Zuletzt bearbeitet: 01.09.2010

Proben für den Deutschland-Preis

Gelsenkirchen (mspw) - Ein Groß-Ereignis wirft am Sonntag (5-9-10) auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen (acht Rennen, erster Start 14 Uhr) bereits seinen Schatten voraus. Denn mit Marc und Peter Burgerheide bereiten sich die beiden Superstars aus dem Besitz des niederländerischen Fahrrad-Händlers Meindert Terpstra (69/Noordbergum) auf den Großen Preis von Deutschland am 17. Oktober an gleicher Stelle vor. Das wichtigste Vierjährigen-Rennen des Jahres in Deutschland ist mit mindestens 150.000 Euro dotiert.

Terpstra, der seit über 40 Jahren Pferde besitzt, hatte noch nie zwei Spitzen-Traber wie Marc Burgerheide, Dritter im Derby 2009 und Gewinner der Züchter-Krone (Breeders Crown), sowie Peter Burgerheide, Derby-Fünfter. Appie Bosscha (50/Langezwaag, NL) ist Trainer des Duos. Die beiden Rennräder haben zusammen bereits über 160.000 Euro verdient. In Gelsenkirchen wird Marc Burgerheide von Ruud Pools (57/Heiloo, NL) gesteuert, Peter Burgerheide von Tom Kooyman (49/Lijnden, NL).
Die jüngste Empfehlung von Marc Burgerheide ist etwas besser als die seines Stall-Gefährten. Anfang August war Marc Burgerheide im Rahmen der Derby-Woche in Berlin-Mariendorf in der mit 25.000 Euro dotierten Derby-Revanche nicht zu schlagen, gewann leicht mit fünf Längen vor U.S.Lane und Abano Boy. Peter Burgerheide wurde Achter.

Die beiden Burgerheides bekommen es Sonntag am Nienhausen Busch mit namhafter Konkurrenz zu tun. Sir Karan aus dem Besitz von Ursula Augst (Sprockhövel) hat in seiner Karriere nicht weniger als 362.861 Euro verdient. Bei seinem letzten Start auf der Rennbahn in Paris-Vincennes verpasste der siebenjährige Hengst die Geldränge als Elfter deutlich. Er ist an einem schlechten Rennverlauf gescheitert, erinnert sich seine Besitzerin, die für den Start am Nienhausen Busch optimistisch ist. Jetzt kommt eigentlich erst die Zeit von Sir Karan. Im Herbst hatte er bisher immer seine Top-Form, so Augst, die auf Roland Hülskath (35/Mönchengladbach) als Fahrer vertraut.

Neben Sir Karan stellen sich Marc und Peter Burgerheide unter anderem auch Hollys Boy (Thomas Panschow/43/Bladenhorst) aus dem Besitz von Peter Erwig (57/Frechen) und Wait and Win (Markus Bock, 41/Gelsenkirchen), der Detlef Tappe (51/Oberhausen) gehört, in den Weg. Wait and Win machte in der abgelaufenen Saison mit einigen Erfolgen in Schweden auf sich aufmerksam. Bei seinem letzten Auftritt auf der C-Bahn in Recklinghausen Mitte August wurde er beim Sieg von Hollys Boy in einem Amateurfahren Sechster.
Komplettiert wird das Teilnehmerfeld durch Bonifacio mit Thomas Kornau (51/Recklinghausen) und Trail of dust mit Wolfgang Nimczyk (53/Willich). Bonifacio ist neben Hollys Boy und Marc Burgerheide der dritte frische Sieger unter den sieben Startern.

Scoop ist wieder voll auf dem Posten

Seine Premiere auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen gibt am Sonntag (acht Rennen, erster Start um 14.00 Uhr) der Wallach Scoop aus dem Besitz von Peter Erwig (57/Frechen). Der Dreijährige startet nach mehrwöchiger Pause sein Comeback. Zuletzt war Scoop Mitte Juni in Mönchengladbach in einem Rennen dabei, musste bei seinem zweiten Platz nach zwei Siegen die erste Niederlage seiner Karriere hinnehmen. Er war nicht ganz in Ordnung, erinnert sich Erwig. Deshalb habe ich ihm eine Pause gegönnt. Jetzt ist er wieder voll auf dem Posten, ist Scoops engagierter Besitzer optimistisch.
Erst Anfang Mai dieses Jahres hatte sich Scoop für den Rennbetrieb qualifiziert. Er wurde relativ spät geboren und durch den langen Winter war die Trainingsarbeit sehr schwierig, so Erwig. Nach seiner erfolgreichen Qualifikation in einer durchschnittlichen Kilometer-Zeit von 1:20,2 Minuten war Scoop bei seinem ersten richtigen Start in Dinslaken auf Anhieb nicht zu schlagen. Es folgten ein Sieg in Mönchengladbach und zuletzt Rang zwei an der Niers hinter Gloria Victoria. Der kommende Auftritt auf der großen Bahn am Nienhausen Busch ist für Scoop eine Standort-Bestimmung. Ich muss sehen, wie weit er nach seiner Pause ist, sagt Erwig, der erneut Thomas Panschow (43/Bladenhorst) als Fahrer für Scoop engagiert hat.

Mit sieben Gegnern bekommt es Scoop in Gelsenkirchen im zweiten Rennen des Tages zu tun. Für Peter Erwig zählt Bene Speranza mit Patricia Ruckdäschel (48/Moers) im Sulky zum Favoriten-Kreis. Die fünfjährige Stute war bisher zweimal am Start, wurde einmal Erste und einmal Zweite. Sie hat bei mir einen sehr guten Eindruck hinterlassen, hat Erwig großen Respekt vor der Konkurrenz.
Als frische Siegerin geht Zorayah mit Lokalmatador Markus Bock (41) an den Start. Die vierjährige Stute hatte zuletzt in Mönchengladbach für eine Sensation gesorgt, gewann zum Totokurs von 475:10. Gute Chancen auf einen der vorderen Plätze hat auch Emilia Storm mit Roland Hülskath (35/Mönchengladbach). Bei acht Starts in diesem Jahr kam die Stute zu einem Sieg und drei Platzierungen. Zuletzt wurde sie allerdings zweimal in Folge disqualifiziert.

Russel ohne den ewigen Rivalen

Gelsenkirchen (mspw) - Mit Hugo Langeweg sen. (57/Schagerbrug) im Sulky trifft Russel November am Sonntag (29-8-10) in Gelsenkirchen im Frei für Alle-Rennen (2.625 Meter), das aus den Bändern gestartet wird, auf sechs Gegner. Dann soll der Hengst an seinen letzten Gelsenkirchener Auftritt im April 2009 anknüpfen, bei dem er seinen ewigen Rivalen Sir Karan aus dem Besitz von Ursula Augst (Sprockhövel) leicht mit drei Längen besiegte.
Den gleichen Einlauf hatte es auch beim größten Deutschland-Erfolg von Russel November aus der Zucht von Michael Schröer (Unna) gegeben. Im Deutschen Derby 2006 war der Sieg von Russel November gegen Sir Karan mit sechs Längen allerdings noch etwas deutlicher ausgefallen. Zu einem erneuten Aufeinandertreffen wird es diesmal nicht kommen, da Sir Karan erst am Mittwoch im französischen Traber-Mekka Paris-Vincennes engagiert war - leider wenig erfolgreich.
Zu Russel Novembers Kontrahenten am Sonntag in Gelsenkirchen zählt unter anderem King Prestige, der von seinem Trainer Henk Grift (35/Kevelaer) gesteuert wird. Der zwölfjährige Wallach ist mit einer Gewinnsumme von rund 880.000 Euro ebenfalls ein Großverdiener. Rechts herum war er zuletzt nicht ganz so gut. Jetzt haben wir etwas an den Eisen verändert, ist Grift für den Start am Nienhausen Busch guter Dinge.
An den Sieg denkt er dabei jedoch nicht. Russel November ist unschlagbar, meint der Niederländer. Der Hengst kann einen unglaublichen Speed gehen und ist nicht auf den Rennverlauf angewiesen. Russel November kann ein Rennen von vorne oder auch durch die äußere Spur erfolgreich bestreiten. Er ist völlig unkompliziert, schwärmt Henk Grift.

Wie Russel November und King Prestige müssen auch Kebby du Bocage mit Lieven de Groote (45/Nazareth, Belgien) und Armstrong As mit Rick Wester (25/Schaandamm, NL) im Sulky eine Zulage von 25 Metern wettmachen. Nur die Grund-Distanz von 2.625 Metern müssen in diesem Steher-Rennen dagegen die weiteren Teilnehmer Joyman Laurelton mit Michael Schmid (43/Oberhausen) im Sulky, Valentino As mit Thomas Panschow (43/Bladenhorst) und Sissi Crown, gesteuert von Silberhelm Roland Hülskath (35/Mönchengladbach), zurücklegen.

Sigrid Eichler will Sieg mit Neu-Einkauf

Die Vorfreude auf den Renntag am Sonntag in Gelsenkirchen ist bei Sigrid Eichler riesig. Erstmals nach dem Kauf vor wenigen Tagen wird sie ihre Neuerwerbung Follow Me um den Kurs steuern. Mit der fünfjährigen Stute greift die 49-Jährige aus Kevelaer in ihrer Lieblings-Disziplin Trabreiten an. Trotz einer Zulage von 25 Metern rechnet sich die Trainerin, Fahrerin und Reiterin gute Chancen aus, mit ihrer Stute auf Anhieb einen Sieg landen zu können.
Am vergangenen Sonntag musste sich Follow Me im Trabreiten auf der Bahn in Recklinghausen nur Vaudeville K mit Silvia Raspe (24/Weeze-Wemb) geschlagen geben. Sigrid Eichler war von der Stute, die sich zu diesem Zeitpunkt noch im Besitz von Franz Klein (60/Versmold) befand, so sehr angetan, dass sie einen Tag später den Kaufvertrag unterschrieb. Ich bin eine begeisterte Trabreiterin. Gute Pferde, mit denen man in dieser Disziplin gewinnen kann, sind nur schwer zu finden. Deshalb habe ich bei Follow Me sofort zugegriffen, so Eichler.
Die Siegquote von Follow Me kann sich durchaus sehen lassen. Nach 23 Starts stehen zehn Erfolge und sechs Platzierungen zu Buche. Wie in Recklinghausen zählt freilich auch am Nienhausen Busch Vaudeville K mit Silvia Raspe zu den Kontrahenten. Allerdings startet der frische Sieger diesmal 25 Meter hinter Follow Me.

Auf ein gutes Abschneiden hofft Sigrid Eichler auch in der Gelsenkirchener Auftakt-Prüfung, in der sie mit ihrem Bugatti am Start ist. Bugatti, der in seiner Karriere insgesamt 15 Rennen bei 77 Starts gewann, trifft Sonntag auf sechs Gegner. Zum Kreis der Favoriten zählt Serien-Sieger Louis Vuitton. Mit Robbin Bot (19/Lippenhuizen, NL) im Sulky gewann der fünfjährige Hengst seine vergangenen vier Starts. Ebenfalls mit guten Chancen gehen Photo Phoenix mit Kurt Roeges (34/Ureterp, NL) und Bemms Axel mit Roland Hülskath (35/Mönchengladbach) ins Rennen.

Gelsenkirchen: Schlecht für Silberpfeil, wenn die Serie hält

Schimmel-Hengst schwer kalkulierbar

Gelsenkirchen (mspw) - Hält die Serie des fünfjährigen Schimmel-Hengstes Silberpfeil aus dem Besitz von Ursel (67) und Norbert Blum (69/Stall Blümchen/Schermbeck) auch am Donnerstag (18-8-10) auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn, wenn sich der attraktive Hengst im ersten von sieben Rennen um 19.03 Uhr vorstellt? Sollte es so kommen, dann bliebe der Star des engagierten Schermbecker Besitzer-Ehepaares Blum ohne Geldprämie!
Es ist in der Tat auffällig: Fünf Starts hat Silberpfeil seit dem 27. Mai dieses Jahres absolviert. Seitdem geht es immer im gleichen Takt: Geldprämie, keine Geldprämie, Geldprämie, keine Geldprämie. Hält die Serie, wird der frische Mönchengladbacher Sieger diesmal leer ausgehen. Wetter auf der Rennbahn versuchen an jeder Ecke, einen Hinweis zu ergattern, wie sie ihre Wetten anlegen. Und so wird ihnen auch die ungewöhnliche Serie von Silberpfeil aufgefallen sein.
Seine letzten beiden Siege landete der Blum-Traber in Mönchengladbach, wo es sich im Allgemeinen leichter gewinnen lässt als auf der großen Gelsenkirchener Bahn. Aber Silberpfeil hat auch schon in Gelsenkirchen gewonnen. Im Februar 2009 gelangen ihm, immer mit seinem ständigen Fahrer Gerrit Gommans (60/Uedem/Otterlo, NL) im Sulky, sogar zwei Siege in Serie, einer davon zum Totokurs von 153:10. Nicht leicht auszurechnen ist der Mercedes aus der eigenen Blum-Zucht. Eine Art Wundertüte und für die Wetter deswegen immer eine Herausforderung.

Der inzwischen fünfjährige Silberpfeil sollte sogar 2008 im Deutschen Traber-Derby starten. Die Blums hofften bis kurz vor der Einzahlung des letzten Einsatzes auf einen Derby-Start. Es sollte so etwas wie der Höhepunkt ihres Schimmel-Fimmels sein. Aber Silberpfeil bekam plötzlich Wachstums- und Zahnprobleme. Aus der Derby-Traum!
Bis vor Kurzem plagten ihn dann wieder Probleme an den Beinen. Er ist ein so genanntes weiches Pferd, sagt Norbert Blum über den Schimmel. Schon vor seinem letzten Siegstart in Mönchengladbach hatte er sich in der Arbeit allerdings wieder besser angeboten und ist dann auf der Zielgeraden am Totofavoriten Porto Cervo grußlos vorbei gelaufen, schildert Blum den letzten Auftritt.

Konkurrenz aus dem eigenen Lager steht diesmal im Starterfeld der acht Teilnehmer, denn mit Monsun bietet der Stall Blümchen ein weiteres Pferd in diesem Rennen auf. Fahrer ist Trainer-Sohn Jim Gommans (31/Wesel). Das letzte Laufen mit einem dritten Platz in Dinslaken war nicht schlecht. Eine Geldprämie müsste für Monsun wieder drin sein, hofft Norbert Blum. Alle Berechnungen und Hoffnungen durchkreuzen könnte You’re the Queen mit Wolfgang Nimczyk (53/Willich) im Sulky. Die fünfjährige Stute überraschte zuletzt in Mönchengladbach, als sie mit Wolfgang Nimczyk siegte. Bei Einstellung dieser Leistung ist für die Stute von Franz-Josef Pellander (60/Kevelaer) ein weiterer Erfolg durchaus drin.

Rita Drees fährt einen Seriensieger

Auf den aus Dänemark stammenden Hengst Noddy Flamingo kann sich Besitzerin Gabi Morbach (54/Dinslaken) verlassen wie auf ein präzises Uhrwerk. Kommt der Rappe an den Start, dann klingelt es regelmäßig in der Kasse: 15 Starts, dabei vier Siegprämien sowie zehnmal Platzgelder! Das kann sich sehen lassen. Auf ein erfolgreiches Abschneiden hofft Gabi Morbach auch am Donnerstag auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn, zumal als Fahrerin mit Rita Drees (68/Epe-Gronau) eine anerkannte Fachfrau im Sulky engagiert werden konnte.

Noddy Flamingo wird diesmal in einem Damenfahren (Eugen Kuhlmann Cours Ladytrab-Cup) aufgeboten. Acht Amateurfahrerinnen kommen im vierten Rennen gegen 20.12 Uhr an den Start. An der Favoritenrolle kommt Noddy Flamingo nicht vorbei. Denn eine bessere Empfehlung als drei frische Siege, darunter ein Erfolg in einem Probelauf in Gelsenkirchen, gibt es ja wohl nicht. Und so dürfte Gabi Morbach, schon lange passionierte Besitzerin, die Heike (42) und Tim Schwarma (19/Weeze) eng verbunden ist, am Donnerstag wieder mit einem Preisgeld rechnen können, auch wenn die erfahrene Rita Drees erstmals im Sulky hinter dem Rappen sitzt.

Von Mitte Mai an hatte der Hengst eine dreimonatige Startpause einlegen müssen. Grund: Auf der Weide zog sich Noddy Flamingo eine Fleischwunde am linken Hinterbein zu. Aber Trainer Klaus Thomaskamp (59/Rees), übrigens der Ausbilder des zweimaligen Nachwuchs-Champions Tim Schwarma, überstürzte nichts, brachte den Hengst erst wieder auf die Bahn, als er seine Verletzung restlos auskuriert hatte und rennbahn-fertig war. Seine letzten sieben Starts absolvierte Noddy Flamingo allesamt auf der Gelsenkirchener Bahn am Nienhausen Busch, wurde dabei viermal Sieger und dreimal Zweiter.

Vor einem Spaziergang steht der Morbach-Hengst am Donnerstag allerdings keineswegs. Auf jeden Tippschein gehört auch Winston Detvile, der schon gegen gutklassige Konkurrenz gelaufen ist und zuletzt auch in Berlin-Mariendorf in der durchschnittlichen Kilometerzeit von 1:14,6 Minuten über die 1.900-Meter-Distanz mit Silberhelm Roland Hülskath (35/Mönchengladbach) auf Rang zwei angenehm überraschte. Bei 17 Starts in Deutschland - und das könnte das Handicap des Wallachs sein - gelang kein einziger Sieg, aber immerhin sprangen 15 Platzierungen heraus. Trainer ist der im niederländisch-friesischen Ureterp tätige Belgier Kurt Roeges (34), mit dem Fahrerin Hilda Hofstra (39) auch privat verbandelt ist. Hofstra kennt den Wallach bestens, hat sie ihn doch schon mehrfach in Rennen gesteuert.

Noble Princess, bereits zehn Jahre alt, wird von Manfred Mattens Gestüt Lindenhof (Uedem) mit Andrea Dworatzyk (26/Wesel) aufgeboten. Die Stute war zuletzt ein Muster an Zuverlässigkeit und könnte bei gutem Rennverlauf durchaus ins Geld laufen. Erfahrung hat sie allemal: 83 Starts, darunter drei Siege und 46 (!) Platzierungen. More Muscles blieb zwar zuletzt hinter den Erwartungen, war davor aber immer gut dabei und hat mit Silvia Raspe (24/Weeze-Wemb) eine Formfahrerin hinter sich. Nach einer krankheitsbedingten Pause greift nun auch wieder Nicole Hildebrandt (36/Borken) an. Mit Nuke it Baby bietet sie immerhin das Pferd mit der höchsten Gewinnsumme (11.055 Euro) in diesem Starterfeld auf.

Donnerstag (5-8-10) in Gelsenkirchen: Neun Rennen ab 18.41 Uhr

Gerrit Gommans greift mit Bent an

Gelsenkirchen (mspw) - Auf dem besten Weg, sein Prämienkonto zu erhöhen, ist der vierjährige Bent. Der Hengst aus dem Besitz von Dagmar und Hermann Grote (Recklinghausen) ist nach drei Starts in Dinslaken und Mönchengladbach noch ungeschlagen. Jetzt muss sich Bent erstmals in einem Rennen auf dem großen Gelsenkirchener 1.200 Meter-Rund beweisen.
Die Gelsenkirchener Bahn ist für Bent jedoch kein unbekanntes Pflaster. Denn seine Qualifikation absolvierte der Vierjährige Anfang April in Gelsenkirchen mit Silberhelm Roland Hülskath (35/Mönchengladbach) souverän in einer durchschnittlichen Kilometer-Zeit von 1:18,7 Minuten. Es folgten ein Sieg in Mönchengladbach und zwei Treffer in Dinslaken.

Donnerstag wird Bent jedoch nicht von Roland Hülskath, sondern erstmals vom Niederländer Gerrit Gommans (Uedem) gesteuert. Für den 60jährigen ist es so etwas wie ein Blind Date. Ich kenne Bent nur vom Zuschauen, sagt Gommans: Er hat bei mir aber einen sehr positiven Eindruck hinterlassen und ich hoffe, dass ich die Sieges-Serie fortsetzen kann.
Zum Kreis der Mitkonkurrenten in der Auftaktprüfung gehört ausgerechnet Roland Hülskath, der mit der Stute Blue Phoenix einen weiteren Treffer von Bent verhindern möchte. Die Vierjährige aus dem Trainingsquartier von Jos Oorthuijsen (50/Soest, NL) ist allerdings nicht ganz unkompliziert. Nach Platz zwei beim Debüt Ende Mai war Blue Phoenix beim folgenden Auftritt nicht zu bezwingen. Zuletzt wurde sie jedoch zweimal in Folge disqualifiziert. Ab und an als zickig“ erwies sich bei ihren vergangenen Starts auch die vierjährige Stute Ziggy AM aus niederländischem Besitz. Als Fahrer wurde Michael Schmid (43/Oberhausen) verpflichtet. Vor ihrem zweiten Platz hinter Serien-Sieger Louis le Grand Mitte Juli in Gelsenkirchen wurde Ziggy AM zweimal in Serie wegen eines Fehlers aus der Wertung genommen.

Unter den Zuschauern am Donnerstag werden auf Einladung des Gelsenkirchener Rennveranstalters auch Kinder von 3Wishes, einem internationalen Kulturprojekt des Kinderschutzbundes Gelsenkirchen und der Stadt Gelsenkirchen, sein. Die Teilnehmer sind junge Menschen aus Pécs (Ungarn), Istanbul und Gelsenkirchen mit besonderem Interesse an Malerei, Literatur und Musik sowie an der Begegnung mit der jeweils anderen Kultur.
Die achte Tages-Prüfung wird am Donnerstag daher auch unter dem Namen Preis des Kinderschutzbundes Gelsenkirchen gelaufen. Als Mitfavorit geht der frische Doppel-Sieger Medon Real mit der Niederländerin Jellina op de Hoek (37/Koekange) ins Rennen. Das Gespann trifft unter anderem auf Rio Chavon mit Roland Hülskath. Der fünfjährige Wallach wurde bei seinen letzten sechs Auftritten dreimal Erster und dreimal Zweiter.

Harte Nuss im Viererwette-Rennen

Eine harte Nuss wartet im Viererwette-Rennen (ca. 19.30 Uhr) auf alle Wetter: Gleich drei Teilnehmer weisen eine Gewinnsumme von null Euro auf. Stormy Nightriver mit Jan Wagenaar jun. (48/Arnheim, NL) absolviert sogar seinen ersten Start überhaupt. Keiner der zehn Teilnehmer hat schon einen Sieg in seiner Bilanz stehen. Das Pferd mit der höchsten Gewinnsumme im Feld ist Kimmy Diamant, gesteuert von ihrem Trainer und Besitzer Uwe Zevens (49/Bedburg-Hau). Sie hat nach bisher vier Starts (zwei Platzierungen) insgesamt 350 Euro auf ihrem Konto. Die Wetter werden beim Aufwärmen deshalb ganz genau hinschauen, um weitere Hinweise über das Leistungsvermögen der zehn Starter zu erhalten.
Am Nienhausen Busch kommt es auch zu einem Familien-Duell. Gerd Holtermann (54/Bladenhorst) trifft mit dem dreijährigen Hengst Don King auf seinen Neffen Thomas Holtermann (38/Dülmen), der Sweet little Heart steuert.

