Zuletzt bearbeitet: 05.08.2010

Daran erinnert sich der Unikum-Züchter Heinrich Platvoet:
Bei der ersten Einkaufstour wurde
der Derby-Sieger stehen gelassen
Ascheberg (mspw) - Ausgerechnet Unikum, den aktuellen Sieger im 115. Deutschen Traber-Derby 2010, hatten der finnische Kaufmann Jouni Järvensivu und Trainer Martti Keskinen auf ihrer Einkaufstour vor gut zwei Jahren beim Ascheberger Traber-Züchter Heinrich Platvoet glattweg stehen gelassen. Sie entschieden sich für zwei andere Pferde. Vielleicht lag es auch daran, dass Unikum damals erkältet war. Jedenfalls zeigten die Finnen überhaupt kein Interesse an ihm,
erinnert sich Platvoet.
Erst als die Finnen den ebenfalls auf Vermittlung von Manager Matti Rouihainen bei Platvoet im Münsterland gekauften Aston Martin Monate später beim Halali der Dreijährigen auf der Rennbahn in Hamburg-Bahrenfeld anspannten, trafen sich die Skandinavier sowie die Eheleute Elke und Heinrich Platvoet wieder.
Aston Martin gewann damals das Rennen in Hamburg. Die Stimmung war gut, als Platvoet in einem Nebensatz auf den Kauf der beiden Jährlinge zu sprechen kam: Den Besten habt ihr ja damals bei eurem Einkauf in Ascheberg stehen lassen.
Platvoet meinte einen gewissen Hengst namens Unikum. Den Besten einfach bei Euch gelassen?
So fragten die Finnen ganz erstaunt. Ja,
sagte Platvoet: Mit Unikum habe ich ein richtiges Rennpferd im Stall.
Es dauerte dann tatsächlich nur wenige Augenblicke, dann war der Kauf getätigt.
Dem Vernehmen nach lag der Kaufpreis im niedrigen fünfstelligen Bereich. Und Unikum wurde ein richtiges Schnäppchen! Am 11. Juli bestritt der inzwischen dreijährige Hengst auf der Berliner Derby-Bahn in Mariendorf das Buddenbrock-Rennen mit dem 29-fachen Deutschen Fahrer-Champion Heinz Wewering im Sulky. Manager Rouihainen, der jahrelang in Gelsenkirchen gelebt hat, machte sich für die Verpflichtung von Wewering als Fahrer stark. Das war möglich, weil sich der Rekord-Champion kurz zuvor als Trainer von seiner Chefin Marion Jauß (Neritz) einvernehmlich getrennt hatte. Prompt fuhr Wewering mit dem Hengst siegreich über die Ziellinie.
Im Derby-Vorlauf reichte es für Unikum hinter dem von Roland Hülskath (Mönchengladbach) gesteuerten Baltimore As nur zu Rang zwei, wofür es aber immerhin noch 5.000 Euro gab.
Die Krönung war dann das mit mehr als 218.000 Euro dotierte 115. Deutsche Traber-Derbyfinale am ersten August-Wochenende in Berlin. Mit einem furiosen Endspurt sprintete Unikum als Derby-Sieger über die Ziellinie. Für den gebürtigen Albachtener Wewering war es der achte Derby-Erfolg in seiner glanzvollen Karriere mit mehr als 16.000 Siegen.
Da strahlten alle bei der Siegerehrung: Wewering, Unikums finnische Besitzer, die einen Scheck in Höhe von 101.715 Euro mit nach Hause nehmen durften, Manager Rouihainen und das Züchter-Ehepaar Platvoet aus Ascheberg. Für alle hatte sich das Vertrauen in Unikum, den Traber-Hengst aus dem Münsterland, gelohnt.