreijährigen-Rennen wird am Sonntag, 24. Oktober, auf der Bahn in München-Daglfing entschieden. Wir bereiten ihn gezielt darauf vor. Im Anschluss wollen wir noch in die Breeders Crown gehen,
so der gebürtige Bayer Michael Schmid.
Erst einmal soll der Baron aber am Donnerstag in Gelsenkirchen regieren. Der Hengst kommt optimal vorbereitet an den Start, hat zuletzt im Training einen sehr guten Eindruck hinterlassen,
ist Schmid guter Dinge. Baron W. ist zwar ein exzellenter Beginner. Dennoch möchte ich nicht unbedingt sofort die Spitze übernehmen, sondern dem Hengst ein verdecktes Rennen geben,
verrät der Trainer seine Marschroute.
Mit einem Sieg am Nienhausen Busch würde Baron W. seine bereits beachtliche Gewinnsumme von 32.024 Euro um weitere 2.000 Euro aufzustocken. Denn die Prüfung ist eines von fünf so genannten PMU-Rennen, die am Donnerstag erstmals aus Frankreich bewettet werden können. Die lukrative Dotierung beträgt 5.000 Euro.
Insgesamt elf Gespanne kämpfen um den Sieg und das größte Stück vom Preisgeldkuchen. Neben Baron W. und Zizou zählt Warrior Boko mit Stefan Schoonhoven (32/Nije Berkoop, NL) zum Favoriten-Kreis. Der sechsjährige Wallach belegte bei seinen letzten drei Auftritten die Plätze eins, zwei und drei.
Für den Stall Adamas von Thomas und Dagmar Bosner (Bargteheide) ist Bagley am Start. Zweijährig gewann der inzwischen fünfjährige Wallach den Hauptlauf um die BC-Züchter-Krone für zweijährige Hengste und Wallache. In dieser Saison stehen nach zehn Versuchen zwei Siege und sechs Platzierungen zu Buche. Als Fahrer wurde der Berliner Benjamin Hagen (38) verpflichtet, der damit erneut zum Gastspiel am Nienhausen Busch und auch bei der Großveranstaltung am Sonntag in Gelsenkirchenen im Einsatz sein wird.
Beckmann-Express hat Premiere
Gelsenkirchen (mspw) - Sein Trainer Christian Eisl (31/Bladenhorst) sagt über ihn, er könne lesen und schreiben. Donnerstag (7-10-10) auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen (neun Rennen ab 18.42 Uhr) haben die Besucher schon vor dem Start der ersten Tagesprüfung die Gelegenheit, sich selbst ein Bild vom Leistungsvermögen des Spitzen-Trabers Express Merett zu machen. Der Gewinner von rund 700.000 Euro stellt sich am Nienhausen Busch in einem Probelauf (ca. 18.15 Uhr) erstmals dem deutschen Publikum vor. Dabei gibt es für den aus finnischer Zucht stammenden siebenjährigen Hengst aus dem Besitz von Leo Beckmann (79/Marl-Frentrop) sogar eine doppelte Premiere. Zum ersten Mal ist Express Merett, den Beckmann Ende März gekauft hatte, auch auf einem Rechtskurs am Start.
Zunächst war der Beckmann-Express für seinen neuen Besitzer noch in Finnland im Einsatz, gewann im hohen Norden unter Trainer Pekka Korpi drei Prüfungen und Prämien in Höhe von knapp 40.000 Euro. Seit Anfang September zeichnet der Österreicher Christian Eisl verantwortlich.
Seinen ersten Start unter neuer Regie absolvierte Express Merett Ende September auf der Rennbahn in Wien. Rang sieben war jedoch nicht das, was sich Besitzer und Trainer erhofften. Wir hatten ihn direkt aus Finnland nach Österreich transportieren lassen. Die lange Anfahrt hat Express Merett schwer zu schaffen gemacht. Deshalb war sein Auftritt auch nicht das Wahre,
so Eisl.
Mit Michael Schmid (43/Oberhausen) im Sulky soll sich Express Merett am Donnerstag in Gelsenkirchen bei seinem ersten Auftritt auf deutschem Boden in erster Linie an die Bahn gewöhnen. Ins Auge gefasst ist nämlich ein Start in einem mit 15.000 Euro dotierten Frei für Alle-Rennen am Sonntag, 17. Oktober, im Rahmenprogramm zum Großen Preis von Deutschland. Wichtig ist, dass sich der Hengst an den Rechtskurs gewöhnt und Michael Schmid ihn kennen lernt,
sagt Leo Beckmann.
Der engagierte Besitzer und Züchter aus Marl-Frentrop hat mit Express Merett noch einiges vor. So soll der Siebenjährige demnächst verstärkt in der Zucht für Beckmanns Gestüt Leuchterhof eingesetzt werden. Er ist kein Versuchskaninchen,
stellt Leo Beckmann klar. Express Merett war schon als Deckhengst aktiv und hat in den vergangenen Jahren bereits einige viel versprechende Produkte hervorgebracht. Ein Zweijähriger, der von ihm abstammt, war zum Beispiel kürzlich gleich auf Anhieb siegreich,
erhofft sich Beckmann viel von seinem trabenden Geldschrank.
Erst einmal soll Express Merett aber noch auf der Rennbahn zeigen, was in ihm steckt. Wenn es in Gelsenkirchen gut läuft, sind in diesem Jahr auch noch Auftritte in den Niederlanden und Schweden geplant,
verrät Christian Eisl, der in der Trainingsarbeit manchmal einige Mühe mit seinem Schützling hat. Eisl: Express Merett ist sehr trainingsfaul. Er macht nicht viel mehr, als er unbedingt muss. Aber hinter dem Startauto ist er plötzlich ein ganz anderes Pferd. Sonst hätte er nie so viel Preisgeld gewonnen.
Mit vier Gegnern bekommt es Express Merett in seinem Probelauf am Donnerstag zu tun. Zusammen kommen sie nicht annähernd an die beachtliche Gewinnsumme des Beckmann-Hengstes heran. Picasso (16.841 Euro) mit Andor Schute (41/Recklinghausen), My Bajazzo Boy (9.380 Euro) mit Ralf Oppoli (43/Recklinghausen) und Walker Vrijthout (9.300 Euro) mit Eckhardt Drees (64/Lüdinghausen) sowie Floriane (3.100 Euro) mit Christian Eisl im Sulky heißen die Kontrahenten, die sich mit dem Spitzen-Traber messen werden.
Zevens will mit Hiltonparis glänzen
Innerhalb von wenigen Wochen stehen auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen zwei Groß-Ereignisse auf dem Programm. Am Sonntag, 17. Oktober, wird unter anderem der mit mindestens 150.000 Euro dotierte Große Preis von Deutschland, das Derby der Vierjährigen, am Nienhausen Busch entschieden. Vom 5. bis 7. November werden dann die Breeders Crown (Züchter-Krone)-Rennen für die besten deutschen Traber, getrennt nach Jahrgängen und Geschlechtern, ausgetragen. Auf eine Krone hat es auch Fahrer, Trainer und Besitzer Uwe Zevens (49/Bedburg-Hau) abgesehen. Seine Stute Hiltonparis soll entweder in der Entlastung oder sogar im Hauptlauf für dreijährige Stuten an den Start gehen. Mit dem Auftritt am Donnerstag in Gelsenkirchen (neun Rennen, erster Start um 18.42 Uhr) läutet Zevens die heiße Phase der Vorbereitung ein.
Gleich im ersten Rennen des Abends bekommt es Hiltonparis mit acht Kontrahenten zu tun. Es ist ihr erster richtiger Start nach dem beachtlichen zweiten Platz im Trostlauf zum Stuten-Derby Anfang August in Berlin-Mariendorf hinter Lady Maud. Nach einer Pause meldete sich Hiltonparis in einem Probelauf Ende September in Gelsenkirchen (durchschnittliche Kilometer-Zeit 1:18,1 Minuten) zurück.

Der Probelauf war in Ordnung,
ist Uwe Zevens für den kommenden Auftritt guter Dinge. Ich denke, dass ihr die Pause nach dem Derby-Trostlauf gut getan hat,
so Zevens, der Hiltonparis erst kurz vor den Derby-Vorläufen gekauft hatte.
Über die Meilen-Distanz rechnet sich Uwe Zevens am Nienhausen Busch gute Chancen aus, ein gewichtiges Wort um den Sieg mitsprechen zu können: Die Startnummer zwei ist nicht schlecht, weil Hiltonparis sehr schnell beginnen kann. Zwar ist sie noch nie über die Meile gelaufen. Aber ich denke trotzdem, dass ihr die Distanz entgegen kommt.
Gemeinsamkeiten mit ihrer bekannten Fast-Namensvetterin, der schillernden Hotelerbin Paris Hilton, hat die groß gewachsene Hiltonparis übrigens fast vollständig abgelegt. Früher war sie oft zickig und hat schon gar nichts gegen ihren Willen gemacht,
erinnert sich Zevens: Mittlerweile ist sie aber erheblich reifer geworden und sehr umgänglich.
Zu den stärksten Gegnern von Hiltonparis in Gelsenkirchen zählen Duke Exakt mit seinem Besitzer und Amateurfahrer Dieter Kerbaum (63/Oer-Erkenschwick) im Sulky sowie Bugatti mit Sigrid Eichler (Kevelaer), die am 10. Oktober 50 Jahre wird. Ein Erfolg mit Bugatti gegen die Profis wäre für Amateurfahrerin Eichler der 100. Sieg ihrer Karriere.
Roland Hülskath (35/Mönchengladbach) hat in der vierten Tages-Prüfung mit dem bei sechs Starts noch ungeschlagenen vierjährigen Hengst Bent gute Chancen, seinen Vorsprung im Berufsfahrer-Championat weiter auszubauen. Insgesamt nimmt der aktuelle Silberhelm in Gelsenkirchen fünf Fahrten wahr. Titelverteidiger Michael Nimczyk (24/Willich), im Championat rund 30 Punkte hinter Hülskath auf Rang zwei, ist sechsmal am Start.
Gelsenkirchen: Schaut sich der Berliner schon mal die Bahn an?
Benjamin Hagen am Nienhausen Busch
Gelsenkirchen (mspw) - Donnerstag (30-9-10, Rennbeginn 18.30 Uhr) gibt der Berliner Berufsfahrer Benjamin Hagen (38) ein Gastspiel auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn. Ist es eine Spionage-Tour, um den aktuellen Zustand des Geläufs am Nienhausen Busch noch einmal in Augenschein zu nehmen? Fakt ist: Hagen steuerte in der Vergangenheit schon mehrfach den vierjährigen Hengst U.S.Lane für den Stall Adamas von Dagmar und Thomas Bosner aus Bargteheide. Und genau dieser Hengst hat noch eine Nennung für den mit mindestens 150.000 Euro dotierten Großen ELE-Preis von Deutschland, der am 17. Oktober in Gelsenkirchen gelaufen wird.
Der Stall Adamas lässt seine Traber von Lars-Erik Glad (58) und Thomas Holtermann (38) auf dem großzügigen Gelände der Columbus-Farm in Dülmen vorbereiten. Mit Sicherheit wird Benjamin Hagen der Dülmener Trainingszentrale vor seinem Gastspiel am Nienhausen Busch einen Besuch abstatten, wahrscheinlich auch Absprachen über einen Start von U.S.Lane am 17. Oktober treffen.
Gut in Erinnerung dürfte den Traber-Fans der Auftritt von U.S.Lane am 1. August in Berlin sein, als er in der Revanche für das 2009-Derby nur von Marc Burgerheide bezwungen wurde. Im Sulky damals: Benjamin Hagen, der danach freilich im Berliner Vierjährigen-Marathon mit U.S.Lane an einem Fehler scheiterte. Schadlos hielt sich das Duo am 9. September mit einem Sieg in Hamburg. Zuletzt trat der Hengst im schwedischen Halmstad über 1.640 Meter an, wobei er in der durchschnittlichen Kilometerzeit von 1:14,5 Minuten mit Per Nordström Dritter wurde.
Dass Hagen Donnerstag die Gelegenheit nutzt, für Adamas einige Fahrten wahrzunehmen, liegt nahe. So wird er auch Mayrose für diesen Stall im Babesia-Rennen an den Start bringen. Den Wettern sei geraten, für dieses Rennen auch Nelle SAS beim vorbereitenden Heat genau unter die Lupe zu nehmen, um deren Chancen bei der Deutschland-Premiere besser einschätzen zu können. Fahrer ist hier für Adamas Thomas Holtermann. Bei Nelle SAS handelt es sich um eine Stute, die aus Schweden kommt.
Gleich zwei Damen-Fahren stehen diesmal auf dem Programm, wobei Katie Beer (36/Großenkneten) diesmal El Conchita aus dem Besitz von Ex-Fußballprofi Hannes Bongartz (58/Bottrop) und Jupp Hofstetter (62/Essen) in einer der beiden Prüfungen steuern darf. Nach einer längeren Verschnaufpause knüpft El Conchita anscheinend wieder an die großartige Form der letzten Saison an. Reicht es jetzt schon zu einem Sieg? Dazu Hannes Bongartz: El Conchita ist mächtig im Kommen. Aber ich bin auch kein Hellseher, kann nicht exakt sagen, wann der Knoten platzt.
Leicht wird es jedenfalls nicht gegen die eifrige Prämiensammlerin Ylaine Hanover mit Rita Drees (68/Gronau), gegen den frischen Sieger Straight on mit Sina Baruffolo (19/Essen) oder den zuletzt zweimal auf dem Ehrenplatz eingekommenen Voxfords mit Silvia Raspe (24/Weeze-Wemb).
Gespannt sein dürfen die Besucher auch auf den Auftritt von Mary’s Boy, der Sonja Wewering und ihrer Tochter Marie Charlott (18/Seppenrade) gehört. Nach einer Unpässlichkeit, die wohl von einer Erkältung herrührte, ersparte man dem dreijährigen Hengst, der auch im Derby-Finale mit von der Partie war, zuletzt einen Auftritt im St. Leger, weil man die Gesundheit nicht gefährden wollte. Wenn er nun an den Start kommt, dann bedeutet das auch, dass der Hengst wieder fit ist, was für die Wetter Hinweis genug sein dürfte, Mary’s Boy auf jeden Fall mit auf den Tippschein zu nehmen.
Von einem Ausrutscher des Favoriten könnten in erster Linie Mister Bass mit Peter Poen (53/Gelsenkirchen), Follow Me mit Sigrid Eichler (49/Kevelaer, die auf ihren 100. Sieg wartet) sowie Wishmelucktoday mit Michael Nimczyk (24/Willich) profitieren.
160 Siege für Anke nur Zwischenstation
Im nächsten Jahr hat sie den Amateurschein zehn Jahre! Hunderte von Fahrten liegen bereits hinter ihr. 160 (!) davon gestaltete sie siegreich. Aber für Anke Börnig (33) aus Dinslaken ist das nur eine Zwischenstation. Vielleicht gibt es ja schon am Donnerstag (das erste von zehn Rennen wird um 18.30 Uhr gestartet) auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn einen weiteren Sieg für die couragierte Amateurfahrerin. Gleich dreimal ist sie am Start.
Die besten Chancen dürfte sie mit ihrer eigenen Stute Jamaica Diamant haben. Zuletzt gab es zwar nur einen sechsten Rang. Davor aber stehen zwei Siege für die schnelle Fünfjährige zu Buche. Für den letzten Ausrutscher hat Anke Börnig eine Erklärung parat. Ich fand im Einlauf keine Passage, kam zu spät frei,
sagt sie und ist sicher: Das lag nicht an einem Formtief von Jamaica Diamant. Die Stute ist gut drauf und dürfte im sechsten Rennen eine ordentliche Chance haben.
Richtig warm fahren kann sich Anke Börnig bereits in der zweiten Prüfung des Abends. Dann nämlich sitzt sie hinter Who Dunnit aus dem Lot von Holger Müller-Terbille aus Recklinghausen. Den habe ich schon einmal gefahren. Es reichte zu einer Platzierung, wir kamen auf Rang vier,
erinnert sich die Dinslakenerin noch an diese Fahrt, die fast auf den Tag genau vor einem Jahr auf der Trabrennbahn am Dinslakener Bärenkamp über die Bühne ging. Der Besitzer hätte sicherlich nichts dagegen, wenn wir wieder auf den Geldrängen landen würden,
meint die gelernte Büro-Kauffrau, die mit Manfred Matten in Oberhausen nicht nur einen Chef, sondern einen langjährigen Traberbesitzer und Züchter in ihrem Umfeld weiß.
Zum dritten Mal an diesem Abend steigt Anke Börnig in der neunten Abendprüfung in den Sulky. Wolfgang Nimczyk hat mich gefragt, ob ich Trail of dust fahren würde. Zwölf Starts, zehn Platzierungen, so ein Pferd steuert man gerne. Deswegen habe ich auch spontan zugesagt,
erläutert die begeisterte Amateurfahrerin. Leicht wird es in diesem Rennen nicht. Sir Groenhof, Sir Bajazzo, Bonifacio und trotz einer Zulage auch Nathan Streamline haben gute Chancen, sich ein Stück vom Preiskuchen zu sichern.
Schwester des Goldhelms greift Donnerstag im Trabreiten an
Abano As-Sohn vor dem 5. Sieg in Serie
Gelsenkirchen (mspw) - Kein anderes Pferd, das Donnerstag (23-9-10) auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen (neun Rennen, erster Start 18.30 Uhr) an den Start geht, hat auch nur annähernd eine so imponierende Siegesserie hingelegt wie Graf Maltzan. Der Schützling von Trainer Willi Rode (72/Bladenhorst) war bei seinen letzten vier Starts in Folge nicht zu bezwingen. Am Nienhausen Busch trifft der vierjährige Schimmel-Wallach nun mit Ralf Oppoli (43/Recklinghausen) im Sulky zum Auftakt auf sieben Gegner.
Graf Maltzan bringt fast alles mit, was ein Rennpferd ausmacht. Großes Laufvermögen und Ehrgeiz sowie die Gene seines berühmten Vaters Abano As, der einst mit dem belgischen Hexenmeister Jos Verbeeck (53) den Prix d’Amerique, das wertvollste Trabrennnen der Welt, in Paris-Vincennes gewann. Allerdings steht dem Grafen, der insgesamt erst zehn Karriere-Starts auf seinem Konto hat, sein extremer Ehrgeiz manchmal noch im Weg.
In der Startphase entwickelt Graf Maltzan immer einen großen Vorwärtsdrang,
so Willi Rode. Fehler sind dabei nicht ausgeschlossen. Im Training kann man nur bedingt daran arbeiten. So etwas ist Erfahrungssache. Und die kann sich ein Pferd nur im Rennen holen,
weiß der Trainer. Wichtig ist, dass der Fahrer gut vorbereitet ist und beim Start entsprechend reagieren kann.
Einmal ins Rollen gekommen, ist Graf Maltzan freilich nur schwer zu stoppen. Bei seinem letzten Auftritt in Gelsenkirchen vor knapp zwei Wochen unterlief dem Wallach vor der Startmarke ein Rumpler. Ralf Oppoli hatte den Grafen aber schnell wieder unter Kontrolle. Danach verkniff er sich jeden falschen Schritt, gewann sicher mit einer Länge gegen Prinz Titan.
Zu den Konkurrenten von Graf Maltzan über die 2.000 Meter-Distanz zählt unter anderem der frische Sieger Aoraki Montana. Der dreijährige Hengst gewann Ende August mit seinem ständigen Fahrer Tom Kooyman (49/Lijnden, NL) in Dinslaken zum ersten Mal überhaupt. Zweimal war er auch schon auf der großen Bahn am Nienhausen Busch dabei, wurde einmal Zweiter und einmal Dritter.
Zum Kreis der Sieganwärter zählt auch der von Klaus Horn (61/Marl) gesteuerte The Jackpot. Der siebenjährige Wallach war bei seinen letzten vier Starts immer im Vorderfeld zu finden, wurde je einmal Erster, Zweiter, Dritter und Vierter.
Ebenfalls dabei ist Wina Toscana. Die Stute gehört dem Gelsenkirchener Stall Food&Fun, einer Besitzergemeinschaft rund um den Gastronomen und Kaufmann Jochen Kupfer. Peter Poen (53/Gelsenkirchen) ist der Fahrer der sechsjährigen Stute, die zuletzt Ende April in Dinslaken erfolgreich war. Kürzlich wurde sie in Gelsenkirchen über die Meilen-Distanz Siebte. Damals hatte Poen ein Rennen von vorne angestrebt. Möglicherweise wird er die Taktik über die längere Distanz von 2.000 Metern ändern.
Cathrin Nimczyk hat Championat im Visier
Das Dutzend kann Cathrin Nimczyk (19/Willich) am Donnerstag auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen voll machen. Im Trabreiten peilt die kleine Schwester von Goldhelm Michael Nimczyk (24/Willich) mit Premier November den ersten Platz und damit ihren zwölften Saisonsieg in der Sattel-Disziplin an. Für Cathrin Nimczyk wäre es ein weiterer Punkt im Kampf um das begehrte Trabreit-Championat. Aktuell führt sie mit drei Treffern Vorsprung vor der letztjährigen Championesse Marisa Bock (29/Schöneiche).
In der abgelaufenen Saison hatte Bock mit 14 Siegen die Nase vorn, verwies Cathrin Nimczyk (12) auf Rang zwei. Diesmal will ich den Spieß umdrehen,
stellt Nimczyk klar. Das Championat ist mein großer Traum.
Am Nienhausen Busch stehen die Chancen für Cathrin Nimczyk nicht schlecht, ihr Siegkonto nach dem Erfolg mit Gladiator am vergangenen Sonntag in Berlin weiter aufzustocken. Denn Premier November, der von Vater Wolfgang Nimczyk (53/Willich) trainiert wird, konnte bei seinem jüngsten Start durchaus überzeugen. Mitte September wurde er in Hamburg Zweiter. Zuvor war er Anfang August in Gelsenkirchen nicht zu schlagen. Dabei ließ er Formpferd Vaudeville K hinter sich.
Auch diesmal zählt Vaudeville K zu den Kontrahenten von Premier November. Der Nimczyk-Schützling hat allerdings einen Bandvorteil von 25 Metern gegenüber den Mitfavoriten Vaudeville K mit Silvia Raspe (24/Weeze) sowie Roy Horn mit Lokalmatadorin Monique Poen (17). Premier November ist ein exzellenter Beginner, besonders bei Bänderstarts. Vielleicht kann ich den Vorsprung in der Startphase noch etwas vergrößern,
hofft Cathrin Nimczyk, die kürzlich eine Ausbildung als Kauffrau für Büro-Kommunikation begonnen hat.