Noch vor dem ersten Rennen stellt sich die ehemalige Serien-Siegerin El Conchita in einer Wieder-Qualifikation vor. Gesteuert von Mitbesitzer und Ex-Fußballprofi Hannes Bongartz (58/Bottrop) soll die sechsjährige Stute am Donnerstag ihren ersten Auftritt auf einer Rennbahn seit Ende Januar absolvieren. Eigentlich war das Comeback von El Conchita, die stolze 17 ihrer 34 Karriere-Starts für sich entscheiden konnte, bereits für Mitte Juli in Mönchengladbach geplant. Eine Erkältung hatte ihren Start jedoch kurzfristig verhindert.

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Gelsenkirchen: Kamps-Schützling kann Serie ausbauen

Schafft Louis le Grand den Hattrick?

Gelsenkirchen (mspw) - Zwei Siege bei zwei Starts hat er schon. Donnerstag (22-7-10) auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen (zehn Rennen, erster Start 18.30 Uhr) kann Louis le Grand den Hattrick perfekt machen. Mit Ralf Oppoli (43/Recklinghausen) im Sulky trifft der dreijährige Wallach in der Auftakt-Prüfung auf sieben Gegner. Trainer Wolfgang Kamps (51/Bladenhorst) hatte bisher nur im Training Anlass zur Kritik. Louis le Grand ist ein braves, aber kein übereifriges Pferd. Bei der Arbeit macht er nicht mehr, als von ihm verlangt wird, so Kamps.
Seinen ersten Karriere-Start absolvierte Louis le Grand Anfang Juni in Gelsenkirchen und war auf Anhieb nicht zu schlagen. Sieg Nummer zwei gab es ebenfalls am Nienhausen Busch Anfang Juli. Fahrer war in beiden Fällen Ralf Oppoli. Mit ihm hat man kaum Probleme. Louis le Grand ist im Umgang unkompliziert, lobt Oppoli. Allerdings ist er in manchen Situationen noch ein wenig unerfahren.

Zu den sieben Kontrahenten von Louis Le Grand zählt die frische Doppel-Siegerin Jadina Way. Kurios: Bei ihrem letzten Erfolg Anfang Juli in Dinslaken pilotierte sie ausgerechnet Ralf Oppoli zum Sieg. Diesmal wurde Lokalmatador Peter Poen als Fahrer engagiert. Der 53-Jährige war Mitte Juni in Mönchengladbach mit der vierjährigen Stute nicht zu bezwingen. Entscheidend wird sein, dass sie die letzten Leistungen auf die große 1.200 Meter-Bahn bringt, so Poen. Vom Rennverlauf ist sie unabhängig. Optimal wäre jedoch ein geschontes Rennen, in dem sie im Endspurt ihren Speed voll einbringen kann.
Um die vorderen Plätze in der Auftakt-Prüfung können auch Ziggy Am mit Thomas Panschow (43/Bladenhorst) und Diva Phoenix mit Kurt Roeges (34/Ureterp, NL) sowie Alka de Linde mit Michael Schmid (43/Oberhausen) mitmischen.

Anke Börnig will wieder in die Erfolgsspur

So groß war das Angebot des Gelsenkirchener Trabrennvereins an die Hobbyfahrer selten. Gleich drei der zehn Prüfungen sind den Amateuren vorbehalten. Besonders fleißig: Anke Börnig (Dinslaken), im Hauptberuf kaufmännische Angestellte in einem Oberhausener Autohaus. Die 33-Jährige ist in allen drei Amateurfahren dabei. Bei ihrem ersten Auftritt steuert Börnig im Viererwette-Rennen die Stute Idee Folle. Die insgesamt zehn Teilnehmer müssen vor allem ihre Ausdauer unter Beweis stellen. Schließlich geht es über die Distanz von 2.600 Metern.
An ihren letzten Start mit Idee Folle erinnert sich Anke Börnig nicht so gerne zurück. In Dinslaken war die Sechsjährige nach einem Fehler disqualifiziert worden. Ich glaube, dass sie die Bahn in Dinslaken einfach nicht mochte. Deshalb werte ich den Start als Ausrutscher. In Gelsenkirchen kommt Idee Folle viel besser zurecht, so Börnig.
Immerhin zwei Siege und zehn Platzierungen stehen bei 16 Saison-Starts in der Bilanz von Idee Folle, die von Gerd Holtermann (54/Bladenhorst) vorbereitet wird. Über die Marathon-Distanz von 2.600 Metern ist sie dabei aber noch nicht gegangen. Das ist kein Problem. Die nötige Kondition hat sie, meint Börnig.

Zu den Sieg-Anwärtern im Viererwette-Rennen zählt der Wallach Wonderful aus dem Trainingsquartier von Arnold Mollema (61/Wolvega). Der Sechsjährige war in dieser Saison fast immer auf den vorderen Plätzen zu finden, wenn er in Gelsenkirchen an den Start ging. Zwei Siege, zwei zweite Plätze sowie ein fünfter Rang stehen für den Mollema-Schützling, der Donnerstag von Hilda Hofstra (39/Ureterp, NL) gesteuert wird, zu Buche.
Gute Chancen auf einen der vorderen Plätze hat auch Trigger Dragon mit dem erfahrenen Amateurfahrer Jörg Hafer (50/Gelsenkirchen) im Sulky. Für den neunjährigen Hengst stehen in diesem Jahr bisher acht Platzierungen bei acht Starts zu Buche. Ein Sieg fehlt allerdings noch in seiner Bilanz.

Im zweiten Amateurfahren des Tages (6. Rennen) geht Anke Börnig mit Bemms DT an den Start. Der siebenjährige Wallach hat sich zuletzt Mitte Juli in Dinslaken nach langer Verletzungspause mit einem siebten Platz zurückgemeldet. Gegen Rio Chavon mit Frank Eickmann (45/Recklinghausen), Yanneke Camstra mit Abraham Barendregt (37/Lieren, NL) und Sydney Way mit Tony Böker (21/Recklinghausen) hat Bemms DT nur Außenseiter-Chancen.

Zum dritten und letzten Mal sind die Hobbyfahrer in der zehnten Tages-Prüfung im Einsatz. Favorit auf den Sieg ist Porto Cervo mit Marko Klose (34/Mönchengladbach) im Sulky. Der fünfjährige Wallach aus dem Trainingsquartier von Wolfgang Nimczyk (53/Willich) hat in dieser Saison bei zwölf Starts sieben Rennen gewonnen. Außerdem holte er vier Platzierungen. Bei seinem letzten Auftritt in Mönchengladbach musste Porto Cervo weite Wege gehen. Daher reichte es nur zu Rang vier. An ihm führt wohl diesmal wieder kein Weg vorbei, so Anke Börnig, die mit Black Leonie am Start ist.

Bei einer Tour durch Deutschland macht Marisa Bock (Schöneiche) am Donnerstag in Gelsenkirchen Halt und übernimmt drei Fahrten. Vergangenen Montag war die 29-Jährige erstmals in Straubing zu Gast. Im Anschluss an den Renntag am Nienhausen Busch geht es zurück nach Berlin, wo Samstag die Derby-Woche beginnt.

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Ex-Schalke-Profi hat Seriensieger im Stall

Gelsenkirchen (mspw) - Donnerstag pausiert die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika. Ohne diese Konkurrenz bietet der Veranstalter an diesem Tag (1-7-10) zehn Rennen ab 18.30 Uhr an. Ganz besonders heiß auf den Abend ohne Fußball ist ausgerechnet ein Ex-Fußballprofi: Klaus Tanne Fichtel (65). Grund: In einem Stuten-Rennen geht die sechsjährige Seriensiegerin Queens an den Start. Besitzer: Klaus Fichtel und sein Freund, der Billerbecker Hotelier Tinus Niehoff (62), die beide schon seit rund 20 Jahren Eigner von Trabrennpferden sind und an diesem Sport viel Spaß haben, so Niehoff.
Seit einigen Wochen hat Klaus Fichtel, der in Waltrop wohnt, dem Fußball endgültig ade gesagt. Bis dahin war er noch als Beobachter für Schalke 04 jahrelang und sehr engagiert auf Achse. Jetzt ist er Rentner und kann sich noch intensiver um seine Traber kümmern, weiß Ehefrau Gaby.

Begonnen hatte Fichtels Traber-Leidenschaft, als er noch für Schalke kickte. Klaus Fichtel, Klaus Fischer, Rolf Rüßmann, Norbert Nigbur - sie alle waren Anhänger des Trabrennsports. Fichtel und Nigbur wagten sich sogar als Amateurfahrer in diverse Rennen. Viel zum Spaß dürfte ein gewisser Wallach Nero Crown beigetragen haben. Zwölf Starts, acht Siege! Tinus Niehoff: Das war das typische Anfängerglück.
Damals gehörten auch noch Schalkes Ex-Manager Rudi Assauer (66) und der inzwischen verstorbene Waltroper Bernhard Stromberg, dessen Sohn Holger die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bekocht, zur Besitzergemeinschaft.
Jetzt sind noch Fichtel und Niehoff dabei. Mit den Leistungen ihrer aktuellen Seriensiegerin Queens können die beiden äußerst zufrieden sein: 29 Starts, 16 Siege, sechs Platzierungen. Niehoff: Abends sitzen wir nach den Rennen schon mal in Billerbeck zusammen. Klaus Fichtel, immer noch Sportler durch und durch, gönnt sich dann ein Wasser und einen Eisbecher, für mich gibt es ein Pils und einen Wacholder.

Der letzte Start von Queens war am 10. Juni in Hamburg. Mit Roland Hülskath (35/Mönchengladbach) im Sulky siegte die Braune zum Totokurs von 14:10 über die Kurzdistanz von 1.680 Metern in hervorragender durchschnittlicher Kilometerzeit von 1:13,8 Minuten. Hülskath wurde auch für Donnerstag (1-7-10) als Fahrer engagiert. Queens letzter Auftritt in Gelsenkirchen datiert vom Februar dieses Jahres, als es mit Gerd Steinhaus (46/Recklinghausen) nach der Winterpause eine siegreiche Wiederqualifikation gab.

Und was tut sich am Donnerstag im siebten Rennen? Die Konkurrenz ist zumindest zahlenmäßig sehr groß. Zwölf Starterinnen wurden angegeben, darunter auch die zuletzt siegreichen Miss Dynamite mit Stefan Musga (45/Duisburg) und Hale Berry mit Heinrich Gentz (57/Kaarst). Freilich: Ob Hamburg, Mönchengladbach oder Gelsenkirchen - Queens kommt auf allen Bahnen gut zurecht. Auch für das Rennen am Donnerstag auf der Trabrennbahn am Nienhausen Busch ist Klaus Fichtel wieder optimistisch: Die Stute ist gut drauf, hat ordentlich gearbeitet.

Die Form steht bei Queens, so wie einst bei Fichtel (23 Länderspiele, 552 Bundesliga-Einsätze für Schalke und Werder Bremen, mit 43 Jahren und sechs Monaten der älteste Bundesliga-Spieler in der Geschichte des deutschen Fußballs). Hohe Achtung vor Fichtel hatte ein Fan einst auf einem Transparent zum Ausdruck gebracht: Der Wald stirbt, die Tanne steht!

Georgies Boy: Kein Seitenblick mehr

Der dreijährige Traberhengst Georgies Boy aus dem Besitz des Gelsenkirchener Steuerberaters Gregor Baumeister (66) ist ein Sorgenkind. Mal Zahnprobleme, mal die Nerven nicht so richtig unter Kontrolle. Oder er fühlt er sich ganz einfach unwohl in seiner Haut. Bei seinem vergangenen Start auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn war wohl Letzteres der Fall. In einem anspruchsvoll besetzten Rennen war er krasser Außenseiter, patzte bereits nach wenigen Metern. Besitzer Baumeister freilich gibt nicht auf: Am Donnerstag probieren wir es noch einmal, kündigt er den nächsten Auftritt am Nienhausen Busch an.

Gregor Baumeister: Wir sind auf dem richtigen Weg. Bei seinem letzten Auftritt hatten wir Georgies Boy mit einem Klappzaum laufen lassen. Damit kann er schwerlich zur Seite schauen, soll sich nicht ablenken lassen und sich nur auf das Rennen konzentrieren. Dass es auch ohne Seitenblick nicht gut ging, führte sein Fahrer Gerd Steinhaus (46/Recklinghausen) darauf zurück, dass sich der empfindliche Hengst erschrocken hat. Baumeister: Wir geben nicht auf. Einmal wird die Pechsträhne ein Ende haben.
Beweisen muss das der Baumeister-Traber gleich im ersten Rennen des fußballfreien Abends gegen sieben Gegner. Vorbereitet wird der Hengst übrigens an traditioneller Traberstätte. In Marl-Sinsen auf dem Schröderhof, wo einst über viele Jahre hinweg Alt-Trainer Hermann Kraum (Recklinghausen) trainierte, drehen nun die Baumeister-Traber und die Vierbeiner des Ex-Schalkers Klaus Tanne Fichtel ihre Runden auf einer 1.750 Meter langen Naturbahn. Außerdem kann man zu Trainingszwecken auch die 800-Meter-Bahn von Willi Rode gleich in der Nähe nutzen.

Favorit dürfte der Hamburger Doppelsieger Victory Love, gefahren von Roland Hülskath (35/Mönchengladbach), sein. Zuletzt musste sich der Dreijährige, der von Frank Ostermann (47/Burgwedel) trainiert wird, bei einer anspruchsvollen Prüfung im schwedischen Jägersro (Totokurs 44:10 und damit zweiter Favorit) mit einem fünften Rang zufrieden geben. Wichtig für die Wetter: Victory Love hat noch eine Derby-Nennung! Auch der von Jos Oorthuijsen (50/Soest, NL) aufgebotene Blue Phoenix hat schon einen Sieg aufzuweisen und gehört auf jeden Wettschein.
Auswärts, nämlich auf der Bahn in Hamburg-Bahrenfeld, geht am Donnerstag der aktuelle Fahrerchampion Michael Nimczyk (24/Willich) auf Punktejagd. Mit seinen vier Erfolgen am letzten Sonntag in Berlin konnte der Titelverteidiger den Rückstand gegenüber dem gleichzeitig in den Niederlanden sieglosen derzeitigen Spitzenreiter Roland Hülskath auf 17 Siege (78:95 zu Gunsten von Hülskath) verkürzen. Roland Hülskath selbst greift mit guten Chancen am Donnerstag in Gelsenkirchen an.


Sonntag ab 11.10 Uhr: Vorbereitung für Buddenbrock und Derby

Zwölf Rennen vor dem Fußball-Spiel

Gelsenkirchen (mspw) - Am Sonntag (27-6-10) nach den insgesamt zwölf Rennen auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn wird man schlauer sein, was die Chancen auf die Derby-Vorprüfung Buddenbrock-Rennen sowie das Derby selbst angeht. Sowohl die neun Teilnehmer des mit 7.000 Euro dotierten Hauptlaufes (Buddenbrock-Trial) als auch die acht Teilnehmerinnen des Stutenlaufes (3.500 Euro) sind noch auf der Derby-Tour. Sie sind alle für das Deutsche Traberderby am 1. August in Berlin-Mariendorf eingeschrieben. Rennbeginn am Nienhausen Busch ist bereits um 11.10 Uhr, damit kein Besucher das WM-Achtelfinalspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen England (Anstoß um 16.00 Uhr) verpasst. Das letzte Rennen soll um 15.15 Uhr gestartet werden. Aus Bayern kommt eine starke Biendl-Streitmacht.

Nach seinem souveränen Start/Ziel-Sieg am 10. Juni in Gelsenkirchen, als er am Toto mit 13:10 notiert war, dürfte Mary’s Boy mit dem 18-jährigen Robbin Bot (Wolvega, NL) im Hauptlauf des Buddenbrock-Trial erneut viel Vertrauen entgegen gebracht werden. Bei dem Test für den Auftritt am Sonntag (27-6-10) in Gelsenkirchen schaute sich Bot auf der Zielgeraden am Nienhausen Busch ganz gelassen wiederholt um. Was er sah, war beruhigend: Kein Gegner in der Nähe! Zufriedenheit auch bei den Besitzern Manfred Ostermann sowie dessen Lebensgefährtin Sonja Wewering und ihrer Tochter Marie-Charlott, die mit Robbin Bot, dem Fahrer von Mary’s Boy, eng befreundet ist. Wie beim letzten Start geht der braune Hengst auch diesmal mit der Nummer 1“ in die 2.000-Meter-Prüfung.

Mary’s Boy, von Sonja Wewering gezogen, ist der einzige frische Sieger in diesem Rennen. Doch zu unterschätzen ist wohl kaum einer der ambitionierten Teilnehmer. Es könnte sich lohnen, einmal die kurze Laufbahn von Sahir (zwei Rennen) aus dem Besitz von Software-Unternehmer Jörg Brandt (Gestüt Stormy Horses/Scharbeutz) unter die Lupe zu nehmen.
Nach siegreicher Qualifikation schickte ihn Trainer Heli Biendl (59/Ascha) in den Münchner Jugend-Preis. Ergebnis: Rang fünf. Allerdings startete Sahir aus der zweiten Reihe. Dann sprangen ausgerechnet die beiden Pferde, an die sich Biendl zunächst dranhängen wollte. Ich wurde total ausgebremst, fast bis zum Stillstand, lag schon 70 bis 80 Meter hinter dem Feld, erinnert sich Heli Biendl.
Danach ging Sahir in die Winterruhe, imponierte Ende Mai mit einer siegreichen Wiederqualifikation in München-Daglfing, wo er zwei Wochen später nach einer Start-Galoppade (Wir haben rund 100 Meter verloren) nur noch auf Rang vier vorlief. Sonntag geht er mit der günstigen 2“ ins Rennen. Erlaubt sich Heli Biendls erklärtes Derby-Pferd keinen Fehler, wird er in der Entscheidung mitmischen.

Gefahr droht freilich aus der eigenen Familie. Biendls Bruder Gerhard (53/München) reist mit Dschingis Khan an, der zwar bei vier Starts noch keinen Volltreffer vorweisen kann, jedoch nie ohne Prämie in den Stall zurückkehrte. Auch Armando Kievitshof, gefahren vom Niederländer Cees Kamminga (45/Willemsoord), und Picasso mit Michael Schmid (43/Oberhausen) sowie Schneesturm mit Benjamin Hagen (38/Berlin) blieben bisher immer im Geld.

Ein Fragezeichen steht hinter Giro, der dem ehemaligen Studienrat Achim Raulf (Dorsten) sowie Trainertochter Kim Kornau (Recklinhausen) gehört. Giro hat mit 13.560 Euro die höchste Gewinnsumme im Feld. Zuletzt lief er zwar in Gelsenkirchen mit der durchschnittlichen Kilometerzeit von 1:15,5 Minuten Bestzeit, landete aber nur auf Rang vier hinter Armando Kievitshof. Beobachtern fiel auf, dass Giro Probleme in den Bögen hatte. Tatsächlich wurde er danach vom Tierarzt an den Sprunggelenken behandelt, überzeugte freilich zuletzt in der Arbeit, so dass Fahrer Thomas Kornau (50/Recklinghausen) optimistisch ist, mit Giro wieder ins Geld laufen zu können.
Dass Baltimore As mit Heinz Wewering (60/Hamburg) mehr kann, als die letzten Leistungen aussagen, hat der Hengst von Marion Jauß (Neritz) schon als Zweijähriger gezeigt. Allerdings muss er sich gegen die Konkurrenz, mit der er es Sonntag zu tun hat, noch einmal steigern.
Nicht mehr als Außenseiter-Chancen macht Georgies Boy mit Gerd Steinhaus (44/Recklinghausen) geltend. Auch nachdem Zahnprobleme inzwischen behoben sind, konnte der Hengst aus dem Besitz des Gelsenkirchener Steuerberaters Gregor Baumeister seine guten Arbeitsleistungen im Rennen selbst nicht bestätigen, wurde bei seinen vier letzten Auftritten viermal disqualifiziert.

Ohne einen Euro Gewinnsumme geht Tequila mit Peter Grundmann (34/Mönchengladbach) in den Stuten-Vorbereitungslauf für das Buddenbrock-Rennen. Nicht viel besser (100 Euro Gewinnsumme) ist die oft fehlerhafte Kamina mit Heinz Wewering notiert.
Als frische Siegerin tritt Almasi mit Heli Biendl an. Die Stute, die wie Sahir Jörg Brandt gehört, wird im Stall hoch eingeschätzt, soll definitiv ins Berliner Stuten-Derby gehen. Nach zwei Ehrenplätzen ist Anky Kievitshof mit Robin Bakker (26/Deurze, NL) im Endkampf zu erwarten. Angelique Transs R (Robbin Bot) ist durch einen frischen Sieg bestens empfohlen. Eher für ein Platzgeld dürften nach ihren bisherigen Vorstellungen Vin Race mit Uwe Zevens (49/Bedburg-Hau) und Lady Maud mit Thomas Panschow (43/Bladenhorst) in Frage kommen. Impala Jaycee mit Michael Schmid muss sich steigern.

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Gelsenkirchen: Noxean Com auf dem Weg zur Bestform

Generalprobe für den Stuten-Pokal

Gelsenkirchen (mspw). Der mit 30.000 Euro dotierte Stuten-Pokal, der am 20. Juni auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen entschieden wird, wirft bei der Rennveranstaltung am kommenden Donnerstag (10. Juni: zehn Rennen, erster Start 18.30 Uhr) bereits seine Schatten voraus. Denn Trainer und Besitzer nutzen am Nienhausen Busch die letzte Gelegenheit vor Ort, um ihre Stuten auf das nächste Gelsenkirchener Groß-Ereignis an gleicher Stelle vorzubereiten. Donnerstag treffen in der zweiten Tagesprüfung mit Noxean Com und Super d’Aunou zwei Anwärterinnen für den Stuten-Pokal sogar im direkten Duell aufeinander.
Berufsfahrer Andor Schute (Recklinghausen) kennt die fünfjährige Noxean Com aus der Zucht und dem Besitz des Waltropers Hubert Beckmann aus dem Effeff. Denn der 41-Jährige hat die Stute bei ihren bisherigen 14 Starts immer gesteuert. Die Ausbeute des Gespanns kann sich sehen lassen. Sechs Siege, sechs Platzierungen und eine Gewinnsumme von 13.724 Euro stehen in der Bilanz. Zuletzt war Noxean Com in Mönchengladbach und Gelsenkirchen zweimal in Folge nicht zu bezwingen. Am Donnerstag könnte sie also zur Serien-Siegerin werden.