Amateurfahrerin Nimczyk ist Donnerstag in Gelsenkirchen nicht nur im Trabreiten dabei, sondern steigt auch im Viererwette-Rennen in den Sulky. Sie steuert die neunjährige Stute Thebe, die jedoch allenfalls Außenseiter-Chancen besitzt. Bei neun Starts in dieser Saison steht für Thebe gerade einmal eine Platzierung zu Buche. Allerdings war das ausgerechnet beim letzten Auftritt, was ein Hinweis für die Wetter von Außenseitern sein könnte.
Als Favoriten gehen der frische Sieger Yip Dragon mit dem Gelsenkirchener Versicherungs-Kaufmann Jörg Hafer (51) sowie More Muscles (Silvia Raspe) und Yell on Quick mit Ramon Brinkmann (26/Heerenveen, NL) ins Rennen.
Amateure mit weiter Anreise und langer Distanz
Vorteil für El Conchita und Louis Vuitton
Gelsenkirchen (mspw) - Amateurfahrer aus den Niederlanden (3) und Belgien (1), die am Donnerstag zum Gelsentrabpark.de-Rennen auf der Trabrennbahn am Nienhausen Busch anreisen, nehmen einiges auf sich: Weite Anreise, eine lange Renndistanz über 2.625 und 2.650 Meter sowie viel Zeit, steigt ihr Rennen doch erst als achte und letzte Tagesprüfung planmäßig um 21.39 Uhr, so dass sie wohl erst weit nach Mitternacht wieder daheim ankommen werden. Mut müssen sie auch aufbringen. Denn es gilt, gegen fünf Konkurrenten bis zu 50 Meter Zulage wettmachen zu können. Amateure mit Herz, denen es bei einer Gesamtdotierung von 1.600 Euro wohl weniger ums Geld, sondern mehr um die sportliche Ehre und um den Spaß an der Rennsportfreud
geht.
In diesem Amateurrennen müssen Sir Groenhof und Mona Lisa As gegenüber den fünf Teilnehmern aus dem ersten Band 50 Meter Zulage aufholen. Von der Gewinnsumme her sollte die Prüfung eigentlich eine Beute von Mona Lisa As sein, zumal mit der erfahrenen Hilda F. Hofstra (39/Ureterp, NL) eine erstklassige und couragierte Fahrerin im Sulky sitzt. Bisherige Gewinnsumme von Mona Lisa As: 127.563 Euro. Gegen Konkurrenten der gehobeneren Klasse reichte es bei den letzten Auftritten freilich nur zu Platzierungen, was auch auf Sir Groenhof zutrifft, der mit Marjolein Eck von der Sluijs aus der Nähe von Den Haag antritt und ebenfalls die Höchstzulage aufholen muss.
25 Meter weniger zurückzulegen haben der bisweilen heftige Ubombo Boshoeve mit Willem ten Brink (46/De Bilt, NL) und der zuverlässige Lorel Kingswood, der von Alex Berghmans (53/Belgien) aufgeboten wird.
Nicht ausgeschlossen, dass die Wetter am Nienhausen Busch bei ihren Dispositionen am Donnerstag vielleicht sogar verstärkt auf Teilnehmer aus dem ersten Band zurückgreifen. Nach dem Motto da weiß man, was man hat
bieten sich da vor allem King Kahn, El Conchita und Louis Vuitton an.
King Kahn hat sich wieder in passable Form gelaufen, überzeugte noch am Sonntag in Gelsenkirchen mit seinem Fahrer und Trainer Eckhardt Drees (64/Lüdinghausen) als guter Dritter. Drees-Schwester Rita (68/Gronau-Epe) gehört bei den Amateuren zum Besten, was der Sport weltweit zu bieten hat. Außerdem hat sie Rennerfahrung mit King Kahn.
El Conchita war im letzten Jahr der Star der beiden Besitzer Hannes Bongartz (58/Bottrop) und des Essener Kaufmanns und Taubenzüchters Jupp Hofstetter (62). Die Stute hat eine längere Verschnaufpause hinter sich, belegte beim ersten Start nach der Wiederqualifikation einen fünften Rang. Hannes Bongartz, der im Sulky sitzen wird: El Conchita hat gut gearbeitet, zeigt sich wieder an. Vielleicht fehlen ihr noch ein, zwei Rennen, um die alte Form zur Verfügung zu haben. Auf jeden Fall ist dieses Bänderstart-Rennen eine interessante Aufgabe.
Abwarten muss man, wie sich das fahrerische Nesthäkchen Marie Charlott Wewering (18/Seppenrade) gegen weitaus erfahrenere Amateure im Sulky behauptet. Von der Klasse her hat Louis Vuitton das Zeug, ganz weit vorne zu landen. Lohnen würde sich eine Prämie allemal, wandert sie doch direkt in die Familienkasse von Marie Charlott und ihrer Mutter Sonja, denen Louis Vuitton gehört.
Bugatti mit Sigrid Eichler (49/Kevelaer) und Voxfords mit Silvia Raspe (24/Weeze-Wemb) stehen, obwohl sie aus dem ersten Band starten, vor keiner leichten Aufgabe.
Emblem hat schon ganz andere Gegner gesehen
Der dreijährige braune Hengst Emblem hat schon ganz andere Gegner gesehen als die, mit denen er es am Donnerstag (Beginn 18.52 Uhr) im zweiten von acht Rennen auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn zu tun hat. Dreimal hat er gepatzt, weil ihn Gelenkprobleme plagten,
sagt Fahrer Thomas Kornau (51/Recklinghausen). Die Probleme scheinen behoben, denn bei seinem letzten Auftreten war Emblem schon wieder ein ganz anderes Pferd,
so Kornau, der mit dem Hengst am Nienhausen Busch guter Zweiter hinter El Paso wurde.
Ein richtiger Siegertyp freilich scheint Emblem nicht zu sein. Bei 16 Starts langte es nur zu einem Erfolg. Hinzu kamen vier Platzierungen. Ein Blick in die Statistik zeigt allerdings auch, gegen welche Hochkaräter der Kornau-Schützling in den letzten Monaten bereits gelaufen ist. Da wären zu nennen: Der aktuelle Derby-Sieger Unikum, dazu der verhinderte Derby-Sieger Velten Couture, dessen Fahrer Hans-Joachim Tipke (53/Heeslingen) in seinem Derby-Vorlauf nach einer Bummelfahrt durch eine urplötzliche Tempoverschärfung seinen Hengst so sehr erschreckte, dass dieser einen Fehler machte.
Im Derby-Trostlauf schließlich schied Emblem aus. Thomas Kornau hielt ihn nach einem frühen Fehler enttäuscht an. Inzwischen hat sich seine Miene wieder aufgehellt, vor allem nach der letzten Leistung gegen El Paso, mit dem sich Markus Bock (41/Recklinghausen) gerade noch so ins Ziel retten konnte.
Einen Fehler darf sich Emblem jedenfalls am Donnerstag nicht erlauben, geht es doch über die Sprintdistanz von 1.609 Metern, über die schon ein einfacher Rumpler das Aus bedeuten kann. Zu tun hat es Emblem unter anderem mit Wina Toscana, die dem Gelsenkirchener Stall Food&Fun gehört, einer Besitzergemeinschaft rund um den Gastronomen und Kaufmann Jochen Kupfer. Die Stute ist kein Siegertyp. Aber bei drei Einsätzen über die Meilendistanz war sie einmal Zweite und einmal Vierte. Vielleicht sind wir diesmal wieder vorne dabei,
hofft Lokalmatador und Fahrer Peter Poen (53). Bei den letzten vier Auftritten war die Hoffnung der Food&Fun-Gemeinde freilich vergebens: Wina Toscana kehrte nämlich jedes Mal ohne Prämie in den Stall zurück. Peter Poen: Sie muss von vorne gehen. Dann läuft sie ihre besten Rennen.
Im Klartext: Poen wird von Anfang an versuchen, Gas zu geben, um die Konkurrenz hinter sich zu lassen.
Die Stute Yavari Boshoeve mit Jos Oorthuijsen (50/Soest, NL) ist durch einen ordentlichen dritten Platz vom letzten Sonntag in Gelsenkirchen frisch empfohlen. Bei Tak Lobell (67 Starts, null Siege, 37 Plätze) wird es mit Ralf Oppoli (43/Recklinghausen) wohl eher wieder um ein Platzgeld gehen. Besser sieht es im Vorfeld für Violet Phoenix mit dem in den Niederlanden lebenden Belgier Kurt Roeges (34/Ureterp) aus. Die Stute lief zuletzt fünfmal in Serie ins Geld und ist für einen Sieg überfällig.
Milka, diesmal mit Trainer Reinier Feelders (46/Kevelaer), konnte bei ihren letzten beiden Auftritten die Gelsenkirchener Siegform vom 5. August nicht bestätigen. Doch ist die Kleine“ eine große Kämpferin, die man nie abschreiben darf. Bleibt eine Notiz für Attrape Moi. Der Hengst stellte sich mit Cees Kamminga (45/Willemsoord, NL) am 10. Juni in ordentlichen 1:17,9 Minuten für den durchschnittlichen Kilometer in einer Wiederqualifikation vor. Der niederländische Fahrer Freek van den Berg (50) reist sicher nicht mit einem chancenlosen Pferd zum Nienhausen Busch.
Proben für den Deutschland-Preis
Gelsenkirchen (mspw) - Ein Groß-Ereignis wirft am Sonntag (5-9-10) auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen (acht Rennen, erster Start 14 Uhr) bereits seinen Schatten voraus. Denn mit Marc und Peter Burgerheide bereiten sich die beiden Superstars aus dem Besitz des niederländerischen Fahrrad-Händlers Meindert Terpstra (69/Noordbergum) auf den Großen Preis von Deutschland am 17. Oktober an gleicher Stelle vor. Das wichtigste Vierjährigen-Rennen des Jahres in Deutschland ist mit mindestens 150.000 Euro dotiert.
Terpstra, der seit über 40 Jahren Pferde besitzt, hatte noch nie zwei Spitzen-Traber wie Marc Burgerheide, Dritter im Derby 2009 und Gewinner der Züchter-Krone (Breeders Crown), sowie Peter Burgerheide, Derby-Fünfter. Appie Bosscha (50/Langezwaag, NL) ist Trainer des Duos. Die beiden Rennräder haben zusammen bereits über 160.000 Euro verdient. In Gelsenkirchen wird Marc Burgerheide von Ruud Pools (57/Heiloo, NL) gesteuert, Peter Burgerheide von Tom Kooyman (49/Lijnden, NL).
Die jüngste Empfehlung von Marc Burgerheide ist etwas besser als die seines Stall-Gefährten. Anfang August war Marc Burgerheide im Rahmen der Derby-Woche in Berlin-Mariendorf in der mit 25.000 Euro dotierten Derby-Revanche nicht zu schlagen, gewann leicht mit fünf Längen vor U.S.Lane und Abano Boy. Peter Burgerheide wurde Achter.
Die beiden Burgerheides bekommen es Sonntag am Nienhausen Busch mit namhafter Konkurrenz zu tun. Sir Karan aus dem Besitz von Ursula Augst (Sprockhövel) hat in seiner Karriere nicht weniger als 362.861 Euro verdient. Bei seinem letzten Start auf der Rennbahn in Paris-Vincennes verpasste der siebenjährige Hengst die Geldränge als Elfter deutlich. Er ist an einem schlechten Rennverlauf gescheitert,
erinnert sich seine Besitzerin, die für den Start am Nienhausen Busch optimistisch ist. Jetzt kommt eigentlich erst die Zeit von Sir Karan. Im Herbst hatte er bisher immer seine Top-Form,
so Augst, die auf Roland Hülskath (35/Mönchengladbach) als Fahrer vertraut.
Neben Sir Karan stellen sich Marc und Peter Burgerheide unter anderem auch Hollys Boy (Thomas Panschow/43/Bladenhorst) aus dem Besitz von Peter Erwig (57/Frechen) und Wait and Win (Markus Bock, 41/Gelsenkirchen), der Detlef Tappe (51/Oberhausen) gehört, in den Weg. Wait and Win machte in der abgelaufenen Saison mit einigen Erfolgen in Schweden auf sich aufmerksam. Bei seinem letzten Auftritt auf der C-Bahn in Recklinghausen Mitte August wurde er beim Sieg von Hollys Boy in einem Amateurfahren Sechster.
Komplettiert wird das Teilnehmerfeld durch Bonifacio mit Thomas Kornau (51/Recklinghausen) und Trail of dust mit Wolfgang Nimczyk (53/Willich). Bonifacio ist neben Hollys Boy und Marc Burgerheide der dritte frische Sieger unter den sieben Startern.
Scoop ist wieder voll auf dem Posten
Seine Premiere auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen gibt am Sonntag (acht Rennen, erster Start um 14.00 Uhr) der Wallach Scoop aus dem Besitz von Peter Erwig (57/Frechen). Der Dreijährige startet nach mehrwöchiger Pause sein Comeback. Zuletzt war Scoop Mitte Juni in Mönchengladbach in einem Rennen dabei, musste bei seinem zweiten Platz nach zwei Siegen die erste Niederlage seiner Karriere hinnehmen. Er war nicht ganz in Ordnung,
erinnert sich Erwig. Deshalb habe ich ihm eine Pause gegönnt. Jetzt ist er wieder voll auf dem Posten,
ist Scoops engagierter Besitzer optimistisch.
Erst Anfang Mai dieses Jahres hatte sich Scoop für den Rennbetrieb qualifiziert. Er wurde relativ spät geboren und durch den langen Winter war die Trainingsarbeit sehr schwierig,
so Erwig. Nach seiner erfolgreichen Qualifikation in einer durchschnittlichen Kilometer-Zeit von 1:20,2 Minuten war Scoop bei seinem ersten richtigen Start in Dinslaken auf Anhieb nicht zu schlagen. Es folgten ein Sieg in Mönchengladbach und zuletzt Rang zwei an der Niers hinter Gloria Victoria. Der kommende Auftritt auf der großen Bahn am Nienhausen Busch ist für Scoop eine Standort-Bestimmung. Ich muss sehen, wie weit er nach seiner Pause ist,
sagt Erwig, der erneut Thomas Panschow (43/Bladenhorst) als Fahrer für Scoop engagiert hat.
Mit sieben Gegnern bekommt es Scoop in Gelsenkirchen im zweiten Rennen des Tages zu tun. Für Peter Erwig zählt Bene Speranza mit Patricia Ruckdäschel (48/Moers) im Sulky zum Favoriten-Kreis. Die fünfjährige Stute war bisher zweimal am Start, wurde einmal Erste und einmal Zweite. Sie hat bei mir einen sehr guten Eindruck hinterlassen,
hat Erwig großen Respekt vor der Konkurrenz.
Als frische Siegerin geht Zorayah mit Lokalmatador Markus Bock (41) an den Start. Die vierjährige Stute hatte zuletzt in Mönchengladbach für eine Sensation gesorgt, gewann zum Totokurs von 475:10. Gute Chancen auf einen der vorderen Plätze hat auch Emilia Storm mit Roland Hülskath (35/Mönchengladbach). Bei acht Starts in diesem Jahr kam die Stute zu einem Sieg und drei Platzierungen. Zuletzt wurde sie allerdings zweimal in Folge disqualifiziert.
Russel ohne den ewigen Rivalen
Gelsenkirchen (mspw) - Mit Hugo Langeweg sen. (57/Schagerbrug) im Sulky trifft Russel November am Sonntag (29-8-10) in Gelsenkirchen im Frei für Alle-Rennen (2.625 Meter), das aus den Bändern gestartet wird, auf sechs Gegner. Dann soll der Hengst an seinen letzten Gelsenkirchener Auftritt im April 2009 anknüpfen, bei dem er seinen ewigen Rivalen Sir Karan aus dem Besitz von Ursula Augst (Sprockhövel) leicht mit drei Längen besiegte.
Den gleichen Einlauf hatte es auch beim größten Deutschland-Erfolg von Russel November aus der Zucht von Michael Schröer (Unna) gegeben. Im Deutschen Derby 2006 war der Sieg von Russel November gegen Sir Karan mit sechs Längen allerdings noch etwas deutlicher ausgefallen. Zu einem erneuten Aufeinandertreffen wird es diesmal nicht kommen, da Sir Karan erst am Mittwoch im französischen Traber-Mekka Paris-Vincennes engagiert war - leider wenig erfolgreich.
Zu Russel Novembers Kontrahenten am Sonntag in Gelsenkirchen zählt unter anderem King Prestige, der von seinem Trainer Henk Grift (35/Kevelaer) gesteuert wird. Der zwölfjährige Wallach ist mit einer Gewinnsumme von rund 880.000 Euro ebenfalls ein Großverdiener. Rechts herum war er zuletzt nicht ganz so gut. Jetzt haben wir etwas an den Eisen verändert,
ist Grift für den Start am Nienhausen Busch guter Dinge.
An den Sieg denkt er dabei jedoch nicht. Russel November ist unschlagbar,
meint der Niederländer. Der Hengst kann einen unglaublichen Speed gehen und ist nicht auf den Rennverlauf angewiesen. Russel November kann ein Rennen von vorne oder auch durch die äußere Spur erfolgreich bestreiten. Er ist völlig unkompliziert,
schwärmt Henk Grift.
Wie Russel November und King Prestige müssen auch Kebby du Bocage mit Lieven de Groote (45/Nazareth, Belgien) und Armstrong As mit Rick Wester (25/Schaandamm, NL) im Sulky eine Zulage von 25 Metern wettmachen. Nur die Grund-Distanz von 2.625 Metern müssen in diesem Steher-Rennen dagegen die weiteren Teilnehmer Joyman Laurelton mit Michael Schmid (43/Oberhausen) im Sulky, Valentino As mit Thomas Panschow (43/Bladenhorst) und Sissi Crown, gesteuert von Silberhelm Roland Hülskath (35/Mönchengladbach), zurücklegen.
Sigrid Eichler will Sieg mit Neu-Einkauf
Die Vorfreude auf den Renntag am Sonntag in Gelsenkirchen ist bei Sigrid Eichler riesig. Erstmals nach dem Kauf vor wenigen Tagen wird sie ihre Neuerwerbung Follow Me um den Kurs steuern. Mit der fünfjährigen Stute greift die 49-Jährige aus Kevelaer in ihrer Lieblings-Disziplin Trabreiten an. Trotz einer Zulage von 25 Metern rechnet sich die Trainerin, Fahrerin und Reiterin gute Chancen aus, mit ihrer Stute auf Anhieb einen Sieg landen zu können.
Am vergangenen Sonntag musste sich Follow Me im Trabreiten auf der Bahn in Recklinghausen nur Vaudeville K mit Silvia Raspe (24/Weeze-Wemb) geschlagen geben. Sigrid Eichler war von der Stute, die sich zu diesem Zeitpunkt noch im Besitz von Franz Klein (60/Versmold) befand, so sehr angetan, dass sie einen Tag später den Kaufvertrag unterschrieb. Ich bin eine begeisterte Trabreiterin. Gute Pferde, mit denen man in dieser Disziplin gewinnen kann, sind nur schwer zu finden. Deshalb habe ich bei Follow Me sofort zugegriffen,
so Eichler.
Die Siegquote von Follow Me kann sich durchaus sehen lassen. Nach 23 Starts stehen zehn Erfolge und sechs Platzierungen zu Buche. Wie in Recklinghausen zählt freilich auch am Nienhausen Busch Vaudeville K mit Silvia Raspe zu den Kontrahenten. Allerdings startet der frische Sieger diesmal 25 Meter hinter Follow Me.
Auf ein gutes Abschneiden hofft Sigrid Eichler auch in der Gelsenkirchener Auftakt-Prüfung, in der sie mit ihrem Bugatti am Start ist. Bugatti, der in seiner Karriere insgesamt 15 Rennen bei 77 Starts gewann, trifft Sonntag auf sechs Gegner. Zum Kreis der Favoriten zählt Serien-Sieger Louis Vuitton. Mit Robbin Bot (19/Lippenhuizen, NL) im Sulky gewann der fünfjährige Hengst seine vergangenen vier Starts. Ebenfalls mit guten Chancen gehen Photo Phoenix mit Kurt Roeges (34/Ureterp, NL) und Bemms Axel mit Roland Hülskath (35/Mönchengladbach) ins Rennen.
Gelsenkirchen: Schlecht für Silberpfeil, wenn die Serie hält
Schimmel-Hengst schwer kalkulierbar
Gelsenkirchen (mspw) - Hält die Serie des fünfjährigen Schimmel-Hengstes Silberpfeil aus dem Besitz von Ursel (67) und Norbert Blum (69/Stall Blümchen/Schermbeck) auch am Donnerstag (18-8-10) auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn, wenn sich der attraktive Hengst im ersten von sieben Rennen um 19.03 Uhr vorstellt? Sollte es so kommen, dann bliebe der Star des engagierten Schermbecker Besitzer-Ehepaares Blum ohne Geldprämie!
Es ist in der Tat auffällig: Fünf Starts hat Silberpfeil seit dem 27. Mai dieses Jahres absolviert. Seitdem geht es immer im gleichen Takt: Geldprämie, keine Geldprämie, Geldprämie, keine Geldprämie. Hält die Serie, wird der frische Mönchengladbacher Sieger diesmal leer ausgehen. Wetter auf der Rennbahn versuchen an jeder Ecke, einen Hinweis zu ergattern, wie sie ihre Wetten anlegen. Und so wird ihnen auch die ungewöhnliche Serie von Silberpfeil aufgefallen sein.
Seine letzten beiden Siege landete der Blum-Traber in Mönchengladbach, wo es sich im Allgemeinen leichter gewinnen lässt als auf der großen Gelsenkirchener Bahn. Aber Silberpfeil hat auch schon in Gelsenkirchen gewonnen. Im Februar 2009 gelangen ihm, immer mit seinem ständigen Fahrer Gerrit Gommans (60/Uedem/Otterlo, NL) im Sulky, sogar zwei Siege in Serie, einer davon zum Totokurs von 153:10. Nicht leicht auszurechnen ist der Mercedes aus der eigenen Blum-Zucht. Eine Art Wundertüte und für die Wetter deswegen immer eine Herausforderung.
Der inzwischen fünfjährige Silberpfeil sollte sogar 2008 im Deutschen Traber-Derby starten. Die Blums hofften bis kurz vor der Einzahlung des letzten Einsatzes auf einen Derby-Start. Es sollte so etwas wie der Höhepunkt ihres Schimmel-Fimmels sein. Aber Silberpfeil bekam plötzlich Wachstums- und Zahnprobleme. Aus der Derby-Traum!