Sie ist auf dem besten Weg zu ihrer Top-Form, lobt Andor Schute. Auch im Stuten-Pokal soll sie dann zeigen, was in ihr steckt und um eine Prämie mitkämpfen. Noxean Com wurde bisher zwar nur einmal disqualifiziert. Ganz unproblematisch ist sie dennoch nicht. Man muss als Fahrer immer hellwach sein. Die Stute lässt sich noch zu leicht ablenken, verrät Schute.

Zum Favoriten-Kreis am Donnerstag und wohl auch im Stuten-Pokal zählt Super d’Aunou. Die Sechsjährige konnte in diesem Jahr mit dem Schwarzer Steward-Rennen (25.000 Euro) in Hamburg-Bahrenfeld bereits eine hochdotierte Prüfung für sich entscheiden. Der erfahrene Michael Schmid (43/Oberhausen) steuerte die Stute aus dem Besitz des Stalles Drensteinfurt von Klaus Storck und Franz Josef Baug, die sich beide auch im Trabrennverein des gleichnamigen münsterländischen Ortes engagieren.

Erst seinen dritten Karriere-Start absolviert gleich in der Auftaktprüfung der Donnerstag-Veranstaltung der Derby-Kandidat Mary’s Boy aus dem Besitz von Marie-Charlott Wewering, ihrer Mutter Sonja Wewering (Seppenrade) sowie deren Lebensgefährten Manfred Ostermann, der sich sonst vor allem im Galopprennsport als Mitbesitzer des erfolgreichen Gestüts Ittlingen (Werne) und als Präsident der einflussreichen Besitzervereinigung engagiert. Der dreijährige Hengst Mary’s Boy trifft mit Robbin Bot (18/Wolvega, NL) im Sulky am Donnerstag auf acht Kontrahenten.
Nach seinem Debüt-Erfolg Mitte Mai landete Mary’s Boy zuletzt im Diamond Way-Rennen (30.000 Euro), einer wichtigen Derby-Vorprüfung, am Nienhausen Busch beim überzeugenden Sieg von Velten Couture auf Rang sechs.
Gelsenkirchen: Henno Sürder präsentiert seine Derby-Hoffnung

Langschläfer Super Neo greift an

Gelsenkirchen (mspw) - Frühes Erscheinen ist am Donnerstag (3-6-10) auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen fast schon Pflicht. Denn bereits vor dem ersten von insgesamt acht Rennen (erster Start 15 Uhr) am Fronleichnamstag bestreitet ein Derby-Favorit um ca. 14.30 Uhr seinen ersten Auftritt in dieser Saison in einer Wieder-Qualifikation. Nach einer rund halbjährigen Pause greift Winterfavorit- und Breeders Crown (Züchter-Krone)-Gewinner Super Neo aus dem Besitz des engagierten Besitzers Henno Sürder (67/Odenthal) wieder an. Es wird ja langsam Zeit. Das Derby nähert sich mit großen Schritten, sagt Sürder mit Blick auf das Deutsche Derby, das am 25. Juli (Vorläufe) und am 1. August (Finale) in Berlin-Mariendorf entschieden wird.

Eigentlich hätte Super Neo schon früher in die Derby-Saison starten sollen. Doch eine hartnäckige Bronchitis machte dem dreijährigen Hengst zu schaffen. Die Erkältung ist inzwischen ausgestanden, die Ärzte haben grünes Licht gegeben, ist Sürder froh. Jetzt soll er in einer Wieder-Qualifikation ohne großen Druck sein eigenes Rennen laufen und sich wieder an das Renngeschehen gewöhnen.
Gesteuert wird Super Neo am Donnerstag nicht wie gewohnt von Thomas Panschow (43/Bladenhorst), sondern von Thomas Kornau (50/Recklinghausen). Thomas Panschow steht wegen eines Fahrverbots nicht zur Verfügung, wird Super Neo aber danach wieder steuern. Super Neo und er waren 2009 ein fantastisches Team und ich setze bei der Fahrer-Frage auf Konstanz, erklärt Sürder.
Fünf Starts absolvierte Super Neo als Zweijähriger, gewann drei Rennen, wurde je einmal Zweiter und Dritter. Stolze 31.950 Euro trabte der Hengst dabei zusammen. Der Sieg im Preis des Winterfavoriten und im Hauptlauf zur Breeders Crown (Züchter-Krone), jeweils am Nienhausen Busch, haben Super Neo zum heißen Anwärter auf das Blaue Band gemacht. So einen wie ihn hatte ich noch nie, schwärmt Henno Sürder: Er ist trotz seines jungen Alters extrem abgebrüht und weiß genau, was er will.
Abseits der Rennbahn nimmt sich Super Neo aber auch gerne mal seine Ruhepausen. Er schläft extrem viel und schnarcht dabei, lacht Sürder.

Am vergangenen Sonntag hatte Henno Sürder in Gelsenkirchen die Gelegenheit, die Derby-Konkurrenz im Diamond Way-Rennen unter die Lupe zu nehmen. Besonders der Sieger Velten Couture, gegen den Super Neo bisher noch nicht angetreten ist, hat Eindruck hinterlassen. Die Art und Weise seines Sieges war schon gewaltig, hat Sürder Respekt.
Zum ersten Kräftemessen zwischen Velten Couture und Super Neo könnte es am 11. Juli im Buddenbrock-Rennen auf der Derby-Bahn in Berlin-Mariendorf kommen. Die Prüfung gilt als Generalprobe für die Dreijährigen, die um den Derby-Sieg kämpfen sollen. Vorher hat Henno Sürder für seinen Schützling aber noch einen Start Ende Juni auf der Bahn in Gelsenkirchen ins Auge gefasst.
Sonntag wird in Gelsenkirchen an Jahrhundert-Vererber erinnert

Derby-Jahrgang im Diamond Way-Rennen

Gelsenkirchen (mspw) - Das Deutsche Traber-Derby, das traditionell am ersten August-Sonntag auf der Bahn in Berlin-Mariendorf entschieden wird, wirft seine Schatten voraus. Am Sonntag (30-5-10) steht die erste echte Standortbestimmung für Deutschlands beste Dreijährige auf dem Programm. In Gelsenkirchen wird das mit 25.000 Euro dotierte Diamond Way-Rennen entschieden, das dem Derby-Jahrgang vorbehalten ist. Alle zehn Starter besitzen eine Derby-Nennung, können sich damit noch Chancen auf den Triumph im Blauen Band ausrechnen.

Die große Derby-Hoffnung aus dem Stall von Besitzerin Marion Jauß (Neritz) heißt Baltimore As. Für den braunen Hengst hatte Jauß einst bei der Derby-Auktion nach einem spannenden Bieter-Zweikampf stolze 220.000 Euro gezahlt. Baltimore As soll für Jauß das Derby gewinnen, das in ihrer umfangreichen Titel-Sammlung noch fehlt.
Baltimore As, der von seinem Trainer und Rekord-Champion Heinz Wewering (Hamburg) gefahren wird, trifft in Gelsenkirchen auf neun Gegner. Darunter ist auch Mary’s Boy, der Wewerings Tochter Marie-Charlott, seiner Ex-Frau Sonja Wewering (Seppenrade) sowie deren Lebensgefährten Manfred Ostermann (Gestüt Ittlingen/Werne) gehört. Es kommt damit also zu einem echten Familien-Duell. Der erst 19jährige Robbin Bot (Deurze, NL), Freund von Marie-Charlott, wird Mary’s Boy steuern.
Zum Favoriten-Kreis gehören neben Baltimore As auch Velten Couture mit Hans-Joachim Tipke (53/Heeslingen) sowie Deutschland-Debütant Baron W. mit Michael Schmid (43/Oberhausen).

Die Sonntag-Veranstaltung in Gelsenkirchen, bei der auch ein mit 12.500 Euro dotierter Stutenlauf zum Diamond Way-Rennen und eine Steher-Prüfung um 7.000 Euro auf dem Programm stehen, erinnert an den Spitzen-Traber und Jahrhundert-Vererber Diamond Way, dessen mehr als 2.500 Nachkommen über 65 Millionen (!) Euro gewannen.

Der Nachwuchs des Anfang 2009 im Alter von 27 Jahren eingegangenen 18-maligen Deckhengste-Champions, der selbst 1985 mit Weltrekordler Heinz Wewering im Deutschen Traber-Derby triumphiert und insgesamt 729.200 Euro Preisgeld gewonnen hatte, ist beeindruckend: Je zwei Derbysieger in Deutschland und Italien, sieben Stutenderby-Siegerinnen und 17 Sieger in Breeders Crown-Rennen sind nur ein kleiner Ausschnitt. In Spitzenzeiten standen bis zu 300 Züchter im Jahr Schlange, um ihre Stuten von Diamond Way bei Alwin Schockemöhle in Mühlen decken zu lassen.
Alle, die mit Diamond Way zu tun haben durften, können nur Positives über ihn berichten. Er hat in seiner Karriere nie versagt. Es gab viele gute Deckhengste in Deutschland. Aber keinen wie Diamond Way, gerät Heinz Wewering ins Schwärmen.

Spitzbube Gilbert Becaud

auf dem Weg nach Berlin

Gelsenkirchen (mspw) - Wenn am 1. August das Finale zum Deutschen Traber-Derby in Berlin-Mariendorf gestartet wird, dann will Trainer und Fahrer Jochen Holzschuh (35/Mönchengladbach) nicht nur dabei, sondern mittendrin sein. Seine große Hoffnung für das Blaue Band ist der vielversprechende Hengst Gilbert Becaud, der am Donnerstag (20-5-10) auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen (zehn Rennen, erster Start 18.30 Uhr) seine erste Etappe auf dem Weg in die Hauptstadt bewältigen soll. Gleich zum Auftakt tritt der Dreijährige, der im vergangenen Jahr in München den Jugend-Preis gewonnen hatte, gegen sieben Gegner an.

Für Gilbert Becaud, benannt nach dem berühmten französischen Sänger, ist es das Saison-Debüt in einem richtigen Rennen. Anfang Mai hatte sich der Holzschuh-Schützling in Mönchengladbach in einem Probelauf in einer durchschnittlichen Kilometer-Zeit von 1:20,2 Minuten aus der nicht ganz unproblematischen Winterpause zurückgemeldet. Er hatte gesundheitliche Probleme, ist deswegen noch nicht ganz auf 100, erklärt Holzschuh.
Ein gutes Abschneiden am Nienhausen Busch würde nicht nur Holzschuh, sondern auch Gilbert Becauds Besitzer Willi Gruteser (57/Viersen) freuen. Seit mehr als 20 Jahren besitzt Gruteser Rennpferde, die er unter dem Stallnamen Spitzbube laufen lässt. Der Name kam auf kuriose Weise zustande: Grutesers Wellensittich Benny konnte Spitzbube sagen. Für Grutesers Frau Helga (48) Anlass für den ausgefallenen Stallnamen Spitzbube.
Die Gegner von Gilbert Becaud beim Debut sind allerdings nicht von Pappe. Allen voran der frische Doppel-Sieger Photo Phoenix mit Patrick van Ooijen (32/Herwen, NL) im Sulky, der zum Serien-Sieger werden könnte. Der sechsjährige Wallach Goetmals Best, den Thomas Panschow (43/Bladenhorst) steuert, gewann sechs seiner letzten zehn Starts in Gelsenkirchen. Arnold Mollema (61/Wolvega, NL) bietet Yesterday auf. Der fünfjährige Wallach gewann Anfang Mai in Hamburg einen Vorlauf zum Preis von Hamburg, wurde im Finale Sechster.

In der achten Tagesprüfung stehen die Ladies im Mittelpunkt. Im zweiten Lauf zum Gelsenkirchener Ladytrab-Cup 2010 für Amateurfahrerinnen treffen zehn Teilnehmerinnen aufeinander. Die formstarke Silvia Raspe (24/Weeze-Wemb), die das bundesweite Amateurfahrer-Championat anführt und in diesem Jahr auch die erste Wertung zum Ladytrab-Cup am Nienhausen Busch mit Quabaleros für sich entschieden hatte, steuert diesmal den sechsjährigen Wallach Jojo Sigero, der in dieser Saison nach einem Start noch ungeschlagen ist.
Als Favorit dürfte am Donnerstag jedoch Lincolns Ass mit Nicole Hildebrandt (35/Borken) ins Rennen gehen. Der siebenjährige Hengst kam in dieser Saison bei bisher sieben Starts zu einem Sieg und sechs Platzierungen, muss aber das Handicap der zweiten Startreihe in Kauf nehmen.

Fußball-Weltmeisterin im Trabreiten

Die Vorfreude bei Kerstin Stegemann (Rheine) ist riesig. Am Donnerstag (20-5-10) wird die 32-Jährige, die in ihrer Fußballer-Laufbahn fast alles gewonnen hat, was es zu gewinnen gibt, erstmals ein Trabrennen bestreiten. Auf der Rennbahn in Gelsenkirchen (zehn Rennen, erster Start 18.30 Uhr) startet Stegemann in einem Gäste-Trabreiten, an dem ausschließlich Springreiter teilnehmen. Ich war noch nie bei einer Trab-Veranstaltung und freue mich deshalb ganz besonders auf das Rennen, ist Stegemann gespannt. Hauptberuflich bekleidet sie bei der Bundeswehr den Rang des Hauptfeldwebels.

Den meisten Sport-Fans ist der Name Kerstin Stegemann aus dem Fußball ein Begriff. Beim VfB Rheine gab sie im Alter von nur 15 Jahren ihr Debüt in der Bundesliga. Es folgten hunderte von Einsätzen in der höchsten deutschen Spielklasse. Unter anderem war die Allrounderin für Eintracht Rheine, Heike Rheine, die SG Wattenscheid 09, den Herforder SV und den FCR 2001 Duisburg, mit dem sie im Jahr 2000 Deutsche Meisterin wurde, aktiv. Zuletzt trug sie das Trikot des Zweitligisten FSV Gütersloh 2009. Für die Nationalmannschaft absolvierte die Defensivspielerin 191 Einsätze, wurde zweimal Welt- und viermal Europameisterin, holte dreimal Bronze bei Olympischen Spielen. Seit rund zwei Monaten ist Schluss mit der Fußballer-Karriere. Ich hatte zu wenig Zeit, war beruflich häufig unterwegs, erklärt Stegemann.

Ganz ohne Fußball geht es bei der ehemaligen Nationalspielerin freilich nicht. Stegemann: Ich bin Trainerin und Spielerin der Deutschen Bundeswehr-Nationalmannschaft. Wir bereiten uns gerade auf die Weltmeisterschaft im kommenden Monat in Frankreich vor.
Der Reitsport hat Kerstin Stegemann immer begleitet. Die Pferde sind mein großes Hobby, sagt sie. Ich nehme regelmäßig mit meinen eigenen Pferden an Springreiten teil. Gerne hätte ich eine Karriere im Reitsport gestartet. Aber im Fußball war ich besser, grinst sie.

Auf ihren ersten Auftritt auf einer Trabrennbahn hat sich Kerstin Stegemann gewissenhaft vorbereitet. Bei Trainer Eckhardt Drees (64/Lüdinghausen) hat sie bereits mit dem achtjährigen Wallach Höwings Kumpel trainiert. Den wird sie auch am Donnerstag reiten. Ich war beeindruckt. Vor allem von der Geschwindigkeit. Nach der ersten Runde dachte ich, das sei schnell gewesen. Dann wurde mir gesagt, dass das lediglich das Aufwärmprogramm war, zeigte sich Stegemann erstaunt. Trabreiten macht einen Heidenspaß. Allerdings hatte ich es mir etwas leichter vorgestellt.

Mit Höwings Kumpel trifft Stegemann am Nienhausen Busch auf acht Gegner. Der Wallach aus dem Trainingsquartier von Eckhardt Drees hat in seiner Karriere exakt 99 Starts absolviert, steht nun also vor seinem Jubiläums-Rennen. 23 Siege und 56 Platzierungen stehen für den Kumpel zu Buche. Bei seinem letzten Start am 10. Mai kam Höwings Kumpel auf Rang zwei. Zuvor war er in Schweden stationiert, wo er unter anderem Anfang Februar in Jägersro als 175:10-Außenseiter nicht zu schlagen war.
Zu Stegemanns Gegnerinnen zählen unter anderem die Schwestern Christina (reitet Samuray) und Melanie Vortmann (Campione Maffia) aus Südlohn sowie Gritt Schulze Wierling (Candy’s Boy) aus Altenberge und Pia Niehoff (Roy Horn) aus Gronau-Epe. Die weiteren Starterinnen in dem Gäste-Trabreiten sind Natalie Bahners (Yankee Warden) aus Kaarst, Lena Sinnack (Esprit) aus Bocholt, Kira Weigel (York) aus Rhede und Marleen Mensing (Sir Duke) aus Heek.

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Gelsenkirchen: April-Pokal der Steher über 2.600 Meter

Weite Distanz nichts für Kurzatmige

Gelsenkirchen (mspw) - 600 Meter mehr als in normalen Rennen müssen die Teilnehmer beim April-Pokal der Steher Donnerstag (15-4-10: erstes Rennen 18.30 Uhr, insgesamt neun Prüfungen) auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn zurücklegen. Einer 25 Meter, zwei weitere sogar noch 50 Meter mehr als die diesmal geforderten 2.600 Meter, weil sie höhere Gewinnsummen aufweisen. Das wird kein Rennen für Kurzatmige! Ausdauer ist gefragt, um sich ein Stück vom Preiskuchen (2.400 Euro) sichern zu können.

Eines der Zulagepferde ist der französische Hengst Kebby du Bocage, hinter dem Besitzer und Trainer Lieven de Groote (45) im Sulky sitzt. Bei einer Gewinnsumme von mehr als 331.000 Euro muss der inzwischen zwölfjährige Oldie 2.650 Meter abspulen. Leicht wird das nicht, zumal der braune Hengst seit Ende Januar nicht mehr am Start war. Mit einem fünften Platz hatte er sich in eine Verschnaufpause verabschiedet. Was er wirklich zu leisten imstande ist, hatte Kebby du Bocage zuvor in Gelsenkirchen nachhaltig unter Beweis gestellt. Jeweils als 18:10-Favorit kam er als Sieger ins Ziel, zuletzt mit Michael Schmid (43/Oberhausen), davor mit seinem Besitzer Lieven de Groote (Nazareth/Belgien), einem Unternehmer, der sich um Straßenmarkierungen kümmert.

Gerade einmal ein knappes Zehntel an Gewinnsumme im Vergleich zu Kebby du Bocage hat der Dunkelbraun-Schimmel Thor Boshoeve aufzuweisen, nämlich gut 30.000 Euro. Bei seinen letzten zehn Starts seit Mitte Dezember ist der Wallach, der früher als startschwierig galt, mit seiner Besitzerin Silvia Raspe (24/Wemb) immer ins Geld gelaufen, dabei auch in Rennen, als sich Amateurfahrerin Raspe in offene Rennen gegen die Profis getraut und dabei sogar gewonnen hatte. Da Thor Boshoeve aus dem ersten Band auf die Reise gehen kann, wird Silvia Raspe bei einem glatten Start alle Chancen haben, erneut mit einem Preisgeld in den Gelsenkirchener Ausspannstall zurückzukehren.

Zwei dicke Fragezeichen stehen hinter Nathan Streamline mit Gerrit Gommans (59/Otterlo, NL) und Chouchou mit Eckhardt Drees (64/Lüdinghausen), die beide ebenfalls aus der ersten Reihe starten dürfen. Nathan Dreamline, inzwischen 14 Jahre alt, bringt zwar die Erfahrung von nicht weniger als 204 Renneinsätzen mit. Doch die besten Zeiten hat der braune Hengst (insgesamt 40 Siege in seiner Laufbahn) wohl hinter sich. Der letzte volle Erfolg gelang vor fast einem Jahr mit André Pögel (37/Baruth) in Berlin-Mariendorf. Kurz zuvor hatte Nathan Dreamline in Gelsenkirchen mit Lokalmatador Peter Poen (53) überrascht, als er zum Totokurs von 581:10 siegreich über die Ziellinie lief. Die letzten Formen waren freilich weniger ersprießlich. Bei sechs Starts, allesamt in diesem Jahr, verdiente der Hengst gerade einmal 480 Euro an Preisgeldern.

Chouchou war bei seinen letzten Auftritten viermal in Schweden engagiert. Trainer Eckhardt Drees notierte dabei zwei Ehrenplätze, einmal davon mit Susanne Koch (34/Seppenrade) in einem Trabreiten. Der letzte Start endete über die 1.640-Meter-Distanz nach einem Fehler mit einer Disqualifikation. In Bestform ist Chouchou allemal zu einem erfolgreichen Abschneiden in der Lage. Interessant: Es gab schon eine ganze Reihe direkter Duelle mit Thor Boshoeve, wobei sowohl der Drees-Schützling wie auch der von Reinier Feelders (46/Kevelaer) trainierte Schimmel schon das bessere Ende für sich hatten.

Sir Groenhof mit Tom Kooyman (48/Limmen, NL) und Udo Siebar mit Roland Hükskath (34/Mönchengladbach) haben starke Fahrer hinter sich und sind durchaus in der Lage, in die Entscheidung einzugreifen. Allerdings patzte Udo Siebar zuletzt zweimal. Le Dream mit Lieven de Grootes Sohn Christophe (18) muss 50 Meter Zulage aufholen. Vor allem Halleluja mit Sven Grützner (19/Gelsenkirchen) hat es sehr schwer.

Im Trabreiten des Abends wird Silvia Raspe diesmal Vaudeville K aufbieten. Der erste Jahresstart des siebenjährigen Hengstes mit Raspe am letzten Sonntag in Gelsenkirchen ließ noch nicht erkennen, wie weit der Schützling aus dem Besitz von Silvia Raspes Mutter Heike (47) nach einer monatelangen Pause jetzt wieder ist.
Trainer Reinier Feelders: Vaudeville K war am letzten Wochenende erstmals seit Oktober wieder am Start. Jetzt gilt es erst einmal, Kondition aufzuholen. Der lauffreudige Hengst hatte es im letzten Jahr bei 24 Starts immerhin auf acht Siege und 13 Geldrangplätze gebracht, kann also weit mehr, als der Auftritt vor einigen Tagen am Nienhausen Busch erkennen ließ. Dass auch einige Siege in Trabreiten dabei waren, sollten die Wetter bedenken, wenn Vaudeville K am Donnerstag startet.