Bis vor Kurzem plagten ihn dann wieder Probleme an den Beinen. Er ist ein so genanntes weiches Pferd,
sagt Norbert Blum über den Schimmel. Schon vor seinem letzten Siegstart in Mönchengladbach hatte er sich in der Arbeit allerdings wieder besser angeboten und ist dann auf der Zielgeraden am Totofavoriten Porto Cervo grußlos vorbei gelaufen,
schildert Blum den letzten Auftritt.
Konkurrenz aus dem eigenen Lager steht diesmal im Starterfeld der acht Teilnehmer, denn mit Monsun bietet der Stall Blümchen ein weiteres Pferd in diesem Rennen auf. Fahrer ist Trainer-Sohn Jim Gommans (31/Wesel). Das letzte Laufen mit einem dritten Platz in Dinslaken war nicht schlecht. Eine Geldprämie müsste für Monsun wieder drin sein,
hofft Norbert Blum. Alle Berechnungen und Hoffnungen durchkreuzen könnte You’re the Queen mit Wolfgang Nimczyk (53/Willich) im Sulky. Die fünfjährige Stute überraschte zuletzt in Mönchengladbach, als sie mit Wolfgang Nimczyk siegte. Bei Einstellung dieser Leistung ist für die Stute von Franz-Josef Pellander (60/Kevelaer) ein weiterer Erfolg durchaus drin.
Rita Drees fährt einen Seriensieger
Auf den aus Dänemark stammenden Hengst Noddy Flamingo kann sich Besitzerin Gabi Morbach (54/Dinslaken) verlassen wie auf ein präzises Uhrwerk. Kommt der Rappe an den Start, dann klingelt es regelmäßig in der Kasse: 15 Starts, dabei vier Siegprämien sowie zehnmal Platzgelder! Das kann sich sehen lassen. Auf ein erfolgreiches Abschneiden hofft Gabi Morbach auch am Donnerstag auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn, zumal als Fahrerin mit Rita Drees (68/Epe-Gronau) eine anerkannte Fachfrau im Sulky engagiert werden konnte.
Noddy Flamingo wird diesmal in einem Damenfahren (Eugen Kuhlmann Cours Ladytrab-Cup) aufgeboten. Acht Amateurfahrerinnen kommen im vierten Rennen gegen 20.12 Uhr an den Start. An der Favoritenrolle kommt Noddy Flamingo nicht vorbei. Denn eine bessere Empfehlung als drei frische Siege, darunter ein Erfolg in einem Probelauf in Gelsenkirchen, gibt es ja wohl nicht. Und so dürfte Gabi Morbach, schon lange passionierte Besitzerin, die Heike (42) und Tim Schwarma (19/Weeze) eng verbunden ist, am Donnerstag wieder mit einem Preisgeld rechnen können, auch wenn die erfahrene Rita Drees erstmals im Sulky hinter dem Rappen sitzt.
Von Mitte Mai an hatte der Hengst eine dreimonatige Startpause einlegen müssen. Grund: Auf der Weide zog sich Noddy Flamingo eine Fleischwunde am linken Hinterbein zu. Aber Trainer Klaus Thomaskamp (59/Rees), übrigens der Ausbilder des zweimaligen Nachwuchs-Champions Tim Schwarma, überstürzte nichts, brachte den Hengst erst wieder auf die Bahn, als er seine Verletzung restlos auskuriert hatte und rennbahn-fertig war. Seine letzten sieben Starts absolvierte Noddy Flamingo allesamt auf der Gelsenkirchener Bahn am Nienhausen Busch, wurde dabei viermal Sieger und dreimal Zweiter.
Vor einem Spaziergang steht der Morbach-Hengst am Donnerstag allerdings keineswegs. Auf jeden Tippschein gehört auch Winston Detvile, der schon gegen gutklassige Konkurrenz gelaufen ist und zuletzt auch in Berlin-Mariendorf in der durchschnittlichen Kilometerzeit von 1:14,6 Minuten über die 1.900-Meter-Distanz mit Silberhelm Roland Hülskath (35/Mönchengladbach) auf Rang zwei angenehm überraschte. Bei 17 Starts in Deutschland - und das könnte das Handicap des Wallachs sein - gelang kein einziger Sieg, aber immerhin sprangen 15 Platzierungen heraus. Trainer ist der im niederländisch-friesischen Ureterp tätige Belgier Kurt Roeges (34), mit dem Fahrerin Hilda Hofstra (39) auch privat verbandelt ist. Hofstra kennt den Wallach bestens, hat sie ihn doch schon mehrfach in Rennen gesteuert.
Noble Princess, bereits zehn Jahre alt, wird von Manfred Mattens Gestüt Lindenhof (Uedem) mit Andrea Dworatzyk (26/Wesel) aufgeboten. Die Stute war zuletzt ein Muster an Zuverlässigkeit und könnte bei gutem Rennverlauf durchaus ins Geld laufen. Erfahrung hat sie allemal: 83 Starts, darunter drei Siege und 46 (!) Platzierungen. More Muscles blieb zwar zuletzt hinter den Erwartungen, war davor aber immer gut dabei und hat mit Silvia Raspe (24/Weeze-Wemb) eine Formfahrerin hinter sich. Nach einer krankheitsbedingten Pause greift nun auch wieder Nicole Hildebrandt (36/Borken) an. Mit Nuke it Baby bietet sie immerhin das Pferd mit der höchsten Gewinnsumme (11.055 Euro) in diesem Starterfeld auf.
Donnerstag (5-8-10) in Gelsenkirchen: Neun Rennen ab 18.41 Uhr
Gerrit Gommans greift mit Bent an
Gelsenkirchen (mspw) - Auf dem besten Weg, sein Prämienkonto zu erhöhen, ist der vierjährige Bent. Der Hengst aus dem Besitz von Dagmar und Hermann Grote (Recklinghausen) ist nach drei Starts in Dinslaken und Mönchengladbach noch ungeschlagen. Jetzt muss sich Bent erstmals in einem Rennen auf dem großen Gelsenkirchener 1.200 Meter-Rund beweisen.
Die Gelsenkirchener Bahn ist für Bent jedoch kein unbekanntes Pflaster. Denn seine Qualifikation absolvierte der Vierjährige Anfang April in Gelsenkirchen mit Silberhelm Roland Hülskath (35/Mönchengladbach) souverän in einer durchschnittlichen Kilometer-Zeit von 1:18,7 Minuten. Es folgten ein Sieg in Mönchengladbach und zwei Treffer in Dinslaken.
Donnerstag wird Bent jedoch nicht von Roland Hülskath, sondern erstmals vom Niederländer Gerrit Gommans (Uedem) gesteuert. Für den 60jährigen ist es so etwas wie ein Blind Date. Ich kenne Bent nur vom Zuschauen,
sagt Gommans: Er hat bei mir aber einen sehr positiven Eindruck hinterlassen und ich hoffe, dass ich die Sieges-Serie fortsetzen kann.
Zum Kreis der Mitkonkurrenten in der Auftaktprüfung gehört ausgerechnet Roland Hülskath, der mit der Stute Blue Phoenix einen weiteren Treffer von Bent verhindern möchte. Die Vierjährige aus dem Trainingsquartier von Jos Oorthuijsen (50/Soest, NL) ist allerdings nicht ganz unkompliziert. Nach Platz zwei beim Debüt Ende Mai war Blue Phoenix beim folgenden Auftritt nicht zu bezwingen. Zuletzt wurde sie jedoch zweimal in Folge disqualifiziert.
Ab und an als zickig“ erwies sich bei ihren vergangenen Starts auch die vierjährige Stute Ziggy AM aus niederländischem Besitz. Als Fahrer wurde Michael Schmid (43/Oberhausen) verpflichtet. Vor ihrem zweiten Platz hinter Serien-Sieger Louis le Grand Mitte Juli in Gelsenkirchen wurde Ziggy AM zweimal in Serie wegen eines Fehlers aus der Wertung genommen.
Unter den Zuschauern am Donnerstag werden auf Einladung des Gelsenkirchener Rennveranstalters auch Kinder von 3Wishes, einem internationalen Kulturprojekt des Kinderschutzbundes Gelsenkirchen und der Stadt Gelsenkirchen, sein. Die Teilnehmer sind junge Menschen aus Pécs (Ungarn), Istanbul und Gelsenkirchen mit besonderem Interesse an Malerei, Literatur und Musik sowie an der Begegnung mit der jeweils anderen Kultur.
Die achte Tages-Prüfung wird am Donnerstag daher auch unter dem Namen Preis des Kinderschutzbundes Gelsenkirchen gelaufen. Als Mitfavorit geht der frische Doppel-Sieger Medon Real mit der Niederländerin Jellina op de Hoek (37/Koekange) ins Rennen. Das Gespann trifft unter anderem auf Rio Chavon mit Roland Hülskath. Der fünfjährige Wallach wurde bei seinen letzten sechs Auftritten dreimal Erster und dreimal Zweiter.
Harte Nuss im Viererwette-Rennen
Eine harte Nuss wartet im Viererwette-Rennen (ca. 19.30 Uhr) auf alle Wetter: Gleich drei Teilnehmer weisen eine Gewinnsumme von null Euro auf. Stormy Nightriver mit Jan Wagenaar jun. (48/Arnheim, NL) absolviert sogar seinen ersten Start überhaupt. Keiner der zehn Teilnehmer hat schon einen Sieg in seiner Bilanz stehen. Das Pferd mit der höchsten Gewinnsumme im Feld ist Kimmy Diamant, gesteuert von ihrem Trainer und Besitzer Uwe Zevens (49/Bedburg-Hau). Sie hat nach bisher vier Starts (zwei Platzierungen) insgesamt 350 Euro auf ihrem Konto. Die Wetter werden beim Aufwärmen deshalb ganz genau hinschauen, um weitere Hinweise über das Leistungsvermögen der zehn Starter zu erhalten.
Am Nienhausen Busch kommt es auch zu einem Familien-Duell. Gerd Holtermann (54/Bladenhorst) trifft mit dem dreijährigen Hengst Don King auf seinen Neffen Thomas Holtermann (38/Dülmen), der Sweet little Heart steuert.
Noch vor dem ersten Rennen stellt sich die ehemalige Serien-Siegerin El Conchita in einer Wieder-Qualifikation vor. Gesteuert von Mitbesitzer und Ex-Fußballprofi Hannes Bongartz (58/Bottrop) soll die sechsjährige Stute am Donnerstag ihren ersten Auftritt auf einer Rennbahn seit Ende Januar absolvieren. Eigentlich war das Comeback von El Conchita, die stolze 17 ihrer 34 Karriere-Starts für sich entscheiden konnte, bereits für Mitte Juli in Mönchengladbach geplant. Eine Erkältung hatte ihren Start jedoch kurzfristig verhindert.
Gelsenkirchen: Kamps-Schützling kann Serie ausbauen
Schafft Louis le Grand den Hattrick?
Gelsenkirchen (mspw) - Zwei Siege bei zwei Starts hat er schon. Donnerstag (22-7-10) auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen (zehn Rennen, erster Start 18.30 Uhr) kann Louis le Grand den Hattrick perfekt machen. Mit Ralf Oppoli (43/Recklinghausen) im Sulky trifft der dreijährige Wallach in der Auftakt-Prüfung auf sieben Gegner. Trainer Wolfgang Kamps (51/Bladenhorst) hatte bisher nur im Training Anlass zur Kritik. Louis le Grand ist ein braves, aber kein übereifriges Pferd. Bei der Arbeit macht er nicht mehr, als von ihm verlangt wird,
so Kamps.
Seinen ersten Karriere-Start absolvierte Louis le Grand Anfang Juni in Gelsenkirchen und war auf Anhieb nicht zu schlagen. Sieg Nummer zwei gab es ebenfalls am Nienhausen Busch Anfang Juli. Fahrer war in beiden Fällen Ralf Oppoli. Mit ihm hat man kaum Probleme. Louis le Grand ist im Umgang unkompliziert,
lobt Oppoli. Allerdings ist er in manchen Situationen noch ein wenig unerfahren.
Zu den sieben Kontrahenten von Louis Le Grand zählt die frische Doppel-Siegerin Jadina Way. Kurios: Bei ihrem letzten Erfolg Anfang Juli in Dinslaken pilotierte sie ausgerechnet Ralf Oppoli zum Sieg. Diesmal wurde Lokalmatador Peter Poen als Fahrer engagiert. Der 53-Jährige war Mitte Juni in Mönchengladbach mit der vierjährigen Stute nicht zu bezwingen. Entscheidend wird sein, dass sie die letzten Leistungen auf die große 1.200 Meter-Bahn bringt,
so Poen. Vom Rennverlauf ist sie unabhängig. Optimal wäre jedoch ein geschontes Rennen, in dem sie im Endspurt ihren Speed voll einbringen kann.
Um die vorderen Plätze in der Auftakt-Prüfung können auch Ziggy Am mit Thomas Panschow (43/Bladenhorst) und Diva Phoenix mit Kurt Roeges (34/Ureterp, NL) sowie Alka de Linde mit Michael Schmid (43/Oberhausen) mitmischen.
Anke Börnig will wieder in die Erfolgsspur
So groß war das Angebot des Gelsenkirchener Trabrennvereins an die Hobbyfahrer selten. Gleich drei der zehn Prüfungen sind den Amateuren vorbehalten. Besonders fleißig: Anke Börnig (Dinslaken), im Hauptberuf kaufmännische Angestellte in einem Oberhausener Autohaus. Die 33-Jährige ist in allen drei Amateurfahren dabei. Bei ihrem ersten Auftritt steuert Börnig im Viererwette-Rennen die Stute Idee Folle. Die insgesamt zehn Teilnehmer müssen vor allem ihre Ausdauer unter Beweis stellen. Schließlich geht es über die Distanz von 2.600 Metern.
An ihren letzten Start mit Idee Folle erinnert sich Anke Börnig nicht so gerne zurück. In Dinslaken war die Sechsjährige nach einem Fehler disqualifiziert worden. Ich glaube, dass sie die Bahn in Dinslaken einfach nicht mochte. Deshalb werte ich den Start als Ausrutscher. In Gelsenkirchen kommt Idee Folle viel besser zurecht,
so Börnig.
Immerhin zwei Siege und zehn Platzierungen stehen bei 16 Saison-Starts in der Bilanz von Idee Folle, die von Gerd Holtermann (54/Bladenhorst) vorbereitet wird. Über die Marathon-Distanz von 2.600 Metern ist sie dabei aber noch nicht gegangen. Das ist kein Problem. Die nötige Kondition hat sie,
meint Börnig.
Zu den Sieg-Anwärtern im Viererwette-Rennen zählt der Wallach Wonderful aus dem Trainingsquartier von Arnold Mollema (61/Wolvega). Der Sechsjährige war in dieser Saison fast immer auf den vorderen Plätzen zu finden, wenn er in Gelsenkirchen an den Start ging. Zwei Siege, zwei zweite Plätze sowie ein fünfter Rang stehen für den Mollema-Schützling, der Donnerstag von Hilda Hofstra (39/Ureterp, NL) gesteuert wird, zu Buche.
Gute Chancen auf einen der vorderen Plätze hat auch Trigger Dragon mit dem erfahrenen Amateurfahrer Jörg Hafer (50/Gelsenkirchen) im Sulky. Für den neunjährigen Hengst stehen in diesem Jahr bisher acht Platzierungen bei acht Starts zu Buche. Ein Sieg fehlt allerdings noch in seiner Bilanz.
Im zweiten Amateurfahren des Tages (6. Rennen) geht Anke Börnig mit Bemms DT an den Start. Der siebenjährige Wallach hat sich zuletzt Mitte Juli in Dinslaken nach langer Verletzungspause mit einem siebten Platz zurückgemeldet. Gegen Rio Chavon mit Frank Eickmann (45/Recklinghausen), Yanneke Camstra mit Abraham Barendregt (37/Lieren, NL) und Sydney Way mit Tony Böker (21/Recklinghausen) hat Bemms DT nur Außenseiter-Chancen.
Zum dritten und letzten Mal sind die Hobbyfahrer in der zehnten Tages-Prüfung im Einsatz. Favorit auf den Sieg ist Porto Cervo mit Marko Klose (34/Mönchengladbach) im Sulky. Der fünfjährige Wallach aus dem Trainingsquartier von Wolfgang Nimczyk (53/Willich) hat in dieser Saison bei zwölf Starts sieben Rennen gewonnen. Außerdem holte er vier Platzierungen. Bei seinem letzten Auftritt in Mönchengladbach musste Porto Cervo weite Wege gehen. Daher reichte es nur zu Rang vier. An ihm führt wohl diesmal wieder kein Weg vorbei,
so Anke Börnig, die mit Black Leonie am Start ist.
Bei einer Tour durch Deutschland macht Marisa Bock (Schöneiche) am Donnerstag in Gelsenkirchen Halt und übernimmt drei Fahrten. Vergangenen Montag war die 29-Jährige erstmals in Straubing zu Gast. Im Anschluss an den Renntag am Nienhausen Busch geht es zurück nach Berlin, wo Samstag die Derby-Woche beginnt.
Ex-Schalke-Profi hat Seriensieger im Stall
Gelsenkirchen (mspw) - Donnerstag pausiert die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika. Ohne diese Konkurrenz bietet der Veranstalter an diesem Tag (1-7-10) zehn Rennen ab 18.30 Uhr an. Ganz besonders heiß auf den Abend ohne Fußball ist ausgerechnet ein Ex-Fußballprofi: Klaus Tanne Fichtel (65). Grund: In einem Stuten-Rennen geht die sechsjährige Seriensiegerin Queens an den Start. Besitzer: Klaus Fichtel und sein Freund, der Billerbecker Hotelier Tinus Niehoff (62), die beide schon seit rund 20 Jahren Eigner von Trabrennpferden sind und an diesem Sport viel Spaß haben,
so Niehoff.
Seit einigen Wochen hat Klaus Fichtel, der in Waltrop wohnt, dem Fußball endgültig ade gesagt. Bis dahin war er noch als Beobachter für Schalke 04 jahrelang und sehr engagiert auf Achse. Jetzt ist er Rentner und kann sich noch intensiver um seine Traber kümmern,
weiß Ehefrau Gaby.
Begonnen hatte Fichtels Traber-Leidenschaft, als er noch für Schalke kickte. Klaus Fichtel, Klaus Fischer, Rolf Rüßmann, Norbert Nigbur - sie alle waren Anhänger des Trabrennsports. Fichtel und Nigbur wagten sich sogar als Amateurfahrer in diverse Rennen. Viel zum Spaß dürfte ein gewisser Wallach Nero Crown beigetragen haben. Zwölf Starts, acht Siege! Tinus Niehoff: Das war das typische Anfängerglück.
Damals gehörten auch noch Schalkes Ex-Manager Rudi Assauer (66) und der inzwischen verstorbene Waltroper Bernhard Stromberg, dessen Sohn Holger die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bekocht, zur Besitzergemeinschaft.
Jetzt sind noch Fichtel und Niehoff dabei. Mit den Leistungen ihrer aktuellen Seriensiegerin Queens können die beiden äußerst zufrieden sein: 29 Starts, 16 Siege, sechs Platzierungen. Niehoff: Abends sitzen wir nach den Rennen schon mal in Billerbeck zusammen. Klaus Fichtel, immer noch Sportler durch und durch, gönnt sich dann ein Wasser und einen Eisbecher, für mich gibt es ein Pils und einen Wacholder.
Der letzte Start von Queens war am 10. Juni in Hamburg. Mit Roland Hülskath (35/Mönchengladbach) im Sulky siegte die Braune zum Totokurs von 14:10 über die Kurzdistanz von 1.680 Metern in hervorragender durchschnittlicher Kilometerzeit von 1:13,8 Minuten. Hülskath wurde auch für Donnerstag (1-7-10) als Fahrer engagiert. Queens letzter Auftritt in Gelsenkirchen datiert vom Februar dieses Jahres, als es mit Gerd Steinhaus (46/Recklinghausen) nach der Winterpause eine siegreiche Wiederqualifikation gab.
Und was tut sich am Donnerstag im siebten Rennen? Die Konkurrenz ist zumindest zahlenmäßig sehr groß. Zwölf Starterinnen wurden angegeben, darunter auch die zuletzt siegreichen Miss Dynamite mit Stefan Musga (45/Duisburg) und Hale Berry mit Heinrich Gentz (57/Kaarst). Freilich: Ob Hamburg, Mönchengladbach oder Gelsenkirchen - Queens kommt auf allen Bahnen gut zurecht. Auch für das Rennen am Donnerstag auf der Trabrennbahn am Nienhausen Busch ist Klaus Fichtel wieder optimistisch: Die Stute ist gut drauf, hat ordentlich gearbeitet.
Die Form steht bei Queens, so wie einst bei Fichtel (23 Länderspiele, 552 Bundesliga-Einsätze für Schalke und Werder Bremen, mit 43 Jahren und sechs Monaten der älteste Bundesliga-Spieler in der Geschichte des deutschen Fußballs). Hohe Achtung vor Fichtel hatte ein Fan einst auf einem Transparent zum Ausdruck gebracht: Der Wald stirbt, die Tanne steht!
Georgies Boy: Kein Seitenblick mehr
Der dreijährige Traberhengst Georgies Boy aus dem Besitz des Gelsenkirchener Steuerberaters Gregor Baumeister (66) ist ein Sorgenkind. Mal Zahnprobleme, mal die Nerven nicht so richtig unter Kontrolle. Oder er fühlt er sich ganz einfach unwohl in seiner Haut. Bei seinem vergangenen Start auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn war wohl Letzteres der Fall. In einem anspruchsvoll besetzten Rennen war er krasser Außenseiter, patzte bereits nach wenigen Metern. Besitzer Baumeister freilich gibt nicht auf: Am Donnerstag probieren wir es noch einmal,
kündigt er den nächsten Auftritt am Nienhausen Busch an.
Gregor Baumeister: Wir sind auf dem richtigen Weg. Bei seinem letzten Auftritt hatten wir Georgies Boy mit einem Klappzaum laufen lassen. Damit kann er schwerlich zur Seite schauen, soll sich nicht ablenken lassen und sich nur auf das Rennen konzentrieren.
Dass es auch ohne Seitenblick nicht gut ging, führte sein Fahrer Gerd Steinhaus (46/Recklinghausen) darauf zurück, dass sich der empfindliche Hengst erschrocken hat. Baumeister: Wir geben nicht auf. Einmal wird die Pechsträhne ein Ende haben.
Beweisen muss das der Baumeister-Traber gleich im ersten Rennen des fußballfreien Abends gegen sieben Gegner. Vorbereitet wird der Hengst übrigens an traditioneller Traberstätte. In Marl-Sinsen auf dem Schröderhof, wo einst über viele Jahre hinweg Alt-Trainer Hermann Kraum (Recklinghausen) trainierte, drehen nun die Baumeister-Traber und die Vierbeiner des Ex-Schalkers Klaus Tanne Fichtel ihre Runden auf einer 1.750 Meter langen Naturbahn. Außerdem kann man zu Trainingszwecken auch die 800-Meter-Bahn von Willi Rode gleich in der Nähe nutzen.