So schnell können Friesen sein

Wenn alles nach Wunsch läuft, dann wird sich Dion Tesselaar (40/Heerenven, NL) am Donnerstag (15-4-10) nach den Rennen auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn sehr zufrieden auf den Heimweg ins niederländische Friesland machen. Tesselaar ist jedenfalls vorab sehr optimistisch, dass alle seine drei Starter ins Geld laufen werden. Die Arbeitsleistungen jedenfalls waren prima, sagt der Gewinner von rund 200 Trabrennen im Brustton der Überzeugung.
Tesselaar, das ist keineswegs ein neuer Name im Traber-Westen. Gelernt hat der Friese, verheiratet mit Anita (36) und Vater des neun Monate alten Joe, bei seinem Landsmann Jos Oorthuijsen (50). Später war er in Diensten des kürzlich im Alter von 55 Jahren verstorbenen neunfachen niederländischen Champions Tjitse Smeding. Inzwischen ist er längst selbstständig, arbeitet die ihm zurzeit anvertrauten 30 Traber in Oudeschoot, wo früher Smeding ansässig war. In Deutschland gehört er zu den Stammgästen unter den Trainern.

Trotz des langen Winters sieht Tesselaar seine Pferde gut in Schuss. Donnerstag bringt er gleich fünf von ihnen mit nach Gelsenkirchen, zwei davon in Qualifikationsläufen, die restlichen drei in Rennen, bei denen er sich durchaus Siegchancen ausrechnet.
Im ersten Rennen spannt er Akzent an, einen sechsjährigen Wallach, der einen Rennrekord von 1:16,4 Minuten für den durchschnittlichen Kilometer, fünf Siege und neun Platzierungen vorweisen kann. Mehr als ein Jahr musste Akzent wegen eines Sehnenschadens am Hinterbein pausieren. Dann meldete er sich in einem Gelsenkirchener Probelauf am 25. März zurück und überraschte mit einer Zeit von 1;15,9 Minuten. Der kann noch schneller. Ich musste nicht alle Reserven abrufen, verrät Tesselaar. Wenn das stimmt, dann gehört Akzent Donnerstag auf jeden Tippschein.

Sein Deutschland-Debüt gibt im dritten Rennen (mit Viererwette) der vierjährige braune Hengst Zamorano. Er hat im Herbst viel getan, verabschiedete sich mit einem zweiten Platz in Rekordzeit von 1:16,0 Minuten in die verdiente Winterpause, hat gut gearbeitet und sollte durchaus in der Lage sein, seine bisherige Bestzeit schon jetzt bei seinem Auftritt in Gelsenkirchen zu steigern, meint Tesselaar. Zwei Siege, drei zweite Plätze und lediglich ein Patzer bei einem Auftritt im niederländischen Duindigt lassen Dion Tesselaar hoffen, dass Zamorano (er hat im Winter mächtig an Kraft zugenommen) vor einer erfolgreichen Saison steht.

Ebenfalls erstmals in Deutschland am Start ist Time of my Life, den Dion Tesselaar in der fünften Tagesprüfung an den Start bringt. Der vierjährige Braune hat erst eine Gewinnsumme von 895 Euro vorzuweisen, sämtlich verdient auf der niederländischen Bahn von Wolvega. Bei dem niedrigen Preisgeldniveau im Nachbarland war trotz zweier Siege und trotz eines dritten Platzes nicht mehr drin.
Allerdings hätte der Hengst einiges mehr auf dem Gewinnkonto haben können, wenn er mit Dion Tesselaar im Österreichischen Derby nicht gepatzt hätte. Tesselaar erinnert sich: Ich lag im ersten Bogen an zweiter Stelle, als Time of my Life einen Fehler machte und disqualifiziert wurde. Ich bin dann zwanzig Meter hinter dem Feld her gefahren, machte am Schluss außen noch einmal Tempo und kam, leider schon aus der Wertung genommen, noch leicht als fünfter/sechster Derby-Teilnehmer ins Ziel.
Bei 1:18,6 Minuten steht der Rekord des Hengstes mit der österreichischen Staatsangehörigkeit. Dazu Tesselaar: Er kann auch eine 16er-Zeit gehen. Warten wir mal ab, wie er sich am Nienhausen Busch präsentiert und ob er seine Arbeitsleistungen bestätigen kann.

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Test für den Bild-Pokal am 1. Mai

Gelsenkirchen (mspw) - Unsere Vorbereitungen gelten dem Bild-Pokal am 1. Mai auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn, hatte Peter Erwig (56/Frechen) schon vor dem letzten Start seines neunjährigen Wallachs Hollys Boy angekündigt. Und damit das Tänzchen in den Mai auch hundertprozentig gelingt, unterzieht Erwig zusammen mit dem wieder als Fahrer verpflichteten Thomas Panschow (42/Bladenhorst) den Wallach am Sonntag (11. April: erster Start um 14.00 Uhr, insgesamt zehn Rennen) am Nienhausen Busch einem weiteren Test. In einem mit 4.300 Euro dotierten Rennen, ausgeschrieben als Frei für alle-Prüfung wird es für Hollys Boy freilich alles andere als leicht. Denn es stellen sich ihm einige hochkarätige Gegner.

Bei seinem letzten Auftritt am 1. April auf der Rennbahn am Nienhausen Busch imponierte der als 16:10-Favorit angetretene Hollys Boy über die Meilendistanz, die auch am 1. Mai gefragt sein wird, mit einer Vorstellung wie zu besten Zeiten. Die durchschnittliche Kilometerzeit von 1:15,0 Minuten war in Anbetracht der frühen Jahreszeit durchaus Respekt heischend. Kein Wunder, dass Peter Erwig mit dieser Vorstellung gegen einen so starken Gegner wie Arnold Mollemas Varenne-Sohn Armbro Embellish sehr zufrieden war.

Hollys Boy kehrte damit wieder in die Erfolgsspur von Mitte Januar zurück, als er mit Thomas Panschow in Gelsenkirchen nach einer fast zweimonatigen Winterpause, in der wegen der widrigen Witterungsverhältnisse nicht wie gewohnt trainiert werden konnte, in einem Probelauf gegen Gegner wie Heros und Limpino geradezu spazieren ging.
Dass er danach mit Frank Eickmann (45/Recklinghausen) in Vincennes an einem Fehler scheiterte, ist im Stall Erwig längst zu den Akten gelegt worden.
178.602 Euro an Gewinnsumme hat der dunkelbraune Wallach inzwischen zusammengetrabt. Bei seinem 111. Start wollen einige Gegner versuchen, den 56. vollen Erfolg von Hollys Boy zu verhindern.

Der Franzosen-Hengst Max de Guez, den der Niederländer Henk Grift (35) in Kevelaer trainiert und den er am Sonntag auch selbst fährt, konnte zuletzt in Gelsenkirchen als Zweiter zu Wim Robel über die 2.050-Meter-Distanz zumindest die Wetter nicht ganz überzeugen. Denn er war am Toto auf eine Siegquote von 12:10 herunter gewettet. Henk Grift war dennoch nicht unzufrieden, rechnet sich auch gegen Hollys Boy einiges aus.

Eine Pause hinter sich hat Armstrong As. Der inzwischen siebenjährige Derby-Dritte von 2006, der damals hinter Russell November und Sir Karan ins Ziel kam, wurde von Arnold Mollema (61/Wolvega, NL) vorbereitet. Der Trainer aus dem niederländischen Friesland hat Michael Schmid (43/Oberhausen) für diese Fahrt engagiert.

Dass Peter Erwig mit der frischen 225:10-Siegerin Colombina CA (Fahrer: Ralf Oppoli/43/Recklinghausen) neben Hollys Boy noch ein zweites Pferd angegeben hat, gibt dem Rennen mit Sicherheit noch einen zusätzlichen Kick. Dagegen muss sich Jason November, der nach der Winterpause noch nicht wieder richtig in Tritt gekommen ist, mit Thomas Kornau (50/Recklinghausen) im Sulky deutlich steigern, um wenigstens ein Platzgeld zu erobern. Da dürfte es für Bonifacio aus dem Besitz von Henno Sürder (67/Odenthal) schon etwas besser aussehen. Als Fahrer wurde Peter Poen (53/Gelsenkirchen) verpflichtet.

Aber die entscheidende Frage in diesem Rennen lautet: Wie weit ist Sir Karan? Der Gewinner von 344.086 Euro, auch auf internationalem Parkett erfolgreich, meldete sich am 8. November letzten Jahres mit einem äußerst achtbaren Ehrenplatz im Rennen um die Züchter-Krone (Breeders Crown) hinter Superstar Brioni und vor dem letztjährigen Bild-Pokal-Sieger Gustav Diamant in die Winterpause ab.
Hat er genügend Kondition und Frische, um mit Roland Hülskath (34/Mönchengladbach) bereits entscheidend eingreifen zu können? Der siebenjährige Hengst, für den inzwischen Ursula Augst (69/Sprockhövel) als alleinige Besitzerin und als Trainerin zeichnet, hat dem Vernehmen nach gut gearbeitet. Von ihm erhofft sich sein Anhang für diese Saison noch einiges.
Die Prüfung, gelaufen als siebtes Rennen, ist nach dem kürzlich im Alter von 64 Jahren verstorbenen und lange in Gelsenkirchen aktiven Trainer und Fahrer Heinz Gülden benannt.

Kolb will seinem Faulpelz Beine machen

Gelsenkirchen (mspw) - Claus Kolb (48/Ascheberg) steigt am Sonntag auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn (Beginn 14 Uhr, zehn Rennen) mal wieder in den Sulky des Familienpferdes“ Rio Chavon. Meist hatte das in der Vergangenheit Roland Hülskath (34/Mönchengladbach) getan. Dessen Kommentar nach Fahrten hinter dem inzwischen fünfjährigen Wallach: Rio Chavon ist stinkfaul. Ich hatte bisweilen das Gefühl, dass ich mehr geschwitzt habe als das Pferd.
Claus Kolb, dem der Wallach zusammen mit seiner Mutter Ilse (73) gehört, weiß also, was am Sonntag in Gelsenkirchen auf ihn zukommt.

Bei den Kolbs dreht sich seit vielen Jahren allerhand um Pferde. Claus Kolb machte einst seine Lehre in Gelsenkirchen bei dem unvergessenen Eddy Freundt (mit 61 Jahren 1990 in Bremerhaven an einem Gehirnschlag verstorben, als Fahrer siegreich in 6.363 Rennen!), arbeitete dann für Willi Rode und führte später in Gelsenkirchen einen Stall mit dem früher am Nienhausen Busch ansässigen Schweden Mats Strandquist (jetzt tätig in Österreich).

Seit 14 Jahren lebt er nun im münsterländischen Ascheberg, wo die Kolbs am Ortsrand eine Pferdepension mit derzeit 15 vierbeinigen Gästen betreiben. Dort werden auch Rio Chavon und sein einjähriger Bruder Rio Chico trainiert. Claus Kolb: Beide Traber stammen aus unserer eigenen Zucht.
Trotz seiner Faulheit ist Rio Chavon bisher ganz ordentlich gelaufen. Er brachte es bei 16 Starts auf vier Siege und lief weitere neunmal ins Geld. Nicht so schlecht für einen, der immer angetrieben werden muss, schmunzelt Claus Kolb.
Er hatte Rio Chavon Anfang April in Gelsenkirchen bei einem Probelauf nach der Winterpause erstmals wieder vorgestellt. Er bestätigte seine ordentlichen Traininingsleistungen. Ich habe ihn nur mitlaufen lassen. Wir kamen auf dem vierten Platz ins Ziel. Aber das war zweitrangig, ist Kolb davon überzeugt, dass sein Schützling am Sonntag ins Geld laufen kann, wenn alles glatt geht.

Viel Beachtung am Toto wird wohl Noble Shaolin finden. Eckhardt Drees (64/Lüdinghausen) bietet den zuverlässigen Hengst aus dem Besitz des Gelsenkircheners Volker Heimeshoff (41) auf. Bei seinen letzten vier Starts lief Noble Shaolin immer ins Geld.
Yip Dragon, den Michael Schmid (43/Oberhausen) für Age Posthumus (45/Koekange, NL) steuern wird, kommt allerdings als frischer Sieger an den Start. Bei seinem letzten Auftritt ließ Yip Dragon am Nienhausen Busch Noble Shaolin bereits hinter sich.
Gelsenkirchen (Do. 1. April): Varenne-Sohn gegen Hollys Boy

Mollema: Bestens vorbereitet

Gelsenkirchen (mspw). Gearbeitet hat er schnell wie ein Düsenjäger, sagt sein Trainer. Und wie zeigt er sich im Rennen am Donnerstag (acht Prüfungen, erster Start um 18.51 Uhr) auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn? Der sechsjährige Hengst Armbro Embellish, Sohn von Varenne, dem gewinnreichsten Traber aller Zeiten (fast 6,04 Millionen Euro Gewinnsumme), muss am Nienhausen Busch in einem Meilenrennen beweisen, dass er bei seinem letzten Start lediglich an den extrem schwierigen Bahnverhältnissen gescheitert ist.
Der letzte Start von Armbro Embellish war am 7. März in Gelsenkirchen. Trainer Arnold Mollema (61/Wolvega, NL) erinnert sich: Die Bahn war tief und sehr schwer, an anderen Stellen aber auch noch gefroren. Das ist nichts für Armbro Embellish. Nur mit diesen Verhältnissen ist zu erklären, dass wir hinter Yasmine Boshoeve und Floranus Bosphorus in 1:19,9 Minuten für den durchschnittlichen Kilometer lediglich auf den dritten Platz gekommen sind.

Damals hatte ein enttäuschter Trainer und Fahrer Mollema geschimpft: Meine Pferde können nicht schwimmen. Dabei war das Rennen mit Ambro Embellish noch die schnellste Prüfung des Tages, obwohl der Mollema-Schützling (Bestzeit 1:13,7 Minuten) auf tiefem Geläuf weit hinter seiner Bestzeit blieb.
Für Donnerstag sagen die Wetterfrösche“ übrigens unbeständiges Wetter vorher. Dazu Arnold Mollema lachend: Die Bodenverhältnisse haben sich ja inzwischen deutlich verbessert. Außerdem konnten wir auch daheim in Holland wieder ordentlich trainieren. Wir sind jedenfalls bestens vorbereitet.

Armbro Embellish gehört nach wie vor der Allevamento il Grifone, beheimatet in Vigone im Süden von Turin. Hinter diesem Namen verbirgt sich die Besitzergemeinschaft rund um Varenne und dessen Nachkommen. Varenne, zweifacher Prix d’Amerique-Sieger (2001 und 2002), auch Sieger im Gelsenkirchener Elite-Rennen 2001, ein wahrhaft trabender Geldschrank, ist nun in der Zucht im Einsatz. Die Decktaxe beträgt rund 15.000 Euro.
Varennes Nachkomme Armbro Embellish lief bei seinen Auftritten in Deutschland (zwölf Starts) zehnmal als Sieger über die Linie, kam zweimal auf Geldränge. Allerdings hatte der inzwischen sechsjährige Hengst in der Vergangenheit auch immer wieder Probleme mit den Beinen. Im Moment sieht es gut aus, sagt Arnold Mollema - und reist zuversichtlich am Donnerstag vom niederländischen Wolvega aus nach Gelsenkirchen.
Dass Armbro Embellish in der Oster-Meile“ (sechste Tagesprüfung) nichts geschenkt bekommt, dafür werden so starke Gegner wie Hollys Boy, Gewinner von mehr als 177.000 Euro, mit Thomas Panschow (42/Bladenhorst) und Chingagchook mit Peter Grundmann (34/Mönchengladbach) sorgen.

Donnerstag wird auch wieder Mollema-Schützling Nevele Wood in Gelsenkirchen starten. Auch der hatte bei seinem Deutschland-Debüt am 7. März in Gelsenkirchen Probleme mit den Bodenverhältnissen, wurde hinter Topshine Diamant und Millhill nur Dritter.
Nevele Wood, der als Zweijähriger im dänischen Charlottenlund bei seinem Sieg in einer durchschnittlichen Kilometer-Zeit von 1:15,6 Minuten für Furore und einen Bahn-Rekord in seiner Altersklasse gesorgt hatte, wird diesmal in Gelsenkirchen besser laufen als zuletzt, ist Arnold Mollema überzeugt.
Die weiteren Pläne für den dreijährigen Hengst aus dem Besitz von Mollemas Schwiegervater Robbert Feenstra (Wolvega, NL): Er soll in Jahrgangsrennen an den Start kommen. Geplant sind auch Auftritte auf den Bahnen in Oslo und Solvalla im Mai. Danach wird er in Italien auf das dortige Derby vorbereitet, hat Mollema ganz konkrete Pläne.

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Fußballer-Traber läuft für Lehrerin

Gelsenkirchen (mspw) - Als Joyman Laurelton noch für die Fußballprofis Tobias Willi (30/MSV Duisburg) und Zlatan Bajramovic (30/Eintracht Frankfurt) sowie den Spielerberater Thorsten Weck (41/Düsseldorf) startete, hatten die Besitzer im letzten Herbst weniger Freude als erhofft mit ihrem Vierbeiner. Sie verkauften ihn. Seitdem läuft der achtjährige Hengst wie geschmiert. Dass er auch Donnerstag (25-3-10 ab 18.30 Uhr, neun Rennen) auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn eine gute Leistung abliefern wird, hoffen vor allem seine neue Besitzerin Monique Gielen, eine Lehrerin aus Belgien, sowie der in Bladenhorst stationierte Trabertrainer Wolfgang Kamps (51).

Zwei Siege, zwei zweite Plätze und zuletzt Rang vier, dazwischen ein verpatzter Auslandsstart in Belgien - das ist die aktuelle Bilanz von Joyman Laurelton, der zwischenzeitlich auch schon in Schweden bei Conrad Lugauer (35) stationiert war. Er galt schon vorher als Muster an Zuverlässigkeit. Bei seinen insgesamt 79 Starts kam er zwölfmal als Sieger ins Ziel, belegte zusätzlich 49-mal Geldrangplätze und verdiente bisher 26.185 Euro. Allerdings hatte die Fußballer-Clique einst für den Schwarzbraunen auch ein stolzes Sümmchen hinblättern müssen. Ganz bestimmt jedenfalls im Vergleich zur letzten Verkaufssumme.

Er hat uns im letzten Herbst nicht mehr richtig überzeugt, sagt Ex-Mitbesitzer Thorsten Weck. Lehrerin Monique Gielen jedoch ist hocherfreut über ihre Neuerwerbung. Daran ändert auch der etwas enttäuschende vierte Rang beim letzten Auftreten in Gelsenkirchen mit Thomas Panschow (42/Bladenhorst) nichts. Trainer Kamps: Damals ist der Hengst an den Bahnverhältnissen gescheitert. Joyman ist groß und schwer, hat sich auf dem tiefen Geläuf geradezu eingebuddelt.
Wim Robel mit dem Niederländer Thomas Kooyman (48/Limmen), der zuverlässige Sir Groenhof mit dem in Oberhausen wohnenden Michael Schmid (wurde am 20. März 43) und Max de Guez mit Roland Hülskath (34/Mönchengladbach) haben das Zeug dazu, Joyman Laurelton die Aufgabe in der siebten Tagesprüfung schwer zu machen.
Dabei stellt sich die Frage, welche Form Max de Guez (Gewinnsumme 489.677 Euro) noch zur Verfügung hat. Seine letzten beiden Starts waren alles andere als überzeugend. Und wenn aus dem einst großen Max inzwischen ein Mäxchen geworden sein sollte, wird er gegen Pferde wie Joyman Laurelton keine Chance haben.

Übrigens sind die Vierziger unter den Trainern und Fahrern in diesen Tagen in Feierlaune. Nach Michael Schmid stehen auch Geburtstage bei Thomas Welsing (wird Donnerstag 46), Ralf Oppoli (wird Samstag 43) und im April auch bei Thomas Panschow (wird ebenfalls 43) auf dem Terminkalender.
Gelsenkirchen: Silvia erneut mit Quabaleros am Start

Raspelt es am Sonntag wieder?

Gelsenkirchen (mspw) - Auf Ponys hat sie das Reiten gelernt, hat sogar am Bundes-Championat in der Pony-Dressur teilgenommen. Jetzt fährt sie Trabrennen und mischt bei Trabreiten mit. Und wie! Vor einer Woche gewann sie zwei von acht Rennen auf der Gelsenkirchener Rennbahn am Nienhausen Busch. Es waren bereits die Siege zehn und elf in diesem noch recht jungen Jahr für die 24-jährige Silvia Raspe (Weeze-Wemb). Montag legte sie auf der Rennbahn in Mönchengladbach einen weiteren Volltreffer nach. Vor dem Gelsenkirchener Renntag am Sonntag (21-3-10: zehn Rennen, erster Start um 14 Uhr) stellen sich die Wetter die Frage: Raspelt es wieder, wenn Silvia in den Sulky steigt?
Bei Silvia Raspe dreht sich fast alles um die Pferde. Schon in früher Jugend schaute sie ihrem Stiefvater Reinier Feelders (46/Kevelaer) über die Schultern. Feelders ist gelernter Trabrennfahrer und Trainer. Mit gerade einmal 16 Jahren gewann Silvia mit General Schnaps ihr erstes Trabrennen. Reinier Feelders erinnert sich: Dabei hat sie für diesen Sport endgültig Blut geleckt.

Die Folge: Silvia Raspe steht morgens weit vor sechs Uhr auf, kümmert sich ab 6:15 Uhr um die Pferde, ehe sie zur Arbeit nach Pont fährt, einem kleinen Ort zwischen Geldern und Straelen. Dort hat sie einen Büro-Job: Ab 17 Uhr sind wieder die Rennpferde dran, die von Silvia gefüttert und gepflegt werden. Danach geht es oft noch zu den Rennbahnen, wo Raspe Rennen bestreitet.

Im letzten Jahr brachte sie es auf 19 Siege, belegte damit in der bundesweiten Statistik der Amateurfahrer den achten Platz. 2009 war es auch, als sie im Gelsenkirchener Ladytrab-Cup Rang eins der Gesamtwertung belegte, wobei sie sich diesen Spitzenplatz mit Nicole Hildebrandt (35/Borken) teilte.
In der aktuellen Saison riecht es nach einer neuen Bestleistung für Silvia Raspe, die von einem niederländischen Besitzer den Schimmel-Wallach Thor Boshoeve gepachtet hat. Mit dem Neunjährigen war sie in diesem Jahr schon siebenmal am Start, gewann zwei Rennen und kam nie ohne ein Preisgeld wieder in den Stall zurück. Dabei gelangen ihr auch in zwei Rennen Siege gegen die Profis der Branche.

Sonntag wird Silvia Raspe erneut auf die Jagd nach Sieg-Trophäen gehen. Kein Wunder, steht doch auch der erste Lauf um den Kuhlmann Cours Ladytrab-Cup 2010, ein Damenfahren, auf dem Programm.
Dabei wird es freilich nicht leicht für Raspe werden, auch wenn ihr mit Quabaleros ein frischer Sieger erneut anvertraut wurde. Quabaleros, mit dem Silvia Raspe zuletzt am Nienhausen Busch erfolgreich war, weist nämlich gegenüber den sieben Mitbewerbern mit 5.375 Euro die geringste Gewinnsumme in diesem Ladytrab-Cup-Rennen auf. Suverän mit der erfahrenen Rita Drees (67/Gronau-Epe) im Sulky hat beispielsweise schon mehr als 13.000 Euro gewonnen. Aber die alte Rennbahn-Weisheit, laut der die Form die Klasse schlägt, könnte sich hier auch mal wieder als richtig herausstellen.
Enzo Kemp, gefahren von Andrea Friebel (44/Solingen), überraschte beim letzten Auftritt mit einem Sieg. Bei Einstellung dieser Leistung könnte erneut ein Stück vom Preiskuchen abgeschnitten werden.

Neue Trainingsbahn macht Trabern Beine

Seit Mitte Dezember bereiten Trainer Wolfgang Nimczyk (52/Willich) und Sohn Michael ihre Schützlinge auf einer neuen Trainingsanlage in Willich, nur wenige hundert Meter von der alten Trainingsbahn entfernt, vor. Mein Onkel und Sponsor Hans Brocker stellt uns das Areal zur Verfügung. Es ist ein traumhaft schönes Trainingsquartier mit einer anspruchsvollen, 1.500 Meter-Naturbahn, schwärmt Michael Nimczyk. Unsere Pferde und wir fühlen uns dort pudelwohl. Das wirkt sich zweifellos auch positiv auf die Leistung unserer Pferde aus.

Auch Rubis, ein fünfjähriger Hengst aus dem Besitz von Ernst Riemekasten (59/Dreieich), ist jetzt bei Wolfgang Nimczyk im Training. Auf Anhieb belegte er Anfang März mit Michael Nimczyk im Sulky Rang zwei in Berlin-Mariendorf. Zuvor war Rubis viermal in Folge disqualifiziert worden. Wir haben das Training umgestellt. Durch den Berlin-Start hat Rubis wieder neues Selbstvertrauen getankt, freut sich Nimczyk.
Sonntag im Gelsenkirchen trifft Rubis in der zweiten Tages-Prüfung auf sieben Kontrahenten. Nimczyk: Ich möchte nicht zu euphorisch sein. Aber wenn der Hengst auf den Beinen bleibt, muss er keinen Gegner fürchten.
Favorit ist – laut Nimczyk – der frische Doppel-Sieger Topshine Diamant, trainiert und gesteuert von Rick Wester (24/Schaandamm, NL). Der wird nur schwer zu schlagen sein, glaubt Michael Nimczyk. Allerdings ist der Wallach auch immer mal wieder für einen Fehler gut.

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Christian Eisl: Österreicher im Westen

Gelsenkirchen (mspw) - Der Weg in den Trabrennsport war für den Österreicher Christian Eisl (30/Recklinghausen) fast schon vorgezeichnet. Vater Norbert war nicht nur Trainer, sondern auch als Fahrer sehr erfolgreich. Unter anderem gewann er im Jahr 1996 die Amateur-Europameisterschaft. Den gleichen Weg hat auch Sohn Christian eingeschlagen. Über die Stationen Straubing und Reifberg landete Eisl junior im Traber-Westen. In Bladenhorst (Castrop-Rauxel) arbeitet er seit einigen Monaten als selbstständiger Trainer. Zwei seiner Schützlinge stellt Christian Eisl Sonntag (14-3-10) auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen (acht Rennen, erster Start 14.24 Uhr) vor.

Ausgebildet wurde Christian Eisl bei Helmut Heli Biendl und Wolfgang Beyer in Straubing. Nach einigen Monaten als Cheftrainer beim Prominenten-Rennstall Catch Glory (Besitzer: Spielerberater Roger Wittmann, die ehemalige Weltklasse-Tennisspielerin Anke Huber sowie Ex-Fußballprofi Mario Basler) in Reifberg zog es Eisl 2009 in den Westen.
Nachdem es anfangs nicht nach Wunsch lief, befindet sich der in Salzburg geborene Eisl nun im Aufwind. Das vergangene Jahr war nicht einfach. Aber engagierte Besitzer wie Leo und Hubert Beckmann haben an mich geglaubt. Mittlerweile habe ich in Bladenhorst 17 Pferde im Training, freut sich Eisl über die positive Entwicklung.

Mit der fünfjährigen Stute Lindy Olly SM aus dem Besitz von Tony Böker (21/Recklinghausen) bestreitet Eisl am Sonntag schon vor dem offiziellen Rennbeginn am Nienhausen Busch einen Probelauf. Ich werde sie ganz ruhig vortragen. Die Stute stammt aus Italien, soll sich an die Bahn gewöhnen, so Eisl.
Richtig ernst für Eisl wird es dann mit Frizzante in der vierten Tages-Prüfung. Mit dem sechsjährigen Wallach war er Ende Februar in Mönchengladbach beim Saison-Debüt Zweiter geworden. Meine fahrerische Leistung war nicht optimal, zeigt sich Eisl selbstkritisch. Ich habe ihn zu offensiv vorgetragen. Diesmal werde ich es anders probieren. Dann kann es weit nach vorne gehen, gibt sich der Österreicher zuversichtlich.

Ganz weit vorne, nämlich auf Platz eins, war zuletzt gleich fünfmal in Serie Ocean of Fire aus dem Besitz von Patricia Ruckdäschel (47/Moers). Sonntag kann der sechsjährige Hengst mit Peter Grundmann (34/Mönchengladbach) im Sulky das halbe Dutzend voll machen.
Ein ganz besonderes Comeback können die Besucher am Nienhausen Busch zuvor auf den Bahn-Monitoren live verfolgen. Nach vierjähriger Pause kehrt Rekord-Weltmeister Michael Schumacher beim Rennen in Bahrain in die Formel 1 zurück. Da der Grand Prix bereits um 13 Uhr gestartet wird, wurde der Rennbeginn in Gelsenkirchen so festgelegt, dass die Traber- und auch die Formel 1-Fans nichts verpassen.

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Berufsfahrerin Marisa Bock mal wieder am Nienhausen Busch:

Opa hat wieder Bock auf Traber

Gelsenkirchen (mspw) - Viermal öffnet die Gelsenkirchener Trabrennbahn am Nienhausen Busch ihre Pforten im Monat März. Zunächst wird in Serie dreimal sonntags veranstaltet, ehe es am 25. März wieder am einstigen Traditionstermin Donnerstag rund geht. An diesem Sonntag (7. März, Beginn 14 Uhr, neun Rennen) wird es für Pferde mit höheren Gewinnsummen nicht leicht werden, den Sieg nach Hause zu traben. In einem Bänderstart-Rennen müssen diese Teilnehmer nämlich bis zu 50 Meter mehr zurücklegen als Pferde, die bisher weniger an Gewinnsumme aufweisen.

In Gelsenkirchen schaut am Sonntag auch mal wieder Berufsfahrerin Marisa Bock (29) vorbei. Lange hat die Hamburgerin im Traber-Westen gewohnt und gearbeitet. Jetzt macht sie das von Schöneiche nahe Berlin aus, wo sie zusammen mit ihrem Berufskollegen Thorsten Tietz (32) lebt. In der vierten Tagesprüfung spannt sie Zico Buitenzorg an, der ihren Großeltern Hille (68) und Karl Bock (76) gehört.
Opa Karl ist seit vielen Jahren mit dem Traberbazillus infiziert. Er war auch zusammen mit Charles Grendel (66) Besitzer des Prix d’Amerique-Siegers Sea Cove, der sich - sehr zum Ärger seiner Besitzer - nach Beendigung seiner triumphalen Karriere als nicht zeugungsfähig erwies. Jetzt hat mein Großvater aber wieder richtig Bock auf Traber, sagt Enkelin Marisa. Zico Buitenzorg hat einen gewissen Anteil daran, hat er doch eine beachtliche Siegesserie hingelegt, ehe es zuletzt nach einer Pause mit einem dritten Platz und danach mit einer Disqualifikation in einem Trabreiten nicht mehr so richtig rund lief. Nun versucht man es mit einem Bahnwechsel.

In Gelsenkirchen findet Zico Buitenzorg im vierten Rennen eine gut ausgesuchte Prüfung aus drei Bändern vor. Marisa Bock kann dabei aus der ersten Startreihe ins Rennen gehen und müsste bei glattem Rennverlauf und in der Form der siegreichen Auftritte alle Chancen haben, weit vorne dabei zu sein. Trotz eines zweiten Platzes bei seinem letzten Start wird es diesmal ganz schwer für Icetiger Diamant, der mit Lokalmatador Peter Poen (52) eine doppelte Zulage wettmachen muss.
Auch für die Mitglieder der Traberallianz West steht ein Bänderstart-Rennen auf dem Programm. Pferde mit einer Gewinnsumme von bis zu 60.000 Euro sind in diesem Amateurfahren startberechtigt. Eine Zulage (25 Meter) gibt es ab 11.001 Euro.

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Tests für das Pit Pan-Rennen

Gelsenkirchen (mspw) - Rennen, zumal so früh im Jahr, die mit mehr als 30.000 Euro dotiert sind, finden nicht alle Tage statt. Deswegen ist der Andrang für das Hamburger Pit Pan-Rennen (34.500 Euro), das am 7. März stattfindet, allerorten groß. Noch sind dafür 76 Starter genannt. Einige von ihnen nutzen die Veranstaltung am Sonntag (21-2-10) in Gelsenkirchen (Beginn 14 Uhr, zehn Rennen), um für das Pit Pan-Rennen gerüstet zu sein.
Dass die Hamburger Prüfung sich in ihren Vorläufen an drei verschiedene Gewinnklassen wendet (12.000, 18.000 und 25.000 Euro), hat auch Auswirkungen auf die Rennen Sonntag am Nienhausen Busch. So wird der sechsjährige Wallach Bemms Axel aus dem Besitz von Pia Krug (Moers) im zweiten Rennen mit dem von einer schweren Grippe genesenen Roland Hülskath (34/Mönchengladbach) Sonntag in ein Rennen geschickt, das für Teilnehmer mit einer Gewinnsumme bis 20.000 Euro ausgeschrieben ist. Dass der niederländische Hengst Wim Wielinga (Ruud Pools/57/Heiloo, NL) seine Vorbereitung in einem Probelauf absolvieren muss, ist eine Folge seiner Gewinnsumme von 20.095 Euro, denn das zunächst ausgeschriebene Gelsenkirchener Rennen bis 30.000 Euro kam nicht zustande. Und für einen Start in der Prüfung bis 20.000 Euro hat Wim Wielinga einige Euro zuviel auf seinem Gewinnkonto.

I will fight for U mit Ralf Oppoli (42/Recklinghausen), Wall Street, der von seinem Trainer Jan van Dooyeweerd (48/Hoofddorp, NL) vorgestellt wird, und die von Roland Hülskath pilotierte Lincolns Sara passen am Nienhausen Busch in das Rennen für Pferde mit einer Gewinnsumme bis 11.000 Euro, das als dritte Prüfung gelaufen wird.
Sonntag dürfte sich das Pit Pan-Starterfeld lichten. Besitzer, deren Traber im Vorfeld nicht überzeugen, werden sich reiflich überlegen, in die schwere Hamburger Prüfung mit ihren Vorläufen und einem Finale zu gehen.

Bei Bemms Axel (33 Starts, acht Siege) wird sich zeigen, ob der letzte Start in Mönchengladbach (fünfter Platz mit Rita Drees) nur ein Ausrutscher war. Der Wallach hatte im Vorjahr seine beste Phase im Vorjahr, als er mit Roland Hülskath eine Serie mit drei Siegen in Folge (inclusive eines siegreichen Probelaufs) hinlegte. Danach aber überzeugte er nicht mehr, bekam schließlich eine Ruhepause verpasst, ehe er am 8. Februar in Mönchengladbach erstmals wieder ein Rennen bestritt.

Gepatzt hat zuletzt auch Lincolns Sara, die mit der erfahrenen Anke Börnig (32/Dinslaken) im Sulky im Gelsenkirchener Finale um den Valentins-Cup nicht glatt über den Kurs kam. Der niederländische Gast Wall Street ist zum ersten Mal seit seinem Sieg in Berlin-Mariendorf, als es bemerkenswerte 58:10 Euro auf diesen Erfolg gab, wieder draußen. Sechs Siege und sechs Platzierungen bei nur zwölf Starts sind zweifellos eine gute Empfehlung für den dunkelbraunen Wallach. I will fight for U, der dem Bankkaufmann Udo Eppinger (48/Frauenstetten) gehört, kennt nur gute Leistungen und kommt mit der Empfehlung eines frischen Sieges auf der Mönchengladbacher Trabrennbahn mit seinem ständigen Fahrer Ralf Oppoli an den Start.

Was einen Start in Hamburg betrifft, so sollten die Wetter auch noch auf Yordi va Camstra in einem Amateurfahren mit Bänderstart achten. Dagegen kann man den Auftritt des ebenfalls noch für Hamburg angegebenen Wallachs Jolimede in einem Trabreiten wohl eher unter dem Aspekt des Konditionsaufbaus einstufen.

Am Wochenende mit dabei ist wieder der Dinslakener Ralf Künzel, der kürzlich mit seiner Trainieranstalt nach Gelsenkirchen umgezogen ist. Neuer Arbeitsplatz, neue Herausforderung für den 52-Jährigen, der es in seiner Laufbahn bisher auf 551 Siege gebracht hat.
Am letzten Renntag empfahl er sich mit der vierjährigen Stute Titania Tinkerbell, die einen guten zweiten Platz belegte. Am Sonntag nun stellt er in der Anfängerklasse den fünfjährigen Hengst Methusalem aus dem Besitz des Drensteinfurter Kaufmanns Dirk Aschenbrenner in der vierten Tagesprüfung vor. Künzel: In dieser Klasse muss man immer mit Überraschungen rechnen. Vielleicht bin ich ja diesmal dabei, wenn es eine Überraschung gibt.

Künzel ist zuversichtlich: Beim letzten Mal, als ich mit Methusalem Fünfter war, wurde ich durch das Führpferd direkt vor mir ausgebremst, kam nicht auf freie Bahn und musste Methusalem ganz zurücknehmen. Vom letzten Platz aus haben wir dann noch angegriffen. Die Art und Weise, wie Methusalem die letzten 400 Meter aufgedreht hat, war ausgezeichnet. Bekommen wir am Sonntag einen störungsfreien Rennverlauf, dann müsste einiges drin sein. Insgesamt nimmt er am Sonntag drei Fahrten wahr.

Um den Fahrer-Nachwuchs bei den Trabern ist es derzeit nicht sonderlich gut bestellt. Dem will der Gelsenkirchener Veranstalter Rechnung tragen. Als besonderen Anreiz soll es am Sonntag nämlich in allen Profi-Rennen für solche Pferde, die von Auszubildenden gesteuert werden und keine honorierte Platzierung erzielen, eine Aufwandsprämie in Höhe des jeweiligen fünften Platzgeldes geben.

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Gelsenkirchen: Finale im Kampf der Geschlechter um 3.000 Euro

Valentins-Cup: Rosen und Rennen

Gelsenkirchen (mspw) - Am Sonntag (14-02-10) geht es beim Kampf der Geschlechter auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn (neun Rennen, erster Start um 14.12 Uhr) um 3.000 Euro an Preisgeldern. Fünf Amazonen treten im Finale um den Valentins-Cup gegen fünf Amateurfahrer an. In zwei Vorläufen haben sich die Besten für den Endlauf qualifiziert, allen voran die Vorlaufsieger Winston C mit dem Niederländer Erik van den Bergh (42/Duindigt) bei den Herren und Follow Me mit Silvia Raspe (24/Weeze) bei den Hobby-Fahrerinnen. Winston C lief dabei die schnellste Vorlaufzeit. Und nicht zuletzt deshalb gebührt dem frischen Gelsenkirchener Doppelsieger Winston C wohl auch die Favoritenrolle im Finale.

Die Wetter sollten allerdings bedenken, dass die Amazonen mit ihren Schützlingen in der Bänderstart-Prüfung eine um 25 Meter kürzere Distanz zurückzulegen haben als die Traber der männlichen Teilnehmer. Unter diesem Aspekt sieht die Sache nämlich schon etwas anders aus. Die Fahrerinnen waren nämlich hinter Follow Me auf den Plätzen zwei und drei mit Valerie Boshoeve, gesteuert von Andrea Dworatzyk (26/Wesel), und Lincolns Sara mit Anke Börnig (32/Dinslaken) im Sulky in ihrem Vorlauf schneller unterwegs als der Zweite und Dritte bei den Amateurfahrern.

Allerdings waren die Unterschiede nicht groß, so dass unterm Strich mit einem spannenden Rennen gerechnet werden darf. Nicht zuletzt auf Argentini, im Vorlauf vom Gelsenkirchener Jörg Hafer (50) auf Rang zwei gesteuert, sollte geachtet werden. Hafer musste zuletzt die Überlegenheit von Winston C anerkennen. Auf der Zielgeraden nahm er die Hände herunter, als er merkte, dass Winston C an diesem Tag nicht zu gefährden war. Allerdings könnte es am Sonntag bei einem passenderen Rennverlauf durchaus möglich sein, dass Jörg Hafer diesmal mit Argentini das bessere Ende für sich hat.

Ralf Künzel will sich selbst beschenken

Zwei Tage nach seinem 52. Geburtstag will sich Traber-Trainer und Berufsfahrer Ralf Künzel (Dinslaken) am Sonntag (14-02-10) in Gelsenkirchen selbst beschenken. Bei seinem einzigen Auftritt in der siebten Tages-Prüfung steuert Künzel, der in seiner über 30-jährigen Karriere schon mehr als 9.050 Rennen bestritten hat, die noch sieglose Titania Tinkerbell. Für den erfahrenen Akteur ist Karriere-Erfolg Nummer 552 durchaus möglich. Nach meiner ersten Trainings-Fahrt mit der Stute war ich begeistert. Die Qualifikation auf schwerem Boden war in Ordnung und bei den letzten Arbeiten hat sie überzeugt, ist Künzel guter Dinge.

Anfang Februar hatte Ralf Künzel seine Trainieranstalt von Dinslaken nach Gelsenkirchen verlegt. Bekanntlich musste der alte Dinslakener Trabrennverein einen Insolvenzantrag stellen und den Rennbetrieb erst einmal ruhen lassen. Ich hoffe, dass bald wieder Rennen am Bärenkamp stattfinden werden, sagt Künzel, der sich trotzdem auf ein dauerhaftes Engagement am Nienhausen Busch einstellt. In Zukunft sollen in Dinslaken keine Pferde mehr zum Training stationiert werden, sondern nur noch Rennveranstaltungen über die Bühne gehen. Deshalb war der Umzug nach Gelsenkirchen notwendig und wird wohl zu einer Dauerlösung werden, meint Ralf Künzel, der aktuell acht Pferde betreut.

Auf seiner neuen Heimatbahn fühlt er sich schon nach wenigen Tagen pudelwohl. Besonders die weitläufigen Waldwege gefallen ihm. Ich wusste bis zu meinem Umzug gar nicht, dass es in Gelsenkirchen solche Trainingsmöglichkeiten gibt. Ich nutze sie sehr gerne, erklärt Künzel. Nur an eine Sache musste er sich erst gewöhnen. Da ich weiterhin in Dinslaken wohne, benötige ich nun wesentlich mehr Zeit, um zur Arbeit zu kommen. Einige Staus gab es auch schon. Das kannte ich aus meiner Dinslakener Zeit gar nicht, grinst Künzel: In Dinslaken war ich innerhalb von nur zwei Minuten an meinem Arbeitsplatz.

Für die Gelsenkirchener Besitzerinnen Bettina (25) und Renate Matczak (46) steuert Künzel am Sonntag die Stute Titania Tinkerbell. Ende Januar ging Künzel erstmals mit der Vierjährigen, die in ihrer Karriere erst zwei richtige Rennen (Plätze sechs und acht) bestritten hat, in einer Wiederqualifikation an den Start - und war sehr zufrieden. Bei schwierigen Verhältnissen war die durchschnittliche Kilometer-Zeit von 1:22,2 Minuten nicht schlecht, ist Künzel für Sonntag optimistisch. Ich bin gespannt, wie sie sich nun im Rennen verhält. Die letzten Trainingseindrücke waren jedenfalls sehr positiv.

Ausnahmslos mit ebenfalls noch sieglosen Pferden bekommt es Titania Tinkerbell am Nienhausen Busch zu tun. Über die meiste Erfahrung verfügt Ad Dahna, die von Ralf Oppoli (42/Recklinghausen) gesteuert wird. Die fünfjährige Stute kam bei ihren ersten beiden Saison-Auftritten auf die Plätze drei und vier, muss aber am Sonntag das Handicap der zweiten Startreihe in Kauf nehmen. Silberhelm Roland Hülskath (34/Mönchengladbach), der nach seiner Grippe wieder in den Sulky steigen will, greift mit Heras Perle an, während Goldhelm Michael Nimczyk (23/Willich) mit Quadriga dagegen hält.

Sieben Gespanne kämpfen zuvor im Valentins-Cup der Stuten um Preisgelder in Höhe von 2.000 Euro. Mit Charm Francaise nimmt es der Recklinghäuser Amateurfahrer Frank Eickmann (45/Recklinghausen) dabei mit den Profis auf. Charm Francaise kommt ebenso als frische Siegerin an den Ablauf wie Yours or mine mit dem Niederländer Robin Bakker (26/Deurze). Der Gelsenkirchener Trainer Peter Poen (52/Gelsenkirchen) bietet Maralena auf, die in diesem Jahr bei drei Auftritten einmal Erste und einmal Dritte wurde. Hinzu kam eine Disqualifikation.

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Gelsenkirchen: Sonntag Vorläufe im Kampf der Geschlechter

Ladytrab fordert Traberallianz heraus

Gelsenkirchen (mspw) - Das schwache Geschlecht kennt keine Scheu. Am Sonntag (7. Februar: ab 14 Uhr neun Rennen) fordern die Mitglieder von Ladytrab ihre männlichen Kollegen der Traberallianz West heraus. Freilich geht es auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn zunächst einmal nach dem Motto: Erst getrennt und dann vereint fahren! In nach Geschlechtern getrennten Vorläufen wollen sich die erfolgreichsten Amateurfahrer für ein Final-Rennen qualifizieren, das dann am 14. Februar ebenfalls auf der Rennbahn am Nienhausen Busch auf der Tageskarte stehen wird.
Weil am 14. Februar Valentins-Tag ist, lag es nahe, dass es sich beim erwähnten Kampf der Geschlechter“ um den Valentins-Cup handelt. Wer den Ehrgeiz der Sulky-Amateure kennt, der weiß freilich, dass in diesen Rennen keine Geschenke verteilt werden.
Hoch motiviert geht die inzwischen 150-fache Siegerin und Amateurfahrerin Anke Börnig (32/Dinslaken) an den Start. Im letzten Jahr landete Börnig übrigens im Gelsenkirchener Ladytrab-Cup hinter den beiden punktgleichen Gesamt-Siegerinnen Silvia Raspe (24/Weeze) und Nicole Hildebrandt (35/Borken) auf dem dritten Platz.