Favorit dürfte der Hamburger Doppelsieger Victory Love, gefahren von Roland Hülskath (35/Mönchengladbach), sein. Zuletzt musste sich der Dreijährige, der von Frank Ostermann (47/Burgwedel) trainiert wird, bei einer anspruchsvollen Prüfung im schwedischen Jägersro (Totokurs 44:10 und damit zweiter Favorit) mit einem fünften Rang zufrieden geben. Wichtig für die Wetter: Victory Love hat noch eine Derby-Nennung! Auch der von Jos Oorthuijsen (50/Soest, NL) aufgebotene Blue Phoenix hat schon einen Sieg aufzuweisen und gehört auf jeden Wettschein.
Auswärts, nämlich auf der Bahn in Hamburg-Bahrenfeld, geht am Donnerstag der aktuelle Fahrerchampion Michael Nimczyk (24/Willich) auf Punktejagd. Mit seinen vier Erfolgen am letzten Sonntag in Berlin konnte der Titelverteidiger den Rückstand gegenüber dem gleichzeitig in den Niederlanden sieglosen derzeitigen Spitzenreiter Roland Hülskath auf 17 Siege (78:95 zu Gunsten von Hülskath) verkürzen. Roland Hülskath selbst greift mit guten Chancen am Donnerstag in Gelsenkirchen an.
Sonntag ab 11.10 Uhr: Vorbereitung für Buddenbrock und Derby
Zwölf Rennen vor dem Fußball-Spiel
Gelsenkirchen (mspw) - Am Sonntag (27-6-10) nach den insgesamt zwölf Rennen auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn wird man schlauer sein, was die Chancen auf die Derby-Vorprüfung Buddenbrock-Rennen sowie das Derby selbst angeht. Sowohl die neun Teilnehmer des mit 7.000 Euro dotierten Hauptlaufes (Buddenbrock-Trial) als auch die acht Teilnehmerinnen des Stutenlaufes (3.500 Euro) sind noch auf der Derby-Tour. Sie sind alle für das Deutsche Traberderby am 1. August in Berlin-Mariendorf eingeschrieben. Rennbeginn am Nienhausen Busch ist bereits um 11.10 Uhr, damit kein Besucher das WM-Achtelfinalspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen England (Anstoß um 16.00 Uhr) verpasst. Das letzte Rennen soll um 15.15 Uhr gestartet werden. Aus Bayern kommt eine starke Biendl-Streitmacht.
Nach seinem souveränen Start/Ziel-Sieg am 10. Juni in Gelsenkirchen, als er am Toto mit 13:10 notiert war, dürfte Mary’s Boy mit dem 18-jährigen Robbin Bot (Wolvega, NL) im Hauptlauf des Buddenbrock-Trial erneut viel Vertrauen entgegen gebracht werden. Bei dem Test für den Auftritt am Sonntag (27-6-10) in Gelsenkirchen schaute sich Bot auf der Zielgeraden am Nienhausen Busch ganz gelassen wiederholt um. Was er sah, war beruhigend: Kein Gegner in der Nähe! Zufriedenheit auch bei den Besitzern Manfred Ostermann sowie dessen Lebensgefährtin Sonja Wewering und ihrer Tochter Marie-Charlott, die mit Robbin Bot, dem Fahrer von Mary’s Boy, eng befreundet ist. Wie beim letzten Start geht der braune Hengst auch diesmal mit der Nummer 1“ in die 2.000-Meter-Prüfung.
Mary’s Boy, von Sonja Wewering gezogen, ist der einzige frische Sieger in diesem Rennen. Doch zu unterschätzen ist wohl kaum einer der ambitionierten Teilnehmer. Es könnte sich lohnen, einmal die kurze Laufbahn von Sahir (zwei Rennen) aus dem Besitz von Software-Unternehmer Jörg Brandt (Gestüt Stormy Horses/Scharbeutz) unter die Lupe zu nehmen.
Nach siegreicher Qualifikation schickte ihn Trainer Heli Biendl (59/Ascha) in den Münchner Jugend-Preis. Ergebnis: Rang fünf. Allerdings startete Sahir aus der zweiten Reihe. Dann sprangen ausgerechnet die beiden Pferde, an die sich Biendl zunächst dranhängen wollte. Ich wurde total ausgebremst, fast bis zum Stillstand, lag schon 70 bis 80 Meter hinter dem Feld,
erinnert sich Heli Biendl.
Danach ging Sahir in die Winterruhe, imponierte Ende Mai mit einer siegreichen Wiederqualifikation in München-Daglfing, wo er zwei Wochen später nach einer Start-Galoppade (Wir haben rund 100 Meter verloren
) nur noch auf Rang vier vorlief. Sonntag geht er mit der günstigen 2“ ins Rennen. Erlaubt sich Heli Biendls erklärtes Derby-Pferd keinen Fehler, wird er in der Entscheidung mitmischen.
Gefahr droht freilich aus der eigenen Familie. Biendls Bruder Gerhard (53/München) reist mit Dschingis Khan an, der zwar bei vier Starts noch keinen Volltreffer vorweisen kann, jedoch nie ohne Prämie in den Stall zurückkehrte. Auch Armando Kievitshof, gefahren vom Niederländer Cees Kamminga (45/Willemsoord), und Picasso mit Michael Schmid (43/Oberhausen) sowie Schneesturm mit Benjamin Hagen (38/Berlin) blieben bisher immer im Geld.
Ein Fragezeichen steht hinter Giro, der dem ehemaligen Studienrat Achim Raulf (Dorsten) sowie Trainertochter Kim Kornau (Recklinhausen) gehört. Giro hat mit 13.560 Euro die höchste Gewinnsumme im Feld. Zuletzt lief er zwar in Gelsenkirchen mit der durchschnittlichen Kilometerzeit von 1:15,5 Minuten Bestzeit, landete aber nur auf Rang vier hinter Armando Kievitshof. Beobachtern fiel auf, dass Giro Probleme in den Bögen hatte. Tatsächlich wurde er danach vom Tierarzt an den Sprunggelenken behandelt, überzeugte freilich zuletzt in der Arbeit, so dass Fahrer Thomas Kornau (50/Recklinghausen) optimistisch ist, mit Giro wieder ins Geld laufen zu können.
Dass Baltimore As mit Heinz Wewering (60/Hamburg) mehr kann, als die letzten Leistungen aussagen, hat der Hengst von Marion Jauß (Neritz) schon als Zweijähriger gezeigt. Allerdings muss er sich gegen die Konkurrenz, mit der er es Sonntag zu tun hat, noch einmal steigern.
Nicht mehr als Außenseiter-Chancen macht Georgies Boy mit Gerd Steinhaus (44/Recklinghausen) geltend. Auch nachdem Zahnprobleme inzwischen behoben sind, konnte der Hengst aus dem Besitz des Gelsenkirchener Steuerberaters Gregor Baumeister seine guten Arbeitsleistungen im Rennen selbst nicht bestätigen, wurde bei seinen vier letzten Auftritten viermal disqualifiziert.
Ohne einen Euro Gewinnsumme geht Tequila mit Peter Grundmann (34/Mönchengladbach) in den Stuten-Vorbereitungslauf für das Buddenbrock-Rennen. Nicht viel besser (100 Euro Gewinnsumme) ist die oft fehlerhafte Kamina mit Heinz Wewering notiert.
Als frische Siegerin tritt Almasi mit Heli Biendl an. Die Stute, die wie Sahir Jörg Brandt gehört, wird im Stall hoch eingeschätzt, soll definitiv ins Berliner Stuten-Derby gehen. Nach zwei Ehrenplätzen ist Anky Kievitshof mit Robin Bakker (26/Deurze, NL) im Endkampf zu erwarten. Angelique Transs R (Robbin Bot) ist durch einen frischen Sieg bestens empfohlen. Eher für ein Platzgeld dürften nach ihren bisherigen Vorstellungen Vin Race mit Uwe Zevens (49/Bedburg-Hau) und Lady Maud mit Thomas Panschow (43/Bladenhorst) in Frage kommen. Impala Jaycee mit Michael Schmid muss sich steigern.
Gelsenkirchen: Noxean Com auf dem Weg zur Bestform
Generalprobe für den Stuten-Pokal
Gelsenkirchen (mspw). Der mit 30.000 Euro dotierte Stuten-Pokal, der am 20. Juni auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen entschieden wird, wirft bei der Rennveranstaltung am kommenden Donnerstag (10. Juni: zehn Rennen, erster Start 18.30 Uhr) bereits seine Schatten voraus. Denn Trainer und Besitzer nutzen am Nienhausen Busch die letzte Gelegenheit vor Ort, um ihre Stuten auf das nächste Gelsenkirchener Groß-Ereignis an gleicher Stelle vorzubereiten. Donnerstag treffen in der zweiten Tagesprüfung mit Noxean Com und Super d’Aunou zwei Anwärterinnen für den Stuten-Pokal sogar im direkten Duell aufeinander.
Berufsfahrer Andor Schute (Recklinghausen) kennt die fünfjährige Noxean Com aus der Zucht und dem Besitz des Waltropers Hubert Beckmann aus dem Effeff. Denn der 41-Jährige hat die Stute bei ihren bisherigen 14 Starts immer gesteuert. Die Ausbeute des Gespanns kann sich sehen lassen. Sechs Siege, sechs Platzierungen und eine Gewinnsumme von 13.724 Euro stehen in der Bilanz. Zuletzt war Noxean Com in Mönchengladbach und Gelsenkirchen zweimal in Folge nicht zu bezwingen. Am Donnerstag könnte sie also zur Serien-Siegerin werden.
Sie ist auf dem besten Weg zu ihrer Top-Form,
lobt Andor Schute. Auch im Stuten-Pokal soll sie dann zeigen, was in ihr steckt und um eine Prämie mitkämpfen.
Noxean Com wurde bisher zwar nur einmal disqualifiziert. Ganz unproblematisch ist sie dennoch nicht. Man muss als Fahrer immer hellwach sein. Die Stute lässt sich noch zu leicht ablenken,
verrät Schute.
Zum Favoriten-Kreis am Donnerstag und wohl auch im Stuten-Pokal zählt Super d’Aunou. Die Sechsjährige konnte in diesem Jahr mit dem Schwarzer Steward-Rennen (25.000 Euro) in Hamburg-Bahrenfeld bereits eine hochdotierte Prüfung für sich entscheiden. Der erfahrene Michael Schmid (43/Oberhausen) steuerte die Stute aus dem Besitz des Stalles Drensteinfurt von Klaus Storck und Franz Josef Baug, die sich beide auch im Trabrennverein des gleichnamigen münsterländischen Ortes engagieren.
Erst seinen dritten Karriere-Start absolviert gleich in der Auftaktprüfung der Donnerstag-Veranstaltung der Derby-Kandidat Mary’s Boy aus dem Besitz von Marie-Charlott Wewering, ihrer Mutter Sonja Wewering (Seppenrade) sowie deren Lebensgefährten Manfred Ostermann, der sich sonst vor allem im Galopprennsport als Mitbesitzer des erfolgreichen Gestüts Ittlingen (Werne) und als Präsident der einflussreichen Besitzervereinigung engagiert. Der dreijährige Hengst Mary’s Boy trifft mit Robbin Bot (18/Wolvega, NL) im Sulky am Donnerstag auf acht Kontrahenten.
Nach seinem Debüt-Erfolg Mitte Mai landete Mary’s Boy zuletzt im Diamond Way-Rennen (30.000 Euro), einer wichtigen Derby-Vorprüfung, am Nienhausen Busch beim überzeugenden Sieg von Velten Couture auf Rang sechs.
Gelsenkirchen: Henno Sürder präsentiert seine Derby-Hoffnung
Langschläfer Super Neo greift an
Gelsenkirchen (mspw) - Frühes Erscheinen ist am Donnerstag (3-6-10) auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen fast schon Pflicht. Denn bereits vor dem ersten von insgesamt acht Rennen (erster Start 15 Uhr) am Fronleichnamstag bestreitet ein Derby-Favorit um ca. 14.30 Uhr seinen ersten Auftritt in dieser Saison in einer Wieder-Qualifikation. Nach einer rund halbjährigen Pause greift Winterfavorit- und Breeders Crown (Züchter-Krone)-Gewinner Super Neo aus dem Besitz des engagierten Besitzers Henno Sürder (67/Odenthal) wieder an. Es wird ja langsam Zeit. Das Derby nähert sich mit großen Schritten,
sagt Sürder mit Blick auf das Deutsche Derby, das am 25. Juli (Vorläufe) und am 1. August (Finale) in Berlin-Mariendorf entschieden wird.
Eigentlich hätte Super Neo schon früher in die Derby-Saison starten sollen. Doch eine hartnäckige Bronchitis machte dem dreijährigen Hengst zu schaffen. Die Erkältung ist inzwischen ausgestanden, die Ärzte haben grünes Licht gegeben,
ist Sürder froh. Jetzt soll er in einer Wieder-Qualifikation ohne großen Druck sein eigenes Rennen laufen und sich wieder an das Renngeschehen gewöhnen.
Gesteuert wird Super Neo am Donnerstag nicht wie gewohnt von Thomas Panschow (43/Bladenhorst), sondern von Thomas Kornau (50/Recklinghausen). Thomas Panschow steht wegen eines Fahrverbots nicht zur Verfügung, wird Super Neo aber danach wieder steuern. Super Neo und er waren 2009 ein fantastisches Team und ich setze bei der Fahrer-Frage auf Konstanz,
erklärt Sürder.
Fünf Starts absolvierte Super Neo als Zweijähriger, gewann drei Rennen, wurde je einmal Zweiter und Dritter. Stolze 31.950 Euro trabte der Hengst dabei zusammen. Der Sieg im Preis des Winterfavoriten und im Hauptlauf zur Breeders Crown (Züchter-Krone), jeweils am Nienhausen Busch, haben Super Neo zum heißen Anwärter auf das Blaue Band gemacht. So einen wie ihn hatte ich noch nie,
schwärmt Henno Sürder: Er ist trotz seines jungen Alters extrem abgebrüht und weiß genau, was er will.
Abseits der Rennbahn nimmt sich Super Neo aber auch gerne mal seine Ruhepausen. Er schläft extrem viel und schnarcht dabei,
lacht Sürder.
Am vergangenen Sonntag hatte Henno Sürder in Gelsenkirchen die Gelegenheit, die Derby-Konkurrenz im Diamond Way-Rennen unter die Lupe zu nehmen. Besonders der Sieger Velten Couture, gegen den Super Neo bisher noch nicht angetreten ist, hat Eindruck hinterlassen. Die Art und Weise seines Sieges war schon gewaltig,
hat Sürder Respekt.
Zum ersten Kräftemessen zwischen Velten Couture und Super Neo könnte es am 11. Juli im Buddenbrock-Rennen auf der Derby-Bahn in Berlin-Mariendorf kommen. Die Prüfung gilt als Generalprobe für die Dreijährigen, die um den Derby-Sieg kämpfen sollen. Vorher hat Henno Sürder für seinen Schützling aber noch einen Start Ende Juni auf der Bahn in Gelsenkirchen ins Auge gefasst.
Sonntag wird in Gelsenkirchen an Jahrhundert-Vererber erinnert
Derby-Jahrgang im Diamond Way-Rennen
Gelsenkirchen (mspw) - Das Deutsche Traber-Derby, das traditionell am
ersten August-Sonntag auf der Bahn in Berlin-Mariendorf entschieden wird,
wirft seine Schatten voraus. Am Sonntag (30-5-10) steht die erste echte
Standortbestimmung für Deutschlands beste Dreijährige auf dem Programm. In
Gelsenkirchen wird das mit 25.000 Euro dotierte Diamond Way-Rennen
entschieden, das dem Derby-Jahrgang vorbehalten ist. Alle zehn Starter
besitzen eine Derby-Nennung, können sich damit noch Chancen auf den
Triumph im Blauen Band ausrechnen.
Die große Derby-Hoffnung aus dem Stall von Besitzerin Marion Jauß (Neritz)
heißt Baltimore As. Für den braunen Hengst hatte Jauß einst bei der
Derby-Auktion nach einem spannenden Bieter-Zweikampf stolze 220.000 Euro
gezahlt. Baltimore As soll für Jauß das Derby gewinnen, das in ihrer
umfangreichen Titel-Sammlung noch fehlt.
Baltimore As, der von seinem Trainer und Rekord-Champion Heinz Wewering
(Hamburg) gefahren wird, trifft in Gelsenkirchen auf neun Gegner.
Darunter ist auch Mary’s Boy, der Wewerings Tochter Marie-Charlott, seiner
Ex-Frau Sonja Wewering (Seppenrade) sowie deren Lebensgefährten Manfred
Ostermann (Gestüt Ittlingen/Werne) gehört. Es kommt damit also zu einem
echten Familien-Duell. Der erst 19jährige Robbin Bot (Deurze, NL), Freund von Marie-Charlott, wird
Mary’s Boy steuern.
Zum Favoriten-Kreis gehören neben Baltimore As auch Velten Couture mit
Hans-Joachim Tipke (53/Heeslingen) sowie Deutschland-Debütant Baron W. mit
Michael Schmid (43/Oberhausen).
Die Sonntag-Veranstaltung in Gelsenkirchen, bei der auch ein mit 12.500
Euro dotierter Stutenlauf zum Diamond Way-Rennen und eine Steher-Prüfung
um 7.000 Euro auf dem Programm stehen, erinnert an den Spitzen-Traber und
Jahrhundert-Vererber Diamond Way, dessen mehr als 2.500 Nachkommen über 65
Millionen (!) Euro gewannen.
Der Nachwuchs des Anfang 2009 im Alter von 27 Jahren eingegangenen
18-maligen Deckhengste-Champions, der selbst 1985 mit Weltrekordler Heinz
Wewering im Deutschen Traber-Derby triumphiert und insgesamt 729.200 Euro
Preisgeld gewonnen hatte, ist beeindruckend: Je zwei Derbysieger in
Deutschland und Italien, sieben Stutenderby-Siegerinnen und 17 Sieger in
Breeders Crown-Rennen sind nur ein kleiner Ausschnitt. In Spitzenzeiten
standen bis zu 300 Züchter im Jahr Schlange, um ihre Stuten von Diamond
Way bei Alwin Schockemöhle in Mühlen decken zu lassen.
Alle, die mit Diamond Way zu tun haben durften, können nur Positives über
ihn berichten. Er hat in seiner Karriere nie versagt. Es gab viele gute
Deckhengste in Deutschland. Aber keinen wie Diamond Way,
gerät Heinz
Wewering ins Schwärmen.
Spitzbube Gilbert Becaud
auf dem Weg nach Berlin
Gelsenkirchen (mspw) - Wenn am 1. August das Finale zum Deutschen Traber-Derby in Berlin-Mariendorf gestartet wird, dann will Trainer und Fahrer Jochen Holzschuh (35/Mönchengladbach) nicht nur dabei, sondern mittendrin sein. Seine große Hoffnung für das Blaue Band ist der vielversprechende Hengst Gilbert Becaud, der am Donnerstag (20-5-10) auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen (zehn Rennen, erster Start 18.30 Uhr) seine erste Etappe auf dem Weg in die Hauptstadt bewältigen soll. Gleich zum Auftakt tritt der Dreijährige, der im vergangenen Jahr in München den Jugend-Preis gewonnen hatte, gegen sieben Gegner an.
Für Gilbert Becaud, benannt nach dem berühmten französischen Sänger, ist es das Saison-Debüt in einem richtigen Rennen. Anfang Mai hatte sich der Holzschuh-Schützling in Mönchengladbach in einem Probelauf in einer durchschnittlichen Kilometer-Zeit von 1:20,2 Minuten aus der nicht ganz unproblematischen Winterpause zurückgemeldet. Er hatte gesundheitliche Probleme, ist deswegen noch nicht ganz auf 100,
erklärt Holzschuh.
Ein gutes Abschneiden am Nienhausen Busch würde nicht nur Holzschuh, sondern auch Gilbert Becauds Besitzer Willi Gruteser (57/Viersen) freuen. Seit mehr als 20 Jahren besitzt Gruteser Rennpferde, die er unter dem Stallnamen Spitzbube laufen lässt. Der Name kam auf kuriose Weise zustande: Grutesers Wellensittich Benny konnte Spitzbube
sagen. Für Grutesers Frau Helga (48) Anlass für den ausgefallenen Stallnamen Spitzbube.
Die Gegner von Gilbert Becaud beim Debut sind allerdings nicht von Pappe. Allen voran der frische Doppel-Sieger Photo Phoenix mit Patrick van Ooijen (32/Herwen, NL) im Sulky, der zum Serien-Sieger werden könnte. Der sechsjährige Wallach Goetmals Best, den Thomas Panschow (43/Bladenhorst) steuert, gewann sechs seiner letzten zehn Starts in Gelsenkirchen. Arnold Mollema (61/Wolvega, NL) bietet Yesterday auf. Der fünfjährige Wallach gewann Anfang Mai in Hamburg einen Vorlauf zum Preis von Hamburg, wurde im Finale Sechster.
In der achten Tagesprüfung stehen die Ladies im Mittelpunkt. Im zweiten Lauf zum Gelsenkirchener Ladytrab-Cup 2010 für Amateurfahrerinnen treffen zehn Teilnehmerinnen aufeinander. Die formstarke Silvia Raspe (24/Weeze-Wemb), die das bundesweite Amateurfahrer-Championat anführt und in diesem Jahr auch die erste Wertung zum Ladytrab-Cup am Nienhausen Busch mit Quabaleros für sich entschieden hatte, steuert diesmal den sechsjährigen Wallach Jojo Sigero, der in dieser Saison nach einem Start noch ungeschlagen ist.
Als Favorit dürfte am Donnerstag jedoch Lincolns Ass mit Nicole Hildebrandt (35/Borken) ins Rennen gehen. Der siebenjährige Hengst kam in dieser Saison bei bisher sieben Starts zu einem Sieg und sechs Platzierungen, muss aber das Handicap der zweiten Startreihe in Kauf nehmen.
Fußball-Weltmeisterin im Trabreiten
Die Vorfreude bei Kerstin Stegemann (Rheine) ist riesig. Am Donnerstag (20-5-10) wird die 32-Jährige, die in ihrer Fußballer-Laufbahn fast alles gewonnen hat, was es zu gewinnen gibt, erstmals ein Trabrennen bestreiten. Auf der Rennbahn in Gelsenkirchen (zehn Rennen, erster Start 18.30 Uhr) startet Stegemann in einem Gäste-Trabreiten, an dem ausschließlich Springreiter teilnehmen. Ich war noch nie bei einer Trab-Veranstaltung und freue mich deshalb ganz besonders auf das Rennen
, ist Stegemann gespannt. Hauptberuflich bekleidet sie bei der Bundeswehr den Rang des Hauptfeldwebels.