Nun bietet sie Lincolns Sara auf, die dem Hammer Bau-Unternehmer Dieter Handke (24) gehört. Mit Michael Schmid (42/Oberhausen) im Sulky war die sechsjährige Stute bei ihrem letzten Auftreten in Gelsenkirchen nach langer Führung gute Zweite, wurde nur von dem frischen dreifachen Sieger Ortiz abgefangen. Mit Lincolns Sara hat der Besitzer in dieser Saison noch einiges vor. So soll sie in einem gut dotierten Rennen in Hamburg starten.
Als mir die Fahrt angeboten wurde, habe ich sofort zugesagt, denn ich rechne mir einiges aus, sagt Börnig, die im Hauptberuf als kaufmännische Angestellte in einem Oberhausener Autohaus arbeitet. Ehrgeizig ist sie immer, auch wenn ihr Vorlauf am Sonntag nicht zur Rennserie um den Gelsenkirchener Ladytrab-Cup zählt.
Gelsenkirchen: Große Besitzer-Gemeinschaft drückt die Daumen

Sir Herten soll Haiti helfen

und Win Race verdoppelt

Gelsenkirchen (mspw) - Die knapp 100-köpfige Besitzer-Gemeinschaft Bürgertraber Herten e.V. wird ihrem vierjährigen Wallach Sir Herten am Donnerstag (28-1-10) auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen ganz besonders die Daumen drücken. Der als Bürgertraber bekannte Sir Herten wird nämlich mit Ralf Oppoli (42/Recklinghausen) im Sulky im zweiten von insgesamt zehn Rennen (erster Start um 18.30 Uhr) für einen besonders guten Zweck laufen. Seine zahlreichen Besitzer werden den Rennpreis, den ihr Schützling für Sieg oder Platzierung bekommt, für die Erdbebenopfer von Haiti spenden. Auch der Rennveranstalter Win Race unterstützt diese spontane Aktion und wird noch einmal die gleiche Summe drauflegen.

Doris Wenglorz (69), 2. Vorsitzende der Hertener Besitzer, begründet das Engagement: Normalerweise traben unsere Pferde zu Gunsten sozialer Projekte für Hertener Kinder und Jugendliche. Die Not in Haiti ist jedoch unbeschreiblich und unvergleichlich groß. Deshalb läuft unser Dunkelbrauner diesmal für die Erdbebenopfer.
Sir Herten, der aus der Zucht von Ursula Messmann (70/Waltrop) stammt und am Nienhausen Busch auf sechs Gegner trifft, könnte dabei seine Gewinnsumme mehr als verdoppeln. Bei bisher fünf Starts - übrigens alle auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen - verdiente er insgesamt 500 Euro. Nun winken dem Sieger allein 600 Euro.

Bei seinem letzten Start unterlief Sir Herten, der zuvor gut vier Monate pausiert hatte, am Nienhausen Busch in aussichtsreicher Position vor dem letzten Bogen eine Galoppade, so dass er von der Rennleitung disqualifiziert werden musste. Sein Trainer Willi Rode (71/Recklinghausen), der den Wallach auf die Rennen vorbereitet, gibt sich zuversichtlich: Das Pferd ist weiterhin gut auf dem Posten. Zuletzt ist Sir Herten vor allem an den äußeren Bedingungen gescheitert. Ich bin guter Dinge, dass es diesmal besser läuft, obwohl er sogar in einer höheren Gewinnklasse antritt.
Sollte der Bürgertraber kein Geld abbekommen, dann wird der Verein dennoch den Opfern in der Karibik helfen. Wir haben noch etwas in unserer Spendenschatulle, verrät Vorsitzender Winfried Kunert (52), der auch stellvertretender Bürgermeister von Herten ist.

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Spitzen-Traber absolviert Sonntag (17. Januar) einen Testlauf

Hollys Boy probt für Vincennes

Gelsenkirchen (mspw) - Frühes Erscheinen dürfte sich am Sonntag (17-01-10) beim ersten Renntag des Jahres auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen (elf Prüfungen, erster Start 14 Uhr) lohnen. Denn mit Hollys Boy aus dem Besitz von Peter Erwig (55/Frechen) absolviert ein deutscher Spitzen-Traber noch vor dem ersten richtigen Rennen am Nienhausen Busch einen Probelauf. Es ist ein Test für einen möglichen Start in Paris-Vincennes am Prix d’Amerique-Wochenende.

Einen Tag vor dem Prix d’Amerique, dem bedeutendsten und schwersten Trabrennen der Welt, soll Hollys Boy, der in seiner Karriere 177.402 Euro verdiente, am Samstag, 30. Januar, in einer mit 16.000 Euro dotierten Amateurprüfung (2.100 Meter) für Pferde mit einer Gewinnsumme von maximal 180.000 Euro an den Start gehen. Das Rennen passt perfekt. Ich hoffe, dass wir einen Startplatz in der ersten Reihe erwischen, ist Erwig für den Auftritt seines Schützlings im Prix de Saint-Claude optimistisch. Als Fahrer für Hollys Boy ist Frank Eickmann (Recklinghausen) vorgesehen. Dem 45-Jährigen gelang mit dem Erwig-Wallach im Jahr 2006 auf der Bahn in Hamburg sein bisher größten Erfolg, als er die Deutsche Amateur-Meisterschaft gewinnen konnte.

Mit einem Sieg in Paris könnte Hollys Boy in die Fußstapfen des zehnjährigen Wallachs Japa’s Dream treten. Der von Willi Rode (71/Recklinghausen) trainierte Geldschrank (Gewinnsumme: 267.430 Euro) konnte die begehrte Amateur-Prüfung im Jahr 2007 mit dem erfahrenen Hobbyfahrer Jörg Hafer (50/Gelsenkirchen) im Sulky für sich entscheiden.
Bevor es Richtung Eiffelturm geht, soll sich Hollys Boy am Sonntag in Gelsenkirchen mit Berufsfahrer Thomas Panschow (42/Bladenhorst) im Sulky ordentlich präsentieren. Eine kleinere Blessur, die einen Start Mitte Dezember an gleicher Stelle verhindert hatte, ist längst ausgestanden. Das war nichts Ernstes, winkt Erwig ab - und strahlt Zuversicht aus: Zwar waren die Trainingsbedingungen zuletzt auf Grund von Schnee und Eis nicht optimal. Aber Hollys Boy ist gut drauf.

Ein möglicher Start seines neunjährigen Wallachs im Frei für Alle-Rennen (neunte Tagesprüfung) am Sonntag am Nienhausen Busch kam für Erwig nicht in Frage. Da hätte er aus den Bändern abgehen müssen und das mag er nicht so, erklärt der Besitzer seine Entscheidung. Außerdem wird das Rennen in Frankreich auch hinter dem Auto gestartet. Der Probelauf kommt Hollys Boy deshalb mehr entgegen, so Erwig.

Im Frei für Alle in Gelsenkirchen kommen trotzdem gleich mehrere Top-Verdiener an den Start. Neben Japa’s Dream, der von Ralf Oppoli (42/Recklinghausen) gesteuert wird, kämpfen unter anderem auch der elfjährige Wallach Lys Petteviniere (Gewinnsumme: 783.485 Euro) mit Silberhelm Roland Hülskath (34/Mönchengladbach) im Sulky und der bereits zwölfjährige Kebby du Bocage (330.522 Euro) mit Michael Schmid (42/Oberhausen) um den Sieg. Die drei Spitzen-Traber müssen jeweils eine Zulage von 25 Metern gegenüber ihren weiteren sieben Konkurrenten aufholen.


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Traben unterm Tannenbaum in Gelsenkirchen am 2. Feiertag

Chouchou vor zweitem Bahn-Championat

Gelsenkirchen (mspw) - Eigentlich ist es für den Traber-Wallach Chouchou am 2. Weihnachtsfeiertag (Samstag, 26. Dezember) auf der Rennbahn in Gelsenkirchen (zehn Prüfungen, erster Start 14.18 Uhr) nur noch ein Schaulaufen. Denn das Bahn-Championat am Nienhausen Busch hat der Schützling von Trainer und Besitzer Eckhardt Drees (63/Lüdinghausen) schon vor dem letzten Renntag des Jahres, der unter dem Motto Traben unterm Tannenbaum ausgetragen wird, sicher. Die Frage lautet aber: Kann Chouchou die alleinige Führung im Bahn-Championat verteidigen und zum zweiten Mal in Serie das Gelsenkirchener Pferd des Jahres werden? Oder ziehen Bibi S und/oder Goetmals Best noch gleich? Mit sieben Siegen liegt Chouchou in der Bahn-Wertung in Führung. Mit jeweils sechs Erfolgen rangieren Bibi S und Goetmals Best dahinter. Die beiden Verfolger, die am 2. Weihnachtstag in anderen Prüfungen starten, müssen also gewinnen und zusätzlich auf einen Patzer von Chouchou hoffen, um mit dem Führenden noch gleich zu ziehen.

Dass Chouchou überhaupt noch Trabrennen bestreitet, ist keineswegs selbstverständlich. Denn der neunjährige Wallach musste in seiner Karriere zwei Verletzungen überstehen, die beinahe zum Ende seiner Laufbahn geführt hätten. Im Alter von vier Jahren hatte sich Chouchou eine Sprunggelenksverletzung zugezogen. Und 2007 machte ihm ein hartnäckiger Hornspalt zu schaffen. Doch Eckhardt Drees führte den Wallach, den er 2007 vom befreundeten Besitzer Michael Liebhardt (Pfaffenhofen) gekauft hatte, zurück in die Erfolgsspur. Zu Beginn der Saison 2008 qualifizierte sich Chouchou nach mehrmonatiger Pause wieder für den Rennbetrieb.

In der letzten Saison gewann Chouchou nicht weniger als 13 Rennen und wurde damit bereits zum ersten Mal das Gelsenkirchener Pferd des Jahres. Auch wegen einer knapp fünfmonatigen Ruhepause in diesem Jahr von März bis August reichte es in dieser Saison nur zu sieben Erfolgen am Nienhausen Busch. Dennoch konnte Chouchou, der meist von der vielfachen Amateur-Championesse Rita Drees (67/Gronau-Epe) oder Trabreit-Spezialistin Susanne Koch (33/Lüdinghausen) gesteuert wird, seinen Titel verteidigen. Darauf kann man schon stolz sein, freut sich Eckhardt Drees. In erster Linie spricht so eine Auszeichnung für das Pferd. Aber es zeigt auch, dass Trainer und Fahrer nicht so viel falsch gemacht haben können.
Besonders in Trabreiten mit Susanne Koch im Sattel zeigte Chouchou immer wieder seine Klasse. Allein drei seiner sieben Saison-Siege stammen aus Trabreiten. Im letzten Jahr waren es sogar sieben. Er zählt zu den besten Satteltrabern Deutschlands, ist Eckhardt Drees stolz auf seinen Schützling.

Am Samstag ist für Chouchou Saison-Sieg Nummer acht am Nienhausen Busch möglich. Rita Drees, die Schwester von Eckhardt Drees und vielfache Amateur-Championesse, wird den Fuchswallach im mit 4.000 Euro dotierten Weihnachts-Preis der Amateure (vierte Tagesprüfung) steuern. Chouchou weiß, worum es geht, wenn er auf die Bahn kommt. Er ist alles andere als eine Schlafmütze, erklärt Eckhardt Drees. Vom Rennverlauf ist er unabhängig. Chouchou ist jedoch in Führung etwas ruhiger.

Mit sieben Gegnern bekommt es Chouchou am 2. Weihnachtstag zu tun. Als Hauptkonkurrent dürfte der achtjährige Schimmel-Wallach Thor Boshoeve mit Silvia Raspe (23/Wemb) ins Rennen gehen. Lokalmatador und Vize-Europameister Heinrich Wolf (57), dessen mehrwöchige Pause durch die kurzfristige Absage des Renntages am letzten Sonntag noch ein wenig verlängert wurde, greift mit It’s Kathis Best an.
Chouchous Verfolger Goetmals Best hat mit Tim Schwarma (18/Weeze) bereits im Auftakt-Rennen die Chance, seinen siebten Gelsenkirchener Saison-Sieg zu landen. Bibi S kommt mit Ralf Oppoli (42/Recklinghausen) in der siebten Tagesprüfung an den Ablauf.

Niederländischer Trainer will Erfolgsserie fortsetzen

Laufband macht Hauber-Trabern Beine

Gelsenkirchen (mspw) - Für Traber-Trainer Marcel Hauber (Deurze) läuft es in dieser Saison wie am Schnürchen. Kaum ein Renntag auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen vergeht, an dem kein Pferd aus dem Trainingsquartier des 39-jährigen Niederländers auf einem der vorderen Plätze zu finden ist. Einer der größten Erfolge in diesem Jahr war der Sieg von Yewel Boshoeve mit Heinz Wewering (59/Hamburg) im Breeders Crown-Hauptlauf für vierjährige Stuten Anfang November. Am Sonntag (29-11-09) hat Marcel Hauber, der sein Handwerk unter anderem bei seinem erfolgreichen Landsmann Hugo Langeweg sen. (57/Schagerbrug) gelernt hatte, für die elf Rennen am Nienhausen Busch (erster Start um 14.00 Uhr) wieder einige aussichtsreiche Starter gemeldet.

In der niederländischen Provinz Drenthe betreut Marcel Hauber in Deurze, vier Kilometer von Assen entfernt, rund 65 Pferde in einer eigenen Trainieranstalt unter optimalen Bedingungen. Auf einer 1.000 Meter langen Trainingsbahn, die nach dem Vorbild der benachbarten Trabrennbahn in Wolvega gebaut wurde, auf zwei geraden Bahnen mit einer Länge von jeweils 750 Metern und auf den Waldwegen im Umland werden die Pferde auf ihre Rennen in Deutschland, Schweden, Frankreich und den Niederlanden vorbereitet. Zusätzlich verfügt der Trainer auch noch über einen Indoor-Bereich mit einem Laufband. Das ist eine gute Ergänzung zum Bahn-Training, erklärt Hauber.

Zandina Boshoeve aus dem Besitz von Wiebe Landman (64/St. Nicolaasga, NL) ist eine Kandidatin, die Hauber am Sonntag gleich in der Auftaktprüfung an den Start bringen wird. Mit Silberhelm Roland Hülskath (34/Mönchengladbach) im Sulky könnte die dreijährige Stute bereits bei ihrem dritten Lebens-Start zur Serien-Siegerin werden. Die Trainingsleistungen waren überzeugend. Ich bin zuversichtlich, dass es mit dem dritten Erfolg in Serie klappen kann, so Hauber, der mit dem amtierenden Europameister Roland Hülskath die Optimal-Besetzung für seine Schützlinge gefunden hat. Er versteht es, meine Pferde perfekt einzusetzen, lobt Hauber den zweimaligen Champion, der in der aktuellen Berufsfahrer-Wertung hinter Titelverteidiger Michael Nimczyk (23/Willich) erneut Rang zwei belegt. Der Goldhelm ist am Sonntag auf der Bahn in Berlin-Mariendorf engagiert.
Zu den stärksten Konkurrenten von Zandina Boshoeve zählt unter anderem der von Lokalmatador Peter Poen (52) trainierte und gesteuerte Luciano. Der vierjährige Wallach kam bei fünf Starts zu einem Sieg und vier Platzierungen. Zandina Boshoeve wird nur ganz schwer zu schlagen sein. Ich rechne mir mit Luciano aber schon einiges aus, sagt Poen.

Einen Spitzen-Traber können die Besucher in der zweiten Tagesprüfüng unter die Lupe nehmen. Denn über fünf Monate nach seinem letzten Auftritt auf einer deutschen Bahn kommt der von Henk Grift (34/Kevelaer) trainierte und gesteuerte Icare de Bois als Favorit an den Ablauf. Der fünfjährige Hengst, der in Deutschland bei sieben Starts viermal erfolgreich war, gehört der Börsenexpertin Tanie Bonte (40) aus Brüssel. Icare de Bois wurde vom belgischen Hexer Jos Verbeek (52) zu Henk Grift ins Training vermittelt.

Schon vor dem ersten Rennen findet im Abano As-Club im Tribünengebäude auf der Gelsenkirchener Rennbahn die Championats-Ehrung der Minitraber statt. Organisatorin Karola Döme (68/Gronau-Epe) gratuliert dann Vorjahres-Champion Mike Konrad (16/Brünen) zur erfolgreichen Titelverteidigung. Rang zwei ging in diesem Jahr an Nancy Brodoch (13/Essen). Den dritten Platz teilen sich Hanna Schmitz (13/Kaarst) und Daniel Dotzauer (13/Gelsenkirchen). Nach dem zweiten Rennen werden sich die Minitraber-Champions im Winner-Circle noch einmal dem Publikum präsentieren.


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Eckstein erstmals bei Amateuren

Gelsenkirchen (mspw). Er gilt als einer der besten Amateurfahrer Deutschlands. Jörg Hafer (50) aus Gelsenkirchen hat in seiner Karriere über 6.400 Rennen bestritten. Und fast jede fünfte Fahrt war ein Volltreffer. Für den Versicherungsmakler stehen annähernd 1.200 Siege zu Buche. Donnerstag (19-11-09) auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen (acht Rennen, erster Start 18.42 Uhr) könnte ein weiterer Erfolg hinzu kommen. Mit dem formstarken Eckstein, den Altmeister Willi Rode (71/Recklinghausen) in seinem Trainingsquartier in Bladenhorst (Castrop-Rauxel) vorbereitet, bestreitet Hafer eine Amateur-Prüfung. Für den routinierten Amateurfahrer eine Herausforderung. Denn noch nie zuvor ging Hafer mit dem Rode-Schützling an den Start. Und auch für den Wallach Eckstein ist es eine Premiere. Zum ersten Mal startet der Vierjährige in einer Amateur-Prüfung.
Wir haben kein passendes Profi-Rennen für ihn ausgemacht, erklärt Rode. Und da wir ihn nicht zu lange pausieren lassen wollten, haben wir uns für einen Start bei den Amateuren entschieden. Jörg Hafer sieht dem Start mit dem unbekannten Eckstein recht gelassen entgegen. Ich werde Eckstein im Heat kennen lernen und ganz genau hinhören, wenn mir Willi Rode Tipps gibt, so Hafer.

Nach 15 Starts in dieser Saison wurden für Eckstein sieben Siege, davon zwischenzeitlich sogar fünf in Folge, notiert. Nur einmal kehrte der vierjährige Wallach, der Ursula und Manfred Sauer aus Mainz gehört, ohne Prämie in den Stall zurück. Und auch nach seinem Auftritt am Donnerstag ist für Eckstein noch nicht Saison-Schluss. Rode: So lange er Lust hat, wird er weiterhin an Rennen teilnehmen. Zuletzt war Eckstein bei seinem fünften Platz Anfang November in Gelsenkirchen am Rennverlauf gescheitert. Er ist in der Startphase erst spät ins Rollen gekommen. Das Tempo wurde danach verschleppt und am Ende ging die Post ab. Da war für Eckstein nicht mehr als der fünfte Rang drin, erinnert sich Rode.

Donnerstag geht es für Eckstein nicht nur um den Sieg in der Amateur-Prüfung, sondern auch um die alleinige Führung im Bahn-Championat. Am Nienhausen Busch überquerte der Rode-Schützling in diesem Jahr bereits sechsmal als Erster die Ziellinie. Damit führt er die Wertung gemeinsam mit Vaudeville K, Tara Pavas und Wishbone Dragon an. Das Trio ist Donnerstag allerdings am Nienhausen Busch nicht am Start, so dass Eckstein dem Titelgewinn einen großen Schritt näher kommen könnte.
Mit acht Gegnern bekommt es Eckstein am Donnerstag zu tun. Jörg Hafer hat besonders vor Thor Boshoeve mit Silvia Raspe (23/Wemb) im Sulky sowie den frischen Siegern Chouchou mit Rita Drees (67/Gronau-Epe) und Ulli Klee mit Lutz Will (53/Dieburg) großen Respekt. Das werden die Haupt-Gegner sein, meint Hafer.

25. Oktober 2009: Amateur-Vergleich mit Skandinavien

Noch ein internationaler Renntag

Gelsenkirchen (mspw) - International geht es weiter! Nach dem hochkarätigen Renntag rund um den Großen Preis von Deutschland, dem Aufeinandertreffen zahlreicher Spitzen-Traber und Klasse-Fahrer aus dem In- und Ausland auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen, steht Sonntag (elf Rennen, erster Start 14.00 Uhr) am Nienhausen Busch ein Vergleichskampf deutscher Amateurfahrer der Traber Allianz West gegen ihre Kollegen aus Dänemark und Schweden im Mittelpunkt. In zwei Läufen werden nach einer Punkte-Wertung der Mannschafts- und der Einzel-Sieger ermittelt.

Die deutschen Farben werden unter anderem von Anke Börnig (32/Dinslaken), Hannes Bongartz (58/Bongartz), Michael Gutsche (53/Oberhausen), Jörg Hafer (50/Gelsenkirchen) und Werner Pietsch (52/Mönchengladbach) vertreten. Pietsch, Präsident des Mönchengladbacher Trabrennvereins, steuert seinen Wallach Wahtamin, Ex-Fußball-Nationalspieler Bongartz die ehemalige Serien-Siegerin El Conchita. Wir werden alles versuchen, um erfolgreich zu sein, so Dieter Kerbaum (62/Oer-Erkenschwick), Vorsitzender der Traber Allianz West.

Bereits am Samstag gibt es mit den Gästen aus Skandinavien ein gemütliches Beisammensein. Nach dem Renntag treffen sich die Teilnehmer im Abano As-Club auf der Gelsenkirchener Rennbahn. Für Dänemark treten Bjarke Haagensen, Teddy Wang, Jorgen Reffling und Goran Pajhovic an, aus Schweden kommen Bengt Nilsson, Kaj Jönsson, Peter Edberg und Roger Allercrantz an den Nienhausen Busch.

Gleich 13 Starter kommen in der vierten Tages-Prüfung an den Ablauf. Beste Chancen auf einen Erfolg dürfte El Conchita besitzen, die zwei ihrer letzten vier Rennen für sich entschieden hat. Für einen vorderen Platz kommt jedoch auch Wico Toscana in Betracht, der vom Schweden Bengt Nilsson gesteuert wird. Der fünfjährige Wallach kehrte bei sechs Starts immer mit einer Prämie in den Stall zurück, gewann dabei dreimal. Ein glückliches Ende finden könnten auch die Auftritte von Wishmelucktoday mit Franz-Josef Pellander (59/Kevelaer) oder Wish me luck mit dem Dänen Goran Pajhovic.
Nu Pagadi-Schwester Norwegian Dream vor drittem Sieg

Roland Hülskath peilt Hattrick an

Gelsenkirchen (mspw) - Ihr Halbbruder Nu Pagadi ist aktuell eines der besten vierjährigen Trabrennpferde in ganz Europa. Davon konnten sich 8.000 Besucher auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen vor wenigen Tagen überzeugen, als der Hengst aus dem Besitz von Detlef Tappe (50/Oberhausen) mit dem schwedischen Spitzen-Fahrer Erik Adielsson (34/Malmö) im Sulky in überlegener Manier den mit 176.510 Euro dotierten Großen Preis von Deutschland gewann. Am kommenden Sonntag (20-10-09) greift nun Nu Pagadis Halbschwester Norwegian Dream auf der Bahn am Nienhausen Busch (elf Rennen, erster Start um 14 Uhr) mit guten Chancen ins Geschehen ein.

Die dreijährige Stute, die von Klaus Horn (60/Marl) vorbereitet wird, könnte mit ihrem dritten Treffer in Folge ebenfalls zur Serien-Siegerin werden. Fahrer wird Silberhelm Roland Hülskath (Mönchengladbach) sein, den ein Hattrick mit Norwegian Dream doppelt freuen dürfte. Denn für den 34-Jährigen geht es – knapp zwei Monate vor dem Saisonende – um wichtige Punkte im Berufsfahrer-Championat. Wie schon im vergangenen Jahr läuft alles auf einen spannenden Zweikampf mit Titelverteidiger Michael Nimczyk (23/Willich) hinaus.

Michael und ich besitzen alle Chancen. Ein anderer Fahrer wird nicht mehr in den Zweikampf eingreifen können, sagt Hülskath, der aktuell führt. Ich denke nicht, dass sich einer von uns beiden absetzen kann. Vielleicht gibt es ja sogar ein Foto-Finish an Silvester.
Mit Norwegian Dream, die Detlef Tappes Lebensgefährtin Martina Jänsch (Oberhausen) gehört, kann sich Hülskath am Sonntag in der fünften Tagesprüfung einiges ausrechnen. Man merkt, dass das Pferd eine sehr gute Veranlagung besitzt. Die letzten Arbeiten waren überzeugend. Norwegian Dream ist prächtig in Form, lobt Trainer Klaus Horn: Bei ihren letzten beiden Starts ist sie auf Grund ihres guten Antritts sofort in Front gekommen. Im Training hat sie mir fast noch besser gefallen, wenn sie von hinten kam.

Bei ihrem ersten Lebens-Start vor einem halben Jahr war der norwegische Traum auf Rang vier gelandet, wenige Wochen später wurde die Stute wegen eines Fehlers disqualifiziert. Nach einer viermonatigen Pause meldete sich Norwegian Dream jedoch gleich mit ihrem ersten Sieg zurück und ließ zuletzt Anfang Oktober Erfolg Nummer zwei folgen. Sie befindet sich im Wachstum. Ich erschrecke mich manchmal selbst, wie groß sie schon wieder geworden ist, verrät Horn: Deshalb haben wir ihr längere Auszeiten gegönnt. Ihr Saison-Höhepunkt soll die BC-Züchter-Krone Anfang November in Gelsenkirchen werden.

Michael Nimczyk will einen erfolgreichen Testlauf von Norwegian Dream und damit einen weiteren Hülskath-Treffer mit You’re the Queen verhindern. Für die vierjährige Stute hieß es in dieser Saison immer Hopp oder Top. Zwei Siegen stehen vier Disqualifikationen gegenüber. Die Startphase ist entscheidend. Wenn You’re the Queen einmal eingetreten ist, kann sie ganz vorne mitmischen. Norwegian Dream ist die Haupt-Konkurrentin, erwartet Goldhelm Nimczyk ein direktes Duell mit seinem Championats-Konkurrenten Roland Hülskath, der alle sieben Profi-Rennen bestreitet. Nimczyk nimmt sechs Fahrten wahr.
Stall Success peilt mit Jamilah Diamant einen neuen Erfolg an

Gäste aus Bayern mit Probe-Auftritt

Gelsenkirchen (mspw) - Beim Stall Success von Elektro-Techniker Karl Bühler (47/Unterhaching) und Kaufmann Frank Zickmantel (60/München) ist der Name durchaus Programm. Denn Erfolg hatte der Traber-Stall in den letzten Jahren reichlich. E.T. Diamant, Esina Diamant und Jamilah Diamant, die Aushängeschilder des Stalles Success, gewannen gleich mehrere hoch dotierte Zuchtrennen und verdienten zusammen fast 240.000 Euro.
Sonntag (11-10-09) auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen (elf Rennen, erster Start um 14 Uhr) soll nun ein weiterer Erfolg hinzu kommen. Im mit 10.000 Euro dotierten Stuten-Rennen wird Jamilah Diamant mit Trainer Georg Frick (45/Hohenlinden) versuchen, ihren Gelsenkirchener Sensations-Sieg aus dem Stuten-Pokal von Mitte Juni nun am Nienhausen Busch zu wiederholen.

Damals gewann die vierjährige Stute überraschend zum Totokurs von 346:10 und schnappte sich mit 15.000 Euro das größte Stück vom Prämien-Kuchen. Sie scheint ganz genau zu wissen, wenn es um etwas geht. Dann ist sie besonders konzentriert, erklärt Jamilah Diamants Mit-Besitzer Karl Bühler. Für den Start am Nienhausen Busch ist der Bayer optimistisch: Bei der Abschlussarbeit hat sie einen glänzenden Eindruck hinterlassen. Sonst hätten wir die weite Anreise auch nicht in Kauf genommen.

Geplant ist nach dem Auftritt am kommenden Sonntag auch ein Start beim Drei-Tage-Meeting um die Züchter-Kronen (Breeders Crown) in Gelsenkirchen Anfang November. Ihren großen Auftritt könnte Jamilah Diamant am Freitag, 6. November, haben. Dann finden die Hauptläufe für die Vierjährigen statt.
Damit Jamilah Diamant fit ist, legte die Stute von Ende Juli bis Ende September eine Renn-Pause ein. Sie hat zu Jahres-Beginn viel geleistet und sich die Pause verdient. Jetzt ist sie wieder voll da, glaubt Bühler. Am Sonntag wird Bühler nicht vor Ort die Daumen drücken können. Er ist mit einer deutschen Züchter-Delegation in Frankreich unterwegs und besichtigt einige Gestüte.

Jamilah Diamant trifft Sonntag am Nienhausen Busch auf einige bekannte Gegnerinnen. So kommt es – wie schon im Stuten-Pokal – zum Duell mit Velten Moviestar (Hans Joachim Tipke/52/Heeslingen) und May Day (Michael Schmid/42/Oberhausen). Das Duo kam im Stuten-Pokal hinter Indira Comtesse (Josef Franzl jun./37/Sauerlach) auf die Plätze drei und vier. Mit von der Partie ist auch Volann Rich, die im Juni mit 50 Meter Zulage auf den neunten Platz kam. Fahrer ist diesmal statt Robin Bakker (26/Deurze, NL) der aktuelle Silberhelm Roland Hülskath (34/Mönchengladbach). Die Stuten-Prüfung gilt auch als Vorbereitungsrennen für den Stuten-Grand Prix, der am 25. Oktober an gleicher Stelle ausgetragen wird. Dann geht es um Prämien in Höhe von insgesamt 30.000 Euro.

Jung-Trainer Jochen Holzschuh (34/Mönchengladbach) bietet Betty Kramer auf. Die siebenjährige Stute war bei ihren letzten fünf Auftritten immer platziert, gewann dabei zweimal. In der abgelaufenen Saison kam die Holzschuh-Stute auf 17 Siege. Nur Bentley Sun hatte im vergangenen Jahr zwei Erfolge mehr auf dem Konto. Der Bentley eilt im Übrigen auf den norddeutschen Bahnen von Erfolg zu Erfolg. Seit insgesamt 23 Starts hat der meist von Marisa Bock (28/Schöneiche) gesteuerte sechsjährige Wallach inzwischen nicht mehr verloren.

Herbst-Handicap der Amateure

Neben der Auslosung zum Großen Preis dürfte das Herbst-Handicap der Amateure am Sonntag (11-10-09) besondere Beachtung finden. Hier gilt es für einige Teilnehmer, eine Zulage von 25 Metern wett zu machen.
Unter anderem muss Chouchou aus dem Trainingsquartier von Eckhardt Drees (63/Lüdinghausen) aus dem zweiten Band ins Rennen gehen.
Der neunjährige Wallach wird von der vielfachen Amateur-Championesse Rita Drees (67/Gronau-Epe) gesteuert, mit der Chouchou in dieser Saison bei vier Starts zweimal Erster und einmal Zweiter wurde. Bei seinem letzten Auftritt in Gelsenkirchen mit Susanne Koch (33/Seppenrade) in einem Trabreiten lief es allerdings nicht nach Plan. Schon am Start unterlief Chouchou ein Fehler. Er verließ das Geläuf und wurde aus der Wertung genommen.

Trainer Drees weiß, worauf es Sonntag ankommt. Wichtig ist, dass Chouchou aus den Bändern gut eintritt. Wenn er erst einmal im Rennen ist, hat er sehr gute Chancen, ganz vorne mitzumischen, ist Drees sicher. Als größte Konkurrentin hat der erfahrene Trainer und Bruder von Rita Drees die von Ex-Fußball-Profi Hannes Bongartz (57/Bottrop) gesteuerte El Conchita ausgemacht. Auch die Bongartz-Stute muss eine Zulage von 25 Metern aufholen. Ebenfalls aus dem zweiten Band wird It’s Kathis Best mit Heinrich Wolf (57/Gelsenkirchen) das Rennen aufnehmen.

Mollema-Hengst probt für Deutschland-Preis in Gelsenkirchen

Letzter Härtetest für Yardley Rich

Gelsenkirchen (mspw) - Ein besonders frühzeitiger Besuch der Sonntag-Veranstaltung (4-10-09) auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen (zehn Prüfungen, Start des ersten Rennens um 14 Uhr) dürfte sich für die Trabrennsport-Freunde lohnen. Denn bereits gegen 13.35 Uhr testet der frühere Derby-Zweite Yardley Rich in einem Probelauf für den Großen Preis von Deutschland. Exakt zwei Wochen vor dem mit mindestens 150.000 Euro dotierten Saison-Höhepunkt für Vierjährige am Nienhausen Busch wird der vom Niederländer Arnold Mollema (61/Wolvega) vorbereitete Hengst einem letzten Härtetest unterzogen.

Yardley Rich ist gesund und gut drauf. Die Arbeit zu Hause war in Ordnung. Jetzt soll er noch einmal auf der Gelsenkirchener Bahn proben, erklärt Trainer Mollema (Bild), der den Hengst für den pensionierten Architekten Joop de Rijk aus dem niederländischen Epe vorbereitet. Fahrer von Yardley Rich wird am Sonntag Thomas Panschow (42/Bladenhorst) sein. Wie es aussieht, wird er Yardley Rich auch im Großen Preis steuern, hat Mollema volles Vertrauen in den gebürtigen Gelsenkirchener.

Im Deutschland-Preis dürfte es dann zum Aufeinandertreffen zwischen dem letztjährigen Derby-Sieger Nu Pagadi, der seit Monaten in seiner schwedischen Wahlheimat von Sieg zu Sieg eilt, und seinem Kronprinzen Yardley Rich kommen. Am Derby-Wochenende im vergangenen Jahr gab es das Duell der beiden Spitzen-Traber im Vor- und auch im Endlauf. In beiden Prüfungen musste sich Yardley Rich nur Nu Pagadi, damals übrigens gesteuert von Thomas Panschow, geschlagen geben. Nu Pagadi ist nur eines von mehreren Klasse-Pferden, die im Großen Preis von Deutschland starten könnten. Aber Yardley Rich ist gut drauf und kann vorne mitmischen, ist Mollema sicher.

Der Große Preis von Deutschland, der als Vierjährigen-Derby gilt, wurde zuletzt 2004 ausgetragen. Mollema kann sich noch genau daran erinnern. Schließlich gewann er das Rennen in Gelsenkirchen damals mit dem 217:10-Außenseiter Atoll Plage. Die Wiedereinführung begrüßt der Niederländer. Ein Höhepunkt wie der Große Preis von Deutschland ist sehr wichtig, um den Trabrennsport wieder ein Stück weiter nach vorn zu bringen, so Mollema.
Stall Adamas hat Sonntag in Gelsenkirchen zwei Eisen im Feuer

Schweden-Rückkehrer Pablo Picasso

fordert den Derby-Finalisten U.S.Lane

Gelsenkirchen (mspw) - Einen Picasso kann das Bargteheider Ehepaar Dagmar und Thomas Bosner (Stall Adamas) am Sonntag (4-10-09) auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen (zehn Rennen, erster Start 14.00 Uhr) gewinnen. Denn sollte ihr Schützling Pablo Picasso mit Thomas Holtermann (37/Mühlen) im Sulky die achte Tages-Prüfung für sich entscheiden, dann wird das Siegerbild eingerahmt und dem Besitzer-Ehepaar übergeben.
Anfang des Jahres war der sechsjährige Wallach Pablo Picasso aus Schweden, wo er von Joakim Lövgren trainiert worden war, nach Deutschland zurückgekehrt. Auf dem Hof von Alwin Schockmöhle (72) in Mühlen sollte der Wallach auf Rennen vorbereitet werden. Seine Wieder-Qualifikation meisterte er, gesteuert von seinem Betreuer Thomas Holtermann, souverän in einer durchschnittlichen Kilometer-Zeit von 1:18,8 Minuten. Bei seinem ersten Start in einem Amateurfahren Mitte Juli mit Silvia Raspe (23/Wemb) im Sulky wurde Pablo Picasso allerdings nur Fünfter. Das war schon ein wenig enttäuschend, erinnert sich Holtermann: Er lief nicht rund.

Danach wurde der Wallach noch einmal tierärztlich durchgecheckt. Es wurden Wirbelprobleme im Rückenbereich festgestellt, die aber von einem Spezialisten behoben werden konnten, erklärt Holtermann. Außerdem haben wir etwas am Beschlag und an der Zäumung verändert. Die letzten Arbeiten waren wieder sehr ordentlich, ist Thomas Holtermann, der Neffe von Traber-Trainer Gerd Holtermann (53/Bladenhorst), für den Start am Sonntag guter Dinge.

Das Besitzer-Ehepaar Bosner hat neben dem Meistermaler in dieser Prüfung aber auch noch ein anderes heißes Eisen im Feuer. Derby-Finalist U.S.Lane dürfte mit Silberhelm Roland Hülskath (34/Mönchengladbach) im Feld der insgesamt sieben Teilnehmer gute Chancen besitzen, seinen fünften Jahres-Sieg einzufahren. Für Hülskath wäre ein Erfolg mit U.S.Lane, der im Derby-Endlauf wegen eines Fehlers disqualifiziert worden war, ein weiterer Schritt in Richtung Berufsfahrer-Championat. Vor wenigen Tagen hatte Hülskath, der seit Wochen in bestechender Form fährt, im spannenden Duell mit Titelverteidiger Michael Nimczyk (23/Willich) erstmals wieder die Führung bei den Sulky-Profis übernommen. Nun treffen beide am Samstag in Hamburg direkt aufeinander und liefern sich dann am Sonntag ein Fernduell. Während Roland Hülskath in Gelsenkirchen sechsmal in den Sulky steigt, ist Goldhelm Nimczyk gleichzeitig auf der Bahn in Berlin-Mariendorf engagiert.

Einen Hülskath-Sieg mit U.S.Lane verhindern könnte am Nienhausen Busch unter anderem der von Willi Rode (71/Recklinghausen) trainierte Serien-Sieger Eckstein, der Ursula und Manfred Sauer aus Mainz gehört. Viermal in Folge war der vierjährige Wallach zuletzt nicht zu schlagen. Sonntag wird Eckstein von Ralf Oppoli (42/Recklinghausen) gesteuert.
Mission Impossible am Donnerstag im Traloppo-Rennen

Nichts ist unmöglich für Inhester-Traber

Gelsenkirchen (mspw) - Wetter aufgepasst! Am Donnerstag (24.9.09) kommt auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn (neun Rennen, erster Start um 18.30 Uhr) eine Stute an den Start, die den Toto bereits mehrfach zum Beben gebracht hat. Mission Impossible aus dem Besitz des Gelsenkircheners Stephan Inhester (41) und seines Sohnes Sascha (13) zahlte bei ihren insgesamt acht Karriere-Erfolgen jeweils mindestens 400 Euro bei einem Einsatz von zehn Euro auf Sieg. Sollte der Sechsjährigen am Nienhausen Busch im Traloppo-Rennen (vierte Tagesprüfung) mit 14 Startern ein ähnliches Kunststück gelingen, ein saftiger Gewinn - besonders in der Viererwette - wäre wohl vorprogrammiert.

Stephan Inhester, der bei einem Essener Autohaus in leitender Funktion arbeitet, wird Donnerstag in der Amateur-Prüfung seine Mission Impossible selbst steuern. Und der Lokalmatador ist fest davon überzeugt, dass ein Sieg keineswegs eine unmögliche Mission ist. Sie ist in blendender Form. Leider hatte ich bei meinen letzten Auftritten mit ihr ein wenig Pech. Einmal wurde ich behindert, sonst hätte ich wohl gewonnen. Ich rechne mir für Donnerstag gute Chancen aus, gibt sich Inhester optimistisch. Ein Lob für Mission Impossible gab es zuletzt von keinem Geringeren als Derby-Siegfahrer und Silberhelm Roland Hülskath (34/Mönchengladbach). Er war nach seinem zweiten Platz mit ihr begeistert, sagt Inhester nicht ohne Stolz. Besonders vom schnellen Antritt der Stute zeigte sich Roland Hülskath sehr angetan. Genau diese Stärke möchte Inhester nun auch am Donnerstag mit Mission Impossible ausspielen. Gut vom Start wegkommen und dann eine günstige Lage suchen, lautet die Marschrichtung von Inhester, der in seiner 13-jährigen Amateur-Laufbahn bisher rund 40 Siege eingefahren hat.

Als Sieg-Anwärter Nummer eins hat Inhester, dessen Sohn Sascha bei fast jedem Rennen dabei ist und kräftig die Daumen drückt, freilich Priamus ausgemacht. Wie Mission Impossible wird auch der sechsjährige Wallach von Trainer Klaus Horn (60/Marl) vorbereitet. Fahrerin von Priamus, der Gisela (63) und Hubert Glied (65) aus Heek gehört, ist die vielfache Amateur-Championesse Rita Drees (67/Gronau-Epe). Drees und Priamus, das ist fast schon so etwas wie ein Traum-Paar. Bei den letzten sieben Starts überquerte das Gespann nicht weniger als fünfmal als Sieger die Ziellinie. Priamus ist das zu schlagende Pferd, hat Stephan Inhester großen Respekt vor dem Gegner.
Sattel-Expertin am Donnerstag am Nienhausen Busch zu Gast

Marisa hat Bock auf Trabreit-Titel

Gelsenkirchen (mspw) - Sie ist eine der besten Trabreiterinnen Deutschlands. Marisa Bock (28/Schöneiche) gibt am Donnerstag (24.9.09) auf der Rennbahn in Gelsenkirchen (neun Prüfungen, erster Start um 18.30 Uhr) eine Kostprobe ihres Könnens in ihrer Parade-Disziplin ab. Mit dem von Gerd Holtermann (53/Bladenhorst) vorbereiteten Prince of Night zählt die nur 1,59 Meter große Marisa Bock zu den Sieg-Anwärtern im Trabreiten. Ihre Bilanz mit dem neunjährigen Wallach ist nahezu makellos. Bei fünf Starts mit dem Prinzen, sowohl im Trabreiten als auch in normalen Rennen, wurde Bock viermal Erste und einmal Zweite. Ich hätte nichts dagegen, wenn es so weiter geht, lächelt Marisa Bock.

Mit Prince of Night, der bei insgesamt 103 Starts stolze 47-mal als Erster die Ziellinie überquerte, möchte Bock am Donnerstag einen weiteren Schritt in Richtung Trabreit-Championat machen. Aktuell hat sie neun Erfolge auf dem Konto und führt mit einem Treffer Vorsprung vor Cathrin Nimczyk (18/Willich), der Schwester des Deutschen Meisters Michael Nimczyk (23/Willich). Bock: Wenn es auf das Jahresende zugeht, stehen die Championatswertungen besonders im Mittelpunkt. Ich werde daher in den nächsten Monaten verstärkt beim Trabreiten angreifen.

Am Nienhausen Busch kommt es zum direkten Spitzen-Duell. Cathrin Nimczyk ist mit der dreifachen Jahres-Siegerin Speedy Amana am Start. Bei ihrem letzten Auftritt mit der siebenjährigen Stute in Dinslaken wurde die Schwester des Goldhelms Zweite.
Marisa Bock muss mit dem ihr anvertrauten Prince of Night eine Zulage von 25 Metern gegenüber Speedy Amana aufholen. Das kann der Wallach. Er ist ein grundehrliches Pferd, vor allem aber ein Kämpfer, ist Bock optimistisch, einen weiteren Sieg in ihrer Parade-Disziplin landen zu können.

In der abgelaufenen Saison war Marisa Bock kurz davor, das Trabreit-Championat für sich zu entscheiden. Vor dem letzten Rennen des Jahres lagen Franz Forstner (52/Straubing) und Bock noch gleichauf. In einem hochspannenden Finale auf der Rennbahn in Straubing musste sich die Amazone mit Rang zwei zufrieden geben, weil Forstner mit Oak General nicht zu schlagen war. Das war damals Werbung für unseren Sport. Aber Werbung hin, Werbung her: Diesmal möchte ich wieder den Titel holen, hofft Bock.

Noch vor einigen Monaten war die ehemalige Recklinghäuserin Stammgast auf der Gelsenkirchener Rennbahn. Dann entschloss sie sich zu Jahres-Beginn, gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten und Trabrenn-Profi Thorsten Tietz (31) für eine Weile auf dem Hof von Trainer Roman Matzky in Schöneiche in der Nähe von Berlin zu arbeiten. Aus dem geplanten Kurz-Aufenthalt sind mittlerweile mehr als neun Monate geworden. Es läuft perfekt. Wir sind sehr erfolgreich und haben sogar noch neue Besitzer hinzu bekommen. Vorerst bleiben wir hier, so die gebürtige Hamburgerin, der deshalb nur noch selten im Traber-Westen aktiv ist.

Auch dank der Mithilfe von Bock und Tietz hat Matzky gute Chancen, in diesem Jahr sogar das bundesweite Trainer-Championat zu gewinnen. Aktuell rangiert der 46-Jährige auf Rang eins der Statistik. Ein Baustein des Erfolges sind die guten Trainingsbedingungen. Es gibt drei Trainingsbahnen mit unterschiedlichen Belegen. Außerdem können wir die umliegenden Waldwege für Geländefahrten nutzen, erklärt Marisa Bock.