Den meisten Sport-Fans ist der Name Kerstin Stegemann aus dem Fußball ein Begriff. Beim VfB Rheine gab sie im Alter von nur 15 Jahren ihr Debüt in der Bundesliga. Es folgten hunderte von Einsätzen in der höchsten deutschen Spielklasse. Unter anderem war die Allrounderin für Eintracht Rheine, Heike Rheine, die SG Wattenscheid 09, den Herforder SV und den FCR 2001 Duisburg, mit dem sie im Jahr 2000 Deutsche Meisterin wurde, aktiv. Zuletzt trug sie das Trikot des Zweitligisten FSV Gütersloh 2009. Für die Nationalmannschaft absolvierte die Defensivspielerin 191 Einsätze, wurde zweimal Welt- und viermal Europameisterin, holte dreimal Bronze bei Olympischen Spielen. Seit rund zwei Monaten ist Schluss mit der Fußballer-Karriere. Ich hatte zu wenig Zeit, war beruflich häufig unterwegs,
erklärt Stegemann.
Ganz ohne Fußball geht es bei der ehemaligen Nationalspielerin freilich nicht. Stegemann: Ich bin Trainerin und Spielerin der Deutschen Bundeswehr-Nationalmannschaft. Wir bereiten uns gerade auf die Weltmeisterschaft im kommenden Monat in Frankreich vor.
Der Reitsport hat Kerstin Stegemann immer begleitet. Die Pferde sind mein großes Hobby,
sagt sie. Ich nehme regelmäßig mit meinen eigenen Pferden an Springreiten teil. Gerne hätte ich eine Karriere im Reitsport gestartet. Aber im Fußball war ich besser,
grinst sie.
Auf ihren ersten Auftritt auf einer Trabrennbahn hat sich Kerstin Stegemann gewissenhaft vorbereitet. Bei Trainer Eckhardt Drees (64/Lüdinghausen) hat sie bereits mit dem achtjährigen Wallach Höwings Kumpel trainiert. Den wird sie auch am Donnerstag reiten. Ich war beeindruckt. Vor allem von der Geschwindigkeit. Nach der ersten Runde dachte ich, das sei schnell gewesen. Dann wurde mir gesagt, dass das lediglich das Aufwärmprogramm war,
zeigte sich Stegemann erstaunt. Trabreiten macht einen Heidenspaß. Allerdings hatte ich es mir etwas leichter vorgestellt.
Mit Höwings Kumpel trifft Stegemann am Nienhausen Busch auf acht Gegner. Der Wallach aus dem Trainingsquartier von Eckhardt Drees hat in seiner Karriere exakt 99 Starts absolviert, steht nun also vor seinem Jubiläums-Rennen. 23 Siege und 56 Platzierungen stehen für den Kumpel zu Buche. Bei seinem letzten Start am 10. Mai kam Höwings Kumpel auf Rang zwei. Zuvor war er in Schweden stationiert, wo er unter anderem Anfang Februar in Jägersro als 175:10-Außenseiter nicht zu schlagen war.
Zu Stegemanns Gegnerinnen zählen unter anderem die Schwestern Christina (reitet Samuray) und Melanie Vortmann (Campione Maffia) aus Südlohn sowie Gritt Schulze Wierling (Candy’s Boy) aus Altenberge und Pia Niehoff (Roy Horn) aus Gronau-Epe. Die weiteren Starterinnen in dem Gäste-Trabreiten sind Natalie Bahners (Yankee Warden) aus Kaarst, Lena Sinnack (Esprit) aus Bocholt, Kira Weigel (York) aus Rhede und Marleen Mensing (Sir Duke) aus Heek.
Gelsenkirchen: April-Pokal der Steher über 2.600 Meter
Weite Distanz nichts für Kurzatmige
Gelsenkirchen (mspw) - 600 Meter mehr als in normalen Rennen müssen die Teilnehmer beim April-Pokal der Steher Donnerstag (15-4-10: erstes Rennen 18.30 Uhr, insgesamt neun Prüfungen) auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn zurücklegen. Einer 25 Meter, zwei weitere sogar noch 50 Meter mehr als die diesmal geforderten 2.600 Meter, weil sie höhere Gewinnsummen aufweisen. Das wird kein Rennen für Kurzatmige! Ausdauer ist gefragt, um sich ein Stück vom Preiskuchen (2.400 Euro) sichern zu können.
Eines der Zulagepferde ist der französische Hengst Kebby du Bocage, hinter dem Besitzer und Trainer Lieven de Groote (45) im Sulky sitzt. Bei einer Gewinnsumme von mehr als 331.000 Euro muss der inzwischen zwölfjährige Oldie 2.650 Meter abspulen. Leicht wird das nicht, zumal der braune Hengst seit Ende Januar nicht mehr am Start war. Mit einem fünften Platz hatte er sich in eine Verschnaufpause verabschiedet. Was er wirklich zu leisten imstande ist, hatte Kebby du Bocage zuvor in Gelsenkirchen nachhaltig unter Beweis gestellt. Jeweils als 18:10-Favorit kam er als Sieger ins Ziel, zuletzt mit Michael Schmid (43/Oberhausen), davor mit seinem Besitzer Lieven de Groote (Nazareth/Belgien), einem Unternehmer, der sich um Straßenmarkierungen kümmert.
Gerade einmal ein knappes Zehntel an Gewinnsumme im Vergleich zu Kebby du Bocage hat der Dunkelbraun-Schimmel Thor Boshoeve aufzuweisen, nämlich gut 30.000 Euro. Bei seinen letzten zehn Starts seit Mitte Dezember ist der Wallach, der früher als startschwierig galt, mit seiner Besitzerin Silvia Raspe (24/Wemb) immer ins Geld gelaufen, dabei auch in Rennen, als sich Amateurfahrerin Raspe in offene Rennen gegen die Profis getraut und dabei sogar gewonnen hatte. Da Thor Boshoeve aus dem ersten Band auf die Reise gehen kann, wird Silvia Raspe bei einem glatten Start alle Chancen haben, erneut mit einem Preisgeld in den Gelsenkirchener Ausspannstall zurückzukehren.
Zwei dicke Fragezeichen stehen hinter Nathan Streamline mit Gerrit Gommans (59/Otterlo, NL) und Chouchou mit Eckhardt Drees (64/Lüdinghausen), die beide ebenfalls aus der ersten Reihe starten dürfen. Nathan Dreamline, inzwischen 14 Jahre alt, bringt zwar die Erfahrung von nicht weniger als 204 Renneinsätzen mit. Doch die besten Zeiten hat der braune Hengst (insgesamt 40 Siege in seiner Laufbahn) wohl hinter sich. Der letzte volle Erfolg gelang vor fast einem Jahr mit André Pögel (37/Baruth) in Berlin-Mariendorf. Kurz zuvor hatte Nathan Dreamline in Gelsenkirchen mit Lokalmatador Peter Poen (53) überrascht, als er zum Totokurs von 581:10 siegreich über die Ziellinie lief. Die letzten Formen waren freilich weniger ersprießlich. Bei sechs Starts, allesamt in diesem Jahr, verdiente der Hengst gerade einmal 480 Euro an Preisgeldern.
Chouchou war bei seinen letzten Auftritten viermal in Schweden engagiert. Trainer Eckhardt Drees notierte dabei zwei Ehrenplätze, einmal davon mit Susanne Koch (34/Seppenrade) in einem Trabreiten. Der letzte Start endete über die 1.640-Meter-Distanz nach einem Fehler mit einer Disqualifikation. In Bestform ist Chouchou allemal zu einem erfolgreichen Abschneiden in der Lage. Interessant: Es gab schon eine ganze Reihe direkter Duelle mit Thor Boshoeve, wobei sowohl der Drees-Schützling wie auch der von Reinier Feelders (46/Kevelaer) trainierte Schimmel schon das bessere Ende für sich hatten.
Sir Groenhof mit Tom Kooyman (48/Limmen, NL) und Udo Siebar mit Roland Hükskath (34/Mönchengladbach) haben starke Fahrer hinter sich und sind durchaus in der Lage, in die Entscheidung einzugreifen. Allerdings patzte Udo Siebar zuletzt zweimal. Le Dream mit Lieven de Grootes Sohn Christophe (18) muss 50 Meter Zulage aufholen. Vor allem Halleluja mit Sven Grützner (19/Gelsenkirchen) hat es sehr schwer.
Im Trabreiten des Abends wird Silvia Raspe diesmal Vaudeville K aufbieten. Der erste Jahresstart des siebenjährigen Hengstes mit Raspe am letzten Sonntag in Gelsenkirchen ließ noch nicht erkennen, wie weit der Schützling aus dem Besitz von Silvia Raspes Mutter Heike (47) nach einer monatelangen Pause jetzt wieder ist.
Trainer Reinier Feelders: Vaudeville K war am letzten Wochenende erstmals seit Oktober wieder am Start. Jetzt gilt es erst einmal, Kondition aufzuholen.
Der lauffreudige Hengst hatte es im letzten Jahr bei 24 Starts immerhin auf acht Siege und 13 Geldrangplätze gebracht, kann also weit mehr, als der Auftritt vor einigen Tagen am Nienhausen Busch erkennen ließ. Dass auch einige Siege in Trabreiten dabei waren, sollten die Wetter bedenken, wenn Vaudeville K am Donnerstag startet.
So schnell können Friesen sein
Wenn alles nach Wunsch läuft, dann wird sich Dion Tesselaar (40/Heerenven, NL) am Donnerstag (15-4-10) nach den Rennen auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn sehr zufrieden auf den Heimweg ins niederländische Friesland machen. Tesselaar ist jedenfalls vorab sehr optimistisch,
dass alle seine drei Starter ins Geld laufen werden. Die Arbeitsleistungen jedenfalls waren prima,
sagt der Gewinner von rund 200 Trabrennen im Brustton der Überzeugung.
Tesselaar, das ist keineswegs ein neuer Name im Traber-Westen. Gelernt hat der Friese, verheiratet mit Anita (36) und Vater des neun Monate alten Joe, bei seinem Landsmann Jos Oorthuijsen (50). Später war er in Diensten des kürzlich im Alter von 55 Jahren verstorbenen neunfachen niederländischen Champions Tjitse Smeding. Inzwischen ist er längst selbstständig, arbeitet die ihm zurzeit anvertrauten 30 Traber in Oudeschoot, wo früher Smeding ansässig war. In Deutschland gehört er zu den Stammgästen unter den Trainern.
Trotz des langen Winters sieht Tesselaar seine Pferde gut in Schuss.
Donnerstag bringt er gleich fünf von ihnen mit nach Gelsenkirchen, zwei davon in Qualifikationsläufen, die restlichen drei in Rennen, bei denen er sich durchaus Siegchancen ausrechnet.
Im ersten Rennen spannt er Akzent an, einen sechsjährigen Wallach, der einen Rennrekord von 1:16,4 Minuten für den durchschnittlichen Kilometer, fünf Siege und neun Platzierungen vorweisen kann. Mehr als ein Jahr musste Akzent wegen eines Sehnenschadens am Hinterbein pausieren. Dann meldete er sich in einem Gelsenkirchener Probelauf am 25. März zurück und überraschte mit einer Zeit von 1;15,9 Minuten. Der kann noch schneller. Ich musste nicht alle Reserven abrufen,
verrät Tesselaar. Wenn das stimmt, dann gehört Akzent Donnerstag auf jeden Tippschein.
Sein Deutschland-Debüt gibt im dritten Rennen (mit Viererwette) der vierjährige braune Hengst Zamorano. Er hat im Herbst viel getan, verabschiedete sich mit einem zweiten Platz in Rekordzeit von 1:16,0 Minuten in die verdiente Winterpause, hat gut gearbeitet und sollte durchaus in der Lage sein, seine bisherige Bestzeit schon jetzt bei seinem Auftritt in Gelsenkirchen zu steigern,
meint Tesselaar. Zwei Siege, drei zweite Plätze und lediglich ein Patzer bei einem Auftritt im niederländischen Duindigt lassen Dion Tesselaar hoffen, dass Zamorano (er hat im Winter mächtig an Kraft zugenommen
) vor einer erfolgreichen Saison steht.
Ebenfalls erstmals in Deutschland am Start ist Time of my Life, den Dion Tesselaar in der fünften Tagesprüfung an den Start bringt. Der vierjährige Braune hat erst eine Gewinnsumme von 895 Euro vorzuweisen, sämtlich verdient auf der niederländischen Bahn von Wolvega. Bei dem niedrigen Preisgeldniveau im Nachbarland war trotz zweier Siege und trotz eines dritten Platzes nicht mehr drin.
Allerdings hätte der Hengst einiges mehr auf dem Gewinnkonto haben können, wenn er mit Dion Tesselaar im Österreichischen Derby nicht gepatzt hätte. Tesselaar erinnert sich: Ich lag im ersten Bogen an zweiter Stelle, als Time of my Life einen Fehler machte und disqualifiziert wurde. Ich bin dann zwanzig Meter hinter dem Feld her gefahren, machte am Schluss außen noch einmal Tempo und kam, leider schon aus der Wertung genommen, noch leicht als fünfter/sechster Derby-Teilnehmer ins Ziel.
Bei 1:18,6 Minuten steht der Rekord des Hengstes mit der österreichischen Staatsangehörigkeit. Dazu Tesselaar: Er kann auch eine 16er-Zeit gehen. Warten wir mal ab, wie er sich am Nienhausen Busch präsentiert und ob er seine Arbeitsleistungen bestätigen kann.

Test für den Bild-Pokal am 1. Mai
Gelsenkirchen (mspw) - Unsere Vorbereitungen gelten dem Bild-Pokal am 1. Mai auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn,
hatte Peter Erwig (56/Frechen) schon vor dem letzten Start seines neunjährigen Wallachs Hollys Boy angekündigt. Und damit das Tänzchen in den Mai auch hundertprozentig gelingt, unterzieht Erwig zusammen mit dem wieder als Fahrer verpflichteten Thomas Panschow (42/Bladenhorst) den Wallach am Sonntag (11. April: erster Start um 14.00 Uhr, insgesamt zehn Rennen) am Nienhausen Busch einem weiteren Test. In einem mit 4.300 Euro dotierten Rennen, ausgeschrieben als Frei für alle-Prüfung wird es für Hollys Boy freilich alles andere als leicht. Denn es stellen sich ihm einige hochkarätige Gegner.
Bei seinem letzten Auftritt am 1. April auf der Rennbahn am Nienhausen Busch imponierte der als 16:10-Favorit angetretene Hollys Boy über die Meilendistanz, die auch am 1. Mai gefragt sein wird, mit einer Vorstellung wie zu besten Zeiten. Die durchschnittliche Kilometerzeit von 1:15,0 Minuten war in Anbetracht der frühen Jahreszeit durchaus Respekt heischend. Kein Wunder, dass Peter Erwig mit dieser Vorstellung gegen einen so starken Gegner wie Arnold Mollemas Varenne-Sohn Armbro Embellish sehr zufrieden war.
Hollys Boy kehrte damit wieder in die Erfolgsspur von Mitte Januar zurück, als er mit Thomas Panschow in Gelsenkirchen nach einer fast zweimonatigen Winterpause, in der wegen der widrigen Witterungsverhältnisse nicht wie gewohnt trainiert werden konnte, in einem Probelauf gegen Gegner wie Heros und Limpino geradezu spazieren ging.
Dass er danach mit Frank Eickmann (45/Recklinghausen) in Vincennes an einem Fehler scheiterte, ist im Stall Erwig längst zu den Akten gelegt worden.
178.602 Euro an Gewinnsumme hat der dunkelbraune Wallach inzwischen zusammengetrabt. Bei seinem 111. Start wollen einige Gegner versuchen, den 56. vollen Erfolg von Hollys Boy zu verhindern.
Der Franzosen-Hengst Max de Guez, den der Niederländer Henk Grift (35) in Kevelaer trainiert und den er am Sonntag auch selbst fährt, konnte zuletzt in Gelsenkirchen als Zweiter zu Wim Robel über die 2.050-Meter-Distanz zumindest die Wetter nicht ganz überzeugen. Denn er war am Toto auf eine Siegquote von 12:10 herunter gewettet. Henk Grift war dennoch nicht unzufrieden, rechnet sich auch gegen Hollys Boy einiges aus.
Eine Pause hinter sich hat Armstrong As. Der inzwischen siebenjährige Derby-Dritte von 2006, der damals hinter Russell November und Sir Karan ins Ziel kam, wurde von Arnold Mollema (61/Wolvega, NL) vorbereitet. Der Trainer aus dem niederländischen Friesland hat Michael Schmid (43/Oberhausen) für diese Fahrt engagiert.
Dass Peter Erwig mit der frischen 225:10-Siegerin Colombina CA (Fahrer: Ralf Oppoli/43/Recklinghausen) neben Hollys Boy noch ein zweites Pferd angegeben hat, gibt dem Rennen mit Sicherheit noch einen zusätzlichen Kick. Dagegen muss sich Jason November, der nach der Winterpause noch nicht wieder richtig in Tritt gekommen ist, mit Thomas Kornau (50/Recklinghausen) im Sulky deutlich steigern, um wenigstens ein Platzgeld zu erobern. Da dürfte es für Bonifacio aus dem Besitz von Henno Sürder (67/Odenthal) schon etwas besser aussehen. Als Fahrer wurde Peter Poen (53/Gelsenkirchen) verpflichtet.
Aber die entscheidende Frage in diesem Rennen lautet: Wie weit ist Sir Karan? Der Gewinner von 344.086 Euro, auch auf internationalem Parkett erfolgreich, meldete sich am 8. November letzten Jahres mit einem äußerst achtbaren Ehrenplatz im Rennen um die Züchter-Krone (Breeders Crown) hinter Superstar Brioni und vor dem letztjährigen Bild-Pokal-Sieger Gustav Diamant in die Winterpause ab.
Hat er genügend Kondition und Frische, um mit Roland Hülskath (34/Mönchengladbach) bereits entscheidend eingreifen zu können? Der siebenjährige Hengst, für den inzwischen Ursula Augst (69/Sprockhövel) als alleinige Besitzerin und als Trainerin zeichnet, hat dem Vernehmen nach gut gearbeitet. Von ihm erhofft sich sein Anhang für diese Saison noch einiges.
Die Prüfung, gelaufen als siebtes Rennen, ist nach dem kürzlich im Alter von 64 Jahren verstorbenen und lange in Gelsenkirchen aktiven Trainer und Fahrer Heinz Gülden benannt.
Kolb will seinem Faulpelz Beine machen
Gelsenkirchen (mspw) - Claus Kolb (48/Ascheberg) steigt am Sonntag auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn (Beginn 14 Uhr, zehn Rennen) mal wieder in den Sulky des Familienpferdes“ Rio Chavon. Meist hatte das in der Vergangenheit Roland Hülskath (34/Mönchengladbach) getan. Dessen Kommentar nach Fahrten hinter dem inzwischen fünfjährigen Wallach: Rio Chavon ist stinkfaul. Ich hatte bisweilen das Gefühl, dass ich mehr geschwitzt habe als das Pferd.
Claus Kolb, dem der Wallach zusammen mit seiner Mutter Ilse (73) gehört, weiß also, was am Sonntag in Gelsenkirchen auf ihn zukommt.
Bei den Kolbs dreht sich seit vielen Jahren allerhand um Pferde. Claus Kolb machte einst seine Lehre in Gelsenkirchen bei dem unvergessenen Eddy Freundt (mit 61 Jahren 1990 in Bremerhaven an einem Gehirnschlag verstorben, als Fahrer siegreich in 6.363 Rennen!), arbeitete dann für Willi Rode und führte später in Gelsenkirchen einen Stall mit dem früher am Nienhausen Busch ansässigen Schweden Mats Strandquist (jetzt tätig in Österreich).
Seit 14 Jahren lebt er nun im münsterländischen Ascheberg, wo die Kolbs am Ortsrand eine Pferdepension mit derzeit 15 vierbeinigen Gästen betreiben. Dort werden auch Rio Chavon und sein einjähriger Bruder Rio Chico trainiert. Claus Kolb: Beide Traber stammen aus unserer eigenen Zucht.
Trotz seiner Faulheit ist Rio Chavon bisher ganz ordentlich gelaufen. Er brachte es bei 16 Starts auf vier Siege und lief weitere neunmal ins Geld. Nicht so schlecht für einen, der immer angetrieben werden muss,
schmunzelt Claus Kolb.
Er hatte Rio Chavon Anfang April in Gelsenkirchen bei einem Probelauf nach der Winterpause erstmals wieder vorgestellt. Er bestätigte seine ordentlichen Traininingsleistungen. Ich habe ihn nur mitlaufen lassen. Wir kamen auf dem vierten Platz ins Ziel. Aber das war zweitrangig,
ist Kolb davon überzeugt, dass sein Schützling am Sonntag ins Geld laufen kann, wenn alles glatt geht.
Viel Beachtung am Toto wird wohl Noble Shaolin finden. Eckhardt Drees (64/Lüdinghausen) bietet den zuverlässigen Hengst aus dem Besitz des Gelsenkircheners Volker Heimeshoff (41) auf. Bei seinen letzten vier Starts lief Noble Shaolin immer ins Geld.
Yip Dragon, den Michael Schmid (43/Oberhausen) für Age Posthumus (45/Koekange, NL) steuern wird, kommt allerdings als frischer Sieger an den Start. Bei seinem letzten Auftritt ließ Yip Dragon am Nienhausen Busch Noble Shaolin bereits hinter sich.
Gelsenkirchen (Do. 1. April): Varenne-Sohn gegen Hollys Boy
Mollema: Bestens vorbereitet
Gelsenkirchen (mspw). Gearbeitet hat er schnell wie ein Düsenjäger,
sagt sein Trainer. Und wie zeigt er sich im Rennen am Donnerstag (acht Prüfungen, erster Start um 18.51 Uhr) auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn? Der sechsjährige Hengst Armbro Embellish, Sohn von Varenne, dem gewinnreichsten Traber aller Zeiten (fast 6,04 Millionen Euro Gewinnsumme), muss am Nienhausen Busch in einem Meilenrennen beweisen, dass er bei seinem letzten Start lediglich an den extrem schwierigen Bahnverhältnissen gescheitert ist.
Der letzte Start von Armbro Embellish war am 7. März in Gelsenkirchen. Trainer Arnold Mollema (61/Wolvega, NL) erinnert sich: Die Bahn war tief und sehr schwer, an anderen Stellen aber auch noch gefroren. Das ist nichts für Armbro Embellish. Nur mit diesen Verhältnissen ist zu erklären, dass wir hinter Yasmine Boshoeve und Floranus Bosphorus in 1:19,9 Minuten für den durchschnittlichen Kilometer lediglich auf den dritten Platz gekommen sind.
Damals hatte ein enttäuschter Trainer und Fahrer Mollema geschimpft: Meine Pferde können nicht schwimmen.
Dabei war das Rennen mit Ambro Embellish noch die schnellste Prüfung des Tages, obwohl der Mollema-Schützling (Bestzeit 1:13,7 Minuten) auf tiefem Geläuf weit hinter seiner Bestzeit blieb.
Für Donnerstag sagen die Wetterfrösche“ übrigens unbeständiges Wetter vorher. Dazu Arnold Mollema lachend: Die Bodenverhältnisse haben sich ja inzwischen deutlich verbessert. Außerdem konnten wir auch daheim in Holland wieder ordentlich trainieren. Wir sind jedenfalls bestens vorbereitet.
Armbro Embellish gehört nach wie vor der Allevamento il Grifone, beheimatet in Vigone im Süden von Turin. Hinter diesem Namen verbirgt sich die Besitzergemeinschaft rund um Varenne und dessen Nachkommen. Varenne, zweifacher Prix d’Amerique-Sieger (2001 und 2002), auch Sieger im Gelsenkirchener Elite-Rennen 2001, ein wahrhaft trabender Geldschrank, ist nun in der Zucht im Einsatz. Die Decktaxe beträgt rund 15.000 Euro.
Varennes Nachkomme Armbro Embellish lief bei seinen Auftritten in Deutschland (zwölf Starts) zehnmal als Sieger über die Linie, kam zweimal auf Geldränge. Allerdings hatte der inzwischen sechsjährige Hengst in der Vergangenheit auch immer wieder Probleme mit den Beinen. Im Moment sieht es gut aus,
sagt Arnold Mollema - und reist zuversichtlich am Donnerstag vom niederländischen Wolvega aus nach Gelsenkirchen.
Dass Armbro Embellish in der Oster-Meile“ (sechste Tagesprüfung) nichts geschenkt bekommt, dafür werden so starke Gegner wie Hollys Boy, Gewinner von mehr als 177.000 Euro, mit Thomas Panschow (42/Bladenhorst) und Chingagchook mit Peter Grundmann (34/Mönchengladbach) sorgen.
Donnerstag wird auch wieder Mollema-Schützling Nevele Wood in Gelsenkirchen starten. Auch der hatte bei seinem Deutschland-Debüt am 7. März in Gelsenkirchen Probleme mit den Bodenverhältnissen, wurde hinter Topshine Diamant und Millhill nur Dritter.
Nevele Wood, der als Zweijähriger im dänischen Charlottenlund bei seinem Sieg in einer durchschnittlichen Kilometer-Zeit von 1:15,6 Minuten für Furore und einen Bahn-Rekord in seiner Altersklasse gesorgt hatte, wird diesmal in Gelsenkirchen besser laufen als zuletzt,
ist Arnold Mollema überzeugt.
Die weiteren Pläne für den dreijährigen Hengst aus dem Besitz von Mollemas Schwiegervater Robbert Feenstra (Wolvega, NL): Er soll in Jahrgangsrennen an den Start kommen. Geplant sind auch Auftritte auf den Bahnen in Oslo und Solvalla im Mai. Danach wird er in Italien auf das dortige Derby vorbereitet,
hat Mollema ganz konkrete Pläne.
Fußballer-Traber läuft für Lehrerin
Gelsenkirchen (mspw) - Als Joyman Laurelton noch für die Fußballprofis Tobias Willi (30/MSV Duisburg) und Zlatan Bajramovic (30/Eintracht Frankfurt) sowie den Spielerberater Thorsten Weck (41/Düsseldorf) startete, hatten die Besitzer im letzten Herbst weniger Freude als erhofft mit ihrem Vierbeiner. Sie verkauften ihn. Seitdem läuft der achtjährige Hengst wie geschmiert. Dass er auch Donnerstag (25-3-10 ab 18.30 Uhr, neun Rennen) auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn eine gute Leistung abliefern wird, hoffen vor allem seine neue Besitzerin Monique Gielen, eine Lehrerin aus Belgien, sowie der in Bladenhorst stationierte Trabertrainer Wolfgang Kamps (51).
Zwei Siege, zwei zweite Plätze und zuletzt Rang vier, dazwischen ein verpatzter Auslandsstart in Belgien - das ist die aktuelle Bilanz von Joyman Laurelton, der zwischenzeitlich auch schon in Schweden bei Conrad Lugauer (35) stationiert war. Er galt schon vorher als Muster an Zuverlässigkeit. Bei seinen insgesamt 79 Starts kam er zwölfmal als Sieger ins Ziel, belegte zusätzlich 49-mal Geldrangplätze und verdiente bisher 26.185 Euro. Allerdings hatte die Fußballer-Clique einst für den Schwarzbraunen auch ein stolzes Sümmchen hinblättern müssen. Ganz bestimmt jedenfalls im Vergleich zur letzten Verkaufssumme.
Er hat uns im letzten Herbst nicht mehr richtig überzeugt,
sagt Ex-Mitbesitzer Thorsten Weck. Lehrerin Monique Gielen jedoch ist hocherfreut über ihre Neuerwerbung. Daran ändert auch der etwas enttäuschende vierte Rang beim letzten Auftreten in Gelsenkirchen mit Thomas Panschow (42/Bladenhorst) nichts. Trainer Kamps: Damals ist der Hengst an den Bahnverhältnissen gescheitert. Joyman ist groß und schwer, hat sich auf dem tiefen Geläuf geradezu eingebuddelt.
Wim Robel mit dem Niederländer Thomas Kooyman (48/Limmen), der zuverlässige Sir Groenhof mit dem in Oberhausen wohnenden Michael Schmid (wurde am 20. März 43) und Max de Guez mit Roland Hülskath (34/Mönchengladbach) haben das Zeug dazu, Joyman Laurelton die Aufgabe in der siebten Tagesprüfung schwer zu machen.
Dabei stellt sich die Frage, welche Form Max de Guez (Gewinnsumme 489.677 Euro) noch zur Verfügung hat. Seine letzten beiden Starts waren alles andere als überzeugend. Und wenn aus dem einst großen Max inzwischen ein Mäxchen geworden sein sollte, wird er gegen Pferde wie Joyman Laurelton keine Chance haben.
Übrigens sind die Vierziger unter den Trainern und Fahrern in diesen Tagen in Feierlaune. Nach Michael Schmid stehen auch Geburtstage bei Thomas Welsing (wird Donnerstag 46), Ralf Oppoli (wird Samstag 43) und im April auch bei Thomas Panschow (wird ebenfalls 43) auf dem Terminkalender.
Gelsenkirchen: Silvia erneut mit Quabaleros am Start
Raspelt es am Sonntag wieder?
Gelsenkirchen (mspw) - Auf Ponys hat sie das Reiten gelernt, hat sogar am Bundes-Championat in der Pony-Dressur teilgenommen. Jetzt fährt sie Trabrennen und mischt bei Trabreiten mit. Und wie! Vor einer Woche gewann sie zwei von acht Rennen auf der Gelsenkirchener Rennbahn am Nienhausen Busch. Es waren bereits die Siege zehn und elf in diesem noch recht jungen Jahr für die 24-jährige Silvia Raspe (Weeze-Wemb). Montag legte sie auf der Rennbahn in Mönchengladbach einen weiteren Volltreffer nach. Vor dem Gelsenkirchener Renntag am Sonntag (21-3-10: zehn Rennen, erster Start um 14 Uhr) stellen sich die Wetter die Frage: Raspelt es wieder, wenn Silvia in den Sulky steigt?
Bei Silvia Raspe dreht sich fast alles um die Pferde. Schon in früher Jugend schaute sie ihrem Stiefvater Reinier Feelders (46/Kevelaer) über die Schultern. Feelders ist gelernter Trabrennfahrer und Trainer. Mit gerade einmal 16 Jahren gewann Silvia mit General Schnaps ihr erstes Trabrennen. Reinier Feelders erinnert sich: Dabei hat sie für diesen Sport endgültig Blut geleckt.
Die Folge: Silvia Raspe steht morgens weit vor sechs Uhr auf, kümmert sich ab 6:15 Uhr um die Pferde, ehe sie zur Arbeit nach Pont fährt, einem kleinen Ort zwischen Geldern und Straelen. Dort hat sie einen Büro-Job: Ab 17 Uhr sind wieder die Rennpferde dran, die von Silvia gefüttert und gepflegt werden. Danach geht es oft noch zu den Rennbahnen, wo Raspe Rennen bestreitet.
Im letzten Jahr brachte sie es auf 19 Siege, belegte damit in der bundesweiten Statistik der Amateurfahrer den achten Platz. 2009 war es auch, als sie im Gelsenkirchener Ladytrab-Cup Rang eins der Gesamtwertung belegte, wobei sie sich diesen Spitzenplatz mit Nicole Hildebrandt (35/Borken) teilte.
In der aktuellen Saison riecht es nach einer neuen Bestleistung für Silvia Raspe, die von einem niederländischen Besitzer den Schimmel-Wallach Thor Boshoeve gepachtet hat. Mit dem Neunjährigen war sie in diesem Jahr schon siebenmal am Start, gewann zwei Rennen und kam nie ohne ein Preisgeld wieder in den Stall zurück. Dabei gelangen ihr auch in zwei Rennen Siege gegen die Profis der Branche.
Sonntag wird Silvia Raspe erneut auf die Jagd nach Sieg-Trophäen gehen. Kein Wunder, steht doch auch der erste Lauf um den Kuhlmann Cours Ladytrab-Cup 2010, ein Damenfahren, auf dem Programm.
Dabei wird es freilich nicht leicht für Raspe werden, auch wenn ihr mit Quabaleros ein frischer Sieger erneut anvertraut wurde. Quabaleros, mit dem Silvia Raspe zuletzt am Nienhausen Busch erfolgreich war, weist nämlich gegenüber den sieben Mitbewerbern mit 5.375 Euro die geringste Gewinnsumme in diesem Ladytrab-Cup-Rennen auf. Suverän mit der erfahrenen Rita Drees (67/Gronau-Epe) im Sulky hat beispielsweise schon mehr als 13.000 Euro gewonnen. Aber die alte Rennbahn-Weisheit, laut der die Form die Klasse schlägt, könnte sich hier auch mal wieder als richtig herausstellen.
Enzo Kemp, gefahren von Andrea Friebel (44/Solingen), überraschte beim letzten Auftritt mit einem Sieg. Bei Einstellung dieser Leistung könnte erneut ein Stück vom Preiskuchen abgeschnitten werden.
Neue Trainingsbahn macht Trabern Beine
Seit Mitte Dezember bereiten Trainer Wolfgang Nimczyk (52/Willich) und Sohn Michael ihre Schützlinge auf einer neuen Trainingsanlage in Willich, nur wenige hundert Meter von der alten Trainingsbahn entfernt, vor. Mein Onkel und Sponsor Hans Brocker stellt uns das Areal zur Verfügung. Es ist ein traumhaft schönes Trainingsquartier mit einer anspruchsvollen, 1.500 Meter-Naturbahn,
schwärmt Michael Nimczyk. Unsere Pferde und wir fühlen uns dort pudelwohl. Das wirkt sich zweifellos auch positiv auf die Leistung unserer Pferde aus.
Auch Rubis, ein fünfjähriger Hengst aus dem Besitz von Ernst Riemekasten (59/Dreieich), ist jetzt bei Wolfgang Nimczyk im Training. Auf Anhieb belegte er Anfang März mit Michael Nimczyk im Sulky Rang zwei in Berlin-Mariendorf. Zuvor war Rubis viermal in Folge disqualifiziert worden. Wir haben das Training umgestellt. Durch den Berlin-Start hat Rubis wieder neues Selbstvertrauen getankt,
freut sich Nimczyk.
Sonntag im Gelsenkirchen trifft Rubis in der zweiten Tages-Prüfung auf sieben Kontrahenten. Nimczyk: Ich möchte nicht zu euphorisch sein. Aber wenn der Hengst auf den Beinen bleibt, muss er keinen Gegner fürchten.
Favorit ist – laut Nimczyk – der frische Doppel-Sieger Topshine Diamant, trainiert und gesteuert von Rick Wester (24/Schaandamm, NL). Der wird nur schwer zu schlagen sein,
glaubt Michael Nimczyk. Allerdings ist der Wallach auch immer mal wieder für einen Fehler gut.
Christian Eisl: Österreicher im Westen
Gelsenkirchen (mspw) - Der Weg in den Trabrennsport war für den Österreicher Christian Eisl (30/Recklinghausen) fast schon vorgezeichnet. Vater Norbert war nicht nur Trainer, sondern auch als Fahrer sehr erfolgreich. Unter anderem gewann er im Jahr 1996 die Amateur-Europameisterschaft. Den gleichen Weg hat auch Sohn Christian eingeschlagen. Über die Stationen Straubing und Reifberg landete Eisl junior im Traber-Westen. In Bladenhorst (Castrop-Rauxel) arbeitet er seit einigen Monaten als selbstständiger Trainer. Zwei seiner Schützlinge stellt Christian Eisl Sonntag (14-3-10) auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen (acht Rennen, erster Start 14.24 Uhr) vor.
Ausgebildet wurde Christian Eisl bei Helmut Heli Biendl und Wolfgang Beyer in Straubing. Nach einigen Monaten als Cheftrainer beim Prominenten-Rennstall Catch Glory (Besitzer: Spielerberater Roger Wittmann, die ehemalige Weltklasse-Tennisspielerin Anke Huber sowie Ex-Fußballprofi Mario Basler) in Reifberg zog es Eisl 2009 in den Westen.
Nachdem es anfangs nicht nach Wunsch lief, befindet sich der in Salzburg geborene Eisl nun im Aufwind. Das vergangene Jahr war nicht einfach. Aber engagierte Besitzer wie Leo und Hubert Beckmann haben an mich geglaubt. Mittlerweile habe ich in Bladenhorst 17 Pferde im Training,
freut sich Eisl über die positive Entwicklung.
Mit der fünfjährigen Stute Lindy Olly SM aus dem Besitz von Tony Böker (21/Recklinghausen) bestreitet Eisl am Sonntag schon vor dem offiziellen Rennbeginn am Nienhausen Busch einen Probelauf. Ich werde sie ganz ruhig vortragen. Die Stute stammt aus Italien, soll sich an die Bahn gewöhnen,
so Eisl.
Richtig ernst für Eisl wird es dann mit Frizzante in der vierten Tages-Prüfung. Mit dem sechsjährigen Wallach war er Ende Februar in Mönchengladbach beim Saison-Debüt Zweiter geworden. Meine fahrerische Leistung war nicht optimal,
zeigt sich Eisl selbstkritisch. Ich habe ihn zu offensiv vorgetragen. Diesmal werde ich es anders probieren. Dann kann es weit nach vorne gehen,
gibt sich der Österreicher zuversichtlich.
Ganz weit vorne, nämlich auf Platz eins, war zuletzt gleich fünfmal in Serie Ocean of Fire aus dem Besitz von Patricia Ruckdäschel (47/Moers). Sonntag kann der sechsjährige Hengst mit Peter Grundmann (34/Mönchengladbach) im Sulky das halbe Dutzend voll machen.
Ein ganz besonderes Comeback können die Besucher am Nienhausen Busch zuvor auf den Bahn-Monitoren live verfolgen. Nach vierjähriger Pause kehrt Rekord-Weltmeister Michael Schumacher beim Rennen in Bahrain in die Formel 1 zurück. Da der Grand Prix bereits um 13 Uhr gestartet wird, wurde der Rennbeginn in Gelsenkirchen so festgelegt, dass die Traber- und auch die Formel 1-Fans nichts verpassen.
Berufsfahrerin Marisa Bock mal wieder am Nienhausen Busch:
Opa hat wieder Bock auf Traber
Gelsenkirchen (mspw) - Viermal öffnet die Gelsenkirchener Trabrennbahn am Nienhausen Busch ihre Pforten im Monat März. Zunächst wird in Serie dreimal sonntags veranstaltet, ehe es am 25. März wieder am einstigen Traditionstermin Donnerstag rund geht. An diesem Sonntag (7. März, Beginn 14 Uhr, neun Rennen) wird es für Pferde mit höheren Gewinnsummen nicht leicht werden, den Sieg nach Hause zu traben. In einem Bänderstart-Rennen müssen diese Teilnehmer nämlich bis zu 50 Meter mehr zurücklegen als Pferde, die bisher weniger an Gewinnsumme aufweisen.
In Gelsenkirchen schaut am Sonntag auch mal wieder Berufsfahrerin Marisa Bock (29) vorbei. Lange hat die Hamburgerin im Traber-Westen gewohnt und gearbeitet. Jetzt macht sie das von Schöneiche nahe Berlin aus, wo sie zusammen mit ihrem Berufskollegen Thorsten Tietz (32) lebt. In der vierten Tagesprüfung spannt sie Zico Buitenzorg an, der ihren Großeltern Hille (68) und Karl Bock (76) gehört.
Opa Karl ist seit vielen Jahren mit dem Traberbazillus infiziert. Er war auch zusammen mit Charles Grendel (66) Besitzer des Prix d’Amerique-Siegers Sea Cove, der sich - sehr zum Ärger seiner Besitzer - nach Beendigung seiner triumphalen Karriere als nicht zeugungsfähig erwies. Jetzt hat mein Großvater aber wieder richtig Bock auf Traber,
sagt Enkelin Marisa. Zico Buitenzorg hat einen gewissen Anteil daran, hat er doch eine beachtliche Siegesserie hingelegt, ehe es zuletzt nach einer Pause mit einem dritten Platz und danach mit einer Disqualifikation in einem Trabreiten nicht mehr so richtig rund lief. Nun versucht man es mit einem Bahnwechsel.
In Gelsenkirchen findet Zico Buitenzorg im vierten Rennen eine gut ausgesuchte Prüfung aus drei Bändern vor. Marisa Bock kann dabei aus der ersten Startreihe ins Rennen gehen und müsste bei glattem Rennverlauf und in der Form der siegreichen Auftritte alle Chancen haben, weit vorne dabei zu sein. Trotz eines zweiten Platzes bei seinem letzten Start wird es diesmal ganz schwer für Icetiger Diamant, der mit Lokalmatador Peter Poen (52) eine doppelte Zulage wettmachen muss.
Auch für die Mitglieder der Traberallianz West steht ein Bänderstart-Rennen auf dem Programm. Pferde mit einer Gewinnsumme von bis zu 60.000 Euro sind in diesem Amateurfahren startberechtigt. Eine Zulage (25 Meter) gibt es ab 11.001 Euro.
Tests für das Pit Pan-Rennen
Gelsenkirchen (mspw) - Rennen, zumal so früh im Jahr, die mit mehr als 30.000 Euro dotiert sind, finden nicht alle Tage statt. Deswegen ist der Andrang für das Hamburger Pit Pan-Rennen (34.500 Euro), das am 7. März stattfindet, allerorten groß. Noch sind dafür 76 Starter genannt. Einige von ihnen nutzen die Veranstaltung am Sonntag (21-2-10) in Gelsenkirchen (Beginn 14 Uhr, zehn Rennen), um für das Pit Pan-Rennen gerüstet zu sein.
Dass die Hamburger Prüfung sich in ihren Vorläufen an drei verschiedene Gewinnklassen wendet (12.000, 18.000 und 25.000 Euro), hat auch Auswirkungen auf die Rennen Sonntag am Nienhausen Busch. So wird der sechsjährige Wallach Bemms Axel aus dem Besitz von Pia Krug (Moers) im zweiten Rennen mit dem von einer schweren Grippe genesenen Roland Hülskath (34/Mönchengladbach) Sonntag in ein Rennen geschickt, das für Teilnehmer mit einer Gewinnsumme bis 20.000 Euro ausgeschrieben ist. Dass der niederländische Hengst Wim Wielinga (Ruud Pools/57/Heiloo, NL) seine Vorbereitung in einem Probelauf absolvieren muss, ist eine Folge seiner Gewinnsumme von 20.095 Euro, denn das zunächst ausgeschriebene Gelsenkirchener Rennen bis 30.000 Euro kam nicht zustande. Und für einen Start in der Prüfung bis 20.000 Euro hat Wim Wielinga einige Euro zuviel auf seinem Gewinnkonto.
I will fight for U mit Ralf Oppoli (42/Recklinghausen), Wall Street, der von seinem Trainer Jan van Dooyeweerd (48/Hoofddorp, NL) vorgestellt wird, und die von Roland Hülskath pilotierte Lincolns Sara passen am Nienhausen Busch in das Rennen für Pferde mit einer Gewinnsumme bis 11.000 Euro, das als dritte Prüfung gelaufen wird.
Sonntag dürfte sich das Pit Pan-Starterfeld lichten. Besitzer, deren Traber im Vorfeld nicht überzeugen, werden sich reiflich überlegen, in die schwere Hamburger Prüfung mit ihren Vorläufen und einem Finale zu gehen.
Bei Bemms Axel (33 Starts, acht Siege) wird sich zeigen, ob der letzte Start in Mönchengladbach (fünfter Platz mit Rita Drees) nur ein Ausrutscher war. Der Wallach hatte im Vorjahr seine beste Phase im Vorjahr, als er mit Roland Hülskath eine Serie mit drei Siegen in Folge (inclusive eines siegreichen Probelaufs) hinlegte. Danach aber überzeugte er nicht mehr, bekam schließlich eine Ruhepause verpasst, ehe er am 8. Februar in Mönchengladbach erstmals wieder ein Rennen bestritt.
Gepatzt hat zuletzt auch Lincolns Sara, die mit der erfahrenen Anke Börnig (32/Dinslaken) im Sulky im Gelsenkirchener Finale um den Valentins-Cup nicht glatt über den Kurs kam. Der niederländische Gast Wall Street ist zum ersten Mal seit seinem Sieg in Berlin-Mariendorf, als es bemerkenswerte 58:10 Euro auf diesen Erfolg gab, wieder draußen. Sechs Siege und sechs Platzierungen bei nur zwölf Starts sind zweifellos eine gute Empfehlung für den dunkelbraunen Wallach. I will fight for U, der dem Bankkaufmann Udo Eppinger (48/Frauenstetten) gehört, kennt nur gute Leistungen und kommt mit der Empfehlung eines frischen Sieges auf der Mönchengladbacher Trabrennbahn mit seinem ständigen Fahrer Ralf Oppoli an den Start.