Donnerstag (10-9-09) in Gelsenkirchen Probe für Großen Preis von Deutschland

Vierjährigen-Test um 10.000 Euro

Gelsenkirchen (mspw) - Noch sind 78 vierjährige Traber für den Großen Preis von Deutschland am 18. Oktober auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn startberechtigt. Das Rennen wird mit mindestens 150.000 Euro dotiert sein. Wie ein Leckerchen vorab wird am Donnerstag (10-9-09) auf der Rennbahn am Nienhausen Busch ein Vorbereitungsrennen angeboten. Die Dotierung von stattlichen 10.000 Euro an einem eigentlich normalen Donnerstag-Renntag lockt nicht weniger als vier erfolgshungrige niederländische Fahrer und auch den bayerischen Erfolgstrainer Gerd Biendl an. Ab 18.30 Uhr stehen insgesamt neun Rennen auf der Abendkarte, die diesmal auch im Rahmenprogramm zum Vierjährigen-Test überdurchschnittlich gute Starterfelder aufweist.

Alle neun für das Vierjährigen-Rennen genannten Pferde sind auch noch für den Großen Preis von Deutschland startberechtigt. Die Favoritenrolle dürfte dabei dem Hengst Yardley Rich zufallen. Der Schwarzbraune, von Arnold Mollema (60) im niederländisch-friesischen Wolvega trainiert, löste kürzlich mit Thomas Panschow (42/Bladenhorst) im Sulky eine anspruchsvolle Prüfung in Berlin äußerst souverän. Den Mariendorfer Vierjährigen-Marathon über 2.540 Meter gewann der frühere Derby-Zweite Yardley Rich trotz doppelter Zulage von insgesamt 40 Metern gegen seine Altersgenossen im imponierenden Stil. Auch auf der Berliner Derby-Bahn wurde der Mollema-Schützling, wie jetzt in Gelsenkirchen, von Thomas Panschow gesteuert. Mit einer so überzeugenden Vorstellung hatten selbst eingefleischte Wetter nicht gerechnet, denn die Siegquote von Yardley Rich betrug 85:10.

So viel dürfte es auf einen neuerlichen Erfolg des Hengstes, der dem inzwischen pensionierten Architekten Joop de Rijk aus Epe/NL gehört, am Donnerstag nicht geben. Arnold Mollema: Yardley Rich läuft in überragender Form, die wir nun überprüfen wollen. Gelsenkirchen liegt ihm. Seine beiden letzten Starts dort hat er gewonnen. Wir rechnen uns erneut einiges aus, obwohl die Konkurrenz nicht von Pappe ist.
Zu den Sieganwärtern sollte auch wieder der von Gerd Holtermann (53/Bladenhorst) vorbereitete Sunrise Star aus dem Besitz des Hamburger Polo-Spielers Gerd Hölter (58) gehören. Allerdings wird sich der Hengst gegenüber seinem letzten Gelsenkirchener Auftreten, als er mit Roland Hülskath (34/Mönchengladbach) Dritter gegen Eckstein und Wim Robel wurde, noch steigern müssen.

Dass Gerd Biendl (52/München) die weite Reise mit Perl’s Fortune nicht als Ausflugsfahrt sieht, wird durch die beachtliche Erfolgsstatistik des Hengstes unterstrichen. 16 Starts, davon zehn Siege und zwei Platzierungen, sagen einiges über die Klasse aus. Allerdings war der Biendl-Schützling zuletzt in Berlin in dem von Yardley Rich trotz Zulage gewonnenen Rennen mit Detlef Fleischer (38/München) im Sulky aus dem ersten Band lediglich als fünfter ins Ziel gekommen. Davor aber hatte Perl’s Fortune in Daglfing und Pfaffenhofen jedoch zwei überzeugende Siegvorstellungen gegeben.

Gelsenkirchen am Sonntag, 30.08.09: Zehn Rennen ab 14 Uhr

Michael Nimczyk erwartet spannenden

Zweikampf ums Fahrer-Championat

Gelsenkirchen (mspw) - Im Rennen um das Championat der Trabrenn-Berufsfahrer deutet vieles auf einen Krimi hin. Knapp vier Monate vor dem Jahresende liegen Titelverteidiger Michael Nimczyk (23/Willich) und Vize-Champion Roland Hülskath (34/Mönchengladbach) an der Spitze ganz dicht beieinander. Sonntag auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen (zehn Rennen, erster Start um 14 Uhr) geht das Duell in eine neue Runde. Insgesamt achtmal kommt es zum direkten Aufeinandertreffen der beiden aktuell siegreichsten Sulky-Profis.

Das wird ein ganz enger Kampf bis zum Jahresende, freut sich Nimczyk auf die kommenden Wochen. Zu Beginn des Jahres schien es zunächst so, als würde am 30. Meistertitel für Heinz Wewering kein Weg vorbei führen. Aber er fährt nicht so häufig. Wenn das so bleibt, wird der Titel wohl erneut zwischen Roland und mir entschieden, prophezeit Nimczyk.
Der 23-Jährige könnte nach 2008 zum zweiten Mal in Serie im Berufsfahrer-Championat triumphieren. Für Hülskath, nationaler Titelträger 2006 und 2007, wäre es bereits der dritte Titel. Ich möchte erneut ganz vorne sein. Beim Fahren lasse ich mich davon aber nicht beeinflussen. Im letzten Jahr habe ich die entscheidenden Siege gegen Jahresende eingefahren. Ich hoffe, dass mir das auch diesmal gelingen wird, bleibt Nimczyk gelassen, obwohl sein Konkurrent in den letzten Wochen mächtig Boden gut gemacht hat.

In der sechsten Tages-Prüfung am Sonntag am Nienhausen Busch hat Nimczyk beste Chancen, vor seinem Kontrahenten zu landen. Denn mit Robinson Columbus steuert der Lehrlings-Europameister von 2005 einen Sieg-Anwärter. Fünf Siege und zwei zweite Plätze stehen für den sechsjährigen Hengst aus dem Besitz von Lars Erik Glad (57/Dülmen) in dieser Saison zu Buche. Bei seinem letzten Auftritt in Berlin wurde er allerdings von der Rennleitung als Dritter wegen einer Behinderung nachträglich disqualifiziert. Es lag am Rennverlauf, erinnert sich Michael Nimczyk: Ich hatte lange Zeit keine freie Bahn bekommen und habe ihn dann im Schlussbogen nach außen gesteuert. Leider war die Rennleitung der Meinung, dass ich dabei einen Teilnehmer gestört habe. Wenn Robinson Columbus in Gelsenkirchen die letzten Leistungen bestätigt, wird er ganz vorne landen.

Hülskath dürfte es mit Wahtamin aus dem Besitz von Werner Pietsch (51/Mönchengladbach), dem ehrenamtlichen Präsidenten des Mönchengladbacher Trabrennvereins, in diesem Rennen dagegen schwer haben, in den Kampf um den Sieg einzugreifen. Denn Wahtamin, ein fünfjähriger Wallach, war von seiner Glanzform zu Jahresbeginn in den letzten Wochen deutlich entfernt. Seit dem 15. Februar wartet Pietsch auf den vierten Treffer seines ehemaligen Serien-Siegers in diesem Jahr. Wahtamin hatte zuletzt gegen starke Kontrahenten immer auch ein wenig Pech beim Rennverlauf. Er ist zweifellos ein sehr gutes Pferd. Ich hoffe, dass wir die Formumkehr hinbekommen. Gegen Robinson Columbus wird es allerdings schwer, ist Pietsch verhalten optimistisch.

Rode: Nur nicht wieder die Todesspur

Gelsenkirchen (mspw) - Wer hat Sonntag auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen (zehn Rennen, erster Start 14.00 Uhr) den längsten Atem? Diese Frage wird in einer mit 4.850 Euro dotierten Prüfung über die Marathon-Distanz von 2.600 Metern beantwortet. Zum Favoriten-Kreis zählt der von Willi Rode (71/Recklinghausen) trainierte Eckstein. Für den vierjährigen Wallach läuft es in dieser Saison wie am Schnürchen. Vier Siege, drei zweite und zwei dritte Plätze stehen für Eckstein zu Buche. Zuletzt war er zweimal in Folge nicht zu schlagen. Der Rode-Schützling, der erstmals von Michael Schmid (42/Oberhausen) gesteuert wird, könnte am Nienhausen Busch zum Serien-Sieger werden. Er trifft in der achten Tagesprüfung insgesamt auf sieben Gegner.

Trainer Willi Rode ist guter Dinge: Eckstein ist riesig in Form, besitzt Sonntag erneut Sieg-Chancen. Allerdings muss bei einer so langen Prüfung auch der Rennverlauf stimmen, erklärt Rode. Zuletzt ging er bei seinem Sieg in Gelsenkirchen fast das gesamte Rennen durch die Todesspur, lag also immer außen. Das sollte diesmal nicht passieren.
Für Eckstein ist dennoch wieder Puste“ gefragt. Der braune Wallach hat in dieser Saison schon mehrfach bewiesen, dass ihm lange Distanzen nichts ausmachen. Erst vor wenigen Wochen triumphierte er in einer 3.200 Meter-Prüfung im Rahmen der Derby-Woche auf der Bahn in Berlin-Mariendorf. Er verfügt über das nötige Stehvermögen, freut sich Willi Rode.

Schon bei seinem letzten Auftritt am Nienhausen Busch mit Ralf Oppoli (42/Recklinghausen) in einem 2.000 Meter-Rennen waren Steher-Qualitäten gefragt. Denn Ecksteins Angriff auf den lange führenden Ideal Pink mit Thomas Kornau (50/Recklinghausen) blieb zunächst in der äußeren Spur stecken. Danach legte Eckstein durch die Todesspur viele Extra-Meter zurück. Dennoch siegte der Wallach aus dem Besitz von Ursula und Manfred Sauer (Mainz) sicher mit eineinhalb Längen vor Ideal Pink.

Sonntag könnte sich Ideal Pink beim zweiten Aufeinandertreffen innerhalb von nur einer Woche revanchieren. Auch der von Thomas Kornau gesteuerte achtjährige Wallach gehört zum Starterfeld. Beim letzten Mal war Eckstein eindeutig das bessere Pferd. Aber das heißt nicht, dass das Sonntag wieder so sein wird, weiß Kornau, der erneut angreifen will: Ideal Pink ist gegenüber Eckstein der bessere Starter. Das wollen wir ausnutzen.

Mit Zalgado Transs R treffen Ideal Pink und Eckstein unter anderem auch auf den aktuellen Derby-Vierten. Der dreijährige Wallach wird vom Niederländer Cees Kamminga (44/Willemsoord) trainiert und gesteuert. Im Derby-Endlauf unterlag Zalgado Transs R nur Zar As, Karaburan und Marc Burgerheide. Es ist der erste Auftritt des Wallachs nach dem Rennen der Rennen. Es könnte ein Testlauf für das Traber-St. Leger, der klassischen Derby-Revanche, am 20. September am Nienhausen Busch sein. Die Distanz beträgt im St. Leger (30.000 Euro) ebenfalls 2.600 Meter.


Vorbericht zu Gelsenkirchen am Sonntag (23-8-09):

Er guckt sich bei den Profis die Tricks ab

Gelsenkirchen (mspw) - Den 29. Juni 2009 wird Tim Schwarma (Weeze) in seinem Leben wohl nie vergessen. Mit dem vierjährigen Traber-Hengst Noddy Flamingo holte der Lehrling in Dinslaken seinen ersten Sieg bei den Profis. Das war etwas ganz Besonderes, mein bisher größter Karriere-Erfolg, leuchten bei dem 18-Jährigen die Augen. Sonntag auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen (elf Rennen, erster Start 14.00 Uhr) möchte Schwarma, der seine Ausbildung bei Trainer Klaus Thomaskamp (58/Rees) absolviert, seine Bilanz von inzwischen drei Erfolgen im direkten Wettstreit mit den besten deutschen Berufsfahrern weiter ausbauen.

Und die Chancen auf Treffer Nummer vier in einem Profi-Rennen stehen am Sonntag nicht einmal so schlecht. Besonders mit der von seiner Mutter Heike (41/Weeze) vorbereiteten Stute Gimmick As sind die Voraussetzungen recht gut. Denn mit der Fünfjährigen hat Tim Schwarma den Profis bereits zweimal keine Chance gelassen. Außerdem gilt Gimmick As als sehr gute Beginnerin und geht mit einer günstigen, inneren Startnummer ins Rennen. Bei unseren Siegen bin ich jeweils schnell in Führung gekommen. Das scheint Gimmick As zu gefallen. Ich werde das auch diesmal wieder probieren, hat sich Schwarma vorgenommen. Zuletzt gewann Gimmick As mit dem 18-jährigen Nachwuchsfahrer zweimal in Folge. Die Stute könnte also in Gelsenkirchen zur Serien-Siegerin werden.

Allerdings gibt es eine Unbekannte: Für Gimmick As, die bisher ihre 27 Starts (sechs Siege, zehn Platzierungen) allesamt auf dem Linkskurs in Dinslaken absolviert hat, ist es der erste Auftritt auf dem Rechtskurs in Gelsenkirchen. Sie soll für das Entlastungs-Rennen in der Züchter-Krone (Breeders Crown) Anfang November am Nienhausen Busch proben, erklärt Tim Schwarma und gibt sich zuversichtlich: Ich bin mir sicher, dass sie auch mit einem Rechtskurs klar kommen wird.

In den nächsten zwei Jahren absolviert Tim Schwarma noch seine Ausbildung zum Berufsfahrer bei Klaus Thomaskamp. Die tägliche Arbeit mit den Pferden macht großen Spaß. Bei Klaus kann ich sehr viel lernen. Ich bin froh, dass ich diesen Weg gegangen bin, so Schwarma, der eigentlich bei der Bundeswehr eine Lehre zum Kfz-Mechatroniker absolvieren wollte. Meine krumme Wirbelsäule hat allerdings dazu geführt, dass ich ausgemustert worden bin, weiß Tim noch genau. Und so kam es fast zwangsläufig dazu, wie es oft in so genannten Traber-Familien der Fall ist: Tim Schwarma lebt und arbeitet intensiv mit Pferden, ebenso wie Mutter Heike oder Stiefvater Heiko (55).

Sonntag (23-8-09) der erste Auftritt nach dem verpassten Derby-Finale

Celebration XL testet für das St. Leger

Gelsenkirchen (mspw) - Es war ganz knapp. Eine Hundertstel-Sekunde fehlte dem von Trainer-Champion Gerd Holtermann (53/Bladenhorst) vorbereiteten Hengst Celebration XL zum Erreichen des Endlaufs um das Deutsche Traber-Derby Anfang August in Berlin-Mariendorf. Das war schon eine herbe Enttäuschung, gesteht Holtermann. Jetzt richtet sich sein Blick aber nur noch nach vorn. Sonntag auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen (elf Rennen, erster Start 14.00 Uhr) probt der dreijährige Hengst für einen geplanten Schweden-Start am 10. September. Im Anschluss soll Celebration XL am 20. September im Deutschen Traber St. Leger, der klassischen Derby-Revanche, am Nienhausen Busch an den Start gehen. Der letzte Auftritt in diesem Jahr für den Hengst aus dem Besitz von Gerhard Hölter (58/Hamburg) ist dann für die Rennen um die Züchter-Krone (Breeders Crown) Anfang November in Gelsenkirchen geplant.

In Abwesenheit seiner Stamm-Fahrer Thomas Panschow (42/Bladenhorst) und Roland Hülskath (34/Mönchengladbach), die beide zeitgleich in Berlin-Mariendorf engagiert sind, wird Holtermann Celebration XL in der fünften Tages-Prüfung selbst steuern. Im Derby hat man Celebration XL angemerkt, dass ihm nach seiner wachstumsbedingten Trainings-Pause noch die nötige Kraft und Ausdauer gefehlt haben, erklärt Holtermann. Hinzu kam noch eine Eigenart des hoch veranlagten Hengstes, der bei fünf Starts dreimal siegreich war. Auf der Zielgeraden lag er im Vorlauf mit fünf Längen in Führung. Doch wenn er alleine läuft, macht es bei ihm im Kopf Klick’ und er legt einfach nicht mehr zu. Die Folge: Die Konkurrenz zog auf den letzten Metern noch vorbei. Für den drittplatzierten Celebration XL war es erst die zweite Niederlage seiner Rennlaufbahn überhaupt.

Gerd Holtermann plant auch deshalb für Sonntag ein verdecktes Rennen mit seinem Schützling, setzt auf dessen Speed im Endspurt. Zwei Haupt-Konkurrenten hat der Trainer im Neuner-Feld ausgemacht. Eckstein und Sharif Norton sind zwei gute Pferde. Ich erwarte daher einen Dreikampf um den Sieg, so Holtermann.
Der von Willi Rode (71/Recklinghausen) trainierte Eckstein kommt mit Fahrer Ralf Oppoli (42/Recklinghausen) als frischer Sieger an den Start. Insgesamt stehen für den vierjährigen Wallach in dieser Saison bei neun Starts drei Erfolge und fünf Platzierungen zu Buche. Sharif Norton, gesteuert vom Niederländer Didier Kokkes (24/Twisteden), gewann bei acht Auftritten in diesem Jahr zweimal, kehrte nur einmal ohne Prämie in den Stall zurück.

Gerd Holtermann wird aber noch ein anderes Pferd am Sonntag ganz genau verfolgen. Denn sein Schützling Sunrise Star startet gleichzeitig mit Europameister Roland Hülskath auf der Derby-Bahn in Berlin-Mariendorf im mit 30.000 Euro dotierten Vierjährigen-Marathon (2.500 Meter) gegen 14 Konkurrenten. Dabei muss der Holtermann-Hengst, der wie Celebration XL dem passionierten Polo-Spieler Gerhard Hölter gehört, 20 Meter Zulage wettmachen. Ein so offenes Rennen habe ich selten gesehen. Alle 15 Kandidaten besitzen Sieg-Chancen. Sunrise Star ist gut drauf. Ich hoffe, dass er einen guten Rennverlauf bekommt und ganz vorne mitmischen kann.

Spitzen-Traber von Ursula Augst wieder um die Züchter-Krone

Sir Karan diesmal mit Hülskath

Gelsenkirchen (mspw) - Eines der aktuell besten deutschen Trabrennpferde gibt sich am Donnerstag (13-08-09) auf der Rennbahn in Gelsenkirchen (sieben Rennen, erster Start um 18.50 Uhr) die Ehre. Für Sir Karan aus dem Besitz von Ursula Augst (67/Sprockhövel) und Manfred Wulf (69/Senden) ist das Frei für Alle“-Rennen, eine Bänderstart-Prüfung, gelaufen als siebtes Rennen, am Nienhausen Busch eine wichtige Station. Denn für den sechsjährigen Geldschrank (Gewinnsumme: 292.385 Euro) steht am 22. August ein mit 68.000 Euro dotiertes Rennen auf der berühmten Bahn in Paris-Vincennes auf dem Programm. Mit-Besitzerin Ursula Augst, die bei nahezu jedem Start ihres Schützlings dabei ist, wird auch am Donnerstag wieder vor Ort sein und erhofft sich eine gelungene Generalprobe. Sir Karan hat im Training sehr gut gearbeitet. Wenn er die Startphase unbeschadet übersteht, sollte er eigentlich kaum zu schlagen sein, ist Ursula Augst überzeugt.

Fern-Ziel für Sir Karan sind in dieser Saison die Läufe um die Züchter-Krone (Breeders Crown) für Fünf- bis Siebenjährige Anfang November in Gelsenkirchen. Beim ersten Versuch vor einem Jahr, diese Prüfung für sich zu entscheiden, hatte es für den Sir hinter Orso November nur zu Rang zwei gelangt. 2007 hatte der Hengst die Züchter-Krone für Vierjährige gewonnen. Für Sir Karan gibt es in Deutschland wegen seiner hohen Gewinnsumme nicht so viele Rennen. Daher bereiten wir ihn gezielt auf das Groß-Ereignis im November vor, erklärt Frau Augst. Wir wollen ihm bis dahin nicht mehr allzu viele Starts zumuten. Er soll frisch und in Bestform sein, wenn es um die Krone’ geht.

Donnerstag soll Sir Karan, gesteuert vom aktuellen Europameister und Derby-Siegfahrer Roland Hülskath (34/Mönchengladbach), in Gelsenkirchen eine aktuelle Kostprobe seines Könnens abliefern. Es könnte beim 45. Start der 20. Erfolg für den sechsjährigen Hengst herausspringen.
Größter Konkurrent des deutschen Spitzen-Trabers ist Antzinthepantz aus Belgien. Der sechsjährige Hengst (Gewinnsumme: 94.606 Euro) und Sir Karan sind schon einmal aufeinander getroffen. Im niederländischen Duindigt lief es am 29. Juni 2008 für den Sieger Antzinthepantz optimal. Sir Karan hingegen wurde damals nach einem Fehler in der Startphase nur Zwölfter.

Sowohl Sir Karan, Derby-Zweiter 2006 hinter Russel November, wie auch Anthzinthepantz müssen eine Zulage von 25 Metern wettmachen. Gesteuert wird der belgische Gast dabei von seinem Trainer Vincent Martens. Gleiches gilt für Sir Hajo mit Robin Bakker (26/Deurze, NL), der beim Duell zwischen Deutschland-Debütant Anthzinthepantz und Sir Karan durchaus in die Entscheidung eingreifen kann.


Volero mit Hülse
Gewann am Donnerstag (6-8-09) in Gelsenkirchen gleich drei der ersten vier Rennen: Roland Hülskath - hier mit Volero knapp drei Zentimeter vor Robinson Columbus mit dem Goldhelm. Aber Michael Nymczyk schaffte an diesem Tag auch noch seinen 98. Sieg. Der Kampf ums Fahrer-Championat ist schon jetzt spannend und hart wie selten zuvor.


Derby-Sieg2009
Erster Auftritt nach dem Triumph im Blauen Band
Am Donnerstag (6-8-09) können die Besucher der Trabrennbahn in Gelsenkirchen (neun Rennen, erster Start 18.30 Uhr) einen frisch gebackenen Derby-Siegfahrer gleich mehrfach in Aktion erleben. Europameister Roland Hülskath (34/Mönchengladbach) nimmt – vier Tage nach seinem Triumph im wichtigsten Rennen des Jahres mit Zar As in Berlin-Mariendorf (unser Bild) – sechs Fahrten am Nienhausen Busch wahr. Während der Donnerstag-Veranstaltung wird Hülskath seinen Sieg mit Zar As in einem Interview noch einmal Revue passieren lassen. Ich habe meinen Erfolg noch gar nicht in vollem Umfang realisiert. Das wird wohl noch ein paar Tage dauern, sagte Hülskath.
Für seinen Derby-Helden Zar As, der vom Niederländer Paul Hagoort (31/Oldetrijne) trainiert wird, sieht der Fahrplan in dieser Saison noch einige große Aufgaben vor. Zu den wichtigsten Zielen – das kündigte Roland Hülskath an - gehören die Rennen um die Züchter-Krone (Breeders Crown) Anfang November in Gelsenkirchen sowie das Europa-Championat der Dreijährigen in Frankreich.


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