Was einen Start in Hamburg betrifft, so sollten die Wetter auch noch auf Yordi va Camstra in einem Amateurfahren mit Bänderstart achten. Dagegen kann man den Auftritt des ebenfalls noch für Hamburg angegebenen Wallachs Jolimede in einem Trabreiten wohl eher unter dem Aspekt des Konditionsaufbaus einstufen.
Am Wochenende mit dabei ist wieder der Dinslakener Ralf Künzel, der kürzlich mit seiner Trainieranstalt nach Gelsenkirchen umgezogen ist. Neuer Arbeitsplatz, neue Herausforderung für den 52-Jährigen, der es in seiner Laufbahn bisher auf 551 Siege gebracht hat.
Am letzten Renntag empfahl er sich mit der vierjährigen Stute Titania Tinkerbell, die einen guten zweiten Platz belegte. Am Sonntag nun stellt er in der Anfängerklasse den fünfjährigen Hengst Methusalem aus dem Besitz des Drensteinfurter Kaufmanns Dirk Aschenbrenner in der vierten Tagesprüfung vor. Künzel: In dieser Klasse muss man immer mit Überraschungen rechnen. Vielleicht bin ich ja diesmal dabei, wenn es eine Überraschung gibt.
Künzel ist zuversichtlich: Beim letzten Mal, als ich mit Methusalem Fünfter war, wurde ich durch das Führpferd direkt vor mir ausgebremst, kam nicht auf freie Bahn und musste Methusalem ganz zurücknehmen. Vom letzten Platz aus haben wir dann noch angegriffen. Die Art und Weise, wie Methusalem die letzten 400 Meter aufgedreht hat, war ausgezeichnet. Bekommen wir am Sonntag einen störungsfreien Rennverlauf, dann müsste einiges drin sein.
Insgesamt nimmt er am Sonntag drei Fahrten wahr.
Um den Fahrer-Nachwuchs bei den Trabern ist es derzeit nicht sonderlich gut bestellt. Dem will der Gelsenkirchener Veranstalter Rechnung tragen. Als besonderen Anreiz soll es am Sonntag nämlich in allen Profi-Rennen für solche Pferde, die von Auszubildenden gesteuert werden und keine honorierte Platzierung erzielen, eine Aufwandsprämie in Höhe des jeweiligen fünften Platzgeldes geben.
Gelsenkirchen: Finale im Kampf der Geschlechter um 3.000 Euro
Valentins-Cup: Rosen und Rennen
Gelsenkirchen (mspw) - Am Sonntag (14-02-10) geht es beim Kampf der Geschlechter auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn (neun Rennen, erster Start um 14.12 Uhr) um 3.000 Euro an Preisgeldern. Fünf Amazonen treten im Finale um den Valentins-Cup gegen fünf Amateurfahrer an. In zwei Vorläufen haben sich die Besten für den Endlauf qualifiziert, allen voran die Vorlaufsieger Winston C mit dem Niederländer Erik van den Bergh (42/Duindigt) bei den Herren und Follow Me mit Silvia Raspe (24/Weeze) bei den Hobby-Fahrerinnen. Winston C lief dabei die schnellste Vorlaufzeit. Und nicht zuletzt deshalb gebührt dem frischen Gelsenkirchener Doppelsieger Winston C wohl auch die Favoritenrolle im Finale.
Die Wetter sollten allerdings bedenken, dass die Amazonen mit ihren Schützlingen in der Bänderstart-Prüfung eine um 25 Meter kürzere Distanz zurückzulegen haben als die Traber der männlichen Teilnehmer. Unter diesem Aspekt sieht die Sache nämlich schon etwas anders aus. Die Fahrerinnen waren nämlich hinter Follow Me auf den Plätzen zwei und drei mit Valerie Boshoeve, gesteuert von Andrea Dworatzyk (26/Wesel), und Lincolns Sara mit Anke Börnig (32/Dinslaken) im Sulky in ihrem Vorlauf schneller unterwegs als der Zweite und Dritte bei den Amateurfahrern.
Allerdings waren die Unterschiede nicht groß, so dass unterm Strich mit einem spannenden Rennen gerechnet werden darf. Nicht zuletzt auf Argentini, im Vorlauf vom Gelsenkirchener Jörg Hafer (50) auf Rang zwei gesteuert, sollte geachtet werden. Hafer musste zuletzt die Überlegenheit von Winston C anerkennen. Auf der Zielgeraden nahm er die Hände herunter, als er merkte, dass Winston C an diesem Tag nicht zu gefährden war. Allerdings könnte es am Sonntag bei einem passenderen Rennverlauf durchaus möglich sein, dass Jörg Hafer diesmal mit Argentini das bessere Ende für sich hat.
Ralf Künzel will sich selbst beschenken
Zwei Tage nach seinem 52. Geburtstag will sich Traber-Trainer und Berufsfahrer Ralf Künzel (Dinslaken) am Sonntag (14-02-10) in Gelsenkirchen selbst beschenken. Bei seinem einzigen Auftritt in der siebten Tages-Prüfung steuert Künzel, der in seiner über 30-jährigen Karriere schon mehr als 9.050 Rennen bestritten hat, die noch sieglose Titania Tinkerbell. Für den erfahrenen Akteur ist Karriere-Erfolg Nummer 552 durchaus möglich. Nach meiner ersten Trainings-Fahrt mit der Stute war ich begeistert. Die Qualifikation auf schwerem Boden war in Ordnung und bei den letzten Arbeiten hat sie überzeugt,
ist Künzel guter Dinge.
Anfang Februar hatte Ralf Künzel seine Trainieranstalt von Dinslaken nach Gelsenkirchen verlegt. Bekanntlich musste der alte Dinslakener Trabrennverein einen Insolvenzantrag stellen und den Rennbetrieb erst einmal ruhen lassen. Ich hoffe, dass bald wieder Rennen am Bärenkamp stattfinden werden,
sagt Künzel, der sich trotzdem auf ein dauerhaftes Engagement am Nienhausen Busch einstellt. In Zukunft sollen in Dinslaken keine Pferde mehr zum Training stationiert werden, sondern nur noch Rennveranstaltungen über die Bühne gehen. Deshalb war der Umzug nach Gelsenkirchen notwendig und wird wohl zu einer Dauerlösung werden,
meint Ralf Künzel, der aktuell acht Pferde betreut.
Auf seiner neuen Heimatbahn fühlt er sich schon nach wenigen Tagen pudelwohl. Besonders die weitläufigen Waldwege gefallen ihm. Ich wusste bis zu meinem Umzug gar nicht, dass es in Gelsenkirchen solche Trainingsmöglichkeiten gibt. Ich nutze sie sehr gerne,
erklärt Künzel. Nur an eine Sache musste er sich erst gewöhnen. Da ich weiterhin in Dinslaken wohne, benötige ich nun wesentlich mehr Zeit, um zur Arbeit zu kommen. Einige Staus gab es auch schon. Das kannte ich aus meiner Dinslakener Zeit gar nicht,
grinst Künzel: In Dinslaken war ich innerhalb von nur zwei Minuten an meinem Arbeitsplatz.
Für die Gelsenkirchener Besitzerinnen Bettina (25) und Renate Matczak (46) steuert Künzel am Sonntag die Stute Titania Tinkerbell. Ende Januar ging Künzel erstmals mit der Vierjährigen, die in ihrer Karriere erst zwei richtige Rennen (Plätze sechs und acht) bestritten hat, in einer Wiederqualifikation an den Start - und war sehr zufrieden. Bei schwierigen Verhältnissen war die durchschnittliche Kilometer-Zeit von 1:22,2 Minuten nicht schlecht,
ist Künzel für Sonntag optimistisch. Ich bin gespannt, wie sie sich nun im Rennen verhält. Die letzten Trainingseindrücke waren jedenfalls sehr positiv.
Ausnahmslos mit ebenfalls noch sieglosen Pferden bekommt es Titania Tinkerbell am Nienhausen Busch zu tun. Über die meiste Erfahrung verfügt Ad Dahna, die von Ralf Oppoli (42/Recklinghausen) gesteuert wird. Die fünfjährige Stute kam bei ihren ersten beiden Saison-Auftritten auf die Plätze drei und vier, muss aber am Sonntag das Handicap der zweiten Startreihe in Kauf nehmen. Silberhelm Roland Hülskath (34/Mönchengladbach), der nach seiner Grippe wieder in den Sulky steigen will, greift mit Heras Perle an, während Goldhelm Michael Nimczyk (23/Willich) mit Quadriga dagegen hält.
Sieben Gespanne kämpfen zuvor im Valentins-Cup der Stuten um Preisgelder in Höhe von 2.000 Euro. Mit Charm Francaise nimmt es der Recklinghäuser Amateurfahrer Frank Eickmann (45/Recklinghausen) dabei mit den Profis auf. Charm Francaise kommt ebenso als frische Siegerin an den Ablauf wie Yours or mine mit dem Niederländer Robin Bakker (26/Deurze). Der Gelsenkirchener Trainer Peter Poen (52/Gelsenkirchen) bietet Maralena auf, die in diesem Jahr bei drei Auftritten einmal Erste und einmal Dritte wurde. Hinzu kam eine Disqualifikation.
Gelsenkirchen: Sonntag Vorläufe im Kampf der Geschlechter
Ladytrab fordert Traberallianz heraus
Gelsenkirchen (mspw) - Das schwache Geschlecht kennt keine Scheu. Am Sonntag (7. Februar: ab 14 Uhr neun Rennen) fordern die Mitglieder von Ladytrab ihre männlichen Kollegen der Traberallianz West heraus. Freilich geht es auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn zunächst einmal nach dem Motto: Erst getrennt und dann vereint fahren! In nach Geschlechtern getrennten Vorläufen wollen sich die erfolgreichsten Amateurfahrer für ein Final-Rennen qualifizieren, das dann am 14. Februar ebenfalls auf der Rennbahn am Nienhausen Busch auf der Tageskarte stehen wird.
Weil am 14. Februar Valentins-Tag ist, lag es nahe, dass es sich beim erwähnten Kampf der Geschlechter“ um den Valentins-Cup handelt. Wer den Ehrgeiz der Sulky-Amateure kennt, der weiß freilich, dass in diesen Rennen keine Geschenke verteilt werden.
Hoch motiviert geht die inzwischen 150-fache Siegerin und Amateurfahrerin Anke Börnig (32/Dinslaken) an den Start. Im letzten Jahr landete Börnig übrigens im Gelsenkirchener Ladytrab-Cup hinter den beiden punktgleichen Gesamt-Siegerinnen Silvia Raspe (24/Weeze) und Nicole Hildebrandt (35/Borken) auf dem dritten Platz.
Nun bietet sie Lincolns Sara auf, die dem Hammer Bau-Unternehmer Dieter Handke (24) gehört. Mit Michael Schmid (42/Oberhausen) im Sulky war die sechsjährige Stute bei ihrem letzten Auftreten in Gelsenkirchen nach langer Führung gute Zweite, wurde nur von dem frischen dreifachen Sieger Ortiz abgefangen. Mit Lincolns Sara hat der Besitzer in dieser Saison noch einiges vor. So soll sie in einem gut dotierten Rennen in Hamburg starten.
Als mir die Fahrt angeboten wurde, habe ich sofort zugesagt, denn ich rechne mir einiges aus,
sagt Börnig, die im Hauptberuf als kaufmännische Angestellte in einem Oberhausener Autohaus arbeitet. Ehrgeizig ist sie immer, auch wenn ihr Vorlauf am Sonntag nicht zur Rennserie um den Gelsenkirchener Ladytrab-Cup zählt.
Gelsenkirchen: Große Besitzer-Gemeinschaft drückt die Daumen
Sir Herten soll Haiti helfen
und Win Race verdoppelt
Gelsenkirchen (mspw) - Die knapp 100-köpfige Besitzer-Gemeinschaft Bürgertraber Herten e.V.
wird ihrem vierjährigen Wallach Sir Herten am Donnerstag (28-1-10) auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen ganz besonders die Daumen drücken. Der als Bürgertraber bekannte Sir Herten wird nämlich mit Ralf Oppoli (42/Recklinghausen) im Sulky im zweiten von insgesamt zehn Rennen (erster Start um 18.30 Uhr) für einen besonders guten Zweck laufen. Seine zahlreichen Besitzer werden den Rennpreis, den ihr Schützling für Sieg oder Platzierung bekommt, für die Erdbebenopfer von Haiti spenden. Auch der Rennveranstalter Win Race unterstützt diese spontane Aktion und wird noch einmal die gleiche Summe drauflegen.
Doris Wenglorz (69), 2. Vorsitzende der Hertener Besitzer, begründet das Engagement: Normalerweise traben unsere Pferde zu Gunsten sozialer Projekte für Hertener Kinder und Jugendliche. Die Not in Haiti ist jedoch unbeschreiblich und unvergleichlich groß. Deshalb läuft unser Dunkelbrauner diesmal für die Erdbebenopfer.
Sir Herten, der aus der Zucht von Ursula Messmann (70/Waltrop) stammt und am Nienhausen Busch auf sechs Gegner trifft, könnte dabei seine Gewinnsumme mehr als verdoppeln. Bei bisher fünf Starts - übrigens alle auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen - verdiente er insgesamt 500 Euro. Nun winken dem Sieger allein 600 Euro.
Bei seinem letzten Start unterlief Sir Herten, der zuvor gut vier Monate pausiert hatte, am Nienhausen Busch in aussichtsreicher Position vor dem letzten Bogen eine Galoppade, so dass er von der Rennleitung disqualifiziert werden musste. Sein Trainer Willi Rode (71/Recklinghausen), der den Wallach auf die Rennen vorbereitet, gibt sich zuversichtlich: Das Pferd ist weiterhin gut auf dem Posten. Zuletzt ist Sir Herten vor allem an den äußeren Bedingungen gescheitert. Ich bin guter Dinge, dass es diesmal besser läuft, obwohl er sogar in einer höheren Gewinnklasse antritt.
Sollte der Bürgertraber kein Geld abbekommen, dann wird der Verein dennoch den Opfern in der Karibik helfen. Wir haben noch etwas in unserer Spendenschatulle,
verrät Vorsitzender Winfried Kunert (52), der auch stellvertretender Bürgermeister von Herten ist.
Spitzen-Traber absolviert Sonntag (17. Januar) einen Testlauf
Hollys Boy probt für Vincennes
Gelsenkirchen (mspw) - Frühes Erscheinen dürfte sich am Sonntag (17-01-10) beim ersten Renntag des Jahres auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen (elf Prüfungen, erster Start 14 Uhr) lohnen. Denn mit Hollys Boy aus dem Besitz von Peter Erwig (55/Frechen) absolviert ein deutscher Spitzen-Traber noch vor dem ersten richtigen Rennen am Nienhausen Busch einen Probelauf. Es ist ein Test für einen möglichen Start in Paris-Vincennes am Prix d’Amerique-Wochenende.
Einen Tag vor dem Prix d’Amerique, dem bedeutendsten und schwersten Trabrennen der Welt, soll Hollys Boy, der in seiner Karriere 177.402 Euro verdiente, am Samstag, 30. Januar, in einer mit 16.000 Euro dotierten Amateurprüfung (2.100 Meter) für Pferde mit einer Gewinnsumme von maximal 180.000 Euro an den Start gehen. Das Rennen passt perfekt. Ich hoffe, dass wir einen Startplatz in der ersten Reihe erwischen,
ist Erwig für den Auftritt seines Schützlings im Prix de Saint-Claude optimistisch. Als Fahrer für Hollys Boy ist Frank Eickmann (Recklinghausen) vorgesehen. Dem 45-Jährigen gelang mit dem Erwig-Wallach im Jahr 2006 auf der Bahn in Hamburg sein bisher größten Erfolg, als er die Deutsche Amateur-Meisterschaft gewinnen konnte.
Mit einem Sieg in Paris könnte Hollys Boy in die Fußstapfen des zehnjährigen Wallachs Japa’s Dream treten. Der von Willi Rode (71/Recklinghausen) trainierte Geldschrank (Gewinnsumme: 267.430 Euro) konnte die begehrte Amateur-Prüfung im Jahr 2007 mit dem erfahrenen Hobbyfahrer Jörg Hafer (50/Gelsenkirchen) im Sulky für sich entscheiden.
Bevor es Richtung Eiffelturm geht, soll sich Hollys Boy am Sonntag in Gelsenkirchen mit Berufsfahrer Thomas Panschow (42/Bladenhorst) im Sulky ordentlich präsentieren. Eine kleinere Blessur, die einen Start Mitte Dezember an gleicher Stelle verhindert hatte, ist längst ausgestanden. Das war nichts Ernstes,
winkt Erwig ab - und strahlt Zuversicht aus: Zwar waren die Trainingsbedingungen zuletzt auf Grund von Schnee und Eis nicht optimal. Aber Hollys Boy ist gut drauf.
Ein möglicher Start seines neunjährigen Wallachs im Frei für Alle-Rennen (neunte Tagesprüfung) am Sonntag am Nienhausen Busch kam für Erwig nicht in Frage. Da hätte er aus den Bändern abgehen müssen und das mag er nicht so,
erklärt der Besitzer seine Entscheidung. Außerdem wird das Rennen in Frankreich auch hinter dem Auto gestartet. Der Probelauf kommt Hollys Boy deshalb mehr entgegen,
so Erwig.
Im Frei für Alle in Gelsenkirchen kommen trotzdem gleich mehrere Top-Verdiener an den Start. Neben Japa’s Dream, der von Ralf Oppoli (42/Recklinghausen) gesteuert wird, kämpfen unter anderem auch der elfjährige Wallach Lys Petteviniere (Gewinnsumme: 783.485 Euro) mit Silberhelm Roland Hülskath (34/Mönchengladbach) im Sulky und der bereits zwölfjährige Kebby du Bocage (330.522 Euro) mit Michael Schmid (42/Oberhausen) um den Sieg. Die drei Spitzen-Traber müssen jeweils eine Zulage von 25 Metern gegenüber ihren weiteren sieben Konkurrenten aufholen.
Traben unterm Tannenbaum in Gelsenkirchen am 2. Feiertag
Chouchou vor zweitem Bahn-Championat
Gelsenkirchen (mspw) - Eigentlich ist es für den Traber-Wallach Chouchou am 2. Weihnachtsfeiertag (Samstag, 26. Dezember) auf der Rennbahn in Gelsenkirchen (zehn Prüfungen, erster Start 14.18 Uhr) nur noch ein Schaulaufen. Denn das Bahn-Championat am Nienhausen Busch hat der Schützling von Trainer und Besitzer Eckhardt Drees (63/Lüdinghausen) schon vor dem letzten Renntag des Jahres, der unter dem Motto Traben unterm Tannenbaum ausgetragen wird, sicher. Die Frage lautet aber: Kann Chouchou die alleinige Führung im Bahn-Championat verteidigen und zum zweiten Mal in Serie das Gelsenkirchener Pferd des Jahres werden? Oder ziehen Bibi S und/oder Goetmals Best noch gleich? Mit sieben Siegen liegt Chouchou in der Bahn-Wertung in Führung. Mit jeweils sechs Erfolgen rangieren Bibi S und Goetmals Best dahinter. Die beiden Verfolger, die am 2. Weihnachtstag in anderen Prüfungen starten, müssen also gewinnen und zusätzlich auf einen Patzer von Chouchou hoffen, um mit dem Führenden noch gleich zu ziehen.
Dass Chouchou überhaupt noch Trabrennen bestreitet, ist keineswegs selbstverständlich. Denn der neunjährige Wallach musste in seiner Karriere zwei Verletzungen überstehen, die beinahe zum Ende seiner Laufbahn geführt hätten. Im Alter von vier Jahren hatte sich Chouchou eine Sprunggelenksverletzung zugezogen. Und 2007 machte ihm ein hartnäckiger Hornspalt zu schaffen. Doch Eckhardt Drees führte den Wallach, den er 2007 vom befreundeten Besitzer Michael Liebhardt (Pfaffenhofen) gekauft hatte, zurück in die Erfolgsspur. Zu Beginn der Saison 2008 qualifizierte sich Chouchou nach mehrmonatiger Pause wieder für den Rennbetrieb.
In der letzten Saison gewann Chouchou nicht weniger als 13 Rennen und wurde damit bereits zum ersten Mal das Gelsenkirchener Pferd des Jahres. Auch wegen einer knapp fünfmonatigen Ruhepause in diesem Jahr von März bis August reichte es in dieser Saison nur zu sieben Erfolgen am Nienhausen Busch. Dennoch konnte Chouchou, der meist von der vielfachen Amateur-Championesse Rita Drees (67/Gronau-Epe) oder Trabreit-Spezialistin Susanne Koch (33/Lüdinghausen) gesteuert wird, seinen Titel verteidigen. Darauf kann man schon stolz sein,
freut sich Eckhardt Drees. In erster Linie spricht so eine Auszeichnung für das Pferd. Aber es zeigt auch, dass Trainer und Fahrer nicht so viel falsch gemacht haben können.
Besonders in Trabreiten mit Susanne Koch im Sattel zeigte Chouchou immer wieder seine Klasse. Allein drei seiner sieben Saison-Siege stammen aus Trabreiten. Im letzten Jahr waren es sogar sieben. Er zählt zu den besten Satteltrabern Deutschlands
, ist Eckhardt Drees stolz auf seinen Schützling.
Am Samstag ist für Chouchou Saison-Sieg Nummer acht am Nienhausen Busch möglich. Rita Drees, die Schwester von Eckhardt Drees und vielfache Amateur-Championesse, wird den Fuchswallach im mit 4.000 Euro dotierten Weihnachts-Preis der Amateure (vierte Tagesprüfung) steuern. Chouchou weiß, worum es geht, wenn er auf die Bahn kommt. Er ist alles andere als eine Schlafmütze,
erklärt Eckhardt Drees. Vom Rennverlauf ist er unabhängig. Chouchou ist jedoch in Führung etwas ruhiger.
Mit sieben Gegnern bekommt es Chouchou am 2. Weihnachtstag zu tun. Als Hauptkonkurrent dürfte der achtjährige Schimmel-Wallach Thor Boshoeve mit Silvia Raspe (23/Wemb) ins Rennen gehen. Lokalmatador und Vize-Europameister Heinrich Wolf (57), dessen mehrwöchige Pause durch die kurzfristige Absage des Renntages am letzten Sonntag noch ein wenig verlängert wurde, greift mit It’s Kathis Best an.
Chouchous Verfolger Goetmals Best hat mit Tim Schwarma (18/Weeze) bereits im Auftakt-Rennen die Chance, seinen siebten Gelsenkirchener Saison-Sieg zu landen. Bibi S kommt mit Ralf Oppoli (42/Recklinghausen) in der siebten Tagesprüfung an den Ablauf.
Niederländischer Trainer will Erfolgsserie fortsetzen
Laufband macht Hauber-Trabern Beine
Gelsenkirchen (mspw) - Für Traber-Trainer Marcel Hauber (Deurze) läuft es in dieser Saison wie am Schnürchen. Kaum ein Renntag auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen vergeht, an dem kein Pferd aus dem Trainingsquartier des 39-jährigen Niederländers auf einem der vorderen Plätze zu finden ist. Einer der größten Erfolge in diesem Jahr war der Sieg von Yewel Boshoeve mit Heinz Wewering (59/Hamburg) im Breeders Crown-Hauptlauf für vierjährige Stuten Anfang November. Am Sonntag (29-11-09) hat Marcel Hauber, der sein Handwerk unter anderem bei seinem erfolgreichen Landsmann Hugo Langeweg sen. (57/Schagerbrug) gelernt hatte, für die elf Rennen am Nienhausen Busch (erster Start um 14.00 Uhr) wieder einige aussichtsreiche Starter gemeldet.
In der niederländischen Provinz Drenthe betreut Marcel Hauber in Deurze, vier Kilometer von Assen entfernt, rund 65 Pferde in einer eigenen Trainieranstalt unter optimalen Bedingungen. Auf einer 1.000 Meter langen Trainingsbahn, die nach dem Vorbild der benachbarten Trabrennbahn in Wolvega gebaut wurde, auf zwei geraden Bahnen mit einer Länge von jeweils 750 Metern und auf den Waldwegen im Umland werden die Pferde auf ihre Rennen in Deutschland, Schweden, Frankreich und den Niederlanden vorbereitet. Zusätzlich verfügt der Trainer auch noch über einen Indoor-Bereich mit einem Laufband. Das ist eine gute Ergänzung zum Bahn-Training,
erklärt Hauber.
Zandina Boshoeve aus dem Besitz von Wiebe Landman (64/St. Nicolaasga, NL) ist eine Kandidatin, die Hauber am Sonntag gleich in der Auftaktprüfung an den Start bringen wird. Mit Silberhelm Roland Hülskath (34/Mönchengladbach) im Sulky könnte die dreijährige Stute bereits bei ihrem dritten Lebens-Start zur Serien-Siegerin werden. Die Trainingsleistungen waren überzeugend. Ich bin zuversichtlich, dass es mit dem dritten Erfolg in Serie klappen kann,
so Hauber, der mit dem amtierenden Europameister Roland Hülskath die Optimal-Besetzung für seine Schützlinge gefunden hat. Er versteht es, meine Pferde perfekt einzusetzen,
lobt Hauber den zweimaligen Champion, der in der aktuellen Berufsfahrer-Wertung hinter Titelverteidiger Michael Nimczyk (23/Willich) erneut Rang zwei belegt. Der Goldhelm ist am Sonntag auf der Bahn in Berlin-Mariendorf engagiert.
Zu den stärksten Konkurrenten von Zandina Boshoeve zählt unter anderem der von Lokalmatador Peter Poen (52) trainierte und gesteuerte Luciano. Der vierjährige Wallach kam bei fünf Starts zu einem Sieg und vier Platzierungen. Zandina Boshoeve wird nur ganz schwer zu schlagen sein. Ich rechne mir mit Luciano aber schon einiges aus,
sagt Poen.
Einen Spitzen-Traber können die Besucher in der zweiten Tagesprüfüng unter die Lupe nehmen. Denn über fünf Monate nach seinem letzten Auftritt auf einer deutschen Bahn kommt der von Henk Grift (34/Kevelaer) trainierte und gesteuerte Icare de Bois als Favorit an den Ablauf. Der fünfjährige Hengst, der in Deutschland bei sieben Starts viermal erfolgreich war, gehört der Börsenexpertin Tanie Bonte (40) aus Brüssel. Icare de Bois wurde vom belgischen Hexer Jos Verbeek (52) zu Henk Grift ins Training vermittelt.
Schon vor dem ersten Rennen findet im Abano As-Club im Tribünengebäude auf der Gelsenkirchener Rennbahn die Championats-Ehrung der Minitraber statt. Organisatorin Karola Döme (68/Gronau-Epe) gratuliert dann Vorjahres-Champion Mike Konrad (16/Brünen) zur erfolgreichen Titelverteidigung. Rang zwei ging in diesem Jahr an Nancy Brodoch (13/Essen). Den dritten Platz teilen sich Hanna Schmitz (13/Kaarst) und Daniel Dotzauer (13/Gelsenkirchen). Nach dem zweiten Rennen werden sich die Minitraber-Champions im Winner-Circle noch einmal dem Publikum präsentieren.
Eckstein erstmals bei Amateuren
Gelsenkirchen (mspw). Er gilt als einer der besten Amateurfahrer Deutschlands. Jörg Hafer (50) aus Gelsenkirchen hat in seiner Karriere über 6.400 Rennen bestritten. Und fast jede fünfte Fahrt war ein Volltreffer. Für den Versicherungsmakler stehen annähernd 1.200 Siege zu Buche. Donnerstag (19-11-09) auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen (acht Rennen, erster Start 18.42 Uhr) könnte ein weiterer Erfolg hinzu kommen. Mit dem formstarken Eckstein, den Altmeister Willi Rode (71/Recklinghausen) in seinem Trainingsquartier in Bladenhorst (Castrop-Rauxel) vorbereitet, bestreitet Hafer eine Amateur-Prüfung. Für den routinierten Amateurfahrer eine Herausforderung. Denn noch nie zuvor ging Hafer mit dem Rode-Schützling an den Start. Und auch für den Wallach Eckstein ist es eine Premiere. Zum ersten Mal startet der Vierjährige in einer Amateur-Prüfung.
Wir haben kein passendes Profi-Rennen für ihn ausgemacht,
erklärt Rode. Und da wir ihn nicht zu lange pausieren lassen wollten, haben wir uns für einen Start bei den Amateuren entschieden.
Jörg Hafer sieht dem Start mit dem unbekannten Eckstein recht gelassen entgegen. Ich werde Eckstein im Heat kennen lernen und ganz genau hinhören, wenn mir Willi Rode Tipps gibt,
so Hafer.
Nach 15 Starts in dieser Saison wurden für Eckstein sieben Siege, davon zwischenzeitlich sogar fünf in Folge, notiert. Nur einmal kehrte der vierjährige Wallach, der Ursula und Manfred Sauer aus Mainz gehört, ohne Prämie in den Stall zurück. Und auch nach seinem Auftritt am Donnerstag ist für Eckstein noch nicht Saison-Schluss. Rode: So lange er Lust hat, wird er weiterhin an Rennen teilnehmen.
Zuletzt war Eckstein bei seinem fünften Platz Anfang November in Gelsenkirchen am Rennverlauf gescheitert. Er ist in der Startphase erst spät ins Rollen gekommen. Das Tempo wurde danach verschleppt und am Ende ging die Post ab. Da war für Eckstein nicht mehr als der fünfte Rang drin,
erinnert sich Rode.
Donnerstag geht es für Eckstein nicht nur um den Sieg in der Amateur-Prüfung, sondern auch um die alleinige Führung im Bahn-Championat. Am Nienhausen Busch überquerte der Rode-Schützling in diesem Jahr bereits sechsmal als Erster die Ziellinie. Damit führt er die Wertung gemeinsam mit Vaudeville K, Tara Pavas und Wishbone Dragon an. Das Trio ist Donnerstag allerdings am Nienhausen Busch nicht am Start, so dass Eckstein dem Titelgewinn einen großen Schritt näher kommen könnte.
Mit acht Gegnern bekommt es Eckstein am Donnerstag zu tun. Jörg Hafer hat besonders vor Thor Boshoeve mit Silvia Raspe (23/Wemb) im Sulky sowie den frischen Siegern Chouchou mit Rita Drees (67/Gronau-Epe) und Ulli Klee mit Lutz Will (53/Dieburg) großen Respekt. Das werden die Haupt-Gegner sein,
meint Hafer.
25. Oktober 2009: Amateur-Vergleich mit Skandinavien
Noch ein internationaler Renntag
Gelsenkirchen (mspw) - International geht es weiter! Nach dem hochkarätigen Renntag rund um den Großen Preis von Deutschland, dem Aufeinandertreffen zahlreicher Spitzen-Traber und Klasse-Fahrer aus dem In- und Ausland auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen, steht Sonntag (elf Rennen, erster Start 14.00 Uhr) am Nienhausen Busch ein Vergleichskampf deutscher Amateurfahrer der Traber Allianz West gegen ihre Kollegen aus Dänemark und Schweden im Mittelpunkt. In zwei Läufen werden nach einer Punkte-Wertung der Mannschafts- und der Einzel-Sieger ermittelt.
Die deutschen Farben werden unter anderem von Anke Börnig (32/Dinslaken), Hannes Bongartz (58/Bongartz), Michael Gutsche (53/Oberhausen), Jörg Hafer (50/Gelsenkirchen) und Werner Pietsch (52/Mönchengladbach) vertreten. Pietsch, Präsident des Mönchengladbacher Trabrennvereins, steuert seinen Wallach Wahtamin, Ex-Fußball-Nationalspieler Bongartz die ehemalige Serien-Siegerin El Conchita. Wir werden alles versuchen, um erfolgreich zu sein,
so Dieter Kerbaum (62/Oer-Erkenschwick), Vorsitzender der Traber Allianz West.
Bereits am Samstag gibt es mit den Gästen aus Skandinavien ein gemütliches Beisammensein. Nach dem Renntag treffen sich die Teilnehmer im Abano As-Club auf der Gelsenkirchener Rennbahn. Für Dänemark treten Bjarke Haagensen, Teddy Wang, Jorgen Reffling und Goran Pajhovic an, aus Schweden kommen Bengt Nilsson, Kaj Jönsson, Peter Edberg und Roger Allercrantz an den Nienhausen Busch.
Gleich 13 Starter kommen in der vierten Tages-Prüfung an den Ablauf. Beste Chancen auf einen Erfolg dürfte El Conchita besitzen, die zwei ihrer letzten vier Rennen für sich entschieden hat. Für einen vorderen Platz kommt jedoch auch Wico Toscana in Betracht, der vom Schweden Bengt Nilsson gesteuert wird. Der fünfjährige Wallach kehrte bei sechs Starts immer mit einer Prämie in den Stall zurück, gewann dabei dreimal. Ein glückliches Ende finden könnten auch die Auftritte von Wishmelucktoday mit Franz-Josef Pellander (59/Kevelaer) oder Wish me luck mit dem Dänen Goran Pajhovic.
Nu Pagadi-Schwester Norwegian Dream vor drittem Sieg
Roland Hülskath peilt Hattrick an
Gelsenkirchen (mspw) - Ihr Halbbruder Nu Pagadi ist aktuell eines der besten vierjährigen Trabrennpferde in ganz Europa. Davon konnten sich 8.000 Besucher auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen vor wenigen Tagen überzeugen, als der Hengst aus dem Besitz von Detlef Tappe (50/Oberhausen) mit dem schwedischen Spitzen-Fahrer Erik Adielsson (34/Malmö) im Sulky in überlegener Manier den mit 176.510 Euro dotierten Großen Preis von Deutschland gewann. Am kommenden Sonntag (20-10-09) greift nun Nu Pagadis Halbschwester Norwegian Dream auf der Bahn am Nienhausen Busch (elf Rennen, erster Start um 14 Uhr) mit guten Chancen ins Geschehen ein.
Die dreijährige Stute, die von Klaus Horn (60/Marl) vorbereitet wird, könnte mit ihrem dritten Treffer in Folge ebenfalls zur Serien-Siegerin werden. Fahrer wird Silberhelm Roland Hülskath (Mönchengladbach) sein, den ein Hattrick mit Norwegian Dream doppelt freuen dürfte. Denn für den 34-Jährigen geht es – knapp zwei Monate vor dem Saisonende – um wichtige Punkte im Berufsfahrer-Championat. Wie schon im vergangenen Jahr läuft alles auf einen spannenden Zweikampf mit Titelverteidiger Michael Nimczyk (23/Willich) hinaus.
Michael und ich besitzen alle Chancen. Ein anderer Fahrer wird nicht mehr in den Zweikampf eingreifen können,
sagt Hülskath, der aktuell führt. Ich denke nicht, dass sich einer von uns beiden absetzen kann. Vielleicht gibt es ja sogar ein Foto-Finish an Silvester.
Mit Norwegian Dream, die Detlef Tappes Lebensgefährtin Martina Jänsch (Oberhausen) gehört, kann sich Hülskath am Sonntag in der fünften Tagesprüfung einiges ausrechnen. Man merkt, dass das Pferd eine sehr gute Veranlagung besitzt. Die letzten Arbeiten waren überzeugend. Norwegian Dream ist prächtig in Form,
lobt Trainer Klaus Horn: Bei ihren letzten beiden Starts ist sie auf Grund ihres guten Antritts sofort in Front gekommen. Im Training hat sie mir fast noch besser gefallen, wenn sie von hinten kam.
Bei ihrem ersten Lebens-Start vor einem halben Jahr war der norwegische Traum auf Rang vier gelandet, wenige Wochen später wurde die Stute wegen eines Fehlers disqualifiziert. Nach einer viermonatigen Pause meldete sich Norwegian Dream jedoch gleich mit ihrem ersten Sieg zurück und ließ zuletzt Anfang Oktober Erfolg Nummer zwei folgen. Sie befindet sich im Wachstum. Ich erschrecke mich manchmal selbst, wie groß sie schon wieder geworden ist,
verrät Horn: Deshalb haben wir ihr längere Auszeiten gegönnt. Ihr Saison-Höhepunkt soll die BC-Züchter-Krone Anfang November in Gelsenkirchen werden.
Michael Nimczyk will einen erfolgreichen Testlauf von Norwegian Dream und damit einen weiteren Hülskath-Treffer mit You’re the Queen verhindern. Für die vierjährige Stute hieß es in dieser Saison immer Hopp oder Top. Zwei Siegen stehen vier Disqualifikationen gegenüber. Die Startphase ist entscheidend. Wenn You’re the Queen einmal eingetreten ist, kann sie ganz vorne mitmischen. Norwegian Dream ist die Haupt-Konkurrentin,
erwartet Goldhelm Nimczyk ein direktes Duell mit seinem Championats-Konkurrenten Roland Hülskath, der alle sieben Profi-Rennen bestreitet. Nimczyk nimmt sechs Fahrten wahr.
Stall Success peilt mit Jamilah Diamant einen neuen Erfolg an
Gäste aus Bayern mit Probe-Auftritt
Gelsenkirchen (mspw) - Beim Stall Success von Elektro-Techniker Karl Bühler (47/Unterhaching) und Kaufmann Frank Zickmantel (60/München) ist der Name durchaus Programm. Denn Erfolg hatte der Traber-Stall in den letzten Jahren reichlich. E.T. Diamant, Esina Diamant und Jamilah Diamant, die Aushängeschilder des Stalles Success, gewannen gleich mehrere hoch dotierte Zuchtrennen und verdienten zusammen fast 240.000 Euro.
Sonntag (11-10-09) auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen (elf Rennen, erster Start um 14 Uhr) soll nun ein weiterer Erfolg hinzu kommen. Im mit 10.000 Euro dotierten Stuten-Rennen wird Jamilah Diamant mit Trainer Georg Frick (45/Hohenlinden) versuchen, ihren Gelsenkirchener Sensations-Sieg aus dem Stuten-Pokal von Mitte Juni nun am Nienhausen Busch zu wiederholen.
Damals gewann die vierjährige Stute überraschend zum Totokurs von 346:10 und schnappte sich mit 15.000 Euro das größte Stück vom Prämien-Kuchen. Sie scheint ganz genau zu wissen, wenn es um etwas geht. Dann ist sie besonders konzentriert,
erklärt Jamilah Diamants Mit-Besitzer Karl Bühler. Für den Start am Nienhausen Busch ist der Bayer optimistisch: Bei der Abschlussarbeit hat sie einen glänzenden Eindruck hinterlassen. Sonst hätten wir die weite Anreise auch nicht in Kauf genommen.
Geplant ist nach dem Auftritt am kommenden Sonntag auch ein Start beim Drei-Tage-Meeting um die Züchter-Kronen (Breeders Crown) in Gelsenkirchen Anfang November. Ihren großen Auftritt könnte Jamilah Diamant am Freitag, 6. November, haben. Dann finden die Hauptläufe für die Vierjährigen statt.
Damit Jamilah Diamant fit ist, legte die Stute von Ende Juli bis Ende September eine Renn-Pause ein. Sie hat zu Jahres-Beginn viel geleistet und sich die Pause verdient. Jetzt ist sie wieder voll da,
glaubt Bühler. Am Sonntag wird Bühler nicht vor Ort die Daumen drücken können. Er ist mit einer deutschen Züchter-Delegation in Frankreich unterwegs und besichtigt einige Gestüte.
Jamilah Diamant trifft Sonntag am Nienhausen Busch auf einige bekannte Gegnerinnen. So kommt es – wie schon im Stuten-Pokal – zum Duell mit Velten Moviestar (Hans Joachim Tipke/52/Heeslingen) und May Day (Michael Schmid/42/Oberhausen). Das Duo kam im Stuten-Pokal hinter Indira Comtesse (Josef Franzl jun./37/Sauerlach) auf die Plätze drei und vier. Mit von der Partie ist auch Volann Rich, die im Juni mit 50 Meter Zulage auf den neunten Platz kam. Fahrer ist diesmal statt Robin Bakker (26/Deurze, NL) der aktuelle Silberhelm Roland Hülskath (34/Mönchengladbach). Die Stuten-Prüfung gilt auch als Vorbereitungsrennen für den Stuten-Grand Prix, der am 25. Oktober an gleicher Stelle ausgetragen wird. Dann geht es um Prämien in Höhe von insgesamt 30.000 Euro.
Jung-Trainer Jochen Holzschuh (34/Mönchengladbach) bietet Betty Kramer auf. Die siebenjährige Stute war bei ihren letzten fünf Auftritten immer platziert, gewann dabei zweimal. In der abgelaufenen Saison kam die Holzschuh-Stute auf 17 Siege. Nur Bentley Sun hatte im vergangenen Jahr zwei Erfolge mehr auf dem Konto. Der Bentley eilt im Übrigen auf den norddeutschen Bahnen von Erfolg zu Erfolg. Seit insgesamt 23 Starts hat der meist von Marisa Bock (28/Schöneiche) gesteuerte sechsjährige Wallach inzwischen nicht mehr verloren.
Herbst-Handicap der Amateure
Neben der Auslosung zum Großen Preis dürfte das Herbst-Handicap der Amateure am Sonntag (11-10-09) besondere Beachtung finden. Hier gilt es für einige Teilnehmer, eine Zulage von 25 Metern wett zu machen.
Unter anderem muss Chouchou aus dem Trainingsquartier von Eckhardt Drees (63/Lüdinghausen) aus dem zweiten Band ins Rennen gehen.
Der neunjährige Wallach wird von der vielfachen Amateur-Championesse Rita Drees (67/Gronau-Epe) gesteuert, mit der Chouchou in dieser Saison bei vier Starts zweimal Erster und einmal Zweiter wurde. Bei seinem letzten Auftritt in Gelsenkirchen mit Susanne Koch (33/Seppenrade) in einem Trabreiten lief es allerdings nicht nach Plan. Schon am Start unterlief Chouchou ein Fehler. Er verließ das Geläuf und wurde aus der Wertung genommen.
Trainer Drees weiß, worauf es Sonntag ankommt. Wichtig ist, dass Chouchou aus den Bändern gut eintritt. Wenn er erst einmal im Rennen ist, hat er sehr gute Chancen, ganz vorne mitzumischen,
ist Drees sicher. Als größte Konkurrentin hat der erfahrene Trainer und Bruder von Rita Drees die von Ex-Fußball-Profi Hannes Bongartz (57/Bottrop) gesteuerte El Conchita ausgemacht. Auch die Bongartz-Stute muss eine Zulage von 25 Metern aufholen. Ebenfalls aus dem zweiten Band wird It’s Kathis Best mit Heinrich Wolf (57/Gelsenkirchen) das Rennen aufnehmen.
Mollema-Hengst probt für Deutschland-Preis in Gelsenkirchen
Letzter Härtetest für Yardley Rich
Gelsenkirchen (mspw) - Ein besonders frühzeitiger Besuch der Sonntag-Veranstaltung (4-10-09) auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen (zehn Prüfungen, Start des ersten Rennens um 14 Uhr) dürfte sich für die Trabrennsport-Freunde lohnen. Denn bereits gegen 13.35 Uhr testet der frühere Derby-Zweite Yardley Rich in einem Probelauf für den Großen Preis von Deutschland. Exakt zwei Wochen vor dem mit mindestens 150.000 Euro dotierten Saison-Höhepunkt für Vierjährige am Nienhausen Busch wird der vom Niederländer Arnold Mollema (61/Wolvega) vorbereitete Hengst einem letzten Härtetest unterzogen.

Yardley Rich ist gesund und gut drauf. Die Arbeit zu Hause war in Ordnung. Jetzt soll er noch einmal auf der Gelsenkirchener Bahn proben,
erklärt Trainer Mollema (Bild), der den Hengst für den pensionierten Architekten Joop de Rijk aus dem niederländischen Epe vorbereitet. Fahrer von Yardley Rich wird am Sonntag Thomas Panschow (42/Bladenhorst) sein. Wie es aussieht, wird er Yardley Rich auch im Großen Preis steuern
, hat Mollema volles Vertrauen in den gebürtigen Gelsenkirchener.
Im Deutschland-Preis dürfte es dann zum Aufeinandertreffen zwischen dem letztjährigen Derby-Sieger Nu Pagadi, der seit Monaten in seiner schwedischen Wahlheimat von Sieg zu Sieg eilt, und seinem Kronprinzen Yardley Rich kommen. Am Derby-Wochenende im vergangenen Jahr gab es das Duell der beiden Spitzen-Traber im Vor- und auch im Endlauf. In beiden Prüfungen musste sich Yardley Rich nur Nu Pagadi, damals übrigens gesteuert von Thomas Panschow, geschlagen geben. Nu Pagadi ist nur eines von mehreren Klasse-Pferden, die im Großen Preis von Deutschland starten könnten. Aber Yardley Rich ist gut drauf und kann vorne mitmischen,
ist Mollema sicher.
Der Große Preis von Deutschland, der als Vierjährigen-Derby gilt, wurde zuletzt 2004 ausgetragen. Mollema kann sich noch genau daran erinnern. Schließlich gewann er das Rennen in Gelsenkirchen damals mit dem 217:10-Außenseiter Atoll Plage. Die Wiedereinführung begrüßt der Niederländer. Ein Höhepunkt wie der Große Preis von Deutschland ist sehr wichtig, um den Trabrennsport wieder ein Stück weiter nach vorn zu bringen,
so Mollema.